- vor 2 Wochen
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00:01Cora Goertz geht jedes Jahr mit ihrer Tochter Miriam und Oma Helga zum Grab ihres Ehemannes Dirk, der vor neun
00:08Jahren an einem Hirntumor gestorben ist.
00:13Besonders der 14-jährigen Halbwaisen macht der Verlust des Vaters immer noch schwer zu schaffen.
00:20Tschüss Papa, wenn du wüsstest, wie ich dich vermisse, ich komm nicht bald wieder besuchen.
00:30Ich geh schon mal zum Auto, Mama.
00:38Was? Also ich bin richtig sauer auf meine Tochter, denn sie verheimlicht meiner Enkelin, dass Dirk gar nicht der richtige
00:46Vater ist.
00:47Das weiß meine Tochter, das weiß ich. Nur Miriam, meine Enkelin, die weiß es nicht.
00:53Was guckst du mich so giftig an? Sag mal, wie lange willst du ihr noch verheimlichen, dass sie seit Jahren
00:59vor dem falschen Grab trauert?
01:01Hängst du jetzt schon wieder an?
01:04Natürlich, Dirk war wie ein Vater für sie. Aber sie hat ein Recht zu erfahren, wer der richtige Vater war.
01:11Es war der größte Fehler, meiner Mutter zu erzählen, dass Dirk wahrscheinlich nicht der leibliche Vater von Miriam ist.
01:16Zum Glück weiß sie nicht, wer es ist. Und sie wird es auch nie erfahren.
01:20Am Todestag ihres vermeintlichen Vaters stößt der sensible Teenager nach dem Besuch auf dem Friedhof auf Ungereimtheit.
01:27Mama, jetzt guck dir das Gesicht. Jetzt hör auf, den Tisch zu decken. Guck dir das an.
01:32Natürlich siehst du deinen Vater ähnlich.
01:34Hallo?
01:36Natürlich, ich sehe absolute Ähnlichkeit.
01:39Oma? Oma?
01:41Ach, nur hör auf.
01:43Nein, ich sehe ihn nicht.
01:44Ich habe zu tun.
01:46Im Ernst, Leute? Ich finde es total ätzend, dass Mama mir nichts über Papa erzählen will.
01:51Ich meine, er ist gestorben, als ich fünf war. Da würde man doch wohl mal fragen dürfen. Ist doch nicht
01:55normal, oder?
01:58Sag mal, wie lange willst du ihr die Wahrheit noch verheimlichen?
02:02Das Kind hat ein Recht auf ihren Vater. Und der Vater auch.
02:07Wer immer das auch ist, Mensch.
02:08Hör auf mit dem Mist, wirklich. Miriams Vater hat mir nichts bedeutet, ja?
02:13Und wenn du auch nur ein Wort zu ihr sagst, dann sind wir geschiedene Leute.
02:17Ich werde die Sache jetzt in die Hand nehmen. Darauf schwöre ich.
02:31Helga, um es vorweg zu sagen. Sie dürfen die Sache nicht in die Hand nehmen.
02:38Wenn jemand ein Recht hat, ihre Enklin Miriam die Wahrheit zu sagen, dann ist es ihre Tochter und nicht sie.
02:45Wieso habe ich kein Recht? Natürlich habe ich ein Recht. Ich sehe doch, wie meine Tochter leidet.
02:49Meine Tochter hat ihrer Tochter, meine Enkelin Miriam, seit von Geburt an, seit klein auf, nicht gesagt, wer der richtige
02:57Vater ist.
02:58Seit neun Jahren trauert meine Enkelin Miriam um den falschen Vater. Das geht nicht.
03:05Langsam, langsam. Es ist ja ihr Vater gewesen. Ihr Schwiegersohn, der ja unglücklicherweise sehr früh verstorben ist, ich glaube Miriam
03:12war fünf Jahre alt, war für Miriam der Vater.
03:16Und er fühlte sich als Vater, weil er nicht wusste, dass er nicht der Vater ist. Ja?
03:20Richtig.
03:21Also insofern trauert das Kind um seinen Vater. Und ob sie jemals und wann erfahren muss, dass es nicht ihr
03:28leiblicher Vater ist, sondern sie durch einen One-Night-Stand entstanden ist, das ist eine Sache ihrer Tochter.
03:33Aber ich mache mir Sorgen um meine Tochter. Sie kann das nicht mehr tragen. Ich sehe das doch, wie schwer
03:38sie daran trägt. Ich mache mir Sorgen um meine Enkelin, um Miriam. Sie wird immer kritischer. Sie ist misstrauisch. Ich
03:45kann das nicht verantworten, mit dieser Lüge noch länger herumzulaufen. Und Sie sagen doch immer Geschwüre. Nein, wie sagen Sie
03:52immer, Lügen sind wie Magengeschwüre. Oder wie Geschwüre.
03:56Geheimnisse. Geheimnisse heißt nicht zwangsläufig eine Lüge.
03:59Sie sind wie Geschwüre. Und das kann ich nicht länger mitverantworten.
04:01Das ist richtig. Nur wie man Geschwüre behandelt, das hängt von der Art des Geschwürs ab. Und hier geht es
04:07um einen jungen Menschen. Miriam ist 14 Jahre alt.
04:11Ja, ja.
04:12Der Sie mit einer gewissen Radikalität sagen wollen, übrigens, dein Vater, der vor neun Jahren gestorben ist und den du
04:19heute noch liebst als deinen Vater, war nicht dein leiblicher Vater, sondern deine Mutter hat mit irgendeinem Typen im Bett
04:25gelegen und hat deinem Vater dich als Kuckuckkind untergeschoben.
04:29Aber wissen Sie, irgendwann wird dieses Kind es erfahren. Früher oder später. Und was ist dann?
04:33Das wissen Sie nicht.
04:34Dann kommt dieser ganz große Knall. Und dann wird es uns alle vorteilen.
04:38Wenn dieser Knall passiert, wenn sie 24 ist, knallt es anders, als wenn man 14 ist. Klären Sie es mit
04:42Ihrer Tochter.
04:43Das habe ich schon versucht.
04:45Ja. Meine Haltung ist relativ klar, wobei, wenn Ihre Tochter sich entscheidet, ist zu sagen, es ist Ihre. Es ist
04:51Ihre Entscheidung.
04:52Frau Kalbas, ich habe Sie beauftragt, meine Tochter zu überzeugen, dass sie so nicht weiterleben kann mit dieser Lüge.
04:58Dann befürchte ich diesen Auftrag.
04:59Dafür habe ich Sie beauftragt.
05:00Aber diesen Auftrag, ich habe Ihnen gesagt, ich stehe dieser Sache sehr zweifelnd gegenüber, diesen Auftrag werde ich nicht in
05:07diesem Sinne erfüllen, wenn Ihre Tochter nicht damit einverstanden ist.
05:11Sie wird damit einverstanden sein.
05:12Das Pro und Contra abwägen, aber ich werde Ihre Tochter zu nichts zwingen. Denn in diesem Fall geht es nicht
05:18um Moral.
05:18Also ich vertraue auf Sie als Psychologin.
05:20Moral war vor ein paar Jahren, aber nicht jetzt. Und als Psychologin sage ich, der Zeitpunkt muss reif sein. Und
05:25möglich, in meinen Augen ist der nicht reif.
05:27Hallo, ich bin Cora Götz, die Tochter. Hallo. Was ist denn hier los?
05:35Das musst du gerade fragen. Was ist denn hier los?
05:39Ja, ich frage mich wirklich, was ist denn hier los?
05:40Kannst du dir das nicht denken?
05:41Nein!
05:42Denk doch an Miriam. Denk an Dirk. Denk an Dirks Todestag.
05:47Das ist nicht dein Ernst, oder?
05:48Denk an sein Sterbebett. Was hast du mir da gesagt, gebeichtet?
05:52Das ist jetzt nicht dein Ernst, dass du mich hier herzerrst, oder?
05:54Doch, das ist mein Ernst.
05:55Wie oft noch?
05:56Wie oft noch? Das Thema ist doch erledigt. Ich will darüber nicht mehr reden.
06:00Nein, das ist nicht erledigt. Darum habe ich Frau Kalbers beauftragt, das zu klären.
06:04Damit endlich mal diese Lüge vom Tisch kommt.
06:06Ich habe dir jetzt hundertmal gesagt, dass das Thema erledigt ist, dass Dirk Miriams Vater ist.
06:11Und dass das Thema durch ist. Ich meine, wann begreifst du es endlich?
06:15Du kannst es doch nicht mehr tragen.
06:16Du bist doch vor neun Jahren, neun Jahre sind es schon her, du bist da doch zu mir gekommen
06:20und hast gesagt, Mama, was soll ich tun? Da habe ich dir etwas geraten.
06:23Das war wahrscheinlich falsch.
06:25Was haben Sie ihr denn geraten?
06:25Ich habe ihr geraten, Dirk, der damals auf dem Sterbebett lag, nicht die Wahrheit zu sagen.
06:31Und ich, ja gut, ich finde es immer noch richtig.
06:33Was heißt denn die Wahrheit? Dirk ist Miriams Vater.
06:35Und ich habe dir in einer schwachen Minute als mein Mann im Sterben lag, gebeichtet, dass ich leise Zweifel hatte.
06:42Wer hatte vor drei Tagen diesen Zusammenbruch? Du!
06:45Wer wird immer kritischer mit den Tagen Miriams?
06:48Ich lasse mich nicht in Ruhe lässt, weil du mich nicht in Ruhe lässt, deswegen!
06:52Ich lasse dich sehr wohl in Ruhe lässt. Ich sehe doch, was los ist.
06:53Ihre Position ist klar, geben Sie Ihrer Tochter doch mal eine Sekunde Ruhe, damit ich hier auch mal zuhören kann.
07:01Also, was ist so, das ist Ihre Tochter, ja?
07:05Ja.
07:07Die hat Ihren Vater mit fünf Jahren verloren?
07:10Ja.
07:10Sie hat ihn geliebt?
07:11Natürlich.
07:13Und Ihr Mann hat auch seine Tochter geliebt?
07:15Natürlich.
07:15Er hatte keine Ahnung, dass es nicht sein Kind ist.
07:19Sie ist seine Tochter.
07:20Ich meine, sie ist rechtlich seine Tochter und sie ist auch vom Gefühl her seine Tochter.
07:23Ich meine, dass sie nicht sein leibliches Kind war.
07:25Ich meine, das war wirklich nur ein leiser Zweifel.
07:28Ich bin mir sicher, dass das, wenn ich nochmal zurückdenke, dann war es wirklich ein leiser Zweifel von mir, weil
07:32das, mein Gott, ich hatte diesen One-Nine-Stand.
07:34Ich hatte diesen One-Nine-Stand.
07:35Ich hatte diesen One-Nine-Stand.
07:37Nein, verdammt nochmal, du unterstellst mir das.
07:38Ich habe damals gesagt, dass ich daran zweifle, dass es vielleicht sein könnte, aber...
07:43Darf ich dir mal fragen, es war ein One-Nine-Stand.
07:45Genau.
07:46Okay.
07:471997.
07:481998 ist er geboren.
07:49Ich weiß nicht, was du dir da zusammenspinnst.
07:51Das Klassentest?
07:52Ach komm, man kann doch eins und eins zusammenzählen.
07:55Das ist doch...
07:561997 war das Klassentreffen.
07:58Aber ich meine, der Vater lebte ja damals noch.
08:01Ja.
08:02Oder er ist definitiv nicht der Vater?
08:03Nein, ich habe gesagt, ich habe Zweifel daran.
08:06Kannst du dir mal besonsten erzählen?
08:07Ich hatte einen One-Nine-Stand, der wirklich nichts bedeutet hat.
08:10Aber ich meine, es könnte ein verstorbener Mann der Vater sein.
08:13Ja, er ist der Vater.
08:16Dirk ist der Vater von Miriam und ich bereue wirklich in dieser Sekunde, dass ich damals
08:20überhaupt dir das erzählt habe.
08:22Warum haben Sie das denn getan?
08:23Es ist eh ungewöhnlich, dass man als erwachsene junge Frau der Mutter von einem Seitensprung
08:28erzählt, weil doch in der Regel...
08:30Weil ich Ihren Rat wollte, weil ich nicht wusste, wie ich damit umgehen sollte.
08:33Wollten Sie Ihren Mann beichten, dass Sie einen Seitensprung hatten?
08:35Genau, ich wusste nicht, ob ich Ihnen das jetzt noch erzählen soll.
08:39Und natürlich, Sie hatte ja damit recht...
08:41Also Sie meinen, Sie hatten eher so eine Idee, am Totenbett alles in Ordnung zu bringen.
08:45Sie wollten nicht mit dem Geheimnis und mit der Schuld, die Sie subjektiv empfunden
08:48haben, ihn sterben lassen.
08:50Genau.
08:50Und dann hat Ihre Mutter Ihnen geraten, trag die Schuld.
08:53Genau.
08:53Lass ihn in Ruhe sterben.
08:54Was auch richtig ist.
08:55Und was auch...
08:55Kann man so jemanden noch so belasten in so einer schwierigen Situation.
08:58Absolut richtig.
08:58Ja, aber ich meine, da haben Sie doch wirklich sehr viel Weisheit bewiesen.
09:01Was ist denn los, wenn Ihre Tochter jetzt auch manchmal noch leidet?
09:04Das scheint ja auch eine schwierige Situation gewesen zu sein, als die Kleine gesagt hat,
09:07ich sehe meinem Papa gar nicht ähnlich.
09:08Das war doch der Punkt.
09:10Richtig.
09:10Richtig.
09:11Und sie sieht auch ihrer Mutter nicht ähnlich.
09:13Auch dem Mann nicht ähnlich.
09:14In der Grundschule gab es ein Projekt, Familienstammbaum.
09:17Da haben die Kinder schon gesagt, Miriam, du siehst dein Papa gar nicht ähnlich,
09:20deiner Mama nicht ähnlich.
09:21So, jetzt ist die Miriam 14 Jahre, geht zum Gymnasium, die haben ein Projekt Ahnenforschung
09:26mit vielen, vielen anderen Bildern.
09:27Sie wird zunehmend kritischer.
09:29Und da kann sie sich eins zum anderen reimen.
09:31Und es existieren auch noch Fotos von deiner Jugendliebe.
09:35Und sie hat Ähnlichkeit mit ihm.
09:36Das kannst du nicht leugnen.
09:37Ich weiß überhaupt nicht wieder auf diesen absurden Gedanken jetzt.
09:40Ich weiß überhaupt nicht, was das soll.
09:42Es geht doch auch darum, dass irgendwann mein Enkelkind, deine Tochter, uns vorwirfen wird,
09:47dass wir mit einer Lüge bewusst gelebt haben.
09:50Wir haben ihr das bewusst vorenthalten.
09:52Ich sage es noch mal und ich sage es zum letzten Mal und dann...
09:54Mama, kannst du mir mal bitte erklären, was hier los ist?
09:59Nichts.
09:59Deine Oma und ich, wir haben ja einfach eine kleine Diskussion.
10:02Kleine Diskussion.
10:03Ich wundere mich, dass deine Oma dich überhaupt eingeladen hat.
10:05Ich mache hallo.
10:06Hallo.
10:07Ich warte hier die ganze Zeit und sie...
10:10Was soll das?
10:11Wir gehen jetzt auch.
10:11Ich will jetzt gerne aufgekläbeln.
10:12Ich möchte jetzt auch gehen.
10:13Frau Kalvers, ich möchte wirklich gehen.
10:15Ich möchte, dass ihr bleibt.
10:16Sie sehen doch, dass ich da nicht weiterkomme.
10:18Stopp, Oma, ist alles okay mit dir.
10:19Ich will jetzt gehen.
10:19Mit mir ist alles okay.
10:20Frag deine Mama.
10:21Nein, wir gehen jetzt.
10:23Oh, bitte, bleib.
10:23Oh, bitte, bleib.
10:23Oh, bitte, bleib.
10:24Oh, oder was?
10:24Kommt, klar, wir gehen jetzt.
10:24Wir kriegen nie wieder die Chance, so zusammenzukommen.
10:26Sie haben das selber klärend für sich.
10:27Ich habe alles organisiert.
10:29Merken Sie, Ihre Enklin hat Angst um Sie.
10:33Das glaube ich nicht.
10:34Warte, wir können doch nicht ohne Oma gehen.
10:36Doch, wir können.
10:37Ich will jetzt hier wirklich raus.
10:39Ja, ich habe wirklich die Schnauze voll.
10:41Ich will erst mal wissen, was hier los ist.
10:42Das geht dich nichts an, okay?
10:43Ja, das geht dich nicht an.
10:44Das ist ein kleines Kind.
10:45Ja, du verhältst dich manchmal wie ein kleines Kind.
10:48Ja?
10:49Ich will nicht drüber reden.
10:50Das geht dich nichts an.
10:51Ich möchte bitte einfach gehen.
10:52Ja, wieso bin ich denn dann hier, wenn es mich nichts angeht?
10:55Das weiß ich auch nicht, weil deine Großmutter irgendwie, ich wusste doch nicht mal, was los ist.
10:59Ich gehe jetzt mal ganz kurz regulierend dazu.
11:01Deine Großmutter hat ein Problem, aber sie ist nicht krank, okay?
11:05Du musst dir keine Sorgen machen.
11:06Auch Großmütter haben manchmal Probleme.
11:09Sie hat ein bisschen Probleme mit der Mama.
11:11Also manchmal haben auch Großmütter mit ihren Töchtern, die erwachsen sind, Probleme.
11:14Es hat nur indirekt was mit dir zu tun.
11:17Und ich bitte dich einfach, ich weiß, das ist eine blöde Situation, wenn ich sage, setz dich hin und warte.
11:22Aber mit Alice kann man gut reden.
11:25Rett mit ihm.
11:25Also eigentlich möchte ich jetzt wirklich gehen.
11:27Ja, oder lies was oder was auch immer.
11:28Frag nach einer Zeitung.
11:31Ich möchte wirklich gehen.
11:32Ich weiß nicht, warum soll sie jetzt hier bleiben?
11:34Kommen Sie nicht weiter, Cora.
11:37Da drüben steht jemand, der entschlossen ist, Nägel mit Köpfen zu machen.
11:41Ich weiß.
11:42Und wir wollen über eine Strategie reden und deshalb würde ich gerne mit Ihnen reden.
11:45Gut, das ist ein Vorschlag.
11:48Hallo, Alex.
11:49Grüß dich.
11:50Und du weißt gar nicht, worum es geht?
11:52Nein, überhaupt nicht.
11:54Naja, aber...
11:55Ich finde es einfach absurd.
11:56Ich meine, Sie haben es ja selber gesehen.
11:58Ich weiß auch nicht, wie ich da weiterkommen soll.
12:00Das ist auch schwierig.
12:01Ja, es ist schwierig, weil sie ist total bockig.
12:03Ich weiß, ich bin da ratlos.
12:05Ich bin da auch...
12:09Sie akzeptiert ja einfach nicht, dass ich dieses Thema einfach mal begraben will und dass ich es einfach mal lassen
12:14will.
12:14Ich glaube, das grundsätzliche Problem ist, dass Sie sich Ihrer Mutter anvertraut haben in einem Konflikt, in dem Sie waren.
12:22Sie wussten nicht, sollen Sie die Wahrheit sagen oder nicht sagen.
12:25Und Sie haben sich hier anvertraut und offenbar ist in Ihrer Mutter in den letzten Jahren was passiert,
12:30dass sie anders als damals sagt, die Wahrheit gehört ans Licht und offenbar habe ich mit meiner Sendung auch dazu
12:35beigetragen.
12:36Aber da hat sie manchmal nicht richtig zugehört.
12:40Ich gehe jetzt nochmal auf Ihren Konflikt ein.
12:43Also ich glaube, wenn man einer Mutter, in dem Alter, in dem Sie damals waren, wie alt waren Sie?
12:50Vor neun Jahren, da war ich 30.
12:5230, ne?
12:54Wirklich sagt, und auch bei so einer rigorosen, moralisch sehr rigorosen Mutter sagt,
12:58hör mal, ich habe meinen Mann betrogen, soll ich ihm das sagen oder nicht, ist das nicht ungefährlich?
13:04Ja.
13:04Sie haben jemanden ins Vertrauen gezogen, der Sie liebt, aber der auch sehr klare moralische Vorstellungen hat.
13:11Was hat Sie eigentlich so in den Zweifel gebracht?
13:14Was ist denn das Schlimme gewesen, dass Sie fremdgegangen sind?
13:17Haben Sie das Gefühl gehabt, Sie durften Ihren Mann nicht sterben lassen, ohne ihm zu sagen,
13:21ich bin fremdgegangen oder gibt es da vielleicht doch eine größere, subjektive Schuld?
13:27Sie wissen, worauf ich hinaus will.
13:29Ja, ich weiß, worauf Sie hinaus wollen.
13:33Ich meine mit anderen Worten, kann es sein, dass Ihr verstorbener Mann der Vater war oder wissen Sie, dass er
13:39es nicht war?
13:42Also eigentlich weiß ich, dass er es nicht gewesen sein kann.
13:51Meine Tochter hat ihrer Tochter, meine Enkelin Miriam, seit von Geburt an, seit klein auf, nicht gesagt, wer der richtige
13:59Vater ist.
14:00Ich habe dir jetzt hundertmal gesagt, dass das Thema erledigt ist, dass Dirk Miriams Vater ist und dass das Thema
14:06durch ist.
14:06Ich meine, wann begreifst du es endlich?
14:08Mama, kannst du mir mal bitte erklären, was hier los ist?
14:12Ich meine mit anderen Worten, kann es sein, dass Ihr verstorbener Mann der Vater war oder wissen Sie, dass er
14:18es nicht war?
14:18Ja. Also eigentlich weiß ich, dass er es nicht gewesen sein kann.
14:25Gut, das erklärt Ihren Konflikt.
14:30Und das hat es Ihnen schwer gemacht, ihn sterben zu lassen?
14:32Sie wussten, wenn Sie es ihm sagen, es gibt Ihnen den letzten Schlag und Sie wussten, wenn Sie es ihm
14:38nicht sagen, dass er mit einer wohltätigen Lüge stirbt.
14:43Ja.
14:44Und Sie haben sich für das Letzte entschieden.
14:46Genau.
14:47Wissen Sie denn, wie der Vater war?
14:49Das war halt ein One-Night-Stand.
14:53Und wieso sind Sie denn sicher, dass Ihr Mann nicht der Vater sein konnte? Ich meine, mit dem haben Sie
14:56doch wahrscheinlich auch, als er noch gesund war, Sex gehabt.
15:00Wir haben sehr lange versucht, was auch der Auslöser für diesen Seitensprung irgendwie war. Wir haben sehr lange versucht, ein
15:07Kind zu bekommen und es hat einfach nicht geklappt.
15:12Also bei mir war halt alles in Ordnung.
15:14Also Sie haben sich untersuchen lassen?
15:16Und ich bin dann halt davon ausgegangen.
15:18Und Sie haben nicht zu Ihrem Mann gesagt, er soll sich auch mal untersuchen lassen.
15:22Nein, ich glaube, das hätte ihm einen Riesenschlag versetzt.
15:24Es war wirklich, Sie müssen verstehen, es ist wirklich, ich habe meinen Mann wirklich aus tiefstem Herzen geliebt und er
15:30mich auch und wir wollten zusammen ein Kind bekommen.
15:35Naja, es hätte ja auch einen anderen Weg gegeben, wenn er sich hätte testen lassen und vielleicht hätte er ja
15:41dennoch, hätte man ihm vielleicht Samen entnehmen können, Sie hätten eine künstliche Befruchtung gehabt.
15:46Es ist aber nun mal dann einfach so, es ist so passiert, wie es passiert ist und dann war ich
15:52schwanger und dann.
15:55Und diesen Mann, den kannten Sie?
16:03Also Sie sprach von irgendeinem Klassentreffen?
16:06Ich weiß auch nicht, wie sie darauf gekommen ist, aber sie hat sich das eigentlich schon...
16:10Wahrscheinlich hat sie sich einen zeitlichen Zusammenhang hergestellt.
16:13Genau.
16:13Das war halt meine Jugendliebe von mir, die ich wieder getroffen habe.
16:18Und ja, es ist aber, er war damals ja auch schon verheiratet.
16:24Aber ich meine, ist er der Vater Ihrer Tochter?
16:26Ja, er ist der, aber er weiß das nicht und ich möchte auch nicht, dass er das weiß.
16:30Ich möchte gerne, dass meine Mutter stillschweigen bewahrt und dass meine Mutter meine Tochter und auch mich damit in Ruhe
16:35lässt.
16:36Also ich muss nochmal fragen, Sie haben ja nie Ihre Tochter testen lassen, oder?
16:40Nein.
16:41Sie haben auch nie wirklich Ihren Mann testen lassen, das heißt, man weiß ja nicht, ob er wirklich zeugensunfähig war.
16:46Haben Sie denn mit diesem Freund, früheren Jugendfreund, ohne Verhütung geschlafen, dass Sie so messerscharf schließen, er ist der Vater?
16:53Ja.
16:54Und er auch. Und er war verheiratet.
16:57Ja.
16:58Welche Klasse ist denn?
16:59Die Elfte.
17:00Ah.
17:01Oh, klar.
17:02Mein Name ist Simon Reimann und ich habe einen Termin. Eine Frau Helga Rettich hat gebeten, dass ich herkomme.
17:07Ah, okay. Die sind schon da.
17:09Wissen Sie, ob Ihre Tochter Cora auch da ist? Oder worum es geht?
17:12Das kann ich Ihnen nicht sagen. Also die Tochter ist da. Ich bringe Sie einfach schon mal ins Studio.
17:17Okay.
17:19Es geht letztlich um die Frage, ob und wann Sie Ihrer Tochter die Wahrheit sagen. Ihre Tochter ist 14 Jahre
17:26alt und das ist ein schwieriges Alter, um so etwas zu erfahren.
17:31Also das ist für mich auch so. Und dann sollten Sie mit Ihrer Mutter, ich stehe Ihnen gerne zur Seite,
17:35darüber reden. Deshalb würde ich sagen, wir gehen jetzt da rüber, denn Ihre Tochter wird ungeduldig. Die wittert ja auch
17:40irgendwas.
17:43Und dann werden wir das Ganze klären.
17:45Gut.
17:46Sie sind die Mutter und Sie entscheiden.
17:54Entschuldigung, da sind Sie. Der Simon ist da.
17:56Simon?
17:57Cora, schön, dass du da bist.
17:58Was machst du denn hier?
17:59Ja, das würde ich gerne mal wissen. Weißt du, was mir deine Mutter gerade mal so erzählt hat?
18:01Ist das deine Idee? Hast du den hier angeschleppt?
18:04Ja, natürlich.
18:04Was soll das denn jetzt?
18:05Weißt du, was mir deine Mutter gerade erzählt hat?
18:07Was soll das? Was denn?
18:07Cora, bitte. Deine Mutter hat mir gerade erzählt, ich wäre der Vater des Kindes, was da draußen ist.
18:12Das darf nicht wahr sein.
18:13Ich sage erst mal Hallo.
18:13Also Entschuldige bitte, wie soll das...
18:14Das darf nicht wahr sein, ne? Du kannst doch überhaupt Hände grenzen.
18:17Ja, hallo.
18:18Was soll denn?
18:18Ich weiß, Sie sind ja sehr aufgeregt.
18:20Ja, also kannst du mal bitte... Cora, wir haben nie miteinander geschlafen. Wie kannst du so etwas in die Wege
18:24setzen?
18:24Mama, hast du das gehört? Hast du das gehört?
18:26Wie kannst du das alles?
18:28Hast du das gehört? Was er sagt? Wir haben nie miteinander geschlafen.
18:31Ich werde das gleich bestimmt alles klären.
18:33Also Helga, Sie haben erneut übergriffig gehandelt. Sie haben mir nicht gesagt, dass Sie...
18:38Simon eingeladen haben. Wusste ja vorher gar nichts von seiner Existenz.
18:42Und Sie haben auch Ihre Tochter vor vollendete Tatsachen gestellt. Das finde ich nicht in Ordnung.
18:47Ich finde das schon in Ordnung. Denn sonst wäre er und Sie, die wären nicht gekommen.
18:51Ja, Moment. Mir hat man gesagt, es geht darum, irgendwas aus der Vergangenheit aufzuarbeiten und zu klären.
18:55Und ich mache mir schon Gedanken, was es sei.
18:57Kannst du bitte noch einmal sagen, dass meine Mutter es abhört?
18:57Aber doch nicht so was. Also ich weiß genau, was man macht, um ein Kind zu kriegen.
19:02Und sei mir bitte nicht böse. Ich könnte mich daran erinnern, wenn ich mit dir geschlafen hätte.
19:05Du hast Angst. Darum leugnest du. Du bist verheiratet, hast zwei Söhne und willst die Verantwortung nicht...
19:10Bitte rede nicht so. Du willst die Verantwortung nicht übernehmen.
19:13Helga, welche Verantwortung? Natürlich, ich hätte die Verantwortung übernommen, wenn ich gewusst hätte, ich hätte ein Kind.
19:18Ich sage nur...
19:18Insbesondere von Cora.
19:19Ich sage nur zwei Daten. 1997 Klassentreffen.
19:251998 wird Miriam geboren, meine Enkelin.
19:28Helga, Sie führen uns ja auch für eine Staatsanwältin.
19:31Als wollte Sie die beiden überführen und Ihre Tochter sozusagen zwingen, Miriam die Wahl zu sagen, weil Sie jetzt noch
19:37einen Mitwisser reinholen.
19:38Das kann nicht anders sein.
19:40Ja, aber...
19:40Ich bin nicht hundertprozentig sicher.
19:42Du verrennst dich da.
19:43Nein, nein.
19:43Ich verrennst dich da.
19:43Helga, natürlich.
19:44Das hat mir mein Gefühl.
19:45Aber ich muss es doch wissen. Ich war doch letztendlich dann dabei.
19:48Und ich war nicht dabei.
19:49Du hast Angst vor deiner Frau. Du hast Angst um deine Ehe. Das ist es.
19:52Helga, deswegen lügt ihr beide.
19:53Ich habe eine Bitte. Ich weiß, es fällt Ihnen sehr schwer, das Feld zu räumen. Aber ich denke, Sie haben
19:58alles getan, um Ihre Überzeugung durchzusetzen.
20:01Und ich möchte jetzt gerne, dass die beiden Betroffenen mal miteinander darüber reden, ob sie miteinander ein Kind haben oder
20:08nicht.
20:09Ich wäre gerne dabei.
20:11Frau Kall, was...
20:12Ja, also ich weiß nicht, was ich hier zu bereden habe.
20:14...mit Ihnen alleine sprechen, weil Sie sehen ja schon wieder, dass es aus dem Ruder geredet ist.
20:17Ich habe überhaupt keine Motivation, hier irgendwas zu besprechen, weil ich definitiv nicht der Vater...
20:23Mama, ich will jetzt wissen, was hier los ist.
20:25Verdammt nochmal, kannst du bitte draußen warten. Wir haben wirklich genug Terror.
20:29Miriam, frag bitte deine Mama ganz eindringlich.
20:31Mama, wer ist dieser Typ? Was habe ich mit diesem Typ... Was habe ich mit dem zu tun, Mann?
20:35Frag mal.
20:36Du, gar nichts.
20:37Mama.
20:37Das ist einfach ein alter Jugendfreund von mir.
20:39Ja, klar. Und ich kenne ihn nicht, oder was?
20:41Nein, weil wir schon lange keinen Kontakt mehr haben.
20:43Ja, und was hat Oma dann mit dem zu tun?
20:44Er hat ihn eingeladen. Sie kennt ihn auch von früher.
20:47Ich will jetzt hier aufgeklärt werden. Ich sitze hier die ganze Zeit und ihr...
20:51Cora, deine Tochter, meine Enkelin, hat ein Recht auf die Wahrheit.
20:58Komm mit mir mit.
20:58Nichts als die Wahrheit.
21:00Doch, du gehst jetzt mit mir mit.
21:00Ich bitte dich weiterleben.
21:02Komm mal her.
21:03Also ich glaube, ich schließe mich da auch an. Ich habe hier auch keine Motivation, länger zu bleiben. Ich muss
21:08zu diesem Thema nichts sagen.
21:09Mensch, Simon, dass du lügst. Das hätte ich dir überhaupt nicht zugetraut.
21:11Natürlich.
21:12Du bist doch so ein netter, lieber, sympathischer Kerl. Ich habe dich immer gerne gemacht.
21:15Ich bin hier nicht Thema des Ganzen.
21:17Weil er lüft nicht.
21:17Ich habe hier nichts zu suchen.
21:18Ist dir die Ähnlichkeit noch nicht aufgefallen?
21:20Diese hellen Augen?
21:21Nein, Gott.
21:22Die blonden Haare?
21:23Das passt.
21:24Mit ihr hat Miriam keine Ähnlichkeit.
21:26Mit Dirk überhaupt nicht.
21:27Mit dir hat sie Ähnlichkeit.
21:28Ja, aber ich sage es nochmal.
21:29Um Kinder zu zeugen, muss man miteinander schlafen.
21:32Und ich habe mit Cora nicht geschlafen.
21:35Und ich werde mich dieser Diskussion auch nicht weiterstellen.
21:37Ich habe da keine Lust drauf.
21:39Simon, du wagst es mir so offen ins Gesicht zu lügen?
21:41Ja, natürlich.
21:42Ich erzähle dir die Wahrheit.
21:44Warum soll ich denn lügen?
21:45Ich müsste mich doch daran erinnern.
21:46Komm mal, er sagt die Wahrheit.
21:48Da hörst du es von deiner eigenen Tochter.
21:50Und ich werde mich dieser Diskussion...
21:51Du willst ja einfach die Wahrheit auch nicht...
21:54Du willst ja nichts glauben und nichts hören und nichts akzeptieren.
21:56Wir haben dich so ehrlich erzogen.
21:57Wir haben dich immer zur Ehrlichkeit erzogen.
21:59Ich sage die Wahrheit.
22:00Wir haben nicht miteinander das Wort.
22:00Also ich glaube, ich bin in dieser Diskussion überflüssig.
22:03Ich würde gerne...
22:04Ich habe meinen Grund, dass ich sage, Sie bleiben hier.
22:06Und Sie gehen auch nicht an diesem Kind vorbei,
22:09die natürlich wachsam geworden ist,
22:11die sich fragt...
22:11Sie hat mich gefragt,
22:13erst werde ich von meiner Oma eingeladen,
22:15jetzt werde ich ständig rausgeschickt.
22:16Was ist ja nicht in Ordnung?
22:17Warum sollte ich überhaupt kommen,
22:18wenn ich eigentlich gar nicht gebraucht werde?
22:20Das heißt, sie ist wachsam geworden.
22:23Da haben Sie ganze Arbeit geleistet.
22:25Und ich weiß nicht, ob zum Vorteil Ihrer Enkelin.
22:27Nur zum Vorteil.
22:28Nur zum Vorteil.
22:29Ich habe etwas widersprüchliche Informationen.
22:31Ich würde gerne noch mal mit Ihnen reden.
22:33Und ich bitte Sie einfach...
22:34Und glauben Sie mir, aus einem wichtigen Grunde zu bleiben.
22:37Ich weiß jetzt noch nicht, warum, aber...
22:38Okay.
22:44Ja, und jetzt?
22:46Und jetzt?
22:46Also das müssen Sie mir jetzt mal erklären.
22:48Wieso hat er nicht mitgekriegt,
22:50dass er mit Ihnen geschlafen hat?
22:53Ich habe auch wirklich nicht mit ihm geschlafen.
22:55Ja, aber Sie haben doch gesagt,
22:56er ist der Vater.
22:57Ja.
23:02Gibt es noch einen Dritten?
23:03Nee.
23:04Es ist...
23:05Ich bin wirklich nicht besonders stolz
23:07auf diese Geschichte, aber...
23:10Ich habe ihm...
23:13Ich habe ihm quasi den Samen geraubt.
23:17Ich...
23:17Ja.
23:18Das müssen Sie mir erklären.
23:19Wie geht das?
23:22Naja, Oralverkehr und dann eine Spritze nehmen
23:24und sich das einführen.
23:26Und ich meine, die Chance war sehr gering,
23:28dass das funktioniert,
23:29aber es hat funktioniert.
23:32Und er weiß das nicht und ich...
23:34Ich kann nicht...
23:35Deshalb sagt er natürlich mit gutem Gewissen,
23:38ich habe nicht mit ihr geschlafen.
23:41Ich habe auch...
23:41Sie hatte mit mir Oralverkehr,
23:43aber ich habe nicht mit ihr geschlafen.
23:45Das eine hat er ausgelassen als Erste.
23:48Ja.
23:49Es ist...
23:50Okay, und jetzt?
23:52Ich muss jetzt auch erst mal überlegen.
23:53Und jetzt?
23:54Ich habe damals einfach überhaupt nicht...
23:56Ich war...
23:57Ich wollte einfach ein Kind mit meinem Mann
23:59und ich habe...
24:02Ich kann ihm das doch nicht erzählen.
24:05Ich kann ihm doch nicht wirklich ernsthaft erzählen,
24:07dass ich ihm quasi seinen Samen geraubt habe
24:10und daraus ein Kind entstanden ist.
24:13Das würde ihn nicht amüsieren, verständlicherweise.
24:16Also, es ist jetzt wirklich die Frage,
24:20was ist sinnvoll, was ist vernünftig?
24:24Fangen wir doch mal ganz kurz an.
24:25Ihre Mutter ist entschlossen,
24:27ihrer Tochter die Wahrheit zu sagen.
24:29Ihre Tochter ist alarmiert.
24:31Das habe ich gerade gemerkt.
24:32Keine Frage.
24:33Die kommt gar nicht auf die Idee, was los ist.
24:35Aber irgendwie ist sie alarmiert
24:37und sagt, was macht dieser Mann?
24:39Es ist ein alter Freund von der Mama, von Papa.
24:42Warum hat die Oma ihn eingeladen?
24:44Also, sie geht sicherlich nicht davon aus,
24:45dass es Omas neueste Liebhaber ist.
24:47Nein.
24:48Also, das heißt,
24:49das ist eine ganz schön schwierige Situation.
24:51Das heißt, sie müssen damit rechnen,
24:53dass ihre Tochter bohrt.
24:56Ich möchte nicht davon...
24:56Und für diese Fälle müssen sie eine Geschichte haben.
24:59Sie können ihr die Geschichte erzählen.
25:02Ich weiß es wirklich nicht.
25:06Oder sie haben im Petto
25:09für den Fall,
25:11für den Tag,
25:11an dem sie es mal sagen müssen.
25:14Und irgendwann sollten sie es ihr sagen.
25:17Vielleicht, wenn sie kein Kind mehr ist,
25:19keine Jugendliche mehr ist,
25:20sondern eine erwachsene, junge Frau,
25:22die selbst vielleicht auch verstehen kann,
25:24warum man als Frau
25:25so einen Quatsch macht.
25:27Aber für den Fall sollten sie sich überlegen,
25:30ob sie Simon ins Boot holen.
25:32Aber ich...
25:34Ich weiß nicht,
25:34ich kenne ihn nicht.
25:35Ich habe keine Ahnung,
25:36wie er damit umgeht.
25:36Also, was mir ganz wichtig ist,
25:38ist, dass meine Mutter das nicht erfährt,
25:40weil meine Mutter wird es
25:41meiner Enkeltochter sagen.
25:43Den Eindruck habe ich auch.
25:45Und ich finde sowieso,
25:45Ihre Mutter ist jemand,
25:46der seine ganz eigene Sicht der Dinge hat.
25:49Und wenn sie ihr etwas anvertrauen,
25:50müssen sie damit rechnen,
25:51dass sie damit das macht,
25:54was sie für sinnvoll hält.
25:55Ja.
25:56Sie können ja überlegen,
25:57sie können sich herantasten.
26:00Es wird für Simon auch eine Katastrophe sein.
26:06Ich meine, normalerweise sagt man,
26:08ein Mann muss verhüten
26:09und ist auch dafür verantwortlich,
26:11ob er ein Kind kriegt.
26:11Aber in dem Augenblick,
26:12wo auf diese Art und Weise
26:13ein Kind entsteht,
26:15damit muss er eigentlich nicht rechnen.
26:17Es liegt jetzt an Ihnen.
26:18Ich denke,
26:18wir sollten es von der Situation abhängig machen.
26:20Ich werde Ihre Mutter bitten,
26:21um nicht zu sagen zwingend bitten,
26:23dass sie den Raum verlässt.
26:25Und dann sollten Sie gucken.
26:27Ja.
26:28Sie sollten gucken,
26:29ob Sie es ihm sagen oder nicht.
26:31Ja.
26:39Na, Cora,
26:40dann sag endlich mal deiner Mutter,
26:42was ihr sagt ist.
26:43Es betrifft wirklich
26:44diese beiden,
26:45dass ich nicht der Vater des Kindes bin
26:46und dann ist die Sache endlich ausgegessen.
26:49Eine unterschiedliche Sicht der Dinge haben.
26:51Und es trifft die beiden
26:54als Menschen,
26:55die irgendeine Form von Kontaktmann hatten.
26:59Und da möchte ich jetzt wirklich,
27:01dass Sie wissen,
27:02die Mutter gehört nicht mit ins Bett
27:04oder wohin auch immer.
27:06Aber es geht...
27:07Das ist nicht Ihre Sache.
27:08Um ein Enkelkind.
27:09Ja, es geht um Ihr Enkelkind.
27:11Aber letztlich ist auch das
27:12eine Entscheidung Ihrer Tochter.
27:14Und ich möchte wirklich,
27:15wenn ich Sie jetzt bitte,
27:16ins Wartezimmer zu gehen,
27:18dass Sie nicht,
27:19um Ihr eigenes Gewissen,
27:20um Ihr eigenes Wissen zu missbrauchen,
27:23Ihre Enkelin an einem Punkt
27:25mit diesem Wissen konfrontieren,
27:26wo es das Geschwür
27:33wirklich verstärkt
27:33und eigentlich eine Blutvergiftung wird.
27:36Frau Kallweiß,
27:37ich habe Sie um Hilfe gebeten.
27:38Ja, das tue ich die ganze Zeit.
27:40Alex,
27:41ich traue Ihnen nicht.
27:42Ich traue Ihnen endlich nicht
27:43in Ihrer Wahrheitstour.
27:45Wo ist die Miriam?
27:46Die ist vorne bei mir im Foyer.
27:48Okay, ich möchte gerne,
27:48dass Sie Sie dort halten.
27:50Helga geht jetzt ins Wartezimmer
27:51und ich möchte nicht,
27:52dass Helga mit Miriam redet.
27:53Okay.
27:54Ich gehe nur unter Protest.
27:56Das ist in Ordnung.
27:57Das würde ich nicht an Ihrer Stelle auch tun.
27:58Das ist ja Ihr gutes Recht.
28:00Ich verstehe zwar jetzt nicht ganz,
28:02warum ich jetzt hier bleibe
28:03und nicht gehen kann.
28:04Ich habe mit der ganzen Sache
28:05letztendlich nichts zu tun.
28:07Aber schön.
28:10Ich meine,
28:11aber Sie hätten ja mit ihr schlafen können,
28:12oder?
28:13Ja, hätte wenn und aber.
28:14Es gibt so einen schönen Spruch,
28:15hätte der Hund nicht,
28:16dann hätte er einen Hasen gefangen.
28:16Und, ne?
28:17Aber ich meine,
28:18letztlich haben Sie sich
28:21als Sexualobjekt zur Verfügung gestellt.
28:23Ja, Moment, Moment, Moment, Moment, Moment, Moment.
28:24Also, ich weiß jetzt nicht,
28:25wie Sie darauf kommen.
28:26Also, Simon, warte, pass auf.
28:30Ich muss dir jetzt was sagen
28:31und ich kann dich wirklich nur inständig bitten,
28:34meiner Mutter nichts davon zu sagen
28:35und es für dich zu behalten.
28:37Das ist wirklich,
28:38das ist wichtig für mich.
28:40Wirklich.
28:42Und das, was ich dir sage,
28:43ist auch nicht einfach für mich.
28:47Du bist Miriams Vater.
28:52Ja, du lachst, aber...
28:53Ja, Korra, komm.
28:54Also, ich sage es nochmal.
28:55Wir wissen beide,
28:56wie wir Kinder machen.
28:57Ja, und ich kann mich nicht daran erinnern,
28:59mit dir irgendetwas
29:00in einer sexuellen Handlung getan zu haben,
29:03wo ein kleines Wesen mehr rauskommt.
29:06Das ist einfach so.
29:06Aber du weißt, dass...
29:07Ich kann mich doch daran erinnern,
29:09wenn ich mit dir geschlafen hätte.
29:10Aber ist doch nicht.
29:12Erzähl mir doch nicht.
29:12Aber du kannst dich vielleicht noch erinnern,
29:14was gelaufen ist.
29:15Ja, wie, was gelaufen ist.
29:16Wir haben ein bisschen rumgemacht
29:17und haben gesagt,
29:18wir lassen es.
29:19Thema erledigt.
29:21Ja, Thema erledigt.
29:22Haben gesagt,
29:22wir reden nicht drüber,
29:23wir sind verheiratet,
29:24wir haben beide unsere Verpflichtungen
29:25und behalten es vor uns.
29:26Sie, warum muss ich dich jetzt wirklich...
29:27Also, ähm...
29:29Letzten Endes, ähm...
29:31Ich weiß nicht,
29:32wie ich anfangen soll.
29:32Schwierig zu erklären.
29:34Sagen Sie es einfach so, wie es ist.
29:35Also, ich hab...
29:36Wir hatten Oralverkehr.
29:38Ich weiß nicht,
29:38ob du dich daran noch erinnerst.
29:40Ja, okay.
29:41Und ich weiß nicht,
29:43ob du dich auch daran erinnerst,
29:44dass ich sehr schnell
29:44ins Badezimmer verschwunden bin.
29:47Weil du dachtest wahrscheinlich,
29:48das ist mein schlechtes Gewissen
29:49oder was auch immer.
29:50Aber ich...
29:51Was ich letzten Endes gemacht habe,
29:55ist, dass ich deinen...
29:56deinen Samen genommen habe
29:58und den in eine Spritze gezogen habe
30:00und mir eingeführt habe.
30:01Und dadurch bin ich schwanger geworden.
30:02Bitte was?
30:04Und ich bin auch...
30:05Ich kann dich nur bitten,
30:07das einfach für dich zu behalten.
30:08Ich weiß,
30:08dass das ein Riesenschock ist
30:09und das...
30:11Sag mal, sag mal, sag mal,
30:12sag mal, sag mal,
30:12wo bin ich hier?
30:13Nee, nee, nee,
30:14welcher Film läuft hier gerade?
30:15Das ist nicht dein Ernst.
30:16Das ist aber so.
30:18Also, mo-mo-mo-mo-moment.
30:20Also, das...
30:21Das kann nicht sein.
30:23Ah, Koga, nee.
30:24Also,
30:25willst mich hier...
30:26Aber wirklich veräppeln.
30:28Ganz gewaltig.
30:29Aber die Wahrscheinlichkeit,
30:30dass sie dadurch schwanger hätte werden können,
30:32war sicherlich nicht sehr groß.
30:34Du willst mir nicht sagen,
30:37dass du das abgeführt hast,
30:38dir eingeführt hast und...
30:39Komm, erzähl mir.
30:41Ich will es nicht so sagen.
30:42Aber ich habe es dir doch gerade erzählt.
30:43Ich will es in den Teil,
30:44will ich wissen,
30:44wie das gelaufen ist.
30:45Ich kann mich an nichts erinnern,
30:46überhaupt nicht.
30:47Und ich lasse mich hier von dir
30:48nicht fertig machen,
30:49für nichts und widerlich.
30:49Ich mach dich nicht fertig,
30:51ich will überhaupt nichts von dir.
30:52Das Einzige,
30:52was ich von dir will,
30:53ist,
30:54dass du meiner Mutter
30:54nichts davon erzählst
30:55und dass du stillschweigen wirst.
30:56Ich will dich für nichts...
30:57Sag mal, für wie blöd hältst du mich?
31:00Ihr bestellt mich hier hin?
31:01Ich weiß,
31:03das ist jetzt für sie
31:03wirklich der Schock des Lebens.
31:05Aber rein praktisch
31:06kann es so sein.
31:07Wenn sie wirklich
31:07sehr schnell aufgestanden ist,
31:09ist sicherlich die Wahrscheinlichkeit groß,
31:10dass es durch den Speichel
31:12neutralisiert wird,
31:13aber wahrscheinlich nicht total.
31:14Sie hat es dann
31:15auf eine Spritze gezogen
31:16und hatte sich eingeführt
31:17und auf diese Art und Weise
31:18eine Art Geschlechtsakt
31:20dabei geführt hat.
31:20Das ist doch nicht so...
31:21Das ist ja eklig,
31:22das ist doch so,
31:22das Mensch.
31:24Du kannst mir doch,
31:25du kannst mir doch nicht
31:26sowas machen.
31:2715, 16 Jahren erzählen?
31:30Caro, das glaube ich dir nicht.
31:32Jemand, ich hätte es dir
31:32überhaupt nicht erzählt,
31:34wenn es nicht
31:34zu dieser Situation gekommen wäre.
31:36Du kannst mir doch nicht
31:36so ein Kuckucksei
31:38ins Nest legen
31:39und...
31:40Und ich soll das jetzt
31:41akzeptieren,
31:41oder was, oder wie?
31:42Bitte, ich verstehe,
31:43dass du sauer bist.
31:44Das verstehe ich wirklich.
31:45Und ich würde bestimmt
31:46aus heutiger Sicht
31:47nicht mehr so handeln.
31:48Aber ich habe damals
31:49so gehandelt.
31:50Und ich will von dir
31:51nichts, außer,
31:52dass du es für dich behältst.
31:54Das ist das Einzige,
31:55was da dran hängt.
31:57Moment mal, ich muss...
31:57Weißt du eigentlich,
31:58wie ich mich fühle?
31:59Ich muss aber auch...
31:59Jetzt hören Sie mal zu,
32:00ich muss auch ein Stück
32:01Kora in Schutz nehmen,
32:02denn ich habe ihr empfohlen.
32:04Sie wollte es Ihnen nicht sagen.
32:05Ich habe ihr empfohlen,
32:07es Ihnen zu sagen.
32:08Und zwar,
32:08weil durch Helbers Aktion
32:10die Gefahr sehr groß ist,
32:12dass die Kleine,
32:13dass Miriam,
32:14eins und eins und eins
32:15zusammenzählt
32:16und anfängt zu bohren.
32:17Und irgendwann steht sie da.
32:19Ja, aber Frau Körber,
32:20Sie müssen sich das mal vorstellen.
32:22Ich meine,
32:22ich komme nichtsahnend hier hin.
32:25Ich kriege so was
32:26auf den Tisch geknallt.
32:28Wissen Sie eigentlich,
32:29was da gerade im Moment
32:30bei mir passiert?
32:31Ich ahne es.
32:31Ich bin verheiratet,
32:32ich habe zwei Kinder.
32:33Wissen Sie,
32:34welche Konsequenzen das hat?
32:35Ja, momentan hat es
32:36gar keine Konsequenzen.
32:36Bin ich überhaupt rechtlich
32:39in irgendeiner Weise
32:40zu irgendwas verpflichtet?
32:41Habe ich überhaupt...
32:42Das ist doch Quatsch.
32:43Man kann doch nicht sagen,
32:44du bist jetzt der Vater dieses Kindes.
32:45...verpflichtet sein,
32:46solange sie keiner
32:47als Vater einträgt.
32:49Gesetzlich,
32:49der Vater ist der Verstorbene.
32:51Ist Dirk.
32:53Das heißt,
32:53Sie sind rein rechtlich
32:54nicht der Vater.
32:55Sie müssen keinen Unterhalt leisten,
32:57Sie müssen sich nicht
32:57am Erbe beteiligen,
32:58Sie müssen es noch nicht
32:59mal irgendjemandem sagen.
33:01Aber ansonsten,
33:02wenn es mal zum Schwur
33:04kommen sollte,
33:07dann sind Sie der Vater.
33:09Denn,
33:10wenn man einmal seinen Samen,
33:12egal wie auch immer,
33:13aus der Hand gibt,
33:15dann ist man Vater.
33:17Es sei denn,
33:17Sie machen nur eine
33:17anonyme Samenspende,
33:18dann ist ja die Voraussetzung,
33:19dass man keine Rechte
33:21daraus ableiten kann.
33:23Also ich kann mir einfach
33:24aufpassen,
33:24was er mit seinem Samen macht.
33:25Ganz einfach.
33:26Das können wir nicht machen.
33:26Das lasse ich mir nicht machen.
33:28Sie sind der biologische Vater,
33:29aber es wird zur Zeit
33:30keiner irgendwelche Rechte
33:31daraus ableiten.
33:33Wenn ich das gewollt hätte,
33:35dann hätte ich es anders
33:36angestellt.
33:36Das werde ich nicht tun.
33:38Das kann ich dir versprechen.
33:39Nein, nein, nein, so nicht.
33:41Und ich möchte...
33:41Ich lasse mich doch
33:42von deiner Mutter
33:43hier nicht herbestellen.
33:44Ich lasse mich doch
33:45von deiner Mutter
33:46nicht fertig machen,
33:47beschimpfen bis ins Mark.
33:49Mich richtig, richtig klein machen.
33:51Ich möchte,
33:52dass du jetzt
33:53deine Mutter holst
33:53und dass du deiner Mutter
33:54genau diese Geschichte erzählst.
33:57Wahnsinn.
33:57Nein, ich bestehe darauf.
34:04Ich möchte,
34:04dass du jetzt
34:05deine Mutter holst
34:05und dass du deiner Mutter
34:06genau diese Geschichte erzählst.
34:09Wahnsinn.
34:09Nein, ich bestehe darauf.
34:11Ich bestehe darauf,
34:12dass du...
34:13Nein, hören Sie mal zu.
34:14Jetzt bestehe ich auf etwas.
34:15Ich bestehe auf
34:16ein kurzes Gespräch
34:17und zwar nur aus
34:18einem einzigen Grunde.
34:20Ich will verhindern,
34:21dass die Miriam
34:22A erfährt,
34:23jetzt,
34:24dass sie der Vater sind
34:26und B,
34:27dass sie womöglich
34:28noch erfährt,
34:28wie sie entstanden ist.
34:30Also ich glaube,
34:30jetzt ist irgendwie
34:31hier der Wahnsinn im Raum.
34:32Die Aktion war schon
34:33wahnsinnig genug.
34:34Aber das...
34:35Kommen Sie bitte mal mit.
34:36Ja, ich muss doch...
34:36Ich muss doch irgendein...
34:37Ja, aber wieso ist...
34:38Ich...
34:39Kann ja keiner verstehen,
34:40dass da...
34:41Mann!
34:43Gut zu.
34:45Hören Sie mal gut zu.
34:47Ich...
34:47Ich verstehe natürlich.
34:48Also ich meine,
34:48natürlich platzen Sie fast.
34:50Das waren Samenrauch
34:51und Sie sind Platz,
34:52Hörenplatz.
34:52Ich bin Vater.
34:53Natürlich denken Sie sich,
34:54was mache ich mit dieser Information?
34:56Wie ist das,
34:56wenn meine Frau das erfährt,
34:57wenn meine Kinder das erfährt?
34:58Okay.
34:59Aber Sie müssen es nicht erfahren.
35:03Nur um sich zu rächen,
35:04denn nichts anderes war jetzt Ihre Aussage,
35:07um sich an Prohe zu rächen
35:09und zu ihr zu sagen,
35:10du sagst das deiner Mutter,
35:11als wäre die Mutter der Papst,
35:13die man um irgendwas beichten muss.
35:15Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung. Jetzt geht es mir ausnahmsweise mal um mich.
35:18Ja, und was haben Sie davon?
35:19Wissen Sie eigentlich, wie ich mich fühle? Ich höre gerade, ich habe eine 15-jährige Tochter, die mir praktisch geklaut
35:28wurde, um es mal ganz blöd zu sagen.
35:30Ja, ja.
35:31Ja?
35:32Ja?
35:33Ja.
35:34Wissen Sie, das kommt einer? Ich fühle mich vergewaltigt, wenn Sie das so nennen möchten.
35:40Ja, aber Sie haben keinen Klagegrund. Nur, warum müssen Sie aus dieser Wut auf Cora jetzt eine Rache machen, indem
35:48Sie einfach Helga sagen, wollen, und zwar über Cora.
35:52Cora soll Ihre Mutter sagen, das habe ich getan. Was haben Sie davon?
35:56Weil ich nicht der Buhmann sein will. Ich bin der Böse. Ich bin der Böse. Ich bin das, ich habe
36:01die sogenannte A-Punkt-Karte gezogen, um das mal ganz ehrlich zu sagen.
36:04Simon, Sie haben recht. Sie haben die A-Punkt-Karte in gewisser Weise gezogen. Sie sind ungewollt Vater geworden und
36:12erfahren das nach 15 Jahren.
36:14Ja, können Sie denn nicht verstehen, dass man sich da verletzt fühlt?
36:16Natürlich verstehe ich das. Aber jetzt frage ich Sie eins. Was ändert die Tatsache, dass Sie von Cora verlangen, dass
36:22sie sozusagen zu Ihrer Mutter geht und sagt,
36:23Mama, ich habe etwas ganz Schlimmes gemacht. Ich habe Oralverkehr gemacht mit einem fremden Mann und ich habe den Samen
36:28ja hinterher eingeführt.
36:29Was ändert das daran? Warum wollen Sie dieses intime Detail von Cora Ihrer Mutter sagen lassen, außer Sie wollen sich
36:36rächen?
36:36Sie wollen sich rächen an Cora, weil sie Ihnen das angetan hat.
36:39Ich will aber nicht der Buhmann sein. Ich bin nicht der Böse.
36:41Dann nehmen Sie die Sache in die Hand, dann sind Sie kein Buhmann. Sagen Sie einfach, wir hatten Sex, denn
36:46Sie hatten doch Sex.
36:48Oder wollen Sie das jetzt wie Clinton machen und sagen, das war kein Sex?
36:51Nein, natürlich nicht, aber zumindest doch im Kopf so einen Sex, dass man denkt, da kommt ein Kind bei raus.
36:58Was ist bitte der Unterschied, ob man jetzt Sex, ungeschützten Sex hat im Oralverkehr? Das ist auch nicht ungefährlich.
37:03Hätten Sie sich ja irgendwie HIV infizieren können. Was ist bitte der Unterschied, außer dass Sie sich rächen wollen?
37:08Sie wollen Sie in eine demütigende Haltung bringen, in eine gedemütigte Haltung bringen Ihrer Mutter gegenüber, weil Sie so sauer
37:14sind.
37:15Machen Sie Ihre Wut mit Cora aus. Lassen Sie ansonsten bitte Helga raus.
37:19Seien Sie souverän genug und sagen, wir hatten Sex und es ist natürlich sehr wahrscheinlich, dass es mein Kind ist.
37:24Frau Körpers, ich weiß nicht, ob ich das kann. Ich weiß echt nicht, ob ich das kann.
37:28Denken Sie nur daran, wenn die Kleine Ihr Kind ist, dann könnte es schwierig werden, wenn Sie sich jetzt so
37:34verhalten, wie Sie das jetzt tun.
37:35Dann wird nämlich Helga wahrscheinlich reden.
37:41So, ich hole jetzt Helga.
37:43Du hast Nerven, Helga.
37:44Mit jedem Moment, wo sie da draußen sitzt, wird es etwas schwieriger.
37:49Das ist ein dicken Nerv, das kann ich dir sagen.
37:51Helga, kommen Sie bitte.
37:54Ich habe Ihnen meine Meinung von Anfang an gesagt.
37:56Ich habe gesagt, es ist eine Entscheidung der Mutter, jetzt würde ich sagen, es ist eine Entscheidung der Eltern, wann
38:02Ihre Enkelin davon erfährt.
38:04Meine Meinung ist dann, wenn sie selbst als Erwachsene ins Leben geht.
38:09Die Pubertät ist der miserabelste Punkt, um so etwas Grundsätzliches zu erfahren.
38:13Entweder man wird damit groß, ist die eine Sache, aber nicht in der Pubertät, wo man eh nicht weiß, wo
38:17man ist.
38:17Und wenn sie jetzt auch noch ihren Papa verliert, den sie hatte, das wäre eine Katastrophe.
38:21Dann ist es kein Geschwür, sondern dann ist es ein Mordanschlag.
38:25Das kann ich überhaupt nicht akzeptieren.
38:27Wo bleibt die Wahrheit? Ich bin zur Ehrlichkeit erzogen worden.
38:29Haben Sie Kinder?
38:31Haben Sie Kinder?
38:33Was heißt Wahrheit?
38:34Ja, Sie weichen aus.
38:35Sie weichen aus.
38:37Irgendwann wird Miriam das erfahren.
38:39Und dann wird sie so zu verbrechen.
38:42Helga, jetzt hören Sie bitte zu.
38:43Irgendwann ist eine Sache der Verantwortung, die hat man als Erwachsene zu tragen.
38:47Genau für das, was man tut.
38:48Richtig, genau.
38:49Und das ist irgendwann der Zeitpunkt.
38:50Das ist nicht Ihre Entscheidung.
38:52Das ist in der Verantwortung der Mutter und des Vaters.
38:57Mama, jetzt nochmal, ich will wissen, was hier los ist.
38:59Miriam, was machst du denn hier?
39:01Irgendeinen, egal wer, egal, wirklich.
39:03Erklärt mir, was hier los ist.
39:04Geh zu Mama.
39:07Ja.
39:07Mein Schatz, wir hatten hier was zu klären, was überhaupt nichts mit dir zu tun hat.
39:11Und es ist wirklich alles in Ordnung.
39:12Ja, ich bin jetzt hier hingefahren.
39:13Du warst völlig schwachsinnigerweise umsonst hier.
39:16Ist denn alles total?
39:17Also es ist wirklich, wir haben es jetzt geklärt.
39:19Ist alles okay bei dir, Omo?
39:21Miriam, mach dir keine Sorgen.
39:23Es ist alles geklärt.
39:24Wirklich?
39:25Ja, das war dumm von mir.
39:26Es gab ein Problem mit deiner Mama und mir, aber es ist alles geklärt.
39:30Mach dir keine Sorgen.
39:32Ja, wartest du noch einen kurzen Moment draußen?
39:34Ja, super.
39:35Tut mir leid.
39:35Alles geklärt.
39:36Alles geklärt.
39:44Heißt, sagen Sie noch einen Satz zu ihr, dass sie weiß, Sie stehen zu Ihrer Verantwortung.
39:51Ich meine, auch wenn ich jetzt hier der Gehörnte bin, du musst mir jetzt echt Zeit geben, das
39:59zu verarbeiten.
40:00Und ja, ich muss jetzt erst mal gucken, was das zu Hause für Konsequenzen hat.
40:04Weil ich muss ja dann mit meiner Frau und meinen Kindern darüber reden.
40:07Aber wenn irgendwann der Punkt da ist, dass ihr es erzählen wollt, dann bin ich natürlich
40:12da.
40:12Was mit anderen Worten Simon sagen will, er ist der Vater.
40:18Er wollte es nicht.
40:18Aber es ist ja nichts anderes übrig, wenn es so ist.
40:19Er wollte es nicht, er wusste es nicht, er hat Schwierigkeiten damit, aber er ist der
40:24Vater.
40:24Ich habe es gleich gewusst.
40:24Ich habe es gleich gewusst.
40:25Warum nicht gleich so?
40:26Was haben Sie von dem Triumph?
40:28Es geht doch gar nicht darum, ob und wer und was auch immer.
40:32Die Einzige, die alles wusste, ist Ihre Tochter.
40:35Und ich gehe davon aus, dass Ihre Tochter, Ihre Tochter genügend liebt, um zu wissen, irgendwann
40:39wird der Punkt kommen.
40:40Wenn sie alt genug ist, dass sie sie in einer Weise erklärt, es müssen nicht alle Details
40:45sein, dass sie es versteht.
40:46Aber nicht jetzt.
40:47Ich hoffe, du weißt, was du tust, was das für eine Last ist.
40:51Ja, das weiß ich.
40:53Aber damit muss ich selber klarkommen.
40:55Und es bringt auch nichts, wenn man die Last nicht selbst tragen kann und sie auf den
40:59Kinn, dem Rücken der Kinder austrägt.
41:01Und das ist ein bisschen Ihr Problem.
41:03Lassen Sie das Kind raus, lassen Sie sie erwachsen werden ohne diese Last dieser ganzen Geheimnisse.
41:08Und das ist jetzt ein Appell von mir an Sie als Großmutter, denn Sie haben auch eine
41:12Verantwortung.
41:12Ist Ihre einzelne Enkelin, wollen Sie kaputt machen?
41:16Nein.
41:17Ich wollte das ganze Gegenteil.
41:18Dann sagen Sie, ich halte mich da dran.
41:20Richter.
41:22Halten Sie sich daran, das sage ich jetzt noch mal zu Ihnen als eine Frau in Ihrem Alter.
41:27Kommen Sie her.
41:27Machen es einem aber auch schwer.
41:29Ja, das will ich auch.
41:31Okay.
41:32Es geht um die Kleine.
41:33Okay.
41:34Es geht um die Kleine.
41:35Ich möchte, dass Sie sich an das Versprechen halten, dass Sie es Ihrer Tochter überlassen
41:38und gehen Sie davon aus, Ihre Tochter wird den Zeitpunkt finden.
41:42Also, okay.
41:43Es geht um meine Enkelin.
41:45Nur warum mache ich das?
41:46Es geht um Sie.
41:53Und wenn Sie irgendwann wieder im Konflikt sind, kommen Sie besser zu mir.
41:56Ja, danke, Frau Kalbos.
41:59Ihnen biete ich das selber an.
42:01Ja, danke.
42:05Wir reden noch mal in Ruhe.
42:07Reden.
42:08Unglaublich.
42:12Cora und Simon wollen Miriam vorerst nicht sagen, dass Simon ihr leiblicher Vater ist.
42:17Helga hat eingesehen, dass sie sich bei dieser Entscheidung nicht einmischen darf.
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