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KurzfilmeTranskript
00:00:28Untertitelung. BR 2018
00:00:39Polizeihauptmeister Witkowski bei einem nicht alltäglichen Einsatz.
00:00:44Es müsste am 10. Juli gewesen sein, morgens gegen 3 Uhr.
00:00:49Da sind wir also routinemäßig hier über den Parkplatz gefahren, um nach dem Rechten zu sehen.
00:00:54Der Parkplatz war zu dieser Zeit stark frequentiert mit LKWs, weil die LKW-Fahrer halt ihre Ruhezeiten hier einlegten.
00:01:04Und als wir dann im vorderen Bereich den Parkplatz wieder verlassen wollten, haben wir nämlich genau hier vorne,
00:01:13als wir das Fernlicht eingeschaltet hatten, eine Gestalt war, wo ich zum Kollegen sagte,
00:01:18du, ich glaube, ich habe da hier einen nackten Mann gesehen.
00:01:20Wir hatten dann das Fahrzeug etwas herumgestellt, das Fernlicht eingeschaltet und leuchteten die Stelle hier aus
00:01:25und sahen auch dann tatsächlich, dass er sich da hinten im Gras an der Birke in mannten Gras niedergekauerte.
00:01:30Und dann habe ich zum Kollegen gesagt, hier steht ein nackter Mann.
00:01:56Wir sind dann ausgestiegen, haben das Blaulicht angemacht und haben dann aufgefordert, auf uns zuzukommen.
00:02:01Er kam dann nachher auf uns zu und hatte also lediglich ein paar Hausschuhe an.
00:02:06Und ich merkte, dass er dann einen ziemlich verwirrten Eindruck machte und er so ein paar Sekunden brauchte.
00:02:12Und dann kam er langsam wieder zu sich und hat dann angefangen, mit uns zu sprechen und hat uns erklärt,
00:02:17dass ihm das leid tut, dass er ein bisschen Probleme damit hätte und dass er Schlafwandler sei.
00:02:23Wir haben ihm also erklärt, dass er dann für die Zukunft irgendwelche Vorkehrungen zu treffen hat,
00:02:27damit das halt nicht mehr passiert.
00:02:28Entweder, dass er sich vielleicht einen zweiten Fahrer mitnimmt, der das dann halt auch registriert,
00:02:32oder er trifft so simple Vorkehrungen, wie dass er sich öffnen will, so blöd es auch klingen mag,
00:02:37irgendwo einen Strick ums Bein bindet, dass er dann nachts, wenn er wach wird,
00:02:40an diesem Strick quasi am Fahrzeug festgebunden ist,
00:02:43damit es nicht passiert, dass er tatsächlich mal auf die Autobahn läuft.
00:02:52Noch in derselben Nacht nahm der Trucker die Fahrt wieder auf,
00:02:56gerüstet mit den wohlgemeinten Ratschlägen der Polizei.
00:03:01Zum Glück hatte der Mann, bevor er sich schlafen legte,
00:03:04den Zündschlüssel seines LKWs vorsorglich abgezogen und versteckt.
00:03:09Sonst wäre die Geschichte vielleicht anders ausgegangen.
00:03:18Das Phänomen Schlafwandeln hat schon immer die Fantasie der Menschen beflügelt.
00:03:23Für die meisten mag Schlafwandeln ein heiteres Thema sein,
00:03:26aber manche Geschichten zeigen, dass es schnell ernst werden kann.
00:03:37In Deutschland gibt es schätzungsweise eine Million Menschen, die Schlafwandeln.
00:03:41Sie bewegen sich ohne Bewusstsein in einer rätselhaften Welt,
00:03:46während die anderen ruhen.
00:03:51Es ist immer das gleiche Ritual.
00:03:53Bei Vollmond füllt Birgit Mantlik eine Schale mit Eiswürfeln
00:03:58und stellt sie vor die Verandatür.
00:04:00Aus Angst, unbedacht ihre Wohnung zu verlassen,
00:04:03versucht die Lehrerin, sich so zu schützen.
00:04:05Denn Birgit Mantlik ist Schlafwandlerin.
00:04:10Kämen ihre Füße mit dem Eis in Berührung, würde sie aufwachen,
00:04:13hofft sie.
00:04:17Meine erste Erinnerung ist, bevor ich,
00:04:20da war ich jünger als vier Jahre alt, das weiß ich ziemlich genau,
00:04:23weil ich da noch bei meinen Großeltern gewohnt habe mit meiner Mutter und meinem Bruder.
00:04:29Und da bin ich in der Nacht aus dem Haus raus
00:04:33und bin mit meinem Nachthemd um den Sportplatz rumgelaufen.
00:04:38Und dann hat meine Mutter aus der Veranda
00:04:40irgendwann mal gerufen,
00:04:42Birgit, wo willst du hin, komm nach Hause.
00:04:44Es war zappenduster und es war Vollmond.
00:04:50Und meine Mutter hat dann damals extra eine Kette vor die Haustür gemacht,
00:04:55damit ich nicht da raus kann,
00:04:57aber ich wusste genau, wo der Schlüssel war.
00:04:59Den habe ich in der Nacht geholt.
00:05:01Den habe ich immer gefunden.
00:05:06Zum Ritual gehört auch die Alufolie vor ihrer Schlafzimmertür.
00:05:11Das Geräusch beim Betreten der Folie soll Birgit Mantlik wecken,
00:05:15wenn es wieder soweit ist.
00:05:18Das passiert ja ganz sporadisch.
00:05:20Das kann ich ja nie vorhersagen.
00:05:23Das geht nicht.
00:05:37Der Schlaf ist alles andere als ein passiver Vorgang.
00:05:42Und unser schlafendes Ich ist eine fremde Person,
00:05:45über die wir kaum etwas wissen.
00:05:48Schlafwandler, die bei ihrem Tun plötzlich aufgeweckt werden,
00:05:50sind vielleicht die einzigen Menschen,
00:05:52die von diesem anderen Ich erzählen können.
00:06:11Man sieht ja, wo man ist.
00:06:13Wenn ich hier oben aus dem Gartentür rausgegangen bin
00:06:15und bin wach geworden,
00:06:17ja, dann sage ich mir, gut, es ist wieder gewesen.
00:06:20Jetzt gehst du wieder zurück und schläfst weiter.
00:06:23Und das weiß ich am nächsten Tag haargenau.
00:06:26Ich kann das alles erzählen.
00:06:28Da gibt es ja so viele Schlafwandler,
00:06:30von denen ich das schon gehört habe,
00:06:32die absolut nichts davon wissen.
00:06:35Die das nur erzählt bekommen haben,
00:06:37dass sie schlafgewandelt sind,
00:06:39dass sie gesehen wurden.
00:06:41Und ich kann mich,
00:06:41ich weiß nicht, ob ich mich an alle erinnere,
00:06:43aber an etliche Wanderungen erinnere ich mich.
00:06:52Geweckt werden darf man gar nicht.
00:06:54Dann kriegt man einen wahnsinnigen Schock.
00:06:57Also das ist mir auch schon mal passiert,
00:06:58meine Mutter oder war es meine Schwester,
00:07:00das weiß ich jetzt nicht mehr.
00:07:02Irgendjemand ist mal hinter mir hergerannt
00:07:04und hat mich gepackt und hat gesagt,
00:07:06du gehörst ins Bett.
00:07:07Dann ist man total, total vom Häuschen.
00:07:10Das kann man sich gar nicht vorstellen.
00:07:11Das ist wie ein Schock.
00:07:13Am besten ist, man wacht alleine auf
00:07:16und dann geht man friedlich wieder ins Bett,
00:07:18als wäre nichts gewesen.
00:07:25Meine Eltern haben noch Erinnerungen,
00:07:29dass ich ungefähr sechs Jahre war,
00:07:31um das das angefangen hat.
00:07:33Dann ist mein Vater in mein Schlafzimmer gekommen
00:07:35und ich habe häufig während des Schlafes geredet
00:07:38und er hat gedacht, sie schläft
00:07:40und jetzt rede ich mal mit ihr.
00:07:42Und er hat ja so spaßeshalber gesagt,
00:07:44gehen wir schwimmen.
00:07:45Und ich habe gesagt, ja, das ist gut.
00:07:46Und er ist weggegangen mit der Idee von,
00:07:49ja, die schläft ruhig weiter.
00:07:51Und ich habe dann meine Schwimmsachen gepackt
00:07:53und bin auf dem Fahrrad gestiegen
00:07:55und wollte zum Schwimmbad gehen.
00:07:57Da bin ich irgendwo unterwegs,
00:07:59bin ich da aufgewacht.
00:08:07Schlafwandler haben ihre eigenen Geschichten
00:08:09und Vorlieben.
00:08:11Die Niederländerin Marike Langsell
00:08:13zog es nachts regelmäßig aufs Rad.
00:08:16Ich weiß mehr von später,
00:08:18wenn ich auf dem Fahrrad in der Nacht
00:08:19zur Schule gegangen bin.
00:08:23Und dann bin ich aufgewacht,
00:08:25während ich vor der Tür stand,
00:08:26der Tür der Schule,
00:08:27und der war verschlossen und dann geschlossen.
00:08:29Und dann bin ich aufgewacht
00:08:30und da habe ich gedacht, hier stimmt was nicht.
00:08:32Ich bin bei der Schule
00:08:34und es ist dunkel und keiner da.
00:08:36Hoppla, es muss wohl Nacht sein.
00:08:37Ich gehe wieder heim.
00:08:42Und ich war angezogen,
00:08:43ich war mit dem Fahrrad da hingefahren,
00:08:45da lag Schnee auf dem Weg
00:08:47und ich bin wirklich den ganzen Weg
00:08:49zur Schule offenbar schlafend
00:08:51geradelt durch den Schnee.
00:09:09Sie sind geradelt
00:09:10und haben das Fahrrad nicht geschoben?
00:09:12Nein, ich bin geradelt.
00:09:13Das konnte ich auch sehen,
00:09:14weil es war frisch und schnell
00:09:15und da war nur eine Spur
00:09:16von meinem Fahrrad da.
00:09:17Und da waren keine Fußsteppe daneben.
00:09:24Der Theaterintendant
00:09:25und Tatortkommissar Peter Sodan
00:09:27ist seit seiner Kindheit Schlafwandler.
00:09:30Zwei- bis dreimal pro Jahr
00:09:31ertappt er sich auf nächtlichen Exkursionen.
00:09:35Sie schlafen ja mit offenen Augen.
00:09:38Sie wissen,
00:09:39die Reaktion würde ich mir ja da
00:09:40und die Birne einrennen.
00:09:42Soll zwar helfen manchmal,
00:09:43aber nicht immer.
00:09:45Und also sie gehen ja mit offenen Augen
00:09:48durch die Welt
00:09:48und sehen ja alles.
00:09:50Aber sie sind nicht eben beieinander
00:09:54oder zweigeteilt.
00:09:59Eine Aura von Gefahr
00:10:01umgibt das Schlafwandeln.
00:10:03Schlafwandler tun Dinge,
00:10:05von denen sie keine Ahnung haben.
00:10:07Anfangs verlieh bei Rittergesellen
00:10:09Setter noch alles glatt.
00:10:12Seit wann schlafwandle ich?
00:10:14Ich denke seit zehn bis zwölf Jahren
00:10:18es war nie irgendwas Gefährliches,
00:10:21irgendwas Außergewöhnliches.
00:10:23Es war halt so.
00:10:24Ich habe nie das Haus verlassen,
00:10:25ich habe nie Dummhalten gemacht,
00:10:27sondern nur das,
00:10:28was ich sonst tagsüber auch tue.
00:10:30Ich habe mich unterhalten,
00:10:32ich habe mir was zu trinken geholt,
00:10:34solche Dinge.
00:10:37Doch eines Nachts
00:10:39weicht die Schlafwandlerin
00:10:40von der harmlosen Routine ab.
00:10:42Wir haben eigentlich
00:10:43einen ganz normalen
00:10:46Fernsehabend verbracht.
00:10:48Wenn ich mich recht erinnere,
00:10:49hatte ich am Nachmittag
00:10:50im Garten gearbeitet
00:10:51und war ziemlich müde.
00:10:53Deshalb bin ich auch
00:10:53als Erste ins Bett gegangen,
00:10:55was eigentlich ungewöhnlich ist.
00:10:57Ich gehe normalerweise später
00:10:59und bin der Letzte
00:11:00und deshalb eben die Sache
00:11:01mit den Hunden.
00:11:02Der Letzte ist für die Hunde zuständig.
00:11:04Ja, Bruno, ich habe dich lieb.
00:11:06Ja, ja, du bist mein Guter.
00:11:09Und ich bin wohl mit dieser Idee,
00:11:11du musst jetzt die Hunde
00:11:13noch mal rauslassen,
00:11:14ins Bett gegangen
00:11:15und ich denke,
00:11:16ich habe die auch mit
00:11:17in den Schlaf genommen
00:11:18und dadurch kam es zu dem Unfall.
00:11:26Als ihr Lebenspartner
00:11:27Thomas Büchner
00:11:28in jener Nacht
00:11:29die Markise aufspannte,
00:11:31wollte er nur die Gartenmöbel
00:11:33vor Regen schützen.
00:11:35Dass er damit seiner Freundin
00:11:37vielleicht das Leben rettete,
00:11:39konnte er nicht ahnen.
00:11:42Kurz vor elf
00:11:43bin ich hochgegangen
00:11:45in den Schlafzimmer
00:11:47und lege mich ins Bett.
00:11:49Und ich bin dann auch
00:11:50leicht eingeschlafen
00:11:51und dann habe ich im Schlaf
00:11:54dann ein seltsames Geräusch gehört,
00:11:56also das irgendwas,
00:11:58wie ein Sack,
00:11:59der über irgendwas rutscht
00:12:00und einen dumpfen Aufschlag
00:12:02und ein Geräusch so,
00:12:05als wenn eine Katze schreit fast.
00:12:07Und dann war es vorbei,
00:12:08war gar nichts mehr da.
00:12:11Und da sagte ich noch
00:12:12lang darüber und sagte,
00:12:14hast du das gehört?
00:12:16Was war denn das für ein Geräusch?
00:12:18Und da fühlte ich aber niemanden
00:12:20neben mir und macht das Licht an?
00:12:22Und da war Frau Gesellensetter nicht im Bett.
00:12:25Und ich habe also gesehen,
00:12:27dass die Balkontür geöffnet war.
00:12:30Und da dachte ich,
00:12:30na gut, die hat es genauso gehört wie ich
00:12:31und wollte mal schauen,
00:12:32was da draußen passiert ist.
00:12:34Und ich gehe dann auf den Balkon
00:12:36und schaue auch runter,
00:12:38sehe diese abgebogene Markise
00:12:40und unten das weiße Bündel,
00:12:42das da lag.
00:12:44Und das war für mich
00:12:45überhaupt ein Rätsel,
00:12:46wie kann es an so eine Stelle kommen?
00:12:48Weil vom Balkon aus
00:12:49hätte sie ja ein paar Meter
00:12:50hinspringen müssen,
00:12:51um dort hinzukommen.
00:12:56Dieses Fenster ist exakt
00:12:58über der Terrassentür,
00:13:01bei der ich immer die Hunde
00:13:03in den Garten rauslasse.
00:13:05Ich weiß nicht,
00:13:06warum ich nicht runtergelaufen bin,
00:13:08sondern bin diese Diretissima gegangen,
00:13:10vom Bett über diese ungesicherte Tür.
00:13:13Ich weiß es nicht.
00:13:15Keine Ahnung.
00:13:17Vielleicht habe ich geträumt,
00:13:18ich sitze unten im Esszimmer
00:13:19und die Hunde sitzen neben mir.
00:13:21Ich weiß es nicht.
00:13:21Ich habe keine Erinnerung.
00:13:29Schlafwandelnd
00:13:29stürzt die 52-Jährige
00:13:31in die Tiefe,
00:13:33abgefedert durch die Markise.
00:13:44Riddergesellen Sette hatte Glück.
00:13:46Sie hat den Sturz überlebt.
00:13:48Von den schweren Schnittverletzungen
00:13:49wird sie erst am nächsten Morgen erfahren.
00:13:52Ich habe mit ihr gesprochen.
00:13:54Sie war im,
00:13:55am Anfang hat sie sich überhaupt nicht bewegt.
00:13:58Und als ich nachher sagte,
00:13:59oh Gott, was hast du denn gemacht,
00:14:00was ist denn passiert?
00:14:02Und dann sagte sie zu mir,
00:14:05ach, gehen wir wieder rein.
00:14:08Und dann war sie weg.
00:14:10Also sie hat zumindest,
00:14:11sie wollte wieder rein.
00:14:12Und jetzt hat sie gesagt,
00:14:13gehen wir wieder rein.
00:14:15Wenn Sie am nächsten Morgen dann aufwachen,
00:14:17dann wissen Sie nicht unbedingt,
00:14:19was in dieser Nacht für Empfindungen Sie beherrscht haben.
00:14:22Also es kann durchaus sein,
00:14:24ich bin einmal aufgewacht,
00:14:26da habe ich mir von einem Hemd
00:14:28die Manschetten abgeschnitten.
00:14:29Und ich weiß bis heute nicht, warum.
00:14:31Ich rätsel bis heute.
00:14:32Aber es gibt eben andere Dinge.
00:14:33Sie haben irgendetwas getan in der Nacht
00:14:35und sie wissen das am nächsten Tag nicht mehr.
00:14:38Und dann war ich schon weg.
00:14:51Dann kann es passieren,
00:14:52wie das letzte Mal in Leipzig,
00:14:54dass ich in einer Tiefgarage erwache
00:14:57und dann gar nicht weiß, wo ich bin.
00:15:00Bis ich wieder einen Gegenstand finde,
00:15:01an den ich mich erinnern kann.
00:15:03Und dann weiß ich wieder
00:15:04und dann kommt es im Vortrag,
00:15:05dann außerhalb des Hotels stehe,
00:15:07früh halb fünf
00:15:08und dann klingeln muss,
00:15:09damit er mich wieder reinlässt.
00:15:11Das ist ein bisschen peinlich,
00:15:12aber da ich eine Unterhose habe,
00:15:14anhabe,
00:15:16ist das nun auch wiederum nicht so schlimm.
00:15:18Ich war nicht wirklich steuerbar,
00:15:21wenn ich nicht wollte.
00:15:23Wenn mein Vater gefragt hat,
00:15:24ob ich mit Schwimmen gehe,
00:15:25da hatte ich offenbar Lust dazu.
00:15:27Und da habe ich ja gesagt.
00:15:28Aber ich weiß auch,
00:15:29mein Mann hat natürlich häufig mal probiert,
00:15:32so machen wir das oder das.
00:15:33Und wenn ich nicht will,
00:15:34dann will ich nicht.
00:15:40Aber das bin ich.
00:15:42Ich weiß nicht,
00:15:43ob das bei anderen Menschen möglich ist.
00:16:06Man macht eigentlich jeden Schritt
00:16:08total bewusst.
00:16:11Und das ist das Verrückte,
00:16:12was ich nicht verstehe,
00:16:13wie man das erklären kann.
00:16:14Ich mache die Türen auf,
00:16:17ich ziehe die Rollos hoch,
00:16:19ich mache alles ganz, ganz vorsichtig.
00:16:21Ich halte mich fest,
00:16:22damit ich nicht stolper.
00:16:23Mir ist auch noch nie was passiert.
00:16:31Boing.
00:16:32Und dann war meine Reise zu Ende.
00:16:36Und Ihr Mann?
00:16:37Der hat mich dann geweckt.
00:16:40Ich habe gesagt,
00:16:40mach Licht an,
00:16:41ich muss in die Schule.
00:16:43Und dann hat er gesagt,
00:16:43du bist nicht in der Schule,
00:16:45du bist zu Hause im Schlafzimmer.
00:16:47Geh in dein Bett.
00:16:48Und dann bin ich wieder zurück.
00:16:50Haben Sie beim Schlafwandeln
00:16:52tatsächlich Ihre Brille auf?
00:16:53Ja.
00:16:54Ja.
00:16:55Die habe ich hundertprozentig auf.
00:16:56Sonst würde ich keinen Schlüssel finden
00:16:57im Schrank und gar nichts.
00:17:01Das ist mein erster Griff immer,
00:17:03wenn ich aufstehe.
00:17:05Komm, komm her.
00:17:08Na, komm.
00:17:09Na, komm.
00:17:09Rida Gesellensetter
00:17:10ist seit ihrem Unfall krankgeschrieben.
00:17:13Sie kann nur eingeschränkt lesen
00:17:15und Auto fahren.
00:17:16Ihr Gesichtsnerv ist teilweise gelähmt.
00:17:19Die Lehrerin sorgt sich,
00:17:21auch um ihr Aussehen.
00:17:23Ja, ich kann es nicht zuspachteln.
00:17:26So gar nicht das täte
00:17:27mit dem entsprechenden Make-up.
00:17:30Es macht mich unfroh.
00:17:31Also wenn ich so nah hingehe
00:17:33und helles Licht habe
00:17:34und solche Dinge,
00:17:36dann bin ich einfach unfroh damit.
00:17:37Und ich sehe das immer.
00:17:39Und jeden Magen ist meine Laune dahin,
00:17:42wenn ich dieses Ding hier sehe.
00:17:46Ich benutze auch seit zehn Wochen
00:17:48keinen Lippenstift mehr,
00:17:50weil ich diese krumme Lippe
00:17:51nicht schminken mag.
00:17:54Aber das wird schon wieder werden,
00:17:56denke ich mal.
00:17:57Hoffe ich.
00:17:58Ich bin da zuversichtlich.
00:18:04Also der Unfall war Freitagnacht
00:18:06und das war Samstagmittag
00:18:08zwischen zwölf und zwei,
00:18:10würde ich mal meinen.
00:18:11Was trinken Sie denn da?
00:18:14Cappuccino.
00:18:16Weil mir lief ja alles
00:18:17aus dem Mund am Anfang.
00:18:20Tut es immer noch ab und zu,
00:18:21aber nicht mehr so massiv.
00:18:25Rittergesellensetter schwankt
00:18:26zwischen Hoffnung und Verzweiflung.
00:18:28Aber sie will nichts
00:18:29unversucht lassen,
00:18:30um ihr Leiden zu mildern.
00:18:33Termin bei einer plastischen Chirurgin.
00:18:36Vielleicht kann eine Operation
00:18:38die schlimmsten Folgen beseitigen.
00:18:42Das geht um die linke Seite.
00:18:46Also, dass wir hier einen Spiegel haben
00:18:49in der linken Nasennebenhöhle,
00:18:53ist auch völlig normal.
00:18:54Vielleicht war auch
00:18:55eine kleine Knochenfusur dabei,
00:18:57die man gar nicht unbedingt
00:18:58hier erkennen müsste.
00:19:01Die Nervenaustrittsstelle
00:19:02ist etwa hier.
00:19:04Also das ist auch ganz logisch,
00:19:05dass das so mitten im Geschehen drin ist
00:19:07und dass dieser Nerv da
00:19:09was abgekriegt haben muss.
00:19:11Das kann gar nicht anders sein.
00:19:13Ob sie wieder so aussehen wird
00:19:15wie früher?
00:19:16Die Ärztin weiß es nicht.
00:19:18Da ist auch noch so eine Verhärtung,
00:19:20die würde ich auch unterspritzen.
00:19:23Zu stark sind noch
00:19:24die Schwellungen im Gesicht.
00:19:25Und die auf jeden Fall,
00:19:26also das lohnt sich.
00:19:28Aber da wird man sicher auch
00:19:29schnell eine Besserung bekommen
00:19:31an dieser Stelle.
00:19:31Das ist steinhart.
00:19:32Hier habe ich eigentlich
00:19:33das härteste Gefühl,
00:19:34da wo diese Nerve ist.
00:19:36Ja, da ist er am meisten verhärtung.
00:19:42Die niederländische Stadt Leiden.
00:19:46Hier lebt Marieke Langsell
00:19:48mit ihrem Mann
00:19:49und ihren beiden Töchtern.
00:19:50Ist er von mir?
00:19:52Ist es möglich genug für Sie?
00:19:53Ja, das ist der schwierigste.
00:19:56Die Mutter ist nicht nur
00:19:57Schlafwandlerin,
00:19:59sondern auch Schlafforscherin.
00:20:02Nein, während meiner Arbeit
00:20:03als Studentassistentin
00:20:05hat man in Holland
00:20:06in Leiden
00:20:06ein Schlaflabor aufgebaut.
00:20:08Und da habe ich dann mitgewerkt.
00:20:10Und das hat mich dann so begeistert,
00:20:12das ganze Gebiet schläft,
00:20:13dass ich von diesem Moment ab
00:20:15eigentlich nur noch
00:20:16Schlafforschung gemacht habe.
00:20:18In ihrer Familie
00:20:19war Marieke Langsell
00:20:20die einzige Schlafwandlerin.
00:20:25Nächtliche Radtouren
00:20:27waren nicht nur
00:20:27ihre Spezialität,
00:20:28sie spülte auch gerne ab.
00:20:31So hatte ihre Familie
00:20:32auch was davon,
00:20:33wenn sie die Nacht
00:20:33zum Tag machte.
00:20:36Aber die Ursache
00:20:37für das Schlafwandeln
00:20:38bleibt nach wie vor
00:20:40im Dunkeln.
00:20:41Ich weiß natürlich nicht,
00:20:43was das verursacht,
00:20:44dass man anfängt,
00:20:45das zu tun
00:20:45während des Schlafes.
00:20:47Aber wenn es dann mal
00:20:48angefangen hat,
00:20:49geht es eigentlich
00:20:50genauso wie immer.
00:20:51Nur es ist kein passender
00:20:53Moment, um das zu tun.
00:20:57Und das macht die Sache
00:20:58auch manchmal komisch.
00:21:00Ja.
00:21:01Und für die andere
00:21:02kann es was erleichtern.
00:21:04Ich meine,
00:21:04den Geschirrspülen,
00:21:05das war bei uns
00:21:06immer der feste Witz,
00:21:08dass lass das mal stehen,
00:21:09Marieke macht das heute
00:21:10Nacht.
00:21:15Oft arbeitet
00:21:17Marieke Langsell
00:21:18bis tief in die Nacht.
00:21:19Seit sie selber Mutter ist,
00:21:21schlafwandelt sie nicht mehr.
00:21:28Im schlafmedizinischen
00:21:29Zentrum Regensburg
00:21:30entstand eine der seltenen
00:21:32Aufnahmen
00:21:33eines Schlafwandlers.
00:21:45Die Reaktionen des jungen Mannes
00:21:47sind nur scheinbar
00:21:49die einer wachen Person.
00:21:51Auch das Sprechen
00:21:52findet im Tiefschlaf statt.
00:22:00Und das ist auch spannend,
00:22:01wenn man das so sieht.
00:22:02Das ist total spannend.
00:22:05Und das war ein junger Patient,
00:22:07der hat auch das Zimmer verlassen,
00:22:10ist ins Erdgeschoss gegangen,
00:22:11über den ersten Stock,
00:22:12und hat auch ab und zu
00:22:13das Haus verlassen.
00:22:14Vom Schlafforscher Roland Popp
00:22:17erhofft sich Ritter-Gesellensetter
00:22:18hilfreiche Erkenntnisse
00:22:20über ihr eigenes Tun.
00:22:23Beim Schlafwandeln
00:22:24kommt es eben auch,
00:22:25und das ist ganz typisch,
00:22:26aus diesem Tiefschlaf heraus,
00:22:28zu dieser Weckreaktion,
00:22:30aber nicht zum
00:22:30richtigen, endgültigen Erwachen.
00:22:33Es ist sozusagen
00:22:33ein Halb-Erwachen.
00:22:35Der Bewusstseinszustand
00:22:37ist verändert,
00:22:38sie sind ansprechbar,
00:22:40sie können mit
00:22:40der Neuralwasserflasche umgehen,
00:22:43im Kühlschrank bedienen,
00:22:44also ganz was automatisiert ist.
00:22:45Ich kann auch trinken,
00:22:46aufschrauben, kein Problem.
00:22:48Kein Problem.
00:22:56Das hat mein Vater gemacht.
00:22:58Das hat Ihr Vater gemacht?
00:22:59Der gab einem Antwort,
00:23:01wenn man den angesprochen hat,
00:23:04aber er konnte sich nicht erinnern,
00:23:06aber er ist nie aufgestanden.
00:23:08Er hat dann auch zum Teil
00:23:11von Kriegserlebnissen
00:23:11im Schützengraben
00:23:13und hat sich da im Bett vergraben,
00:23:14solche Dinge.
00:23:15Meine Mutter und ich,
00:23:16wir haben Gaudi gehabt,
00:23:17ich als Kind,
00:23:17ich fand das klasse.
00:23:18Er wusste es nicht.
00:23:21Na gut,
00:23:21aber das spricht alles dafür,
00:23:23dass es tatsächlich
00:23:24halt hier
00:23:26eine Veranlagung
00:23:27gibt,
00:23:28vom Vater ausgehend,
00:23:30dass sich das auch eben
00:23:31so fortgesetzt hat.
00:23:33Hat Ihnen jetzt auch
00:23:34inzwischen jemand erklärt,
00:23:36wo und wie
00:23:37dieser Schnaubwandel
00:23:38auftritt
00:23:39oder haben Sie sich selber
00:23:40jetzt da ein bisschen eingelesen?
00:23:42Überhaupt nicht.
00:23:43Ich muss Ihnen eins sagen,
00:23:45ich hatte jetzt eigentlich
00:23:46in den letzten Wochen,
00:23:47hat mich
00:23:50dieser Nerv,
00:23:51diese Narben
00:23:52mehr belastet
00:23:53als diese Schlafwandelei.
00:23:55Das Fenster ist zugeschraubt,
00:23:57ich mache da in der Richtung
00:23:58keinen Unfug mehr.
00:24:00Wenn da ein Gitter
00:24:00davor gewesen wäre,
00:24:02das ist ein Baufehler.
00:24:03Ich wäre nie
00:24:03über dieses Gitter drüber,
00:24:04nie.
00:24:10Wir gehen seit dieser Zeit
00:24:12auch nicht mehr
00:24:13zu größeren öffentlichen
00:24:14Veranstaltungen,
00:24:15das ist sprich von Theater,
00:24:16wir sind ja Theaterfreaks
00:24:18und das lassen wir im Moment.
00:24:20Ich meine,
00:24:20das ist ja ganz klar,
00:24:21wenn sich eine Frau
00:24:23im Gesicht verletzt hat
00:24:24und schalt von Natur aus gut aus
00:24:27und plötzlich hat sie
00:24:28irgendwelche Macken
00:24:29davon getragen
00:24:29durch so einen Unfall,
00:24:31dann ist es natürlich
00:24:32sehr tragisch
00:24:33und
00:24:35ich kann dabei
00:24:35eigentlich nur eins machen,
00:24:36dass ich als der Sache
00:24:38zuspreche,
00:24:38dass ich also Mut mache,
00:24:40dass ich als der Sache
00:24:40komme,
00:24:41das geht schon wieder
00:24:42und ich sage,
00:24:43komm, lass den Kopf
00:24:44nicht hängen
00:24:45oder ich sage,
00:24:46komm, wir setzen uns
00:24:47ins Auto,
00:24:48wir fahren irgendwo hin
00:24:48oder wir gehen irgendwo
00:24:50ein Bier trinken,
00:24:50wo dich keiner kennt,
00:24:51weil sie möchte ja
00:24:52nicht gern dorthin,
00:24:53wo Bekannte sind,
00:24:55nicht deswegen
00:24:56welchen der Verletzung,
00:24:57sondern auch die Fragen,
00:24:58die gestellt werden,
00:24:59die müssen ja jedes Mal
00:25:00beantwortet werden
00:25:01und deswegen umgehen wir
00:25:02solche Dinge natürlich.
00:25:03Wir versuchen halt
00:25:05mit dieser Situation
00:25:06fertig zu werden
00:25:07und ich meine,
00:25:08wir haben es bisher
00:25:08eigentlich, glaube ich,
00:25:09wenn man die Ursprünge sieht,
00:25:11bis heute eigentlich
00:25:12ganz gut gemacht.
00:25:14Vielleicht gibt es ja auch
00:25:15welche,
00:25:16die das genauso
00:25:18unterbewertet haben
00:25:18wie ich.
00:25:20Kleinigkeiten.
00:25:22Hat mich nie belastet,
00:25:24habe ich mir nie
00:25:25Gedanken gemacht,
00:25:26habe nie an Schlaflabor
00:25:27oder solche Dinge,
00:25:29Therapie oder sonst was
00:25:30gedacht,
00:25:31niemals,
00:25:32es hat mich nicht gestört,
00:25:33ich habe es als absolut
00:25:34harmlos empfunden.
00:25:37Was aber bringt Menschen
00:25:38dazu, schlafend ihr Bett
00:25:40zu verlassen?
00:25:41Bis heute stehen die
00:25:42Wissenschaftler vor einem
00:25:43Rätsel.
00:25:44Fest steht,
00:25:45dass die schlafwandlerische
00:25:46Sicherheit ein Mythos ist.
00:25:49Rittergesellensetter hat das
00:25:50bitter erfahren müssen.
00:25:52Anderen bleibt ein solches
00:25:53Schicksal erspart.
00:25:54Nicht aber das merkwürdige
00:25:55Gefühl zu schlafen und
00:25:57gleichzeitig wach zu sein,
00:25:58sich in einer Zwischenwelt
00:26:00zu bewegen,
00:26:01in der auch Gefahren lauern.
00:26:15Im Hause Langsell wird es Abend.
00:26:18Marikes jüngste Tochter hat das
00:26:20Schlafwandeln offenbar von ihr
00:26:33Die letzten Nächte hat die kleine
00:26:34Merel regelmäßig schlafwandelnd das
00:26:37Bett verlassen und ist durchs Haus
00:26:39gegeistert.
00:26:44Früher haben wir häufig gedacht,
00:26:45die kommt rein, die ist wach, die
00:26:47kommt rein und die guckt und geht
00:26:49wieder weg, bis wir uns realisiert
00:26:51haben, dass sie eigentlich nicht
00:26:52schaut, ob wir da sind.
00:26:54Sie sieht uns eigentlich kaum.
00:26:59Mit einer Videokamera hat die
00:27:01Schlafforscherin die nächtlichen
00:27:03Exkursionen ihrer Tochter
00:27:05beobachtet.
00:27:06Die kann so wirklich durch die
00:27:09Wohnung rumlaufen und dann kann man
00:27:11auch mit ihr reden, von was machst
00:27:13du? Und dann ist meistens und
00:27:14guckt sie so und dann.
00:27:17Sie reagiert dann ja so in ein
00:27:20robotähnlicher Weise und gibt
00:27:22ganz merkwürdige Antworten oder
00:27:24sagt, dass meine Frisur furchtbar
00:27:27ist, dass ich meine Zöpfe runter
00:27:28nehmen soll und dass sie jetzt
00:27:30unbedingt will, dass wir einen
00:27:32gelben Couch kaufen, weil das
00:27:34wollte sie schon immer und sie ist
00:27:36ja sieben Jahre alt.
00:27:40Und wenn ich da reagiere, das ist
00:27:41auch mal passiert, dass sie sagt,
00:27:43ja was denkst du dich eigentlich, du
00:27:45bist nicht meine Mutter, du kannst
00:27:46mich das überhaupt nicht sagen.
00:27:48Sie hat wirklich auch eine andere
00:27:49Person vor sich.
00:27:58Merel hat, anders als ihre Mutter, im Schlaf
00:28:01das Haus noch nie verlassen.
00:28:03Das steht fest.
00:28:04Vielleicht wird die Schlafforscherin
00:28:06Marieke Langsell eines Tages
00:28:08herausfinden, was die Schlafwandler
00:28:10wirklich antreibt.
00:28:12Ich lege mich doch nicht ins Bett,
00:28:14mache gar nichts und denke nichts und
00:28:16habe nichts in meiner Birne da oben und
00:28:18auf einmal laufe ich los.
00:28:19Das glaube ich nicht.
00:28:20Es wird auch mit Schlafwandeln immer
00:28:21ein bestimmter Grund vorhanden sein,
00:28:23warum ich losgehe.
00:28:25Entweder will ich mich wehren,
00:28:26entweder will ich jemanden retten
00:28:27oder will jemanden besuchen oder
00:28:30etwas zuschließen, was weiß ich.
00:28:32Und dann geht man eben los,
00:28:33wie im normalen Leben.
00:28:53Beide.
00:29:06Hier ist es.
00:29:53Untertitelung des ZDF, 2020
00:29:55Die Erde ist voller zeitlicher Rhythmen. Ebbe und Flut. Die Jahreszeiten. Tag und Nacht.
00:30:05Sich an diese zeitlichen Rhythmen anzupassen, kann lebenswichtig sein.
00:30:09Wenn ein Schneehase sein weißes Winterfell nicht rechtzeitig bekommt, erfriert er.
00:30:14Oder er wird zumindest im Schnee viel zu schnell gesehen.
00:30:22Die Lebewesen im Auf und Ab der Gezeiten müssen ihre Aktivitäten an Ebbe und Flut anpassen.
00:30:31Einer der wichtigsten Rhythmen ist aber der Wechsel von Tag und Nacht.
00:30:36Etwa 24 Stunden dauert ein Umlauf.
00:30:39Die Saturnus gilt als bedeutendster biologischer Taktgeber für den sogenannten Zirkadianenrhythmus.
00:30:45Von Lateinisch circa, etwa und dies, ein Tag.
00:30:50Dieser innere Taktschlag bereitet Lebewesen auf Vorgänge vor, die regelmäßig zu bestimmten Zeiten stattfinden.
00:30:57Aufstehen, essen, schlafen gehen.
00:31:01Die innere Uhr schaut voraus.
00:31:17Selbst die genaueste Uhr auf unserem Planeten hat einen natürlichen Taktgeber.
00:31:22Den Wechsel des Energiezustandes in einem Cäsiumatom.
00:31:26Er dauert etwa eine 9.192.631.770 Sekunde.
00:31:37Doch es gibt auch längerfristige Takte.
00:31:40Die Gezeiten wechseln alle 12,5 Stunden.
00:31:44Der Mondzyklus beträgt 28,5 Tage und der Jahreszyklus 365,25 Tage.
00:31:57Auch der Mensch besitzt eine innere Uhr.
00:32:00Es beginnt schon am Morgen.
00:32:01Vor dem Aufstehen, wenn wir noch schlafen, wird die Körpertemperatur erhöht.
00:32:05Hormone werden ausgeschüttet, die die Herzfrequenz beschleunigen und den Blutdruck steigern.
00:32:10Alles als Vorbereitung auf den erhöhten Energieverbrauch beim Aufstehen.
00:32:17Der Organismus wird hochgefahren.
00:32:20Magensäure wird produziert.
00:32:24Viel Zeit bleibt dem Körper dabei nicht, denn schon eine Stunde später muss er oft bereits Höchstleistungen vollbringen.
00:32:30Wie gut, dass er wenigstens einigermaßen vorbereitet war.
00:32:41Denn erst gegen 10 Uhr erreicht das Gehirn seinen Leistungshöhepunkt.
00:32:46Es ist jetzt gut durchblutet.
00:32:47Zeit für geistige Höhenflüge.
00:33:00Um 12 Uhr beginnt die Mittagspause.
00:33:03Die Durchblutung im Gehirn wird heruntergefahren.
00:33:05Der Körper stellt sich auf Verdauung ein.
00:33:13Gegen 13 Uhr bräuchten Körper und Geist eigentlich eine Erholungspause, auch um das Mittagessen zu verdauen.
00:33:23Um 15 Uhr ist die beste Zeit für den Gang zum Zahnarzt.
00:33:27Denn jetzt ist der Körper am Schmerz unempfindlichsten.
00:33:30Der Körper schüttet vermehrt Endorphine aus.
00:33:33Gegen 16 Uhr hat das Gehirn nochmal einen Leistungshöhepunkt.
00:33:38Ab 19 Uhr, passend zum Feierabend, ist die beste Zeit für Alkohol.
00:33:42Die Leber baut ihn jetzt am schnellsten wieder ab.
00:33:47Gegen 20 Uhr bereitet sich der Körper auf die Nachtruhe vor.
00:33:51So unterliegen viele Vorgänge im Körper einem tageszeitlichen Rhythmus mit Hoch- und Tiefpunkten.
00:33:58Bei Schichtarbeitern ist alles anders.
00:34:01Sie stehen auf, wenn andere ins Bett gehen und schlafen, wenn andere aktiv sind.
00:34:05Ihr Körper muss zu einer Zeit Leistung bringen, zu der er eigentlich auf Ruhe eingestellt ist.
00:34:17Sämtliche Körperfunktionen sind heruntergefahren.
00:34:21Der Magen ist auf Ruhe eingestellt.
00:34:23Er produziert kaum Magensäure.
00:34:25Der Herzschlag ist verringert.
00:34:28In der Netzhaut werden neue Sinneszellen gebildet, die noch zu empfindlich sind für helles Licht.
00:34:35Der Körper lässt sich aber austricksen.
00:34:37Woher das Licht kommt, ist letzten Endes egal.
00:34:40Nur hell genug muss es sein.
00:34:42Experimente mit stark erhöhter Lichtmenge am Arbeitsplatz haben gezeigt,
00:34:46dass sich Arbeiter wohler fühlten, frischer waren.
00:34:49Sonst regelmäßige Müdigkeitstiefs während der Nachtschicht blieben mit der helleren Beleuchtung aus.
00:34:57Doch der Trick mit dem Licht muss durchgehalten werden.
00:35:00Wenn der Schichtarbeiter am Morgen, also seinem Feierabend, zu viel Licht bekommt,
00:35:05schaltet seine innere Uhr sofort auf Tagbetrieb.
00:35:08Denn das Sonnenlicht eicht die innere Uhr.
00:35:14Wenn der Organismus eigentlich schlafen soll, ist er dann auf Leistung eingestellt.
00:35:19Die Niere reinigt, was das Zeug hält, weshalb der Schlaf von Toilettengängen unterbrochen sein kann.
00:35:24Die Temperatur ist erhöht.
00:35:26Der Körper weiß Bescheid.
00:35:32Dass es überhaupt eine solche innere Uhr gibt,
00:35:35zeigt ein berühmtes Experiment in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
00:35:40Freiwillige begaben sich für mehrere Wochen in einen geschlossenen Bunker.
00:35:44Die Anlage wurde extra zu diesem Zweck gebaut
00:35:47und war mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet, bis auf zwei Dinge.
00:35:54Es gab kein Tageslicht und keinerlei Möglichkeit, die Uhrzeit festzustellen.
00:36:03Weltweit sahen Chronobiologen mit Spannung dem Ausgang der Experimente entgegen.
00:36:11Till Rönneberg, heute Professor für Chronobiologie in München,
00:36:15hat die Bunkerexperimente von frühester Jugend an begleitet.
00:36:20Die Bunkerversuche waren eigentlich wissenschaftsgeschichtlich was ganz Spannendes.
00:36:25Man wusste ja schon von Pflanzen und Tieren,
00:36:28dass es eine innere Uhr gibt, die hauptsächlich durch Licht gesteuert wird.
00:36:32Da wir bei Menschen immer annehmen, dass die Natur eigentlich keinen Einfluss mehr auf uns hat,
00:36:37sondern nur noch das soziale Leben,
00:36:41musste eine Versuchsapparatur gebaut werden, das war dann der Bunker,
00:36:46in der alles abgeschottet wurde,
00:36:48was überhaupt nur an zeitlichen Signalen vorhanden gewesen sein könnte.
00:36:53Der Schutz nach außen war massiv, aus Stahlbeton, mit ein Meter dicken Mauern.
00:37:00Der damalige Leiter des Max-Planck-Instituts,
00:37:03einer der Gründerväter der Bunkerexperimente, war Jürgen Aschow.
00:37:111966 wagten sich die ersten Probanden hinter die dicken Mauern.
00:37:16Jürgen Zuley, hier links im Bild,
00:37:18übernahm in den 70er Jahren die Leitung der Bunkerexperimente
00:37:21bis zum Schluss im Jahr 1989.
00:37:25Big Brother, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
00:37:29Die meisten gingen anfangs mit einer gewissen Anspannung rein,
00:37:33halte ich das überhaupt aus,
00:37:35aber die merken nach zwei, drei Tagen, um die Frage ging es eigentlich gar nicht.
00:37:40Das war sehr schön auszuhalten und die meisten wollten gar nicht mehr raus.
00:37:45Man hat ganz viele Dinge gemessen.
00:37:48Also es gab zum Beispiel Kontakte im Boden,
00:37:51so dass man das Laufen messen konnte.
00:37:54Man konnte das An- und Ausschalten von jedem Licht messen.
00:37:57Die Versuchspersonen trugen, damals war das noch etwas unangenehm,
00:38:01rektale Temperatursonden.
00:38:03Sie mussten ganz viele Aufgaben erfüllen.
00:38:06Sie mussten immer aufschreiben, was sie wann essen.
00:38:08Viele von ihnen mussten jede Stunde einen Klingelknopf drücken,
00:38:13also immer, wenn sie dachten, dass eine Stunde vorbei war.
00:38:15Und dann noch nach einer Minute nochmal,
00:38:19so dass man Langzeit- und Kurzzeitsschätzungen mitmachen konnte.
00:38:23Die Probanden ließen ihrem Zeitgefühl freien Lauf.
00:38:27Sie gingen ins Bett, wenn sie müde waren und standen auf, wenn sie wach wurden.
00:38:33Nur Mittagsschlaf war nicht erlaubt.
00:38:36Schon bald gestaltete sich der Tagesablauf zumindest von der Zeitausnutzung bei allen ähnlich.
00:38:42Etwa ein Drittel schlafen, zwei Drittel wachen.
00:38:46Die Zeit dazwischen nutzten sie intensiv für Sport oder zum Lesen und Schreiben.
00:38:57Das Ende eines Versuches, das lief immer so ab, dass wir einen Zettel hineinlegten und sagten, wir kommen zu Besuch.
00:39:04Dann wussten die gar nicht, warum.
00:39:06Und dann sind wir reingekommen und haben verkündet, haben erstmal gefragt, welcher Tag wohl sei, welche Tageszeit.
00:39:12Da haben sie eigentlich immer vertan, verschätzt.
00:39:15Und dann haben wir ihnen eröffnet, dass der Versuch zu Ende ist.
00:39:19Und dann waren die meisten, fanden das überhaupt nicht gut.
00:39:23Die wären länger drin geblieben.
00:39:26Das Ergebnis war wie von allen erwartet.
00:39:30Es kam dabei heraus, dass auch der Mensch eine Zirkadiane in der Uhr hat,
00:39:34die man ja besonders gut sieht, wenn man alle Informationen in der Außenwelt weglässt.
00:39:38Weil sie dann nämlich ihre eigene Dynamik entwickelt und nicht ins Chaos verfällt,
00:39:42sondern sie macht ihren eigenen Tag.
00:39:45Und der ist dann meist nicht mehr genau 24 Stunden, sondern so etwas wie 25 Stunden zum Beispiel.
00:39:51Der extremste Fall war, dass eine Versuchsperson fünf Wochen unten war.
00:39:55Aber nach ihrer Zeitrechnung erst drei Wochen vergangen waren, als wir den Versuch beendeten.
00:40:01Sie hatte sogenannte Zirkabidiane-Tage, also 50-Stunden-Tage gezeigt.
00:40:06Und das Verblüffende, was die Versuchsperson schwer verarbeitet hat, war, dass ihr zwei Wochen von ihrem Leben jetzt fehlten.
00:40:16Nun hat nicht jeder einen 50-Stunden-Rhythmus.
00:40:20Das Fehlerhafte der inneren Uhr ist aber bei jedem Menschen verschieden.
00:40:24Manche gehen vor, das sind dann die sogenannten Lerchen, andere gehen nach.
00:40:29Diese Menschen nennt man Eulen.
00:40:31Deshalb muss die innere Uhr immer wieder neu gestellt werden.
00:40:34Es gibt verschiedene äußere Zeitgeber.
00:40:37Temperatur zum Beispiel, aber auch soziale Kontakte.
00:40:41Der wichtigste Zeitgeber für den Menschen ist aber das Licht der Sonne.
00:40:45Mit ihrer Hilfe wird die Uhr jeden Tag von Neuem abgeglichen, wobei Morgenlicht die Uhr vorstellt, Abendlicht stellt sie nach.
00:40:53Die Schaltzentrale für diese Vorgänge sitzt im Gehirn, im suprachiasmatischen Nukleus, kurz SCN,
00:41:00über der Kreuzung der Sehnerven nur wenige Zentimeter hinter dem Nasenrücken.
00:41:05Dort werden Lichtreize, die von speziellen Zellen im Auge kommen, verarbeitet und zur Zirbeldrüse weitergeleitet.
00:41:12Dieses System aus SCN und Zirbeldrüse beeinflusst Körpertemperatur, Blutdruck und verschiedenste Stoffwechselvorgänge.
00:41:21Alle anderen zeitlich getriggerten Abläufe im Körper sind diesem Komplex untergeordnet.
00:41:29Bis vor wenigen Jahren glaubte man, die Lichtinformationen würden von den Lichtsinneszellen im Auge, Stäbchen und Zapfen eingefangen.
00:41:37Erst seit dem Jahr 2002 weiß man, dass es dafür eine eigene dritte Klasse von Sinneszellen im Auge gibt, die
00:41:44sogenannten retinalen Ganglienzellen.
00:41:47Mit Melanopsin als Lichtpigment geben sie die Signale über die Sehnerven an das SCN weiter.
00:41:55Auch erst seit einigen Jahren weiß man, dass die innere Uhr nicht ein abstrakter Zeitmesser im Gehirn ist,
00:42:01sondern dass jede einzelne Zelle des Körpers ihre eigene innere Uhr besitzt.
00:42:06Der Puls der Zellen wird wie alle anderen Vorgänge auch von Genen kodiert.
00:42:17An der Universität Basel untersuchen Forscher die zelluläre Ebene der inneren Uhr.
00:42:22Die Wissenschaftler entnehmen dafür Gewebeproben von menschlichen Hinterteilen.
00:42:29Das Gewebe versehen sie mit einem Marker, der leuchtet, wenn die Uhrengene der Zellen aktiv sind.
00:42:34Auf diese Weise können Christian Kajochen und sein Team an lebenden Zellen beobachten, wie lange die Uhrengene eingeschaltet sind.
00:42:54Die Probanden mussten vor Versuchsbeginn einen Fragebogen ausfüllen,
00:42:58mit dessen Hilfe die Forscher den subjektiven Chronotypus bestimmen, wie ihn die Person selbst empfindet.
00:43:05Schlaf- und Aufstehverhalten in der Arbeitswoche und am Wochenende werden abgefragt.
00:43:10Damit können die Wissenschaftler ein relativ genaues Profil der Probanden erstellen.
00:43:15Also wir erhoffen uns natürlich eine Korrelation zwischen den Hautzellen und den Fragebögen,
00:43:22also einen Zusammenhang zwischen der genetischen Disposition der inneren Uhr und dem Verhalten,
00:43:28das wir auch am Tage zeigen, also das Schlaf-Wach-Verhalten.
00:43:32Und beim Menschen wäre es quasi eben sehr ideal, wenn man aus der Peripherie eine Zelle nehmen kann,
00:43:38weil auch dort die innere Uhr tickt und quasi so bestimmen kann, was für ein Chronotyp jemand ist.
00:43:45Der Zusammenhang ist noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen.
00:43:49Sollte das aber einmal der Fall sein, hoffen die Forscher damit, Schlafstörungen erkennen zu können,
00:43:54die auf falsch tickende innere Uhren zurückzuführen sind.
00:43:59Kajochen glaubt, dass der Zelltest objektiver sein könnte als das Ergebnis eines Fragebogens.
00:44:05Egal wie, der Chronotyp wird in jedem Fall von den Erbinformationen festgelegt.
00:44:10Wer morgens ausschlafen darf und wer nicht, darüber bestimmen die Gene.
00:44:16Ob wir eine Lerche oder eine Eule sind, ein Abend- oder Morgentyp, hängt von unseren Genen ab
00:44:23und kann nur ganz in kleinem Rahmen manipuliert werden.
00:44:27Man spricht von einer bis höchstens zwei Stunden, wo sich jemand entweder nach vorne oder nach hinten verschieben kann.
00:44:36Natürlich müssen wir das alle machen, wenn wir arbeiten unter der Woche und sechs Uhr aufstehen müssen zur Arbeit,
00:44:42dann müssen wir unseren Chronotypus quasi austricksen und das geht vielleicht für fünf bis sechs Tage,
00:44:49aber am Wochenende, sobald wir in der Freizeit sind, müssen wir dafür rüssen oder kompensieren wir für diesen auferlegten sozialen
00:44:59Druck.
00:45:00Man spricht auch von dem sozialen Jetlag, den man dann hat am Wochenende.
00:45:05Vor allem Jugendliche haben mit der Frühaufsteherei so ihre Probleme.
00:45:09Denn die Jugend ist tendenziell auf spät eingestellt, typische Eulen.
00:45:15Forscher vermuten, dass sie die Abendstunden noch für die Partnersuche nutzen müssen.
00:45:19Der Rhythmus der inneren Uhr, mit dem die Jugend noch mit muss, verändert sich nämlich beim Älterwerden.
00:45:25Ältere Menschen sind tendenziell früher wach, also eher Lärchen.
00:45:31Wenn man die Zahlen aus der Chronobiologie anschaut, vor allem bei den Teenagern, muss man schon sagen, dass der Schulbeginn
00:45:39zu früh ist.
00:45:40Also es ist ein Riesenkampf für sehr viele Adoleszente zwischen zwölf und achtzehn, so früh in die Schule zu gehen.
00:45:48Also bei uns zum Beispiel beginnen die Schulen schon halb acht Uhr morgens.
00:45:52Das heisst, dass die jungen Leute praktisch eine Stunde nach dem Körpertemperaturminimum,
00:45:58also das ist wirklich da, wo man im sogenannten zirkadianen Leistungstief ist, zur Schule gehen müssen.
00:46:05Und das Gleiche gilt natürlich auch für Schichtarbeiter, die am Morgen früh aus den Federn müssen.
00:46:12Dass es überhaupt eine Uhr gibt, die unabhängig von der Umgebung läuft,
00:46:16fand ein französischer Wissenschaftler bereits Anfang des 18. Jahrhunderts heraus.
00:46:24Jean-Jacques Dorthou de Merin war Direktor der Pariser Académie Royale des Sciences,
00:46:30Astronom und Herausgeber einer bekannten Wissenschaftszeitung.
00:46:43Er besaß eine Mimose, die auf seinem Fensterbrett stand.
00:46:48Ihm fiel auf, dass die Pflanze jeden Morgen ihre Blätter öffnete.
00:46:52Man konnte die Uhr danach stellen.
00:46:56Am Abend dann schloss sie ihr Blattwerk wieder pünktlich zum Sonnenuntergang.
00:47:01De Merin fragte sich, woher das sensible Gewächs wusste, dass es morgens oder abends war.
00:47:12Am Abend eines langen Arbeitstages kam dem Astronomen eine Idee.
00:47:17Wie würde die Pflanze reagieren, wenn sie in einem geschlossenen Schrank
00:47:21ohne jede Information über den Sonnenstand stehen würde?
00:47:37Musik
00:48:02Musik
00:48:06Als er den Schrank am nächsten Morgen aufschloss, waren die Blätter schon geöffnet, ohne dass auch nur ein Sonnenstrahl in
00:48:13den Schrank gefallen war.
00:48:15Auch im Schrank entfaltete die Pflanze ihre Blätter unbeirrt am Morgen und schloss sie am Abend.
00:48:21Demeran folgerte daraus, dass die Mimose eine Art Uhr besitzen müsse, die ihr die Tageszeit verrät.
00:48:29Der Beginn der Chronobiologie.
00:48:40Am Lehrstuhl für Chronobiologie der LMU München suchen Wissenschaftler nach den Genen, die für die Schaltung der inneren Uhr verantwortlich
00:48:49sind.
00:48:50Sie züchten bestimmte Schimmelpilze, deren Entwicklung einem festgelegten 24-Stunden-Zeitmuster folgt.
00:48:57Musik
00:49:03Die Forscher bestrahlen die Pilze mit kurzwelligem, ultraviolettem Licht, um Mutationen auszulösen, die die Gene verändern.
00:49:11Musik
00:49:21Wenn sie ein Uhren-Gen erwischt haben, kommen die Pilze aus dem Takt.
00:49:26Das heißt, die Zeitabstände zwischen den dunklen Flecken, den Sporen der Pilze, werden kürzer oder länger als bei anderen Pilzkulturen.
00:49:35Musik
00:49:37Die Funktion von Uhren-Genen beruht auf einer Art Feedback-System.
00:49:43Mithilfe der Gene werden Moleküle gebildet.
00:49:46Deren Konzentration in der Zelle steigt langsam an.
00:49:50Ist eine bestimmte Konzentration erreicht, schaltet die Produktion ab.
00:49:54Die Molekülkomplexe werden wieder abgebaut.
00:49:57Dieses Auf und Ab funktioniert wie das Pendel einer Standuhr.
00:50:00Ein Tick-Tack dauert ca. 24 Stunden.
00:50:05Die Gene in Pilzen sind andere Gene als die, die wir für die Uhr verantwortlich im Menschen vermuten oder in
00:50:12der Maus oder im Hamster.
00:50:13Es ist so, dass die Uhr sicherlich im Lauf der Evolution mehrfach erfunden worden ist.
00:50:18So dass Pflanzen, Mikroorganismen und Säuger und Insekten andere Gene haben, mit denen sie die innere Uhr steuern.
00:50:26Es ist aber so, dass wir natürlich anhand von dem einfachen Modellsystem Schimmelpilz herausfinden können, wie Gene eine innere Uhr
00:50:36bauen.
00:50:37Und das ist dann wiederum sehr gut übertragbar auf die Funktion von anderen Genen in anderen Tieren oder Pflanzen.
00:50:46Überall im Körper ticken innere Uhren.
00:50:49Auch das Immunsystem ist fest im Griff der Taktgeber.
00:50:53Mittlerweile ist unumstritten, dass Medikamentengaben zu bestimmten Tageszeiten besser funktionieren.
00:51:00Die Arbeitsgruppe Kronopharmakologie von Björn Lemmer testet Medikamente zu verschiedenen Tageszeiten.
00:51:07Lemmers These, die Anweisung dreimal täglich eine Tablette zu nehmen, ist völlig unzureichend.
00:51:13Die Wissenschaftler arbeiten mit Ratten, die in einem Spezialschrank in exakt kontrollierten Tag-Nacht-Wechseln leben.
00:51:21Sie erhalten zu genau definierten Zeiten ein Blutdruckmittel.
00:51:26Mithilfe von winzigen Sendern, die den Nagern im Vorfeld eingepflanzt wurden,
00:51:31erhält das Team die Daten über die Reaktion des Kreislaufes der Tiere, ohne sie jedes Mal stören zu müssen.
00:51:40Die Sender sind kaum größer als ein Eurocent.
00:51:47Das Wichtigste ist zunächst einmal, dass man wissen muss, dass der Blutdruck Tag und Nacht nicht der gleiche ist.
00:51:54Normalerweise fällt er nachts ab.
00:51:56Bei unseren Rattenversuchen haben wir verschiedene tierexperimentelle Modelle,
00:51:59die ein normales Blutdruckprofil haben oder die ein krankhaftes, wo in der Ruheperiode der Blutdruck nicht abfällt.
00:52:05Und wenn wir diesen Tieren zu Beginn ihrer Ruheperiode am Morgen ein blutdrucksenkendes Medikament geben,
00:52:13sinkt nicht nur der Blutdruck, sondern wir erzielen auch wieder ein normales Tag-Nacht-Blutdruckprofil.
00:52:20Im Gegensatz zum Menschen sind Ratten nachtaktiv, das heißt, sie haben ihre Ruhephasen tagsüber.
00:52:26Eine einzelne Gabe des Blutdrucksenkers vor Beginn der Ruhephase hält über den gesamten Ruhezeitraum.
00:52:34Auf den Menschen übertragen bedeutete dies, dass ein Blutdrucksenker abends angewandt die bessere Wirksamkeit besäße.
00:52:44Das hat deshalb eine große Bedeutung, weil viele Hochdruckpatienten, Diabetiker, Nierenerkrankte,
00:52:51ein solches krankhaftes Blutdruckprofil haben mit unzureichend nächtlichem Abfall.
00:52:56Und die haben vermehrte Endorganschäden.
00:52:59Schlaganfall, Angina pectoris, Herzinfarkt, Nierenfunktionsstörungen durch Blutungsstörungen.
00:53:05Und das zeigt ganz eindeutig, dass wir nicht nur den Druck senken müssen,
00:53:09sondern auch wieder ein physiologisches Profil, Tag-Nacht-Profil,
00:53:13durch die zeitgerechte Gabe von Medikamenten erzielen sollten.
00:53:18Im Jahr 2005 wurden 1,5 Milliarden Packungen Medikamente verkauft.
00:53:24Möglicherweise könnte einiges eingespart werden, wenn bei der Gabe mehr auf individuelle Zeiten eingegangen würde.
00:53:31Chronopharmakologen vermuten, dass man dadurch auch die Nebenwirkungen verringern könnte.
00:53:37Ein Event, das alle menschlichen inneren Uhren trifft, ist die Zeitumstellung.
00:53:42Die innere Uhr der Lerchen, der Frühaufsteher, ist jetzt noch früher dran als sonst.
00:53:47Da es eine Stunde früher hell ist, wird die Uhr eine Stunde früher synchronisiert.
00:53:53Spätypen haben dagegen eher bei der Umstellung auf Sommerzeit ein Problem.
00:53:56Es ist länger hell und ihre innere Uhr geht noch mehr nach als sonst.
00:54:01Man muss bedenken, dass die innere Uhr von Menschen, wie die innere Uhr von allen anderen Lebewesen,
00:54:08durch Licht mit der Umwelt synchronisiert wird.
00:54:11Jetzt ist es so, dass bei einer Zeitumstellung, wie wir sie jetzt haben, sich nur die Armbanduhr oder die Wanduhr
00:54:18ändert.
00:54:18Aber die Sonne geht immer noch zur gleichen Zeit auf, auch wenn sie im Jahr sich verändert,
00:54:24geht immer noch von Sonntag auf Montag zur gleichen Zeit auf wie vorher.
00:54:27Das heißt, es ist eine reine soziale Zeitumstellung.
00:54:29Und da hat die innere Uhr dann eventuell Schwierigkeiten mitzumachen.
00:54:34In der nächsten Zeit tritt bei vielen vermehrt Tagesmüdigkeit auf.
00:54:42Mit manchmal bitteren Folgen.
00:54:47Jetzt ist es so, dass man durchaus mit, gerade mit Licht sich dazu bringen kann,
00:54:53etwas früher oder etwas später die innere Uhr einzustellen.
00:54:56Wenn man eine innere Uhr vorstellen will, dann sollte man Abendlicht vermeiden und Morgendlicht suchen.
00:55:04Das ist jetzt in diesem Fall nicht der Fall.
00:55:07Das ist im Frühjahr der Fall.
00:55:08Aber jetzt haben wir ja die Herbstumstellung.
00:55:10Und die ist sowieso etwas leichter, weil wir diese Stunde wieder zurückgewinnen.
00:55:13Es gibt aber Menschen, das sind gerade die Frühtypen, die damit auch Schwierigkeiten haben,
00:55:18die dann relativ früh aufwachen, früher als sie es eigentlich müssten.
00:55:21Und die sollten dafür sorgen, dass sie morgens kein Licht sehen und abends viel Licht sehen,
00:55:26weil das wiederum stellt die Uhr hinterher nach.
00:55:32Es gibt so viele innere Uhren, wie es Individuen auf der Erde gibt.
00:55:37Jeder Mensch trägt seine eigene Zeit mit sich herum.
00:55:40Chronobiologen raten, nicht gegen die innere Uhr zu leben.
00:55:44Frühaufsteher sollten am Wochenende nicht auf Teufel komm raus im Bett bleiben.
00:55:48Die Spättypen sich nicht mitten in der Nacht aus dem Bett quälen.
00:55:51Doch die Lebensumstände lassen den chronotypischen Lebenswandel oft nicht zu.
00:55:58Das Prinzip der inneren Uhr ist weit verbreitet.
00:56:01Bei primitiven Organismen, aber auch höher entwickelten Tieren bis zum Menschen, ist es überall zu finden.
00:56:09Neben der zirkadianen Variante, die den Tagesablauf beherrscht, gibt es auch noch andere Spielarten.
00:56:15Im Jahresverlauf deuten kürzere Tage zum Beispiel auf den beginnenden Winter hin, längere Tage auf das Frühjahr.
00:56:23Und in diesem Fall spielt nicht nur Licht eine Rolle, auch die Temperatur.
00:56:27Der Körper wird auf beide Jahreszeiten eingestellt.
00:56:33Tiere, die bei Wintereinbruch ihre Vorräte nicht rechtzeitig beisammen haben, würden die kalte Jahreszeit nicht überleben.
00:56:44Ob Fortpflanzung oder Winterschlaf, die Prozesse sind energieaufwendig.
00:56:49Und ein Fehler könnte bittere Folgen haben.
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00:57:16Weitere Informationen finden Sie unter www.dreisat.de-hightech
00:57:33You ready, ladies and gentlemen? Here I come.
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00:58:18So langsam hoff ich, es geht nicht mehr so lange.
00:58:26Ich werde übermütig.
00:58:29Ihr müsst mich hier rausholen.
00:58:42Alles, alles geht vorbei.
00:58:45Doch wir sind uns treu.
00:58:48Everybody now!
00:58:50Alles, alles geht vorbei.
00:58:54Doch wir sind uns treu.
00:59:19Wir sind uns treu.
00:59:21Wir sind uns treu.
00:59:45Wenn bloß alles im Nahen Osten so einfach wäre.
00:59:48Israelis wie Palästinenser stehen geduldig für ihre Leibspeise an.
01:00:00Das ist das Nationalgericht.
01:00:02Wenn du Hunger hast und schnell etwas essen möchtest, dann isst du Hummus mit Bohnen.
01:00:08Es ist israelisch, arabisch, mediterran, halt Hummus.
01:00:14Hummus ist für mich Israel.
01:00:16Eine Mischung aus Juden und Arabern, Moslems und Christen.
01:00:20Es ist der Klebstoff, der uns verbindet.
01:00:24Selbstmordattentate, Luftangriffe, Raketenbeschuss.
01:00:27Liebe geht in dieser Region ganz und gar nicht durch den Magen.
01:00:30Dennoch mampfen Israelis wie Palästinenser auf dem Mäuerchen ein und dasselbe.
01:00:35Hummus, Fast Food Nahost.
01:00:38Es wirkt wie pure Schokolade.
01:00:40Es stimmt friedfertig.
01:00:42Wie Schokolade eben.
01:00:44Schokolade.
01:00:50Hochel, Grundnahrung.
01:00:52Hier in Israel in den 50er Jahren war nicht Essen.
01:00:56Es waren keine Eier, es war keine Wurst, es war kein Fleisch.
01:01:00Haben wir Hummus gegessen.
01:01:02Es war das Essen von den Leuten.
01:01:04Ganz normal, es hat nichts zu tun mit Politik.
01:01:09Freitags stroben die Juden aus Tel Aviv zu Abu Hassan, dem Araber.
01:01:14Bei ihm in Jaffa, der 1948 von den Israelis eroberten arabischen Hafenstadt,
01:01:19gibt es den angeblich besten Kichererbsenbrei weit und breit.
01:01:24Meist ausverkauft schließt Abu Hassan seinen Laden.
01:01:27Schabbat, der jüdische Ruhetag beginnt.
01:01:33In Jerusalems Altstadt, im muslimischen Viertel,
01:01:37öffnet hingegen ein Palästinenser frühmorgens seinen kleinen Humusladen.
01:01:42Es ist Samstag.
01:01:48Hier existiert ganz klar noch Palästina,
01:01:52auch wenn die britische Mandatszeit seit 60 Jahren Vergangenheit ist.
01:02:00Auch in der Küche scheint die Zeit stehen geblieben.
01:02:04Über Nacht eingeweichte Kichererbsen werden mit etwas Wasser über einer Gasflamme aufgesetzt.
01:02:14Das Olivenöl mindert die Schraumbildung.
01:02:18Kein Geheimrezept, ein einfaches Gericht mit langer Tradition.
01:02:33Humus aus Damaskus ist eine typische traditionelle orientalische Speise.
01:02:43Gleich welches Land, welcher Geschmack, jeder hat seine eigene Art und Weise Humus zuzubereiten.
01:02:51Die Besitzer des Humusladens stammen aus Damaskus.
01:02:55Anfang der 50er Jahre zogen sie nach Jerusalem.
01:02:59Von einem wirklich nahen Osten, in denen Eisenbahn,
01:03:03Damaskus, Jerusalem, Beirut, Haifa, Gaza verbinden, können sie nur noch träumen.
01:03:10Früher wurden in jedem Haushalt weichgekochte Kichererbsen zu einer breiigen Masse püriert und mit Tahina Sesampaste geschmeidig gemacht.
01:03:20Im Arabischen heißt das Humus mit Tahina.
01:03:24Die arabischen Arbeiter lieben Humus zum Frühstück.
01:03:27Schwer liegt er im Magen, gibt aber Kraft und Energie.
01:03:32Humus ist unsere Tradition. Es gibt in einem arabischen Haus niemanden, der diese Speise nicht kennt.
01:03:41Wie Beton. Zement.
01:03:49Es ist das Essen der einfachen Leute.
01:03:53Beton macht satt. Morgens gegessen braucht man kein Mittagessen.
01:04:01Wer einmal eigenhändig Humus zubereitet hat, weiß die Schwerbe zu würdigen.
01:04:11Humus ist eine herkömmliche Speise, die Araber wie Israelis gleichermaßen gerne essen.
01:04:20Der israelische Supermarkt des jüdischen Unternehmens Tiftham bei Natanya kann im Angebot jeden arabischen Bazar übertrumpfen.
01:04:29Kichererbsen in Säcken und Beuteln, tiefgekühlt, abgepackt, tiefgefroren.
01:04:36Humuslose in Plastikbehältern aus biologisch korrektem, organischen oder unbekanntem Anbau mit und ohne Pinienkernen.
01:04:45Kichererbsen aus Mexiko, China, der Türkei, Indien in Dosen.
01:04:50Knapp 20 Prozent der Bürger Israels sind Palästinenser, israelische Araber, wie man sie nennt.
01:04:57Den bereits fertigen Humus-Brei kaufen Palästinenser wie Israelis gleichermaßen gerne ein.
01:05:03Letztere übrigens zum Unabhängigkeitstag in der Ein-Kilo-Dose.
01:05:10Bei Kiryatgat wird der Humus für den israelischen Markt und Gaumen fabrikmäßig produziert.
01:05:18Ausgerechnet Sabra heißt er, was einer Kaktusfrucht entspricht, aber ein Kosename für im Land geborene Israelis ist.
01:05:26Außen stachelig, innen süß, das steckt dahinter.
01:05:30Humus perfekt, immer im rechten Mischungsverhältnis.
01:05:34Wasser, Kichererbsen, Sesam, Gewürze.
01:05:37Blitzblanke Maschinen, Haltbarkeit rund sechs Wochen, einheitlicher Geschmack und garantiert Koscher.
01:05:50Bei uns sagt man, Humus soll man mit Liebe zubereiten oder es lassen.
01:05:55Man muss mit viel Liebe an die Arbeit gehen und nur die besten Rohstoffe verwenden, dann wird der Humus besonders
01:06:01gut.
01:06:04Beim Palästinenser in Atlit im Westjordanland liegen im Frühjahr die noch grünen Kichererbsen sozusagen mit Stumpf und Stiel aus.
01:06:12Sie werden roh aus den Schoten gepult und gegessen, vergleichbar frischen, übrigens nicht verwandten Erbsen.
01:06:21Aber Daka, ein pensionierter Lehrer, baut Kichererbsen an.
01:06:25Die Kinder dürfen sie ernten, wenn sie braun und damit reif werden, etwa im Mai.
01:06:30Bis zu einem Meter hoch wird die einjährige Kichererbse, von der es 15 Arten gibt.
01:06:36Sie soll aus dem nordwestlichen Himalaya ins Mittelmeergebiet abgestiegen, sogar einst in Deutschland verbreitet gewesen sein.
01:06:42Die wahrscheinliche Urform jedoch wächst in der heutigen Türkei, seit 8.000 bis 10.000 Jahren, so schätzt man.
01:06:55Wenn die Kichererbsen hart und trocken werden, dann lagern wir sie ein, um sie später zu essen.
01:07:03Man kann sich damit nebenbei ein kleines Einkommen verschaffen oder eine Speise zubereiten, zum Beispiel fürs Frühstück oder als Abendessen.
01:07:19Zuhause lässt Naima Attili die zuvor eingeweichten Kichererbsen schon seit Stunden köcheln.
01:07:25Doch dann die große Enttäuschung für den Europäer mit seiner romantischen Verklärung vom Orient.
01:07:31Das Zeug kommt in den betagten Mixer.
01:07:39Etwas Knoblauch und Zitrone, das ist das Rezept, das sie von ihrer Mutter übernommen hat.
01:07:55Für uns ist es eine wichtige Speise fürs Frühstück und fürs Abendessen.
01:08:01Meine Kinder haben nur Käse oder Hummus oder Falafel gefrühstückt.
01:08:10Vorm Haus ist es noch so wie seit Jahrhunderten.
01:08:14Naima Attili trocknet ihre Kräuter in der Sonne.
01:08:21Palästinensische Orte wie Atlit im Westjordanland, abgeriegelt, besetzt von Israel, hatte wohl ein hochbegabter, junger amerikanischer Regisseur jüdischen Glaubens im
01:08:31Kopf, als er seinen Kurzfilm Westbank Story schuf.
01:08:37Es ist ein Musical über eine Feindschaft und eine aufkeimende Liebe zwischen einem israelischen Soldaten und einer palästinensischen Kassiererin und
01:08:46Hummus.
01:08:48Zwei Völker, ein Geschmack.
01:08:54Hummus hat, Hummus hat, Hummus hat.
01:09:09Kusakir, Kusakir.
01:09:16Aber die Aussprache. Hummus sollte man nicht mit Hamas, den Terroristen, verwechseln.
01:09:22Sie hat einen Pockets.
01:09:23Wir haben den live one.
01:09:24Nein, nein, Rufi.
01:09:26Es ist okay, es ist okay.
01:09:28Sie sagt Hummus.
01:09:29Hummus.
01:09:31Hummus.
01:09:32Ich liebe Hummus.
01:09:33Danke.
01:09:34Auch in Tel Aviv sitzen sie an einer Kreuzung und mahnen sich gegenseitig Konkurrenz, allerdings ohne sich die Köpfe einzuschlagen.
01:09:42Ein jüdisches und ein arabisches Hummus-Lokal.
01:09:46Beim Juden gibt es Hummus verfeinert, mit braunen Bohnen, Pinienkernen, eingelegten Gurken, Zwiebeln, im Ofen gebackenen Eiern.
01:09:57Hummus-Stippen mit dünnem, lappenartigem Fladenbrot, offenbar ein Genuss sondergleichen.
01:10:11Der Araber gegenüber, ein Palästinenser, klatscht Kichererbsen gegen die Wand.
01:10:17Kleben sie an den Fliesen, sind sie weich genug für den Gaumen.
01:10:23Andere Sitten offenbar für andere Völker, mit und ohne Staat.
01:10:28Der Mitstaat.
01:10:31In England soll es eine Untersuchung geben, nach der in einem bestimmten Beruhigungsmittel dasselbe wie in Hummus ist.
01:10:38Deswegen mögen die Leute Hummus so. Es soll entspannen.
01:10:44Scheint so.
01:10:48Auch der Hund wirkt entspannt.
01:10:51Obwohl der Araber gegenüber mit einem hebräischen Menü wirbt, hat er weniger Kunden.
01:10:58Basam stört's nicht.
01:11:00Kostet er ab und zu bei der Konkurrenz? Mitnichten.
01:11:04Moslems und Juden schauen in Israel oft aneinander vorbei.
01:11:07Das sichert die fragile Koexistenz.
01:11:21Schnelles Essen. Hummus ist der McDonalds des Nahen Ostens.
01:11:26Jeder hat seine Stammkunden. Religion, Herkunft, Sprache spielen keine Rolle, nur der Geschmack.
01:11:36Ich hab da drüben schon mal gegessen, aber das war weniger gut.
01:11:40Hier schmeckt das Robus besser. Viel besser.
01:11:43Du bist!
01:11:44Besatzer!
01:11:46Ari Sandel hat es in seiner Persiflage über den Nahostkonflikt auf den Punkt gebracht.
01:11:53Die Israelis von Kosher King und die Palästinenser von Hummus hat, machen sich gegenseitig das Leben unerträglich schwer.
01:12:07Im Musical überwindet die Liebe Mauern und Barrieren.
01:12:13Zwei Völker, ein Geschmack.
01:12:16Das Happy End.
01:12:18Israelis und Palästinenser kochen gemeinsam Hummus und Falafel, die Bällchen aus Kichererbsen.
01:12:34An welchem Ort könnten Israelis und Palästinenser harmonisch zusammenleben?
01:12:39Die hintersinnige Antwort im Musical nur in Hollywood, in den USA, in Beverly Hills.
01:12:49Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie vielleicht in Abu Ghosh, einem arabischen Ort auf israelischem Staatsgebiet bei
01:12:56Jerusalem.
01:12:59Abu Ghosh könnte als Beispiel dafür dienen, dass Araber und Juden ein normales Leben führen können.
01:13:04Es ist nicht leicht, aber es könnte eintreten.
01:13:06In Abu Ghoshs Fabrik kosten sogar konservative israelische Politiker, wie der ehemalige Regierungschef Benjamin Netanyahu, den Hummus.
01:13:17Bestes Beispiel für zwei Völker, ein Geschmack.
01:13:23Er ist der erste, der die Fabrik besucht hat, denn er wollte sich davon überzeugen, dass wir Araber etwas gemeinsam
01:13:29mit den Juden auf die Beine stellen können.
01:13:34Abu Ghosh aus Abu Ghosh hat sein Glück gemacht, im Lotto übrigens.
01:13:38Seinen Reichtum vermehrt er mit der Investition in eine Hummus-Fabrik.
01:13:42Für alle Kunden in der Region.
01:13:47Musik
01:14:16Der
01:14:20Ein Fisch für zwei
01:14:31Heute mit Musiker Wolfgang Niedecken
01:14:41Der Rhein
01:14:42Vor Köln
01:14:44Der Kölner Rhein
01:14:4725. Juli
01:14:49Weiss
01:14:52Flusskilometer 677
01:14:54Die Fähre von Weiss nach Zündorf
01:14:58Heute will Frank Baumann mit Wolfgang Niedecken angeln gehen
01:15:01Aber der will nicht
01:15:07Die beiden haben vom Angeln so viel Ahnung wie eine Kuh von Kostümfilmen
01:15:12Deshalb werden sie sich bei Professor Heiko Dietrich Rat holen
01:15:17Dietrich ist der legendäre Räder der Fähren Fricka, Krokodil und Krokolino
01:15:25Heiko Dietrich ist mit allen Rheinwassern gewaschen
01:15:30Es gibt auf der Fähre keinen, der in puncto angeln besser Bescheid wüsste als er
01:15:35Er ist allerdings auch der Einzige
01:15:58Das ist ja kein Schiff, das ist ja eine Inspektion
01:16:04Ja, das lassen wir das so sitzen
01:16:07Echt, Angeln von Schiffen aus ist nicht
01:16:09Nein, Angeln ist Sport, ihr seid ja kein gewerblichen Angeln
01:16:12Wenn er gewerblich angelt, dann könnt ihr ein großes Netz nicht
01:16:14Ich verstehe
01:16:14Angeln ist Sport
01:16:16Ich hätte fast Sport gekriegt, wenn ich angeln würde
01:16:20Das nennt sich Angelsport
01:16:21Okay
01:16:21Aber hier ist ein guter Platz
01:16:23Machen
01:16:24Ja, ja, das ist prima
01:16:25Natürlich hier unter den Schiffen ist schön Deckung
01:16:27Die Fische können sich auch unter dem Rund was verstecken
01:16:29Es gibt mächtige Zander
01:16:31Vor Jahren habe ich hier einen Wels gesehen
01:16:33Da sage ich es lieber nicht
01:16:34Das müsste ich hier noch ein Wesen an die Hand dran machen
01:16:36Wir würden gerne Wels fischen
01:16:39Wels?
01:16:39Ja
01:16:41Schwierig
01:16:41Ich denke, dass es nur noch bei Nacht und Lebel geht
01:16:44Bis zum frühen Morgen
01:16:57Der Wels ist ein Speisefisch mit einem breiten, flachen Kopf, mit weitem Maul
01:17:03Welse können bis zu 80 Jahre alt werden
01:17:07Wenn man sie nicht fängt
01:17:09Ja, es gibt große Wels
01:17:12Was sind viele Angeln hier?
01:17:14Ja, so von morgens früh bis andern Morgen früh
01:17:17Also es kommt immer das Wechsel
01:17:18Durchgehen
01:17:18Ja, siehst du ja meistens am Motor
01:17:21Naja, sollen sie halt angeln
01:17:22Wenn sie nicht hier so zwischen den Schiffen
01:17:24Das geht natürlich
01:17:25Aber es ist natürlich
01:17:26Hier ist einer der Welsen
01:17:27Es gibt hier große, schöne Zander
01:17:29Nicht so schöne Fische
01:17:31Also, ja
01:17:332 Kilo, 2,5 Kilo schwer
01:17:35Aber doch
01:17:37In jedem Fall ja auch
01:17:42Gut, nach vorne soll man gehen?
01:17:43Ja, ja, geht mal der Rollbau nach vorne
01:17:53Salam, nein?
01:17:53Gut
01:17:55Vielen Dank
01:17:55Wir haben da
01:18:05Das ist bestens
01:18:05Das ist ja super
01:18:07Das ist ja super
01:18:09Hopf, Leute
01:18:10Don't fall
01:18:13Schon die erste Angelverletzung
01:18:18Du hast keine Angelroute dabei?
01:18:20Ich und ich
01:18:21Ja, weil ich nicht angle
01:18:22Was soll ich dann noch mit einer Angelroute?
01:18:24Ja, du bist nicht Angler
01:18:26Nein, also
01:18:28Ich kann es ja verstehen
01:18:29Dass was einer gut findet
01:18:30Aber ich setze mich gerne an den Fluss
01:18:34Und gucke
01:18:35Und genieße das
01:18:37Aber ich brauche dazu keine Angelroute
01:18:43Damit du weißt, dass wir angeln wollten
01:18:44Hab ich das noch schnell mitgenommen
01:18:46Wales
01:18:47Aber damit wir dann vom Gleichen sprechen
01:18:49Okay, das ist in Ordnung
01:18:51Ja, das ist eine meiner leichtesten Übungen
01:18:53Auf jeden Fall
01:18:57Ja, die soll es hier geben oder was?
01:19:00Hat er ja eben erzählt
01:19:01Hat er erzählt, natürlich
01:19:02Also um das bist jetzt rumgekommen
01:19:05Ja, aber pass auf
01:19:06Das ist eine wichtige Rhein-Story
01:19:111987 war ja dieses Sandor-Brand in Basel
01:19:16Ah, Sandor, ja
01:19:17Ja, und da flossen dieses ganze Löschwasser mit dem Gift hin rein
01:19:22Und ein ganz großes Fischsterben
01:19:26Und überall lagen die Fische
01:19:29Die toten Fische am Ufer
01:19:30Und dann hieß es
01:19:32Es wird jetzt den ganzen Rhein entlang
01:19:34Auf sämtlichen Rheinbrücken wird es Demonstrationen geben
01:19:38Wo man dagegen demonstriert
01:19:41Dass so mit der Natur umgegangen wird
01:19:44So, mein Sohn, mein erster Sohn war noch klein
01:19:47Und der Termin für Sonntagnachmittag war
01:19:49Wir gehen auf die Brücke
01:19:52Was machen wir denn da?
01:19:54Ja, da ist eine Demonstration
01:19:57Was für eine Demonstration?
01:19:58Was ist das?
01:19:59Ja, da sind ganz viele Leute
01:20:01Die finden das nicht gut
01:20:02Dass das Gift in den Rhein gekommen ist
01:20:04Und überhaupt, dass das Wasser im Rhein so dreckig ist
01:20:06Dass die ganzen Fische sterben
01:20:09Ja, und
01:20:11Was machen die Leute da?
01:20:13Ja, eine Demonstration
01:20:14Ja, was ist eine Demonstration?
01:20:16Ja, die
01:20:17Die Leute kommen da hin und schimpfen
01:20:19Dass das so ist
01:20:20Was?
01:20:21Die schimpfen?
01:20:22Da will ich da nicht hin
01:20:24Ja, eine Horrorvorstellung
01:20:27Von kleinen, ja
01:20:29Vier Jahre alt
01:20:30Vier Jahre alt
01:20:31Soll irgendwo hingehen
01:20:32Wo ganz viele Erwachsene sind
01:20:33Die schimpfen
01:20:34Scheiße, was willst du denn da?
01:20:37Supergau
01:20:42Bereits auf ihrer Jungfernfahrt
01:20:43Kollidierte die Titanic
01:20:44Mit einem Eiswürfel
01:20:47Faustregel
01:20:49Wenn es mal mehr Wasser hat
01:20:50Als Whisky in einem Glas
01:20:51Dann ist das Schiff am Sinken
01:20:53Wer es nicht weiß
01:20:54Der merkt sich das
01:20:56Ich habe mir den Dom angeguckt
01:20:58Gestern wieder
01:20:58Es ist ja ein wahnsinniges Teil
01:21:00Also schon mal rein
01:21:02Rein handwerklich
01:21:03Ich finde es aber auch
01:21:04Vom künstlerischen Aspekt
01:21:07Total spannend
01:21:08Katholizismus ist ja der Glamrock
01:21:11Unter den Religionen
01:21:12Ja, also das
01:21:14Architektur macht
01:21:15Architektur dieser Art
01:21:18Zurückgeschlagen zu der Architektur
01:21:20Stalinismus oder das Faschismus
01:21:22Architektur dieser Art
01:21:23Macht Menschen klein
01:21:24Macht Menschen unterwürfig
01:21:28Gegenüber einem
01:21:29Einem großen Gedanken
01:21:31Einem System
01:21:33Das nur kleine Menschen braucht
01:21:34Die wie Ameisen funktionieren
01:21:36Das ist schon klar
01:21:36Deswegen war ja das
01:21:38Was der Luther sich so ausgedacht hat
01:21:39Gar nicht so falsch
01:21:41Das ist so falsch
01:21:42Ich glaube auch nicht
01:21:42Dass ich aus der evangelischen Kirche
01:21:44Ausgetreten wäre
01:21:45Aber ich war nochmal
01:21:46In Köln wirst du nicht
01:21:47Als Evangelium auf die Welt kommen
01:21:49Ich habe ja Musik gemacht
01:22:12Wie alle die in den 50ern geboren sind
01:22:15Natürlich in 60ern
01:22:16Diese ganze Beatwelle mit
01:22:17Erlebt
01:22:18Ich bin 51
01:22:20Also das war natürlich dann genau
01:22:23Als diese britische Beat Invasion
01:22:26Als das dann auf Festland kam
01:22:28Da war ja kein Halten mehr
01:22:30Ich meine das war ja
01:22:31Ist ja schon ein Privileg
01:22:34In der Zeit jung gewesen zu sein
01:22:36Also so jung
01:22:39Teenie
01:22:41Ich habe ich 15, 14, 15
01:22:43In der ersten Band gespielt
01:22:45Wir erkannten
01:22:47Dass das unsere Musik war
01:22:49Das war nicht die Musik
01:22:50Wo irgendwie
01:22:51Ein Typ vor einem Orchester steht
01:22:53Und irgendjemand hat ihm ein Lied geschrieben
01:22:55Und das singt er jetzt
01:22:56Und versucht sich anständig zu benehmen
01:22:58Sondern
01:23:01Da waren diese ganzen Bands
01:23:03Die man auf einmal in den Zeitungen sah
01:23:06Oder wenn dann mal Beat Club im Fernsehen war
01:23:08Dann sah man auch mal so eine Band
01:23:09Wie sie spielte
01:23:11Da waren drei Gitarren
01:23:12Und einer trommelte
01:23:14Und die hatten das selber
01:23:17Komponiert
01:23:18Und da war kein Erwachsener
01:23:20Der sagte wie es richtig geht
01:23:21Das war klar
01:23:22Das war unser Ding
01:23:23Das mussten wir auch machen
01:23:24Ich bin nahtlos
01:23:27Vom Indianerspielen
01:23:28Zum Beatles Spielen übergegangen
01:23:29Nahtlos
01:23:30Da war keine Schnittstelle
01:23:33Das ging
01:23:33Ich kann mich an Tage erinnern
01:23:35Wo wir nachmittags noch im Wald waren
01:23:36Dann haben Indianer gespielt
01:23:37Und abends standen wir irgendwo
01:23:38Und haben Beatles gespielt
01:23:42Da ist dann als der erste Beatles Film rauskam
01:23:44Und ich hab den gesehen
01:23:47An einem Karnevalstag
01:23:49Ich bin ins Kino gegangen
01:23:50Und hab mit den ersten Beatles Filmen
01:23:52Schwarz-Weiß-Filmen
01:23:55Wie hieß der
01:23:56Auf Deutsch hieß er
01:23:57Yeah, yeah, yeah
01:23:58Keine Ahnung
01:23:59Auf jeden Fall
01:23:59Ich hab natürlich diese blödsinnige
01:24:00Deutsch-synchronisierte Fassung gesehen
01:24:02Aber es war egal
01:24:02Ich bin mit meinem Mantel und Degen
01:24:04Und allem Möglichen
01:24:05In das Kino reingegangen
01:24:07Und hab da gesessen
01:24:08Und kam mir plötzlich so scheiße vor
01:24:10Mitten in dem Pfirsch
01:24:12Alles irgendwie zusammengerollt
01:24:14In meinen Umhang
01:24:17Also Hut, Federbohr
01:24:19Federnäne
01:24:20Diese tolle Straußenfeder
01:24:22Degen
01:24:23Alles zusammengerollt
01:24:25In diesen Umhang
01:24:25Bin nach Hause gelaufen
01:24:27An meinen Kleiderschrank
01:24:28Hab den Kommunionsanzug rausgeholt
01:24:29Weißes Hemd
01:24:30Schlebsthaare nach vorne
01:24:31Und für den Rest meines Lebens
01:24:32War ich Beatle
01:24:34War großartig
01:24:35Wann kam denn der Wechsel?
01:24:38Zu was?
01:24:38Von Beatles to Stones
01:24:39Von Beatles to Stones
01:24:41Ganz einfach
01:24:41Weil für
01:24:43Opportunismus
01:24:43Nee, es ist ganz praktisch
01:24:45Die Gründe sind meistens so einfach
01:24:46Dass man gar nicht dran denkt
01:24:48Beatles nachspielen
01:24:49Dafür brauchst du drei wirklich gute Sänger
01:24:53Das stimmt
01:24:55Und wir hatten nur einen
01:24:56Der sich traute zu singen
01:24:58Um es einfach zu sagen
01:24:59Okay
01:25:00Und Beatles singen
01:25:03Das war eigentlich nicht dran
01:25:04Beatles ordentlich zu spielen
01:25:05Dazu musstest du viel komplizierter Akkorde kennen
01:25:09Was die an Harmoniegesang hatten
01:25:11Das war fantastisch
01:25:12Wenn du das bei uns gespielt hast
01:25:15Hast du die Akkorde mal ausgerufen
01:25:16Und irgendwann hat sich das entsprechende Riff
01:25:19Rauf getan
01:25:20Und dann hast du losgezimmert
01:25:21Und das ging
01:25:37Die Stunden ziehen ins Land
01:25:40Der eine angelt
01:25:42Der andere angelt nicht
01:25:45Die schier unglaubliche Konzentration
01:25:48Die von den Männern auf der Jagd
01:25:50Nach dem Wels verlangt wird
01:25:53Macht Hunger
01:25:54Wollen wir was essen
01:25:56Gute Idee
01:25:58Ich glaube sie haben was mitgemacht
01:26:04Vielleicht bauen wir uns einen Tisch
01:26:10Jetzt zeige ich dir mal was ich da mitgebracht habe
01:26:14Das ist für den Vegetarier
01:26:19Und die Parmigiano
01:26:20Vanini
01:26:25Grosse Brötchen
01:26:27Wunderbar
01:26:55Wunderbare Gegend
01:27:03Wie schreibst du denn
01:27:04Wie funktioniert das
01:27:05Ich kann das eigentlich immer nur vergleichen
01:27:07Mit einem Bildhauer
01:27:08Der sein Stück Holz da hat
01:27:10Oder ein Stück Fels
01:27:12Und der muss ja eigentlich nur wegschlagen
01:27:14Was nicht zu seiner Skulptur gehört
01:27:15Das ist ein Prozess
01:27:18Ich arbeite eigentlich mehr wie ein Bildhauer
01:27:20Wenn man es genau nimmt
01:27:22Oder wie ein Maler
01:27:24Meine Bilder gehen eigentlich auch so
01:27:25Das ist ein anderer Weg
01:27:26Der Maler
01:27:27Ja
01:27:27Wie der mit Ton arbeitet
01:27:29Ja
01:27:30Ja aber ob du an irgendeiner
01:27:32Post
01:27:33Ob du an irgendeiner Stelle anfängst
01:27:36Was auf die Leinwand zu kleben
01:27:37Und was ist denn der nächste Schritt
01:27:39Was passiert
01:27:41Wenn ich
01:27:43Was will denn das Stück
01:27:44Was jetzt schon da drauf ist
01:27:45Was will das denn
01:27:46Was ich jetzt tue
01:27:46Also da muss man wirklich
01:27:47In der Zwiesprache
01:27:49Mit diesem weißen Viereck treten
01:27:53Dann zeigst du es wem als erstes
01:27:57Also als erstes in der Regel
01:28:00Ist meine Frau dran
01:28:06Aber du bist ja immer unterwegs
01:28:09Wie machst du das dann mit der Familie
01:28:15Herausforderung
01:28:15Die kennen das ja
01:28:16Die sind
01:28:17Also meine
01:28:19Die Mutter meiner Töchter
01:28:20Hat mich unter den Voraussetzungen kennengelernt
01:28:24Die Mutter meiner Söhne nicht
01:28:26Und deswegen ist die erste hier gescheitert
01:28:28Und die zweite
01:28:30Funktioniert
01:28:30Einfach
01:28:33Es ist ein Familienbetrieb
01:28:34Jeder weiß
01:28:36Was er in dem Familienbetrieb zu tun hat
01:28:38Und man geht flexibel
01:28:41Damit um
01:28:42Man nimmt auch schon mal
01:28:44Übernimmt auch schon mal die Rolle von einem anderen
01:28:46Wenn es nicht anders geht
01:28:46Und
01:28:48Aber jeder kennt die erste
01:28:50Die wichtigste Spielregel ist
01:28:53Wir leben von dem
01:28:54Was Papa da macht
01:28:56Davon leben wir
01:28:57Und
01:28:58Da gibt es Hilfestellung
01:29:00Da gibt es Rückenfreihalten
01:29:03Und das ist ja keine minderwertige Arbeit
01:29:05Also das was meine Frau zu Hause leistet
01:29:07In der Zeit wo ich unterwegs bin
01:29:09Das hat einen ganz hohen Stellenweg
01:29:10Weil die hält den ganzen Betrieb zusammen
01:29:13Also das ist ja nicht nur das
01:29:14Was sie
01:29:15Von morgens bis abends tut
01:29:16Ist morgens die erste die aufsteht
01:29:18Und abends die letzte die ins Bett geht
01:29:20Sieht dass es allen gut geht
01:29:24Das ist ja nicht jetzt irgendwie
01:29:27Das zweitwichtigste in dem Laden
01:29:28Also ich kriegte den Laden nicht so zusammengehalten
01:29:30Das ist ja nicht so ganz hohen
01:29:32Und das ist ja nicht so ganz hohen
01:29:34Und das ist ja nicht so ganz hohen
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