- vor 2 Wochen
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00:00Olaf, was kann ich genau für Sie tun?
00:02Frau Kalvers, ich bin völlig verzweifelt.
00:04Also meine Frau, die benachteiligt eine unserer Töchter.
00:08Und ich habe das Gefühl und auch die Angst, dass unsere Ehe dabei zerbricht.
00:21Wie alt ist denn Ihre Tochter?
00:23Die Romy, die ältere ist 15 Jahre alt.
00:25Und sie ist 8?
00:25Die Kleine ist 8 Jahre alt, ja.
00:29War das immer so?
00:31Ja, also meine Frau Dana, die bevorzugt eigentlich schon immer mehr die Kleine, die 8-Jährige.
00:37Aber erst mal war sie ja alleine da.
00:39War das Verhältnis denn immer gestört zwischen der Romy, Ihrer Älteren und Ihrer Frau?
00:43Nein, eigentlich nicht.
00:44Also meine Frau, die ist auch sehr, sehr tough und ist eine sehr starke Persönlichkeit.
00:48Und wir konnten auch früher immer über alles reden.
00:49Und wir waren eine sehr, sehr gute Familie.
00:51Also ich meine, ich kenne meine Frau seit 18 Jahren.
00:54Wir haben ein Jahr, nachdem wir uns kennengelernt haben, auch gleich geheiratet.
00:57Und das war eben nie so gewesen.
01:00Aber seit Greta dann da ist, wird sie immer, immer bevorzugt.
01:05Und sie bekommt auch alles.
01:06Sie darf sich immer mehr Sachen kaufen als Romy oder sie kriegt auch immer extra Würste.
01:12Haben Sie denn eine Erklärung dafür?
01:13Nein, überhaupt nicht.
01:14Also man hat ja manchmal so seine eigenen, hausgemachten Erklärungen.
01:17Nein, überhaupt nicht.
01:17Genau das ist das Problem.
01:19Also ich liebe meine beiden Töchter.
01:21Und das Problem ist auch, ich kann mit meiner Frau, ich kann mit ihr nicht mehr reden.
01:27Es ist wie wenn ich gegen die Wand rede.
01:29Sie blockt ab, sie hat immer wieder Ausreden, wenn ich hier irgendwas erzähle diesbezüglich.
01:33Entschuldigung.
01:34Und die Dana ist jetzt da.
01:36Ja, aber Sie wollen sich ja mit ihr auseinandersetzen.
01:38Ja, ich habe mir einen Zettel hingelegt, dass sie doch bitte kommt.
01:40Aber ja, nicht so spät.
01:44Das finde ich natürlich toll, dass du zwar noch kommst, aber natürlich nicht pünktlich bist du nicht da.
01:49Ich musste mit Greta eben noch zum Bäcker.
01:51Ich verstehe sowieso nicht.
01:52Ja, war ja klar, dass wieder was mit Greta ist.
01:53Ja, ich verstehe sowieso nicht, was das hier soll.
01:54Was wollen wir hier überhaupt?
01:56Du weißt genau.
01:57Und warum hast du den Termin hinter meinem Rücken gemacht?
01:58Du weißt ganz genau, was wir hier wollen.
02:00Nein, das weiß ich eben nicht.
02:01Doch, seit zwei Tagen ist unsere Tochter bei der Tante.
02:04Und dir scheint es völlig egal zu sein.
02:06Dich interessiert das überhaupt nicht.
02:07Ja, aber was ist denn das so ein Problem?
02:09Das verstehe ich nicht.
02:10Ja, das ist ein Problem, weil es so nicht weitergeht.
02:12Ich muss noch mal etwas klärend eingreifen.
02:14Ihr Mann hat mir gerade erzählt, dass ihre Tochter zu ihrer Schwester gezogen ist.
02:18Ist doch richtig, oder?
02:18Ja, gezogen ist sie nicht.
02:20Also sie sind ja hingezogen, sie übernachtet gerade mal da.
02:22Was heißt übernachtet?
02:23Sie kommt überhaupt nicht nach Hause seit zwei Tagen.
02:25Ja, aber es gab ja wohl tatsächlich einen Anlass, nämlich ihre Tochter hat eine Theateraufführung
02:29und sie sind zu dieser Theateraufführung nicht gegangen, weil ihre jüngere Tochter, Greta, Bauchschmerzen hatte.
02:35Genau.
02:36Und das scheint ihre Tochter sehr getroffen zu haben.
02:38Und jetzt komme ich aber auf den wesentlichen Punkt.
02:40Ihr Mann sagte zu mir, das hat System.
02:42Dass sie ihre, dass ihr den Eindruck hat, dass sie ihre ältere Doktor sträflich vernachlässigen.
02:47Nein, also ganz bestimmt nicht.
02:49Das tue ich nicht.
02:50Also ich gebe zu, wir haben vielleicht ein bisschen Probleme in letzter Zeit.
02:53Klar, sie ist 15, da pubertiert sie.
02:55Ein bisschen Probleme.
02:55Macht da, also provoziert auch und schlägt auch mal die Türen und wir können da schlecht miteinander reden, aber im
03:01Großen und Ganzen.
03:02Sie sagen jetzt, das ist eher die Pubertät, die ist schwierig, nachzustehen.
03:06Ja, auf jeden Fall.
03:07Ach, das ist doch albern.
03:07Was natürlich sein kann.
03:09Also in der Pubertät gehört ja die Abgrenzung dazu und damit auch mal ein bisschen Krach.
03:13Nun ist das natürlich für mich jetzt schwierig, Ihnen zu helfen, denn entweder Sie übertreiben, was sein kann, oder Sie
03:19untertreiben.
03:19Ich meine, das ist ja nicht nur so, dass es mir auffällt, es fällt ja auch eben meiner Schwiegermutter ein,
03:23ja, und meiner Schwägerin.
03:25Ja, was mischen die sich überhaupt ein?
03:26Ja, das werden wir ja noch sehen, ja, also...
03:29Wie, das werden wir noch sehen?
03:30Ja, das werden wir gleich sehen.
03:32Werden wir gleich sehen.
03:34Sag bloß, die hast du auch noch eingeladen.
03:35Ja, die habe ich auch gebeten zu kommen, weil es einfach wichtig ist.
03:38Das ist Ihre Schwester, bei der jetzt Ihre Tochter wohnt?
03:41Genau, genau.
03:42Ich verstehe die ganze Sache überhaupt nicht.
03:44Darf ich dir nochmal hören, also, was haben Sie denn für eine Erklärung dafür, dass Ihre Tochter zu Ihrer Tante
03:49gezogen ist?
03:51Da wird sie verwöhnt, da wird sie verhätschelt, da bekommt sie alles.
03:54Ja, da kümmert sie sich auch, du kümmerst dich auch nicht um sie.
03:57Und ich muss ja auch Grenzen setzen, ich habe halt die Erziehungsaufgaben.
04:00Aber was...
04:00Und die übernimmt meine Schwester natürlich nicht.
04:02Darf ich dir mal fragen, wir haben ja jetzt momentan keine Ferien, ne?
04:04Das heißt, Ihre Tochter ist nach der Theateraufführung zu Ihrer Tante gegangen.
04:07Sie ist direkt an den Markt.
04:08Geht von da aus zur Schule.
04:09Haben Sie denn mal angerufen, haben gesagt, hör mal, du gehörst nach Hause?
04:13Ja.
04:14Hast du dich drum gekümmert?
04:15Ich war arbeiten.
04:16Ja, sie kann sich doch genauso bei mir melden.
04:18Und warum soll sie...
04:19Sie ist bei meiner Schwester gut aufgehoben.
04:21Du erwartest jetzt von einer 15-Jährigen, dass sie sich nach dem, was du dir geleistet hast, einfach bei dir
04:25meldet.
04:25Was habe ich mir denn geleistet?
04:26Sollte ich mein krankes Kind alleine zu Hause lassen?
04:28Du weißt, Dana, du weißt genau, wie wichtig ihr der Auftritt war.
04:30Ja, aber ich kann die Kleine doch nicht krank alleine zu Hause lassen.
04:32Und wie wichtig es ihr war, dass die ganze Familie dort an diesem Auftritt zusammen war.
04:35Also Greta ist richtig krank.
04:36Ja, sie hatte Bauchschmerzen.
04:38Können Sie ihr Kind zu Hause alleine lassen, wenn es krank ist?
04:40Das geht doch nicht, oder?
04:41Das macht man nicht.
04:42Also sie ist immer noch krank.
04:43Ich meine, mir geht es jetzt darum, dass ihre Tochter nicht angerufen wird.
04:49Frau Kalbers.
04:49Romy ist seit zwei Tagen bei ihrer Tante.
04:53Und Sie sagen natürlich, sie ist alt genug.
04:55Nichtsdestowen ist es auch ein Zeichen für einen heranwachsenden jungen Menschen, wenn man anruft und sagt, komm bitte nach Hause,
05:02denn das ist auch eine Form von Interesse.
05:04Frau Kalbers.
05:05Man kann natürlich wettern und sagen, ich komme nicht nach Hause, aber es ist ein Zeichen von Interesse.
05:09Es ist mir wichtig, dass du nach Hause kommst.
05:12Ja, das hat er doch übernommen.
05:15Als ich nach der Theateraufführung nach Hause kam, wissen Sie, wen ich da vorgefunden habe, meine Frau mit Greta im
05:22Wohnzimmer auf dem Sofa Gummibärchen essen.
05:25So viel zum Thema, ja, die Kleine ist ja krank und hatte Bauchschmerzen.
05:29Du verwöhnst das Kind, die weiß genau, wo sie dich trifft.
05:33Die weiß immer genau, wo sie dich trifft.
05:35Du weißt aber auch, dass kranke Kinder immer das bekommen, was sie auch gerne haben möchten, damit sie einfach schneller
05:39gesund werden und damit sie über ihre Krankheit dem Weg kommen.
05:42Ja, klar.
05:42Das war schon immer so.
05:44Ja, komm, erzähl mir nichts.
05:46Ich verstehe das alles nicht. Ich weiß auch nicht, was das soll.
05:49Sie haben gerade gesagt, Sie haben Ihre Schwiegermutter und Ihre Schwägerin eingeladen.
05:52Ja, das fehlt auch noch.
05:54Warum?
05:55Zum einen, weil beide genau diese Problematik, wie ich sie geschildert habe, aussehen, dass sie nämlich sich nur um Greta
06:05kümmert und die andere Tochter praktisch völlig missachtet und sie genau die gleichen Gründe...
06:11Ich missachte Romy nicht.
06:13Ach, natürlich ist das so.
06:13Vielleicht können wir uns darauf einigen, Dana.
06:17Dana, ich hole einfach Ihre Mutter und Ihre Schwester hinein, denn ich sage noch einmal, wenn es so ist, und
06:23das heißt ja gar nicht, dass Sie da irgendwas absichtlich machen, das kann passieren, dann ist es ein Problem, denn
06:28eine Ungleichbehandlung ist lebensprägend.
06:31Es prägt wirklich die Einstellung gegenüber den Menschen später in ganz außergewöhnlicher Weise.
06:36Ja, wem sagen Sie das?
06:38Ja, ich will einfach, dass die Tochter, dass Romy wieder nach Hause kommt.
06:44Reicht das nicht schon, dass du mich hierher gezerrt hast?
06:46Nein, es muss jetzt sein, es muss jetzt sein.
06:48Ich verstehe das einfach.
06:50Also, so weit ist es gekommen, dass Olaf jetzt schon therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen muss.
06:56Ja, die braucht er vielleicht auch.
06:57Und Romy kommt nicht mehr nach Hause, ist seit zwei Tagen bei Toni.
07:01Ja, sag mal, merkst du denn nicht, was da los ist?
07:03Was geht dich das überhaupt an?
07:04Warum kümmerst du dich nicht?
07:05Hast du denn gar keine...
07:06Willst du mir Erziehung zu leiden?
07:09Was soll das?
07:09Was willst du überhaupt?
07:10Ich glaube, du kommst mir nicht ganz weiter.
07:12Dana, deine Tochter ist seit zwei Tagen bei mir.
07:15Was willst du jetzt überhaupt von mir?
07:16Weißt du eigentlich, wie verletzt deine Tochter ist?
07:19Wie sehr sie sich auf diese Theateraufführung gefreut hat?
07:21Ach, das ist doch Quatsch.
07:22Ja, natürlich.
07:22Und wie traurig sie ist, dass du nicht dabei warst?
07:26Ja.
07:26Ihr wart doch da.
07:27Ihr wart doch alle da und haben zugeschaut.
07:29Dana, aber es geht doch darum, dass du hättest da sein müssen.
07:33Dana, ich hab...
07:33Du hättest uns doch fragen, dass die Wanken auch auf sie aufgelassen sollen.
07:37Ich hab die Tränen von ihr gesehen.
07:38Nein, ihr habt euch schon noch nie um Greta gekümmert.
07:40Ich hab die Tränen von ihr gesehen.
07:41Das stimmt doch überhaupt nicht.
07:43Das ist nicht wahr.
07:43Ach, ihr kümmert euch schon nie um Greta.
07:45Da muss ich doch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit an ihr gegenüber.
07:47Warum?
07:48Weil du dich hauptsächlich um Greta kümmerst.
07:50Also ich würde jetzt mal sagen, stopp.
07:52Denn jetzt drängen sie natürlich alle.
07:55Dana noch mehr in die Ecke.
07:56Und sie kann gar nicht vielleicht zum Stückchen Einsicht kommen.
07:59Ich weiß nicht, was ich einsehen soll.
08:00Also vielleicht, dass Greta nicht so krank war, dass sie wirklich eine Theateraufführung,
08:06das ist was Wichtiges, auch mit 15 Jahren da vorne zu stehen, vor dem Publikum zu stehen
08:10und zu sagen, da sitzt meine Mutter, mein Vater, meine Oma, meine Tante und die gucken mir zu.
08:16Ja, das tat mir auch schon ein bisschen mehr.
08:17Die Person sitzt nicht da, nämlich die Mutter und die kleine Schwester.
08:20Und sie sitzen hinterher da und essen mit ihr Gummibärchen, sodass ich mich frage,
08:24haben sie da die richtige Gewichtung vorgenommen?
08:26Also es tat mir schon leid, dass ich nicht dabei sein konnte.
08:29Natürlich tat es mir leid, aber ich kann auch die Kleine nicht alleine zu Hause lassen.
08:33Dana, von Schwester zu Schwester, kannst du dir das dann ungefähr vorstellen?
08:37Du hast dich nicht...
08:38Ach, jetzt bist du plötzlich Schwester?
08:40Jetzt plötzlich?
08:41Was soll das denn jetzt?
08:42Ich bin immer deine Schwester und nicht nur heute.
08:44Schaff dir mal eigene Kinder an, dann weißt du auch, wie das ist, überhaupt Kinder groß zu ziehen.
08:47Dana, es hat damit überhaupt nichts zu tun.
08:48Du hast überhaupt keine Ahnung, du hast ja ganz große Redenschwingen.
08:52Natürlich hat da was mit zu tun.
08:53Ja, super.
08:55Ich weiß nicht, wie ruft.
08:56Ich gehe mal gucken, hat jemand zu stehen.
08:57Mama!
09:05Was ist hier schon wieder los?
09:07Die gibt mir nicht den Gamer, ich frage sie den ganzen...
09:09Romy, was soll das?
09:10Sag mal, bist du nicht langsam mal erwachsen genug?
09:13Kannst du dich nicht mal als große Schwester aufführen?
09:15Was ist schon wieder vorgefallen?
09:17Musst du sie immer ärgern?
09:21Hallo, ich sage erstmal guten Tag.
09:22Du bist die Romy, ja?
09:23Hi.
09:23Meine Güte, wohin kann man dich mit hinnehmen?
09:27Was soll das immer?
09:31Ja, wie sehen Sie, Sie macht Probleme.
09:33Jetzt ist, glaube ich, erstmal wieder gut.
09:35Was ging es eigentlich?
09:36Ich habe Gameboy gespielt, ich kam nicht mehr weiter.
09:39Dann habe ich gefragt, kannst du mir helfen?
09:43Und dann hat sie gesagt, ja, und dann hat sie die ganze Zeit damit gespielt und ich wollte den wieder
09:49haben, hat sie mir nicht gegeben.
09:52Ja, und deshalb hast du dann so laut geschrien.
09:54Ja.
09:54Was spielst du überhaupt noch mit dem Ding?
09:56Ich habe doch nur geholzen.
09:57So, ich glaube, es ist ein bisschen Ruhe eingekehrt.
10:00Jedes Mal das selbe.
10:00Ich würde gerne mal mit Ihnen alleine reden.
10:02Warum? Wozu das jetzt?
10:08Ja, aber wenn Mama geht, dann nervt mich die.
10:13Der Alex, der passt schon.
10:14Ich bleibe hier bei euch.
10:15Ich nervt keiner.
10:16Das ist eine sehr gute Idee.
10:17Ich komme gleich wieder, dauert nicht lange.
10:19Vertragt euch mal und du passt mal ein bisschen auf sie auf.
10:21Der Alex kennt sich gut mit streitenden Geschwistern aus.
10:24Oh ja.
10:29Ist der denn jetzt weitergekommen?
10:30Wo ist er denn überhaupt?
10:31Weiß ich nicht.
10:33Ach, hier.
10:33Ach, wo, da sitzt drauf.
10:38Sie waren ja gerade etwas indigniert, verstorchisch, als ich gesagt habe, ich möchte mit Ihnen reden.
10:44Hatten Sie wirklich Angst um Greta?
10:46Ja, Sie haben es doch gesehen.
10:47Das ist jedes Mal, so haben Sie sich das Foto angehört.
10:49Was ich gesehen habe, ist, dass die zwei sich gestritten haben, dass es in der Regel zwei Meinungen oder zwei
10:55Sichten der Dinge gibt.
10:57Und was ich auch gesehen habe, ist, dass sie nicht die zweite Sicht angehört haben, sondern sofort die Sicht der
11:02Jüngeren angenommen haben.
11:04Das heißt, es hat ein bisschen das bestätigt, was ihr Mann sozusagen nahegelegt hat.
11:08Ich kenne doch meine Mädchen.
11:09Ich weiß doch, wie sie sind.
11:10Das ist doch nicht das erste Mal, dass so etwas vorkommt.
11:12Ich habe noch das Foto gesehen.
11:14Was war die Kleine beim Vordergrund, die Große dahinter und hat hier einen Vogel gezeigt.
11:19Ein Victory-Zeichen.
11:20Ja, gut.
11:21Ja, Hasenohren oder so.
11:22Aber sie hat auch wieder geärgert.
11:25Und das geht immer so.
11:27Gut, das ist aber wahrscheinlich in anderen Situationen so, dass sie ihre kleine Tochter Techniken hat, um ihre große Tochter
11:33zu ärgern.
11:34Das meine ich mit der Ausgeglichenheit zwischen Geschwistern findet eine eigene Dynamik statt.
11:39Und wenn die natürlich merken, dass einer der beteiligten Elternteile ganz eindeutig auf die eigene Seite zu ziehen ist, dann
11:47spielen sie darauf Klavier.
11:48Und ich habe schon bei ihrer Kleinen das Gefühl, dass sie ein bisschen übertreibt, als sie gerade sagte, wenn die
11:52Mama dann mit ihnen reingeht, dann haut die mich doch wieder.
11:54Ach, das ist ganz normal in dem Alter auch.
11:58Sie ist noch relativ klein.
12:00Und Romy ist groß, nicht älter.
12:02Sie ist wesentlich älter.
12:03Und sie muss sich doch auch mal ein bisschen als ältere Schwester auch benehmen können.
12:06Aber auch wenn man älter ist, auch wenn man in der Pubertät ist, hat man Gefühle.
12:10Und das ist etwas, was ich auch gesehen habe.
12:12Die Kleine drängte sich an sie, schmiegte sich an sie, sie war sicher.
12:16Und ihre große Tochter hatte ganz traurige Augen.
12:20Die war nicht wütend, die war traurig.
12:22Ich glaube, das sehen Sie ganz falsch.
12:24Wir haben im Moment ein paar Differenzen.
12:26Das geht so seit einem Jahr ungefähr, seitdem sie eigentlich in der Pubertät ist.
12:29Vorher war alles in Ordnung.
12:30Ich muss mal was fragen.
12:30Also Sie zwei sind ja auseinander...
12:33Sieben Jahre.
12:34Sieben Jahre.
12:34Wollten Sie noch ein zweites Kind?
12:35Ja, auf jeden Fall.
12:36Wollte ich noch ein zweites Kind.
12:37Haben Sie extra so lange gewartet?
12:40Ja, es klappt ja nicht unbedingt immer sofort beim nächsten Mal.
12:42Also Sie hätten schon gerne...
12:43Es wäre schon eher schön gewesen.
12:45Es hat aber nicht sofort funktioniert.
12:47Klar, wir wollten auch ein bisschen Zeit dazwischen haben,
12:49damit wir uns auch um die Kinder oder um das erste Kind auch vernünftig kümmern können.
12:54Und dann hat es halt länger gedauert.
12:56Wie war denn Ihre Beziehung zu Romia, als Sie zur Welt kamen?
12:59Sehr gut.
13:01Ich habe mein Kind geliebt.
13:02Es war da.
13:02Es war einfach wunderschön.
13:04Es war mein Kind.
13:08Nun war Romia immerhin schon sieben und war damit schon fast ein Einzelkind.
13:12Dann kam die Kleine.
13:13Und wie sind Sie denn damit umgegangen, dass nicht eine solche Eifersucht entsteht,
13:18was ja auch ein Stück normal ist?
13:21Ja, da muss ich vielleicht auch noch ein bisschen zurückgreifen.
13:24Also es war schon so, dass ich während meiner Schwangerschaft Probleme hatte mit Greta,
13:28dass ich viel liegen musste.
13:29Da war Romy dann auch viel bei meiner Mutter oder bei ihrer Tante.
13:32Und die haben sich dann um sie gekümmert, klar.
13:35Und als Greta dann auf der Welt war, ja, da hatte sich das bei denen auch schon so eingespielt,
13:39dass ja Romy immer bei denen war oder oft bei denen und ist auch öfter bei denen geblieben.
13:46Und Greta war auch nicht so einfach.
13:47Da musste ich mich dann auch intensiver um sie kümmern.
13:50Ja, und sonst war aber alles okay.
13:51Das hört sich für mich so an, als wäre so sozusagen nach der Geburt von Greta.
13:54Auf der einen Seite sie und Greta und die anderen in ihren Augen haben sich sehr intensiv um Romy gekümmert.
14:00Also ihre Schwester und ihre Mutter.
14:02Ja, sie haben sich intensiver um Romy gekümmert als um Greta.
14:06Und das habe ich auch so ein bisschen versucht auszugleichen.
14:10Aber ich mache keine Unterschiede zwischen den Kindern, auf keinen Fall.
14:14Und ich vernachlässige Romy nicht.
14:17Ich weiß nicht, wie alle darauf kommen.
14:19Ich weiß nicht, was das soll.
14:19Diese Theateraufführung gestern, ich muss das nochmal fragen.
14:22Ja.
14:23Entschuldigung, Kalfas, könnten Sie kurz mal kommen?
14:26Entschuldigung.
14:29Was ist los?
14:30Sie sind ganz aufgeregt, was ist los?
14:31Ich glaube, kommen Sie kurz mal raus.
14:32Ihr Romy hat sich gerade selbst verletzt, irgendwie mit einem Messer oder mit irgendwas.
14:36Blutet ganz deutlich.
14:44Nein, nein, nein, nein, nein, nein.
14:46Setz dich mal hin.
14:47Ich wollte dir mal was zum Verletzten.
14:48Kommen Sie mal hier rüber.
14:49Da bitte.
14:51Greta, ich habe jetzt was mit deiner Schwester zu besprechen.
14:53Okay.
14:54Okay, und du bleibst bitte da.
14:58Mach dir keine Sorgen, ja?
15:02Ich wollte jetzt eigentlich gar nicht, dass das jetzt jemand sieht.
15:11Du hast dich geritzt, ne?
15:13Du hast dich selbst verletzt.
15:17Lass mich mal.
15:22Guck mal her.
15:25Ähm.
15:29Machst du das häufiger?
15:30Ja.
15:33Manchmal.
15:34Was ist das hier?
15:36Von heute?
15:39Ja.
15:41Geht das?
15:41Tut das weh?
15:42Nein, es geht.
15:43Ich habe es nur...
15:44Darf ich hier nochmal gucken?
15:46Das ist auch von heute.
15:48Was ist manchmal?
15:52Manchmal, wenn ich einfach...
15:53Wenn ich nicht mehr weiß, wohin mit der ganzen Wut, die ich habe.
15:57Wie gerade mit meiner Mutter.
16:01Wie sie direkt reingekommen ist und mich angeschimpft hat und nicht gefragt hat, was passiert ist.
16:06Und ich sofort die ganze Schuld bekommen habe.
16:11Wie es eigentlich immer ist.
16:14Und dann tut es ganz gut.
16:18Wann hast du es zum ersten Mal gemacht?
16:21Wann hast du es zum ersten Mal gemacht?
16:23Schon lange hier?
16:24Vor...
16:26Vor einem Monat, da...
16:29Als es Zeugnisse gab und ich mir Mühe gegeben habe in meinem Zeugnis,
16:35um meiner Mutter zu zeigen, dass ich was kann und dass ich gut bin und nach Hause gekommen bin
16:40und meine Mutter nur Augen hatte für das Zeugnis von Greta, für das Grundschulzeugnis
16:44und meins mit keinem Blick gewürtet hat.
16:47Dann war ich einfach so wütend und ich bin ins Bad gegangen und ich hatte...
16:52Ich hatte es eigentlich gar nicht vor, aber ich habe die Nagelschere gesehen und es hat einfach gut getan.
16:59Einmal ein richtiger Schmerz und dann fließt alles ab.
17:05Das heißt, das gibt dir auch so ein Gefühl von großer Erleichterung.
17:09Ich bin danach einfach entspannter.
17:12Ich kann normal ins Bett gehen und muss nicht die ganze Nacht reinen.
17:18Dennoch, auch wenn ich das verstehe und ihr sehr sicherlich unter euch Mädchen auch über sowas manchmal redet,
17:25ist ja nicht unüblich in eurem Alter.
17:29Du weißt, dass es gefährlich ist und dass es eigentlich Mist ist.
17:34Was habe ich denn sonst für eine Chance?
17:36Ich kann mit meiner Mutter nicht reden.
17:39Meine Mutter und meine Schwester, die sind wie ein eingespieltes Team und da kann ich machen, was ich will.
17:43Stell dir zu, was du damit zeigst.
17:46Und ich finde es letztlich jetzt gut, dass du uns hier darüber reden lässt und dass Alex das gesehen hat
17:50und dass ich das gesehen habe.
17:51Und ich möchte auch, dass du mir die Erlaubnis gibst, mit deinen Eltern darüber zu reden.
17:55Weißt du, das zeigt doch eins.
17:56Das zeigt, du hast Schmerzen.
18:00Dir tut etwas weh.
18:02Und wenn du das machst, dann ist es erstmal so, dass du den Schmerz, den du da hast, dahin schieben
18:08kannst.
18:09Und zweitens, das, was man da sieht, zeigt, welchen Schmerz du da hast.
18:15Und ich möchte, dass das, was du da tust, hier wieder landet.
18:19Und ich möchte, dass du darüber redest, über den Schmerz, den du hier hast.
18:23Dann brauchst du das nicht mehr.
18:26Und ich möchte, dass du mir erlaubst, dass ich mit deiner Mutter darüber rede.
18:30Einer Mutter würde das völlig egal sein.
18:32Das würde auch nicht weiterhelfen, mit meiner Mutter zu reden.
18:35Ich kann es nicht, mein Vater kann es nicht.
18:36Ich möchte erstmal, dass du mir erlaubst, dass ich darüber mit deiner Mutter rede.
18:39Und ich verspreche dir, es wird ein Gespräch zwischen deiner Mutter und ihr geben.
18:43Und es geht darum, dass das, was du da machst, dieser Schmerz, dass du den rausbrüllst, statt ihn dir dazu
18:50zu fügen.
18:52Eigentlich ist es mir egal.
18:55Ich glaube, meine Mutter interessiert sich sowieso nicht.
18:58Eigentlich ist es mir egal. Weißt du, wie man das nennt?
19:01Nein.
19:02Das nennt man eine Depression.
19:05Du hängst richtig mittendrin in der Depression.
19:09Das ist einfach traurig.
19:12Darum möchte ich was ändern.
19:14Also darf ich es sagen.
19:19Gut.
19:22Alex bleibt jetzt neben dir sitzen.
19:25Und ich sage jetzt einmal mal zur Vorsicht.
19:27Und sie passen auf sie auf.
19:29Du kannst momentan nicht auf dich aufpassen, deshalb muss ich ja auf dich aufpassen.
19:33Geht das?
19:34Ja.
19:38So.
19:41Interessiert ist sie, warum ich kommen sollte?
19:43Hat sie wieder irgendwas angestellt?
19:48Ihre Tochter hat sich geritzt.
19:50Und zwar ziemlich dramatisch.
19:53Für etwas.
19:54Sie hat sich geritzt.
19:56Hier im Arm.
19:57Und es blutete.
19:58Und deshalb hat Alex mich gerufen.
20:01Ich weiß nicht, ob Sie sich vorstellen können, wie sich ein junges Mädchen fühlen muss, wenn es so etwas macht.
20:07Und wenn es sich ritzt?
20:09Sie können sich gar nicht vorstellen, wie gut ich mir das vorstellen kann.
20:28Sie haben geritzt.
20:30Sie haben geritzt.
20:30Wie alt waren Sie?
20:32Ich war so ungefähr in Ihrem Alter.
20:36Ich habe Ihre Tochter gerade gesagt, wenn man ritzt, dann lenkt man auf der einen Seite von dem Schmerz, den
20:42man im Herzen hat, ab, indem man einen körperlichen Schmerz spürt.
20:46Und das ist die Erleichterung.
20:48Aber man zeigt auch durch den Schmerz hier, dass man hier einen Schmerz hat.
20:52Was war denn Ihr Schmerz?
20:54Sie haben vorhin schon so ein paar Bemerkungen gemacht, was ich dachte, was stimmt in der Familie nicht.
20:58Aber ich dachte, vielleicht ist es nicht von Bedeutung.
21:01Und scheint es von Bedeutung zu sein.
21:03Ich war immer das fünfte Rad am Wagen.
21:06Meine Mutter hat immer Toni bevorzugt.
21:09Ich lief immer nebenbei und irgendwie...
21:14Ich kam mal mit einer Supernote nach Hause.
21:19Das war so...
21:20Ach, das war nicht das erste Mal, aber das war so das erste Mal, dass ich dann auch mit dem
21:24Ritzen angefangen habe.
21:26Und dann war ich so stolz und wollte ihr das zeigen.
21:29Und sie hatte überhaupt keinen Blick für mich.
21:31Sie ist an mir vorbei, sie müsste jetzt mit Toni Schuhe kaufen und Toni hier, Toni da.
21:36Und das war so das erste Mal, dass ich es gemacht habe.
21:40Jetzt muss ich mal...
21:41Also, aber Sie sind die Ältere.
21:43Ich bin die Jüngere.
21:44Sie sind die Jüngere.
21:45Ja, ich bin zwei Jahre jünger als Toni.
21:48Ach, Sie sind die Kleine.
21:49Ja.
21:51Ich dachte, sie...
21:54Ich musste immer ihre Kleidung tragen, auftragen.
21:57Sie hat immer alles neu bekommen.
21:58Uns ging es nicht schlecht.
22:01Ich war jetzt so etwas erstaunt.
22:03Sie ist also nicht verheiratet und sie ist die Ältere.
22:05Ja, so ist das.
22:09Und ich war immer irgendwie...
22:11Ich war eigentlich Luft.
22:16Aber Sie machen doch jetzt nichts anderes.
22:20Also Sie sagen auf der einen Seite ganz plötzlich, ich verstehe Romy, ich kenne das Gefühl.
22:26Ja, das kenne ich.
22:27Beschreiben Sie das Gefühl, Sie haben gerade die Situation erwähnt, in der Sie ein Zeugnis hatten, mit einem Zeugnis kamen
22:35und Ihre Mutter nur auf Ihre ältere Schwester guckten.
22:37Mir hat gerade Ihre Tochter, die Romy, eine fast identische Situation beschrieben.
22:42Nämlich, sie hat zum ersten Mal geritzt bei der letzten Zeugnisvergabe.
22:45Das ist ja noch gar nicht lange her.
22:47Und Sie war stolz auf dieses Zeugnis, aber Sie haben nur auf das Zeugnis von Greta geguckt.
22:52Aber ich habe...
22:53Nein, das ist alles nicht richtig.
22:55Ich habe genau das versucht, nicht zu machen, was meine Mutter mit mir gemacht hat.
23:01Und deswegen habe ich die Kleine nicht einfach nur nebenher laufen lassen und habe ihr Aufmerksamkeit gegeben.
23:06Aber ich habe Romy nicht vernachlässigt.
23:09Das habe ich nicht getan.
23:10Also Sie wollten sozusagen, damit es nicht zur gleichen Situation kommt, nämlich, dass Sie die Kleine vernachlässigen, haben Sie sich
23:19der Kleinen besonders zugewendet.
23:21Romy hat doch auch die Aufmerksamkeit von Ihrer Tante und von meiner Mutter auch zu Hauf genossen.
23:28Und Greta wurde vernachlässigt von den beiden.
23:31Wieder.
23:31Und ich habe dieses wieder mal gesehen, dass die Kleine eben nicht diese Aufmerksamkeit bekommen hat.
23:37Aber Sie haben doch nichts anderes gemacht, als dass Sie in einer vielleicht etwas verschobenen Richtung, nämlich, indem Sie die
23:43Welt auf den Kopf gestellt haben, die gleiche Situation hergestellt haben wie Ihre Mutter damals.
23:48Ihre Mutter hat Sie vernachlässigt, die Kleine und die Große hat Sie bevorzugt.
23:52Sie wollten nicht, dass die Kleine vernachlässigt wird, haben sich ihr besonders zugewendet und haben die Große vernachlässigt.
23:58Ihr Mann hat Sie nicht verstanden, Ihre Mutter hat Sie nicht verstanden, Ihre Schwester versteht Sie nicht.
24:03Haben Sie denn niemals gesagt, was Sie verhindern wollten?
24:07Können wir vielleicht kurz reden?
24:10Jetzt nicht, Romy. Bitte jetzt nicht.
24:30Das war jetzt ein Missverständnis, war ein totales Missverständnis.
24:34Sie hat sich abgewendet, aber nicht, weil sie dich nicht mag.
24:36Wir waren gerade an einem ganz wichtigen Punkt, wo deine Mutter begriff, dass du denkst...
24:42Das ist okay, sie liebt mich einfach nicht.
24:44Nein, das ist... Nein, nein, nein, nein.
24:49Deine Mutter ist ziemlich durcheinander, aber in einem bin ich mir ganz sicher.
24:54Sie liebt dich genauso, obwohl sie euch unterschiedlich behandelt.
24:57Tut sie nicht, sie hat gerade gezeigt, dass es ihr scheißegal ist.
24:59Sie hat sich nicht abgewendet, weil sie dich nicht liebt, sondern weil sie gerade begriffen hat, was sie dir antut.
25:03Gut. Ich habe ihr das erzählt, dass du rützt. Ich verspreche dir jetzt eins. Ich muss, ich muss jetzt mit
25:11deiner Mutter und mit deiner Oma reden.
25:13Was hat denn jetzt meine Oma damit zu tun?
25:17Das kann ich dir jetzt nicht genau erklären.
25:19So.
25:22Aber ich muss mit den beiden reden und ich verspreche dir, dass es ein Gespräch zwischen dir und deiner Mutter
25:26geben wird.
25:29Das hat keinen Sinn.
25:31Ich verspreche es dir.
25:34Und ich werde dafür sorgen, dass es so ist.
25:36Und sie hat sich nicht abgewendet, weil sie dich nicht liebt.
25:43Alex, passen Sie bitte auf sie auf.
26:04So wie Sie da sitzen, wissen Sie, wie alt Sie jetzt sind?
26:08So alt wie Ihre Tochter jetzt.
26:11Ich muss mit Ihnen und mit Ihrer Mutter sprechen.
26:14Ich werde Ihre Schwester und Ihren Mann hinausschicken, weil es eine Sache zwischen Ihrer Mutter und Ihnen ist.
26:21Und ich möchte, dass Sie mitkommen und ich möchte, dass Sie genau in dem Gefühl bleiben, wie Sie jetzt sind.
26:30Muss das sein?
26:32Ja, es geht um Ihre Tochter.
26:44Was ist denn jetzt los?
26:45Was ist denn los?
26:45Es ist viel passiert.
26:46Was ist denn jetzt los?
26:47Es ist sehr viel passiert.
26:49Dana, was ist denn los?
26:50Dana, was ist denn?
26:53Ich möchte Sie, Toni und Sie, Olaf, bitten, dass Sie mich jetzt mit Dana und mit Marta alleine lassen.
27:02Bitte?
27:03Und warum?
27:04Fragen Sie mich jetzt einfach nicht nur warum.
27:06Ich bitte Sie darum.
27:07Sie wissen, alles, was ich tue, hat was mit der Situation zu tun und hat letztlich was mit Romy zu
27:12tun.
27:15Ich bitte Sie im Wartezimmer, um Platz zu nehmen, ja?
27:22Bitte, was ist passiert?
27:26Ich sage, es ist viel passiert.
27:30Romy hat sich gerade geritzt.
27:31Sie wissen, was Ritzen ist.
27:33Geritzt?
27:33Ja.
27:34Wie?
27:35Am Arm geritzt, sodass sie blutete.
27:37Also, sie hat...
27:39Sie hat sich selbst verletzt.
27:40Hat sich...
27:40Sie hat sich selbst verletzt, ja.
27:43Mein Gott.
27:44Warum ist es denn so weit gekommen?
27:47Das fragst du mich?
27:48Ja, aber Kind.
27:49Mich fragst du?
27:50Ja, natürlich.
27:53Du, super Mutter?
27:54Das beweist ja...
27:56Ja, deswegen ist sie jetzt auch bei Toni.
27:59Ich habe sie beide aber zurückbehalten, hier alleine zum Gespräch gebeten, weil Romy's Verhalten natürlich etwas mit Dana zu tun
28:08hat.
28:08Aber Danas Verhalten, das Romy dazu gebracht hat, hat etwas mit ihrer Beziehung in meinen Augen zu tun.
28:13Und deshalb müssen wir hier anfangen, was zu klären, in der Hoffnung, dass wir Romy überzeugen können, dass sie damit
28:19aufhört.
28:20Und dass sie vielleicht etwas versteht und dass ihre Tochter etwas versteht, sodass da eine Zusammenführung möglich ist.
28:26Ich verstehe das.
28:27Ich verstehe da keinen Zusammenhang.
28:29Wenn meine Enkelin sich ritzt, was hat das mit uns beiden zu tun?
28:32Ja, soll ich dir vielleicht sagen, dass ich mich auch früher geritzt habe?
28:35Wie bitte?
28:36Ja.
28:36Ach, das ist doch nicht wahr.
28:37Das ist nicht wahr. Warum soll ich denn jetzt lügen?
28:39Das glaube ich nicht.
28:40Na, hör mal, das hätte ich doch bemerkt.
28:42Natürlich, was hast du denn bemerkt? Du hast mich doch noch nicht einmal bemerkt.
28:45Aber dann...
28:46Du hast doch gar nichts bemerkt.
28:47Aber Dana, das...
28:48Du hast nicht gemerkt, wie unglücklich ich war. Du hast Toni immer bevorzugt. Die tolle Toni, die Toni hier, Toni
28:52da und Toni sonst was. Und ich...
28:55Dana, hör mal...
28:57Das ist nicht wahr.
28:58Du warst nie für mich da.
28:59Du warst die...
29:00Nein, du hast dich nie um mich gekümmert. Ich war immer nur irgendwie unter ferner Liefen.
29:05Toni, Toni ist deine ältere Schwester.
29:08Aber sie war immer ein schwaches Kind. Da musste ich mich mehr drum kümmern.
29:13Und du warst kräftig. Sei froh, dass du so gesund auf die Welt gekommen bist.
29:17Jetzt muss ich froh sein, dass ich deine Liebe nicht bekommen habe, weil ich gesund war.
29:21Ich habe dich genauso geliebt. Und ich liebe dich immer noch. Genauso wie Toni. Ich mache da keine Unterschiede.
29:28Ich muss ihre Kleidung auftragen. Sie durfte diese, sie durfte jede...
29:31Das müssen andere Kinder auch.
29:33Ach, tatsächlich.
29:34Ja, Toni, irgendwie...
29:35Dana, das waren so...
29:37Aber Kind, lass mich auch mal was sagen. Das waren schöne Sachen, die wir gekauft haben. Es wäre ein Jammer,
29:44sollten wir das in die Kleider zu machen.
29:46Marta, ich finde jetzt einfach mal ganz eins wichtig. Natürlich macht Ihnen das jetzt erstmal ein Gefühl von Schuld.
29:52Das hat Ihre Tochter auch ein Gefühl von Schuld bereitet, als ich ihr sagte, dass Romy geritzt hat.
29:58Natürlich ist das für eine Mutter schwierig, wenn sie hört, die Tochter hat sich auch geritzt.
30:04Und das Jahrzehnte später zu hören. Das können Sie mir nicht erzählen, dass das Ihnen nicht ein Problem bereitet.
30:11Denn jeder fragt sich natürlich, man ritzt ja nicht aus heiterem Himmel. Es hat irgendeinen Grund.
30:16Und noch viel schlimmer, Sie haben es nicht mitgekriegt. Sie hat es gemacht.
30:19Und natürlich muss man sich sagen, also so häufig kann ein Kind ja im Sommer nicht irgendwas drüberziehen.
30:24So weit ist es jetzt...
30:25Über Jahre.
30:26So weit ist es jetzt gekommen?
30:28Also das heißt, Sie waren nicht im Wartezimmer. Was war los?
30:30Ich glaube das einfach nicht.
30:32Was wissen Sie?
30:33Sag mal...
30:34Was wissen Sie, dass die Kleine sich rützt?
30:37Ja.
30:38Ja.
30:39Was bist du eigentlich, Sag mal?
30:41Ja.
30:41Du machst Romy kaputt?
30:42Ich mach Romy kaputt. Ihr habt mich kaputt gemacht.
30:46Wir? Was haben wir jetzt damit zu tun?
30:48Du machst unsere ganze Familie kaputt.
30:50Du machst alles kaputt.
30:50Ich mach gar nichts kaputt.
30:51Hast du dir das nicht mehr angeguckt, wie sie da draußen sitzt?
30:55Habt ihr mich mal angesehen?
30:56Ich hätte mir gewünscht, dass sie mir noch eine Sekunde Zeit gegeben hätten.
31:02Ich hatte meinen Grund, mit den beiden zu reden.
31:04Ich kann mich jetzt hier hinstellen und sagen, ich bin Romy, da ist Dana, da ist Marta.
31:09Und das alles hat was miteinander zu tun.
31:11Und wenn Sie Greta dazunehmen, kann man auch noch sagen, Greta hat was mit Toni zu tun.
31:16Das ist eine Familiendynamik. Sie sind fast außenstehend.
31:20Olaf, entschuldigen Sie, das ist eine reine Frauengeschichte hier.
31:23Ich weiß nicht, was hier die Frauengeschichte ist.
31:25Ich sehe da draußen eine Tochter mit aufgerissenen Armen und sie weint und...
31:32Du hast sowieso auch nie was verstanden.
31:34Du hattest ja auch immer die ganze Aufmerksamkeit.
31:37Für dich war ja auch jeder immer da.
31:39Weißt du, ihr habt heute noch ein super Verhältnis zueinander.
31:43Reflektier doch mal, denk doch mal zurück, wie es früher war.
31:46Wo war ich denn da immer?
31:47Aber Dana, ich habe es schon mal gesagt.
31:49Ja, du hast viel zu erzählen jetzt.
31:51Ja, ja.
31:52Und trotzdem hast du dich nicht um mich gekümmert.
31:54Und ich habe dich nie interessiert.
31:55Und du machst mir jetzt den Vorwurf, dass ich schuld daran bin.
31:59Ja, bin ich schuld.
32:00Den mache ich dir.
32:02Was habe ich dir getan, dass du mir mit solchen Vorwürfen kommst?
32:06Denk mal drüber nach.
32:07Aber ich habe das nicht so empfunden.
32:08Ich kann es nicht fassen, dass du...
32:10Guck dir mal unsere Fotoalben an.
32:12Guck dir mal meins an von früher und guck dir mal deins an.
32:14Meins ist so, deins ist so.
32:16Warum?
32:18Toni, derjenige, der bevorzugt wird, der sieht das als normal an.
32:24So ist die Welt.
32:25Aber der andere, der kippt ab.
32:29Und damals ist Dana abgekippt, als die Jüngere.
32:33Und damit das nicht wieder passiert, hat sie die Welt auf den Kopf gestellt.
32:37Und jetzt kippt Romy ab, als die Ältere.
32:40Und ihre Tochter hatte eine Depression und Romy hat auch eine Depression.
32:45Und jetzt bin ich schuld dran.
32:47Ich weiß nicht, wie ihre Geschichte ist.
32:49Ich werde jetzt hier angeklagt, das muss ich mir nicht sagen lassen.
32:52Ich weiß nicht, wie ihre Geschichte ist.
32:53Nein, das muss ich mir wirklich nicht anhören.
32:56Also das verstehe ich.
32:57Martha bleibt noch nie anhört.
32:59Noch nie, was da wird.
33:00Martha, jetzt hören Sie mir mal gut zu.
33:03Sie können mir nicht erzählen, dass nicht irgendwas in Ihnen gelandet ist.
33:07Ich würde genauso wie Sie natürlich jetzt sagen, ich habe nichts damit zu tun.
33:11Aber natürlich wissen Sie.
33:13Sie werden wissen, warum.
33:14Ich habe keine Ahnung über Ihre Geschichte.
33:16Aber Sie werden wissen, dass da was schief gelaufen ist.
33:18Und das ist besonders problematisch, wenn man weiß, man kann es nicht mehr rückgängig machen.
33:23Aber man kann vielleicht irgendwann mal sagen, es tut mir einfach leid.
33:26Aber es ist ja so lange her, ich kann mich daran ja überhaupt nicht erinnern.
33:30Und so schlimm kann es ja nicht gewesen sein.
33:33Dann hätte ich es ja bemerkt.
33:35Und ich habe es nicht bemerkt.
33:37Ja, woran liegt das wohl?
33:38Ich habe mir vorgeworfen, dass sie nicht was nicht bemerkt hat.
33:40Vielleicht haben Sie es auch nicht gemerkt.
33:41Und das ist traurig erst mal.
33:44Und das muss man spüren.
33:45Und irgendwann kann man vielleicht sagen, Entschuldigung.
33:47Wie gesagt, rückgängig machen kann man nichts sein.
33:49Nur Martha, gehen Sie nicht so raus, als wäre es Ihnen egal.
33:51Ich glaube Ihnen kein Wort, dass es Ihnen egal ist.
33:53Aber vielleicht brauchen Sie Zeit.
33:56Ja.
33:57Okay.
33:58Ich brauche Zeit.
34:07Was ich Ihnen sagen will ist, dass Kinder auch in eine Depression kippen können.
34:14Und Romy ist in meinen Augen in einer Depression.
34:19Wenn ein Kind, das meinte ich vorhin auch mit lebensprägend, wenn ein Kind denkt, das andere wird vorgezogen, dann fängt
34:26es erst an zu baggern.
34:28Es wirbt um die Mutter.
34:29Es macht was Tolles.
34:30Irgendwann wird es vielleicht sauer und aggressiv, zieht die Aufmerksamkeit auf sich.
34:35Und wenn das alles nichts bringt, dann sagt es, okay, ich pfeife doch auf deine Liebe.
34:39Aber wissen Sie, es heißt nicht, dass es nicht noch Sehnsucht nach Liebe hat.
34:43Und die Sehnsucht nach Liebe und die Angst vor der Einsamkeit ist das.
34:49Und das ist das Thema.
34:52Man muss ja sagen, wie gut zu verrückt es klingt, das Romy Sie hatte vorgestern Abend.
34:58Aber ich hätte es doch merken müssen irgendwie.
35:01Manchmal merkt man es nicht.
35:04Aber das muss man ja auch sagen, ist ein Zeichen.
35:10Viel schlimmer wäre es, wenn sie es nur für sich behalten hätte.
35:12Aber sie hat das gemacht und das ist ein Zeichen.
35:16Da tut mir was leh.
35:18Was sollen wir jetzt tun?
35:23Oder was kann ich tun?
35:26Erst mal da sein.
35:29Ihre Mutter hat es schwer.
35:31Denn wie alt sind Sie jetzt?
35:3342.
35:34Das heißt, 25 Jahre bis 30 Jahre später kann man nicht mehr viel ändern.
35:40Aber Sie können noch was ändern.
35:42Sie sind 15 und 8.
35:44Sie können noch was ändern.
35:47Ihre Mutter kann eigentlich nur noch Entschuldigung sagen.
35:49Aber Sie können was ändern.
35:50Und ich habe Ihrer Tochter versprochen, dass sie mit Ihnen ein Gespräch haben wird.
35:55Und ich bitte Sie jetzt einfach, Olaf.
35:57Sie haben es angeschoben.
35:59Sie haben gesagt, es geht nicht mehr.
36:00Und da haben Sie wirklich, würde ich sagen, rechtzeitig die Notbremse gezogen.
36:06Und was ich jetzt noch brauche, ist ein Gespräch zwischen Ihrer Frau und zwischen Romy.
36:11Das habe ich ihr versprochen.
36:12Ich bitte Sie, dass Sie uns jetzt alleine lassen.
36:18Schicken Sie die Romy rein.
36:20Ja.
36:27Sie weinen um sich gerade und Sie weinen um Romy.
36:31Ist Ihnen das klar?
36:33Das wird mir immer klarer.
36:35Ich bitte Sie jetzt nur, dass Sie jetzt für diesen Moment, wo Ihre Tochter kommt, mehr Mutter sind als...
36:43Okay.
36:47Ich habe Sie versprochen, Romy, es gibt noch ein Gespräch zwischen deiner Mutter und ihr.
36:51Es gab einige Umwege, aber jetzt hast du die Möglichkeit, mit ihr zu reden.
36:56Sie weiß, dass du gesetzt hast.
36:59Das tut mir so leid.
37:01Ich wollte ja nicht, dass...
37:02Frau Kalbers hat mir versprochen, dass ich einmal mit ihr reden kann.
37:05Und jetzt möchte ich auch erst mal sagen, was mir alles weh tut.
37:08Weißt du eigentlich, wie weh es tut, die ganze Zeit die Zweite zu sein?
37:11Und immer, wenn du irgendeinen Wunsch hast oder du irgendwas möchtest, dann wirst du zurückgestellt.
37:16Und deine Mutter interessiert dich weder für deine Schule, für deine Freunde, für irgendwas, für das Theater.
37:22Für nichts hast du dich interessiert.
37:24Ich wollte dich nicht zurückstellen.
37:25Ich habe es...
37:26Ich habe das eigentlich auch nie machen wollen.
37:28Aber du hast es mein ganzes Leben lang gemacht.
37:30Ich bin immer, immer, immer die Zweite.
37:32Das stimmt doch so auch nicht.
37:34Das bist du nicht für mich, wirklich nicht.
37:37Es tut mir...
37:37Du bin ich jetzt auf jeden Fall.
37:38Jeder sieht das.
37:39Alle wissen das.
37:39Nur du siehst es nicht.
37:41Und du kapierst es auch nicht.
37:42Doch.
37:43Du hast dich nie für mich interessiert und für meine Probleme.
37:45Ich interessiere mich für dich wirklich.
37:46Ich interessiere mich wirklich für dich.
37:47Ich will mit ihren acht Jahren eine tolle Geburtstagsfeier feiern und ich darf mit meinen 15 Jahren nicht mal ein
37:52paar Freunde zu mir einladen, ein bisschen meinen Geburtstag feiern.
37:55Ich dachte...
37:56Ja, das war mir was ganz anderes.
37:59Nein, darf ich...
37:59Ich wollte nicht, dass du dich so fühlst.
38:01Wirklich.
38:02Ich wollte dich...
38:02Ich wollte das wirklich nicht.
38:03Und es tut mir leid, dass du dich so fühlst.
38:06Dana, es geht nicht darum, was Sie wollten.
38:09Lassen Sie das weg.
38:10Nehmen Sie erst mal auf, was sie sagt, wie sie sich fühlt.
38:15Sie hat das Gefühl, Sie lieben Greta mehr als sie.
38:17Und das stimmt nicht.
38:20Das, wenn Sie immer wieder sagen...
38:21Sie kommen keinen Schritt weiter, wenn Sie das sagen, Sie sagen, das stimmt nicht, ich wollte das nicht.
38:24Sie sagt wieder, das und das habe ich erlebt.
38:26Sie sagen, das stimmt nicht, das wollte ich nicht.
38:27Nehmen Sie erst mal Ihr Gefühl an.
38:29Was kommt bei Ihnen an, wenn sie das sagt?
38:33Das müsste Ihnen doch eigentlich leicht fallen.
38:38Ich habe das alles selber erlebt.
38:40Ich weiß, wie du dich fühlst.
38:44Was kommt bei Ihnen an?
38:47Es tut mir weh, dass sie das so fühlt.
38:49Es tut mir einfach weh.
38:50Das heißt, Sie spüren Ihren Schmerz.
38:53Und ich möchte nicht, dass du verletzt bist.
38:55Ich sehe dich seit so lange das erste Mal auf einen, aber ich...
38:57Ich weiß nicht, ich kann das...
38:59Ich kann das nicht ganz glauben.
39:00Ich bin...
39:01Ich wohne jetzt seit zwei Tagen bei Toni und...
39:06Ich habe einfach jetzt...
39:08Ich habe auch keine Lust, zurückzukommen.
39:12Du solltest aber zurückkommen.
39:14Damit ich dir beweisen kann, dass es nicht so ist.
39:16Sagen Sie einfach, ich will, dass du zurückkommst.
39:20Ich will, dass du zurückkommst.
39:23Das ist mir ganz wichtig.
39:25Und ich möchte nicht, dass du dich verletzen musst, um dich besser zu fühlen.
39:30Ich möchte, dass du mit mir reden kannst, wenn irgendwas ist.
39:36Sie haben mir vorhin erzählt, sie war ja ihre Erstgeborene.
39:41Ja.
39:42Ich weiß ja immer noch.
39:43Können Sie sich eine Sekunde an das Gefühl erinnern, wie es war, als Sie sie im Arm hatten nach der
39:49Geburt?
39:50Du warst so ein hübsches Baby.
39:52Ich habe dich vom ersten Augenblick angeliebt.
39:56Ich hatte dich im Arm und es war einfach wundervoll.
39:59Es war schön, dich im Arm zu haben.
40:02Und du bist immer noch mein Baby.
40:04Du wirst immer mein Kind bleiben.
40:06Und es ist wundervoll, dich zu haben.
40:08Und ich werde dich immer lieben.
40:12Immer.
40:16Und können Sie ja das sagen, was Ihre Mutter Ihnen vorhin verweigert hat.
40:21Ich kann nur sagen, dass es mir leid tut.
40:23Dass ich nicht aufmerksam genug war.
40:25Dass ich dir nicht die Aufmerksamkeit geschenkt habe, die du auch brauchtest.
40:28Dass ich das einfach in dem Moment nicht gesehen habe.
40:31Aber glaub mir, es war nicht so, dass ich es nicht sehen wollte.
40:35Es war einfach nur, du warst so selbstständig.
40:37Du bist so vernünftig.
40:38Du bist schon so groß und ich habe es nicht extra gemacht.
40:42Ich wollte dich nicht zurückweisen.
40:43Ganz bestimmt nicht.
40:45Wirklich nicht.
40:46Denn du bist meine Große.
40:52Nur du wirst immer mein Baby und mein Kind bleiben.
40:56Ich habe meine Mutter noch nie so gesehen.
41:02Es tut mir leid.
41:04Ich sage das jetzt nur mal ganz allgemein.
41:06Du kannst irgendwann mit deiner Mutter darüber reden.
41:09Ich möchte, dass sie mit mir darüber reden wird.
41:10Deine Mutter ist mit deiner Oma etwas ähnliches passiert.
41:12Mit deiner Oma und Toni.
41:16Was dir mit deiner Mutter und Greta passiert ist.
41:19Irgendwann kannst du sicherlich mit ihr darüber reden.
41:22Das heißt, sie weint einfach, weil es ihr leid tut.
41:25Für dich, um dich.
41:31Ich möchte, dass sie noch mal sagen, komm nach Hause.
41:35Komm bitte wieder nach Hause, bitte.
41:38Es liegt mir sehr viel daran, dass du wieder nach Hause kommst.
41:42Es liegt mir sehr viel an dir.
41:46Dann...
41:46Du darfst dich an meiner Liebe zweifeln, wirklich nicht.
41:49Doch, du darfst schon, aber du solltest es nicht.
41:51Lassen Sie sie jetzt mal.
42:01Ich denke dann...
42:04Ich kann ja zurückkommen und...
42:07Wir können ja noch mal jetzt die nächsten Tage probieren und schauen, ob irgendwie anders ist.
42:10Und sonst gehe ich direkt wieder zu Ton.
42:15Das heißt, du gibst deiner Mutter eine Chance.
42:21Ich würde Ihnen beiden gerne vorschlagen, dass wir ein paar Termine machen, damit das nicht wieder passiert.
42:29Das darf nicht noch mal passieren.
42:31Denn vorbei ist es nicht.
42:33Das sitzt erst mal.
42:36Aber Sie haben eine Chance.
42:37Kommen Sie.
42:39Komm.
42:42Dana und Romy machen eine Mutter-Kind-Therapie und nähern sich an.
42:47Romy und Greta sehen ihre Oma und ihre Tante weiterhin regelmäßig.
42:51Wir sind einfach nur in Deutschland.
42:52Wir sind nicht
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