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Rund 1,5 Milliarden Euro Gewinn hat der Verbund im Vorjahr gemacht. Er ist damit eines der wichtigsten Energieunternehmen Österreichs.

Kein Wunder, dass die Regierung und die Politik insgesamt begehrlich auf dieses Unternehmen schauen, wenn es darum geht, Gewinne abzuschöpfen.

Michael Strugl hält davon – wenig überraschend – nicht sehr viel. Er ist CEO bei Verbund und spricht mit Petra Stuiber darüber, warum er diese Mittel für die Zukunft der österreichischen Energieversorgung als essenziell ansieht, und wie er die Energiepolitik der Alpenrepublik beurteilt.

Thumbnail: Christian Fischer

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Transkript
00:00:00Rund 1,5 Milliarden Euro Gewinn hat der Verbund im Vorjahr gemacht.
00:00:04Er ist damit eines der wichtigsten Energieunternehmen Österreichs.
00:00:08Kein Wunder, dass die Regierung, die Politik insgesamt begehrlich auf dieses Unternehmen schaut,
00:00:13wenn es darum geht, Gewinne abzuschöpfen.
00:00:16Er sieht das nicht so positiv, wie man sich mit gutem Grund vorstellen kann.
00:00:20Michael Strugl ist der CEO des Verbundes und er erklärt, warum der Verbund diese Mittel braucht,
00:00:27wenn es um die Zukunft der Energieversorgung in Österreich geht.
00:00:31Wie er die Energiepolitik Österreichs beurteilt, wie es sonst noch ausschaut im Unternehmen,
00:00:37das erklärt er mir im Podcast.
00:00:38Ich bin Petra Stulber, das ist der CEO-Podcast der Standard.
00:00:48Michael Strugl, herzlich willkommen beim Standard.
00:00:51Guten Morgen.
00:00:52Hallo.
00:00:53Bevor wir starten, machen wir wie immer eine kleine Lockerungsübung mit Ihnen.
00:00:57Ich stelle Ihnen zwölf Fragen, die Sie am besten ganz, ganz kurz beantworten.
00:01:02Bereit?
00:01:02Es geht los.
00:01:04Okay.
00:01:05Vier Tage Woche oder sieben Tage Woche?
00:01:08Bei mir sechs, weil einen Tag brauche ich für mich und meine Lieben.
00:01:13Sport vor oder nach der Arbeit?
00:01:15Grundsätzlich immer in der Früh, sowohl an Werktagen als auch, wenn ich frei habe.
00:01:22Wenn wir sagen in der Früh, wann ist es in der Früh?
00:01:24Zwischen sieben und acht.
00:01:27Also eigentlich eine christliche Zeit.
00:01:29Ja.
00:01:29Führen Sie Ihren Terminkalender selbst?
00:01:32Nein.
00:01:34Wenn ich das mache, gibt es jetzt mal irgendein Problem.
00:01:38Auf welche Eigenschaften achten Sie bei Bewerbern am meisten?
00:01:43Einstellung, Leidenschaft, alles andere kann man lernen.
00:01:47Gibt es eine gute Art zu kündigen?
00:01:50Ja, genauso wie es eine schlechte gibt, aber leicht ist es trotzdem nicht.
00:01:56Was ist denn Ihr wichtigster Softskill?
00:01:59Zuhören können.
00:02:00Auf welches Networking-Event können Sie nicht verzichten?
00:02:07Auf unser Betriebsrats-Sommerfest und auf die Weihnachtsfeier im eigenen Haus.
00:02:14Office, Homeoffice oder Hybrid?
00:02:17Büro, Homeoffice in Ausnahmefällen.
00:02:22Was glauben Sie, welche Eigenschaft hat Sie an die Spitze gebracht?
00:02:28Energischer Gestaltungswille.
00:02:30Gibt es eine Work-Life-Balance?
00:02:34Immer.
00:02:35Es ist ja kein Gegensatz zwischen Work und Life.
00:02:38Es gehört zusammen und das muss man für sich selbst ausbalancieren.
00:02:43Sollten Väter und Mütter gleich lange in Elternkarenz gehen müssen?
00:02:49Müssen, nein.
00:02:51Das soll in einer Paarbeziehung vereinbart werden, weil Lebenssituationen sehr unterschiedlich sind
00:02:58und weder ein Gesetz noch irgendjemand anderer sollte uns das vorschreiben.
00:03:03Was ist Ihr Tipp an junge Leute, die erfolgreich werden wollen?
00:03:07Einfach machen aus eigener Kraft.
00:03:11Herr Strugl, Finanzminister Martha Bauer hat in seiner Budgetrede Albert Camus zitiert
00:03:18und gesagt, im tiefsten Winter habe ich endlich erfahren, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer lebt.
00:03:27Er hat das bezogen auf die mögliche machbare Energieresistenz Österreichs.
00:03:36Sehen Sie das wie der Finanzminister?
00:03:39Kann Österreich aus dieser Energiekrise einen unbesiegbaren Energiehochsommer machen?
00:03:46Es könnte, wenn wir die richtigen Lehren ziehen.
00:03:51Ich bin deswegen ein bisschen zurückhaltend, weil wir schon aus der letzten Energiekrise,
00:03:57die ist doch nicht so lange her, im Jahr 2022, nicht die richtigen Lehren gezogen haben.
00:04:03Wenn wir es diesmal tun, dann könnte es klappen und wir weisen seit Jahren darauf hin,
00:04:10dass es eigentlich darum geht, dass wir weniger abhängig sind von importierter Energie,
00:04:17auch von fossiler importierter Energie, weil das ist hauptsächlich Öl und Gas,
00:04:23das aus Drittländern kommt.
00:04:25Und das sollten wir jetzt schon seit längerer Zeit wissen.
00:04:28Und deswegen, wenn er das auch so sieht, dann hätten wir hier einen Punkt.
00:04:37Der Frühling dieses Jahr war der trockenste Frühling in Österreich in der gesamten Messgeschichte.
00:04:44Jetzt ist der Verbundgewinn schon im Vorjahr um ein Fünftel eingebrochen,
00:04:48weil es einfach weniger Stromproduktion aus Wasserkraft gab.
00:04:53Rechnen Sie heuer mit weiteren Verlusten aus diesem Geschäftsfeld?
00:04:58Ja, wir haben zwei große Treiber beim Ergebnis.
00:05:03Das eine ist der Preis und das andere ist die Menge.
00:05:07Strompreise an Großhandelsmärkten sinken schon seit längerer Zeit.
00:05:11Wir reden von einer Normalisierung, wobei man dazu sagen muss,
00:05:14der Iran-Krieg hat jetzt wieder einen leichten Aufwärtstrend ausgelöst am Großhandelsmarkt bei Strom.
00:05:21Aber im Vergleich jetzt zu diesen Preisspitzen des Jahres 2022 und 2023 sind wir heute schon ganz woanders.
00:05:30Daher sinkt auch das Verbundergebnis.
00:05:32Unser Ergebnis ist natürlich sehr stark ein Strompreisproxy.
00:05:36Das andere ist die Menge.
00:05:38Wir hatten noch in 2024 ein außergewöhnlich gutes Wasserjahr über dem langjährigen Durchschnitt.
00:05:46Da hatten wir ein sehr gutes Ergebnis.
00:05:49Die Preisrückgänge wurden dadurch zwar nicht zur Gänze kompensiert, aber abgemildert.
00:05:56Und das hat insgesamt dazu geführt, dass die Preise in Österreich auch nach unten gegangen sind,
00:06:02weil einfach die Menge, das Angebot erhöht wurde.
00:06:06Das Beispiel ist immer dieser Preisbrett zwischen Österreich und Deutschland.
00:06:10Der ist in 2024 fast auf Null gegangen, weil Österreich wieder zum Exporteur wurde.
00:06:15Also wir haben so viel produziert, einfach weil wir alles ausschöpfen konnten an Wasser.
00:06:20Wir hatten so viel Wasser, dass wir so viel Strom produziert haben, mehr als wir selbst gebraucht haben.
00:06:24Das heißt, wir konnten in den Export gehen.
00:06:26Wir sehen in Europa Länder, die im Export sind, haben niedrigere Preise.
00:06:29Deswegen reden wir auch immer davon, dass wir sagen, wir müssen das Angebot erhöhen, wir müssen die Erzeugung ausbauen.
00:06:36Jetzt haben wir in 2025 und in 2026 ist es noch ärger, sehr trockene Jahre.
00:06:42Wir haben derzeit einen Erzeugungskoeffizienten von 0,68.
00:06:47Das bedeutet, year to date, also bis heute, haben wir 32 Prozent weniger Wasser als in einem Normaljahr.
00:06:54Das bedeutet ungefähr 25 Prozent weniger Erzeugung.
00:06:57Und wenn Sie 25 Prozent weniger erzeugen, haben Sie auch ein entsprechend niedrigeres Ergebnis.
00:07:04Und damit kumuliert das sinkende Preise und sinkende Mengen.
00:07:09Also wir haben einen Ausblick auf unser Ergebnis von ungefähr 1 bis 1,2 Milliarden.
00:07:17Das ist deutlich weniger als in den Jahren davor.
00:07:21Das heißt aber dann, man setzt sozusagen quasi auf nachhaltige Energien.
00:07:25Aber möglicherweise geht sich das auch irgendwann einmal nicht mehr aus,
00:07:28weil eben sich das Klima verändert, weil Österreich trockener wird.
00:07:33Dennoch haben Sie im April in einem Presseinterview von der robusten Säule Wasserkraft gesprochen.
00:07:40Können Sie das wirklich guten Gewissens tun?
00:07:43Nach wie vor, selbst in einem der trockensten Jahre, so wie wir es jetzt erleben,
00:07:49steht die Wasserkraft für ungefähr 60 Prozent des erzeugten Stroms in Österreich.
00:07:54Das ist das, was ich gemeint habe.
00:07:56Die Wasserkraft ist die Basis für die Stromerzeugung in diesem Land,
00:07:59nicht nur von der Menge her, sondern auch, weil sie annähernd grundlastfähig ist.
00:08:05Das heißt, wir haben sie 24-7, nicht nur, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht.
00:08:10Und Wasserkraft ist auch speicherfähig.
00:08:13Wir haben große Pumpspeicherkapazitäten, die uns helfen,
00:08:17sowohl saisonal, aber durchaus auch während der Woche oder auch während des Tages auszugleichen.
00:08:24Das heißt, die Wasserkraft ist wirklich ein Schatz, den wir haben.
00:08:30In einem trockenen Jahr tut uns das natürlich weh.
00:08:33Da haben wir weniger, aber es ist immer noch der größte Anteil.
00:08:38Aber es ist schon richtig, beispielsweise in einem Wintermonat wie dem Jänner,
00:08:44da kann es schon passieren, dass auf einmal das Wasser nur mehr für ein Drittel der Stromerzeugung steht
00:08:49und der Rest muss aus Gaskraftwerken kommen oder aus dem Import und aus dem Wind.
00:08:53Deswegen wäre es auch wichtig, den Wind, also die Windkraft auszubauen in Österreich,
00:08:58weil Wind vor allem im Winter ein gutes Tagebot findet und auch sehr komplementär ist.
00:09:05Das heißt, es ist eine gute Ergänzung zur Wasserkraft, ergänzt sich auch mit Sonne.
00:09:11Sonne und Wind sind zueinander schon komplementär.
00:09:14Wir brauchen in Wirklichkeit einen guten Technologiemix in der Erzeugung.
00:09:20Dann ist es systemisch eine gute Situation.
00:09:23Aber das bringt mich jetzt genau zu meiner nächsten Frage,
00:09:25nämlich der Windkraftausbau scheitert ja oft am Floriane-Prinzip.
00:09:29Alle sind dafür, aber bitte nicht von meiner Haustür.
00:09:32Das ist so ungefähr das, was man so mitbekommt.
00:09:35Das Erneuerbare-Ausbau-Beschleunigungsgesetz, schönes Wort, soll hier Abhilfe schaffen.
00:09:43Glauben Sie daran?
00:09:44Ja, ich glaube daran, weil in diesem Gesetz sind Maßnahmen vorgesehen,
00:09:51wie wir die Verfahren schneller machen können und einfacher machen können.
00:09:54Also eine Konzentration der Verfahren, dieser berühmte One-Stop-Shop,
00:10:00ein Verfahren, ein Bescheid, eine Behörde, das wäre schon wichtig.
00:10:04Und vor allem, es wäre auch festgelegt, ein übergeordnetes Interesse für den Ausbau.
00:10:11Das heißt, wir haben ja sehr oft auch Rechtsmittel, Einsprüche.
00:10:15Und dann muss ein Gericht entscheiden, was ist wichtiger.
00:10:17Man muss Rechtsgüter abwägen, Biodiversität versus man baut eine Stromleitung.
00:10:23Und wenn der Gesetzgeber sagt, der Ausbau hat Vorrang,
00:10:28dann ist es für ein Gericht sehr einfach zu entscheiden.
00:10:31Wenn er aber das nicht sagt, dann muss das Gericht das prüfen.
00:10:33Das heißt, wir haben sehr viele Gutachten.
00:10:35Es dauert oft ein Jahr, bis man weiß, was ist wichtiger.
00:10:39Aber trotzdem müssen Sie sich nicht auch selbst an der Nase nehmen.
00:10:42Warum gelingt der Energiewirtschaft seit Jahren nicht,
00:10:46die Akzeptanz für Windkraftausbau zu erhöhen?
00:10:51Wir nehmen das auch sehr ernst und auch unsere eigene Verantwortung dafür.
00:10:56Das heißt, wir versuchen schon, die Leute auch mit Argumenten zu überzeugen,
00:11:03wenn wir ein Projekt entwickeln und wo Windräder bauen wollen.
00:11:06Das heißt, wir machen Informationsveranstaltungen vor Ort.
00:11:10Wir informieren.
00:11:11Wir machen Angebote, beispielsweise für 20 Jahre einen günstigen Strompreis von 9,6 Cent.
00:11:19Das ist unser Angebot.
00:11:20Das ist im heutigen Markt ein exzellentes Angebot, garantiert auf 20 Jahre.
00:11:25Wir bieten der Gemeinde Entschädigungen pro Windkraftanlage an.
00:11:29Das heißt, wir versuchen es wirklich mit guten Argumenten auch zu erklären
00:11:36und die Leute und die Menschen zu überzeugen.
00:11:39Wir sehen aber auch, dass es eine organisierte Gegnerszene gibt,
00:11:43die mit Mythen und Fake News arbeitet, etwa, dass Windkraft unfruchtbar macht,
00:11:49dass sie Mikroplastik im Grundwasser verursacht.
00:11:52Alles Dinge, die nicht stimmen und auch widerlegt sind.
00:12:00Aber es ist eine...
00:12:01Darf ich da kurz einhacken?
00:12:03Ist das sozusagen quasi dasselbe Konglomerat,
00:12:07das sich auch bei der Corona-Pandemie zusammengefunden hat?
00:12:11Also sozusagen sehr grün bewegte Menschen,
00:12:17die sich da auf komische Art und Weise auch mit Agitatoren aus der rechten Szene treffen?
00:12:22Ist es das, was Sie beobachten?
00:12:24Oder ist das etwas anderes?
00:12:26Es ist interessant, dass Sie das sagen.
00:12:29Ja, wir stellen fest, es ist eine Szene,
00:12:32die sehr viel Überschneidungen hat mit der damaligen Impfgegner.
00:12:36Da gibt es auch europäische Studien dazu, nämlich.
00:12:39Wo auch Verschwörungstheorien in die Welt gesetzt werden,
00:12:44wo aber auch spezialisierte Anwälte, Gutachter,
00:12:49also eine richtige Industrie wird das,
00:12:51zur Verhinderung von solchen Projekten.
00:12:54Und das ist natürlich schon bedenklich.
00:12:55Und eines ist eine Lebenserfahrung.
00:13:00Angst ist ein schlechter Begleiter.
00:13:02Und wenn man den Menschen Angst macht,
00:13:04dann tut man sich mit sachlichen Argumenten sehr schwer.
00:13:07Diese Erfahrung machen wir.
00:13:10Nichtsdestotrotz verstärken wir unsere Anstrengungen in der Überzeugung,
00:13:14dass Österreich den Windkraftausbau braucht für seine Energiesicherheit.
00:13:18Ist das auch so von Gegend zu Gegend unterschiedlich,
00:13:22was die Widerständigkeit betrifft, von Bundesland zu Bundesland?
00:13:25Ja, da gibt es Unterschiede.
00:13:27Es gibt Bundesländer.
00:13:28Da gibt es schon seit längerer Zeit auch den Ausbau der Windkraft.
00:13:32Das heißt, die Menschen haben dort schon gesehen,
00:13:35dass es auch viele Vorteile bringt.
00:13:37Es gibt ja nichts, auch nicht in der Energiewirtschaft,
00:13:40was nur Vorteile oder nur Nachteile hätte.
00:13:42Es geht ja immer um eine Abwägung.
00:13:44Und natürlich ist der Bau einer Erzeugungsanlage ein Eingriff
00:13:48in die Natur, in das Landschaftsbild.
00:13:51Man sieht die Windräder.
00:13:52Wir können sie nicht wie Pumpspeicherkraftwerke unterirdisch bauen.
00:13:56Das geht noch nicht.
00:13:57Aber man muss es dann abwägen.
00:14:00Und diese Entscheidungen sind zu treffen.
00:14:03Und da gibt es natürlich auch Unterschiede zwischen den Bundesländern,
00:14:08zwischen West- und Osteingefälle.
00:14:10Daran müssen wir noch arbeiten.
00:14:12Österreich konnte 2026, also heuer,
00:14:16nur bis zum 30. Mai von eigenem Energie leben.
00:14:20Das hat die Energieagentur hochgerechnet.
00:14:22Der Rest sind Importe in der Höhe von rund 10 Milliarden Euro,
00:14:27die Österreich da braucht.
00:14:29Jetzt haben Sie schon gesagt,
00:14:31es braucht in Wahrheit einen Technologiemix.
00:14:35Sie haben gesagt, Windkraft ausbauen.
00:14:39Inwieweit können wir überhaupt noch bei der Wasserkraft ausbauen?
00:14:42Und was ist mit Photovoltaik?
00:14:45Ja, also Statistiken sind das eine.
00:14:48Man hört ja sehr oft,
00:14:50also wir haben 95 Prozent der Stromerzeugung erneuerbar.
00:14:54Das ist ein statistischer bilanzieller Wert,
00:14:56den Sie über das gesamte Jahr rechnen.
00:14:59Das Jahr hat 8.760 Stunden und diese Statistik hilft mir nichts an einem kalten Jänner Tag um 18 Uhr,
00:15:07wo die Sonne nicht scheint, wo eine Dunkelflaute herrscht,
00:15:10möglicherweise auch eine niedrige Wasserführung.
00:15:12Da brauchen Sie dann ein Gaskraftwerk und Stromimporte.
00:15:14Das heißt, wir haben das im ersten Quartal 26 gesehen.
00:15:19Da hatten wir in 37 Prozent der Stunden ein Gaskraftwerk preissetzend.
00:15:26Obwohl wir 95 Prozent oder 90 Prozent je nach Jahr erneuerbaren Anteil in der Stromerzeugung haben.
00:15:33Das heißt, wir brauchen mehr Erzeugung, das heißt mehr Anlagen, mehr Kapazität.
00:15:39Wir brauchen auch mehr Gaskraftwerke.
00:15:41Wir brauchen auch Gaskraftwerke noch, ich würde sagen, über Jahrzehnte.
00:15:46Wir rechnen mit 3,5 bis 4 Gigawatt, also 4.000 Megawatt Kapazität an Gaskraftwerken.
00:15:54Und die, die wir jetzt haben, da kommen manche jetzt dann am Ende der Dekade
00:15:58ans Ende ihrer technischen Lebensdauer.
00:16:00Das heißt, sie müssen neu gebaut werden und da muss man jetzt Entscheidungen treffen.
00:16:03Ich war gestern in Berlin, das ist dort die große Diskussion.
00:16:06Das wird neu ausgeschrieben.
00:16:08Aber um noch einmal auf diese Frage zu kommen, was ist denn der richtige Mix?
00:16:16Wir brauchen alle Technologien.
00:16:18Also wir brauchen die Wasserkraft.
00:16:20Kann man sie noch ausbauen?
00:16:21Ja, kann man.
00:16:22Es gibt noch Potenziale in Österreich.
00:16:25Wo zum Beispiel?
00:16:26Es gibt Flussstrecken, die noch gehen.
00:16:29Das wird jetzt gerade in einer Potenzialstudie noch einmal untersucht.
00:16:34Und auch dort muss man dann abwägen.
00:16:37Gewässer ökologisch, energiewirtschaftlich, was will man machen?
00:16:41Aber die Potenziale rein energetisch sind vorhanden.
00:16:45Geht noch was bei der Donau?
00:16:47Das ist eine Diskussion, die sehr interessant ist.
00:16:51Ja, natürlich würde etwas gehen, aber das ist eine politische Debatte
00:16:55über eine zusätzliche Staustufe.
00:17:01Aber was ich eigentlich sagen möchte, ist, wir sollten die Potenziale, die wir haben
00:17:07an heimischer Erzeugung, jedenfalls nutzen.
00:17:10Wir nutzen ja auch bestehende Anlagen, indem wir sie revitalisieren.
00:17:14Das heißt, wir bauen in bestehende Kraftwerke neue Maschinensätze ein,
00:17:18die noch leistungsfähiger sind.
00:17:21Auch da geht noch was.
00:17:22Da investieren wir auch sehr viel Geld, auch als Unternehmen.
00:17:26600 Millionen nur für solche Revitalisierungen in den nächsten Jahren.
00:17:30Wir haben ein enormes Ausbaupotenzial bei Wien.
00:17:33Da sind bis jetzt nur 4 Gigawatt installiert.
00:17:36Das ist wirklich sehr wenig.
00:17:38Beim Ausbau der Photovoltaik waren wir ganz gut.
00:17:41Das ist aber hauptsächlich private Photovoltaik auf den Hausdächern.
00:17:45Da haben wir jetzt ungefähr 10.000 Megawatt in Österreich.
00:17:48Da haben wir in den letzten Jahren jedes Jahr so 1.500 bis 2.000 Megawatt dazugebaut.
00:17:53Das sind Menschen, Hausbesitzer, die sagen, ich installiere auf meinem Hausdach
00:17:58eine Photovoltaikanlage.
00:17:59Das ist gut.
00:18:01Der Nachteil ist ein Zweifacher.
00:18:04Erstens, wenn dieser Mix nicht in der Balance ist,
00:18:09dann erzeugen sie in wenigen Stunden sehr viel Strom,
00:18:12den sie vielleicht gar nicht brauchen, auch nicht speichern.
00:18:15Dann müssen sie andere Anlagen abdrehen, ganz einfach.
00:18:18Das kostet Geld.
00:18:19Und die Hausbesitzer ärgern sich, weil das Einspeisen so kompliziert ist
00:18:23und nicht das bringt, was man sich vorstellt.
00:18:27Also eigentlich ist es nicht kompliziert, denn es wird eingespeist
00:18:31und man bekommt eigentlich Geld für Strom,
00:18:35der am Markt gar nichts wert ist, weil der Strompreis negativ ist.
00:18:39In Deutschland gibt es jetzt eine Debatte darüber,
00:18:42dass es in negativen Preisstunden keine Einspeisevergütung mehr gibt,
00:18:45weil der Markt das nicht zeigt.
00:18:48Eigentlich sollte man, wenn zu viel Strom im Netz ist,
00:18:52die Anlagen auch abregeln können.
00:18:54Darum geht es in der Zukunft.
00:18:56Wenn wir das nicht in den Griff kriegen,
00:19:00dann bezahlen das viele andere, die nicht einspeisen,
00:19:04weil ja am Ende der Netzkunde diese Kosten tragen muss.
00:19:09Und das Zweite ist, es ist auch gefährlich.
00:19:11Wenn wir die Netze überlasten und das nicht mehr im Griff haben,
00:19:15besteht auch eine Blackout-Gefahr.
00:19:17Aber das heißt ja dann, dass jedes Einfamilienhaus
00:19:20dann eigentlich seinen eigenen Energiespeicher auch braucht,
00:19:23um den Strom, den es erzeugt über Photovoltaik,
00:19:26dann auch viel später speichern zu können, oder?
00:19:30Oder länger speichern zu können.
00:19:31Das ist ja dann wiederum so teuer,
00:19:33dass sich das niemand leisten kann, oder?
00:19:34Also der Vorteil der Photovoltaik ist,
00:19:36wenn ich den Strom selbst verbrauche,
00:19:38ist es der günstigste Strom, den man haben kann.
00:19:41Wenn ich dann auch noch den Strom speichern kann,
00:19:44dann kann ich diesen Strom auch noch verschieben
00:19:47in Stunden, wo keine Sonne mehr scheint
00:19:49und ich habe den günstigsten Strom für mich selbst.
00:19:52Wenn ich mehr Strom erzeuge, als ich brauche und einspeisen muss,
00:19:56dann ist es so lange gut, solange man diesen Strom brauchen kann.
00:19:59Wenn er aber zu viel wird, dann kostet er dem System
00:20:03und damit allen Stromkunden.
00:20:05Und das ist dann ein Problem.
00:20:06Und wenn es ganz zu viel wird, dann kommt es zum Blackout.
00:20:09Jetzt noch einmal zu den Gaskraftwerken.
00:20:11Ich habe mich erkundigt, es gibt in der Branche,
00:20:13auch in Österreich, eine Diskussion um Gaskraftwerke.
00:20:17Viele, die sich auskennen, sagen, wir werden die Energiewende
00:20:21ohne neue Gaskraftwerke nicht schaffen.
00:20:25Was bräuchten wir denn?
00:20:27Welches Gaskraftwerk müssen wir neu bauen?
00:20:29Und wie viele bräuchten wir insgesamt in Österreich?
00:20:32Also Gaskraftwerke brauchen wir dann, wenn die anderen Anlagen
00:20:38aus Wasser, aus Wind, aus Sonne nicht liefern können
00:20:42oder nicht ausreichend liefern können.
00:20:44Dann brauchen wir Gaskraftwerke, denn wenn wir zu wenig Strom erzeugen,
00:20:49also weniger als wir verbrauchen, haben wir zwei,
00:20:51nämlich aus erneuerbaren Energien.
00:20:54Man redet dann von der sogenannten Residuallast.
00:20:57Also was bleibt dann noch über?
00:20:59Entweder importieren wir den Strom.
00:21:01Wir importieren Strom hauptsächlich aus Deutschland oder aus Tschechien.
00:21:05Atomkraftstrom?
00:21:05Aus Tschechien ist es hauptsächlich Atomstrom.
00:21:08Aus Deutschland ist es hauptsächlich Kohlestrom oder Windstrom.
00:21:12Und die zweite Option ist, man hat eigene Gaskraftwerke.
00:21:16Jetzt ist Gas auch eine importierte Energie,
00:21:19aber man erzeugt selber diesen Strom.
00:21:21Deswegen wird Gas als grundlastfähige Stromerzeugung
00:21:27und als Reservekapazität über Jahrzehnte noch gebraucht werden.
00:21:31Man redet heute davon, dass man die irgendwann einmal grün machen möchte,
00:21:36also beispielsweise mit Wasserstoff, vielleicht auch mit Methangas.
00:21:40Das wird man sehen.
00:21:41Aber es ist eine wichtige Reserve, die wir brauchen werden in der Zukunft.
00:21:48Wie viel es ist, das hängt jetzt vom System ab.
00:21:52Deutschland beispielsweise schreibt jetzt 10.000 Megawatt Gaskraftwerke neu aus,
00:21:57weil man die braucht, um eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten.
00:22:02In Österreich haben wir ungefähr 4.000 Megawatt Gaskraftwerke.
00:22:07Davon sind einige aber schon sehr alt.
00:22:09Das heißt, die werden irgendwann einmal vom Netz gehen.
00:22:11Und wenn man die ersetzen muss, weil man sie braucht,
00:22:14muss man eigentlich jetzt schon darüber nachdenken, wie das gehen kann.
00:22:18Das ist jetzt das Thema der sogenannten Kapazitätsmärkte,
00:22:21aber das ist ein bisschen kompliziert.
00:22:23Okay.
00:22:24Dann belassen wir es mal kurz dabei.
00:22:26Wie stehen Sie grundsätzlich zu Atomstrom?
00:22:28Also unser Unternehmen ist nicht in dieser Technologie, wird es auch nicht sein, Verbund.
00:22:34Österreich hat sich auch einmal entschieden, die Atomkraft nicht zu nutzen.
00:22:39Anders ist es in Europa.
00:22:41Europa ist eigentlich der Wirtschaftsraum global gesehen,
00:22:45das den höchsten Atomstromanteil hat,
00:22:48mit ungefähr 23, 24 Prozent der gesamten Stromerzeugung.
00:22:55Man weiß, Frankreich ist zu fast 70 Prozent vom Kernkraftstrom abhängig.
00:23:03Andere Länder bauen auch derzeit aus.
00:23:07Das heißt, so nüchtern muss man das sehen.
00:23:10Ohne Atomstrom gibt es auch in Europa keine Versorgungssicherheit.
00:23:14Aber die Länder können selbst entscheiden, welche Technologien sie nutzen.
00:23:18Und wir merken jetzt, dass immer mehr Länder sagen,
00:23:21beispielsweise jetzt Italien, aber auch die Schweiz überlegt wieder den Ausstieg vom Ausstieg.
00:23:28In Deutschland ist es lange diskutiert worden, ob man Atomstrom nutzen soll.
00:23:33Es gibt neue Technologien, diese sogenannten Small Modular Reactors.
00:23:39Diese Mini-Atomkraftwerke sind das, die angeblich weniger gefährlich sind?
00:23:43Ja, also das sind Anlagen, die kleiner sind, die modular erweiterbar sind.
00:23:49Das heißt, man stellt sich vor, man erzeugt die sehr in Modulen, das heißt standardisiert.
00:23:58Ein Kernkraftwerk ist ja eine Anlage, die so ausgelegt wird, technisch ganz individuell.
00:24:04Das ist eine unglaublich komplexe Angelegenheit.
00:24:07Und die SMAs ist, wenn Sie so wollen, Atomkraft von der Stange.
00:24:10Es gibt aber tatsächlich bis jetzt noch keine Anlage weltweit, die im kommerziellen Betrieb ist.
00:24:17Es gibt Forschungsanlagen.
00:24:19Ob das funktioniert und ab wann das funktioniert, wissen wir nicht.
00:24:23Fakt ist, bis dorthin werden wir auch Strom brauchen.
00:24:26Aber wenn das dann funktionieren sollte,
00:24:30vielleicht sollte dann Österreich auch seine grundsätzliche Ablehnung gegenüber Atomstrom überdenken noch einmal?
00:24:36Oder würden Sie sagen, nein, das ist wie die Neutralität, wir bleiben einfach dabei?
00:24:41Na, ich würde sagen, Neutralität, ja, wenn Sie meinen Technologieneutralität, ja.
00:24:47Nein, die meine ich nicht.
00:24:48Dann ist es eine Diskussion.
00:24:52Österreich konnte sich diesen Verzicht auf Atomkraft aus einem einzigen Grund leisten.
00:24:56Und das ist die Wasserkraft.
00:24:58Deswegen haben wir es nicht gebraucht.
00:25:01Es ist ein Kuriosum, dass wir eine Anlage gebaut haben und sie dann nicht in Betrieb genommen haben.
00:25:05Aber das ist historisch.
00:25:08Wir würden sie wohl auch in Zukunft nicht brauchen, wenn wir die anderen Technologien nutzen.
00:25:15Aber am Ende ist es die Entscheidung eines Landes, welche Technologie zur Stromerzeugung genutzt wird.
00:25:21Und damit auch eine bis zu einem gewissen Grad politische Entscheidung.
00:25:25Sie haben mehrfach kritisiert, auch eingangs dieses Podcasts,
00:25:30dass Österreich eben die Chance verpasst habe, aus den letzten Krisen zu lernen
00:25:34und eben diese nachhaltigen Energieformen, über die wir jetzt lang gesprochen haben, auszubauen.
00:25:40Der Vorwurf trifft vor allem die vorige Regierung, die türkis-grüne Regierung.
00:25:46Was hätte die besser machen müssen?
00:25:51Also ich möchte nicht ungerecht sein.
00:25:56Man darf nicht vergessen, die letzte Regierung hat eine Energiekrise erlebt,
00:26:02die relativ rasch über uns gekommen ist durch den Ukraine-Krieg.
00:26:07Alle waren da extrem gefordert.
00:26:12Man könnte auch sagen, das hat Europa, ganz Europa, auf dem falschen Fuß erwischt.
00:26:17Das ist nicht nur in Österreich so gewesen.
00:26:20Wir hatten eine Gasmangellage.
00:26:22Es war nicht klar, ob wir über den Winter kommen mit dem Gas.
00:26:25Es war sogar nicht klar, ob wir auch mit Strom über den Winter kommen,
00:26:29weil die Hälfte der französischen Kernkraftflotte nicht am Netz war,
00:26:34aufgrund von Revisionsarbeiten.
00:26:36Also das war schon eine ganz besondere Situation.
00:26:40Und insofern, ich glaube, was richtig gemacht wurde, ist, dass man alles getan hat,
00:26:47um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
00:26:51Das heißt, wir haben geschaut, dass die Speicher voll sind.
00:26:54Man hat eine strategische Gasreserve eingekauft zu einem sehr hohen Preis,
00:26:59aber das war damals eben der Marktpreis, den man bezahlen musste.
00:27:03Das ist eine globale Commodity Gas.
00:27:06Und das, was aber nicht so gut gelungen ist, aus meiner Sicht, war erstens,
00:27:11wie ist man mit der Preiskrise dann umgegangen?
00:27:14Die Strompreisbremse und vor allem diese gießkannenartigen Förderungen
00:27:21waren aus heutiger Sicht ein Fehler, der auch budgetär nachwirkt, wie wir wissen.
00:27:29Das fand ich besonders interessant.
00:27:32Einer Ihrer Kritikpunkte lautet, man habe auch diesen Ausbau der Alternativenergien
00:27:39mit Klimaschutzpolitik erklärt oder primär mit Klimaschutzpolitik erklärt,
00:27:44statt mit wirtschaftlicher Notwendigkeit.
00:27:48Dass jetzt die Grünen in der Regierung sich eher das Klimaschutzthema zu eigen machen,
00:27:54das verwundert uns jetzt wahrscheinlich beide nicht.
00:27:57Aber was ist dann konkret Ihr Vorwurf an die ÖVP?
00:28:00Also ich führe keine parteipolitischen Debatten, auch nicht hier in diesem Podcast,
00:28:04sondern ich sage, die Politik muss sich schon überlegen.
00:28:12Energiepolitisch, was brauchen wir?
00:28:14Und der Vorwurf trifft alle Parlamentsparteien.
00:28:18Wenn heute eine Zweidrittelmehrheit gebraucht wird im Parlament,
00:28:22dann kann man sich nicht abseits stellen und sagen, ich stelle die nicht zur Verfügung.
00:28:27Ich glaube, was notwendig ist, ist ein rot-weiß-roter Schulterschluss in solchen Fragen
00:28:35und kein parteipolitisches Kalkül.
00:28:37Und das ist mir jetzt egal, welche Partei das anstellt.
00:28:41Es geht hier um die Landesinteressen.
00:28:44Und da glaube ich, da sind alle gefordert.
00:28:48Und bei der Energiepolitik gibt es dieses berühmte energiepolitische Dreieck.
00:28:52Sie haben gesagt, am Anfang hat man das aus klimapolitischen Erwägungen argumentiert,
00:28:59den erneuerbaren Ausbau.
00:29:00Das ist richtig.
00:29:01Und die Klimakrise ist eine reale Krise.
00:29:04Man braucht sich nur anschauen, wie sich das alles verändert.
00:29:08Siehe trockenes Frühjahr.
00:29:09Ein trockenes Jahr.
00:29:11Die Erwärmung schreitet voran.
00:29:13Das hat auch finanzielle Dimensionen.
00:29:16Klimaschäden kosten Milliarden.
00:29:18Anpassungsmaßnahmen, die die Unternehmen machen müssen, kosten Milliarden.
00:29:21Also das, abgesehen von der Verantwortung für die kommende Generation,
00:29:27hat das handfeste wirtschaftliche Gründe hier etwas zu tun.
00:29:32Und interessant ist ja, dass die Erwärmung am stärksten in Europa stattfindet.
00:29:38So, aber es gibt auch zwei andere Eckpunkte des Dreiecks.
00:29:42Das eine ist die Versorgungssicherheit und das andere ist die Wirtschaftlichkeit,
00:29:46heißt die Leistbarkeit und die Bezahlbarkeit.
00:29:48Und man muss immer darauf achten, dass das energiepolitische Dreieck ausbalanciert ist.
00:29:54Das heißt, wenn man sagt, wir machen jetzt Klimaschutz um jeden Preis,
00:29:58ist das genauso falsch, wie wenn man heute sagen würde,
00:30:01heute ist uns der Klimaschutz egal, weil jetzt haben wir zuerst diskutiert nur über Preise,
00:30:06jetzt diskutieren wir über Energiesicherheit, jetzt schließt sich das Dreieck.
00:30:10Und deswegen brauchen wir alle drei.
00:30:13Aber der Punkt ist doch der, wenn sich eine Regierung oder wenn sich ein Land entscheidet,
00:30:18zum Beispiel zu sagen, okay, Klimakrise, Versorgungssicherheit, Preisentwicklung,
00:30:26wir müssen schauen, dass wir sozusagen unsere Energiewirtschaft in den Griff kriegen.
00:30:30Wir werden alles darin setzen, daraus einen politischen und wirtschaftlichen Schwerpunkt zu machen.
00:30:36Dann kann ja das eigentlich nur gut sein für alle Seiten, oder?
00:30:39Es gibt neue Arbeitsplätze, die Kosten für jeden Einzelnen, für die Industrie wären geringer.
00:30:46Und ist es das, was nicht gelungen ist in der vorigen Regierung?
00:30:50Ist das etwas, wo Sie auch sagen, da warten Sie auf entsprechende Impulse in der jetzigen Regierung?
00:30:56Das ist das, was bis jetzt noch nicht gelungen ist in dem Ausmaß, wie wir es brauchen.
00:31:01Außer in der Photovoltaik, da haben aber vor allem die Privaten investiert in die Aufdachphotovoltaik,
00:31:09haben wir vor allem bei Wind zu wenig Ausbau, bei der Wasserkraft sind wir einigermaßen on track.
00:31:17Bei den Leitungen müssen wir auch mehr tun und bei den Speichern auch.
00:31:21Das heißt, nein, ich bin noch nicht zufrieden. Wir müssen hier wirklich das Tempo erhöhen.
00:31:28Wir müssen einfach die Anstrengungen verstärken. Und das gilt jetzt wirklich für uns alle.
00:31:35Wir müssen umsetzen. Wir müssen vom Reden ins Tun kommen.
00:31:40Wir haben viel zu viele Diskussionen und wir haben zu wenig Umsetzung.
00:31:45Und das ist meine Kritik. Und deswegen glaube ich, jetzt erleben wir innerhalb kürzester Zeit die zweite Energiekrise.
00:31:53Das ist ein Weckruf. Und wir haben immer gesagt, wenn wir das tun und die Unternehmen sind bereit, Milliarden zu
00:32:00investieren,
00:32:01dann bedeutet das, dass wir weniger abhängig sind von teuren Importen.
00:32:05Im Übrigen, 2025 waren es für Österreich fast 13 Milliarden Euro, was fossile Importe gekostet hat.
00:32:12Am Höhepunkt der Energiekrise des Jahres 2022 waren es 26 Milliarden.
00:32:17Das heißt, das ist Geld, das woanders hingeht und das uns ärmer macht, weil wir es nicht im Land haben.
00:32:26Wenn wir selber erzeugen...
00:32:26Haben wir uns aber stark verbessert, muss man auch sagen.
00:32:29Ja, weil die Preise gesunken sind. Nur deswegen. Aber die Abhängigkeit existiert noch immer.
00:32:35Wir erfahren es gerade schmerzlich. Das heißt, wenn wir hier im Land investieren, in Kraftwerke, in Stromleitungen, in Speicher, schaffen
00:32:44wir Wertschöpfung.
00:32:45Bei einem Wasserkraftwerk ist der österreichische Wertschöpfungsanteil 70 bis 80 Prozent.
00:32:50Das ist Wertschöpfung im Land und das sind Arbeitsplätze.
00:32:52Und eines darf man auch nicht vergessen. Das sind Technologien, die sind weltweit gefragt.
00:33:00Das heißt, das ist auch Green Tech ist ein Exportschlager, wenn wir Technologieführer sind.
00:33:06Das heißt, das hat alles nur Vorteile. In einer Wachstumskrise, wo die Konjunktur lahmt, ist das ein Konjunkturprogramm.
00:33:13Wir machen uns weniger abhängig. Wir erhöhen unsere Energiesicherheit. Es dämpft die Preise.
00:33:19Jede Terawattstunde aus zusätzlich erzeugter erneuerbarer Energie senkt den Großhandelspreis um zwei Euro.
00:33:26Das hat das AIT vor kurzem erinnert. Es ist eine Win-Win-Situation.
00:33:30Und ich verstehe nicht, warum nicht die gesamte Politik alle Kräfte bündelt, um das voranzubringen.
00:33:39Wenn wir schon bei der Politik sind, was Sie auch nicht gutiert haben, war die Strompreisbremse der Regierung.
00:33:46Die gesamte Energiewirtschaft hat das kritisiert. Was stört Sie denn daran so sehr?
00:33:53Grundsätzlich sind Markteingriffe problematisch.
00:33:58Denn meistens eliminieren sie etwas, was sehr wichtig ist, das Preissignal.
00:34:02Das Preissignal bedeutet, es signalisiert Knappheit. Wenn ein Gut knapp ist, dann geht der Preis nach oben.
00:34:10Was muss man dann machen? Man muss das Angebot erhöhen oder man muss sparen.
00:34:15Wenn man das Preissignal eliminiert, dann ist es so, dass man sagt, naja, es ändert sich eh nichts und ich
00:34:21verbrauche weiterhin viel von einem knappen Gut.
00:34:23Was dann passiert ist, man kommt in Versorgungsengpässe.
00:34:27Daher sind solche Preisbremsen problematisch.
00:34:31Sie haben nur dann eine Berechtigung, wenn wirklich eine extreme Krisensituation eintritt, die dazu führt, dass die Verwerfungen so stark
00:34:42sind,
00:34:43dass man volkswirtschaftlich damit nicht mehr zu Rande kommt.
00:34:46Dann kann ein Markteingriff, der zeitlich begrenzt ist, sinnvoll sein.
00:34:51Es kann aber nicht eine sinnvolle Maßnahme sein auf Dauer.
00:34:54Und das sehen wir kritisch. Und das ist auch die gegenwärtige Situation.
00:35:00Wir haben eigentlich eine Situation, wo so ein Markteingriff nicht mehr gerechtfertigt ist.
00:35:06Das sagt auch die Europäische Kommission. Das machen auch die anderen Staaten großteils so.
00:35:13Österreich geht hier einen Sonderweg. Und ob der gut ist, das haben wir bei der Spritbremse gesehen.
00:35:19Das würden wir auch bei so einem Krisenmechanismus sehen.
00:35:22Das stelle ich sehr in Frage.
00:35:24Jetzt habe ich mir angeschaut, Stromrechner.at.
00:35:27Und da habe ich mir angeschaut, was so eine durchschnittliche vierköpfige Familie in Österreich verbraucht an Strom
00:35:34und was sie pro Jahr zahlt. Das sind so ungefähr 1380 Euro.
00:35:40Jetzt stellen wir uns Folgendes vor. Sie, der Verbund, würde Strom aus Wasserkraft ausschließlich zu Erzeugungskosten verkaufen.
00:35:50Was wird das dann diese Familie kosten?
00:35:52Also ich habe das jetzt nicht ausgerechnet. Ich kann Ihnen aber zwei andere Dinge dazu sagen.
00:35:57Erstens, Verbund hat einen Österreich-Tarif mit 9,5 Cent. Das ist ziemlich einer der günstigsten Tarife, die im Markt
00:36:06angeboten werden.
00:36:07Und wir haben viele, viele Kunden bekommen, die gesagt haben, das will ich haben.
00:36:11Und das haben wir garantiert selbst während des Irankriegs. Das ist ein faires Angebot an die Konsumenten.
00:36:17Und jetzt geht es um die Frage, soll man denn überhaupt Strom zu Gestehungskosten am Markt zur Verfügung stehen?
00:36:24Ja, warum denn nicht? Also die meisten Wasserkraftwerke sind ja schon abgeschrieben.
00:36:27Ich kann Ihnen sagen, warum nicht. Weil das würde bedeuten, dass die Unternehmen dann nichts mehr verdienen.
00:36:31Und wenn die Unternehmen nichts mehr verdienen, dann werden sie nichts mehr investieren können.
00:36:36Was machen wir mit den Gewinnen, die wir machen? Wir reinvestieren sie in Kraftwerke, Leitungen und Speicher.
00:36:42Und einen Teil geben wir zurück an unsere Eigentümer in Form der Dividende.
00:36:46Das ist mehrheitlich der Bund. Das verschwindet im Budget.
00:36:49Und das sind die privaten Eigentümer, kleine rot-weiß-rote Aktionäre, aber auch andere, die sich Verbundaktien gekauft haben.
00:36:58Das heißt, wenn ich verhindere, dass Unternehmen Gewinne machen können, dann verhindere ich, dass Unternehmen investieren können.
00:37:08Und wenn nicht investiert wird, dann gibt es kein Wachstum.
00:37:11Und wenn es kein Wachstum gibt, dann gibt es keine Arbeitsplätze.
00:37:14Und das ist dann ein Teufelskreis, weil dann werden wir nicht energiesicher sein.
00:37:20Die Anlagen werden älter. Sie werden dann auch zum Teil ausfallen.
00:37:24Also das ist ein Szenario, das ich mir nicht vorstellen kann.
00:37:28Und dann kommt noch eines dazu.
00:37:30Ich höre ja immer wieder, naja, eure Wasserkraftwerke sind ja abgeschrieben und jetzt verdient ihr damit sehr viel Geld.
00:37:36Ja, wir verdienen damit Geld. Also das ist unterschiedlich, je nach Strompreis.
00:37:41Wir hatten auch schon sehr niedrige Strompreise, wo wir entsprechend weniger verdient haben.
00:37:46In der Preiskrise haben wir dann mehr verdient. Das wurde dann auch abgeschöpft.
00:37:50Aber ich sage Ihnen etwas anderes.
00:37:53Wasserkraft ist ein Generationengeschäft.
00:37:55Wenn Sie heute ein Wasserkraftwerk bauen, dann werden Sie erst in 30 Jahren etwas damit verdienen.
00:38:01Und die Wasserkraftwerke, mit denen wir heute Geld verdienen, haben die Generationen vor uns gebaut.
00:38:08Wenn man das jetzt abschöpft, können wir keine Kraftwerke mehr bauen für die nächsten Generationen.
00:38:13Und dann bricht man diesen Generationenvertrag.
00:38:15Und dann werden die nach uns nicht mehr die Situation haben wie wir, dass wir Geld verdienen können.
00:38:21Und dann werden Sie auch nichts verdienen können.
00:38:24Da kann man natürlich sagen, na gut, dann bezahlen wir das halt mit Förderungen und mit Steuergeld.
00:38:30Kann man auch machen.
00:38:31Ob das volkswirtschaftlich effizienter ist, bezweifle ich.
00:38:36Wir hatten das über lange Zeit vor der Strommarkt-Liberalisierung.
00:38:42Jetzt gibt es einen Wettbewerbsmarkt.
00:38:44Das heißt, die Unternehmen müssen selber schauen, wie verdienen sie Geld.
00:38:48Sie müssen wettbewerbsfähig sein.
00:38:50Und der Kunde kann sich seinen Versorger und seinen Lieferanten aussuchen.
00:38:54Und die Energieagentur, nicht wir, haben einmal errechnet,
00:38:57das in den ersten 20 Jahren der Liberalisierung, das den österreichischen Stromkunden pro Jahr
00:39:02650 Millionen Euro Ersparnis gebracht hat im Vergleich zum regulierten System.
00:39:07Das heißt, es gibt schon gute Gründe dafür, dass man das wettbewerblich und marktlich organisiert.
00:39:13Aber wenn man eingreift und die Gewinne wegnimmt, dann fehlt das auch für die Investitionen.
00:39:19Okay, das war ja auch übrigens dieses, wir investieren ja unsere Gewinne und wir brauchen sie für diese Investitionen in
00:39:28die Zukunft,
00:39:28war ja auch das Argument der Energieunternehmen, herangezogen zu werden zur Sanierung des Budgets,
00:39:37sage ich jetzt einmal grob formuliert.
00:39:38Also sprich, da einen solidarischen Beitrag zu leisten.
00:39:42Jetzt bin ich mal populistisch und sage, okay, wenn alle herangezogen werden, die Familien, die Pensionisten, die Arbeitslosen,
00:39:51warum nicht auch Ihr Unternehmen, das ja auch wirklich gute Gewinne gemacht hat?
00:39:57Ja, wir werden auch herangezogen.
00:40:00Aber Sie sind ja trotzdem dagegen.
00:40:01Erstens.
00:40:03Nein, ich bin gegen solche Eingriffe, die Gewinnabschöpfungen sind.
00:40:09Erstens zahlen wir Steuern und wenn wir mehr verdienen, zahlen wir auch mehr Steuern.
00:40:14Zweitens zahlen wir eine Dividende und wenn wir mehr verdienen, zahlen wir eine Sonderdividende.
00:40:19Das heißt, wenn das Unternehmen mehr Gewinn macht, profitiert eigentlich nur der Finanzminister in Form der Steuern, die wir zahlen
00:40:27und in Form der Dividende, die wir bezahlen.
00:40:31Und das sind Milliarden, die wir hier bezahlen.
00:40:33Wenn jetzt der Staat sagt oder die Regierung sagt, wir schöpfen Gewinne ab, also das heißt 200 Millionen Euro über
00:40:45fünf Jahre,
00:40:46das ist eine Milliarde, im Übrigen waren es im letzten Jahr schon 250 Millionen und nicht 200,
00:40:51dann ist das Geld, das nicht den Stromkunden zugute kommt, sondern dem Budget.
00:40:58Das ist entschieden worden.
00:41:00Dann ist entschieden worden, ein Sozialtarif, den ich für richtig halte, wird auch von den Unternehmen finanziert.
00:41:08Das heißt, wir sind die einzige Branche, die eine sozialpolitische Maßnahme selber finanzieren muss.
00:41:14Das muss sonst niemand.
00:41:15Denn selbst wenn Sie in einer anderen Branche etwas senken, dann gibt es Gegenfinanzierungen aus irgendwelchen anderen Steuern.
00:41:21Und jetzt finanzieren wir auch den Industriestrompreis.
00:41:25Das heißt, die E-Wirtschaft ist die einzige Branche, die die Subventionen selber finanzieren muss, die abgeschöpft wird.
00:41:31Und jetzt könnte man sagen, naja, aber Ihnen bleibt ja immer noch genügend Geld.
00:41:36Ja, das ist alles relativ.
00:41:39Eines ist klar, wenn wir weniger haben, nachdem wir unsere Steuern und unsere Dividenden bezahlt haben,
00:41:46dann können wir auch weniger investieren.
00:41:50Und es gibt auch dann noch einen Leverage-Effekt.
00:41:52Das heißt, wenn 200 Millionen im Eigenkapital fehlen, dann sind es eine Milliarde,
00:41:59weil es ja auch sozusagen Fremdfinanzierungen gibt.
00:42:01Aber das Wichtigste ist eigentlich das Signal, dass ich an Investoren damit zur Verfügung stelle.
00:42:06Und wir reden sehr vom Kapitalmarkt, den wir mobilisieren wollen für diese Investitionen.
00:42:11Wenn Investoren sehen, wenn der Kapitalmarkt sieht, in Österreich werden Gewinne abgeschöpft,
00:42:17dann werden sie nicht investieren in diesem Land und einen großen Bogen um dieses Land machen.
00:42:21Und wir sehen das am Kapitalmarkt.
00:42:23Österreich hat hier als Standort enorm verloren durch diese Maßnahmen.
00:42:30Jetzt machen wir mal ein Gedankenspiel.
00:42:33Wären Sie heute in der Regierung, wären Sie Finanzminister?
00:42:38Was hätten Sie gemacht?
00:42:40Und wären Sie Energieminister?
00:42:42Was hätten Sie gemacht?
00:42:44Wissen Sie, das ist eine eigentlich nicht faire Frage.
00:42:48Das tut mir leid.
00:42:49Man würde jetzt da sitzen und sagen, was ein Minister tun sollte.
00:42:57Aber ich möchte Sie trotzdem beantworten.
00:43:01Mir geht es ja auch nicht darum, dass ich jetzt Haltungsnoten vergeben will.
00:43:05Aber eines möchte ich schon sagen.
00:43:08Ich sehe schon, dass wir bei den Steuereinnahmen in Österreich auf einem Höchststand sind.
00:43:18Das heißt, wir haben nicht die Situation, dass wir zu wenig Einnahmen haben und neue erfinden müssten.
00:43:26Wir haben aber bei den Ausgaben ein Problem.
00:43:29Das werden Sie jetzt nicht zum ersten Mal gehört haben.
00:43:31Aber das ist ein Faktum.
00:43:34Und ich glaube, dass man das angehen muss, ausgabenseitig, indem man strukturell an das Budget herangeht.
00:43:42Und deswegen bin ich der Meinung, wir müssen mit Reformen versuchen, diese finanziellen Spielräume zu schaffen.
00:43:52Und es geht auch um die Frage, wie verwende ich die Mittel.
00:43:55Ich sage Ihnen ein Beispiel.
00:43:57Österreich nimmt aus dem Emissionshandel 300 Millionen Euro ein.
00:44:01Das bezahlt die Industrie für CO2.
00:44:05Dazu kommt, dass es auch sozusagen CO2-Kosten gibt außerhalb des ETS, außerhalb des Emissionshandels.
00:44:13Da geht mehr als eine Milliarde Einnahmen ins Budget.
00:44:16Ich würde dieses Geld recyceln und damit die Industrie unterstützen und diejenigen, die die hohen CO2-Kosten haben.
00:44:27Das wäre funktional richtig.
00:44:30Und deswegen bin ich der Meinung, man könnte schon etwas machen.
00:44:34Uns fehlt es auch nicht am Geld.
00:44:36Uns fehlt es aber daran, am Willen, das wirklich strukturell zu lösen.
00:44:44Ich möchte nicht sagen, dass das einfach ist.
00:44:46Ich glaube, dass der Finanzminister keine einfache Aufgabe hat.
00:44:50Und er sagt ja auch immer wieder, eigentlich bin ich nicht schuld dran, das war die Vorgängerregierung.
00:44:55Ja, und das ist schon auch richtig.
00:44:57Aber jetzt ist er in der Verantwortung.
00:45:00Und jetzt sollte er das Richtige tun.
00:45:03Und da bin ich der Meinung, da könnte man schon auch noch anders an die Dinge herangehen.
00:45:07Da müssten halt der Bundeskanzler, der Vizekanzler und einige andere noch mitziehen.
00:45:11Und vor allem die Länder, nicht?
00:45:14Also Finanzminister Leyen kann natürlich auch wenig bewirken, wenn es halt sozusagen Bremseffekte gibt,
00:45:22auch durch verschiedene Einflüsse und Kräfte in diesem Land.
00:45:28Ist das nicht das eigentliche Problem?
00:45:29Da haben Sie natürlich recht.
00:45:31Es gibt ganz, ganz viele Wünsche.
00:45:32Frage Sie als Oberösterreicher.
00:45:34Ja, es gibt ganz, ich war selber einmal in einer Landesregierung.
00:45:37Und es gibt ganz, ganz viele Wünsche an einen Finanzminister, ob er jetzt im Land oder im Bund sitzt.
00:45:46Die Länder haben ja auch Finanzen und eine Finanzverantwortung.
00:45:50Also mir ist das schon geläufig, das können Sie mir glauben.
00:45:52Und hätte ich nicht selber damals mir auch darüber den Kopf zerbrochen, dann wird mir das vielleicht auch nicht so
00:46:00leicht von den Lippen gehen.
00:46:02Und es ist mir auch bewusst, dass die Bundesliga noch was anderes ist wie die Landesliga.
00:46:06Aber nichtsdestotrotz gibt es Fakten, an denen wir nicht vorbeikommen.
00:46:11Und ich habe mich ja auch mit dem Finanzminister gelegentlich unterhalten und ihm auch dazu gesagt, wie ich denke.
00:46:17Und der Standort bestimmt den Standpunkt.
00:46:20Das ist mir österreichisch auch bekannt.
00:46:22Aber wenn Sie mich heute hier fragen, dann sage ich meine Meinung.
00:46:25Und ich denke schon, dass wir die Möglichkeiten haben.
00:46:31Natürlich müssen alle zusammenwirken.
00:46:33Es muss ein gemeinsames Bestreben sein, auch zwischen den Gebietskörperschaften.
00:46:41Das betrifft Bund, Länder und Gemeinden.
00:46:44Und niemand hat gesagt, dass das einfach ist.
00:46:46Aber es ist wichtig.
00:46:49Und deswegen glaube ich, diese Anstrengungen müssen wir unternehmen.
00:46:54Jetzt haben Sie selbst angesprochen, Sie waren 24 Jahre lang in der Politik.
00:46:58Erst als Landesparteisekretär, dann Wirtschaftslandesrat und Landeshauptmann-Stellvertreter.
00:47:03Was haben Sie denn mitgenommen aus dieser Zeit?
00:47:05Was Sie jetzt noch brauchen können an Erkenntnissen oder an Skills?
00:47:10Also ich habe sehr viel gelernt in der Politik, muss ich sagen.
00:47:13Ich bin ja von meiner Ausbildung her Kaufmann und Jurist.
00:47:19Und ich wollte ja eigentlich einmal Wirtschaftsanwalt werden.
00:47:23So wie mein Sohn es jetzt werden will.
00:47:25Und habe auch das studiert.
00:47:27Und bin dann durch einen Zufall in die Politik gekommen.
00:47:31Aber was ich in der Politik gelernt habe und nicht im Hörsaal, das war erstens Führung.
00:47:39Ich habe viel mit Ehrenamtlichen arbeiten müssen.
00:47:42Ich musste Organisationen führen.
00:47:46Ich war dann auch in Aufsichtsräten, auch beim Landesenergieversorger, zehn Jahre lang,
00:47:52am Schluss Aufsichtsrat Vorsitzender.
00:47:54Das heißt, ich habe die Unternehmensseite in der Energiewirtschaft kennengelernt.
00:48:00Und ich habe ja gelernt, was es bedeutet, wenn man verhandeln muss.
00:48:05Das lernen Sie in der Politik.
00:48:06Und Verhandeln gehört zum täglichen Brot.
00:48:09Das kann sein, wenn Sie im Unternehmen mit den Betriebsräten sein.
00:48:14Das kann sein, wenn Sie mit Geschäftspartnern verhandeln.
00:48:18Das kann sein, wenn Sie mit anderen Stakeholdern verhandeln.
00:48:21Etwa mit Regierung, mit Regulator, was auch immer.
00:48:25Also zu schauen, wie kommt man gemeinsam zu einem guten Ergebnis,
00:48:31das können Sie in der Politik lernen.
00:48:34Und Geduld nehme ich an, oder?
00:48:36Ja, manchmal braucht man auch eine gewisse Hartnäckigkeit, auch Geduld.
00:48:42Man muss auch in den Schuhen des Anderen gehen können.
00:48:47Das heißt, alles, was Sie in der Führung eines großen Unternehmens brauchen,
00:48:52hat sehr viel mit diesen Dingen zu tun.
00:48:55Ich habe ein Unternehmen mit vielen hochgradigen Spezialisten.
00:49:01Also das kann ich alles nicht selber bis ins letzte Detail verstehen.
00:49:06Aber was ich verstehen muss, ist der Zusammenhang.
00:49:09Ich muss die Grundzusammenhänge verstehen.
00:49:12Ich muss wissen, wie es funktioniert.
00:49:15Und das ist auch für einen Politiker wichtig.
00:49:17Ein Wirtschaftslandesrat, ein Wirtschaftsminister muss wissen,
00:49:21wie Unternehmen funktionieren, muss wissen, wie eine Volkswirtschaft funktioniert.
00:49:26Und das ist schon etwas, was ich beispielsweise im Wirtschaftsressort gelernt habe.
00:49:33Ich war dort in sehr vielen Betrieben, habe sehr viele Situationen gesehen,
00:49:37habe sehr viele Problemstellungen und Herausforderungen gesehen
00:49:40und auch gesehen, wie die Unternehmen damit umgehen.
00:49:44Jetzt gab es ja bei Ihrem Wechsel 2018 heftige Kritik.
00:49:47Sie galten damals als parteipolitische Besetzung.
00:49:50Sie sind ja dann auch gleich eingestiegen als Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden.
00:49:55Ganz ehrlich, heute, immerhin acht Jahre später,
00:49:58Hat die ÖVP damals bei ihrem Umstieg die Finger im Spiel gehabt?
00:50:04Nein, weil der Aufsichtsrat zur damaligen Zeit
00:50:11gar nicht sich so zusammengesetzt hat.
00:50:15Und es war eine Bewerbung, das war auch für mich ein Risiko.
00:50:23Eigentlich wollte ich mich ja in der oberösterreichischen Energie AG für den Vorstand bewerben.
00:50:28Das war auch der Wille damals des Unternehmens und des Aufsichtsrates.
00:50:32Alle Eigentümer, nicht nur das Land, haben mich damals ermuntert,
00:50:35ich war Energielandesrat, ich war zehn Jahre im Aufsichtsrat,
00:50:39dass ich mich dort bewerben soll.
00:50:40Ich habe das Unternehmen gut gekannt, dass ich mich dort bewerben soll.
00:50:43Ich habe mich dann entschieden, als der Verbundvorstand ausgeschrieben wurde,
00:50:48mich dort zu bewerben.
00:50:50Das hätte auch anders ausgehen können
00:50:53und die Abstimmung im Aufsichtsrat war auch entsprechend knapp.
00:50:57Und das wurde damals kritisiert, weil ich aus der Politik gekommen bin.
00:51:01Und damit bin ich bei einem aus meiner Sicht schon problematischen Punkt.
00:51:06Ich bin mitten in einer Regierungsperiode, habe ich die Politik verlassen, ohne Fallschirm.
00:51:12Wenn es schiefgegangen wäre, hätte ich mir irgendetwas anderes suchen müssen.
00:51:18Wirtschaftsanwalt.
00:51:20Ja, vielleicht wäre ich zu einem Anwalt gegangen.
00:51:23Ich habe auch während meiner Zeit als Wirtschaftslandesrat immer wieder Angebote bekommen,
00:51:29auch von Unternehmen, unter anderem auch einmal von einer großen Wirtschaftsanwaltskanzlei.
00:51:34Aber abgesehen davon, in Österreich ist es sehr schwierig, von der Politik in die Wirtschaft zu gehen.
00:51:40Umgekehrt ist es ein bisschen leichter.
00:51:42Aber von der Politik in eine wirtschaftliche Aufgabe zu wechseln, das wird einem sehr schwer gemacht.
00:51:50Weil sofort Stereotyp unterstellt wird, das ist irgendwie politisch gelenkt,
00:51:58das ist sozusagen eine Versorgung, wie auch immer.
00:52:03Das wurde damals auch medial kritisiert, das wurde auch politisch kritisiert.
00:52:09Am Ende bin ich im Vorstand gewesen.
00:52:16Und ich musste dort auch beweisen, dass ich zu Recht in den Vorstand dann vom Aufsichtsrat gewählt wurde.
00:52:28Das heißt, Sie müssen einen Track Record dann zeigen.
00:52:32Ich habe mich ja dann zwei Jahre später für den CEO beworben.
00:52:39Das war ein dreitägiges Assessment durch einen deutschen Unternehmensberater,
00:52:44wo Sie dann eine Punkteanzahl bekommen und dann geht der zum Aufsichtsrat.
00:52:49Also eine knackige Prüfungssituation.
00:52:51Es war bis hin zu Case Studies wirklich knackig und der Aufsichtsrat hat dann gesagt,
00:52:56okay, wie hat er in den zwei Jahren gearbeitet, hat er Erfolge vorweisen können.
00:53:01Wir hatten, ich war damals für den Vertrieb zuständig, das zweitbeste Vertriebsjahr der Unternehmensgeschichte
00:53:06und ich habe das Innovations-Ecosystem völlig neu aufgesetzt.
00:53:10Das war, wenn Sie so wollen, der Track Record und der Unternehmensberater hat diese Bewertung gemacht.
00:53:15Er hat gesagt, das kann er gut, da muss er noch sich weiterentwickeln,
00:53:19aber wir empfehlen ihn als Vorstandsvorsitzenden.
00:53:22Und dann habe ich eine einstimmige Wahl bekommen.
00:53:25Das heißt, nach einer gewissen Zeit, und ich habe das damals gesagt,
00:53:29beurteilt es mich doch an der Arbeit, die ich mache, hat man da gesagt,
00:53:32ja, wir sind der Meinung, das ist eine gute Besetzung.
00:53:36Und was ich damit sagen will, ist...
00:53:39Es gibt einen Vorurteil gegenüber Menschen, die in der Politik waren.
00:53:42Es gibt enorme Vorurteile gegenüber der Politik.
00:53:44Aber es gibt ja in anderen Ländern auch so etwas wie eine Cooling-off-Phase.
00:53:47Ist das nicht vielleicht auch etwas für Politiker?
00:53:50Macht das nicht Sinn?
00:53:53Ja, Cooling-off gibt es für Funktionen, die man ausgeübt hat.
00:53:58Und wenn man beispielsweise in Aktiengesellschaften dann in eine andere Funktion wechselt,
00:54:07und das hat ja auch einen guten Sinn.
00:54:09Aber wie schaut denn ein Cooling-off bei einem Politiker aus,
00:54:12dass er ein halbes Jahr oder ein Jahr oder zwei Jahre nichts machen darf?
00:54:16Gar nichts machen? In der Wirtschaft nichts machen?
00:54:19In einem anderen... Ich weiß nicht, wie stellt man sich das vor?
00:54:23Oder soll man ihn weiter bezahlen?
00:54:25Also ich habe eine andere Einstellung.
00:54:28Ich glaube, Politik ist eine Aufgabe auf Zeit.
00:54:31Ich halte wenig davon, wenn man von dem Berufseinstieg bis zur Pension Politiker ist.
00:54:38Das führt einfach dazu, dass sich die Politik abkapselt von realen Wirtschaftswelten
00:54:49oder auch anderen Lebenswelten und eine Blase wird.
00:54:52Ich glaube, das soll man nur eine Zeit machen.
00:54:55Aber damit das geht, brauchen wir Durchlässigkeit.
00:54:57Hinein, aber auch wieder hinaus.
00:54:59Und das ist in anderen Ländern völlig anders.
00:55:02Ich halte das für einen Fehler.
00:55:04Das führt auch dazu, dass immer weniger Menschen bereit sind,
00:55:07die qualifiziert sind, in die Politik zu gehen.
00:55:10Und das kann nicht gut sein für die Firma Österreich.
00:55:14Jetzt führen Sie laut Jahresfinanzbericht 4.689 Mitarbeiter.
00:55:22Wie würden Sie denn Ihren Führungsstil beschreiben?
00:55:25Also ich versuche zu führen in zwei Dimensionen.
00:55:29Das eine ist Leading by Design.
00:55:32Das heißt, ich erwarte von Mitarbeitern und Führungskräften,
00:55:39dass sie Verantwortung übernehmen und dass sie selbst Entscheidungen treffen können.
00:55:45Da muss es dann auch erlaubt sein, dass Fehler gemacht werden.
00:55:48Das ist sehr stark eine kulturelle Frage in einem Unternehmen.
00:55:51Aber dieses Design, das so würde ich meinen Führungsstil beschreiben.
00:55:57Ich möchte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Führungskräfte haben,
00:56:01die so tun, als wären es ihr eigenes Unternehmen.
00:56:05Und die zweite Dimension ist Leading by Example.
00:56:10Das heißt, man muss natürlich auch selber Beispiel geben und vorangehen.
00:56:15Man kann nicht etwas predigen, was jeder dann sieht, dass man selbst nicht auch liefert.
00:56:22Und deswegen ist mir auch wichtig, dass ich sehr gut verstehe,
00:56:28was meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen.
00:56:31Ich bin sehr oft bei den Kraftwerken, rede dort mit den Leuten.
00:56:36Ich bin bei den Baustellen, gerade als wir das Pumpspeicherkraftwerk Lindbergh 3 gebaut haben,
00:56:42war ich sehr oft dort, um zu sehen, was passiert.
00:56:45Das heißt, es müssen natürlich die Mitarbeiter auch die Führung wahrnehmen.
00:56:51Man muss sichtbar sein, man muss präsent sein.
00:56:55Und so würde ich meinen Führungsstil auch beschreiben.
00:56:59Jetzt müssen wir ein bisschen das Thema wechseln, aus aktuellem Anlass.
00:57:03Sie waren ein Jahr alt, als der Lask zum ersten Mal Meister geworden ist.
00:57:09Eigentlich war es sogar ein Double damals mit dem Cup.
00:57:13Jetzt erleben Sie das zum zweiten Mal.
00:57:15Wie geht es Ihnen?
00:57:16Ja, ich habe mich riesig gefreut.
00:57:19Der Lask hat sehr turbulente Jahre hinter sich.
00:57:22Es gibt immer wieder Wickel zwischen Fans und Vereinsführung.
00:57:26Wie hat man sich davon denn zuletzt irgendwie wieder, auf dem Binerisch würde man sagen, da rappelt?
00:57:32Also ich bin mit diesem Verein schon sehr lange emotional verbunden.
00:57:38Das ist einfach so.
00:57:40Wenn man sich interessiert für Fußball, dann ist das etwas, was eine Herzensangelegenheit ist.
00:57:47Das ist bei mir genauso gewesen.
00:57:49Und ich bin auch auf der Tribüne gesessen, als wir in der Regionalliga gespielt haben.
00:57:54Nicht einmal ein eigenes Stadion hatten.
00:57:56Da sind wir in Schwanenstadt leihweise aufgelaufen.
00:57:59Also das waren schon ganz andere Zeiten.
00:58:01Und ich habe auch erlebt, wie dieser Verein vor der Insolvenz gestanden ist.
00:58:05Die Spieler haben kein Geld mehr bekommen.
00:58:07Ich war damals auch für den Sport in Oberösterreich zuständig.
00:58:10Ich habe dann mit den Leuten geredet.
00:58:14Und wir haben dann die Freunde des Lars gegründet.
00:58:16Und so uns sozusagen an den eigenen Haaren wieder aus diesem Sumpf herausgezogen.
00:58:22Die Geschichte ist, glaube ich, bekannt.
00:58:25Es war dann ein nicht einfacher Weg.
00:58:29Aber er ist jetzt sozusagen mit einem Höhepunkt, mit diesem Double, einmal auf einem Punkt, wo sich alle gefreut haben.
00:58:37Das ist, also Verbund hat einen Claim und der heißt aus eigener Kraft.
00:58:44Und das würde ich auch für den Lask in Anspruch nehmen.
00:58:48Man hat ein Stadion gebaut.
00:58:50Man hat Unterstützer und Sponsoren gefunden.
00:58:54Man hat natürlich auch Schwierigkeiten gehabt am Weg.
00:58:57Man musste die Auseinandersetzung mit einem Teil der Fanszene, das möchte ich auch betonen, führen müssen.
00:59:04Wenn Politik am Stehplatz gemacht wird, dann habe ich dafür eigentlich kein Verständnis.
00:59:08Man geht ins Stadion, um die Mannschaft zu unterstützen.
00:59:12Man hat Leute angefeindet, die heute abgefeiert werden.
00:59:15Es ist so.
00:59:16Und nicht nur beim Lask.
00:59:18Das kennen Sie auch von anderen Vereinen.
00:59:20Aber das macht das Ganze so interessant.
00:59:22Sind Sie eigentlich traurig, dass Sie nicht ÖFB-Präsident geworden sind?
00:59:26Nein, weil ich hätte das nicht machen können.
00:59:30Also ich war zu dem Zeitpunkt, wo ich gefragt wurde, Vorstandsvorsitzender vom Verbund.
00:59:36Und das ist nicht vereinbar, weil ich habe einen Vollzeitjob.
00:59:39Und ÖFB-Präsident ist etwas, wo man sehr viel Zeit investieren muss.
00:59:44Da muss das Unternehmen auch mitspielen.
00:59:46Mein Aufsichtsrat hätte das nicht gut gefunden.
00:59:49Mit dem ÖSV hat es ja auch nicht geklappt.
00:59:51Ist eines davon noch in weiterer Folge Ihr Karriereziel?
00:59:56ÖFB-ÖSV.
01:00:01Also geklappt ist, glaube ich, das Falsche.
01:00:04Ich bin heute Vizepräsident im ÖSV, weil ich auch nicht Präsident hätte werden können.
01:00:09Ich habe einmal ein Gespräch mit Peter Schröcksnadel geführt und habe ihm das auch erklärt.
01:00:13Der Vizepräsident war sozusagen das Zugeständnis, wo dann auch mein Aufsichtsratvorsitzender gesagt hat,
01:00:20Na gut.
01:00:21Naja, das geht halt gerade noch.
01:00:26Ich habe auch Karl Stoß, als es um das ÖAC ging, gesagt, das geht nicht bei mir.
01:00:32Und das sind alles Funktionen, die wirklich extrem herausfordernd und spannend sind, aber die sich nicht vereinbaren lassen mit der
01:00:45Funktion eines CEO, einer Aktiengesellschaft, eines börsennotierten Verbunds.
01:00:52Aber das heißt ja nicht, dass man sich nicht interessiert.
01:00:56Und ich finde, dass Josef Bröll das großartig macht.
01:00:59Das ist eine gute Entscheidung gewesen.
01:01:03Genauso wie Nussbaumer das im ÖAC hervorragend macht oder Roswitha Steiner im ÖSV.
01:01:10Das sind exzellente Personalentscheidungen gewesen.
01:01:15Da, glaube ich, muss man nicht traurig sein.
01:01:19Aber ganz allgemein, was lehrt uns denn der Sport so fürs Leben?
01:01:23Der Sport lehrt uns fürs Leben, dass ohne Anstrengung keine Leistung möglich ist.
01:01:32Und dass ganz einfach dieser Anspruch auch an sich selbst mehr zu leisten zum Erfolg führt.
01:01:44Und dass, wenn man das nicht hat, das Talent alleine nicht ausreicht.
01:01:48Und ich glaube, das ist das, was ich im Sport sehr oft gesehen habe.
01:01:53Und das, was für mich das Learning ist, wenn ich Mitarbeiter habe, die einmal Leistungssportler waren und ich habe welche,
01:01:58dann sehe ich das an ihrer Einstellung.
01:02:00Die sind einfach leistungsorientiert und die wissen ohne Fleiß keinen Preis.
01:02:07Eine letzte Frage.
01:02:08Haben Sie einen Rat an Ihr jüngeres Ich?
01:02:11Also mein Rat an mein jüngeres Ich wäre heute, probier einfach die Dinge aus.
01:02:21Trau dich.
01:02:22Schau dir das an.
01:02:25Macht auch nichts, wenn es einmal nicht klappt.
01:02:30Gerade am Anfang geht es darum, dass man sich sehr, sehr viel anschaut.
01:02:36Und dieses Trauen und Zutrauen, das ist, glaube ich, eine ganz wichtige Eigenschaft.
01:02:46Herr Strugl, vielen Dank fürs Kommen und vielen Dank für das interessante Gespräch.
01:02:51Ich bedanke mich, hat auch mir Spaß gemacht.
01:03:16Wir freuen uns über Feedback.
01:03:18Diese Folge wurde produziert von Christoph Neuwirth und Tobias Holup.
01:03:24Scholt Wilhelm verantwortet unsere Podcasts.
01:03:26Ich bin Petra Strüber.
01:03:27Ich bedanke mich fürs Zuhören und freue mich aufs nächste Mal.

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