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KurzfilmeTranskript
00:00:11Berlin 1821
00:00:13Karl Maria von Weber, königlich-sächsischer Hofkapellmeister, seine Frau Caroline,
00:00:19Gasparo Spontini, königlich-preußische Generalmusikdirektor,
00:00:23Graf Brühl, Generalintendant der preußischen Hoftheater,
00:00:27Karl Friedrich Schinkel, Hofbaurat,
00:00:30Bankier Beer und seine Frau,
00:00:33E.T.A. Hoffmann und Heinrich Heine.
00:00:37Hier im Irtschenjammertal
00:00:41Wär doch nichts als Plack und Qual
00:00:46Trögt der Stock nicht Trauben
00:00:52Darum bis zum letzten Hauch
00:00:55Setz ich auf Gott Bachus Bauch
00:00:58Meinen festen Glauben
00:01:08Meinen festen Glauben
00:01:18Das ist kein schlechtes Lied, nicht wahr?
00:01:21Bravo Friedrich Kitt, dein Kopf ist kein Kindskopf
00:01:26Was wäre Maria ohne Kind?
00:01:30Und wann ist der fertig, Ihr Probeschuss, meine Herren?
00:01:34Könnte man nicht, ich meine, sollte man nicht immerhin darüber schreiben?
00:01:38Lorbeeren im Voraus bringen Unglück
00:01:40Ach, geben Sie Ihrem Herzen einen Stoß, Liebe, Herr Hofbaurat
00:01:43Unser verehrtes Fräulein von Winkel kann die Tinte nicht halten
00:01:50Voll
00:01:52So hast Sie verärgert
00:01:53Sie wird uns schlechte Kritiken schreiben
00:01:55Es ist das Vorrecht des Kritikus Unrecht zu haben
00:01:59Die Gaben, die einem selbst versagt sind, bemäkelt man am leichtesten
00:02:09Schaffen Sie uns das große, das nationale Kunstwerk, Herr von Weber
00:02:13Vertreiben Sie sie von der Bühne, diese Italiener
00:02:15Ich bemühe mich mit Unterstützung unseres verehrten Freundes Kind
00:02:19Eine ordentliche Oper zu schreiben
00:02:22Im Übrigen jedoch verehre ich alles Gute
00:02:24Es komme von welchem Volk es wolle
00:02:27Aber müsste nicht das Repertoire einer nationalen Oper vor allen Dingen deutsch sein?
00:02:32So wenig, wie ich von einem Orchester immer nur die Violinen hören wollte
00:02:37Es gehören die Werke aller Nationen hinein
00:02:39Nur müsste unsere Oper dazwischen nicht mehr länger nur eine Gastrolle spielen
00:02:42Sondern endlich auch den Gastgeber
00:02:44Bravo, bravo
00:02:48Aber solange man den eigenen Rasen immer nur beschneidet
00:02:52Dann darf man sich nicht wundern, dass keine Sonnenblumen darauf wachsen
00:02:55Es hat aufgehört zu regnen
00:03:00Komm, Wendel
00:03:15Willst du die Bäume rauschen?
00:03:19Sie singen, Lina
00:03:21Für mich singen sie
00:03:24Hörst du nicht?
00:03:27So muss ich den Wald in meinem Oper singen lassen
00:03:32Darin sie die klügsten Abhandlungen schreiben und die kunstvollsten Opern
00:03:36Wenn du den Ton nicht findest, der in die Herzen geht
00:03:39Dann wird das kunstvollste Kunstwerk schon vom nächsten Gassenhauer in den Rindstein gespielt
00:03:43Deins nicht
00:03:45Nein
00:03:47Dazu müsste es erst einmal aufgeführt werden
00:03:49In Dresden jedenfalls nicht
00:03:51Das hat mich Grafitztum schon wissen lassen
00:03:52Herr von Weber!
00:03:54Wir kommen!
00:03:55Was?
00:03:55Wir gehen!
00:03:59Manchmal frage ich mich, wozu sie dich hier überhaupt als Kapellmeister der Deutschen Oper bestellt haben
00:04:04Es ist schon einmal meine Bestimmung, nur alles nach den entsetzlichsten Kämpfen und Stürmen zu erreichen
00:04:20Es ist nichts
00:04:32Während der Probe heute hat der Regierende Staatsminister meine neue Orchester-Sitzordnung für ungültig erklärt
00:04:38Per Aussagen
00:04:40Hinter deinem Rücken?
00:04:41Ohne auch nur den Versuch einer Absprache mit mir
00:04:45Unverschämter kann man ja wohl kaum sein
00:04:47Am sächsischen Hof schon
00:04:53Die deutsche Oper interessiert den König nicht
00:04:55Aber das Publikum
00:04:57Das Publikum ist das Volk
00:04:58Und was das Volk will, ist gefährlich
00:05:01Nachdem das Volk Napoleon besiegt hat, haben die Deutschen Fürsten Angst
00:05:04Aber doch nicht für einer deutschen Oper
00:05:06Eine deutsche Oper ist Theater fürs Volk und Kunst ist eine Tochter der Freiheit
00:05:34Ich hab's oft so, Satz-Caroline
00:05:37Was darf ich denn in Dresden schon leisten als Kapellmeister der Deutschen Oper?
00:05:41Vielleicht folgst du doch der Einladung des Generalentendanten Brühl auf seinem Gutseifers fort
00:05:46Das liegt hinter Radeberg, da muss ich gut zweieinhalb Stunden durch die Dresdner Heide
00:05:57Machen Sie das beste Theater Deutschlands und dann sagen Sie mir, was es kostet
00:06:01Der hat gut reden, unser lieber Staatsminister Hardenberg
00:06:05Im Schauspiel mag's noch angehen, da haben wir den Kern des alten Ipflant-Ensembles noch
00:06:09Aber die Oper, es fehlte Orchestererzieher
00:06:11Ja, der freilich sehr
00:06:13Und nicht nur der
00:06:14Wir kommen noch nicht ewig bloß mit den Übersetzungen italienischer und französischer Opern aus
00:06:18Aber Schenk, Gluck, Mozart, Beethoven
00:06:20Sind alle tot, bis auf Beethoven
00:06:22Und ob der noch eine zweite Oper schreibt, ist mehr als fraglich
00:06:25Für den König ist der Fidelio ohnehin schon ein verfluchtes Stück
00:06:29Nein, nein
00:06:31Reflektiert der König immer noch auf Herrn Spontini aus Paris?
00:06:35Italienische Oper mit französischem Flair
00:06:38Je länger Spontini Nein sagt, umso mehr wachsen unsere Chancen
00:06:42Schinkel baut in Berlin das neue Schauspielhaus
00:06:44Wir brauchen darin endlich die neue deutsche Oper
00:06:47Und dafür brauchen wir Weber
00:06:49Und Exzellenz, glauben, dass Fürst Wittgenstein dem Antrag zustimmen wird?
00:06:55Das geht an den Staatsminister Hardenberg
00:06:58Und direkt an den König
00:07:00Er war von Webers Kantate Kampf und Sieg im Vorjahr so angetan
00:07:04Dass er sie wiederholen ließ
00:07:06Er wird einsehen, dass er einen besseren als Weber unmöglich bekommen kann
00:07:12Dieser Brühl ist unglaublich
00:07:16Übergeht mich
00:07:18Aber nicht der Staatsminister, der Polizeiminister ist sein Vorgesetzter
00:07:22Und das mit Recht
00:07:25Wo gibt es noch so große Menschenansammlungen wie in seinen Theatern?
00:07:30Das ist doch nichts weiter als geduldete öffentliche Zusammenrottung
00:07:35Die Leute warten ja nur darauf, ein Wort missverstehen zu können
00:07:41Und dazu will er ausgerechnet diesen Weber
00:07:45Apportieren
00:07:46Weber, Karl-Maria von, hat Körner vertont
00:07:51Leier und Schwert
00:07:53Liedsos will die verwegen die Gacht
00:07:55Holz steht auf
00:07:57Schwertlied, Freiheitslied
00:08:00Erst letztens Studentenovationen für ihn sogar in Preußen
00:08:05In Halle, in Göttingen
00:08:07Machen Sie Hardenberg eine entsprechende Notiz
00:08:11Und der Graf Brühl?
00:08:12Wird schon von Hardenberg seine Antwort bekommen
00:08:15Es soll nicht heißen, ich hätte mich eingemischt
00:08:27Die Göttingen
00:08:28Die Göttingen
00:08:32Die Göttingen
00:09:16Die Göttingen
00:09:16Die Göttingen
00:09:22Es ist mir eine außerordentliche Ehre, Ihr Besuch, lieber Herr von Weber.
00:09:37Weber, ich kann Sie als Kapellmeister im Augenblick nicht engagieren,
00:09:40aber ich brauche Sie in Berlin, mehr denn je, als Bundesgenossen.
00:09:43Wir sind durch den Neubau des Schauspielhauses im Augenblick noch ein wenig eingeschränkt,
00:09:48aber haben Sie nicht irgendetwas Neues, damit ich Sie durchsetzen kann?
00:09:55Ich hatte ja bereits mehrfach versucht, Sie uns zu verbinden,
00:09:58nur leider, die Berliner Situation ist schwierig.
00:10:01Ich bin eben bei der Komposition einer neuen Oper,
00:10:04nach einer alten deutschen Sage aus Apels Gespensterbuch.
00:10:07Der Freischütz heißt sie dort.
00:10:09Ist das nicht die Geschichte von dem Jägerburschen,
00:10:11der um ein Mädchen und eine Försterei zu erringen,
00:10:13seine Seele dem Teufel verkauft?
00:10:15Nicht ganz.
00:10:16Das Jagdglück hat ihn verlassen,
00:10:18und sein Weitgesille Kasper überredet ihn,
00:10:20sich mit Hilfe des wilden Jägers Samuel freikugeln zu gießen.
00:10:22Um Mitternacht in der Wolfsflucht, wunderbar,
00:10:25ein Stoff in seiner wilden Romantik geradezu geschaffen für das Theater.
00:10:29Nicht nur deswegen.
00:10:32Waldweben, Landleute, Jäger.
00:10:34Das wahrhaft Volkstümliche des Stoffes.
00:10:36Aber geben Sie sie mir, Weber.
00:10:38Ich führe Sie auf.
00:10:42Der Probeschuss nennen wir Sie.
00:10:44Der Titel ist noch nicht gut, aber das findet sich.
00:10:46Schreiben Sie erst mal den Probeschuss,
00:10:48dann dirigieren Sie ihn.
00:11:05Der Titel ist noch nicht gut,
00:11:20Das ist in der Tat beeindruckend.
00:11:24Im Vertrauen, Herr Graf,
00:11:26es waren derart viele einander widersprechende Forderungen,
00:11:31in diesem Hause im wahrsten Sinne des Wortes unter ein Dach zu bringen,
00:11:36dass sich zunächst eine vernünftige Lösung für gänzlich unmöglich ist.
00:11:40Aber ich werde um jede Garderobe kämpfen.
00:11:42Ich freue mich, dass ich mich mit einem so profunden Kenner des Theaters darüber streiten darf.
00:11:48Um Ihr Raum wegzunehmen.
00:11:50Über uns steht unser Auftrag, Herr Graf.
00:11:54Im Übrigen geht es mir wie Ihnen vorzugsweise um einen Platz für die Kunst.
00:12:00Für unsere deutsche Kunst.
00:12:02Goldene Worte, Herr Hochbaurat.
00:12:04Aber wenn Sie wüssten...
00:12:09In Preußen ist nun einmal der Wille des Königs gesetzt.
00:12:14Seit dem Soldatenkönig, seit Friedrich Wilhelm I.
00:12:19Ich will Ihnen keine Tröstungen zusprechen, Herr Graf.
00:12:23Aber hier wachsen wir an unseren Schwierigkeiten.
00:12:31Dass mir aber ein Kopf dem anderen gleich ist.
00:12:33Es sind keine Sterblichten.
00:12:37Den Glück hättet ihr bei den Menschen anders ist, wa?
00:12:40Denk an unseren Friedrich Wille.
00:12:42Herr Hofbaurat, mannisch für unjut.
00:12:43Kommt nun der Spontini nach Berlin?
00:12:45So ist es. Und nicht mal für's Wittgenstein hat Meistät die Fracht.
00:12:51Kennen Sie einen Unterschied zwischen Wittgenstein und den Hofbaurat?
00:12:54Nee, erzähl mal.
00:12:56Der Wittgenstein traut Käme.
00:12:59Jut, wa?
00:13:05Na, und kennt ihr den zwischen Wittgenstein und Spontini?
00:13:07Nee.
00:13:08Der traut sich alles.
00:13:09Aber wenn der Brühl nie will, den kann er gar nicht.
00:13:12Brühl ist Generalintendant.
00:13:13Der Brühl kann ich mir gar nicht.
00:13:14Der Spontini hat alles schriftlich mit dem Friedrich Wilhelm drunter.
00:13:18Ach nee.
00:13:19Na, das ist eine Sauerei.
00:13:21Hier kann ich da ja allsehen.
00:13:22Ach nee.
00:13:23Da halten wir unsere Knochen hin.
00:13:25Haben den Bonaparte zum Neue heben.
00:13:27Und jetzt holt unser König dem seinen Liebling her.
00:13:30Herr McGahn.
00:13:48Ent behaves also.
00:13:59Dr. Magna.
00:14:00Sass uns was in Yann weiter everywhere.
00:14:00helfe täglich. Du
00:14:00Ist ja plan. Entsteck
00:14:06Ah, unser großer Maestro Spontini.
00:14:17Was verschafft mir das Vergnügen?
00:14:19Nur eine Kleinigkeit, mein lieber Fürst.
00:14:23Eine Bagatell, sozusagen.
00:14:25Graf Brühl steht Ihnen doch jederzeit zur Verfügung.
00:14:28Ich kenne mich hier bei Hof nicht so aus.
00:14:31In Paris bin ich immer gleich gegangen zum Kaiser.
00:14:34Oder später natürlich zum rechtmäßigen König.
00:14:38Oder zu seiner regierenden Minister.
00:14:42In Preußen hält man es anders.
00:14:51Worum handelt es sich also, bitte?
00:14:54Um meine Olympia.
00:14:56Sie wissen, ich soll sie aufführen.
00:14:58Aber ich kann sie nicht aufführen.
00:15:01Man kann nicht machen so eine große Oper,
00:15:05wenn man nur hat einen so kleinen Etat.
00:15:13Ich kann nicht machen, wenn im ganzen Haus nur sind 26 griechische Rüstungen.
00:15:22Ich kann nicht schmettern lassen in zwölf Hand fahren, wenn ich nur habe vier Trompeter.
00:15:28Dann ist es besser.
00:15:30Ich lasse das alles weg.
00:15:33Und gebe einen Orlandi oder Paella oder so.
00:15:40Ich bin nicht eitel.
00:15:43Verehrter Meister.
00:15:44Ich habe nur nicht gewusst, dass man hier in Preußen für eine Spontini hat kein Geld.
00:15:50Ich versichere Sie, es handelt sich um ein Missverständnis.
00:15:52Aber durchaus nicht.
00:15:54Der Herr Graf Brühl hat es mich ganz unmissverständlich wissen lassen,
00:15:56dass er sein Geld braucht für die Eröffnung von seinem neuen Schauspielhaus.
00:16:01Nun ja, jeder bezahlt, was er liebt.
00:16:03Aber die königlichen Schauspiele sind nicht sein Eigentum.
00:16:06Er weiß, wie sehr der König an ihrer Oper in Berlin liegt.
00:16:09Wenn seine Mittel nicht reichen, dann hätte er eben zu mir kommen müssen,
00:16:13um die nötigen Gelder zu beantragen.
00:16:15Nun sehen Sie, und von diesem allem verstehe ich nichts.
00:16:23Deswegen, ich habe gedacht, ich komme zu Ihnen.
00:16:28Ich werde mit Brühl sprechen.
00:16:31Im Übrigen bin ich heute zum Vortrag bei seiner Majestät.
00:16:34Lieber Fürst, ich hoffe, Sie nehmen es mir nicht übel,
00:16:39dass ich Ihre Zeit mit dieser Angelegenheit in Anspruch genommen habe.
00:16:49Es handelte sich ja nur um eine Bagatelle.
00:16:52Au revoir.
00:17:00Bagatelle.
00:17:34Alle neune!
00:17:37Also, wenn Sie so casual werden, wie Sie Klavier spielen, Herr von Weber,
00:17:42dann werden Sie der König von Hosterwitz.
00:17:46Hehehehe.
00:17:47Hehehehe.
00:17:48Höh, hör, hör.
00:18:18Und jetzt singen wir mal was von Ihnen, Herr von Wewer.
00:18:21Wisst ihr, aus Körners Leier und Schwert.
00:18:24Du Schwert, du Schwert an meine Linken,
00:18:30was soll dein heitres Blinken?
00:18:36Schaust mich so freundlich an, hab meine Freude dran.
00:18:41Hurra, hurra, hurra!
00:18:50Versuch's noch mal.
00:18:56O süße Hoffnung, o belebter Mund.
00:19:13Musik
00:19:14An meine Pulse schlagen und das Herzwald umgestimm.
00:19:19Süß entzückt entgegen ihm.
00:19:24Süß entzückt entgegen ihm.
00:19:33Konnt' ich das so offenragen?
00:19:54Ist schon gut, ist nicht der Rede wert.
00:19:56Wir sollten eine Woche nach unserem Hostawitz ausspannen.
00:19:59Es muss doch fertig werden.
00:20:01Eben, und es wird nicht fertig, wenn du dich ruinierst.
00:20:04Es ist doch spät.
00:20:06Lass uns die Kerzen löschen.
00:20:19Lina, es muss fertig werden.
00:20:34Lina, es muss fertig werden.
00:20:47Sie schreitet voran, schreibt Weber.
00:20:50Und einen neuen Titel schlägt davor, die Jägerbraut.
00:20:53Na, jedenfalls kein Probeschuss mehr.
00:20:56Sonst noch was, Kellermann?
00:20:57Den Spielplan zur Vorlage für Seine Majestät.
00:21:02Und dann haben Seine Majestät auch noch um die genaue Darlegung der Vorschläge für die Eröffnung des Schauspielhauses ersucht.
00:21:10Ein König, der sich um den Wochenspielplan seines Theaters kümmern kann, muss viel Muße haben.
00:21:15Die Eröffnung.
00:21:17Und mit der Jägerbraut natürlich.
00:21:18Dekoration von Schinkel.
00:21:20Er hat das Haus schließlich erbaut.
00:21:22Die Jägerbraut.
00:21:24Große romantische Oper von Karl Maria von Weber.
00:21:27Kellermann sind Sie des Teufels.
00:21:29Ich kann dem König doch nicht derart plakativ Weber als Komponisten angeben, nachdem er ihn als Kapellmeister gerade abgelehnt hat.
00:21:37Kind, müssen wir herausstellen.
00:21:40Schreiben Sie romantische Zauberoperette von Hofrat Friedrich Kind mit der Musik von CM von Weber,
00:21:49Königlicher Kapellmeister in Dresden.
00:21:52Sie wollen wirklich Zauberoperette schreiben?
00:21:54Na unbedingt.
00:21:55Bei dem Wort Oper erschrickt Seine Majestät doch gleich.
00:21:59Ich bedauere bloß, dass ich nicht romantische Zauberposse schreiben kann.
00:22:11Seine Exzellenz, der Herr Haus- und Polizeiminister Fürst Wittgenstein.
00:22:15Lass sie bitten.
00:22:24Tag Wittgenstein, Platz nennen.
00:22:31Wochenspielplan von Brühl, soweit ganz gut.
00:22:33Aber auf Kasse achten.
00:22:35Und nicht so viel Schiller, Grillparzer und solche Dichte.
00:22:38Mehr leichtes Humor.
00:22:40Das Leben hat Tragödien genug.
00:22:41Da.
00:22:42Sehr befestigt.
00:22:46Und nun Schauspielhaus.
00:22:50Jägerbraut.
00:22:52Was soll das sein?
00:22:54Weber.
00:22:55Für mich kein Plaisir.
00:22:57Kerl zu populär.
00:22:59Warum nicht zur Eröffnung wieder mal Iphigenie von Geheimrat Goethe?
00:23:03Doch immer schon bei solchen Gelegenheiten Iphigenie gewesen.
00:23:05Und dann Prise Tanz.
00:23:08Herzog von Mecklenburg, sehr schönes Ballett geschrieben.
00:23:10Die Rosenfee.
00:23:11Das?
00:23:13Die Leute wollen was versauen.
00:23:15Da.
00:23:16Also.
00:23:25Und an Olympia denken.
00:23:43Hören Sie nun, was dieser Weber da probt.
00:23:46Ich finde, er schreibt eine sehr gute Musik, Exzellenz.
00:23:50Ja, im Auftrag des Generalintendanten von Berlin.
00:23:55Königlich-sächsischer Hofkapellmeister schiebt nach Preußen.
00:24:02Machen Sie dem von Weber die Unmöglichkeit seines Verhaltens klar.
00:24:06Seine Majestät sind ohnehin mit ihm unzufrieden.
00:24:09Das war's für heute.
00:24:52Ich kenne die Wirkung ihrer Musik, Weber.
00:24:54Ich weiß, wie die Leute ihr Schwertlied und Lützos wilde verwegene Jagd sangen.
00:24:59Töne aus vergangenen Jahren, gewiss, aber ihre Musik hat das Ohr der Leute.
00:25:02Und nur wenn die Leute kommen, in Scharen kommen, haben wir endlich eine deutsche Oper in Berlin.
00:25:07Und da wollen sie mir absagen.
00:25:08Mich versetzen, im Stich lassen.
00:25:10Ich habe von Seiten unseres Hoftheater-Intendanten die ernsthaftesten Vorhaltungen gehabt.
00:25:14Ja, glauben Sie, einzig wird Ihr Freund, wenn Sie künftig vor ihm kuschen?
00:25:17Übrigens, nicht Jägerbraut, der Freischütz ist der richtige Titel.
00:25:21Schon die Geschichte hieß so, bleiben wir dabei.
00:25:24Es ist kein Musikstück darin, das ich nicht zehnfach und mehr in Geiste um- und umgestaltet habe.
00:25:30Es zieht ein Unwetter auf. Wollen Sie nicht doch bleiben, Herr von Weber?
00:25:45Es zieht ein Unwetter auf.
00:25:48Das war's.
00:26:18Das war's.
00:27:00Das war's.
00:27:03Das war's.
00:27:07Das war's.
00:27:12Das war's.
00:27:17Das war's.
00:27:21Das war's.
00:27:45Das war's.
00:27:48Das war's.
00:27:49Das war's.
00:27:50Das war's.
00:28:19Das war's.
00:28:21Das war's.
00:28:21Das war's.
00:28:21Das war's.
00:28:25Das war's.
00:28:48Das war's.
00:28:51Das war's.
00:28:52Das war's.
00:28:53Das war's.
00:28:56Das war's.
00:29:18Das war's.
00:29:44Das war's.
00:30:14Das war's.
00:30:45Das war's.
00:30:47Das war's.
00:31:15Das war's.
00:31:16Das war's.
00:31:19Das war's.
00:31:22Das war's.
00:31:51Das war's.
00:31:54Das war's.
00:32:25Interessant.
00:32:26Das war's.
00:32:31Das war's.
00:32:50Das war's.
00:32:52Das war's.
00:32:59Das war's.
00:33:16Das war's.
00:33:19Die Tiefe, die sie sich nombre angestürzt haben, ist das Einzige, was mich wundert.
00:33:22Das wäre dann der französische Stil gewesen.
00:33:28Und was ist das?
00:33:30Ein Prunksaal der Medici?
00:33:32Der Palast des Fiesco?
00:33:36Ein paar Geweihe könnte man wohl noch hineinhängen.
00:33:39Gleich im Eingangsduett nennt ENNCHEN das Ganze ein altes Eulennest.
00:33:45Ein altes Eulennest.
00:33:50Lesen Sie eigentlich auch manchmal die Stücke, die Sie ausstatten, Herr Gropius?
00:33:58Der Entwurf für die Wolfsschlucht.
00:34:05Ja, bitte?
00:34:08Verzeihung, Herr Traf.
00:34:09Oh, ich hoffe, es gibt keine Schwierigkeiten.
00:34:11Nein, leider doch. In der Dekoration der Wolfsschlucht.
00:34:15Herr Kind und ich haben in diesem Bild in allen Einzelheiten einen perfekten Hexensabbat vorgeschrieben.
00:34:21Aber diesen Spuk, der ja doch aus der Seele der beiden Helden geboren, also nicht eigentlich wirklich ist, sind einzig
00:34:26Andeutungen angemessen.
00:34:27Alles andere wäre schlechterdings altmodisch.
00:34:29Vielleicht verlange ich altmodisches Theater. Jedenfalls verlange ich wirksames.
00:34:34Aber auch von der technischen Seite her. Die technischen Einrichtungen des Hauses sind ja gar nicht probiert.
00:34:37Dann werden wir sie eben probieren, Herr Fispen.
00:34:40Im Augenblick funktioniert ja nicht einmal der Vorhang.
00:34:44Oh, es tut mir leid, meine Herren.
00:34:47Wir können die Sache jetzt nicht erörtern. Herr Spontini beruft mich ins Opernhaus.
00:34:52Wir können die Sache nicht erörtern.
00:34:59Wir können die Sache nicht erörtern.
00:35:12Eins, zwei, drei, drei.
00:35:13Finito!
00:35:17Sie sind der Mätre dieser Kompanie? Sind Sie?
00:35:22Jawohl, Hauptmann von Wittstock, Herr Generalmusikdirektor, bitte.
00:35:27Sie wollen sagen für Ihre Leute, dass Sie nicht sollen marschieren wie preußische Grenadiere?
00:35:32Das ist unmöglich! Das ist lachhaft!
00:35:36Jawohl, Herr Generalmusikdirektor.
00:35:38Sie werden bekommen eine Ballettmeister. Und er wird mit Ihrer Korporale üben, dass Sie gehen lernen wie Menschen. Sie verstehen?
00:35:50Ich darf doch einwenden, Herr Generalmusikdirektor.
00:35:54Sie dürfen nichts einwenden. Ich ordne es an. Falls Ihnen etwas nicht beliebt, Sie dürfen sich Rat holen beim Fürsten
00:36:01Wittgenstein.
00:36:02Jawohl, Herr Generalmusikdirektor.
00:36:06So, mal. Können Sie nicht dafür sorgen, dass Ihre Leute einständig marschieren? Oder was?
00:36:11Und jetzt?
00:36:21Herr Graf von Brühl, ich vermisse Sie auf meinen Proben.
00:36:29Verwaltungsgeschäfte, Majestru.
00:36:31Der König lässt sich sehr oft auf meinen Proben sehen. Offenbar interessiert ihn die Theaterkunst mehr als seinen Intendanten.
00:36:38Sie haben mich kaum rufen lassen, um mir Ihr Werk vorzuführen.
00:36:42Warum sollte ich?
00:36:46Für die große Krönungsszene. Ich brauche noch Trompeten. Viel mehr Trompeten. Sehr viele.
00:36:55Wie viele befehlen, Herr Generalmusikdirektor?
00:36:57Im Orchester sind an dieser Stelle nur zwei. Aber ich brauche sie auf der Bühne. Sagen wir drei Dutzend.
00:37:05Das sind zusammen 38 Trompeten. 38!
00:37:12Bei so vieler Einwohner und Militär in Berlin. Sie finden nicht 38 Leute, die können Trompete blasen?
00:37:22Und wer soll Ihnen das glauben?
00:37:23Also, ich darf damit rechnen? Morgen früh? Sehr gut. Weiter war es im Augenblick nichts.
00:37:30Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass ich im Augenblick mit der Eröffnung des Schauspielhauses mehr als beschäftigt bin.
00:37:36Natürlich. Aber wir sind im Opernhaus. Außerdem, meine Olympia ist früher.
00:37:42Und wissen Sie nicht, dass die nächste Premiere immer hat Vorrang in einem ordentlichen Theaterbetrieb.
00:37:47Also, wozu reden wir? Morgen früh.
00:37:50Witt, witt, witt! Die Pause ist vorüber! Wir müssen arbeiten!
00:37:59Links, links, links!
00:38:03Gerade halten! Richtung Beil behalten!
00:38:10Abstand halten!
00:38:11Abstand halten!
00:38:12Links, links, links!
00:38:15Ja, richtig, probieren können wir leider gehen, glaube ich, überhaupt nicht.
00:38:19Die Olympia verschlingt alles, aber es ist ja nicht mehr lang.
00:38:22Wie ich hörte, hat Herr Spontini doch bereits abermals verschoben.
00:38:26Das schon, aber nur um weitere zehn Tage.
00:38:28Wie viele Proben hat er eigentlich?
00:38:3042.
00:38:31Und wir?
00:38:32Ich hoffe doch mindestens 16.
00:38:34Tatsächlich?
00:38:35Wir schaffen das schon, Herr Weber.
00:38:38Was halten Sie davon, wenn ich Herrn Spontini meine Aufwartung mache?
00:38:41Was halten Sie davon, wenn ich Herrn Spontini meine Aufwartung mache?
00:39:22Ich habe immer gewusst, man kann in Preußen noch mehr als marschieren.
00:39:27Sie haben schon die Exaktheit.
00:39:30Was Ihnen fehlt, ist nur die Empfindung.
00:39:34So, Sie werden weder siegen in der Kunst noch in der Liebe.
00:39:38Der preußische Soldat siegt im Feld!
00:39:41Ja, aber wo übernachtet er?
00:39:43Wer sagen Sie?
00:39:45Von Weber, Königlicher Hofkapell...
00:39:47Doch nicht jetzt! Ich probiere!
00:39:49Woher ist er überhaupt?
00:39:51Königlicher Hofkapellmeister Weber aus Dresden.
00:39:55Warum haben Sie nicht gleich gesagt?
00:39:57Dresden!
00:39:59Die Probe geht weiter.
00:40:02Meine Herren, die Probe geht weiter.
00:40:07Ich hatte das Vergnügen, Ihren Ferdinand Cortes zu studieren.
00:40:11Es ist alles nichts gegen Olivia.
00:40:15Nein.
00:40:17Meister...
00:40:17Meisterwerk.
00:40:19Sie sagen es.
00:40:20Sie müssen es erleben.
00:40:21Sie werden es aufhören.
00:40:23Falls die weitaus bescheideneren Mittel der deutschen Oper entdecken.
00:40:26Die Orchester hat seinen Ruf.
00:40:29Die Dresdner Oper hat ihren Ruf.
00:40:31Die italienische vielleicht.
00:40:32Wie, Sie sind der Musiker!
00:40:35Glauben Sie, in Paris kennt man nur sich?
00:40:38Ihre Meinung freut mich umso mehr,
00:40:40da ich ja gerade hier wegen der Einstudierung meiner neuen Oper
00:40:43oder gewisse Schwierigkeiten ergeben sich.
00:40:46Ich weiß.
00:40:47Sie denken viel nach über Oper.
00:40:50Für mich ist sie das schöne Erzeugnis eines erhöhten Lebens,
00:40:55zu dem jeder Einzelne im Volk
00:40:57eine unsichtbar mitwirkende Triebfeder ist.
00:40:59Das Volk ist Chor oder sitzt im Parkett.
00:41:04Ich liebe das Volk, wenn es zahlt.
00:41:07Und noch applaudiert.
00:41:10Was ist?
00:41:11Das nächste Bild wäre dran.
00:41:13Maestro.
00:41:14Sehen Sie nicht, dass dieses Gespräch ist wichtig.
00:41:17Es ist immerhin Ihre Probe.
00:41:21Leider.
00:41:22Sie haben recht.
00:41:24Aber besuchen Sie mich.
00:41:26Heute Nachmittag.
00:41:27Ich glaube, Ihre Ansichten sind sehr interessant.
00:41:32Erklären Sie Herrn von Weber, auf welche Weise er zu mir findet.
00:41:43Ach, die 38 Trompeten sind noch gar nichts.
00:41:46Beim Triumphzug bringt er sogar lebende Elefanten auf die Bühne.
00:41:50Das königlich-preußische Veterinäramt hat sie herbeischaffen müssen.
00:41:53Hält der Bühnenboden das überhaupt aus?
00:41:55Es werden von unten Stützen eingeschlagen und verkeilt.
00:41:59Aus treuen Brezen ist ein ganzes Pionier-Saphir-Bataillon angetreten des Wehen.
00:42:03Die Singer-Akademie ist auch aufgebunden für die Köpfe.
00:42:06Und Pferde hat da keine dabei.
00:42:08Also auf die Straße rufende Kinder, der Mensch sah so viel Vieh nie wie beim Herrn Spontini.
00:42:14Und was macht Ihr Freischütz?
00:42:16Es geht ihm vorzüglich, Herr Roth, in den Vorbereitungen.
00:42:20War Ihr Besuch bei Spontini wenigstens erfolgreich?
00:42:24Oh ja.
00:42:26Er wird mich gelegentlich an der Pariser Oper empfehlen.
00:42:30Paris? Das wäre doch schön.
00:42:33Nur leider, den Freischütz muss ich in Berlin machen.
00:42:35Aber kommt er Ihnen da nicht irgendwie entgegen?
00:42:39Spontini hat in seinem Kopf überhaupt nur Platz für Spontini.
00:42:46Spontini hat in seinem Kopf.
00:43:29UNTERTITELUNG
00:43:50UNTERTITELUNG
00:44:22UNTERTITELUNG
00:44:43UNTERTITELUNG
00:45:00Die jahre, das hat so verliehen, das hat so verliehen,
00:45:05so soll das in den Leben haben.
00:45:38Applaus
00:46:06Nun, wenigstens die Olympia ist heraus.
00:46:10Sie ist wirklich das Prachtvollste, was man derzeit erleben kann.
00:46:14Das Einzige, was ich auf der Bühne vermisst habe, ist die schwere Artillerie.
00:46:19Mit 38 Trompeten ist er natürlich nicht zu überhören.
00:46:22Tja, Weber.
00:46:24Nun sind Sie dran.
00:46:27In 16 Proben.
00:46:31Auch 16 Proben werden sein, 16 Gelegenheiten.
00:46:50Wird er, frage ich, wird er, frage ich,
00:46:54Und er den Mutlos hülle, wird er, frage ich, wird er, bipp, bipp, bipp.
00:47:03Danke.
00:47:08Das war sehr schön und außerordentlich sauber einstudiert.
00:47:13Aber wir sind kein Oratorienchor.
00:47:17Hier können die Bauern, die sich nicht den kleinsten Hasen schießen dürfen,
00:47:22endlich einmal einen Jäger verspotten.
00:47:28Warum haben Sie das nicht ausgearbeitet?
00:47:33Bitte um Vergebung, Herr Hofkapellmeister, aber wenn ich die einzelnen Herrschaften jetzt auch noch ausarbeiten soll,
00:47:40dann brauche ich ja für jede Pesen Vierteljahr und unser Maß ist im Mittel...
00:47:45Mittelmaß ist der Tod der Kunst.
00:47:46Also, meine Herrschaften, bitte noch einmal.
00:47:50Kellermann, das ist doch nicht möglich.
00:47:53Ich habe ihn zum Dirigieren verpflichtet.
00:47:55Er hat wirklich nur 16 Proben.
00:47:58Dann vertrügelt er sich mit solchen Bagatellsachen.
00:48:01Ja, er hält bei der allerersten Introduktion.
00:48:03Wie will er denn dann fertig werden, schrecklich, Kellermann?
00:48:06Da will man sein Theater heben, engagiert sich einen derart renommierten Gast
00:48:10und am Ende steht man machtlos daneben und muss einfach zusehen, was rauskommt.
00:48:15Schaut er mich an als König,
00:48:19düngt ihm meine Macht zu wenig.
00:48:23Gleich zieht er den Hut, Monsieur.
00:48:26Wird er frag ich, eh, eh, eh,
00:48:28wird er frag ich, eh, eh, eh.
00:48:35Jetzt frag ich, wird er, ich frag ich,
00:48:38sind wir, tut er, tut er,
00:48:40wird er frag ich,
00:48:42sind wir, eh, eh, eh, eh.
00:48:45Danke, meine Herrschaften.
00:48:47Danke.
00:48:48Sie sehen, die Herrschaften sind sämtlich sehr begabt als Darsteller.
00:48:52Dass mir bis zum Tag der Premiere
00:48:54niemand auch nur einen Ton aus unserer Opern der Öffentlichkeit singt.
00:48:58Aber bisher haben Ihre Lieder den Leuten doch immer so prima gefallen,
00:49:01Herr Hofkapellmeister.
00:49:03Eben.
00:49:04Ich möchte mir zur Premiere nicht nachsagen lassen,
00:49:06dass ich meine Melodien von der Straße geholt hätte.
00:49:14So sind wir am Ziel nun.
00:49:19Er hat es gewollt, dass freudig geschehe, was alle gesollt.
00:49:24Des Vaterlands Mitte versammelt uns hier.
00:49:29Nun ist es ein Tempel.
00:49:32Und Priester sind wir.
00:49:36Wo alles zum Höchsten, zum Besten gemeint.
00:49:41Um unseren Herrscher entzückt sich vereint.
00:49:45Es lebe der König.
00:49:48Ho, ho, ho, ho, ho, ho, ho, ho, ho, ho, ho, ho, ho, ho.
00:50:17Wie finden Sie Schinkels neuesten Bau, lieber Professor?
00:50:20Ich finde es vor allem einen Skandal, dass man Schinkel am heutigen Abend nicht geehrt hat.
00:50:25Der soll nicht mal da gewesen sein, als der König nicht wollte.
00:50:29Er wollte ihm keinen Dank sagen für diese Meisterleistung.
00:50:32Freunde, dann tun wir es.
00:50:34Auf zu Schinkel und danken wir ihm.
00:50:37Die Sonne wacht aus wie was Preziosa.
00:50:40Ein sehr guter Vorschlag, die Sonne wacht.
00:50:43Mit ihrer Fahrt erfüllt sie die Berge der Saal.
00:50:51O Morgenlust, o Weidersust, o goldener Sonnenstrahl.
00:51:09Wenn wir Sie einen Augenblick sprechen dürften, Herr Hofkapellmeister.
00:51:12Ja, natürlich. Was gibt's?
00:51:14Die neue Orchester-Sitzordnung, Herr Hofkapellmeister.
00:51:17Sie haben das Klavier wegnehmen lassen.
00:51:19Ja, meine Opas ohne Klavier.
00:51:21Von wo aus wollen Sie leiten?
00:51:23Von einem gewöhnlichen Notenpult aus.
00:51:25Und das stellen wir so, dass ich Sie alle übersehen kann.
00:51:30Auch Sie werden mich sehr gut sehen.
00:51:32Die Holzbläser, die setzen wir ganz rechts.
00:51:34Die hören an die Mitte und...
00:51:37Ich zeichne Ihnen das noch alles ganz genau auf.
00:51:39Aber das entspricht nicht der Berliner Gewohnheit.
00:51:41Es entsprach nicht der Prager und auch nicht der Dresdner Gewohnheit.
00:51:44Es hat sich aber inzwischen dort als sehr zweckmäßig erwiesen.
00:51:47Und jetzt entschuldigen Sie mich.
00:51:48Ich muss mich um die Dekorationen kümmern.
00:51:51Was kümmert denn der sich um die Dekorationen?
00:51:54Als Kapellmeister?
00:51:55Das sind ja ganz neue Methoden.
00:51:57Noch so ein Spontini.
00:52:01Der Präsident des Zensurkollegiums hat eigenhändig eine Order erlassen,
00:52:06Vermöge, derer in keinem hier erscheinenden Blatt
00:52:09die Musik des Hans Spontini getadelt werden darf.
00:52:14Dass ein Mann wie Spontini sich zu solchen Dingen herablassen kann.
00:52:19Lesen Sie die Kassenberichte und Sie werden sehen,
00:52:22auch Elefanten trampeln nicht unbedingt den Weg zum Erfolg.
00:52:26Übrigens,
00:52:28Stürmer hat die Kostümentwürfe geliefert.
00:52:31Oh, sehen Sie mal!
00:52:36Na, sind die nicht prächtig?
00:52:39Leider zu prächtig.
00:52:42Wieso?
00:52:44Max, der Jägerbusche ist von einem Fürsten nicht zu unterscheiden.
00:52:50Und wenn der Erbfürster nicht zufällig ein Gewehr hielte,
00:52:54müsste man ihn für einen General halten.
00:53:00Frauenkostüme wie Ritterfräulein.
00:53:04Die Handlung spielte in einer verarmten Gegend,
00:53:06nach dem Dreißigjährigen Krieg.
00:53:09Und wer trägt auf der Jagd im Wald ein Trikot?
00:53:13Herr von Weber,
00:53:13Ihre Auffassungen mögen den Fakten entsprechen,
00:53:16aber wir sind hier an einem Hoftheater.
00:53:18Sie werden keine andere deutsche Bühne finden,
00:53:20wo auf die Echtheit der historischen Kostüme
00:53:22so großer Wert gelegt wird wie hier.
00:53:25Aber sie stimmen nicht.
00:53:28Auch die Bühnenbilder stimmen nicht.
00:53:31Für die Wolfschtuch zeichnet sich noch nicht einmal
00:53:33eine technische Lösung ab.
00:53:36Sie verlangen von mir,
00:53:37das Außergewöhnliche
00:53:38und sind Außerstande diesem,
00:53:40ihre Bedingungen anzupassen.
00:53:49Über einen Baum an dieser Stelle
00:53:51könnten wir ja da noch reden.
00:53:55Ich habe Spuk komponiert.
00:53:58Geistererscheinungen.
00:54:00Die feurige Kutsche des wilden Jägers.
00:54:02Das ganze vorüberziehende Wilde her.
00:54:06Und Sie meinen,
00:54:07das alles,
00:54:07wie Sie sich darstellen,
00:54:08mit ein paar Nebelschwaden?
00:54:10Nebel kriegen aber sehr gut hin.
00:54:12In Andeutungen, Herr von Weber,
00:54:14in Andeutungen
00:54:15muss sich die Seele des Zuschauers spiegeln.
00:54:17Ich habe aber keine Andeutungen komponiert.
00:54:21Und wenn die Bühne nicht mitspielt,
00:54:22dann wird meine Musik unverständlich.
00:54:25Ich brauche die feurige Kutsche.
00:54:27Ich brauche den Funkenregen,
00:54:29das ganze Zaubertheater.
00:54:31Wir wissen nun bloß nicht,
00:54:33ob wir das allen zu hinkriegen,
00:54:34Herr von Weber.
00:54:36Dagegen ist mein Lösungsvorschlag
00:54:38zuverlässig und sicher,
00:54:39Herr von Weber.
00:54:40Eben, leider.
00:54:41Leider bietet er zuverlässig
00:54:43weder dem Verständnis der Handlung
00:54:44noch meiner Musik
00:54:45irgendeine Unterstützung.
00:54:53Herr Glatz,
00:54:55wollen Sie es miteinander probieren?
00:54:59Ich sage ja nicht,
00:55:00nee.
00:55:01Probieren kann man alles.
00:55:03Ich verantworte es nicht.
00:55:05Und glauben Sie,
00:55:06mit Ihrer schäbigen Flucht
00:55:07vor der Verantwortung
00:55:08bringen Sie diese Welt weiter.
00:55:14Also zeichnen Sie um.
00:55:35Gestern bis elf im Theater
00:55:36und heute kommt er wieder nicht heim.
00:55:39Er ist eben niemals so froh
00:55:40und in seinem Element,
00:55:41als wenn er einen ganzen Theaterbetrieb
00:55:43durch und durch zu organisieren hat.
00:55:46Aber täglich seine zwölf bis sechzehn Stunden
00:55:49im Theater,
00:55:50wie er es bloß durchhält.
00:55:57Er hält es nicht durch.
00:55:59Caroline,
00:55:59so was dürfen Sie nicht einmal denken.
00:56:01Aber ich weiß es doch.
00:56:03Mir kann er doch nichts vormachen.
00:56:05Er hat Fieber.
00:56:07Er hat fast immer Fieber.
00:56:10Und nachts
00:56:11da kommt der Husten.
00:56:14Dann versagt ihm die Stimme.
00:56:17Dann schaut er mich nur an.
00:56:21Caroline,
00:56:21Sie machen einem ordentlich Angst.
00:56:27Ich habe Angst.
00:56:43Also wenn man kommt,
00:56:44dann ist nichts zu sehen.
00:56:45Das ist die General.
00:56:46Das weiß ich nicht,
00:56:47da hast du schon versäumt.
00:56:48Wunderbar.
00:56:49Erstaunlich,
00:56:50wie er in so kurzer Zeit
00:56:51den ganzen Apparat geformt hat.
00:56:53Aber Sie sind auch alle von Ihnen begonnen.
00:56:54Er klagt,
00:56:55sind Sie in Ihres Händen soweit.
00:56:56Ist alles eingestellt,
00:56:58Herr von Weber.
00:56:59Kaspar,
00:57:00Max,
00:57:00bitte.
00:57:01Meine Herrschaften,
00:57:02noch einmal
00:57:03ab Allegro Moderato,
00:57:04Takt sieben.
00:57:08Eins!
00:57:09Eins!
00:57:26Zwei!
00:57:27Zwei!
00:57:32Es werden denn die Waldvögel,
00:57:34Herr von Weber.
00:57:52Drei!
00:57:54Drei!
00:57:57Wo bleibt der Funk zum Regen?
00:58:09Oh Gott,
00:58:10ich hab's geahnt.
00:58:12Ich hab ihm gleich gesagt,
00:58:13du riskierst zu viel.
00:58:15Herr Glatz!
00:58:16Herr Glatz,
00:58:17wo bleiben Sie denn?
00:58:18Ich kann nicht dafür,
00:58:19Herr von Weber,
00:58:20der muss am Pilber liegen.
00:58:21Dies ist die Generalgrube.
00:58:23Da hätten Sie mal
00:58:23die Lösung von Gropius gemacht.
00:58:25Ein Augenblick.
00:58:26Ich habe mich bei Gropius
00:58:28erkundigt, Weber.
00:58:29Seine Lösung wäre
00:58:30immer noch herzustellen.
00:58:32Ich kann im Theater
00:58:32nicht das Theater weglassen.
00:58:34Aber schließlich
00:58:35habe ich auch
00:58:35eine Verantwortung.
00:58:37Herr Graf,
00:58:38für meine Opern,
00:58:39meine Einstudierung
00:58:39trage ich die Verantwortung.
00:58:41Sie tragen höchstens
00:58:42die Verantwortung dafür,
00:58:43dass Sie sich
00:58:43mit mir eingelassen haben.
00:58:47Um mal zum vierten Bild.
00:58:48Wir probieren
00:58:48die Wolfsschucht
00:58:49im Anschluss.
00:58:59Aber Herr Glatz,
00:59:00das ist doch
00:59:01kein Donnerschlag.
00:59:02So musikalisch
00:59:03geht nur selber
00:59:03auf den Weber.
00:59:04Aber wenn Sie
00:59:05noch einen Moment warten,
00:59:06dann legen wir noch
00:59:06drei Kehlkuchen zu
00:59:07und noch Stücker Sechse
00:59:08von die Radauplatten
00:59:09und dann holen wir noch
00:59:10zwei Donnerbleche
00:59:11aus dem Opernhaus
00:59:12und dann hört man was.
00:59:14Wenn es denn kracht,
00:59:16dann hat sie kracht.
00:59:27Gut, gut.
00:59:28Dann nehmen wir uns
00:59:29jetzt mal die feurige
00:59:30Kutsche vor.
00:59:38Es ist bloß so,
00:59:40also,
00:59:41es ist ja nun schon
00:59:41nach Szene,
00:59:42nicht?
00:59:43Und ohne Verpflegung
00:59:45keine Bewegung.
00:59:46Meine Frau hat für die Leute
00:59:47einen ordentlichen Topf,
00:59:48wie sie gekocht,
00:59:49nur noch ein paar
00:59:49Stüllen geschmiert.
00:59:51Bin Sie vielleicht auch?
00:59:53Sie sind ein Goldstück,
00:59:55Glatz.
00:59:58Bezahlen Sie mal,
00:59:59meine Frau.
01:00:00Die sagt immer,
01:00:01ich bin ein falscher Fugzer.
01:00:07Er hat gesetzt,
01:00:08sehr hoch.
01:00:09Er sollt spielen sicherer.
01:00:10Ach,
01:00:11wozu muss man schwarz sehen,
01:00:12wenn es nicht Nacht ist?
01:00:16Noch ist gar nichts entschieden.
01:00:18Eins aber doch.
01:00:18Der König hat bereits
01:00:20die Unbeliebtheit
01:00:20des Werkes signalisiert.
01:00:22Der gesamte Hof,
01:00:23das Offizierschor,
01:00:24die besseren Stände
01:00:25werden der Aufführung
01:00:26fernbleiben.
01:00:27Die Spontini-Partei sowieso.
01:00:29Aber,
01:00:30geschieht Ihnen recht?
01:00:31Wenn Sie nicht den Mut haben,
01:00:33den Triumph mit anzusehen,
01:00:36werden Sie auch nicht sehen,
01:00:37wie es schief geht.
01:00:38Aber wer wird denn heute Abend
01:00:39überhaupt hingehen?
01:00:42Hört,
01:00:43was Nienchen zu berichten hat.
01:00:45Also,
01:00:46auf dem Gendarmenmarkt
01:00:47ist eine Schlägerei.
01:00:48Der Polizei macht schon Kordon.
01:00:50Ihnen Aufruhr ist,
01:00:51das ist ja gar nicht zu erzählen.
01:00:53Einer Frau,
01:00:54haben Sie die Kleider
01:00:55vom Leibe gerissen?
01:00:56Ein paar Leute haben
01:00:57Quetschwunden,
01:00:57na und eine Tür
01:00:58ist ganz außenangeln.
01:00:59Also,
01:00:59ein Dollarkrawall.
01:01:00Die Aufregungen
01:01:01nehmen kein Ende.
01:01:02Brüllen tun Sie sich.
01:01:03Aber warum denn?
01:01:05Na,
01:01:05wehende Karten.
01:01:08Seit zwei Stunden schon.
01:01:09Da wollen so viele
01:01:10reingehen,
01:01:11wie überhaupt nicht reingehen.
01:01:12Wo es ein Stück ist,
01:01:13ohne Elefanten?
01:01:15Wer drängelt denn denn also?
01:01:16Schöne ihn,
01:01:17wenn ich Ihnen meinen Namen sage.
01:01:19Frau Janin!
01:01:22Herr Sommerplatz,
01:01:24seid doch vernünftig!
01:01:25Ich war ein Teil,
01:01:26anbieten!
01:01:27Nichts,
01:01:28nicht mehr.
01:01:31Ein Narrisch,
01:01:32die Leute.
01:01:33Doch haben wir
01:01:34die Lage im Griff,
01:01:34Herr Major.
01:01:35So ein Theater,
01:01:36wegen so ein bisschen Theater.
01:01:39Waren Sie etwa
01:01:39auch für das Theater,
01:01:40Prittwitz?
01:01:41Ballett,
01:01:42Herr Major.
01:01:44Hab ja auch
01:01:44meine schöne Erinnerung.
01:01:46Ich war ja auch.
01:02:28Untertitelung des ZDF, 2020
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01:04:54Untertitelung des ZDF, 2020
01:04:59Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:05:30Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:06:03Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:06:24Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:06:37Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:06:43Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:06:53Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:07:28Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:08:09Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:08:17Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:08:32Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:08:38Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:09:03Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:09:12Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:09:15Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:09:29Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:09:34Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:09:49Wehe das wilde Heer, sechs Wehe!
01:10:11Na, wenn die Leute aber auch nach jeder Musik nur mal klatschen, ist es ja kein Wunder,
01:10:17dass der Mensch nicht nach Hause kommt.
01:10:55WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
01:11:26Untertitelung des ZDF, 2020
01:11:33Wenn Sie sich das antritt, wichst, müssen die nur solchen Krach machen?
01:11:38Das ist offenbar ein großer Erfolg, Herr Major.
01:11:42Verstehe ich sowas nicht.
01:11:44Wenn seine Majestät erscheint, machen die nie solchen Krach.
01:11:52Kein Kommentar, Herr Heinrich. Kein Kommentar.
01:11:54Hoffentlich fällt Ihre Rezension auch so aus.
01:12:03Applaus
01:12:08Bravo!
01:12:28Wer ist denn beruhigt?
01:12:32Scheiße.
01:12:33Die sind sehr jung, wenn ich die höreste.
01:12:36Applaus
01:12:44Eigentlich kommen Sie raus.
01:12:46Haben Sie ja Zeit gelassen.
01:12:50Aufsitzen!
01:12:56Sehen Sie mal da drüben.
01:12:58Das sind doch die Studenten.
01:13:01Jo, aber die singen so ja.
01:13:04Achten Sie mal auf den Text?
01:13:06Ja, Herr Major.
01:13:14Ich bin nicht sehr revolutionär, Herr Major.
01:13:31Trotzdem.
01:13:32Ich lobe kaum, dass Wittgenstein Sie erfreut sein soll.
01:13:38Ich bin nicht.
01:13:58Ich bin nicht.
01:13:59Ich bin nicht.
01:14:03Ich bin nicht.
01:14:10Ich bin nicht.
01:14:28Ich bin nicht.
01:15:27Ich bin nicht.
01:15:27Ich bin nicht.
01:15:28Ich bin nicht.
01:15:28Ich bin nicht.
01:15:31Ich bin nicht.
01:15:34Ich bin nicht.
01:15:38Ich bin nicht.
01:15:42Ich bin nicht.
01:15:51Ich bin nicht.
01:15:51Ich bin nicht.
01:15:51Ich bin nicht.
01:15:51Ich bin nicht.
01:16:06Man spielt dich schon auf der Drehorbe.
01:16:09Man singt unsere Lieder, aber man hat keinen Platz für uns.
01:16:14Oh, mache weh bei der Baustelle.
01:16:17Na los, Maxche, räum dich von der Jarte.
01:16:20Hilf doch, kein Samy.
01:16:21Schau mal den Korb rüber.
01:16:22Mensch, verschwinde, verpfeift er.
01:16:25Los.
01:16:29Diese Berliner.
01:16:42Sie werden es behalten.
01:17:12Sie werden es behalten.
01:17:42Untertitelung des ZDF, 2020
01:18:13Untertitelung des ZDF, 2020
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