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  • vor 2 Wochen

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Transkript
00:00Hanna, was genau soll ich eigentlich für Sie tun?
00:03Ich möchte das mit meinem Mann sprechen.
00:05Also, er möchte, dass unsere Tochter wieder nach vier Jahren bei uns einzieht
00:08und ich möchte das unbedingt verhindern.
00:10Ich will das auf gar keinen Fall.
00:17Zwei bei Calvas.
00:22Guten Tag.
00:23Guten Tag.
00:23Komm rein.
00:24So, ich schätze, Sie sind Corinna.
00:26Sie sind Wolfram.
00:27Wolfram Dölz und Frau Calvas.
00:30Kennen Sie das Thema?
00:31Wissen Sie, um was es geht?
00:31Wir wissen überhaupt nicht, warum wir hier sind.
00:33Entschuldigung, dass wir so spät sind.
00:34Wir mussten noch ein paar Möbel von Corinna.
00:37Dann würde ich vorschlagen, dass wir zwei erst mal miteinander reden.
00:40Also, wir sind auch gerade irgendwie mitten im Umzug.
00:42Das ist gerade auch ein bisschen unpassend.
00:43Ja, ein bisschen unwünstig, warum müssen wir dann herkommen?
00:45Weil ich ziehe gerade zu Hause ein.
00:46Mein Freund hat mich rausgeschmissen.
00:48Also, ich ziehe bei meinen Eltern wieder ein.
00:51Ich habe es jetzt gehört.
00:52Dennoch würde ich gerne erst mal mit Ihnen alleine reden, ja?
00:55Mhm.
00:56Gut.
00:57Kommen Sie mit mir.
00:58Bis gleich.
00:58Bis gleich.
01:04So, nehmen Sie bitte Platz.
01:05Ja, aber können Sie mir jetzt mal sagen, was los ist?
01:07Meine Frau ruft an, wir sollen hierher kommen.
01:09Ich wollte es vor Corinna nicht so zeigen, aber irritiert bin ich schon ein bisschen.
01:12Wir hatten heute geplant, umzuziehen.
01:14Das heißt, Corinna zieht zu uns ins Haus zurück.
01:17Wir sind mitten in der Arbeit rausgerufen worden.
01:20Da sind wir schon mitten im Thema.
01:22Da sind wir schon mitten im Thema.
01:22Es geht um Ihre Tochter und es geht um den Einzug Ihrer Tochter bei Ihnen.
01:27Und es geht darum, dass Ihre Frau nicht möchte, dass Ihre Tochter einzieht.
01:31Hanne?
01:32Und dass Sie vor allen Dingen das Gefühl hat, Sie haben über Ihren Kopf hinweg bestimmt, dass Ihre Tochter einzieht.
01:38Das würde ich jetzt mal gerne verstehen.
01:40Denn wenn es so ist, dass Sie einseitig, ohne Absprache mit Ihrer Frau erlaubt haben, dass Ihre Tochter nach vier
01:47Jahren wieder bei Ihnen zu Hause einzieht, ist das ungewöhnlich.
01:50Das ist ja wohl ein schlechter Witz.
01:52Wir sind die Eltern von Corinna.
01:53Corinna ist in der Notlage, hat mich gestern angerufen unter Tränen, dass sie was Schlimmes erlebt hat mit ihrem Lebensgefährten.
01:59Da hat sie einfach vor die Tür gesetzt.
02:01Ja, natürlich ruft sie zu Hause an und erzählt, wie es ihr geht.
02:04Und ich sage natürlich, ohne Rücksprache, du kannst zurück zu uns kommen, wir fangen dich auf, kein Problem.
02:10Da muss ich doch nicht erst die Hanne fragen.
02:11Natürlich rede ich mit ihr darüber, aber das ist doch selbstverständlich.
02:16Ja und nein.
02:17Nein. Also ich denke, ja, ist es selbstverständlich, weil natürlich, wenn es einem Kind schlecht geht, egal wie alt es
02:23ist, Ihre Tochter sieht ja sehr jung aus, aber sie ist ja schon 23 und sie ist schon vor vier
02:28Jahren ausgezogen, offenbar mit ihrem Freund zusammengezogen.
02:32Dennoch ist es, Sie haben recht, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass man sagt, wenn du in Not bist, komm zu uns.
02:36Aber es ist auch eine Selbstverständlichkeit, dass man diese Entscheidung nicht alleine trifft.
02:40Ja, aber alles zu seiner Zeit, in der Situation wollte ich meiner Tochter eben einen Halt geben und habe selbstverständlich
02:45gesagt, du kannst nach Hause ziehen, solange du willst.
02:48Aber natürlich haben Sie Ihre Frau ein Stück ausgeschlossen.
02:51Ach, das ist doch wohl ein blöder Witz, das kann ja wohl gar nicht sein.
02:54Seit wann ist denn meine Frau so dermaßen stur, dass sie sagt, nein, das Kind soll nicht mehr nach Hause
02:59kommen, wo gibt es denn sowas?
03:01Ja, ich habe meine Frau nur einmal in so einer negativen Stimmung erlebt, das ist jetzt nach der Geburt gewesen
03:06von Corinna, wo sie mit nichts mehr fertig geworden ist.
03:09Da hatte sie also eine regelrechte Wochenbett-Depression, also nicht nur den berühmten Baby-Blues.
03:15Das war eine schwierige Zeit, da bin ich eingesprungen.
03:19Ja, aber langsam, langsam, Wolfgang, Ihre Frau hat jetzt keine Wochenbett-Depression.
03:23Weil danach war alles in Ordnung, die ganzen 20 Jahre, bis Corinna ausgezogen ist, wir hatten ein wunderbares Familienleben zusammen.
03:30Und was soll das jetzt? Das verstehe ich also.
03:32Ich möchte noch einmal betonen, auch wenn man ein wunderbares Familienleben hat, auch wenn das Kind in Not ist und
03:38es eigentlich selbstverständlich ist, dass man es wieder aufnimmt,
03:40ist es auch eine Selbstverständlichkeit, dass man natürlich mit seiner Ehefrau, mit der Mutter des gemeinsamen Kindes darüber redet.
03:46Alles zu seiner Zeit.
03:47Sie will zurück, sie muss zurück, wie machen wir das?
03:49Ja, wie machen wir das? Da kann sie doch mit mir sprechen, was zitiert sie mich hierher zu Ihnen, zu
03:53der Psychologin bei allem Respekt?
03:55Ja, sie hat ja offenbar Probleme darüber zu sprechen, sonst würde sie mich ja nicht beten, mit Ihnen darüber zu
03:59reden.
03:59Ich hatte den Eindruck, es war ihr unangenehm, also fast so ein bisschen voller Scham, dass sie solche Gefühle hat,
04:05aber es war ihr gleichzeitig so wichtig, dass sie mit Ihnen darüber reden möchte.
04:09Jetzt habe ich das getan, ich habe Ihnen gesagt, was das Problem Ihrer Frau ist und jetzt würde ich sagen,
04:13führen wir Sie beide mit zusammen.
04:15Das würde ich aber auch sagen, und zwar gleich, wo ist denn meine Frau?
04:17Die ist da und da gehen wir uns rein.
04:18Ja, dann gehen wir mal ganz schnell hin.
04:23Mensch, Hanne, was ist denn los?
04:26Ja, was ist los?
04:26Wir sind heute im Umzug, Einzug von der Corinna und du zitierst mich hierher zu einer Psychologin.
04:31Richtig, du hast das über meinen Kopf hinweg einfach bestimmt.
04:33Ich höre, du willst nicht über deinen Kopf hinweg, das hätten wir schon noch in Ruhe besprechen können.
04:36Was machst du denn für Sachen?
04:37Wir haben es aber nicht in Ruhe besprochen.
04:38Du hast doch einfach über meinen Kopf hinweg wieder bestimmt, dass sie einzieht.
04:41Ich will es einfach nicht.
04:42Wir sind gar nicht dazu gekommen.
04:44Wann war der Anruf Ihrer Tochter?
04:46Gestern ruft sie mich unter Tränen an, hat ein schlimmes Erlebnis mit dem Adrian.
04:50Dieser Idiot hat sie rausgeschmissen, hat sie hintergangen, hat sie rausgeschmissen.
04:53Ja, was soll sie denn machen?
04:54Natürlich ruft sie an, Papa, hilf mir.
04:56Ja, selbstverständlich kann das Mädchen nach Hause kommen.
04:59Wann haben Sie es erfahren, dass Ihre Tochter einzieht?
05:02Heute.
05:03Ich habe es heute erfahren.
05:04Du hast es früh genug erfahren.
05:06Was heißt denn früh genug?
05:07Ich möchte, dass die Dinge mit mir besprochen werden innerhalb der Familie.
05:10Ich habe der Corinna geholfen, ihre Sachen zusammenzupacken gestern Abend.
05:13Das war alles heute die Polter.
05:14Ja, du hast entschieden.
05:15Ihr habt entschieden.
05:16Ihr entscheidet immer alles.
05:17Ich bin dagegen, dass sie einzieht, Frau Kailbers.
05:19Ich möchte es einfach nicht mehr.
05:19Kommst du denn dazu?
05:20Das ist unser Kind.
05:21Das ist deine Tochter.
05:23Ja, das ist sie auch.
05:24Ich habe sie auch lieb, genau wie du.
05:25Aber ich möchte mal nicht, dass sie einzieht.
05:27Das heißt, Sie sind nicht nur empört darüber, dass Ihr Mann Sie nicht einbezogen hat.
05:31Gestern hat er es erfahren.
05:32Heute Morgen haben Sie es erst erfahren, dass Ihre Tochter einzieht.
05:35Sondern Sie sind auch generell dagegen, dass Ihre Tochter einzieht.
05:37Ja.
05:38Warumst du denn auf diese Idee?
05:40Ja, das Kind braucht unsere Hilfe.
05:42Sie wohnt seit vier Jahren nicht mehr bei uns.
05:44Sie hat doch ein eigenständiges Leben geführt.
05:46Da kommt eine erwachsene Frau wieder in den Haushalt.
05:48Und ich kenne unsere Tochter.
05:50Ich kann dann wieder alles für sie machen.
05:52Sie steckt wieder ihre Füße unter unseren Tisch und ich kann wieder den Haushalt schmeißen.
05:56Was hättest du gemacht, wenn ich dich vor Jahren rausgeschmissen hätte?
05:58Wärst du auch zu deinen Eltern vielleicht zurückgegangen.
06:00Ganz normal.
06:01Nee, ich bin mit Sicherheit nicht.
06:02Und sie will ja nicht ewig bleiben.
06:03Sie braucht aber jetzt unsere Hilfe.
06:05Weiß man das denn?
06:06Ich möchte einfach nicht, dass sie einzieht und Schluss.
06:09Also irgendwas läuft hier anders als normal.
06:12Alex, mein Assistent, sagte gerade, normalerweise sind ja die Väter eher, die sagen, es sollen
06:17die Kinder mal flügge werden.
06:18Und raus.
06:20Hier ist es eher die Mutter.
06:22Außerdem ruft Ihre Tochter zuerst den Vater an.
06:25Wieso hat sie sie eigentlich nicht angerufen?
06:27Ja, weil sie immer ihren Vater zuerst anruft.
06:28Wir haben ständig Kontakt.
06:29Weil ich bin gefragt worden.
06:31Jetzt antworte ich, weil sie ihn immer zuerst anruft, ihn immer zuerst fragt.
06:35Ich bin doch immer außen vor.
06:36Ich darf ja nie mitentscheiden.
06:38Das ist nicht außen vor.
06:38Ihr habt immer alles alleine besprochen.
06:40Ich werde nie einbetrieben.
06:41Du hast es immer mir überlassen, mich um die Korinna zu kümmern, als sie ein Baby war.
06:45Nein, nein, nein.
06:45Du weißt ja noch, wie das damals war.
06:46Moment, das sind wir jetzt.
06:48Wir sind jetzt in dem Moment und müssen etwas klären.
06:51Denn wir müssen klären, was mit einer jungen Frau, die offenbar in einer Großnot ist,
06:55ist sie eigentlich beruflich etabliert, sodass sie sich selbst ernähren kann?
06:58Sie ist Erzieherin.
07:00Wir waren stolz, dass sie ihr eigenes Leben geführt hat.
07:03Das heißt, sie verdient Geld.
07:04Sie könnte sich im Prinzip eine Wohnung nehmen.
07:06Es geht um eine Übergangslösung.
07:09Davon gehe ich doch aus.
07:11Eine Übergangslösung.
07:11Da kannst du doch nicht sagen, sie darf nicht ihren Fuß in unsere Wohnung setzen, wo sie uns braucht.
07:14Eine Übergangslösung ist für mich eine zeitliche Begrenzung.
07:16Das würde bedeuten, wenn ich überhaupt dazu bereit wäre, wobei ich jetzt noch gar nicht sagen kann, dass ich das
07:21will.
07:22Von meinem Gefühl her möchte ich das nicht.
07:24Dann vielleicht für einen gewissen Zeitraum.
07:26Ich bin keine Rabenmutter.
07:27Ich habe mir mein Kind auch gerne.
07:28Ich wollte gerade sagen, du redest wie ein Personalchef, aber nicht wie eine Mutter.
07:31Nein, darum geht es nicht.
07:32Es geht einfach darum, dass ich nicht möchte, dass sie einfach jetzt wieder einzieht.
07:35Sie zu mir nichts, dir nichts und alles ist wiedergegangen.
07:38Haben Sie denn eine größere Wohnung?
07:40Oder wie machen Sie das denn?
07:41Wo zieht denn Ihre Tochter wieder ein?
07:43Wir haben ein Kinderzimmer.
07:45Das wollte es nur so belassen.
07:47Also wenn du sagst, dass sie einziehen kann auf geraume Zeit, dann sage ich selbstverständlich ja damit.
07:52Das Mädchen braucht jetzt einen Platz und braucht unseren Halt.
07:54Da machen wir mit.
07:56Also was ist Ihr Angebot?
07:57Also ich meine erst mal, haben Sie verstanden, warum Ihre Frau erst mal empört war?
08:02Nein.
08:03Sie sagt, ich habe Sie nicht gefragt, aber in der Situation, wo das Mädchen mich anruft und weint.
08:07Also halten wir doch mal eins fest.
08:09Ich finde es gut, wenn Sie sich auf einen Kompromiss einigen.
08:11Aber halten wir auch fest.
08:12Machen wir.
08:12Dass Sie gestern von Ihrer Tochter erfahren haben, sie ist in Not.
08:16Dass Sie gestern gesagt haben, natürlich ziehst du ein.
08:19Ihr dann beim Packen geholfen haben, Ihrer Frau nichts gesagt haben, sondern Ihre Frau heute Mittag erfahren hat,
08:23dass die Tochter nach vier Jahren zurück nach Hause kommt, ist nicht ganz okay.
08:28Wenn Sie das so sagen, okay, ich entschuldige mich, das hätte ich gleich mit dir klären müssen, gestern Abend noch.
08:33Ja, hättest du mal gemacht.
08:35Dann ist es ja okay, dann kann die Kleine bei uns einziehen und du sagst, für geraume Zeit, das werden
08:39wir dann sehen.
08:40Vielleicht einigen Sie sich irgendwo, wenn sie ja einen Beruf hat, wenn sie Geld verdient.
08:45Sie verdient ja Geld.
08:46Dann können Sie ihr ja vielleicht helfen.
08:48Was würden Sie denn von Ihrem Gefühl sagen?
08:50Was ist für Sie okay, wenn Ihre Tochter in der Not noch mal als Gast für ein paar Wochen, Monate...
08:57Ja, die kann ein paar Monate da bleiben.
08:58Nein, ich möchte es begrenzen von vornherein.
09:02Sechs bis acht Wochen.
09:03Acht Wochen maximal.
09:05Zwei Monate, zwei Monate.
09:06Freien wir doch mal fest, acht Wochen und dann sagen Sie Ihrer Tochter das.
09:11Und dann können Sie Sie ja auch darin unterstützen, eine Wohnung zu finden.
09:14Ja, das können wir ja machen.
09:16Ja, wir können ihr helfen, wir können ihr helfen, aber...
09:19Wenn die Dinge sich ändern, kann man immer noch gucken, aber ich finde es wichtig,
09:22dass Sie gemeinsam als Paar und als Elternpaar einen solchen Beschluss fassen.
09:27Ja, sperre ich mich nicht dagegen.
09:32Corinna, könnten Sie mal kommen?
09:33Was ist denn die ganze Zeit los?
09:35Ich verstehe das irgendwie überhaupt nicht.
09:38Komm mal her, Corinna.
09:39Kannst du erklären?
09:40Ja.
09:40Ja.
09:41Papa erklärt es dir.
09:43Geh zu Papa.
09:43Also, du willst ja zu uns einziehen, das ist auch vollkommen in Ordnung.
09:47Jetzt hat die Mama ein kleines Problem damit.
09:50Da wusste ich nichts drüber, weil wir keine Zeit hatten, drüber zu sprechen.
09:53Das ist also gar nichts, das ist nicht deine Schuld.
09:57Wir hatten jetzt gerade so schön die letzten Jahre da uns ausgebreitet im Haus.
10:01Jetzt sehen wir es als eine kleine Schwierigkeit an, dass du da jetzt heute die Polter reinkommst.
10:06für länger, dass du jetzt mal, wo du Hilfe brauchst, bei uns einziehst und in deinem Kinderzimmer
10:12wiederkommst.
10:12Kein Problem.
10:13Nur Mama meint, du solltest auch möglichst schnell wieder auf eigenen Füßen stehen und
10:18da helfen wir dir.
10:18Genau.
10:19Das heißt eigentlich, du willst eigentlich nicht, dass ich zu Hause einziehe.
10:22Ja, eigentlich will ich es nicht.
10:24Ganz ehrlich, doch, das habe ich gesagt.
10:26Was soll denn heißen?
10:27Ganz ehrlich, für eine gewisse Zeit.
10:28Sag mir jetzt mal bitte, was das heißen soll.
10:30Zwei Monate.
10:31Zwei Monate, ja.
10:32Corinna, zwei Monate darfst du bei uns wohnen, du kannst dein Leben regeln, wir helfen.
10:36Moment.
10:37Wir helfen dir bei allem.
10:38Aber danach ziehst du wieder aus.
10:41Du kannst auf eigenen Beinen stehen.
10:42Ja?
10:43Du bist eine erwachsene Frau, du hast vier Jahre allein gelebt mit deinem Freund.
10:46Ja?
10:46Jetzt hör du mir mal bitte zu, ja?
10:47Ja.
10:47Ich bin eine erwachsene Frau und du bist eigentlich meine Mutter.
10:50Ja.
10:51Und du, normalerweise, also jede andere Mutter würde irgendwie sagen, okay, komm zurück
10:55nach Hause.
10:56Für jede andere Mutter wäre das mit Sicherheit in Ordnung.
10:58Die Mütter von meinen Freundinnen sind auch für ihre Erwachsenen-Töchter noch da.
11:01Jede andere Mutter?
11:01Ich verstehe nicht, was das jetzt von dir soll.
11:03Ach, Corinna.
11:03Das heißt, Moment, ich fliege überall raus.
11:05Ja, der Adrian hat mich rausgeschmissen, nachdem er mit meiner besten Freundin im Bett war,
11:09ja?
11:09Jetzt sagst du zu mir, du willst mich gar nicht haben.
11:12Nein, das...
11:12Soll ich unter der Brücke schlafen, oder was?
11:14Das sage ich doch nicht, dass ich dich nicht haben will.
11:16Ich sitze auf gepackten Koffern.
11:18Ja.
11:19Du kannst ja auch kommen.
11:20Für zwei Monate.
11:21Du darfst begrenzt kommen.
11:22Aber mehr möchte ich nicht.
11:23Ich möchte, bitte verstehe mich da auch mal, deinen Haushalt nicht mehr führen.
11:26Ich möchte nicht mehr deine Wäsche waschen.
11:28Ich will nicht mehr für dich kochen.
11:29Ich will das alles nicht mehr.
11:30Das kannst du alles selbst.
11:31Das musst du gar nicht machen.
11:32In der Vergangenheit habe ich mich auch mehr darum gekümmert als du, ja?
11:35Wie du weißt.
11:36Ich habe ganz andere Probleme als jetzt irgendwie Hausstaub oder sonst was.
11:38Aber soll ich dir was sagen?
11:40Okay, pass auf, ja?
11:41Wenn du mich nicht willst, dann gehe ich eben gar nicht darum, ob ich dich nicht will.
11:46Was?
11:47Ich muss dir was sagen.
11:49Ja.
11:49Was Schönes.
11:50Ich bin schwanger.
11:52Jetzt musst du nur noch du ja sagen.
11:56Pani, was ist denn los?
11:57Ich bin auch schwanger.
11:59So.
12:01Und dann runter.
12:01Eust.
12:01Ich bin auch medisch.
12:02Wie?
12:06Ich bin auch medisch.
12:29Bis so.
12:58Untertitelung des ZDF, 2020
13:02Er möchte, dass unsere Tochter wieder nach vier Jahren bei uns einzieht und ich möchte das unbedingt verhindern.
13:07Seit wann ist denn meine Frau so dermaßen stur, dass sie sagt, nein, das Kind soll nicht mehr nach Hause
13:11kommen? Wo gibt's denn sowas?
13:12Ich kenne unsere Tochter, ich kann dann wieder alles für sie machen.
13:16Moment, ich flieg überall raus. Ja, der Adrian hat mich rausgeschmissen, nachdem er mit meiner besten Freundin im Bett war,
13:21ja?
13:21Jetzt sagst du zu mir, du willst mich gar nicht haben.
13:23Okay, pass auf, ja? Wenn du mich nicht willst, dann geh ich eben gar nicht.
13:28Ich will dich darum, ob ich dich nicht will.
13:30Korinna, das hat sich blöd ausgedrückt.
13:33Sehen Sie das, Frau Kalvers?
13:35Das hat sie nicht so gemeint.
13:37Da, beide wieder vereint.
13:38Mensch, jetzt reg dich bitte nicht so auf.
13:41Die Mama ist gerade ein bisschen durcheinander. Das hat sie schon mal...
13:43Setz dich doch mal her. Komm mal her.
13:46Das kommt jetzt in den falschen Kreis.
13:48Du musst jetzt mich mal nachnehmen, okay?
13:49Ich find das einfach so gemein.
13:52Das ist für Frau Kalvers, ich weiß überhaupt gar nicht, wo ich hingehen soll, was ich machen soll.
13:57Und ich flieg überall irgendwie raus.
14:00Nein, du...
14:01Sie ging ja nicht wirklich raus. Ihr Vater hat die Arme aufgemacht und ihre Mutter hat sie nicht wirklich aufgemacht.
14:07Da läuft auch irgendwas zwischen Ihnen, was vielleicht etwas ungewöhnlich ist.
14:11Also, das heißt, sie hat offenbar Angst, dass sie, wenn sie nach Hause kommen, wieder ein Kind werden, alles rumliegen
14:15lassen.
14:16Und sie sagt, ganz klar, das will ich nicht mehr.
14:18Aber das heißt ja nicht, dass ihre Mutter sie nicht will.
14:20Und sie haben doch eine Chance, innerhalb von zwei Monaten, und sie wird sicherlich auch noch mit drei Monaten einverstanden
14:26sein, eine neue Wohnung zu finden.
14:29Das ist natürlich traurig. Ich weiß nicht, ob sie jetzt nicht auch eine Trauer hat, die sie eigentlich haben, weil
14:33ihr Freund sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat, was eine Sauerei ist.
14:38Aber es ist ja nicht so, als wollte sie sie nicht.
14:41Frau Kalvers, ich stehe jetzt ganz alleine da.
14:45Und das Schlimme an der ganzen Sache ist, dass ich auch noch schwanger bin und dann kann ich dann demnächst
14:50irgendwie ein Kind auf dem Bahnhofsklo kriegen und das dann irgendwie, weiß ich nicht, dann irgendwo unter der Brücke großziehen
14:59oder was?
15:00Das wird auch die Mama überzeugen. Verstehst du, du brauchst uns jetzt.
15:03Sie sagt nicht, das ist toll, das ist von ihrem Freund, mit dem sie zusammengelebt haben. Weiß er das?
15:08Nee.
15:10Das heißt, er hat sie rausgeschmissen und sie haben ihm das nicht gesagt?
15:14Ich wollte ihm das sagen. Das war ja alles irgendwie so scheiße.
15:17Irgendwie haben wir immer gesagt, dass wir zusammen eine Familie sein wollen und ein Kind uns auch vorstellen können.
15:25Und dann war ich halt irgendwie nicht so vorsichtig mit der Pille.
15:27Und dann habe ich ihm dann vor zwei Tagen gesagt, ja, ich würde mal gerne mit dir reden.
15:31Und dann hat er dann gesagt, ach ja, das trifft sich ja gut aus, wir reden.
15:35Ich habe übrigens was mit deiner besten Freundin und du kannst ausziehen, weil sie jetzt einzieht.
15:39Das ist ein Idiot, das habe ich dir gleich gesagt.
15:41Das ist einfach gemein. Und jetzt sagt meine Mutter auch zu mir, ja, du kannst irgendwie auf der Straße gehen.
15:46Und Sie wollen das Baby behalten?
15:50Ja.
15:51Aber Sie wissen, dass es natürlich dennoch so ist, dass er auch zahlen muss.
15:55Das heißt, das ändert ja nichts daran, dass Sie, Sie sind Erzieherin, Sie werden Eltern Geld kriegen, er muss zahlen.
16:02Und das ändert ja nichts daran, dass Sie sicherlich irgendwann auch mit dem Kind auf eigenen Beinen stehen können.
16:07Und wir helfen Sie dabei.
16:09Ja, irgendwann.
16:09Und das wird auch Mama überzeugen, dass du jetzt unsere Hilfe brauchst.
16:12Also kann ich jetzt dann doch bei euch bleiben, oder?
16:15Aber natürlich, solange du willst, auf jeden Fall.
16:17Und Mama wird auch denken, Mensch, mit dem Baby im Haus, das wird wieder ganz schön.
16:20Frau Frau, das sollten Sie jetzt wirklich mit Ihrer, das sollten Sie beide...
16:23Das besprechen wir jetzt zusammen.
16:26Nicht wieder wie gestern, wo Ihr Vater ja gesagt hat, du kannst einziehen und Ihre Mutter hat das erst heute,
16:32irgendwie im Laufe des Vormittags erfahren.
16:34Gehen Sie hin und besprechen das mit ihr.
16:35Geben Sie ja auch eine Chance, dass Sie das fühlt, was Sie fühlen, und dass Sie dann vielleicht sagen können,
16:40ja, komm, ich helfe dir.
16:41Natürlich, das wirst du gleich sehen.
16:43Wir kommen gleich zusammen raus und dann besprechen wir alles zusammen.
16:45Aber für Sie ist es ganz klar, dass Sie das Kind behalten wollen.
16:49Ja, auf jeden Fall.
16:50Ich meine, andere kriegen das ja auch irgendwie.
16:52Und ich meine, wenn ihr mir jetzt dann doch helft...
16:54Ja, mach dir keine Sorgen.
16:56Dann klappt das auch.
16:56Ich rede kurz mit ihr und dann warte kurz einen Moment kaputt.
17:05Na endlich, na, was hattet Ihr wieder so lange zu besprechen?
17:08Habt Ihr Euch wieder verschworen gegen mich?
17:10Jetzt regt Dich doch nicht gleich so auf.
17:11Klass auf.
17:12Was heißt, hier regt Dich nicht so auf?
17:13Mama, ich muss Dir was sagen.
17:15Ja.
17:16Was Schönes.
17:17Ich bin schwanger.
17:18Was Schönes.
17:19Und deswegen weiß ich nicht, was ich hin soll.
17:22Und der Papa hat jetzt gesagt, es ist okay, wenn ich wieder länger brauche ich einziehen.
17:26Und jetzt musst nur noch Du ja sagen.
17:29Also guck mal, weil...
17:30Das verändert jetzt alles.
17:32Das verändert im Moment jetzt alles.
17:34Ja.
17:35Weil, das geht überhaupt nicht.
17:37Also, was geht nicht?
17:40Weil...
17:40Hanne, was ist denn los?
17:42Natürlich...
17:42Ich bin auch schwanger.
17:44So.
17:45Das wollte ich Dir heute eigentlich auch sagen.
17:47Und darum geht es schon mal gar nicht.
17:49Ja?
17:50Hanne, bist Du Dir da sicher, was Du...
17:51Ich bin mir da vollkommen sicher.
17:53Schwanger?
17:54Warum hast Du das denn nicht gesagt?
17:56Ja, das wollte ich ja heute sagen.
17:58Es steht ja auch noch gar nicht so lange fest.
18:00Aber auf jeden Fall geht das schon mal gar nicht, dass Du dann einziehst.
18:02Ja?
18:03Weil mit zwei Babys in einem Haushalt, ja, dann kommen wir überhaupt nicht mehr zur Ruhe.
18:06Und das Kinderzimmer, das brauchen wir jetzt.
18:10Das musst Du verstehen.
18:11Ach, dann geht man eben in eine größere Wohnung.
18:12Und außerdem ist das ja bestimmt...
18:14Ich weiß nicht, bist Du Dir da sicher?
18:15Was heißt denn hier größere Wohnung?
18:16Wenn ich das mitbekommen habe, hast Du seit geraumer Zeit Wechseljahre mit allem, was dazugehört.
18:22Und das sollten wir erst...
18:24Wechseljahre heißt ja eben genau, dass es wechselt, ne?
18:26Das heißt schon, dass ab und zu nochmal ein Ei reifen kann, ja.
18:30Ja.
18:31Seit wann wissen Sie das?
18:32Seit einer Woche.
18:33Seit einer Woche.
18:34Ja, definitiv.
18:35Und das sagst Du mir jetzt hier in dem Rahmen.
18:36Ich glaube, und machst dann noch...
18:38Ja, dann verstehe ich ja auch.
18:39Dann bist Du ja auch ein bisschen durcheinander.
18:41Ich wollte es Dir ja sagen.
18:41Ich wollte es Dir ja sagen.
18:42Dann verstehe ich ja alles.
18:44Aber da kann man in Ruhe drüber reden.
18:45Und wir werden als Familie wie immer zusammenhalten.
18:48Und auch zwei, von mir aus drei Kinder, wenn Ihr...
18:52Mir fehlen die Worte.
18:54Oder ich meine, wir können ja auch vielleicht die Kinder in einem Zimmer dann oder so...
18:58Nee, also komm, das geht doch gar nicht.
18:59Das wird doch wohl kein Problem sein, eine größere Wohnung zu nehmen.
19:02Ich bitte Dich.
19:02Und wenn es mehr Haushalt bedeutet, dann mache ich das bisschen auch noch.
19:06Ja, ich habe eine gesicherte Position, da kann ich ja halbtags arbeiten.
19:09Hört Du mir mal zu?
19:09Entschuldigung.
19:10Ja?
19:10Das ist seit 20 Jahren unsere Heimat, unser Zuhause.
19:13Ich möchte da nicht weg.
19:15Ja?
19:15Da will ich einfach nicht weg.
19:16Ich will da bleiben und Schluss.
19:17Dann rücken wir halt zusammen.
19:18Wir müssen eine Lösung für unsere Tochter finden, nicht für uns.
19:21Ich weiß nicht, warum Du so schlecht drauf bist.
19:22Wir hatten die vier schönsten Jahre unseres Lebens mittlerweile.
19:25Ich habe eine dringende Bitte.
19:27Ja.
19:28Dass ich mit Ihnen mal rede.
19:29Und zwar alleine.
19:31Ja?
19:32Gerne.
19:33Entschuldigen Sie.
19:40Nehmen Sie bitte Platz.
19:42Ich muss jetzt einfach mal mit der Tür ins Haus fallen.
19:44Sind Sie wirklich schwanger?
19:51Nein.
19:55Das war nur eine Notlöge.
19:58Sagen Sie mal, warum das denn?
20:01Weil ich einfach nicht möchte, dass meine Tochter wieder zu Hause einzieht.
20:04Ich will das nicht.
20:06Wenn Sie jetzt mit so einer Sache kommen, was stellen Sie sich denn jetzt vor, wie es weitergeht?
20:10Ihr Mann denkt, Sie sind schwanger.
20:12Da hat ja schon seine Vorbehalte gehabt.
20:13Wie alt sind Sie?
20:13Ja, das war blöd.
20:15Erzählen Sie.
20:15Bis 46.
20:16Na ja gut, im Prinzip kann es natürlich wirklich gut sein.
20:19Diese Lüge war natürlich jetzt blöd.
20:21Ich bin ja jetzt reingerutscht.
20:22Sie plant das zu sagen?
20:23Nein.
20:24Sie wussten ja auch gar nicht, dass sie sagt, sie ist schwanger.
20:25Ich bin da jetzt so reingerutscht.
20:27Aber ich möchte auf jeden Fall verhindern, dass meine Tochter wieder einzieht oder dass sie länger bei uns lebt als
20:33nötig.
20:34Nicht, dass sie mich für eine Rabenmutter halten.
20:37Das ist nicht so.
20:38Ich liebe meine Tochter.
20:38Das haben Sie jetzt schon gesagt.
20:40Aber warum um Himmels Willen?
20:42Können Sie nicht Ihre Tochter, die ja wirklich in einer Not ist, ich glaube ja auch nicht, dass Ihre Tochter
20:47nur den Rest des Lebens mit dem Kind bei Ihnen verbringen will.
20:49Aber warum können Sie nicht wirklich auch die Arme aufmachen und sagen, komm her, wir bringen das in Ordnung, wir
20:58warten bis das Kind da ist und wir suchen für dich eine andere Möglichkeit.
21:02Sind Sie berufstätig?
21:03Nicht mehr.
21:06Weil es ist so, als wir zu dritt gewohnt haben, da war es so, dass ich eigentlich immer außen vor
21:17war.
21:17Ich wurde von meinem Mann überhaupt nicht mehr gesehen in all dieser Zeit.
21:22Und seit Corinna ausgezogen ist, hört sich vielleicht komisch an, aber da sieht er mich wieder und wir unternehmen wieder
21:28Dinge miteinander.
21:30Alles das, was wir eigentlich all die Jahre vorher hätten, auch machen sollen.
21:34Sind Sie denn sehr früh Eltern geworden? Also hatten Sie gar keinen Raum als ein Elternpaar?
21:39Wir waren vorher schon auch eine gewisse Zeit zusammen und da war es auch wunderschön. Wir hatten wirklich alles, was
21:45man sich denken kann.
21:47Mein Mann war aufmerksam, er macht jetzt genau die Dinge wieder wie am Anfang. Er schenkt mir Blumen, wir verreisen
21:53auch schon mal.
21:54Aber das war alles einfach nicht mehr so.
21:56Sind Sie eifersüchtig auf Ihre Tochter?
21:58Das hört sich jetzt wirklich ganz blöd an. Ich will das nicht eifersucht nennen, aber es war so ein Milchgefühl
22:06zwischen Mutter sein und andererseits war ich so abgestempelt.
22:11Ich fühlte mich einfach so alleine und ich liebe mein Kind ja auch.
22:14War das denn eine Angst, die Sie immer hatten? Also ich meine, ich habe gehört, Sie haben auch eine Woche
22:19mit Depressionen gehabt.
22:20Ja, die war so schlimm, dass ich mein Kind total abgelehnt habe. Ich weiß nicht, ob Sie das nachempfinden können.
22:26Wer das nicht kennt, dieses Gefühl, aber ich war wie gelähmt.
22:30Ich konnte sie auch nicht versorgen die erste Zeit und dann hat mein Mann sie sehr, sehr schön versorgt und
22:36da ist dann eben auch diese Verbindung gewachsen.
22:39Ich war dann so richtig aus und vor.
22:40Aber Sie waren doch nicht immer dann in einer Woche mit Depressionen.
22:43Nein, aber danach, danke, nachdem es mir dann wieder besser ging und ich wollte mich dann wieder mehr einbringen in
22:51diese Beziehung und mein Kind auch wieder spüren und es auch lernen zu lieben.
22:57Und es hört sich auch komisch an, ein Kind lernen zu lieben. Jede Mutter liebt ihr Kind eigentlich. Ich habe
23:02dieses Gefühl nicht gehabt.
23:05Aber Wolfram hatte Muttergefühle. Das war so komisch. Er hat sie mehr geliebt, als ich als Mutter sie lieben konnte.
23:11Oder dann war es so, dass er hat sie versorgt und sie hatte sich immer mehr an ihn gewöhnt.
23:18Und alles, sie war ein Papa-Kind. Papa vorne, Papa hinten, alles, was Papa gesagt hat, war richtig.
23:23Papa war auch nur auf sie fixiert. Ich war ein Möbelstück.
23:28Aber Sie hat ja offenbar es geschafft, sich von Ihrem Vater zu lösen.
23:32Der erste Schritt ist ja immer, wenn dann eine Tochter einen Mann kennenlernt und aus dem Haus geht.
23:36Ihre Tochter hat sich verliebt und Ihre Tochter ist ausgezogen.
23:40Und das scheint doch gegangen zu sein. Das heißt, Ihr Mann hat sie auch ziehen lassen.
23:45Ja, schweren Herzens. Aber was sollte er machen?
23:48Natürlich, sie war ja verliebt und da war dann die große Liebe natürlich wichtiger als mein Mann.
23:52Aber wenn Probleme sind, sie ruft ihn an.
23:56Sie hat ja auch Ihren Mann angerufen, als Ihr Freund Sie vor die Tür gesetzt hat.
24:01Und das heißt jetzt, als Ihre Tochter ausgezogen ist, fing für Sie wieder der Honeymoon an?
24:07Ja, da war wieder alles so wie früher. Ich fühlte mich wieder gesehen, hatte, wie gesagt, Blumen mitgebracht.
24:15Wir hatten wunderschöne Gespräche, die wir so nie wieder hatten.
24:18Wir haben alles gemeinsam beschlossen.
24:21Wir haben Ausflüge unternommen, auch mal nicht mit Motorrad, sondern mit Auto.
24:26Und das war wunderschön alles. Aber vorher hatte er ja alles mit meiner Tochter.
24:30Sie war wie seine Geliebte, wie seine Frau an seiner Seite. Ich war nicht da.
24:38Das Gefühl, das ich hatte.
24:39Naja, sie war aber schon seine Frau, also seine Geliebte war ja Ihre Tochter offenbar nicht.
24:42Ja, nein, aber wie?
24:43Aber so verhalten Sie es so ein bisschen. Sie haben das Gefühl, Ihr Mann hat seine Geliebte aufgegeben, in Anführungszeichen,
24:50eigentlich seine Tochter aufgegeben.
24:51Aber Sie denken, die ist eine Konkurrenz wie eine Geliebte. Und jetzt will er sozusagen diese Konkurrenz wieder ins Haus
24:56zurückholen.
24:57Und deshalb wehren Sie sich mit Händen und Füßen.
25:01Ich meine, Sie sind auch Ihre Tochter eifersüchtig. Sie haben Angst, wenn Ihre Tochter zurückkommt, dann sind Sie wieder draußen.
25:09Ja, das ist meine Angst.
25:11Aber Sie haben ja auch gesagt, dass Sie auch im Konflikt sind, dass Sie Ihre Tochter natürlich auch lieb haben.
25:16Und Ihre Tochter ist in einer Not. Die Frage ist, ob Sie sich nicht mit Ihrem Mann als Elternpaar einigen
25:23können, erneut einen Kompromiss zu finden, um Ihrer Tochter in der Not zu helfen.
25:28Vielleicht mit ihm auch darüber zu reden, was sie bewegt, um dann die Situation besser anzugehen als in der Vergangenheit.
25:37Wenn mein Mann mit sich reden lassen würde, wenn er das verstehen könnte, was in mir vorgeht. Aber er weiß
25:43es ja gar nicht.
25:43Ja, ich denke, er würde spätestens dann verstehen, wenn Sie ihm sagen, dass Sie gerade aus einer totalen Not heraus
25:52eine absolut blöde Notlüge gebraucht haben.
25:55Nämlich, dass Sie gesagt haben, ich bin auch schwanger. Dass Sie gleichgezogen haben mit Ihrer Tochter, damit Sie auch eine
26:02Chance haben.
26:05Kann ich ihm aber jetzt nicht sagen.
26:07Ja, das müssen Sie ihm aber wohl sagen.
26:10Das geht jetzt aber nicht. Ich bin jetzt zu emotional.
26:15Frau Kahn, was könnten Sie das nicht sagen?
26:18Anna, was ist denn mit Ihnen los? Ich habe doch schon mal für Sie übernommen, etwas Ihrem Mann zu sagen,
26:23was Sie nicht sagen konnten.
26:24Ich habe Ihrem Mann schon gesagt, dass Sie sich übergangen fühlen, dass Sie nicht möchten, dass Ihre Tochter einzieht.
26:28Das habe ich getan, weil ich verstanden habe, Sie schämen sich.
26:31Jetzt wollen Sie das erneut, Sie sind doch kein Kind, Sie sind die Frau Ihres Mannes.
26:35Sie haben sich zwar gerade etwas kindisch verhalten, aber gehen Sie hin und sagen Sie, ich war völlig durcheinander und
26:41ich wollte gleichziehen und deshalb habe ich das gesagt.
26:43Nein, ich sage das nicht.
26:45Genau.
26:46Aber Sie wissen, es ist ein bisschen so, als wären Sie ein Kind, das sich was nicht traut.
26:51Das kann sein, das ist mir jetzt auch...
26:53Sie haben die Rolle irgendwie angenommen.
26:56Danke.
26:59Ich muss mit Ihnen noch mal alleine reden.
27:02Corinna, ich bitte Sie, einen Moment draußen Platz zu nehmen.
27:04Was ist denn mit der Schwangerschaft? Ist das denn alles in Ordnung?
27:08Ich...
27:09Ich komme gleich zu dir.
27:12Ich verstehe ja, dass es meiner Frau unter den Umständen jetzt nicht so gut geht.
27:16Ja, sie ist selber ein bisschen durcheinander.
27:18Wenn sie wirklich schwanger ist, kann ich mir das schon vorstellen.
27:21Naja, aber es ist ja schon symptomatisch, dass Sie nicht sagen, ich gehe jetzt zu ihr, sondern dass Sie zu
27:26Ihrer Tochter sagen.
27:28Symptomatisch meine ich, dass Sie schon irgendwie eine eigenartige Präferenz setzen gegenüber Ihrer Tochter.
27:35Aber ich kann Sie erstmal beruhigen, Ihre Frau ist nicht schwanger.
27:41Doch nicht.
27:43Was ist denn das jetzt hier für ein Theater, Frau Kalwas?
27:46Ja, sie wollte gleichziehen.
27:47Ihre Tochter hat gesagt, ich bin schwanger und Ihre Frau hatte offenbar die Idee, ich habe nur eine Chance bei
27:53meinem Mann, wenn ich jetzt sage, ich bin auch schwanger.
27:54Doch, das ist doch völlig unangemessen.
27:56Wie kommt die...
27:56Die Frau ist eigentlich sehr vernünftig, verstehen Sie?
27:59Ich weiß gar nicht, warum sie jetzt dieses Spiel hier spielt.
28:03Was ist denn in Sie gefahren?
28:05Gucken Sie mal, ich mache das ja manchmal, dass ich den anderen zeige.
28:09Ihre Frau hat sich letztlich geschämt.
28:11Sie ist viel zu durcheinander und zu emotional bewegt, hat sie mir gesagt, um mit Ihnen zu reden.
28:17Sie hat mich gebeten, Ihnen sozusagen Ihre Lüge zu beichten.
28:22Sie ist kreuzunglücklich.
28:23Das ist unglücklich.
28:24Ihre Frau ist eifersüchtig auf Ihre Tochter.
28:27Ach, das gibt es doch nicht.
28:29Ich liebe meine Frau und habe es hier...
28:31Ich kann es ein Stück verstehen.
28:31Die letzten vier Jahre, seit Corinna weg war, da waren wir ein Herz und eine Seele, wie damals, bevor das
28:37Baby da war.
28:37Es war ja noch schöner.
28:39Wir haben so eine innige Beziehung jetzt gehabt.
28:41Ja, sie hatte überhaupt keinen Grund, eifersüchtig zu sein.
28:44Wolfram, das hätte ich vielleicht bis vor ein paar Minuten auch noch gesagt.
28:48Nur, als Sie gerade zu Ihrer Tochter sagten, ich komme gleich zu dir und mussten denken, noch denken, dass Ihre
28:56Frau Ihnen gerade gesagt hat, sie ist schwanger und sie ist schwanger...
28:58Ich muss mich zerreißen, beide brauchen mich.
29:01Ja, aber Sie haben sich entschieden.
29:03Nur, wenn das so ist, kann ich auch ein Stück nachvollziehen, dass Ihre Frau denkt, ich bin die Nummer zwei.
29:12Ja, aber das war sie doch nie. Sie hat doch immer meinen vollen Aufmerksamkeit.
29:15Aber so hat sie es erlebt.
29:17Auch Corinna natürlich, weil sie ein Kind ist. Es braucht doch den Schutz und die Hilfe.
29:21Das ist doch völlig normal, dass ein Vater sich um seine Tochter kümmert und gerade, wenn die Frau am Anfang
29:26es nicht kann...
29:26Keine Frage. Ich finde das auch ganz toll, dass Sie das gemacht haben.
29:29Dass Sie offenbar damals Vater und Mutter gleichzeitig waren für eine bestimmte Zeit.
29:34Ich habe aber weniger Verständnis für meine Frau, weil sie ist eine erwachsene Frau mit Lebenserfahrung
29:39und ich werde meine Tochter nicht auf die Straße setzen.
29:42Das ist von der Vernunft her richtig. Nur manchmal ist man, auch wenn man erwachsen ist, nicht ganz nur Erwachsener,
29:48sondern manchmal auch noch innen drin irgendwie ein Kind, das eifersüchtig ist, das trotzig ist, das sich ärgert.
29:54Und irgendwie ist Ihre Frau in dem Zustand. Und Sie haben einen Anteil daran.
29:57Man muss doch mit ihr reden können auf eine vernünftige Art und Weise.
30:00Und sie sperrt sich nur, sie blockt, sie hat keine Argumente angenommen.
30:03Sie bringt irgendwelche Fantastereien aufs Tapet.
30:07Sie sei schwanger. Wissen Sie, wie lächerlich das ist? Wie lächerlich sie sich damit macht?
30:11Ich habe ihr gesagt, es ist ein Stück kindlich, kindisch. Ja.
30:15Und ich glaube, das weiß sie, dass sie sich lächerlich macht.
30:18Sonst stünde sie hier und würde ihnen sagen, hör mal, ich habe richtig missgebaut.
30:22Ich schäme mich dafür. Aber ich hatte die Idee, ich lande nicht anders bei dir, als wenn ich dir sage,
30:27ich bin auch schwanger.
30:28Gut, mal dahingestellt. Was soll ich denn jetzt machen?
30:30Ja, ich bin verantwortlich für beide. Ich habe beide gleich lieb. Da gibt es überhaupt kein Thema.
30:36Vielleicht nochmal mit Ihrer Frau reden und versuchen, einen Kompromiss zu erzielen.
30:41Ja, wenn Sie sich öffnet, rede ich mit ihr.
30:42Denn Sie sind beide Eltern, auch wenn Ihre Frau momentan sich eher...
30:45Sie darf sich aber nicht sperren gegen das Kind. Das lasse ich nicht zu.
30:48Die Corinna braucht unsere Hilfe. Jetzt, wo sie schwanger ist, noch mehr.
30:53Und da erwarte ich von ihr, dass sie ihren Teil der Verantwortung übernimmt.
30:56Hanna, ich habe jetzt gerade gehört, das war jetzt ein... Ich weiß nicht, was hast du denn dabei?
31:01Ich will jetzt gerade nichts hören. Ich habe einen Entschluss gefasst.
31:03Und wenn meine Tochter wieder einzieht, wenn sie wieder einzieht, dann ziehe ich aus.
31:10Jetzt hör doch aber auf. Das ist ja wohl das aller...
31:13Nein, ich gehe dann.
31:14Hanna, jetzt machen Sie bei einem Schutz nach dem anderen.
31:16Warum denn? Ich fühle aber so, dann gehe ich eben.
31:20Dann sag doch, wie du fühlst und wir reden darüber, aber du überfällst mich hier mit einer Katastrophe nach der
31:25anderen.
31:25Du lässt nicht zu, dass unser Kind in Not, in der Notabendung zurückkommt und erzählst mir was von schwanger und
31:30dann doch nicht schwanger.
31:31Und jetzt willst du ausziehen, sag mal, was ist denn los?
31:32Hanna, was würden Sie denn bitte mal stoppen? Hört mir doch schon wieder nicht zu.
31:36Ich bin auch ein bisschen überfordert. Das tut mir leid.
31:38Ja, du bist überfordert. Ich vielleicht nicht.
31:40Ja, wovon denn? Das ist ja noch gar nichts passiert.
31:42Sie hören wirklich einander nichts.
31:44Entschuldigung.
31:45Das sag ich die ganze Zeit. Also, ich möchte ganz einfach, dass wir eine Zweisamkeit haben, so wie wir das
31:53auch bisher die letzten Jahre gehabt haben.
31:56Haben Sie doch.
31:56Das geht nicht, wenn Corinna einzieht. In dem Moment, wo sie einzieht, bin ich wieder außen vor, dann bin ich
32:02wieder Luft für dich.
32:03Das weiß ich doch ganz genau. Du liebst sie mehr als mich.
32:06Das ist doch Quatsch. Ich liebe euch beide auf verschiedene Art, aber doch nicht qualitativ.
32:12Ich bin dann gar nichts mehr wert für dich. Du siehst mich doch dann überhaupt nicht mehr.
32:15Wie kommst du denn auf die Idee? Ich lege dir alles zu Füßen. Wir haben die letzten vier Jahre so
32:20innig.
32:20Wir haben ein, das ist eine Harmonie zu Hause. Das können Sie sich nicht vorstellen.
32:24Und jetzt, ich verstehe diesen Kontrast nicht, was du hier dir ausdenkst.
32:29Oder haben Sie eine Idee? Gibt es da einen Namen dafür?
32:33Der Name ist momentan Eifersucht. Ihre Frau ist eifersüchtig auf ihre eigene Tochter.
32:40Und daran sind zumindest Sie beide beteiligt.
32:45Man kann doch mit Corinna reden, dass Sie...
32:47Fangen wir doch mal mit dem Punkt an, wo Sie angekommen sind.
32:50Sie haben, Ihre Tochter hat Sie gestern angerufen und hat gesagt, es geht mir schlecht, Papa.
32:54Sie haben sozusagen Mama und Papa, was Sie ja oftmals schon früh gemacht haben, in einem gespielt und haben gesagt,
33:00kein Problem, Kind, du kommst nach Hause.
33:02Sie haben es nicht für nötig gehalten, Ihre Frau zu hinterführen.
33:04Dafür habe ich Sie entschuldigt.
33:05Das heißt, Sie haben sie rausgeschmissen.
33:07Sie haben angefangen, mit Ihrer Tochter zu packen.
33:09Sie haben nicht gesagt, komm, so sieht es aus, wir gehen jetzt zu unserer Tochter, wir packen und wir holen
33:13die zu uns.
33:13Nein, das alles haben Sie nicht gemacht.
33:15Nee, hast du auch nicht.
33:16Weil du mir auch immer alles überlassen hast vorher.
33:18Moment, jetzt ist die dritte da.
33:20Ich verstehe überhaupt gar nicht, was ist denn hier die ganze Zeit los?
33:22Mama, ich will nicht, dass du irgendwie abtreibst oder so, ja?
33:26Ich treib nicht ab, es geht doch gar nicht um Abtreibung.
33:29Ich will nicht, dass du irgendwie nur, weil ich jetzt irgendwie ein Kind kriege und so, dass sie dann sagt,
33:35das eine, also mein Kind, ja, und deins, nicht.
33:38Aber lassen Sie, darum geht es doch gar nicht.
33:41Es geht doch gar nicht um Abtreibung oder Kind, ja oder Kind, nein.
33:46Sondern?
33:48Ich habe eben gelogen, ich kriege gar kein Kind.
33:52Mama ist ein bisschen durcheinander.
33:53Aber warum, warum hast du das nicht?
33:56Oh ja, das verstehe ich jetzt nicht.
33:58Was ist denn los, Mama?
34:02Ich wusste einfach eben keinen Ausweg mehr und dann habe ich einfach Blödsinn geredet.
34:07Das war Quatsch.
34:08Ich kriege kein Kind.
34:09Das war blöd.
34:10Das war doof.
34:11Das verstehe ich nicht.
34:12Ich möchte einfach nur...
34:14Also du hast es nur gesagt, weil du mich nicht zu Hause haben willst, ja?
34:20Kann man das so sagen?
34:21Nein, nein.
34:22Das klingt wie eine Riesenenttäuschung, aber das hat wahrscheinlich irgendwas...
34:24So, jetzt mal stopp.
34:26Also was ich jetzt einfach sehe, sind drei Leute, die alle unglücklich sind.
34:31Und ich möchte Ihnen gerne was zeigen.
34:33Man kann nicht die Vergangenheit rückgängig machen, das ist richtig.
34:35Aber ich möchte Ihnen etwas zeigen in der Hoffnung, dass Sie die Zukunft anders gestalten können.
34:39Und damit Sie verstehen.
34:41Ich möchte Ihnen gerne erklären, warum hier das Normalste der Welt nicht geschieht.
34:47Das Normalste der Welt ist, dass wenn eine Tochter in Not ist, auch wenn sie 24 ist oder wenn sie
34:5430 ist oder wenn sie 40 ist, die Eltern die Tür für sie aufmachen.
35:00Das Normalste der Welt ist hier nicht möglich.
35:05Das machen wir doch.
35:06So, fangen wir doch mal mit Ihrer Geschichte an.
35:08Das ist Ihr Haus.
35:09Am Anfang gab es nur Sie beide.
35:11Setzen Sie sich da rein.
35:17Sie gab es noch nicht, deshalb mache ich die Tür zu.
35:23Sie waren glücklich, haben Sie gesagt.
35:25Sehr.
35:26Als Sie Eltern wurden, als Sie wussten, Sie sind schwanger.
35:30Da haben wir uns auch gefreut.
35:31Ja.
35:32Beide zusammen gefreut.
35:33Mhm.
35:34Sie gucken Ihre Frau ganz verliebt an.
35:35Sie waren...
35:36Das war wunderschön.
35:38Ja, wir haben uns total gefreut und...
35:41Das war alles schön.
35:42Das war ja auch ein gewolltes Kind.
35:44Und dann kam das Kind.
35:46Kommen Sie mal zu uns.
35:48Sie war natürlich damals ein bisschen kleiner.
35:50Aber ich nehme an, Sie hatte den gleichen Zauber wie heute.
35:53Mhm.
35:54Sie konnten den Zauber nicht erleben.
35:56Wir wissen nicht warum.
35:57Das hätte man damals klären können, heute kann man das nicht klären.
36:00Mhm.
36:01Und es passierte was ganz Eigenartiges.
36:03Sie konnten sie nicht annehmen.
36:05Ja.
36:06Sie war in Fremd.
36:07Aber sie war ein Baby und sie war angewiesen.
36:09Deshalb musste Ihr Mann das übernehmen.
36:11Setzen Sie sich mal neben Ihren Vater.
36:13Ich hab nur als...
36:14Und Sie waren draußen.
36:17Sie hatten eine Wochenbettdepression.
36:20Ja, ich hatte eine Wochenbettdepression.
36:21Ich hab mich doch nur ums Baby gekümmert, solange du das nicht konntest.
36:25Ja.
36:27Und nachher...
36:27Das stimmt, aber...
36:29Hab ich mich um euch beide gekümmert.
36:30Im Moment stimmt das auch so, dass genau das, was wir jetzt gerade hier darstellen,
36:35genauso war unsere Beziehung ja auch, genauso war unser Familienleben.
36:39Aber warum?
36:39Ihr wart immer zusammen.
36:41Du warst doch hier bei uns.
36:41Und ich war immer alleine.
36:43Immer.
36:43Du warst doch...
36:44Ich bin der Klotz, der außerhalb ist und ihr seid eine Gemeinschaft.
36:49Ihr sitzt nebeneinander.
36:50Wisst ihr...
36:50Du darfst das nicht sagen.
36:52Das stimmt nicht.
36:53Wir waren doch immer zusammen.
36:54Wir waren nicht immer zusammen.
36:56Mama, guck mal, ich hab dich dann auch gefragt, willst du irgendwie mitfahren und mitkommen und Mama, das ist doch
37:03so...
37:03Wir wollten dich immer mit einbeziehen.
37:05Du hast immer gesagt, nein, mach das mal alleine.
37:08Ihr macht das so schön.
37:08Ihr habt das doch immer ganz schnell akzeptiert, wenn ich gesagt habe.
37:10Ja, selbstverständlich.
37:11Ihr hättet doch merken müssen, dass mir das wehtut, wenn ihr immer nur alles gemeinsam überstellt.
37:16Konfektieren, wenn du alleine sein wolltest, dann bliebst du alleine.
37:19Frau Kallers, die haben ein Hobby gehabt gemeinsam.
37:21Ich war außen vor Motorradfahren.
37:24Man muss sich ja Motorradfahren aussuchen.
37:25Ach, das heißt, und dann darf ich jetzt mal fragen, das heißt, das ist ja wahrscheinlich in der Pubertät gewesen,
37:30ne?
37:30Ich denke, am Anfang waren Sie ja noch ein Stück in den Raum, wenn gleich außen vor.
37:35Weil, sicherlich auch durch die Verhältnisse, aber auch dadurch, dass Sie sich nicht deutlich gemacht haben, Sie ein richtiges Papakind
37:42war.
37:42Sie haben gestern Ihren Vater angerufen und haben gesagt, mein Freund,
37:46hat mich rausgeschmissen.
37:48Nicht die Mutter, sondern Ihren Vater.
37:50Das heißt, Ihr Vater hatte offenbar doch eine ganz große Bedeutung für Sie.
37:54Das hat sich entwickelt.
37:55Und das hat sich offenbar, kommen Sie mal her, das nehme ich jetzt mal auf, in der Pubertät noch intensiviert.
38:01Denn am Anfang waren Sie noch im Raum und mussten sich ja mit um Ihre Tochter kümmern.
38:05In der Pubertät hat Sie offenbar selbst die Wochenenden teilweise mit Ihrem Vater verbracht.
38:12Aber Sie sind mit Ihrer Tochter auf Motorradtour gefahren.
38:17Sie hätte ja mitkommen können. Wir haben Sie immer gefragt. Kino, egal was.
38:21Seht Ihr, wo ich sitze?
38:22Aber so war das doch gar nicht gemeint, Mama.
38:24Seht Ihr jetzt, wo ich sitze?
38:25Das ist eine falsche Darstellung, das stimmt nicht. Du warst immer hier.
38:28Genau richtig. Ich bin Stück für Stück aus dieser Familie gedrängt worden.
38:32Stück für Stück von Euch weggerückt worden.
38:46suscribette.
39:15Verschreibung.
39:45Untertitelung des ZDF, 2020
39:49Ich bin Stück für Stück aus dieser Familie gedrängt worden, Stück für Stück von euch weggerückt worden.
39:55Sie haben das nie gesehen.
39:57Mama, du hättest noch was sagen können.
40:00Sie hat es nicht gesagt, Sie haben nichts gesagt, Sie waren wirklich ahnungslos.
40:05Ihnen muss vielleicht der Unterschied aufgefallen sein, Corinna, zwischen Ihrer Mutter und anderen Müttern,
40:11aber eigentlich waren Sie ahnungslos, denn Sie sind in diese Beziehung reingewachsen.
40:15So, und jetzt sind wir am Konfliktpunkt.
40:17Ihre Tochter ging raus. Sie zog aus zu Ihrem Freund.
40:20Sie waren wieder dort.
40:23Sie saßen da, wo Sie hinwollten.
40:25Und Ihre Tochter war gut untergebracht.
40:27Sie haben gesagt, Ihr Mann hatte engen Kontakt mit seiner Tochter.
40:30Er hat sie häufig angerufen, sie hat ihn häufig angerufen.
40:33Aber Sie waren wieder ein Paar.
40:35Wie war das für Sie, Wolfram, für Sie und Ihre Frau?
40:39Siehst du das denn jetzt?
40:40Die Kleine war weg und wir sind zusammengerückt und waren die früher zusammen.
40:43Und das war wunderschön, bis heute.
40:45Und was wäre, wenn Corinna wiederkommt?
40:47Wo wäre dann mein Platz?
40:49Wer der denn wieder vor der Tür?
40:51Sie wäre in der Mitte zwischen uns oder bei uns.
40:54Das geht jetzt darum, das zu verstehen.
40:57Aus dem Grund sind Sie gekommen.
40:59Das ist Ihre Angst, die Sie hat sagen lassen, ich will nicht, dass Sie einzieht.
41:04Das war nicht die Angst, dass Sie für Sie die Wäsche waschen müssten.
41:07Das war Ihre Angst, dass Sie diesen Platz räumen müssen.
41:10Ich war doch immer für alle da.
41:12Das war Ihre Angst, als Sie gesagt hat, ich bin auch schwanger.
41:15Sie wollte Gleis ziehen, Sie hatte Angst um diesen Platz.
41:19Können Sie es nicht verstehen?
41:20Für mich war es einfach kein Thema, das irgendwie zu unterscheiden.
41:24Ich war von Anfang an darauf gepolt, Verantwortung zu haben, schon als Kind, als ältester Bruder von zwei Schwestern.
41:30Ich habe diese Vater- und Mutterrolle zeitweise gleichzeitig ausgeübt.
41:33Es gibt die Vergangenheit, die vieles erklärt.
41:38Aber jetzt sind wir in der Gegenwart.
41:40Und es geht darum, etwas zu klären und zu verstehen, dass Sie die Zukunft ändern können.
41:45Wie können Sie Ihrer Frau momentan helfen, dass sie das leben kann, was sie auch möchte,
41:51nämlich dass sie auch zeigen kann, ich habe meine Tochter lieb.
41:55Zeig es.
41:56Lass sie rein.
41:57Ich werde jedenfalls nicht zulassen, dass sie vor der Tür bleibt.
42:00Ich werde sie reinholen.
42:02Aber Mama, hast du mich denn überhaupt lieb?
42:05Natürlich habe ich dich lieb.
42:07Was ist denn das für eine Frage?
42:08Aber du willst mich nicht wieder nach Hause lassen.
42:11Ich werde dich weiterhin auf Händen tragen.
42:14Ich werde alles für dich tun.
42:17Jetzt sei doch nicht so stur.
42:18Wir lassen die Kleine rein.
42:19Seien Sie doch nicht so stur.
42:21Ich.
42:22Was werden Sie tun?
42:23Ich öffne die Tür und lass das Kind herein.
42:25Denken Sie an die Ausgangssituation.
42:28Ihre Tochter saß neben Ihnen.
42:31Und Ihre Frau saß da, beziehungsweise ganz draußen.
42:35Ihre Frau hat vorhin zu mir gesagt, es ist so, als wenn, obwohl ich ja weiß, dass es so etwas
42:40nicht ist,
42:41aber in Ihrer Fantasie, als würde eine Geliebte einziehen.
42:44Und ich werde wieder vertrieben.
42:45Sehen Sie doch bitte mal Ihren Anteil.
42:47Ich sehe meinen Anteil und ich werde alles tun in Zukunft, damit dieses Missverständnis nicht weiter existiert.
42:54Dann aber nur unter der Voraussetzung, dass unsere Tochter kurzfristig als Gast einzieht, aber nie...
43:01Was auch immer, Hauptsache, du bist auch glücklich.
43:03Das ist mir ganz wichtig.
43:04Ich will auch glücklich.
43:04Ich will, dass du glücklich bist.
43:06So, setzen Sie sich bitte hin.
43:08Nehmen Sie jetzt mal Ihr Höckerchen.
43:09Mama, ich...
43:10Nehmen Sie jetzt bitte Ihr Höckerchen.
43:12Und stellen Sie es dahin, wo Sie sein lieben.
43:15Warte, aber nur für dich da sein.
43:18Sie ist doch keine Rivalin.
43:22Derjenige, der was begriffen hat, ist Ihre Tochter.
43:29Gucken Sie, wo sie sich hingesetzt hat.
43:32Mama, ich will das aber nicht, wenn du das nicht willst.
43:37Ich will das nur, wenn du dich dadurch nicht verletzt fühlst.
43:47Und ich werde dir beweisen, dass du für mich mein Ein und Alles bist.
43:52Ich möchte, dass Sie sehen, Wolfram, wo Ihre Tochter sich hingesetzt hat.
43:56Sie saß die ganzen Jahre dort in der Fantasie Ihrer Frau, wo jetzt Ihre Frau sitzt.
44:03Und um diesen Platz hat sie gekämpft.
44:05Nur deshalb hat sie gesagt, ich will nicht, dass sie nicht nach Hause kommt.
44:08Nicht, weil sie Ihre Tochter nicht liebt.
44:10Sondern weil sie dachte, sie ist dann wieder draußen.
44:13Ihre Tochter sagt ganz klar, ich will nichts anderes als das.
44:17Ich will euer Kind sein.
44:19Beziehungsweise euer erwachsenes Kind, das momentan in Not ist.
44:22Genau, als erwachsenes Kind ist das auch ein guter Platz hier bei uns.
44:27Und du bleibst an meiner Seite.
44:30Komm mal her.
44:34Vielleicht werden sich auch mal Situationen ergeben, wie die.
44:42Setzen Sie sich jetzt beide mal hin.
44:51Und wie ist es für Sie, das zu sehen?
44:53Das ist auch schön.
44:55Jetzt müssen Sie mal zugucken.
44:57Ist das okay?
44:58Total.
44:58Das ist in Ordnung.
44:59Es ist neu und es ist wunderschön, wenn die zwei so beieinander sind.
45:04Ich habe kein Problem damit.
45:08Also ich denke, jetzt haben wir was ein bisschen geklärt.
45:12Dennoch bin ich der Meinung, es ist nicht zu Ende.
45:14Und zwar vor allen Dingen zwischen Ihnen beiden.
45:17Bleiben Sie bei Ihrer Entscheidung.
45:18Sie nehmen sie auf.
45:20Sie wird sich was Neues suchen.
45:22Irgendwann.
45:23Sie werden gemeinsam wissen, wann es soweit ist.
45:25Aber Sie müssen noch ein bisschen miteinander arbeiten.
45:28Ich stelle mich zur Verfügung.
45:29Ja?
45:30Ja, danke.
45:31Gut.
45:32Ich danke Ihnen.
45:33Tschüss.
45:46Korinna ist wie vereinbart vorübergehend bei ihren Eltern eingezogen.
45:50Sie hat bereits eine eigene Wohnung gefunden und wird bald in ihrer eigenen Tierwände ziehen.
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