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Kurzfilme
Transkript
00:00Musik
00:31Musik
01:16An alle Einheiten, verdächtige Personen. Anwohner haben den Angriff am Wagen gesehen. Mann, schwarze Jacke, weiß bedruckt. Achtung!
01:31Musik
01:39Halt! Sieh, bleib!
01:42Nein! Nein! Nein! Nein!
01:50Musik
01:50Gegen Herrn Cem Karapetian, armenischer Staatsbürger, geboren am 25. September 1996, ohne gültige Aufenthaltspapiere in Deutschland, wird Untersuchungshaft beantragt.
02:00Der Beschuldigte wird dringend des Totschlags an Frau Dr. Birgit Heinling, geboren am 5. Mai 1977, verdächtigt.
02:16Musik
02:16Sie haben bei ihr geputzt. Ehrlich gesagt, um die Jacke mache ich mir nicht so Gedanken. Die kann jeder getragen
02:24haben.
02:25Aber Sie haben im Vernehmungsprotokoll ausgesagt, dass Sie mit Birgit Heinling Streit hatten des Öfteren in Lohnfragen. Das ist natürlich
02:36ungünstig.
02:42Tim
02:44Ich bin Ihr Anwalt. Ich stehe auf Ihrer Seite. Wenn Sie mir nicht vertrauen, wem sonst?
02:51Zehn Jahre lang habe ich es geschafft, nicht einmal aufzufallen. Und dann ist alles im Arsch.
02:58Entweder die stecken mich in den Knast für etwas, was ich gar nicht gemacht habe. Oder die schieben mich ab.
03:08Haben Sie jemals Asyl beantragt?
03:12Ja. Wurde abgelehnt. Danach sind wir untergetaucht. Also da hat meine Schwester noch gelebt.
03:20Das Wichtigste ist jetzt, dass wir Sie vom Tatverdacht frei bekommen.
03:29Die Staatsanwältin C. Strauß. Ist das Claudia Strauß?
03:35Kennen Sie sie?
03:38Claudia Strauß, ja.
03:40Das ist nicht dein Ernst, oder? Das saubere Fräulein Strauß hat deinen Mandanten illegal beschäftigt.
03:45So ist es.
03:47Die Staatsanwältin, die muss gesetzestreu sein. Aber damit hast du sie richtig bei den...
03:52Mal schauen, was ich daraus machen lässt, ja?
03:56Ich bin grad schon eingeladen. Ich glaub, es hat keinen Kratzer.
04:01Wenn der Junge ein Alibi hat, dann werde ich das rausfinden. Das verspreche ich dir.
04:06Na, da kann ich jetzt ja endlich wieder beruhigt schlafen.
04:11Ein Mann huscht in einem Kapuzenpulli durch den Lichthof. Es gibt einen einzigen Zeugen, der etwas gesehen haben will aus
04:17dem fünften Stock.
04:18Bedenken Sie einfach mal den Betrachtungswinkel. Der kann nichts erkannt haben, geschweige denn das Gesicht unter der Kapuze hätte sich
04:24ein Meinzelmännchen verstecken können.
04:27Vorausgesetzt, aber komm, befindet sich in Frankfurt, weiß kein Meinzelmännchen.
04:30Und mit der Argumentation wollen Sie meinen Mandanten verhaften?
04:33Die Jacke wurde eindeutig wiedererkannt und er hat kein Alibi.
04:35Ich lege Beschwerde ein. Mein Mandant wurde bei der Vernehmung durch die Polizei massiv eingeschüchtert.
04:40Mit dem Vernehmungsprotokoll können Sie Origami falten. Ich zeig Ihnen auch gern neue Muster, Frau Staatsanwältin.
04:47Sie müssen sich gar nicht so ins Zeug legen. Ich werde den Fall sowieso nicht verhandeln.
04:50Was? Wieso das denn? Vielleicht, weil Sie meinen Mandanten selbst beschäftigt hatten? Schwarz? Ohne Papiere?
05:07Was wollen Sie? Ich will, dass Sie mich mitnehmen. Mitnehmen? Ich habe nicht vor, irgendwo hinzugehen.
05:14Doch. In die EZB, die Europäische Zentralbank, dort wo Birgit Heinling gearbeitet hat. Da will ich hin.
05:23Am Tag vor Ihrem Tod kam Birgit Heinling aus Paris wieder.
05:28Ja, ich kenne die Akte. Es war eine Dienstreise.
05:30Ja, aber sie hat ein kleines Geschenk dabei.
05:32Eine Flasche Champagner.
05:33Richtig. Auf der stand Nüme Kiete Bar. Das heißt so viel wie, bitte verlass mich nicht.
05:41Ja und?
05:41Das ist Drohung und bitte gleichzeitig.
05:44Ja, vielleicht war es eben nicht nur eine Dienstreise.
05:48Bei Ihrer Rückkehr aus Paris bekam die Heinling einen Anruf, leider anonym und von einer Telefonzelle aus.
05:54Aber Ihre Nachbarin hörte, wie sie sagte, egal was du tust, ich rudere nicht zurück.
06:00Worauf fahren Sie Ihnen aus? Dass Sie einen Mann aus Paris hinterhergereist ist, um sich in der Garage mit einem
06:04Ziegelstein zu erschlagen?
06:06Hören Sie, ich habe vollstes Verständnis dafür, dass Sie Ihren Mandanten entlasten wollen, ja?
06:09Aber diese Märchenstunde hier, die bringt uns wirklich nicht weiter.
06:12Nehmen wir doch mal an, die Heinling hatte einen Geliebten in Paris, ja?
06:17Warum meldet der sich jetzt nicht mehr bei ihr?
06:19Weil er vielleicht geheim bleiben möchte.
06:23Oder? Weil er was mit Ihrem Tod zu tun hat.
06:38Guten Tag, hallo. Ich hätte eine kurze Frage. Cem Karapetian, sagt das irgendjemandem was?
06:45Nein, nein, nein.
06:45Du kennst nicht Cem Karapetian?
06:48Nein, nein, nein. Ich verstehe nicht. Ich verstehe nicht.
06:57Jungs, ganz kurz. Jungs, eine kurze Frage.
07:12Entschuldigen Sie bitte die Störung.
07:13Ich habe eine kurze Frage. Ich versuche einem Jungen zu helfen. Der heißt Cem Karapetian.
07:18Er soll hier gewohnt haben. Wissen Sie was über den?
07:20Hey Leute! Ihr versaut die ganze Fasade hier! Soll ich wieder die Bullen rufen, oder was?
07:26Komm auf!
07:26Du pass auf!
07:27Ach ja, komm!
07:33Der kleine Anarchist in Ihnen will es mal wieder den Großen zeigen, oder?
07:37Cem, mein Mandant, der kleine Mann von der Straße, muss mal wieder für alles den Kopf hinhalten
07:41und die Anzugträger da oben sind mal wieder too big to jail. Das darf doch wohl nicht wahr sein.
07:52Guten Tag!
07:53Claudia Strauss, Staatsanwaltschaft Frankfurt. Wir sind angemeldet.
08:00Claudia Strauss, jawohl. Und wer sind Sie? Ich habe Ihnen nur einen Antrag vorliegen.
08:04Ähm, Hornberg Benjamin.
08:07Ohne Genehmigung werden Sie leider nicht passieren können, Herr Hornberg.
08:10Ich muss Sie leider bitten, das Gelände zu verlassen. Sie befinden sich hier nicht auf deutschem Hoheitsgebiet.
08:14Ja, wo dann? Raumschiff Brüssel, oder was?
08:19Äh, er ist mein Assistent und das Sekretariat hat anscheinend vergessen, ihn anzumelden.
08:26Verbinden Sie mich mit der Oberstaatsanwaltschaft Frankfurt?
08:28Bitte nicht. Hören Sie, wir ermitteln im Fall Birgit Heinling, einer Mitarbeiterin Ihres Hauses.
08:33Und die Oberstaatsanwaltschaft weiß nicht, also weiß noch nicht Bescheid.
08:37Bitte geben Sie uns die Chance zu ermitteln, auch im Interesse der Europäischen Zentralbank.
08:47Guten Tag. Vielleicht können Sie mir helfen.
08:49Ich lasse mich nicht rauskaufen, da müssen Sie schon weitermobben.
08:52Ich bin Wing Cem hier. Karapitian.
08:58Bratzaun? Großer Fan. Wie ging das nun mal?
09:01Na na na na, na na na, na na na na, na na.
09:05Wir bleiben wo immer waren, wir gekollen die Pfingern durchschlagen.
09:10Pullenschweine her.
09:12Geiles Lied.
09:14Für die nur ein paar Fragen.
09:16Ich wohne seit 30 Jahren hier.
09:19Ich werde erst sterben. So viel steht fest.
09:21Wir können räumen, so viel Sie wollen.
09:24Das war mal ein guter Ort hier.
09:26Die alte Kabelfabrik.
09:28Für die, die hier waren, war es das Beste an Frankfurt.
09:33Waren? Wo sind die jetzt?
09:36Ausgeklagt, vertrieben.
09:38Hier soll Platz gemacht werden für das neue Ostend.
09:41Boom, Viertel.
09:44Nochmal zu Chen.
09:45Oh, der ist okay.
09:46Ist ein guter Junge.
09:48Anders als die meisten da unten.
09:50Ich weiß.
09:52Können Sie mir sagen, ob der Freitag zu Hause war?
09:55Morgens so gegen 7.30 Uhr?
09:57Was wollen Sie eigentlich von ihm?
10:02Ich werde ihm helfen.
10:11So.
10:14Hier wohnt Chen.
10:18Und da schläft er.
10:20Da schläft er.
10:22Und wer schläft da?
10:24Mal so, mal so.
10:26Okay.
10:44170 Euro.
10:46Wo soll er da lange putzen für?
10:48Das hat er nicht geklaut.
10:49Das ist beim Putzen kaputt gegangen.
10:51Chen ist eine ehrliche Haut.
10:52Deshalb unterstütze ich ihn ja auch.
10:54Weil diese Bankerarschlöcher ihm kein ordentliches Gehalt zahlen.
10:59Kennen Sie den Mann, dem das gehört hat?
11:01Keine Ahnung.
11:02Chen hat mehrere Kunden.
11:04Aber ob ein Mann drunter ist, weiß ich nicht.
11:06Das war eindeutig ein Männerparfum.
11:09Ich kenne mich da nicht.
11:10Ich kenne mich da nicht so aus.
11:12Übrigens, wegen Freitag.
11:14Nee, da habe ich Cem nicht gesehen.
11:18Und wenn Sie Cem sehen, dann grüßen Sie ihn.
11:20Mach ich.
11:21Von?
11:22Gerd Prinz.
11:24Ich kümmere mich hier um alles.
11:31Birgit war eine wichtige ökonomische Beraterin.
11:34Ihr Tod war ein Schock für uns alle.
11:36Was genau hat sie in ihrer Abteilung gemacht?
11:38Sie hat das Direktorium dabei unterstützt, die Geldpolitik für das Euro-Währungsgebiet festzulegen.
11:43Sagen Sie, ähm, hatte Frau Heindling eine Beziehung? War sie mit irgendjemandem liiert?
11:48Nein, nicht, dass ich wusste.
11:50Sie war doch letzte Woche auf Dienstreise in Paris. War sie da alleine?
11:54Ja, sie war alleine.
11:56Haben Sie über die Reise irgendwelche Aufzeichnungen?
11:58Es gibt eine Reisedispo. Die kann ich Ihnen geben, wenn Sie möchten.
12:00Gerne, ja.
12:03Ist das Frau Heindlings Büro?
12:05Mit den Blumen. Ja.
12:07Darf ich?
12:09Bitte. Ich besorge Ihnen die Reisedispo.
12:11Super.
12:13Würden Sie?
12:14Danke.
12:15Kommen Sie bitte.
12:19Ja.
13:00Hallo? Hallo?
13:02Oh, fuck. Aua.
13:08Oh, shit.
13:11Fuck.
13:30Haben Sie sonst noch einen Auftrag für mich?
13:31Oh, Glasstür übersehen?
13:37Von mir aus können wir gehen.
13:39Ist das ein Zufall, dass ich bei Birgit Heindling ein Hochglanzprospekt finde über ein Neubaugebiet,
13:45was sich genau auf dem alten Gelände der Kabelfabrik befindet, wo Sie jetzt wohnen?
13:50Wollte Sie dort investieren?
13:52Keine Ahnung, so was hat sie nicht mit mir besprochen, Jim.
13:56Sie putzen zweimal pro Woche bei der Heindling.
13:58Ist Ihnen irgendetwas aufgefallen? Gibt es einen Mann in Ihrem Leben? Irgendjemand? Hatte Sie einen Liebhaber?
14:06Ja.
14:08Ja, ja, da war jemand, aber er war nie bei ihr zu Hause.
14:14Jim, wir müssen zeigen, dass noch jemand anderes als Täter in Frage kommt, als nur Sie.
14:21Wie? Können Sie ihn beschreiben? Kennen Sie seinen Namen?
14:31Nein.
14:35Du hast mir ein Eis mitgebracht.
14:37Der Eismeister Reif.
14:38Danke.
14:40Jim, erzähl mir nicht die ganze Wahrheit.
14:43Was meinst du?
14:45Halt dich fest. In Birgit Heindlings Leben gibt es tatsächlich einen Mann.
14:50Ach nee.
14:51Ja.
14:52Mh, Apropos.
14:54Mh, aber lecker.
14:56Hier, das hier.
14:58Das ist doch ein Männerpapier, oder?
15:00Mhm.
15:02Gib's mal her.
15:05Den Geruch kenn ich.
15:07Woher?
15:10Von der EZB.
15:12Ach nee.
15:13Kurz bevor ich niedergeschlagen wurde.
15:18Alle Namen von Jams Auftraggebern gecheckt.
15:21Nur zwei davon arbeiten in der EZB.
15:23Ein Mann und eine Frau.
15:24Kurz um, der Mann, den wir suchen, der Herr Jules Berger.
15:27Unverheiratet.
15:28Das verstehe ich jetzt nicht.
15:30Wenn dieser ominöse Lover, der Jules Berger war, ja, unverheiratet,
15:36warum mussten die diese Affäre geheim halten?
15:39Macht überhaupt gar keinen Sinn.
15:40Wir werden Nele brauchen.
15:41Sie sitzen in Manchester und macht da ihr Studium.
15:45Wir werden sie brauchen.
15:51Ja, wer ist da?
15:52Ja, hallo?
15:54Lev Pavlov hier.
15:56Freund von Cem.
15:57Soll den vertreten.
15:58Der kann heute, der ist krank.
16:02Ja, immer rein hier.
16:03Immer rein.
16:08Na, komm rein.
16:14Was hast du denn für Empfehlungen?
16:18Also ich hab für, ähm,
16:20über die Tantigen geputzt.
16:23Aber die ist jetzt ja, die ist ja...
16:24Ja, ich weiß, was mit Frau Heinling ist.
16:27Und, äh, für eine Freundin von ihr.
16:28Ja, Frau Wagner, Irene Wagner.
16:31Für die arbeite ich auch.
16:33Irene Wagner, wer ist denn das?
16:35Das klappt nie.
16:39Weit mal kurz.
16:41Hallo?
16:42Ja?
16:44Äh, ich bin Frau Wagner.
16:45Guten Tag.
16:47Ja.
16:49Birgit, äh, das war eine gute Freundin von mir.
16:51Es ist ganz furchtbar, dass das...
16:53Ach, es geht um Lev.
16:55Ähm, ja, da brauchen Sie sich gar keine Sorgen zu machen.
16:58Er ist absolut zuverlässig und gründlich.
17:01Bei uns.
17:02Ja, natürlich haben wir Sachen von Wert.
17:04Also ich kann ihn wirklich nur empfehlen.
17:08Na gut, ähm...
17:10Der Herr...
17:11Wie heißt der nochmal?
17:12Pavlov.
17:13Der Herr Pavlov, der sagt,
17:14Sie arbeiten bei Fritz und Krüger.
17:16Können Sie mir mal sagen,
17:17welche Kunst da im Foyer hängt?
17:21Die rote Serie von John Holland.
17:26Okay, danke.
17:34Okay, 57 die Stunde.
17:35Aber Putzmittel und alles, was du brauchst,
17:37das besorgst du selber, ja?
17:41Der Mindestlohn?
17:43Die rote Serie, woher weißt du das?
17:45Der einzige Beruf, in dem man dafür bezahlt wird,
17:48um in einem Foyer ein Champagner zu trinken.
17:49Rechtsanwalt?
17:50Nee, Escort.
17:52Nele, warte mal ganz kurz.
17:55Moment!
17:56Danke, ja.
17:56Gerne.
17:57Mach's gut.
17:59Ich komme.
18:06Gabi.
18:07Es geht um Papa.
18:09Er liegt im Sterben.
18:15Warum sollten wir darauf reagieren?
18:17Das ist kein Grund.
18:23Nein, dann sag ich ihm einen schönen Gruß an,
18:26so können wir es nicht machen.
18:28Das hatte ich ihm vor drei Monaten
18:30so lang und zwei.
18:32Er hat immer jahrelang nachsagen.
18:39Das ist ein Grund.
18:46Wie nehmen wir dich mit?
18:48Wir machen Stiss.
18:49Ende.
18:50Oh, nein.
18:53Entschuldigung.
18:55Nein, das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?
18:57Entschuldigung.
18:58Das ist mir noch nie passiert.
19:00Sag mal, warum säcken hier alle so eine Vollrunks?
19:03Ich gehe mal davon aus,
19:05dass du dieses Hemd nicht ersetzen kannst, ne?
19:08Gut, dann wirst du jetzt
19:09die nächsten 34,5 Stunden umsonst arbeiten.
19:12Dann kannst du dir gleich selber ausrechnen,
19:14wie viel dieses Hemd gekostet hat.
19:16Mann.
19:18Ja, komm, putz die Küche.
19:20Da kannst du keinen Schaden anrichten.
19:22Aber das räumst du nachher weg, da.
19:28Die sind sehr klein.
19:30Ja, dann sind die von Jims Schwester.
19:32Das war übrigens die Einzige,
19:34die hier was getaugt hat.
19:40Bauchspeicheldrüsenkripte,
19:41warum arbeitet er da noch?
19:42Er hat sich für ein normales Leben entschieden.
19:44Für die Zeit, die ihm noch bleibt.
19:52Hallo Benjamin.
19:54Schön, dich zu sehen.
19:57Danke.
19:59Wie geht's dir?
20:01Es geht.
20:03Ich habe ihn mit allem abgeschlossen.
20:07Außer mit einer Sache.
20:10Ich möchte,
20:13dass du und Gabi,
20:14dass ihr wieder zusammenkommt.
20:16Und,
20:17dass du nach meinem Tod
20:19die Kanzler übernimmst.
20:23wieso?
20:24Die Suche nach einem Nachfache
20:26ist nicht so einfach.
20:29Es muss ein Mann sein
20:30mit Charakter.
20:33Danke.
20:36Das kommt aber ziemlich überraschend.
20:39Ja, mit dieser Kanzlei
20:41könntest du den Traum
20:42deines Lebens erfüllen.
20:44Werdest mehr als genug Leute
20:46für die Drecksarbeit.
20:47Drecksarbeit?
20:49Ja, Steuern, Finanzen,
20:51Fusionen.
20:53Alles das,
20:54was dich nicht interessiert.
20:57Du könntest dich
20:58öffentlichkeitswirksam
20:59für ganz andere Fälle einsetzen.
21:01Du könntest Gutes tun.
21:03Für die Menschen.
21:07So wie ich.
21:13Ich weiß bei deinem Vater
21:14nie, woran ich bin, ja?
21:17Wie?
21:17Was heißt denn das jetzt?
21:20Entschuldige.
21:23Leo?
21:23Jams Schwester,
21:24von wegen, die ist tot.
21:25Die hatte nur einen Arbeitsunfall.
21:27Bei Berger.
21:28Was?
21:29Ich mach mich sofort auf den Weg.
21:30Danke.
21:32Ich muss los.
21:33Sorry.
21:40Weil Jana genauso illegal
21:41hier ist wie ich.
21:43Und sie ist alles,
21:44was ich hab.
21:45Sie hat alles
21:46für mich gemacht.
21:49Sie hat immer darauf bestanden,
21:50dass ich gut Deutsch lerne.
21:51Dass ich immer zur Schule gehe.
21:53Sie hat mir eingebläut,
21:53du darfst niemals auffallen.
21:56Wenn die Ampel rot ist,
21:59bleibst du stehen.
22:01Wenn dich jemand beleidigt,
22:02geh weg.
22:04Lass dich nicht provozieren.
22:07Niemals.
22:08Könnte sie bestätigen,
22:09dass sie zur Tatzeit
22:10zu Hause war?
22:13Ja.
22:16Sie hat ein Video,
22:17was beweist hat,
22:18dass ich zu Hause war.
22:20Aber das Alibi
22:21bringt meine Schwester
22:21an Gefahr.
22:24was bringt es ihrer Schwester,
22:27wenn sie im Gefängnis sitzen.
22:32Lassen Sie zu,
22:33dass ich Ihnen helfe.
22:36Hallo Leo,
22:36Jams Schwester
22:37versteckt sich
22:38auf dem Gelände
22:39der alten Kabelfabrik.
22:40Die beiden hatten
22:40eine Vereinbarung.
22:41Wenn einer von beiden
22:42nicht zurückkommt,
22:43wie jetzt in dem Fall Jams,
22:44versteckt sich der andere.
22:46Weißt du wo?
22:46Im Keller.
22:47Sie ist auf dem Gelände.
22:48Finde sie.
22:49Sie ist die Einzige,
22:50die ihn raushauen kann.
22:51Alles klar,
22:51ich werde sie finden.
22:52Versprochen.
22:55Jana?
22:58Jana?
23:13Jana?
23:14Jana?
23:14Jana?
23:26Hey, bist du Jana?
23:30Keine Angst,
23:31ich tu dir nichts.
23:33Mein Name ist Leo.
23:34Dein Bruder schickt mich.
23:36Jan.
23:38Geht's ihm gut?
23:41Lebt der?
23:42Ihm geht's gut.
23:44Ja.
23:49Ja, weil er auch
23:50trinkt deine Hefe.
24:01Alles gut.
24:15Wo warst du denn du so lange?
24:18Ich.
24:22Weißt du, warum dir das mitführen?
24:24Danke.
24:25Gerne.
24:28Zum Selbstschutz.
24:31Kann man solchen Razzien die Bullen immer wieder Lotte niederknüppeln.
24:34Du wolltest Cem eindeutig zu erkennen.
24:35Hast du gesehen?
24:37Während dieser Razzia wurde am anderen Ende der Stadt Birgit Heindinger mordet.
24:40Dieses Video ist für Cem ein wasserdichtes Alibi.
24:45Das Video ist komplett ungebrauchbar.
24:48Warum denn das?
24:48Ja, weil ich auf dem Video sehe, wie Cem verwackelt durch irgendwelche Räume läuft.
24:54Und Polizei.
24:56Das kann irgendwann aufgenommen worden sein.
24:58Vor drei Monaten, vor einem Jahr.
25:00Das beweist überhaupt nichts.
25:01Das werde ich vor Gericht nicht gebrauchen können.
25:05Ich muss mich auf seine Schwester konzentrieren.
25:07Sie ist die Einzige, die ihm ein Alibi geben kann.
25:10Aber ohne sie in Gefahr zu bringen.
25:12Können wir das Risiko eingehen?
25:14Wir müssen.
25:17Dann müssen wir sie vorher fragen.
25:19Soll ich sie holen?
25:19Was?
25:21Ich meine, sollen wir sie nicht hier aufs Boot holen?
25:24Die Hausseite in einem Loch, das glaubst du gar nicht.
25:26Wir müssen ihr Unterschlupf gewähren.
25:27Spinnst du?
25:28Ich bin Anwalt.
25:29Ich habe eine Zulassung, die ich verlieren kann.
25:32In ein paar Tagen wird die Kabelfabrik geräumt.
25:34Da kommen die Bullen und nehmen alle mit.
25:36Und dann wird sie abgeschoben.
25:38Jana ohne ihren Bruder.
25:40Leo, du kannst nicht jeden retten, der in diesem Haus ist.
25:43Und ihn mir bringen und denken, dass ich den mal legal zauber.
25:47Ich bin heilfroh, wenn ich Cem irgendwie da rausgeboxt kriege.
25:51Du willst ihn da rauskriegen?
25:53Nur damit er danach gleich abgeschoben wird.
25:55Wahrscheinlich, ja.
25:56Wahrscheinlich wird das so sein.
25:57Dann mach ich das eben alleine, ohne dich.
25:59Was?
26:02Was wirst du?
26:04Reynas hat mich heute kontaktiert.
26:07Ich will irgendwas von mir.
26:10Was denn?
26:11Keine Ahnung.
26:12Der hat mir auf dem Anrufbeantworter gesprochen.
26:16Oskar möchte, dass ich seine Kanzlei übernehme.
26:19Und machst du es?
26:23Vielleicht, ja.
26:30Glauben Sie, im Ernst der Haftprüfungsrichter wird Ihren Mandanten auf freien Fuß setzen?
26:34Tja.
26:35Ah, schauen Sie mal da.
26:37Sie kennen sich?
26:40Hallo, hallo.
26:42Hallo, Frau Strauß.
26:43Wie geht's Ihnen?
26:44Danke.
26:44Nehmen Sie doch schon mal Platz.
26:47Entschuldigung.
26:50Ich glaube nur an Beweise.
26:52Und ich spreche momentan einfach gegen Ihren Mandanten.
26:55Frau Staatsanwältin, ähm...
26:58Es gibt ein...
26:59Es gibt eine Zeugin, die beweisen kann, dass Cem ein Alibi hat.
27:02Allerdings, ähm...
27:05Hat die Zeugin keine gültigen Papiere.
27:07Sie haben Nerven.
27:08Seit dem EZB-Besuch verfolgt Oberstaatsanwalt Elzner verdammt genau, wie ich den Fall führe.
27:12Das ist ein Deal, das allerletzte, was ich Ihnen zusichern kann.
27:17Dagegen ist halt heute früh klar, dass Ihr Mandant in der Nacht vor Ihrem Tod Birgit Heimling zu Besuch hatte.
27:22Bei sich.
27:23Auf dem Gelände der Kabelfabrik, wo es zu einer heftigen Auseinandersetzung kam, laut einem Zeugen.
27:28Oberstaatsanwältin, von wem haben Sie die Aussage?
27:30Eine illegale aus der alten Kabelfabrik.
27:34Papierlose sagen unter Druck alles, was Sie wollen.
27:36Sie kämpfen doch auch immer mit harten Vantagen.
27:38Wozu sonst diese überflüssige Begegnung vor einem überflüssigen Haftprüfungstermin, der nicht gerade gut für Sie aussieht?
27:45Warum ich davon nichts gesagt habe, weil doch klar war, dass mich genau das verdächtig macht.
27:49Dann sagen Sie es mir doch jetzt.
27:51Warum war am Abend vor Ihrem Tod Birgit Heimling im Ostend?
27:56Sie wusste nicht, wie wir leben.
27:58Nur auf Abruf, oft ohne fließend Wasser.
28:01Und warum das alles?
28:03Nur um den Weg freizumachen für diese Luxuswohnung, in die sie investieren wollte.
28:08Die Heimling war nie auf dem Gelände gewesen.
28:10Aber ich wollte, dass sie sieht, in was ihr Geld steckt.
28:14Dann gab es einen Streit?
28:16Ja.
28:17Aber als sie wegfuhr, war alles wieder gut.
28:19Friede, Freude, Eierkuchen.
28:24Ich weiß, dass sie ihre Meinung geändert hat.
28:26Dass sie raus wollte aus dieser Sache.
28:29Warum hätte ich sie dann umbringen sollen?
28:31Ich weiß nicht.
29:09Guck mal, was ich in Birgit Heimlingsmüll gefunden habe, Ihnen einen Brief.
29:13Das ist eine leere, weiße Seite.
29:14Ja, das denkst du. Aber mit ein bisschen Computermagie.
29:19Ist ja verrückt. Was Technik heutzutage alles kann, ja?
29:22Pass auf. Da drauf steht, lieber tun, falsch, bereue, Gewissen vereinbaren, steige aus.
29:35Was könnte sie denn bereut haben? Dass sie vielleicht eine Neubauwohnung in der alten Kabelfabrik gekauft hat?
29:40Oder dass sie vielleicht eine Beziehung mit Berger hatte? Oder dass sie vielleicht, das könnte alles bedeuten?
29:44Ja, ich weiß, das ist vage. Aber da gab es sonst nichts zu finden. In der ganzen Wohnung, keine Beziehungsspuren.
29:52Was sind denn Beziehungsspuren?
29:54Na ja, Zahnbürste oder alte Socken, Toilettenartikel.
29:59Und jetzt?
29:59Ich film die Fälle davon, Benni.
30:01Weißt du was? Ich würde sagen, Angriff ist die beste Verteidigung.
30:06Und jetzt, pass auf, jetzt stellt sich raus, das gehört eigentlich einer Erwendengemeinschaft.
30:13Mit ganz komplizierter Rechtslage. Und jetzt hat er einen riesigen Ärger.
30:17Herr Berger?
30:19Ja?
30:21Hornberg, Benjamin, Rechtsanwalt.
30:22Ich vertrete Cem, der bei Ihnen putzt.
30:26Ja, was kann ich für Sie tun?
30:27Ich habe eine Frage. Lässt mich leider nicht mehr los. Und zwar, warum darf niemand von Ihrer Beziehung zu Birgit
30:34Heinling wissen?
30:36Heinling, Heinling kenne ich nicht.
30:38Ist sie nicht die Blonde von der anderen Seite der chinesischen Mauer?
30:44So, Jungs, Pause zu Ende. Auf geht's. Hopp. Wiedersehen.
30:49Wiederschauen.
30:54Ihr Mann dann sollte sehr vorsichtig mit seinen Entschuldigungen sein.
30:57Ansonsten sehe ich mich nämlich gezwungen, seine Schwester auffliegen zu lassen.
31:02Und Sie wissen genau, was das bedeutet.
31:12Also auf der Homepage der EZB steht, mit der chinesischen Mauer ist die strikte Trennung gemeint,
31:18die Mitarbeiter der Investmentabteilung von allen anderen Bereichen der EZB isolieren soll.
31:25Die Investmentabteilung ist dafür da, dass die Eigenreserven der EZB möglichst gewinnbringend angelegt werden, richtig?
31:31In Fonds, Aktien.
31:33Genau.
31:34Schau mal, hier steht weiter, dahinter verbirgt sich das Bestreben, Interessenskonflikte zwischen der Geldpolitik
31:41und den Investitionstätigkeiten der EZB zu vermeiden.
31:45Also, eigentlich um Insiderhandel zu verhindern.
31:49Ja.
31:50Und dafür gibt es die Mauer.
31:52Ich habe in meiner Recherche herausgefunden, dass das die EZB auch wirklich sehr ernst nimmt
31:57und Mitarbeiter der einen Abteilung mit Mitarbeitern der anderen Abteilung überhaupt gar keinen Kontakt haben dürfen.
32:03Ja.
32:04Leo?
32:05Was?
32:06Jetzt kommt's.
32:07Okay.
32:08Birgit Heindling und Jül Berger haben auf jeweils unterschiedlichen Seiten der chinesischen Mauer gearbeitet.
32:16Heindling?
32:17Berger.
32:20Krass.
32:21Wofür stehen diese Kürzel in James' Notizbuch?
32:25Hier, schau mal.
32:26Februar, März, Minus, Minus, Plus.
32:29Wo steht der 14. März?
32:31Warte mal, ich guck mal hier.
32:34Der 14. März steht hier nix.
32:35Tag davor auch nicht.
32:37Tag danach 15.
32:37Der EZB gibt die Senkung des Leitzins um ein Viertelprozent bekannt.
32:41Macht keinen Sinn.
32:42Moment mal, Moment.
32:45Das macht doch Sinn.
32:46Der hat das am Tag vorher, am 14. März, hat er hier minus 0.25 notiert.
32:51Da hat er bei Birgit Heindling geputzt.
32:56Diese Kürzel stehen immer nur bei Terminen, an denen er bei der Heindling geputzt hat.
32:59Nicht bei Berger, nicht bei den anderen Gründen.
33:03Bei Heindling.
33:04Bei der Frau, die auf der Seite der Geldpolitik steht.
33:07Die schon vorher wusste, in welche Richtung sich der Zinsatz bewegen würde.
33:10Das ist eine Information, die eigentlich erst ein, zwei Tage später auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben wurde.
33:16Das heißt, Cem hat mit diesem Notizbuch die Insider-Informationen zwischen den beiden hin und her transportiert.
33:23Das war Shaves Aufgabe.
33:27Cem war das Verbindungsglied zwischen zwei Mitarbeitern der EZB, die nie miteinander gesehen werden durften.
33:33Ja.
33:34Zwischen Berger und Heindling.
33:37Das heißt, die beiden hatten gar keine Affäre miteinander.
33:39Es ging immer nur um die Insider-Informationen, ums Geld.
33:44Und das war's.
33:45Lust auf ein Bier in einer coolen Bar?
33:47Heindling hat Berger einen Brief geschrieben, ich wollte aussteigen.
33:51Berger hat rausgerichtet, wo sie sich in Paris auffällt, ist ihr hinterhergereist.
33:54Große Gefahr für beide, weil wenn die zusammen gesehen werden, ist alles vorbei.
33:58Also das heißt, er ist dann mit einer Flasche Champagner zu ihr, hat sie angefläht, im Boot zu bleiben.
34:04Sie hat ihn eingesagt und hat ihn rausgeschmissen.
34:06Prost.
34:07Zu Wohl.
34:09Diese Frau hat ihr Gewissen entdeckt.
34:11Berger hatte Angst, dass ihr auspackt.
34:13Eine Riesengefahr für ihn.
34:14Er hätte seine Karriere verloren, er wäre wahrscheinlich in den Knast gewandert.
34:17Und das musste er um jeden Preis verhindern.
34:20Okay, und deswegen war er in der EZB und hat mich niedergeschlagen,
34:23weil er eigentlich in Heindlingsbüro nachschauen wollte, ob es irgendwelche Beweise gibt, die auf ihn zeigen.
34:31Aber als Beweise reicht das für die Strauß nicht aus, ja, da brauchen wir mehr.
34:39Die nächste EZB-Pressekonferenz könnte uns schlauer machen.
34:51Herr Berger?
34:53Äh?
34:54Entschuldigung.
35:05Na ja, das ist ja schon besser.
35:07Perfekt ist es aber noch nicht.
35:10Aber ich gebe dir noch eine Woche eine Chance.
35:13Danke.
35:15Herr Berger, Entschuldigung.
35:17Äh, Verzeihung, ich habe in Jams Putzarmer einen Zettel gefunden.
35:20Ich weiß nicht, ob der vielleicht Ihnen gehört oder Cem.
35:29Soll ich denn für Sie wegwerfen?
35:31Nee, nee.
35:36Ähm.
35:38Wir machen das so, du gehst jetzt nach Hause und übst bügeln.
35:42Und nimmst dir den Rest des Tages frei, okay?
35:45Danke.
35:50Sag mal, seit wann hatten dein Auto ein Dach?
35:54Habe ich repariert.
35:56Jetzt können wir nur hoffen, dass es dann auch wieder aufgeht.
36:00Ich glaube das nicht.
36:02Ich glaube nicht, dass Berger auf unseren gefakten Insider-Tipp reinfällt.
36:08Der wird doch nicht Geld setzen auf etwas, was die Heinling vermeintlich vor ihrem Tod aufgeschrieben hat.
36:15Warten wir es ab.
36:23Okay, plus point five.
36:26Das Embargo zu den Zahlen gilt noch bis morgen.
36:28Wir setzen heute eine Million.
36:30Mhm.
36:31Die Quellen sind wie immer.
36:33Deine Geldpolitik.
36:35Das war Ihr letzter Tipp.
36:46Jetzt wird die Kripo gegen Berger ermitteln und ich kriege sie hoffentlich hier raus, ohne dass wir ihre Schwester ins
36:52Spiel bringen.
36:52Aber Berger wird wissen, woher das kam.
36:55Und dann wird er sich trotzdem rächen an Jana und dann war alles umsonst.
36:57Man, kapieren Sie das nicht?
36:58Ich helfe Ihnen.
36:59Ich verdanke meiner Schwester alles im Leben.
37:01Sie hat zehn Jahre lang für mich gekämpft.
37:04Und jetzt soll ich sie so einfach im Stich lassen?
37:06Ich tue was ich kann.
37:09Wenn die da so viel Kohle gemacht haben, dann werden die niemals zulassen, dass ich jemals freikomme.
37:15Jetzt ist langsam mal die Staatsanwältin dran.
37:20Denn die sitzt ganz schön in der Scheiße, wenn ich auspacke.
37:23Jim?
37:26Das sind nicht die Methoden, mit denen Sie zu Ihrem Recht kommen.
37:31Jedenfalls nicht mit mir als Anwalt.
37:35Meine Tochter lag damals zu Hause mit Fieber im Bett.
37:38Ich hatte keinen Babysitter und meine Eltern, die leben weit weg.
37:41Den Job hier hatte ich gerade erst angefangen, deswegen konnte ich mich noch nicht freinehmen.
37:45Schon gar nicht, weil ein Chef wie Eltsmann.
37:48Ich wusste nicht, was ich machen sollte.
37:50Und deswegen habe ich an dem Tag Cem länger arbeiten lassen, damit ich zur Arbeit gehen kann.
37:54Ich hätte Ihnen wahrscheinlich gleich können, Ihnen sollen.
37:57Ja, hätten Sie sollen.
38:01Ich bin aber auch Vater und weiß, wie das ist.
38:06Sie wissen aber schon, dass ich deswegen trotzdem keine Konzession machen kann.
38:09Ich werde morgen beim Richter die Anklageerhebung beantragen.
38:13Selbstverständlich, Frau Staatsanwältin.
38:15Ich hätte auch nichts anderes von Ihnen erwartet.
38:17Schönen Tag noch.
38:18Ihnen auch. Wir sehen uns.
38:47Schön, dass Sie kommen konnten.
38:50Sollen Sie von mir erinnern?
38:53Ein paar Dinge noch regeln, bevor meine Zeit gekommen ist.
38:57Mit das Tasieren des Pankreas-Karzinom.
39:02Das lässt wenig Zeit.
39:05Zur Sache.
39:06Ich zahle Ihnen eine halbe Million, wenn Sie mir einen Gefallen tun.
39:12Sorgen Sie dafür, dass Benjamin meine Kanzler übernimmt.
39:15Sie beschwinden von hier.
39:18Und Sie lassen ihn sein Leben leben.
39:21Sie müssen wirklich krank sein, wenn Sie glauben, dass ich das mache.
39:26Ich hätte es gehofft, ja.
39:29Sie sollen meinen besten Freund manipulieren und verraten.
39:33Verraten ist das falsche Wort.
39:35Sie helfen ihm auf dem Weg, der der Richtige ist für ihn.
39:40Für ihn?
39:42Was springt für Sie dabei raus?
39:45Sie haben dann hier irgendetwas getan, ohne das, was dabei für Sie rausspringt.
40:05Geladen und entsichert.
40:09Ich bin für Chancengleichheit.
40:15Verstehen Sie mich nicht falsch.
40:17Wenn Sie von hier nicht verschwinden wollen,
40:21dann werde ich Sie verschwinden lassen.
40:24Ein für allemal.
40:48Sie haben Sie gelogen.
40:50Sie sind wirklich krank.
40:53Na ja.
40:56Ich werde sterben, aber wann und wie, das bestimme ich und niemand sonst.
41:05Den Gefallen werde ich Ihnen nicht tun, Reinhard.
41:09Ach, apropos sterben.
41:11Erinnern Sie sich noch an Ihre Mutter?
41:14An die Nachricht, sie sei verstorben.
41:19Das war falsch.
41:21Was?
41:22Das war falsch, aber...
41:24Es ging ja damals wirklich nicht gut.
41:28Und Ihr Sohn Leo, der war im Ausland.
41:32Und hat sich nicht gemeldet.
41:37Und als es ihr dann schlechter ging,
41:41Ich habe ein Heim für Sie ausgesucht.
41:45Ein Pflegerheim.
41:49Eine Mutter?
41:51Für Ihre Mutter, die noch lebt.
41:55Aber sie fragt immer weniger.
41:57Nach ihm Leo.
42:01Das Alter, verstehen Sie?
42:03Sie baut ab.
42:05Letzter Zeit.
42:12Wo ist sie?
42:18Hier steht alles drin, was Sie wissen müssen.
42:21Da, da, da, da, da, da.
42:27Geben Sie mir den Umschlag, Reinhard.
42:29So werden Sie nie erfahren, was los ist.
42:32Den Brief.
42:35Bitte.
42:38Geben Sie mir den Umschlag.
42:42Den Brief, sag ich!
42:52Wo ist der Umschlag?
42:57Der Umschlag?
42:59Ja, schließe.
43:00Den Brief!
43:01Schließen.
43:02Der Umschlag.
43:04Komm, schießen.
43:05Den Umschlag, Reinhard.
43:06Schießen.
43:11Benni.
43:12Benni, geh.
43:13Das ist zwischen uns.
43:16Bitte, Benni.
43:35Ich werde jeden finden, den ich will.
43:37Jeden.
43:44Benjamin.
43:52Gibt es deinen Freund, Leo?
43:55Du bist ein guter Junge.
44:00Du kannst jetzt gehen, Benni.
44:19Du bist ein guter Junge.
44:34Was ist das?
45:23Untertitelung des ZDF, 2020
45:54Untertitelung des ZDF, 2020
46:02Untertitelung des ZDF, 2020
46:34Untertitelung des ZDF, 2020
46:40Wenn Sie schon mich ans Telefon gehen, ich wollte nur sicherstellen, dass Sie damit absolut nichts zu tun haben
46:46Entschuldigung, ich dachte, das wäre Ihr Büro
46:48Oh nein, Entschuldigung, das ist meine Frau Gabi Hornberg, Frau Staatsanwältin Claudia Strauss
46:55Um was geht's denn?
46:57Von wegen epileptischer Anfall. Ihr Mandant ist von der Krankenstation geflohen
47:04Was ist denn hier los? Wir suchen jemanden
47:11Das war's dann wohl
47:16Ja,ør,ja,ja,tabine!
47:30WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
47:53GmbH im Auftrag des WDR
48:38GmbH im Auftrag des WDR
48:55GmbH im Auftrag des WDR
48:58GmbH im Auftrag des WDR
49:11GmbH im Auftrag des WDR
49:15Denkst du dir, empfangen wir uns da mit offenen Armen?
49:18Ich komme in die Armee.
49:19Weißt du, mit dir?
49:20Wer soll sich denn um dich kümmern?
49:23Ich bin doch dann nicht da.
49:25Es gibt nur einen Ausweg,
49:26wie wir nicht abgeschoben werden.
49:32Bald ist alles vorbei.
49:34Cem, Cem, was meinst du?
49:39Cem?
49:42Hier sind die Handtücher.
49:45Cem.
49:48Ja.
49:51Ich spitz du!
49:53Hey!
49:56Hey!
49:57Fick der doch ganz richtig!
49:59Cem!
49:59Mach die Tür auf!
50:01Okay.
50:02Plus point five.
50:03Das Embargo zu den Zahlen gilt noch bis morgen.
50:05Wir setzen heute eine Million.
50:08Die Quelle ist wie immer.
50:09Teilung Geldpolitik war ihr letzter Tipp.
50:15Die chinesische Mauer.
50:16Meinen Sie nicht, diese Theorie ist ein bisschen weit hergeholt?
50:18Über den Ursprung dieser Aufnahme möchte ich gar nicht erst reden.
50:21Ich sage Ihnen mal die einfache Version.
50:23Ihr Mandant ist auf der Flucht, weil er weiß, dass er schuldig ist.
50:26Nein, weil er Angst hat, abgeschoben zu werden.
50:30Frau Staatsanwältin, bei der Razzia in Cem's Haus konnten Sie die Personalien von allen Illegalen feststellen?
50:37Ja.
50:39Haben Sie die in eine Liste reingeschrieben?
50:44Ja, diese Liste gibt's.
50:46Dürfte ich da ganz kurz einen Blick reinwerfen?
50:49Nein.
50:51Bist eh.
50:54Entschuldigung.
50:56Entschuldigung.
51:01Entschuldigen Sie, ich muss los.
51:11Leo.
51:15Wer ist das?
51:17Jana.
51:18Hallo.
51:18Das ist Jana.
51:20Benjamin Hornberg.
51:21Das ist der Anwalt von deinem Bruder.
51:23Was?
51:23Jana ist Cem's Schwester.
51:24Was ist hier passiert?
51:26Wir wurden eingeschlossen.
51:28Von wem?
51:29Von Cem.
51:31Was spielst du?
51:33Das ist Beihilfe zur Flucht.
51:35Ich habe überhaupt nichts gemacht.
51:36Ich habe den gerettet.
51:37Ich habe den aus dem Wasser gezogen.
51:39Und danach wollte ich ihm trockene Handtücher geben.
51:40Dann hat er mich zur Seite gestoßen und ist abgehauen.
51:42Wo ist Cem jetzt?
51:44Er meint es.
51:45Es gibt nur einen einzigen Ausweg, die Abschiebung zu verhindern.
51:48Und was könnte das sein?
51:50Ein Grund, nicht abgeschoben zu werden.
51:52Ja.
51:53Wenn du keine gültigen Papiere hast.
51:55Wenn es keine Flugverbindung in dein Heimatland gibt.
51:59Wenn du eine chronische Krankheit hast.
52:01Aber das trifft ja alles nicht auf Cem zu.
52:03Chronische Krankheit?
52:03Ja.
52:04Ja, das ist ähm...
52:05Wie Diabetes.
52:06Krebs.
52:07HIV.
52:08MS.
52:09Aids.
52:10Aber Cem hat ja keine Aids, oder?
52:12Nein, aber Gerd Prinz hat Aids.
52:16Pass mal auf, du bleibst hier.
52:18Hier bist du sicher.
52:19Wir kümmern uns um alles, okay?
52:22Komm.
52:25Ist wie ausgestorben hier.
52:27Ja.
52:28Abgeschoben, ungesiedelt, was weiß ich.
52:32Und du glaubst, dass Gerd Prinz noch hier ist?
52:34Ja, den kriegen die hier nicht raus.
52:36Nicht lebend.
52:36War so, noch ein bisschen.
52:38Noch ein bisschen.
52:39Halt es auf, Mann.
52:40Okay, okay.
52:40Cem.
52:41Mach keinen Scheiß.
52:42Ich hab nichts gemacht.
52:43Ich hab nichts gemacht.
52:44Gib mir das besser.
52:45Hör auf, Mann.
52:46Hör auf, Mann.
52:47Hör auf, Mann.
52:47Geh mir das besser.
52:48Okay.
52:50Ganz ruhig.
52:50Steh auf.
52:52Steh auf.
52:53Ganz ruhig.
52:53Ganz ruhig.
52:54Aufstehen.
52:54Ganz ruhig, Cem.
52:55Gib mir das besser.
52:55Ganz ruhig.
52:56Gib mir das besser.
52:58Und jetzt?
53:02Komm her.
53:03Komm her.
53:04Cem.
53:06Cem.
53:06Hör auf.
53:08Cem, der Plan, sich zu infizieren, ist Wahnsinn.
53:11HIV ist eine nach wie vor unheilbare Krankheit.
53:14Gerd, sagen Sie es ihm.
53:15Gerd.
53:17Aber es gibt Therapien.
53:18Was?
53:19In Deutschland.
53:20Da können Sie uns nicht mehr zurückschicken.
53:22Ein Abschiebungshindernis besteht nur dann,
53:24wenn für den Asylsuchenden in dem anderen Staat
53:26eine massive Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit besteht.
53:32Die meisten Asylsuchenden werden trotzdem abgeschoben.
53:35Das sind die Chancen.
53:37Was sind die Chancen, Mann?
53:39Ich weiß es nicht.
53:40Das hängt mit mehreren Kriterien zusammen.
53:42Trotzdem.
53:43Das ist unsere einzige Chance.
53:47Und Sie konnten uns auch nicht helfen.
53:49Und Sie konnten uns auch nicht helfen.
53:51Cem.
53:52Was?
53:56Die Jacke, die du da trägst.
53:58Ist das deine?
54:00Ja, wieso?
54:01See von Gerd.
54:03Ja.
54:04Die haben Sie ihm geschenkt und haben sich eine neue gekauft.
54:06Ich kaufe immer dieselben Sachen.
54:10Ja.
54:21Was?
54:24Was?
54:26Sag mir, dass das nicht wahr ist.
54:27Komm, gib mir die Spritze.
54:30Nein.
54:31Sag, dass das nicht wahr ist.
54:34Sag mir, dass das nicht wahr ist!
54:36Alles in Ordnung.
54:36Du hast das!
54:38Lass mich!
54:39Lass mich!
54:40Hey, lass mich!
54:42Lass ruhig.
54:43Lass ruhig.
54:45Lass ruhig.
54:48Als Birgit Heinling hier auf dem Gelände war,
54:52da haben Sie sie gesehen.
54:56Sie kannten sich nicht.
54:59Aber Sie haben sie gesehen
55:04und haben sie von Anfang an verachtet.
55:07Weil sie für all das steht, was Sie verachten.
55:10Für das System.
55:11Den Kapitalismus.
55:13Was haben Sie dann gemacht?
55:14Sind Sie ihr dann gefolgt?
55:16Bis in Ihre Tiefgarage?
55:17Haben Sie sie am nächsten Morgen zur Rede gestellt?
55:19und dann mit einem Ziegelstein angegriffen?
55:22Halt ruhig.
55:25Ich hätte gesagt,
55:26ich soll mit der Zeit gehen.
55:28Aber die Zeit geht nicht mit mir.
55:42Scheiße, Scheiße.
55:48Sittadt Ding.
55:57Das hier.
55:58Sittadt Ding.
55:59Heißt, es ist so mit dem Paulo.
56:02Sittadt Ding!
56:18Sehr gut.
56:20Frau Strauß.
56:21Herr Hornberg.
56:23Ich, ähm...
56:24Schon erledigt.
56:25Die Abteilung für Wirtschaftsdelikte hat Anklage gegen Schülberger erhoben.
56:29Ihre Tonaufnahmen werden Sie zwar niemals verwerten können, aber dennoch...
56:33Vielen Dank.
56:35Danke, aber ich bin wegen was anderem hier. Ich möchte Ihnen gerne jemanden vorstellen.
56:39Herr Prinz, kommen Sie bitte.
56:41Ähm, kommen Sie ruhig her.
56:45Das ist Gerd Prinz, der letzte Bewohner der Kabelfabrik.
56:47Er möchte...
56:48Guten Tag.
56:49Er möchte eine Aussage machen.
56:51Darf ich Sie hier allein lassen? Ich muss wieder runter zu meinem Mandanten.
56:58Ähm, Herr Hornberg?
57:00Ja?
57:01Mein Beileid.
57:04Danke.
57:12Alles klar.
57:13Super.
57:15Das ist ganz lieb, ja.
57:16Weiß ich sehr zu schätzen.
57:18Bis dann.
57:19Tschüss.
57:23So, ich habe einen Anwalt gefunden.
57:26Der ist, äh, spezialisiert auf abgewiesene Asylverfahren.
57:30Das ist der beste hier, den ich kenne.
57:31Und die Kosten übernimmt einen Rechtshilfefonds.
57:35Danke, danke.
57:37Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll.
57:38Ich...
57:38Schon gut.
57:45Ah!
57:47Die drei sind ja jetzt eine Putzkolonne.
57:49Benni, du bist der Einzige, der nicht dazu gehört.
57:51Ich muss sie die ganze Zeit hinter euch herputzen, ja?
57:53Ja, aber ohne dir die Finger schmutzig zu machen.
57:55Kann man so oder so sehen.
57:57Manni, guck mal, der hat Berger.
58:00Da beginnt sein Leitzins gerade rapide zu sinken.
58:02Ja, ich muss sie nicht sagen.
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