- vor 13 Stunden
Der Eurovision Song Contest hat Wien und ganz Europa 2026 wieder im Griff. Wer sind die besten Acts – und werden sie von Israels kontroverser Teilnahme überschattet?
Thumbnail-Quellen: APA/ORF/Hans Leitner; AFP/Fabrice Coffrini; IMAGO/Itar-Tass
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NewsTranskript
00:00Der Eurovision Song Contest muss ja per Definition unpolitisch sein.
00:04Und trotzdem wird man gleichzeitig nie verhindern können, wenn Länder gegeneinander antreten,
00:09dass da politische Stimmungen sichtbar werden.
00:12Die Teilnahme Israels war immer schon umstritten für viele Leute
00:15und vor allem für Leute, die Israel nicht anerkennen oder die Existenz nicht anerkennen wollen.
00:19Jetzt ist es grundsätzlich ja in Ordnung, politische Haltungen kundzutun.
00:22Die Frage ist, soll es Eurovision sozusagen betreffen?
00:26Ich habe für mich die Frage beantwortet, wie ich das sehe.
00:36Mein Name ist Marco Schreuder.
00:37Ich schaue seit 1976 jeden Eurovision Song Contest und seit 2012 schreibe ich auch
00:43über den Eurovision Song Contest für den Standard.
00:48Im Grunde war meine allererste Erfahrung schon die Faszination Eurovision Song Contest.
00:53Meine Eltern sind von der Niederlande in Salzkammergut gezogen.
00:56Ich war kurz vor meinem siebten Geburtstag.
00:58Ich schaue den Eurovision Song Contest, war sehr aufgeregt, ich durfte aufbleiben.
01:03Und dann sagt meine Mama, ja, der Song Contest ist aus Den Haag, dort wo deine Großeltern leben
01:08und die schauen jetzt auch.
01:10Und die Franzosen schauen und die Deutschen schauen und die Engländer schauen und ich war begeistert.
01:15Der Eurovision Song Contest ist einfach ein Ort, der Unterhaltung bieten will,
01:21wo Länder gegeneinander antreten mit einem völlig absurden Regularium, nämlich, dass man Geschmack bewertet.
01:28Das ist nicht so wie hundertstel Sekunden beim Sport, das ist etwas sehr Abstraktes.
01:32Und irgendwie genau das, wie präsentiert sich ein Land, macht es eine nationale Repräsentation
01:38oder besingt es die Liebe, wird es politisch, wird es unpolitisch, macht man einen queeren Act
01:43oder macht man einen feministischen Act, all diese Fragen machen den Eurovision Song Contest
01:47irgendwie so wie eine Verhandlung des aktuellen Befindlichkeiten Europas.
01:53Im Grunde genommen wurde der Eurovision Song Contest als Fernsehsendung konzipiert
01:57und er war nie eine Talente, wo es rein um die Musikförderung geht.
02:01Es ist kein Stipendium oder so.
02:03Es ist ein Unterhaltungsformat, wo in drei Minuten Fernsehbilder eine Jury
02:09und dann später auch das Publikum entscheidet, was hat mir am besten gefallen.
02:13Und mehr ist es nicht.
02:15Das heißt, es ist vor allem eine Fernsehshow und eine Unterhaltungsshow.
02:19Und deswegen ist es immer auch eine Mischung aus musikalischem Talent,
02:24aber auch wie bringt man es da, wie glaubwürdig ist es, wie sehr catcht es die Leute
02:28und wie sehr beeindruckt es Juries und dann auch das Publikum.
02:35Österreich Start ist schon ein bisschen holprig gewesen,
02:38weil gleich beim ersten Eurovision Song Contest hat Österreich die Anmeldefrist verpasst,
02:43und konnte nicht teilnehmen.
02:45Aber beim zweiten Eurovision Song Contest war Österreich schon dabei.
02:49Wohin kleines Polne hießt, ist ein wunderbarer Beitrag.
02:52Seitdem ist Österreich Teil der Eurovision Familie und man sieht es daran schon,
02:57ab dem zweiten Eurovision Song Contest ist Österreich dabei.
03:01Er hat zwischendurch immer wieder mal kurz pausiert, aus unterschiedlichen Gründen,
03:05aber im Grunde war Österreich immer ein fixer Bestandteil beim Eurovision Song Contest.
03:09Ich bin Jager 1969, also habe ich natürlich Merci Chérie und den Sieg von Udo Jürgens nicht erlebt,
03:17aber das ist ja das Schöne an YouTube, man kann sich die Eurovisions alle nachträglich noch anschauen,
03:22das habe ich natürlich auch gemacht.
03:24Und mir gefallen alle drei Beiträge von Udo Jürgens ausgezeichnet.
03:28Und er war in meiner Kindheit natürlich eine sehr prominente Figur
03:31und ich habe sehr bald gewusst, aha, der hat vorher mal den Eurovision Song Contest gewonnen.
03:36Meine Erinnerungen an 2014 und 2015 sind natürlich sehr intensiv.
03:41Ich war ja doch mit dem Team rund um Conchita sehr gut befreundet
03:45und ich habe auch im Hintergrund so ein paar Ratschläge gegeben
03:48oder konnte ein bisschen über die Eurovision Welt auch erzählen.
03:51Der damalige Manager hat mich dann nach dem Sieg engagiert
03:55und ich war ja dann Teil des Management Teams
03:57und habe das Kommunikationsmanagement bis zum Song Contest 2015
04:00und kurz danach noch gemacht, was sehr anstrengend war.
04:04Und es war ein Taumeln.
04:07Ich glaube, Conchita Sieg ist schon etwas Spezielles,
04:10weil es so ein ikonischer Moment war.
04:13Es war gestern, wie ich auch schon gesagt habe,
04:15nicht nur ein Sieg für mich, sondern ein Sieg für die Menschen,
04:19die an eine Zukunft glauben, die ohne Diskriminierung funktioniert
04:23und die auf Toleranz und Respekt basiert.
04:26Das unterscheidet den Sieg auch ein bisschen, glaube ich, von JJ.
04:29Wir freuen uns alle über JJs Sieg,
04:30aber diesen ganz ikonischen Moment,
04:33wo einfach eine Queerness und eine Weltoffenheit
04:38so demonstrativ von Europa akzeptiert und angenommen wurde,
04:43das war etwas sehr Besonderes.
04:45Als ich in Basel war bei den Proben,
04:47hat mich der Sieg überhaupt nicht überrascht.
04:49JJ galt schon auch als einer der Mitfavoriten
04:52und am Ende ist es sich dann ausgegangen.
04:54Aber es war ein durchaus offenes Rennen.
04:56Es hätten auch ein paar andere Länder,
04:58auch mit sehr guten Performances,
05:00wahrscheinlich genauso gut gewinnen können.
05:02Bei den Jury ist was klar.
05:04Die werden diesen Countdown-Stimme wahnsinnig schätzen.
05:07Aber ruft das Publikum dafür an,
05:10das sind so manchmal so Unbekannte.
05:11Aber das war im Grunde bei einer Drag Queen mit Bart ja auch so.
05:14Ruft Osteuropa für eine Drag Queen mit Bart an.
05:16Man weiß es oft nicht.
05:17Es ist eine gute Frage, ob Österreich eine ESC-Nation ist.
05:21Drei Siege ist schon was.
05:22Das haben nicht alle.
05:23Da gehört man schon eher zu den Top-Nationen.
05:26Aber man ist ja auch schon seit 1957 dabei.
05:29Andere Länder sind ja erst dabei,
05:30seit die Mauer gefallen ist und da ist ein Vorhang.
05:33Also so gesehen müsste man wahrscheinlich
05:35das Verhältnis Teilnahmen versus Siege machen.
05:38Aber hey, wir haben Deutschland überholt.
05:41Wir sind eine ESC-Nation.
05:43Na hallo.
05:48Es ist schon ein sehr österreichischer Song Contest.
05:50Einfach allein mit dieser Kaffeehaus-Atmosphäre in Green Room
05:54und dass die Bühne auch immer wieder mal so Sezessionselemente
05:59auch mit drin hat.
06:00Ich finde, das ist sehr schön gelungen.
06:01Noch muss ich warten auf die ersten Proben,
06:03wo ich dann auch wirklich selbst in der Halle sitze.
06:05Das wird dann in den kommenden Tagen der Fall sein.
06:08Aber der ORF ist schon professionell genug,
06:12dass man davon ausgehen kann,
06:14dass das eine ganz tolle Show werden wird.
06:16Davon gehe ich auf jeden Fall aus.
06:18Der Eurovision Song Contest ist seit so den frühen 2000er Jahren,
06:22kann man sagen, nicht nur ein Fernseherreignis,
06:25sondern auch ein Vor-Ort-Ereignis.
06:27Man hat sehr viel investiert in größere Hallen,
06:31dass mehr Menschen kommen.
06:32Die Fan-Community ist insofern gewachsen,
06:35dass die auch reisefreudig war.
06:36Das ist in sehr hohem Ausmaß auch eine queere Community,
06:40die vor Ort ist.
06:41Im Gegensatz zu den Menschen vorm Fernseher,
06:43das ist natürlich noch immer alle Generationen,
06:45alle Sexuellorientierungen und sehr divers.
06:48Aber die Community vor Ort ist nicht nur,
06:50aber sehr queer.
06:51Und dadurch sind da auch sehr viele Veranstaltungen in der Stadt.
06:55Wir haben den Eurovision Village,
06:56wir haben den Euro Club,
06:58wir haben ganz viele Site-Events,
06:59wir haben eine Ausstellung.
07:01Eine habe ich davon jetzt kuratieren dürfen,
07:03bis zum 24. Mai in Queen zu sehen,
07:06United by Queerness,
07:07wo wir auch eine Kulturgeschichte
07:09des Eurovision Song Contests erzählen,
07:11gemeinsam mit dem Haus der Geschichte Österreichs,
07:13wo auch eine Ausstellung stattfindet.
07:17Ich habe zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern
07:20des diesjährigen Eurovision Song Contests
07:21natürlich mittlerweile auch schon
07:22zu ein paar nahe Verhältnissen,
07:24weil im Podcast Merci Cherie
07:25haben wir einige schon interviewt.
07:27Und dann hast du dann auch
07:29so persönliche Favoriten
07:30und manche, wo du vielleicht sagst,
07:31war es nett.
07:33Aber wenn man es ganz objektiv betrachtet,
07:35sozusagen mit einem Außenblick,
07:36dann wird Finnland und Dänemark
07:39meiner Meinung nach
07:41sich den Sieg untereinander ausmachen.
07:43Ich halte diese zwei für die Top-Favoriten,
07:46wo ich Finnland
07:47die deutlich größeren Chancen gebe.
07:49Das ist ein Duo,
07:51das singt ein Popsänger
07:51und eine klassische Geigerin,
07:53sehr konzipiert,
07:55sehr für Eurovision hergerichtet,
07:58sozusagen.
07:58Also das ist Juryfutter,
08:00das ist Fernsehfutter.
08:01Es ist wahrscheinlich kein Radiofutter,
08:03das ist so wie Wasted Love
08:05hörst du auch nicht im Radio.
08:06Aber in diesen drei Minuten
08:07Fernsehereignis,
08:08in diesem kleinen Musiktheater
08:10funktioniert das natürlich perfekt.
08:12So toxische Liebe,
08:13die Frau an der Geige,
08:15also das ist herrlich zum Anschauen.
08:17Dänemark wiederum
08:18ist ein sehr junger Sänger,
08:20der einen sehr eingängigen
08:22Mid-Tempo-Song hat,
08:24wo man schnell mal mitwippt.
08:25Sehr eingängige Musik,
08:27er hat eine tolle Stimme,
08:28er singt live unfassbar gut.
08:44Also im dänischen Vorentscheid
08:46war er grandios
08:47und das könnte tatsächlich
08:48bei jungen Leuten
08:49durchaus zu einem
08:49Überraschungssieg führen,
08:51obwohl natürlich
08:52Finnland der Favorit ist.
08:53Der Cosmo ist ja so ein
08:5419-jähriger Burgenländer,
08:57der etwas macht,
08:58was ich schon beeindruckend finde,
09:00dass ein 19-Jähriger anfängt,
09:02wieder deutsch zu singen.
09:12Und das könnte,
09:13und das ist meine Hoffnung,
09:15viel mehr bedeuten,
09:16als jetzt nur,
09:17wird der Sieger,
09:18wird der Top Ten,
09:19wird am letzten Platz landen.
09:21Das ist vielleicht
09:21gar nicht so wichtig,
09:22sondern dass Österreich sagt,
09:24bei unserem heimischen Grand Prix
09:25der Eurovision,
09:27schicken wir ein deutschsprachiges Lied,
09:29haben wir lange nicht mehr gemacht.
09:30Und vielleicht löst das auch
09:32eine Welle von neuem
09:33Austropop aus.
09:34Vielleicht inspiriert das
09:35junge Leute,
09:36in deutscher Sprache
09:37einfach wieder Musik zu machen.
09:39Ich meine,
09:40hoffentlich zeigt es,
09:42wie großartig Musik
09:42aus Austria kommen kann
09:44und wie viele
09:45fantastische Artikel
09:46wir hier in Austria haben.
09:47Und wenn Cosmo das erreicht
09:49als junger Mann,
09:50fände ich das wunderbar.
09:51Und er selbst,
09:53es ist einfach ein Lied,
09:54er hat ja eine sehr stabile Stimme,
09:56er soll in den Tiefen,
09:57sehr beeindruckend.
09:58Das merkt man vielleicht
10:00am Anfang gar nicht so,
10:01weil der Song so eingängig ist
10:03und ein bisschen
10:03eine Partynummer ist,
10:05wenn man so will.
10:06Aber wenn man in die Tiefe geht,
10:07dann ist sowohl der Text
10:08eigentlich hochintelligent
10:09und er geht zum Clubkultur
10:11und auch die Abgründe
10:13der Clubkultur.
10:14Und er hat eine wirklich
10:15gute Stimme.
10:19Der Eurovision Song Contest
10:20muss ja per Definition
10:22unpolitisch sein.
10:23Diese Büchse der Pandora
10:25macht man auch besser nicht auf.
10:26Und trotzdem wird man gleichzeitig
10:28nie verhindern können,
10:29wenn Länder gegeneinander antreten,
10:31dass da politische Stimmungen
10:33sichtbar werden.
10:35In den letzten Jahren
10:36hatten wir diesen
10:36Ukraine-Russland-Konflikt,
10:38der am stärksten dominiert hat,
10:40innerhalb des Eurovision-Zirkusses.
10:43Und jetzt haben wir natürlich
10:44das Nahost-Thema ganz präsent
10:47mit der Teilnahme Israels.
10:49Die Teilnahme Israels
10:50war immer schon umstritten
10:51für viele Leute
10:52und vor allem für Leute,
10:53die Israel nicht anerkennen
10:54oder die Existenz
10:55nicht anerkennen wollen.
10:572005 hat der Libanon
10:59schon einen Song ausgewählt,
11:00hat sich angemeldet,
11:01hat gesagt, ja,
11:02wir sind beim
11:02Eurovision Song Contest dabei.
11:04Dann haben sie irgendwann
11:05einmal gesagt zur EBU,
11:07naja, aber beim israelischen Song
11:08werden wir ausblenden müssen,
11:09weil das dürfen wir nicht zeigen.
11:11Dann hat die EBU gesagt,
11:12aber die Regel ist,
11:13wir müssen eine gesamte Show zeigen.
11:14Und zack,
11:15der Libanon hat wieder zurückgezogen.
11:17Also man sieht,
11:17das war immer schon ein Thema,
11:19weil es immer um das Existenzrecht
11:20Israels de facto gegangen ist.
11:22Und jetzt in diesen Kriegen,
11:24die wir jetzt erleben,
11:25sind natürlich einerseits
11:26diejenigen,
11:27die dieses Existenzrecht
11:28immer noch aberkennen wollen,
11:29sehr laut geworden.
11:31Da gibt es auch
11:31eine neue Generation an Menschen,
11:33die da sehr laut
11:34und überall dagegen demonstrieren.
11:35Und zwar nicht nur
11:36auf politischer Ebene,
11:37sondern auch so etwas
11:38wie den Eurovision Song Contest
11:39dann das Target nehmen,
11:40als Projektionsfläche,
11:42um ihre politische Haltung
11:43kundzutun.
11:44Jetzt ist es grundsätzlich
11:45ja in Ordnung,
11:46politische Haltung kundzutun.
11:47Die Frage ist,
11:48soll es Eurovision
11:50sozusagen betreffen,
11:51wo immer die Idee war,
11:54dass Menschen zusammenkommen,
11:55um gemeinsam Kultur zu feiern.
11:58Ich habe für mich
11:59die Frage beantwortet,
12:00wie ich das sehe,
12:01weil für mich war
12:02das Spirit von Eurovision
12:03immer,
12:04dass beispielsweise,
12:05und das ist für mich
12:06das beste Beispiel,
12:07Aserbaidschan und Armenien,
12:09in der Zeit,
12:09wo sie Krieg
12:10gegeneinander geführt haben,
12:12gemeinsam auf einer Bühne
12:13gestanden sind
12:14und gefeiert haben.
12:15Und gerade vor kurzem
12:16bei einer Eurovision Party
12:18in Amsterdam
12:19haben sich die
12:20armenischen
12:20und die aserbaidschanischen
12:21Teilnehmer die Hand gereicht
12:22und sich miteinander
12:23unterhalten.
12:24Und ich denke mir,
12:25hallo, wo sonst?
12:27Man müsste den Eurovision Song Contest
12:28gerade zu erfinden,
12:29um solche Momente
12:31zu erleben.
12:32Und deswegen finde ich
12:33Israels Teilnahme
12:34beim Eurovision Song Contest
12:35auch so wichtig,
12:36weil ein Ausschluss
12:38bedeutet ja auch,
12:39dass man sich
12:40nicht auseinandersetzen will,
12:42dass man die Hand
12:42nicht reicht,
12:43dass man gar nicht mehr
12:44sprechen will.
12:45Und nicht mehr sprechen
12:45ist keine Diplomatie,
12:46das ist Ausgrenzung.
12:48Man hört sehr oft,
12:49naja, wenn Russland
12:50ausgeschlossen worden ist,
12:51warum darf Israel
12:52dann teilnehmen?
12:54Aber hier muss man schon
12:55ganz wichtig zu sagen,
12:57es nehmen nicht
12:58Regierungen teil
12:59beim Eurovision Song Contest.
13:00Es nimmt nicht
13:01der Premierminister teil,
13:03sondern ein Künstler,
13:04der von einem Fernsehsender
13:05ausgewählt worden ist.
13:07Es nimmt der ORF teil
13:08und es ist nicht der Stock
13:09oder der Van der Bellen,
13:10der sagt,
13:10wir schicken den Kosmo.
13:11So ist es in Israel auch
13:13und der öffentlich-rechtliche
13:15Sender in Israel,
13:16Kahn,
13:17ist eigentlich sehr
13:18regierungskritisch.
13:19Und das ist auch der Unterschied
13:21zwischen dem russischen Sender
13:22und dem israelischen Sender.
13:24Der russische Sender
13:24wurde deswegen auch
13:25ausgeschlossen,
13:26weil er nicht mehr
13:27den Regularen der EBU
13:28entsprochen hat,
13:29weil es keine freie
13:30Meinungsäußerung gab
13:31und keinen freien,
13:32unabhängigen Journalismus.
13:33Den hat Kahn.
13:35Deswegen verstehe ich auch nicht,
13:36dass fünf Länder sagen,
13:38wir boykottieren den
13:39Eurovision Song Contest
13:40wegen der Regierung,
13:42während genau die Kritik
13:43gegen die Regierung
13:44in diesem Fernsehsender
13:45erlaubt ist,
13:46wo man eigentlich
13:46als öffentlich-rechtlicher Sender
13:48solidarisch mit dem anderen
13:49öffentlich-rechtlichen Sender
13:50sein soll,
13:51der unter Druck
13:52der eigenen Regierung gerät.
13:54Das ist etwas,
13:54was ich nicht verstehe
13:56und deswegen habe ich
13:57kein Verständnis
13:57für die Niederlande,
13:58für Irland,
13:59für Island,
14:00für Slowenien
14:01und für Spanien.
14:02Einfach,
14:03weil ich denke,
14:04man sollte eigentlich,
14:04wenn man schon
14:05regierungskritisch ist
14:06gegenüber der israelischen
14:07Regierung,
14:07sollte man eigentlich
14:09auf der Seite
14:09des regierungskritischen
14:10öffentlich-rechtlichen
14:11Senders sein.
14:15Dass diese ganzen
14:16Demonstrationen,
14:17dieser Wunsch des
14:18Canceln seit 2024
14:19in Malmö so stark
14:21präsent ist
14:22in der Eurovision-Welt,
14:23genau in dem Moment,
14:24wo man United by Music
14:25so als Dauermotto
14:26etablieren möchte,
14:28ist ja so ein bisschen
14:29so eine Absurdität
14:30der Eurovision-Geschichte.
14:32Aber vielleicht ist es
14:33auch deswegen so nötig
14:35wie noch nie,
14:35dass man dieses Slogan
14:36jetzt wirklich hoch hält
14:38und auch noch höher hält,
14:42einfach weil dieses
14:43United by Music
14:44eigentlich die Kernbotschaft
14:45des Eurovision Song Contest ist.
14:47Wir haben nur Sport
14:49und diesen Eurovision Song Contest,
14:51wo wir diese Menschen
14:52zusammenbringen können
14:53und wo sich verschiedene Gruppen
14:55und verschiedene Fangruppen
14:56und verschiedene Künstler
14:57und Künstlerinnen-Delegationen
14:59einfach sich treffen,
15:00wo ein Ort
15:00des Verständnisses ist,
15:02des Austausches.
15:04Ich finde,
15:04das ist wichtig,
15:05dass wir so etwas haben,
15:06so einen Ort.
15:07Außerhalb der Politik nämlich.
15:08Ich bin natürlich
15:09jetzt schon ein bisschen
15:10länger in diesem Zirkus dabei,
15:11deswegen ist man da vielleicht
15:12auch ein bisschen abgebrüht.
15:14Aber ich freue mich
15:15jedes Jahr
15:16auf den Eurovision Song Contest
15:18und sehe die freudigen Seiten.
15:21Ich freue mich jedes Jahr sehr.
15:22Es ist ein ganz besonderer Event,
15:25aber ich sehe natürlich
15:26auch die Probleme
15:27und die Schattenseiten
15:28des Eurovision Song Contest.
15:29Aber genau das
15:30macht vielleicht auch
15:31den Reiz dieses Events aus.
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