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#GanzerFilm #deutsch
Die Episodenliste von 37 Grad (oder auch 37°) führt alle Folgen der Dokumentarfilm-Reihe des ZDF auf. Seit dem Beginn der Reihe am 1. November 1994 wurden mehr als 1150 Episoden gezeigt. Hauptsächlich wurden die Filme, mit einer Länge von 30 bis 45 Minuten, dienstags im wöchentlichen Rhythmus um 22:15 Uhr erstausgestrahlt. Von 2001 bis 2002 gab es zusätzlich zu einigen Filmen nachfolgend die Sendung 37 Grad plus – Die Diskussion, in der über das vorangegangene Thema der Episode diskutiert wurde. Der Moderator der Diskussionssendung war Michael Steinbrecher. Seit 2007 teilt sich 37 Grad den Sendeplatz mit der monatlichen Kabarettsendung Die Anstalt bzw. dem Vorgänger

Kategorie

🎥
Kurzfilme
Transkript
00:00:28Untertitelung. BR 2018
00:00:39Polizeihauptmeister Witkowski bei einem nicht alltäglichen Einsatz.
00:00:44Es müsste am 10. Juli gewesen sein, morgens gegen 3 Uhr.
00:00:49Da sind wir also routinemäßig hier über den Parkplatz gefahren, um nach dem Rechten zu sehen.
00:00:54Der Parkplatz war zu dieser Zeit stark frequentiert mit LKWs, weil die LKW-Fahrer halt ihre Ruhezeiten hier einlegten.
00:01:04Und als wir dann im vorderen Bereich den Parkplatz wieder verlassen wollten, haben wir nämlich genau hier vorne,
00:01:13als wir das Fernlicht eingeschaltet hatten, eine Gestalt war, wo ich zum Kollegen sagte,
00:01:18du, ich glaube, ich habe da hier einen nackten Mann gesehen.
00:01:20Wir hatten dann das Fahrzeug etwas herumgestellt, das Fernlicht eingeschaltet und leuchteten die Stelle hier aus
00:01:25und sahen auch dann tatsächlich, dass er sich da hinten im Gras an der Birke in mannten Gras niedergekauerte.
00:01:30Und dann habe ich zum Kollegen gesagt, hier steht ein nackter Mann.
00:01:56Wir sind dann ausgestiegen, haben das Blaulicht angemacht und haben dann aufgefordert, auf uns zuzukommen.
00:02:01Er kam dann nachher auf uns zu und hatte also lediglich ein paar Hausschuhe an.
00:02:06Und ich merkte, dass er dann einen ziemlich verwirrten Eindruck machte und er so ein paar Sekunden brauchte.
00:02:12Und dann kam er langsam wieder zu sich und hat dann angefangen, mit uns zu sprechen und hat uns erklärt,
00:02:17dass ihm das leid tut, dass er ein bisschen Probleme damit hätte und dass er Schlafwandler sei.
00:02:23Wir haben ihm also erklärt, dass er dann für die Zukunft irgendwelche Vorkehrungen zu treffen hat,
00:02:27damit das halt nicht mehr passiert.
00:02:28Entweder, dass er sich vielleicht einen zweiten Fahrer mitnimmt, der das dann halt auch registriert,
00:02:32oder er trifft so simple Vorkehrungen, wie dass er sich öffnen will, so blöd es auch klingen mag,
00:02:37irgendwo einen Strick ums Bein bindet, dass er dann nachts, wenn er wach wird,
00:02:40an diesem Strick quasi am Fahrzeug festgebunden ist,
00:02:43damit es nicht passiert, dass er tatsächlich mal auf die Autobahn läuft.
00:02:52Noch in derselben Nacht nahm der Trucker die Fahrt wieder auf,
00:02:56gerüstet mit den wohlgemeinten Ratschlägen der Polizei.
00:03:01Zum Glück hatte der Mann, bevor er sich schlafen legte,
00:03:04den Zündschlüssel seines LKWs vorsorglich abgezogen und versteckt.
00:03:09Sonst wäre die Geschichte vielleicht anders ausgegangen.
00:03:18Das Phänomen Schlafwandeln hat schon immer die Fantasie der Menschen beflügelt.
00:03:23Für die meisten mag Schlafwandeln ein heiteres Thema sein,
00:03:26aber manche Geschichten zeigen, dass es schnell ernst werden kann.
00:03:37In Deutschland gibt es schätzungsweise eine Million Menschen, die Schlafwandeln.
00:03:41Sie bewegen sich ohne Bewusstsein in einer rätselhaften Welt,
00:03:46während die anderen ruhen.
00:03:51Es ist immer das gleiche Ritual.
00:03:53Bei Vollmond füllt Birgit Mantlik eine Schale mit Eiswürfeln
00:03:58und stellt sie vor die Verandatür.
00:04:00Aus Angst, unbedacht ihre Wohnung zu verlassen,
00:04:03versucht die Lehrerin, sich so zu schützen.
00:04:05Denn Birgit Mantlik ist Schlafwandlerin.
00:04:10Kämen ihre Füße mit dem Eis in Berührung, würde sie aufwachen,
00:04:13hofft sie.
00:04:17Meine erste Erinnerung ist, bevor ich,
00:04:20da war ich jünger als vier Jahre alt, das weiß ich ziemlich genau,
00:04:23weil ich da noch bei meinen Großeltern gewohnt habe mit meiner Mutter und meinem Bruder.
00:04:29Und da bin ich in der Nacht aus dem Haus raus
00:04:33und bin mit meinem Nachthemd um den Sportplatz rumgelaufen.
00:04:38Und dann hat meine Mutter aus der Veranda
00:04:40irgendwann mal gerufen,
00:04:42Birgit, wo willst du hin, komm nach Hause.
00:04:44Es war zappenduster und es war Vollmond.
00:04:50Und meine Mutter hat dann damals extra eine Kette vor die Haustür gemacht,
00:04:55damit ich nicht da raus kann,
00:04:57aber ich wusste genau, wo der Schlüssel war.
00:04:59Den habe ich in der Nacht geholt.
00:05:01Den habe ich immer gefunden.
00:05:06Zum Ritual gehört auch die Alufolie vor ihrer Schlafzimmertür.
00:05:11Das Geräusch beim Betreten der Folie soll Birgit Mantlik wecken,
00:05:15wenn es wieder soweit ist.
00:05:18Das passiert ja ganz sporadisch.
00:05:20Das kann ich ja nie vorhersagen.
00:05:23Das geht nicht.
00:05:37Der Schlaf ist alles andere als ein passiver Vorgang.
00:05:42Und unser schlafendes Ich ist eine fremde Person,
00:05:45über die wir kaum etwas wissen.
00:05:48Schlafwandler, die bei ihrem Tun plötzlich aufgeweckt werden,
00:05:50sind vielleicht die einzigen Menschen,
00:05:52die von diesem anderen Ich erzählen können.
00:06:11Man sieht ja, wo man ist.
00:06:13Wenn ich hier oben aus dem Gartentür rausgegangen bin
00:06:15und bin wach geworden,
00:06:17ja, dann sage ich mir, gut, es ist wieder gewesen.
00:06:20Jetzt gehst du wieder zurück und schläfst weiter.
00:06:23Und das weiß ich am nächsten Tag haargenau.
00:06:26Ich kann das alles erzählen.
00:06:28Da gibt es ja so viele Schlafwandler,
00:06:30von denen ich das schon gehört habe,
00:06:32die absolut nichts davon wissen.
00:06:35Die das nur erzählt bekommen haben,
00:06:37dass sie schlafgewandelt sind,
00:06:39dass sie gesehen wurden.
00:06:41Und ich kann mich,
00:06:41ich weiß nicht, ob ich mich an alle erinnere,
00:06:43aber an etliche Wanderungen erinnere ich mich.
00:06:52Geweckt werden darf man gar nicht.
00:06:54Dann kriegt man einen wahnsinnigen Schock.
00:06:57Also das ist mir auch schon mal passiert,
00:06:58meine Mutter oder war es meine Schwester,
00:07:00das weiß ich jetzt nicht mehr.
00:07:02Irgendjemand ist mal hinter mir hergerannt
00:07:04und hat mich gepackt und hat gesagt,
00:07:06du gehörst ins Bett.
00:07:07Dann ist man total, total vom Häuschen.
00:07:10Das kann man sich gar nicht vorstellen.
00:07:11Das ist wie ein Schock.
00:07:13Am besten ist, man wacht alleine auf
00:07:16und dann geht man friedlich wieder ins Bett,
00:07:18als wäre nichts gewesen.
00:07:25Meine Eltern haben noch Erinnerungen,
00:07:29dass ich ungefähr sechs Jahre war,
00:07:31um das das angefangen hat.
00:07:33Dann ist mein Vater in mein Schlafzimmer gekommen
00:07:35und ich habe häufig während des Schlafes geredet
00:07:38und er hat gedacht, sie schläft
00:07:40und jetzt rede ich mal mit ihr.
00:07:42Und er hat ja so spaßeshalber gesagt,
00:07:44gehen wir schwimmen.
00:07:45Und ich habe gesagt, ja, das ist gut.
00:07:46Und er ist weggegangen mit der Idee von,
00:07:49ja, die schläft ruhig weiter.
00:07:51Und ich habe dann meine Schwimmsachen gepackt
00:07:53und bin auf dem Fahrrad gestiegen
00:07:55und wollte zum Schwimmbad gehen.
00:07:57Da bin ich irgendwo unterwegs,
00:07:59bin ich da aufgewacht.
00:08:07Schlafwandler haben ihre eigenen Geschichten
00:08:09und Vorlieben.
00:08:11Die Niederländerin Marike Langsell
00:08:13zog es nachts regelmäßig aufs Rad.
00:08:16Ich weiß mehr von später,
00:08:18wenn ich auf dem Fahrrad in der Nacht
00:08:19zur Schule gegangen bin.
00:08:23Und dann bin ich aufgewacht,
00:08:25während ich vor der Tür stand,
00:08:26der Tür der Schule,
00:08:27und der war verschlossen und dann geschlossen.
00:08:29Und dann bin ich aufgewacht
00:08:30und da habe ich gedacht, hier stimmt was nicht.
00:08:32Ich bin bei der Schule
00:08:34und es ist dunkel und keiner da.
00:08:36Hoppla, es muss wohl Nacht sein.
00:08:37Ich gehe wieder heim.
00:08:42Und ich war angezogen,
00:08:43ich war mit dem Fahrrad da hingefahren,
00:08:45da lag Schnee auf dem Weg
00:08:47und ich bin wirklich den ganzen Weg
00:08:49zur Schule offenbar schlafend
00:08:51geradelt durch den Schnee.
00:09:09Sie sind geradelt
00:09:10und haben das Fahrrad nicht geschoben?
00:09:12Nein, ich bin geradelt.
00:09:13Das konnte ich auch sehen,
00:09:14weil es war frisch und schnell
00:09:15und da war nur eine Spur
00:09:16von meinem Fahrrad da.
00:09:17Und da waren keine Fußsteppe daneben.
00:09:24Der Theaterintendant
00:09:25und Tatortkommissar Peter Sodan
00:09:27ist seit seiner Kindheit Schlafwandler.
00:09:30Zwei- bis dreimal pro Jahr
00:09:31ertappt er sich auf nächtlichen Exkursionen.
00:09:35Sie schlafen ja mit offenen Augen.
00:09:38Sie wissen,
00:09:39die Reaktion würde ich mir ja da
00:09:40und die Birne einrennen.
00:09:42Soll zwar helfen manchmal,
00:09:43aber nicht immer.
00:09:45Und also sie gehen ja mit offenen Augen
00:09:48durch die Welt
00:09:48und sehen ja alles.
00:09:50Aber sie sind nicht eben beieinander
00:09:54oder zweigeteilt.
00:09:59Eine Aura von Gefahr
00:10:01umgibt das Schlafwandeln.
00:10:03Schlafwandler tun Dinge,
00:10:05von denen sie keine Ahnung haben.
00:10:07Anfangs verlieh bei Rittergesellen
00:10:09Setter noch alles glatt.
00:10:12Seit wann schlafwandle ich?
00:10:14Ich denke seit zehn bis zwölf Jahren
00:10:18es war nie irgendwas Gefährliches,
00:10:21irgendwas Außergewöhnliches.
00:10:23Es war halt so.
00:10:24Ich habe nie das Haus verlassen,
00:10:25ich habe nie Dummhalten gemacht,
00:10:27sondern nur das,
00:10:28was ich sonst tagsüber auch tue.
00:10:30Ich habe mich unterhalten,
00:10:32ich habe mir was zu trinken geholt,
00:10:34solche Dinge.
00:10:37Doch eines Nachts
00:10:39weicht die Schlafwandlerin
00:10:40von der harmlosen Routine ab.
00:10:42Wir haben eigentlich
00:10:43einen ganz normalen
00:10:46Fernsehabend verbracht.
00:10:48Wenn ich mich recht erinnere,
00:10:49hatte ich am Nachmittag
00:10:50im Garten gearbeitet
00:10:51und war ziemlich müde.
00:10:53Deshalb bin ich auch
00:10:53als Erste ins Bett gegangen,
00:10:55was eigentlich ungewöhnlich ist.
00:10:57Ich gehe normalerweise später
00:10:59und bin der Letzte
00:11:00und deshalb eben die Sache
00:11:01mit den Hunden.
00:11:02Der Letzte ist für die Hunde zuständig.
00:11:04Ja, Bruno, ich habe dich lieb.
00:11:06Ja, ja, du bist mein Guter.
00:11:09Und ich bin wohl mit dieser Idee,
00:11:11du musst jetzt die Hunde
00:11:13noch mal rauslassen,
00:11:14ins Bett gegangen
00:11:15und ich denke,
00:11:16ich habe die auch mit
00:11:17in den Schlaf genommen
00:11:18und dadurch kam es zu dem Unfall.
00:11:26Als ihr Lebenspartner
00:11:27Thomas Büchner
00:11:28in jener Nacht
00:11:29die Markise aufspannte,
00:11:31wollte er nur die Gartenmöbel
00:11:33vor Regen schützen.
00:11:35Dass er damit seiner Freundin
00:11:37vielleicht das Leben rettete,
00:11:39konnte er nicht ahnen.
00:11:42Kurz vor elf
00:11:43bin ich hochgegangen
00:11:45in den Schlafzimmer
00:11:47und lege mich ins Bett.
00:11:49Und ich bin dann auch
00:11:50leicht eingeschlafen
00:11:51und dann habe ich im Schlaf
00:11:54dann ein seltsames Geräusch gehört,
00:11:56also das irgendwas,
00:11:58wie ein Sack,
00:11:59der über irgendwas rutscht
00:12:00und einen dumpfen Aufschlag
00:12:02und ein Geräusch so,
00:12:05als wenn eine Katze schreit fast.
00:12:07Und dann war es vorbei,
00:12:08war gar nichts mehr da.
00:12:11Und da sagte ich noch
00:12:12lang darüber und sagte,
00:12:14hast du das gehört?
00:12:16Was war denn das für ein Geräusch?
00:12:18Und da fühlte ich aber niemanden
00:12:20neben mir und macht das Licht an?
00:12:22Und da war Frau Gesellensetter nicht im Bett.
00:12:25Und ich habe also gesehen,
00:12:27dass die Balkontür geöffnet war.
00:12:30Und da dachte ich,
00:12:30na gut, die hat es genauso gehört wie ich
00:12:31und wollte mal schauen,
00:12:32was da draußen passiert ist.
00:12:34Und ich gehe dann auf den Balkon
00:12:36und schaue auch runter,
00:12:38sehe diese abgebogene Markise
00:12:40und unten das weiße Bündel,
00:12:42das da lag.
00:12:44Und das war für mich
00:12:45überhaupt ein Rätsel,
00:12:46wie kann es an so eine Stelle kommen?
00:12:48Weil vom Balkon aus
00:12:49hätte sie ja ein paar Meter
00:12:50hinspringen müssen,
00:12:51um dort hinzukommen.
00:12:56Dieses Fenster ist exakt
00:12:58über der Terrassentür,
00:13:01bei der ich immer die Hunde
00:13:03in den Garten rauslasse.
00:13:05Ich weiß nicht,
00:13:06warum ich nicht runtergelaufen bin,
00:13:08sondern bin diese Diretissima gegangen,
00:13:10vom Bett über diese ungesicherte Tür.
00:13:13Ich weiß es nicht.
00:13:15Keine Ahnung.
00:13:17Vielleicht habe ich geträumt,
00:13:18ich sitze unten im Esszimmer
00:13:19und die Hunde sitzen neben mir.
00:13:21Ich weiß es nicht.
00:13:21Ich habe keine Erinnerung.
00:13:29Schlafwandelnd
00:13:29stürzt die 52-Jährige
00:13:31in die Tiefe,
00:13:33abgefedert durch die Markise.
00:13:44Riddergesellen Sette hatte Glück.
00:13:46Sie hat den Sturz überlebt.
00:13:48Von den schweren Schnittverletzungen
00:13:49wird sie erst am nächsten Morgen erfahren.
00:13:52Ich habe mit ihr gesprochen.
00:13:54Sie war im,
00:13:55am Anfang hat sie sich überhaupt nicht bewegt.
00:13:58Und als ich nachher sagte,
00:13:59oh Gott, was hast du denn gemacht,
00:14:00was ist denn passiert?
00:14:02Und dann sagte sie zu mir,
00:14:05ach, gehen wir wieder rein.
00:14:08Und dann war sie weg.
00:14:10Also sie hat zumindest,
00:14:11sie wollte wieder rein.
00:14:12Und jetzt hat sie gesagt,
00:14:13gehen wir wieder rein.
00:14:15Wenn Sie am nächsten Morgen dann aufwachen,
00:14:17dann wissen Sie nicht unbedingt,
00:14:19was in dieser Nacht für Empfindungen Sie beherrscht haben.
00:14:22Also es kann durchaus sein,
00:14:24ich bin einmal aufgewacht,
00:14:26da habe ich mir von einem Hemd
00:14:28die Manschetten abgeschnitten.
00:14:29Und ich weiß bis heute nicht, warum.
00:14:31Ich rätsel bis heute.
00:14:32Aber es gibt eben andere Dinge.
00:14:33Sie haben irgendetwas getan in der Nacht
00:14:35und sie wissen das am nächsten Tag nicht mehr.
00:14:38Und dann war ich schon weg.
00:14:51Dann kann es passieren,
00:14:52wie das letzte Mal in Leipzig,
00:14:54dass ich in einer Tiefgarage erwache
00:14:57und dann gar nicht weiß, wo ich bin.
00:15:00Bis ich wieder einen Gegenstand finde,
00:15:01an den ich mich erinnern kann.
00:15:03Und dann weiß ich wieder
00:15:04und dann kommt es im Vortrag,
00:15:05dann außerhalb des Hotels stehe,
00:15:07früh halb fünf
00:15:08und dann klingeln muss,
00:15:09damit er mich wieder reinlässt.
00:15:11Das ist ein bisschen peinlich,
00:15:12aber da ich eine Unterhose habe,
00:15:14anhabe,
00:15:16ist das nun auch wiederum nicht so schlimm.
00:15:18Ich war nicht wirklich steuerbar,
00:15:21wenn ich nicht wollte.
00:15:23Wenn mein Vater gefragt hat,
00:15:24ob ich mit Schwimmen gehe,
00:15:25da hatte ich offenbar Lust dazu.
00:15:27Und da habe ich ja gesagt.
00:15:28Aber ich weiß auch,
00:15:29mein Mann hat natürlich häufig mal probiert,
00:15:32so machen wir das oder das.
00:15:33Und wenn ich nicht will,
00:15:34dann will ich nicht.
00:15:40Aber das bin ich.
00:15:42Ich weiß nicht,
00:15:43ob das bei anderen Menschen möglich ist.
00:16:06Man macht eigentlich jeden Schritt
00:16:08total bewusst.
00:16:11Und das ist das Verrückte,
00:16:12was ich nicht verstehe,
00:16:13wie man das erklären kann.
00:16:14Ich mache die Türen auf,
00:16:17ich ziehe die Rollos hoch,
00:16:19ich mache alles ganz, ganz vorsichtig.
00:16:21Ich halte mich fest,
00:16:22damit ich nicht stolper.
00:16:23Mir ist auch noch nie was passiert.
00:16:31Boing.
00:16:32Und dann war meine Reise zu Ende.
00:16:36Und Ihr Mann?
00:16:37Der hat mich dann geweckt.
00:16:40Ich habe gesagt,
00:16:40mach Licht an,
00:16:41ich muss in die Schule.
00:16:43Und dann hat er gesagt,
00:16:43du bist nicht in der Schule,
00:16:45du bist zu Hause im Schlafzimmer.
00:16:47Geh in dein Bett.
00:16:48Und dann bin ich wieder zurück.
00:16:50Haben Sie beim Schlafwandeln
00:16:52tatsächlich Ihre Brille auf?
00:16:53Ja.
00:16:54Ja.
00:16:55Die habe ich hundertprozentig auf.
00:16:56Sonst würde ich keinen Schlüssel finden
00:16:57im Schrank und gar nichts.
00:17:01Das ist mein erster Griff immer,
00:17:03wenn ich aufstehe.
00:17:05Komm, komm her.
00:17:08Na, komm.
00:17:09Na, komm.
00:17:09Rida Gesellensetter
00:17:10ist seit ihrem Unfall krankgeschrieben.
00:17:13Sie kann nur eingeschränkt lesen
00:17:15und Auto fahren.
00:17:16Ihr Gesichtsnerv ist teilweise gelähmt.
00:17:19Die Lehrerin sorgt sich,
00:17:21auch um ihr Aussehen.
00:17:23Ja, ich kann es nicht zuspachteln.
00:17:26So gar nicht das täte
00:17:27mit dem entsprechenden Make-up.
00:17:30Es macht mich unfroh.
00:17:31Also wenn ich so nah hingehe
00:17:33und helles Licht habe
00:17:34und solche Dinge,
00:17:36dann bin ich einfach unfroh damit.
00:17:37Und ich sehe das immer.
00:17:39Und jeden Magen ist meine Laune dahin,
00:17:42wenn ich dieses Ding hier sehe.
00:17:46Ich benutze auch seit zehn Wochen
00:17:48keinen Lippenstift mehr,
00:17:50weil ich diese krumme Lippe
00:17:51nicht schminken mag.
00:17:54Aber das wird schon wieder werden,
00:17:56denke ich mal.
00:17:57Hoffe ich.
00:17:58Ich bin da zuversichtlich.
00:18:04Also der Unfall war Freitagnacht
00:18:06und das war Samstagmittag
00:18:08zwischen zwölf und zwei,
00:18:10würde ich mal meinen.
00:18:11Was trinken Sie denn da?
00:18:14Cappuccino.
00:18:16Weil mir lief ja alles
00:18:17aus dem Mund am Anfang.
00:18:20Tut es immer noch ab und zu,
00:18:21aber nicht mehr so massiv.
00:18:25Rittergesellensetter schwankt
00:18:26zwischen Hoffnung und Verzweiflung.
00:18:28Aber sie will nichts
00:18:29unversucht lassen,
00:18:30um ihr Leiden zu mildern.
00:18:33Termin bei einer plastischen Chirurgin.
00:18:36Vielleicht kann eine Operation
00:18:38die schlimmsten Folgen beseitigen.
00:18:42Das geht um die linke Seite.
00:18:46Also, dass wir hier einen Spiegel haben
00:18:49in der linken Nasennebenhöhle,
00:18:53ist auch völlig normal.
00:18:54Vielleicht war auch
00:18:55eine kleine Knochenfusur dabei,
00:18:57die man gar nicht unbedingt
00:18:58hier erkennen müsste.
00:19:01Die Nervenaustrittsstelle
00:19:02ist etwa hier.
00:19:04Also das ist auch ganz logisch,
00:19:05dass das so mitten im Geschehen drin ist
00:19:07und dass dieser Nerv da
00:19:09was abgekriegt haben muss.
00:19:11Das kann gar nicht anders sein.
00:19:13Ob sie wieder so aussehen wird
00:19:15wie früher?
00:19:16Die Ärztin weiß es nicht.
00:19:18Da ist auch noch so eine Verhärtung,
00:19:20die würde ich auch unterspritzen.
00:19:23Zu stark sind noch
00:19:24die Schwellungen im Gesicht.
00:19:25Und die auf jeden Fall,
00:19:26also das lohnt sich.
00:19:28Aber da wird man sicher auch
00:19:29schnell eine Besserung bekommen
00:19:31an dieser Stelle.
00:19:31Das ist steinhart.
00:19:32Hier habe ich eigentlich
00:19:33das härteste Gefühl,
00:19:34da wo diese Nerve ist.
00:19:36Ja, da ist er am meisten verhärtung.
00:19:42Die niederländische Stadt Leiden.
00:19:46Hier lebt Marieke Langsell
00:19:48mit ihrem Mann
00:19:49und ihren beiden Töchtern.
00:19:50Ist er von mir?
00:19:52Ist es möglich genug für Sie?
00:19:53Ja, das ist der schwierigste.
00:19:56Die Mutter ist nicht nur
00:19:57Schlafwandlerin,
00:19:59sondern auch Schlafforscherin.
00:20:02Nein, während meiner Arbeit
00:20:03als Studentassistentin
00:20:05hat man in Holland
00:20:06in Leiden
00:20:06ein Schlaflabor aufgebaut.
00:20:08Und da habe ich dann mitgewerkt.
00:20:10Und das hat mich dann so begeistert,
00:20:12das ganze Gebiet schläft,
00:20:13dass ich von diesem Moment ab
00:20:15eigentlich nur noch
00:20:16Schlafforschung gemacht habe.
00:20:18In ihrer Familie
00:20:19war Marieke Langsell
00:20:20die einzige Schlafwandlerin.
00:20:25Nächtliche Radtouren
00:20:27waren nicht nur
00:20:27ihre Spezialität,
00:20:28sie spülte auch gerne ab.
00:20:31So hatte ihre Familie
00:20:32auch was davon,
00:20:33wenn sie die Nacht
00:20:33zum Tag machte.
00:20:36Aber die Ursache
00:20:37für das Schlafwandeln
00:20:38bleibt nach wie vor
00:20:40im Dunkeln.
00:20:41Ich weiß natürlich nicht,
00:20:43was das verursacht,
00:20:44dass man anfängt,
00:20:45das zu tun
00:20:45während des Schlafes.
00:20:47Aber wenn es dann mal
00:20:48angefangen hat,
00:20:49geht es eigentlich
00:20:50genauso wie immer.
00:20:51Nur es ist kein passender
00:20:53Moment, um das zu tun.
00:20:57Und das macht die Sache
00:20:58auch manchmal komisch.
00:21:00Ja.
00:21:01Und für die andere
00:21:02kann es was erleichtern.
00:21:04Ich meine,
00:21:04den Geschirrspülen,
00:21:05das war bei uns
00:21:06immer der feste Witz,
00:21:08dass lass das mal stehen,
00:21:09Marieke macht das heute
00:21:10Nacht.
00:21:15Oft arbeitet
00:21:17Marieke Langsell
00:21:18bis tief in die Nacht.
00:21:19Seit sie selber Mutter ist,
00:21:21schlafwandelt sie nicht mehr.
00:21:28Im schlafmedizinischen
00:21:29Zentrum Regensburg
00:21:30entstand eine der seltenen
00:21:32Aufnahmen
00:21:33eines Schlafwandlers.
00:21:45Die Reaktionen des jungen Mannes
00:21:47sind nur scheinbar
00:21:49die einer wachen Person.
00:21:51Auch das Sprechen
00:21:52findet im Tiefschlaf statt.
00:22:00Und das ist auch spannend,
00:22:01wenn man das so sieht.
00:22:02Das ist total spannend.
00:22:05Und das war ein junger Patient,
00:22:07der hat auch das Zimmer verlassen,
00:22:10ist ins Erdgeschoss gegangen,
00:22:11über den ersten Stock,
00:22:12und hat auch ab und zu
00:22:13das Haus verlassen.
00:22:14Vom Schlafforscher Roland Popp
00:22:17erhofft sich Ritter-Gesellensetter
00:22:18hilfreiche Erkenntnisse
00:22:20über ihr eigenes Tun.
00:22:23Beim Schlafwandeln
00:22:24kommt es eben auch,
00:22:25und das ist ganz typisch,
00:22:26aus diesem Tiefschlaf heraus,
00:22:28zu dieser Weckreaktion,
00:22:30aber nicht zum
00:22:30richtigen, endgültigen Erwachen.
00:22:33Es ist sozusagen
00:22:33ein Halb-Erwachen.
00:22:35Der Bewusstseinszustand
00:22:37ist verändert,
00:22:38sie sind ansprechbar,
00:22:40sie können mit
00:22:40der Neuralwasserflasche umgehen,
00:22:43im Kühlschrank bedienen,
00:22:44also ganz was automatisiert ist.
00:22:45Ich kann auch trinken,
00:22:46aufschrauben, kein Problem.
00:22:48Kein Problem.
00:22:56Das hat mein Vater gemacht.
00:22:58Das hat Ihr Vater gemacht?
00:22:59Der gab einem Antwort,
00:23:01wenn man den angesprochen hat,
00:23:04aber er konnte sich nicht erinnern,
00:23:06aber er ist nie aufgestanden.
00:23:08Er hat dann auch zum Teil
00:23:11von Kriegserlebnissen
00:23:11im Schützengraben
00:23:13und hat sich da im Bett vergraben,
00:23:14solche Dinge.
00:23:15Meine Mutter und ich,
00:23:16wir haben Gaudi gehabt,
00:23:17ich als Kind,
00:23:17ich fand das klasse.
00:23:18Er wusste es nicht.
00:23:21Na gut,
00:23:21aber das spricht alles dafür,
00:23:23dass es tatsächlich
00:23:24halt hier
00:23:26eine Veranlagung
00:23:27gibt,
00:23:28vom Vater ausgehend,
00:23:30dass sich das auch eben
00:23:31so fortgesetzt hat.
00:23:33Hat Ihnen jetzt auch
00:23:34inzwischen jemand erklärt,
00:23:36wo und wie
00:23:37dieser Schnaubwandel
00:23:38auftritt
00:23:39oder haben Sie sich selber
00:23:40jetzt da ein bisschen eingelesen?
00:23:42Überhaupt nicht.
00:23:43Ich muss Ihnen eins sagen,
00:23:45ich hatte jetzt eigentlich
00:23:46in den letzten Wochen,
00:23:47hat mich
00:23:50dieser Nerv,
00:23:51diese Narben
00:23:52mehr belastet
00:23:53als diese Schlafwandelei.
00:23:55Das Fenster ist zugeschraubt,
00:23:57ich mache da in der Richtung
00:23:58keinen Unfug mehr.
00:24:00Wenn da ein Gitter
00:24:00davor gewesen wäre,
00:24:02das ist ein Baufehler.
00:24:03Ich wäre nie
00:24:03über dieses Gitter drüber,
00:24:04nie.
00:24:10Wir gehen seit dieser Zeit
00:24:12auch nicht mehr
00:24:13zu größeren öffentlichen
00:24:14Veranstaltungen,
00:24:15das ist sprich von Theater,
00:24:16wir sind ja Theaterfreaks
00:24:18und das lassen wir im Moment.
00:24:20Ich meine,
00:24:20das ist ja ganz klar,
00:24:21wenn sich eine Frau
00:24:23im Gesicht verletzt hat
00:24:24und schalt von Natur aus gut aus
00:24:27und plötzlich hat sie
00:24:28irgendwelche Macken
00:24:29davon getragen
00:24:29durch so einen Unfall,
00:24:31dann ist es natürlich
00:24:32sehr tragisch
00:24:33und
00:24:35ich kann dabei
00:24:35eigentlich nur eins machen,
00:24:36dass ich als der Sache
00:24:38zuspreche,
00:24:38dass ich also Mut mache,
00:24:40dass ich als der Sache
00:24:40komme,
00:24:41das geht schon wieder
00:24:42und ich sage,
00:24:43komm, lass den Kopf
00:24:44nicht hängen
00:24:45oder ich sage,
00:24:46komm, wir setzen uns
00:24:47ins Auto,
00:24:48wir fahren irgendwo hin
00:24:48oder wir gehen irgendwo
00:24:50ein Bier trinken,
00:24:50wo dich keiner kennt,
00:24:51weil sie möchte ja
00:24:52nicht gern dorthin,
00:24:53wo Bekannte sind,
00:24:55nicht deswegen
00:24:56welchen der Verletzung,
00:24:57sondern auch die Fragen,
00:24:58die gestellt werden,
00:24:59die müssen ja jedes Mal
00:25:00beantwortet werden
00:25:01und deswegen umgehen wir
00:25:02solche Dinge natürlich.
00:25:03Wir versuchen halt
00:25:05mit dieser Situation
00:25:06fertig zu werden
00:25:07und ich meine,
00:25:08wir haben es bisher
00:25:08eigentlich, glaube ich,
00:25:09wenn man die Ursprünge sieht,
00:25:11bis heute eigentlich
00:25:12ganz gut gemacht.
00:25:14Vielleicht gibt es ja auch
00:25:15welche,
00:25:16die das genauso
00:25:18unterbewertet haben
00:25:18wie ich.
00:25:20Kleinigkeiten.
00:25:22Hat mich nie belastet,
00:25:24habe ich mir nie
00:25:25Gedanken gemacht,
00:25:26habe nie an Schlaflabor
00:25:27oder solche Dinge,
00:25:29Therapie oder sonst was
00:25:30gedacht,
00:25:31niemals,
00:25:32es hat mich nicht gestört,
00:25:33ich habe es als absolut
00:25:34harmlos empfunden.
00:25:37Was aber bringt Menschen
00:25:38dazu, schlafend ihr Bett
00:25:40zu verlassen?
00:25:41Bis heute stehen die
00:25:42Wissenschaftler vor einem
00:25:43Rätsel.
00:25:44Fest steht,
00:25:45dass die schlafwandlerische
00:25:46Sicherheit ein Mythos ist.
00:25:49Rittergesellensetter hat das
00:25:50bitter erfahren müssen.
00:25:52Anderen bleibt ein solches
00:25:53Schicksal erspart.
00:25:54Nicht aber das merkwürdige
00:25:55Gefühl zu schlafen und
00:25:57gleichzeitig wach zu sein,
00:25:58sich in einer Zwischenwelt
00:26:00zu bewegen,
00:26:01in der auch Gefahren lauern.
00:26:15Im Hause Langsell wird es Abend.
00:26:18Marikes jüngste Tochter hat das
00:26:20Schlafwandeln offenbar von ihr
00:26:33Die letzten Nächte hat die kleine
00:26:34Merel regelmäßig schlafwandelnd das
00:26:37Bett verlassen und ist durchs Haus
00:26:39gegeistert.
00:26:44Früher haben wir häufig gedacht,
00:26:45die kommt rein, die ist wach, die
00:26:47kommt rein und die guckt und geht
00:26:49wieder weg, bis wir uns realisiert
00:26:51haben, dass sie eigentlich nicht
00:26:52schaut, ob wir da sind.
00:26:54Sie sieht uns eigentlich kaum.
00:26:59Mit einer Videokamera hat die
00:27:01Schlafforscherin die nächtlichen
00:27:03Exkursionen ihrer Tochter
00:27:05beobachtet.
00:27:06Die kann so wirklich durch die
00:27:09Wohnung rumlaufen und dann kann man
00:27:11auch mit ihr reden, von was machst
00:27:13du? Und dann ist meistens und
00:27:14guckt sie so und dann.
00:27:17Sie reagiert dann ja so in ein
00:27:20robotähnlicher Weise und gibt
00:27:22ganz merkwürdige Antworten oder
00:27:24sagt, dass meine Frisur furchtbar
00:27:27ist, dass ich meine Zöpfe runter
00:27:28nehmen soll und dass sie jetzt
00:27:30unbedingt will, dass wir einen
00:27:32gelben Couch kaufen, weil das
00:27:34wollte sie schon immer und sie ist
00:27:36ja sieben Jahre alt.
00:27:40Und wenn ich da reagiere, das ist
00:27:41auch mal passiert, dass sie sagt,
00:27:43ja was denkst du dich eigentlich, du
00:27:45bist nicht meine Mutter, du kannst
00:27:46mich das überhaupt nicht sagen.
00:27:48Sie hat wirklich auch eine andere
00:27:49Person vor sich.
00:27:58Merel hat, anders als ihre Mutter, im Schlaf
00:28:01das Haus noch nie verlassen.
00:28:03Das steht fest.
00:28:04Vielleicht wird die Schlafforscherin
00:28:06Marieke Langsell eines Tages
00:28:08herausfinden, was die Schlafwandler
00:28:10wirklich antreibt.
00:28:12Ich lege mich doch nicht ins Bett,
00:28:14mache gar nichts und denke nichts und
00:28:16habe nichts in meiner Birne da oben und
00:28:18auf einmal laufe ich los.
00:28:19Das glaube ich nicht.
00:28:20Es wird auch mit Schlafwandeln immer
00:28:21ein bestimmter Grund vorhanden sein,
00:28:23warum ich losgehe.
00:28:25Entweder will ich mich wehren,
00:28:26entweder will ich jemanden retten
00:28:27oder will jemanden besuchen oder
00:28:30etwas zuschließen, was weiß ich.
00:28:32Und dann geht man eben los,
00:28:33wie im normalen Leben.
00:28:53Beide.
00:29:06Hier ist es.
00:29:53Untertitelung des ZDF, 2020
00:29:55Die Erde ist voller zeitlicher Rhythmen. Ebbe und Flut. Die Jahreszeiten. Tag und Nacht.
00:30:05Sich an diese zeitlichen Rhythmen anzupassen, kann lebenswichtig sein.
00:30:09Wenn ein Schneehase sein weißes Winterfell nicht rechtzeitig bekommt, erfriert er.
00:30:14Oder er wird zumindest im Schnee viel zu schnell gesehen.
00:30:22Die Lebewesen im Auf und Ab der Gezeiten müssen ihre Aktivitäten an Ebbe und Flut anpassen.
00:30:31Einer der wichtigsten Rhythmen ist aber der Wechsel von Tag und Nacht.
00:30:36Etwa 24 Stunden dauert ein Umlauf.
00:30:39Die Saturnus gilt als bedeutendster biologischer Taktgeber für den sogenannten Zirkadianenrhythmus.
00:30:45Von Lateinisch circa, etwa und dies, ein Tag.
00:30:50Dieser innere Taktschlag bereitet Lebewesen auf Vorgänge vor, die regelmäßig zu bestimmten Zeiten stattfinden.
00:30:57Aufstehen, essen, schlafen gehen.
00:31:01Die innere Uhr schaut voraus.
00:31:17Selbst die genaueste Uhr auf unserem Planeten hat einen natürlichen Taktgeber.
00:31:22Den Wechsel des Energiezustandes in einem Cäsiumatom.
00:31:26Er dauert etwa eine 9.192.631.770 Sekunde.
00:31:37Doch es gibt auch längerfristige Takte.
00:31:40Die Gezeiten wechseln alle 12,5 Stunden.
00:31:44Der Mondzyklus beträgt 28,5 Tage und der Jahreszyklus 365,25 Tage.
00:31:57Auch der Mensch besitzt eine innere Uhr.
00:32:00Es beginnt schon am Morgen.
00:32:01Vor dem Aufstehen, wenn wir noch schlafen, wird die Körpertemperatur erhöht.
00:32:05Hormone werden ausgeschüttet, die die Herzfrequenz beschleunigen und den Blutdruck steigern.
00:32:10Alles als Vorbereitung auf den erhöhten Energieverbrauch beim Aufstehen.
00:32:17Der Organismus wird hochgefahren.
00:32:20Magensäure wird produziert.
00:32:24Viel Zeit bleibt dem Körper dabei nicht, denn schon eine Stunde später muss er oft bereits Höchstleistungen vollbringen.
00:32:30Wie gut, dass er wenigstens einigermaßen vorbereitet war.
00:32:41Denn erst gegen 10 Uhr erreicht das Gehirn seinen Leistungshöhepunkt.
00:32:46Es ist jetzt gut durchblutet.
00:32:47Zeit für geistige Höhenflüge.
00:33:00Um 12 Uhr beginnt die Mittagspause.
00:33:03Die Durchblutung im Gehirn wird heruntergefahren.
00:33:05Der Körper stellt sich auf Verdauung ein.
00:33:13Gegen 13 Uhr bräuchten Körper und Geist eigentlich eine Erholungspause, auch um das Mittagessen zu verdauen.
00:33:23Um 15 Uhr ist die beste Zeit für den Gang zum Zahnarzt.
00:33:27Denn jetzt ist der Körper am Schmerz unempfindlichsten.
00:33:30Der Körper schüttet vermehrt Endorphine aus.
00:33:33Gegen 16 Uhr hat das Gehirn nochmal einen Leistungshöhepunkt.
00:33:38Ab 19 Uhr, passend zum Feierabend, ist die beste Zeit für Alkohol.
00:33:42Die Leber baut ihn jetzt am schnellsten wieder ab.
00:33:47Gegen 20 Uhr bereitet sich der Körper auf die Nachtruhe vor.
00:33:51So unterliegen viele Vorgänge im Körper einem tageszeitlichen Rhythmus mit Hoch- und Tiefpunkten.
00:33:58Bei Schichtarbeitern ist alles anders.
00:34:01Sie stehen auf, wenn andere ins Bett gehen und schlafen, wenn andere aktiv sind.
00:34:05Ihr Körper muss zu einer Zeit Leistung bringen, zu der er eigentlich auf Ruhe eingestellt ist.
00:34:17Sämtliche Körperfunktionen sind heruntergefahren.
00:34:21Der Magen ist auf Ruhe eingestellt.
00:34:23Er produziert kaum Magensäure.
00:34:25Der Herzschlag ist verringert.
00:34:28In der Netzhaut werden neue Sinneszellen gebildet, die noch zu empfindlich sind für helles Licht.
00:34:35Der Körper lässt sich aber austricksen.
00:34:37Woher das Licht kommt, ist letzten Endes egal.
00:34:40Nur hell genug muss es sein.
00:34:42Experimente mit stark erhöhter Lichtmenge am Arbeitsplatz haben gezeigt,
00:34:46dass sich Arbeiter wohler fühlten, frischer waren.
00:34:49Sonst regelmäßige Müdigkeitstiefs während der Nachtschicht blieben mit der helleren Beleuchtung aus.
00:34:57Doch der Trick mit dem Licht muss durchgehalten werden.
00:35:00Wenn der Schichtarbeiter am Morgen, also seinem Feierabend, zu viel Licht bekommt,
00:35:05schaltet seine innere Uhr sofort auf Tagbetrieb.
00:35:08Denn das Sonnenlicht eicht die innere Uhr.
00:35:14Wenn der Organismus eigentlich schlafen soll, ist er dann auf Leistung eingestellt.
00:35:19Die Niere reinigt, was das Zeug hält, weshalb der Schlaf von Toilettengängen unterbrochen sein kann.
00:35:24Die Temperatur ist erhöht.
00:35:26Der Körper weiß Bescheid.
00:35:32Dass es überhaupt eine solche innere Uhr gibt,
00:35:35zeigt ein berühmtes Experiment in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
00:35:40Freiwillige begaben sich für mehrere Wochen in einen geschlossenen Bunker.
00:35:44Die Anlage wurde extra zu diesem Zweck gebaut
00:35:47und war mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet, bis auf zwei Dinge.
00:35:54Es gab kein Tageslicht und keinerlei Möglichkeit, die Uhrzeit festzustellen.
00:36:03Weltweit sahen Chronobiologen mit Spannung dem Ausgang der Experimente entgegen.
00:36:11Till Rönneberg, heute Professor für Chronobiologie in München,
00:36:15hat die Bunkerexperimente von frühester Jugend an begleitet.
00:36:20Die Bunkerversuche waren eigentlich wissenschaftsgeschichtlich was ganz Spannendes.
00:36:25Man wusste ja schon von Pflanzen und Tieren,
00:36:28dass es eine innere Uhr gibt, die hauptsächlich durch Licht gesteuert wird.
00:36:32Da wir bei Menschen immer annehmen, dass die Natur eigentlich keinen Einfluss mehr auf uns hat,
00:36:37sondern nur noch das soziale Leben,
00:36:41musste eine Versuchsapparatur gebaut werden, das war dann der Bunker,
00:36:46in der alles abgeschottet wurde,
00:36:48was überhaupt nur an zeitlichen Signalen vorhanden gewesen sein könnte.
00:36:53Der Schutz nach außen war massiv, aus Stahlbeton, mit ein Meter dicken Mauern.
00:37:00Der damalige Leiter des Max-Planck-Instituts,
00:37:03einer der Gründerväter der Bunkerexperimente, war Jürgen Aschow.
00:37:111966 wagten sich die ersten Probanden hinter die dicken Mauern.
00:37:16Jürgen Zuley, hier links im Bild,
00:37:18übernahm in den 70er Jahren die Leitung der Bunkerexperimente
00:37:21bis zum Schluss im Jahr 1989.
00:37:25Big Brother, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
00:37:29Die meisten gingen anfangs mit einer gewissen Anspannung rein,
00:37:33halte ich das überhaupt aus,
00:37:35aber die merken nach zwei, drei Tagen, um die Frage ging es eigentlich gar nicht.
00:37:40Das war sehr schön auszuhalten und die meisten wollten gar nicht mehr raus.
00:37:45Man hat ganz viele Dinge gemessen.
00:37:48Also es gab zum Beispiel Kontakte im Boden,
00:37:51so dass man das Laufen messen konnte.
00:37:54Man konnte das An- und Ausschalten von jedem Licht messen.
00:37:57Die Versuchspersonen trugen, damals war das noch etwas unangenehm,
00:38:01rektale Temperatursonden.
00:38:03Sie mussten ganz viele Aufgaben erfüllen.
00:38:06Sie mussten immer aufschreiben, was sie wann essen.
00:38:08Viele von ihnen mussten jede Stunde einen Klingelknopf drücken,
00:38:13also immer, wenn sie dachten, dass eine Stunde vorbei war.
00:38:15Und dann noch nach einer Minute nochmal,
00:38:19so dass man Langzeit- und Kurzzeitsschätzungen mitmachen konnte.
00:38:23Die Probanden ließen ihrem Zeitgefühl freien Lauf.
00:38:27Sie gingen ins Bett, wenn sie müde waren und standen auf, wenn sie wach wurden.
00:38:33Nur Mittagsschlaf war nicht erlaubt.
00:38:36Schon bald gestaltete sich der Tagesablauf zumindest von der Zeitausnutzung bei allen ähnlich.
00:38:42Etwa ein Drittel schlafen, zwei Drittel wachen.
00:38:46Die Zeit dazwischen nutzten sie intensiv für Sport oder zum Lesen und Schreiben.
00:38:57Das Ende eines Versuches, das lief immer so ab, dass wir einen Zettel hineinlegten und sagten, wir kommen zu Besuch.
00:39:04Dann wussten die gar nicht, warum.
00:39:06Und dann sind wir reingekommen und haben verkündet, haben erstmal gefragt, welcher Tag wohl sei, welche Tageszeit.
00:39:12Da haben sie eigentlich immer vertan, verschätzt.
00:39:15Und dann haben wir ihnen eröffnet, dass der Versuch zu Ende ist.
00:39:19Und dann waren die meisten, fanden das überhaupt nicht gut.
00:39:23Die wären länger drin geblieben.
00:39:26Das Ergebnis war wie von allen erwartet.
00:39:30Es kam dabei heraus, dass auch der Mensch eine Zirkadiane in der Uhr hat,
00:39:34die man ja besonders gut sieht, wenn man alle Informationen in der Außenwelt weglässt.
00:39:38Weil sie dann nämlich ihre eigene Dynamik entwickelt und nicht ins Chaos verfällt,
00:39:42sondern sie macht ihren eigenen Tag.
00:39:45Und der ist dann meist nicht mehr genau 24 Stunden, sondern so etwas wie 25 Stunden zum Beispiel.
00:39:51Der extremste Fall war, dass eine Versuchsperson fünf Wochen unten war.
00:39:55Aber nach ihrer Zeitrechnung erst drei Wochen vergangen waren, als wir den Versuch beendeten.
00:40:01Sie hatte sogenannte Zirkabidiane-Tage, also 50-Stunden-Tage gezeigt.
00:40:06Und das Verblüffende, was die Versuchsperson schwer verarbeitet hat, war, dass ihr zwei Wochen von ihrem Leben jetzt fehlten.
00:40:16Nun hat nicht jeder einen 50-Stunden-Rhythmus.
00:40:20Das Fehlerhafte der inneren Uhr ist aber bei jedem Menschen verschieden.
00:40:24Manche gehen vor, das sind dann die sogenannten Lerchen, andere gehen nach.
00:40:29Diese Menschen nennt man Eulen.
00:40:31Deshalb muss die innere Uhr immer wieder neu gestellt werden.
00:40:34Es gibt verschiedene äußere Zeitgeber.
00:40:37Temperatur zum Beispiel, aber auch soziale Kontakte.
00:40:41Der wichtigste Zeitgeber für den Menschen ist aber das Licht der Sonne.
00:40:45Mit ihrer Hilfe wird die Uhr jeden Tag von Neuem abgeglichen, wobei Morgenlicht die Uhr vorstellt, Abendlicht stellt sie nach.
00:40:53Die Schaltzentrale für diese Vorgänge sitzt im Gehirn, im suprachiasmatischen Nukleus, kurz SCN,
00:41:00über der Kreuzung der Sehnerven nur wenige Zentimeter hinter dem Nasenrücken.
00:41:05Dort werden Lichtreize, die von speziellen Zellen im Auge kommen, verarbeitet und zur Zirbeldrüse weitergeleitet.
00:41:12Dieses System aus SCN und Zirbeldrüse beeinflusst Körpertemperatur, Blutdruck und verschiedenste Stoffwechselvorgänge.
00:41:21Alle anderen zeitlich getriggerten Abläufe im Körper sind diesem Komplex untergeordnet.
00:41:29Bis vor wenigen Jahren glaubte man, die Lichtinformationen würden von den Lichtsinneszellen im Auge, Stäbchen und Zapfen eingefangen.
00:41:37Erst seit dem Jahr 2002 weiß man, dass es dafür eine eigene dritte Klasse von Sinneszellen im Auge gibt, die
00:41:44sogenannten retinalen Ganglienzellen.
00:41:47Mit Melanopsin als Lichtpigment geben sie die Signale über die Sehnerven an das SCN weiter.
00:41:55Auch erst seit einigen Jahren weiß man, dass die innere Uhr nicht ein abstrakter Zeitmesser im Gehirn ist,
00:42:01sondern dass jede einzelne Zelle des Körpers ihre eigene innere Uhr besitzt.
00:42:06Der Puls der Zellen wird wie alle anderen Vorgänge auch von Genen kodiert.
00:42:17An der Universität Basel untersuchen Forscher die zelluläre Ebene der inneren Uhr.
00:42:22Die Wissenschaftler entnehmen dafür Gewebeproben von menschlichen Hinterteilen.
00:42:29Das Gewebe versehen sie mit einem Marker, der leuchtet, wenn die Uhrengene der Zellen aktiv sind.
00:42:34Auf diese Weise können Christian Kajochen und sein Team an lebenden Zellen beobachten, wie lange die Uhrengene eingeschaltet sind.
00:42:54Die Probanden mussten vor Versuchsbeginn einen Fragebogen ausfüllen,
00:42:58mit dessen Hilfe die Forscher den subjektiven Chronotypus bestimmen, wie ihn die Person selbst empfindet.
00:43:05Schlaf- und Aufstehverhalten in der Arbeitswoche und am Wochenende werden abgefragt.
00:43:10Damit können die Wissenschaftler ein relativ genaues Profil der Probanden erstellen.
00:43:15Also wir erhoffen uns natürlich eine Korrelation zwischen den Hautzellen und den Fragebögen,
00:43:22also einen Zusammenhang zwischen der genetischen Disposition der inneren Uhr und dem Verhalten,
00:43:28das wir auch am Tage zeigen, also das Schlaf-Wach-Verhalten.
00:43:32Und beim Menschen wäre es quasi eben sehr ideal, wenn man aus der Peripherie eine Zelle nehmen kann,
00:43:38weil auch dort die innere Uhr tickt und quasi so bestimmen kann, was für ein Chronotyp jemand ist.
00:43:45Der Zusammenhang ist noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen.
00:43:49Sollte das aber einmal der Fall sein, hoffen die Forscher damit, Schlafstörungen erkennen zu können,
00:43:54die auf falsch tickende innere Uhren zurückzuführen sind.
00:43:59Kajochen glaubt, dass der Zelltest objektiver sein könnte als das Ergebnis eines Fragebogens.
00:44:05Egal wie, der Chronotyp wird in jedem Fall von den Erbinformationen festgelegt.
00:44:10Wer morgens ausschlafen darf und wer nicht, darüber bestimmen die Gene.
00:44:16Ob wir eine Lerche oder eine Eule sind, ein Abend- oder Morgentyp, hängt von unseren Genen ab
00:44:23und kann nur ganz in kleinem Rahmen manipuliert werden.
00:44:27Man spricht von einer bis höchstens zwei Stunden, wo sich jemand entweder nach vorne oder nach hinten verschieben kann.
00:44:36Natürlich müssen wir das alle machen, wenn wir arbeiten unter der Woche und sechs Uhr aufstehen müssen zur Arbeit,
00:44:42dann müssen wir unseren Chronotypus quasi austricksen und das geht vielleicht für fünf bis sechs Tage,
00:44:49aber am Wochenende, sobald wir in der Freizeit sind, müssen wir dafür rüssen oder kompensieren wir für diesen auferlegten sozialen
00:44:59Druck.
00:45:00Man spricht auch von dem sozialen Jetlag, den man dann hat am Wochenende.
00:45:05Vor allem Jugendliche haben mit der Frühaufsteherei so ihre Probleme.
00:45:09Denn die Jugend ist tendenziell auf spät eingestellt, typische Eulen.
00:45:15Forscher vermuten, dass sie die Abendstunden noch für die Partnersuche nutzen müssen.
00:45:19Der Rhythmus der inneren Uhr, mit dem die Jugend noch mit muss, verändert sich nämlich beim Älterwerden.
00:45:25Ältere Menschen sind tendenziell früher wach, also eher Lärchen.
00:45:31Wenn man die Zahlen aus der Chronobiologie anschaut, vor allem bei den Teenagern, muss man schon sagen, dass der Schulbeginn
00:45:39zu früh ist.
00:45:40Also es ist ein Riesenkampf für sehr viele Adoleszente zwischen zwölf und achtzehn, so früh in die Schule zu gehen.
00:45:48Also bei uns zum Beispiel beginnen die Schulen schon halb acht Uhr morgens.
00:45:52Das heisst, dass die jungen Leute praktisch eine Stunde nach dem Körpertemperaturminimum,
00:45:58also das ist wirklich da, wo man im sogenannten zirkadianen Leistungstief ist, zur Schule gehen müssen.
00:46:05Und das Gleiche gilt natürlich auch für Schichtarbeiter, die am Morgen früh aus den Federn müssen.
00:46:12Dass es überhaupt eine Uhr gibt, die unabhängig von der Umgebung läuft,
00:46:16fand ein französischer Wissenschaftler bereits Anfang des 18. Jahrhunderts heraus.
00:46:24Jean-Jacques Dorthou de Merin war Direktor der Pariser Académie Royale des Sciences,
00:46:30Astronom und Herausgeber einer bekannten Wissenschaftszeitung.
00:46:43Er besaß eine Mimose, die auf seinem Fensterbrett stand.
00:46:48Ihm fiel auf, dass die Pflanze jeden Morgen ihre Blätter öffnete.
00:46:52Man konnte die Uhr danach stellen.
00:46:56Am Abend dann schloss sie ihr Blattwerk wieder pünktlich zum Sonnenuntergang.
00:47:01De Merin fragte sich, woher das sensible Gewächs wusste, dass es morgens oder abends war.
00:47:12Am Abend eines langen Arbeitstages kam dem Astronomen eine Idee.
00:47:17Wie würde die Pflanze reagieren, wenn sie in einem geschlossenen Schrank
00:47:21ohne jede Information über den Sonnenstand stehen würde?
00:47:37Musik
00:48:02Musik
00:48:06Als er den Schrank am nächsten Morgen aufschloss, waren die Blätter schon geöffnet, ohne dass auch nur ein Sonnenstrahl in
00:48:13den Schrank gefallen war.
00:48:15Auch im Schrank entfaltete die Pflanze ihre Blätter unbeirrt am Morgen und schloss sie am Abend.
00:48:21Demeran folgerte daraus, dass die Mimose eine Art Uhr besitzen müsse, die ihr die Tageszeit verrät.
00:48:29Der Beginn der Chronobiologie.
00:48:40Am Lehrstuhl für Chronobiologie der LMU München suchen Wissenschaftler nach den Genen, die für die Schaltung der inneren Uhr verantwortlich
00:48:49sind.
00:48:50Sie züchten bestimmte Schimmelpilze, deren Entwicklung einem festgelegten 24-Stunden-Zeitmuster folgt.
00:48:57Musik
00:49:03Die Forscher bestrahlen die Pilze mit kurzwelligem, ultraviolettem Licht, um Mutationen auszulösen, die die Gene verändern.
00:49:11Musik
00:49:21Wenn sie ein Uhren-Gen erwischt haben, kommen die Pilze aus dem Takt.
00:49:26Das heißt, die Zeitabstände zwischen den dunklen Flecken, den Sporen der Pilze, werden kürzer oder länger als bei anderen Pilzkulturen.
00:49:35Musik
00:49:37Die Funktion von Uhren-Genen beruht auf einer Art Feedback-System.
00:49:43Mithilfe der Gene werden Moleküle gebildet.
00:49:46Deren Konzentration in der Zelle steigt langsam an.
00:49:50Ist eine bestimmte Konzentration erreicht, schaltet die Produktion ab.
00:49:54Die Molekülkomplexe werden wieder abgebaut.
00:49:57Dieses Auf und Ab funktioniert wie das Pendel einer Standuhr.
00:50:00Ein Tick-Tack dauert ca. 24 Stunden.
00:50:05Die Gene in Pilzen sind andere Gene als die, die wir für die Uhr verantwortlich im Menschen vermuten oder in
00:50:12der Maus oder im Hamster.
00:50:13Es ist so, dass die Uhr sicherlich im Lauf der Evolution mehrfach erfunden worden ist.
00:50:18So dass Pflanzen, Mikroorganismen und Säuger und Insekten andere Gene haben, mit denen sie die innere Uhr steuern.
00:50:26Es ist aber so, dass wir natürlich anhand von dem einfachen Modellsystem Schimmelpilz herausfinden können, wie Gene eine innere Uhr
00:50:36bauen.
00:50:37Und das ist dann wiederum sehr gut übertragbar auf die Funktion von anderen Genen in anderen Tieren oder Pflanzen.
00:50:46Überall im Körper ticken innere Uhren.
00:50:49Auch das Immunsystem ist fest im Griff der Taktgeber.
00:50:53Mittlerweile ist unumstritten, dass Medikamentengaben zu bestimmten Tageszeiten besser funktionieren.
00:51:00Die Arbeitsgruppe Kronopharmakologie von Björn Lemmer testet Medikamente zu verschiedenen Tageszeiten.
00:51:07Lemmers These, die Anweisung dreimal täglich eine Tablette zu nehmen, ist völlig unzureichend.
00:51:13Die Wissenschaftler arbeiten mit Ratten, die in einem Spezialschrank in exakt kontrollierten Tag-Nacht-Wechseln leben.
00:51:21Sie erhalten zu genau definierten Zeiten ein Blutdruckmittel.
00:51:26Mithilfe von winzigen Sendern, die den Nagern im Vorfeld eingepflanzt wurden,
00:51:31erhält das Team die Daten über die Reaktion des Kreislaufes der Tiere, ohne sie jedes Mal stören zu müssen.
00:51:40Die Sender sind kaum größer als ein Eurocent.
00:51:47Das Wichtigste ist zunächst einmal, dass man wissen muss, dass der Blutdruck Tag und Nacht nicht der gleiche ist.
00:51:54Normalerweise fällt er nachts ab.
00:51:56Bei unseren Rattenversuchen haben wir verschiedene tierexperimentelle Modelle,
00:51:59die ein normales Blutdruckprofil haben oder die ein krankhaftes, wo in der Ruheperiode der Blutdruck nicht abfällt.
00:52:05Und wenn wir diesen Tieren zu Beginn ihrer Ruheperiode am Morgen ein blutdrucksenkendes Medikament geben,
00:52:13sinkt nicht nur der Blutdruck, sondern wir erzielen auch wieder ein normales Tag-Nacht-Blutdruckprofil.
00:52:20Im Gegensatz zum Menschen sind Ratten nachtaktiv, das heißt, sie haben ihre Ruhephasen tagsüber.
00:52:26Eine einzelne Gabe des Blutdrucksenkers vor Beginn der Ruhephase hält über den gesamten Ruhezeitraum.
00:52:34Auf den Menschen übertragen bedeutete dies, dass ein Blutdrucksenker abends angewandt die bessere Wirksamkeit besäße.
00:52:44Das hat deshalb eine große Bedeutung, weil viele Hochdruckpatienten, Diabetiker, Nierenerkrankte,
00:52:51ein solches krankhaftes Blutdruckprofil haben mit unzureichend nächtlichem Abfall.
00:52:56Und die haben vermehrte Endorganschäden.
00:52:59Schlaganfall, Angina pectoris, Herzinfarkt, Nierenfunktionsstörungen durch Blutungsstörungen.
00:53:05Und das zeigt ganz eindeutig, dass wir nicht nur den Druck senken müssen,
00:53:09sondern auch wieder ein physiologisches Profil, Tag-Nacht-Profil,
00:53:13durch die zeitgerechte Gabe von Medikamenten erzielen sollten.
00:53:18Im Jahr 2005 wurden 1,5 Milliarden Packungen Medikamente verkauft.
00:53:24Möglicherweise könnte einiges eingespart werden, wenn bei der Gabe mehr auf individuelle Zeiten eingegangen würde.
00:53:31Chronopharmakologen vermuten, dass man dadurch auch die Nebenwirkungen verringern könnte.
00:53:37Ein Event, das alle menschlichen inneren Uhren trifft, ist die Zeitumstellung.
00:53:42Die innere Uhr der Lerchen, der Frühaufsteher, ist jetzt noch früher dran als sonst.
00:53:47Da es eine Stunde früher hell ist, wird die Uhr eine Stunde früher synchronisiert.
00:53:53Spätypen haben dagegen eher bei der Umstellung auf Sommerzeit ein Problem.
00:53:56Es ist länger hell und ihre innere Uhr geht noch mehr nach als sonst.
00:54:01Man muss bedenken, dass die innere Uhr von Menschen, wie die innere Uhr von allen anderen Lebewesen,
00:54:08durch Licht mit der Umwelt synchronisiert wird.
00:54:11Jetzt ist es so, dass bei einer Zeitumstellung, wie wir sie jetzt haben, sich nur die Armbanduhr oder die Wanduhr
00:54:18ändert.
00:54:18Aber die Sonne geht immer noch zur gleichen Zeit auf, auch wenn sie im Jahr sich verändert,
00:54:24geht immer noch von Sonntag auf Montag zur gleichen Zeit auf wie vorher.
00:54:27Das heißt, es ist eine reine soziale Zeitumstellung.
00:54:29Und da hat die innere Uhr dann eventuell Schwierigkeiten mitzumachen.
00:54:34In der nächsten Zeit tritt bei vielen vermehrt Tagesmüdigkeit auf.
00:54:42Mit manchmal bitteren Folgen.
00:54:47Jetzt ist es so, dass man durchaus mit, gerade mit Licht sich dazu bringen kann,
00:54:53etwas früher oder etwas später die innere Uhr einzustellen.
00:54:56Wenn man eine innere Uhr vorstellen will, dann sollte man Abendlicht vermeiden und Morgendlicht suchen.
00:55:04Das ist jetzt in diesem Fall nicht der Fall.
00:55:07Das ist im Frühjahr der Fall.
00:55:08Aber jetzt haben wir ja die Herbstumstellung.
00:55:10Und die ist sowieso etwas leichter, weil wir diese Stunde wieder zurückgewinnen.
00:55:13Es gibt aber Menschen, das sind gerade die Frühtypen, die damit auch Schwierigkeiten haben,
00:55:18die dann relativ früh aufwachen, früher als sie es eigentlich müssten.
00:55:21Und die sollten dafür sorgen, dass sie morgens kein Licht sehen und abends viel Licht sehen,
00:55:26weil das wiederum stellt die Uhr hinterher nach.
00:55:32Es gibt so viele innere Uhren, wie es Individuen auf der Erde gibt.
00:55:37Jeder Mensch trägt seine eigene Zeit mit sich herum.
00:55:40Chronobiologen raten, nicht gegen die innere Uhr zu leben.
00:55:44Frühaufsteher sollten am Wochenende nicht auf Teufel komm raus im Bett bleiben.
00:55:48Die Spättypen sich nicht mitten in der Nacht aus dem Bett quälen.
00:55:51Doch die Lebensumstände lassen den chronotypischen Lebenswandel oft nicht zu.
00:55:58Das Prinzip der inneren Uhr ist weit verbreitet.
00:56:01Bei primitiven Organismen, aber auch höher entwickelten Tieren bis zum Menschen, ist es überall zu finden.
00:56:09Neben der zirkadianen Variante, die den Tagesablauf beherrscht, gibt es auch noch andere Spielarten.
00:56:15Im Jahresverlauf deuten kürzere Tage zum Beispiel auf den beginnenden Winter hin, längere Tage auf das Frühjahr.
00:56:23Und in diesem Fall spielt nicht nur Licht eine Rolle, auch die Temperatur.
00:56:27Der Körper wird auf beide Jahreszeiten eingestellt.
00:56:33Tiere, die bei Wintereinbruch ihre Vorräte nicht rechtzeitig beisammen haben, würden die kalte Jahreszeit nicht überleben.
00:56:44Ob Fortpflanzung oder Winterschlaf, die Prozesse sind energieaufwendig.
00:56:49Und ein Fehler könnte bittere Folgen haben.
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00:57:16Weitere Informationen finden Sie unter www.dreisat.de-hightech
00:57:33You ready, ladies and gentlemen? Here I come.
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00:58:18So langsam hoff ich, es geht nicht mehr so lange.
00:58:26Ich werde übermütig.
00:58:29Ihr müsst mich hier rausholen.
00:58:42Alles, alles geht vorbei.
00:58:45Doch wir sind uns treu.
00:58:48Everybody now!
00:58:50Alles, alles geht vorbei.
00:58:54Doch wir sind uns treu.
00:59:19Wir sind uns treu.
00:59:21Wir sind uns treu.
00:59:45Wenn bloß alles im Nahen Osten so einfach wäre.
00:59:48Israelis wie Palästinenser stehen geduldig für ihre Leibspeise an.
01:00:00Das ist das Nationalgericht.
01:00:02Wenn du Hunger hast und schnell etwas essen möchtest, dann isst du Hummus mit Bohnen.
01:00:08Es ist israelisch, arabisch, mediterran, halt Hummus.
01:00:14Hummus ist für mich Israel.
01:00:16Eine Mischung aus Juden und Arabern, Moslems und Christen.
01:00:20Es ist der Klebstoff, der uns verbindet.
01:00:24Selbstmordattentate, Luftangriffe, Raketenbeschuss.
01:00:27Liebe geht in dieser Region ganz und gar nicht durch den Magen.
01:00:30Dennoch mampfen Israelis wie Palästinenser auf dem Mäuerchen ein und dasselbe.
01:00:35Hummus, Fast Food Nahost.
01:00:38Es wirkt wie pure Schokolade.
01:00:40Es stimmt friedfertig.
01:00:42Wie Schokolade eben.
01:00:44Schokolade.
01:00:50Hochel, Grundnahrung.
01:00:52Hier in Israel in den 50er Jahren war nicht Essen.
01:00:56Es waren keine Eier, es war keine Wurst, es war kein Fleisch.
01:01:00Haben wir Hummus gegessen.
01:01:02Es war das Essen von den Leuten.
01:01:04Ganz normal, es hat nichts zu tun mit Politik.
01:01:09Freitags stroben die Juden aus Tel Aviv zu Abu Hassan, dem Araber.
01:01:14Bei ihm in Jaffa, der 1948 von den Israelis eroberten arabischen Hafenstadt,
01:01:19gibt es den angeblich besten Kichererbsenbrei weit und breit.
01:01:24Meist ausverkauft schließt Abu Hassan seinen Laden.
01:01:27Schabbat, der jüdische Ruhetag beginnt.
01:01:33In Jerusalems Altstadt, im muslimischen Viertel,
01:01:37öffnet hingegen ein Palästinenser frühmorgens seinen kleinen Humusladen.
01:01:42Es ist Samstag.
01:01:48Hier existiert ganz klar noch Palästina,
01:01:52auch wenn die britische Mandatszeit seit 60 Jahren Vergangenheit ist.
01:02:00Auch in der Küche scheint die Zeit stehen geblieben.
01:02:04Über Nacht eingeweichte Kichererbsen werden mit etwas Wasser über einer Gasflamme aufgesetzt.
01:02:14Das Olivenöl mindert die Schraumbildung.
01:02:18Kein Geheimrezept, ein einfaches Gericht mit langer Tradition.
01:02:33Humus aus Damaskus ist eine typische traditionelle orientalische Speise.
01:02:43Gleich welches Land, welcher Geschmack, jeder hat seine eigene Art und Weise Humus zuzubereiten.
01:02:51Die Besitzer des Humusladens stammen aus Damaskus.
01:02:55Anfang der 50er Jahre zogen sie nach Jerusalem.
01:02:59Von einem wirklich nahen Osten, in denen Eisenbahn,
01:03:03Damaskus, Jerusalem, Beirut, Haifa, Gaza verbinden, können sie nur noch träumen.
01:03:10Früher wurden in jedem Haushalt weichgekochte Kichererbsen zu einer breiigen Masse püriert und mit Tahina Sesampaste geschmeidig gemacht.
01:03:20Im Arabischen heißt das Humus mit Tahina.
01:03:24Die arabischen Arbeiter lieben Humus zum Frühstück.
01:03:27Schwer liegt er im Magen, gibt aber Kraft und Energie.
01:03:32Humus ist unsere Tradition. Es gibt in einem arabischen Haus niemanden, der diese Speise nicht kennt.
01:03:41Wie Beton. Zement.
01:03:49Es ist das Essen der einfachen Leute.
01:03:53Beton macht satt. Morgens gegessen braucht man kein Mittagessen.
01:04:01Wer einmal eigenhändig Humus zubereitet hat, weiß die Schwerbe zu würdigen.
01:04:11Humus ist eine herkömmliche Speise, die Araber wie Israelis gleichermaßen gerne essen.
01:04:20Der israelische Supermarkt des jüdischen Unternehmens Tiftham bei Natanya kann im Angebot jeden arabischen Bazar übertrumpfen.
01:04:29Kichererbsen in Säcken und Beuteln, tiefgekühlt, abgepackt, tiefgefroren.
01:04:36Humuslose in Plastikbehältern aus biologisch korrektem, organischen oder unbekanntem Anbau mit und ohne Pinienkernen.
01:04:45Kichererbsen aus Mexiko, China, der Türkei, Indien in Dosen.
01:04:50Knapp 20 Prozent der Bürger Israels sind Palästinenser, israelische Araber, wie man sie nennt.
01:04:57Den bereits fertigen Humus-Brei kaufen Palästinenser wie Israelis gleichermaßen gerne ein.
01:05:03Letztere übrigens zum Unabhängigkeitstag in der Ein-Kilo-Dose.
01:05:10Bei Kiryatgat wird der Humus für den israelischen Markt und Gaumen fabrikmäßig produziert.
01:05:18Ausgerechnet Sabra heißt er, was einer Kaktusfrucht entspricht, aber ein Kosename für im Land geborene Israelis ist.
01:05:26Außen stachelig, innen süß, das steckt dahinter.
01:05:30Humus perfekt, immer im rechten Mischungsverhältnis.
01:05:34Wasser, Kichererbsen, Sesam, Gewürze.
01:05:37Blitzblanke Maschinen, Haltbarkeit rund sechs Wochen, einheitlicher Geschmack und garantiert Koscher.
01:05:50Bei uns sagt man, Humus soll man mit Liebe zubereiten oder es lassen.
01:05:55Man muss mit viel Liebe an die Arbeit gehen und nur die besten Rohstoffe verwenden, dann wird der Humus besonders
01:06:01gut.
01:06:04Beim Palästinenser in Atlit im Westjordanland liegen im Frühjahr die noch grünen Kichererbsen sozusagen mit Stumpf und Stiel aus.
01:06:12Sie werden roh aus den Schoten gepult und gegessen, vergleichbar frischen, übrigens nicht verwandten Erbsen.
01:06:21Aber Daka, ein pensionierter Lehrer, baut Kichererbsen an.
01:06:25Die Kinder dürfen sie ernten, wenn sie braun und damit reif werden, etwa im Mai.
01:06:30Bis zu einem Meter hoch wird die einjährige Kichererbse, von der es 15 Arten gibt.
01:06:36Sie soll aus dem nordwestlichen Himalaya ins Mittelmeergebiet abgestiegen, sogar einst in Deutschland verbreitet gewesen sein.
01:06:42Die wahrscheinliche Urform jedoch wächst in der heutigen Türkei, seit 8.000 bis 10.000 Jahren, so schätzt man.
01:06:55Wenn die Kichererbsen hart und trocken werden, dann lagern wir sie ein, um sie später zu essen.
01:07:03Man kann sich damit nebenbei ein kleines Einkommen verschaffen oder eine Speise zubereiten, zum Beispiel fürs Frühstück oder als Abendessen.
01:07:19Zuhause lässt Naima Attili die zuvor eingeweichten Kichererbsen schon seit Stunden köcheln.
01:07:25Doch dann die große Enttäuschung für den Europäer mit seiner romantischen Verklärung vom Orient.
01:07:31Das Zeug kommt in den betagten Mixer.
01:07:39Etwas Knoblauch und Zitrone, das ist das Rezept, das sie von ihrer Mutter übernommen hat.
01:07:55Für uns ist es eine wichtige Speise fürs Frühstück und fürs Abendessen.
01:08:01Meine Kinder haben nur Käse oder Hummus oder Falafel gefrühstückt.
01:08:10Vorm Haus ist es noch so wie seit Jahrhunderten.
01:08:14Naima Attili trocknet ihre Kräuter in der Sonne.
01:08:21Palästinensische Orte wie Atlit im Westjordanland, abgeriegelt, besetzt von Israel, hatte wohl ein hochbegabter, junger amerikanischer Regisseur jüdischen Glaubens im
01:08:31Kopf, als er seinen Kurzfilm Westbank Story schuf.
01:08:37Es ist ein Musical über eine Feindschaft und eine aufkeimende Liebe zwischen einem israelischen Soldaten und einer palästinensischen Kassiererin und
01:08:46Hummus.
01:08:48Zwei Völker, ein Geschmack.
01:08:54Hummus hat, Hummus hat, Hummus hat.
01:09:09Kusakir, Kusakir.
01:09:16Aber die Aussprache. Hummus sollte man nicht mit Hamas, den Terroristen, verwechseln.
01:09:22Sie hat einen Pockets.
01:09:23Wir haben den live one.
01:09:24Nein, nein, Rufi.
01:09:26Es ist okay, es ist okay.
01:09:28Sie sagt Hummus.
01:09:29Hummus.
01:09:31Hummus.
01:09:32Ich liebe Hummus.
01:09:33Danke.
01:09:34Auch in Tel Aviv sitzen sie an einer Kreuzung und mahnen sich gegenseitig Konkurrenz, allerdings ohne sich die Köpfe einzuschlagen.
01:09:42Ein jüdisches und ein arabisches Hummus-Lokal.
01:09:46Beim Juden gibt es Hummus verfeinert, mit braunen Bohnen, Pinienkernen, eingelegten Gurken, Zwiebeln, im Ofen gebackenen Eiern.
01:09:57Hummus-Stippen mit dünnem, lappenartigem Fladenbrot, offenbar ein Genuss sondergleichen.
01:10:11Der Araber gegenüber, ein Palästinenser, klatscht Kichererbsen gegen die Wand.
01:10:17Kleben sie an den Fliesen, sind sie weich genug für den Gaumen.
01:10:23Andere Sitten offenbar für andere Völker, mit und ohne Staat.
01:10:28Der Mitstaat.
01:10:31In England soll es eine Untersuchung geben, nach der in einem bestimmten Beruhigungsmittel dasselbe wie in Hummus ist.
01:10:38Deswegen mögen die Leute Hummus so. Es soll entspannen.
01:10:44Scheint so.
01:10:48Auch der Hund wirkt entspannt.
01:10:51Obwohl der Araber gegenüber mit einem hebräischen Menü wirbt, hat er weniger Kunden.
01:10:58Basam stört's nicht.
01:11:00Kostet er ab und zu bei der Konkurrenz? Mitnichten.
01:11:04Moslems und Juden schauen in Israel oft aneinander vorbei.
01:11:07Das sichert die fragile Koexistenz.
01:11:21Schnelles Essen. Hummus ist der McDonalds des Nahen Ostens.
01:11:26Jeder hat seine Stammkunden. Religion, Herkunft, Sprache spielen keine Rolle, nur der Geschmack.
01:11:36Ich hab da drüben schon mal gegessen, aber das war weniger gut.
01:11:40Hier schmeckt das Robus besser. Viel besser.
01:11:43Du bist!
01:11:44Besatzer!
01:11:46Ari Sandel hat es in seiner Persiflage über den Nahostkonflikt auf den Punkt gebracht.
01:11:53Die Israelis von Kosher King und die Palästinenser von Hummus hat, machen sich gegenseitig das Leben unerträglich schwer.
01:12:07Im Musical überwindet die Liebe Mauern und Barrieren.
01:12:13Zwei Völker, ein Geschmack.
01:12:16Das Happy End.
01:12:18Israelis und Palästinenser kochen gemeinsam Hummus und Falafel, die Bällchen aus Kichererbsen.
01:12:34An welchem Ort könnten Israelis und Palästinenser harmonisch zusammenleben?
01:12:39Die hintersinnige Antwort im Musical nur in Hollywood, in den USA, in Beverly Hills.
01:12:49Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie vielleicht in Abu Ghosh, einem arabischen Ort auf israelischem Staatsgebiet bei
01:12:56Jerusalem.
01:12:59Abu Ghosh könnte als Beispiel dafür dienen, dass Araber und Juden ein normales Leben führen können.
01:13:04Es ist nicht leicht, aber es könnte eintreten.
01:13:06In Abu Ghoshs Fabrik kosten sogar konservative israelische Politiker, wie der ehemalige Regierungschef Benjamin Netanyahu, den Hummus.
01:13:17Bestes Beispiel für zwei Völker, ein Geschmack.
01:13:23Er ist der erste, der die Fabrik besucht hat, denn er wollte sich davon überzeugen, dass wir Araber etwas gemeinsam
01:13:29mit den Juden auf die Beine stellen können.
01:13:34Abu Ghosh aus Abu Ghosh hat sein Glück gemacht, im Lotto übrigens.
01:13:38Seinen Reichtum vermehrt er mit der Investition in eine Hummus-Fabrik.
01:13:42Für alle Kunden in der Region.
01:13:47Musik
01:14:16Der
01:14:20Ein Fisch für zwei
01:14:31Heute mit Musiker Wolfgang Niedecken
01:14:41Der Rhein
01:14:42Vor Köln
01:14:44Der Kölner Rhein
01:14:4725. Juli
01:14:49Weiss
01:14:52Flusskilometer 677
01:14:54Die Fähre von Weiss nach Zündorf
01:14:58Heute will Frank Baumann mit Wolfgang Niedecken angeln gehen
01:15:01Aber der will nicht
01:15:07Die beiden haben vom Angeln so viel Ahnung wie eine Kuh von Kostümfilmen
01:15:12Deshalb werden sie sich bei Professor Heiko Dietrich Rat holen
01:15:17Dietrich ist der legendäre Räder der Fähren Fricka, Krokodil und Krokolino
01:15:25Heiko Dietrich ist mit allen Rheinwassern gewaschen
01:15:30Es gibt auf der Fähre keinen, der in puncto angeln besser Bescheid wüsste als er
01:15:35Er ist allerdings auch der Einzige
01:15:58Das ist ja kein Schiff, das ist ja eine Inspektion
01:16:04Ja, das lassen wir das so sitzen
01:16:07Echt, Angeln von Schiffen aus ist nicht
01:16:09Nein, Angeln ist Sport, ihr seid ja kein gewerblichen Angeln
01:16:12Wenn er gewerblich angelt, dann könnt ihr ein großes Netz nicht
01:16:14Ich verstehe
01:16:14Angeln ist Sport
01:16:16Ich hätte fast Sport gekriegt, wenn ich angeln würde
01:16:20Das nennt sich Angelsport
01:16:21Okay
01:16:21Aber hier ist ein guter Platz
01:16:23Machen
01:16:24Ja, ja, das ist prima
01:16:25Natürlich hier unter den Schiffen ist schön Deckung
01:16:27Die Fische können sich auch unter dem Rund was verstecken
01:16:29Es gibt mächtige Zander
01:16:31Vor Jahren habe ich hier einen Wels gesehen
01:16:33Da sage ich es lieber nicht
01:16:34Das müsste ich hier noch ein Wesen an die Hand dran machen
01:16:36Wir würden gerne Wels fischen
01:16:39Wels?
01:16:39Ja
01:16:41Schwierig
01:16:41Ich denke, dass es nur noch bei Nacht und Lebel geht
01:16:44Bis zum frühen Morgen
01:16:57Der Wels ist ein Speisefisch mit einem breiten, flachen Kopf, mit weitem Maul
01:17:03Welse können bis zu 80 Jahre alt werden
01:17:07Wenn man sie nicht fängt
01:17:09Ja, es gibt große Wels
01:17:12Was sind viele Angeln hier?
01:17:14Ja, so von morgens früh bis andern Morgen früh
01:17:17Also es kommt immer das Wechsel
01:17:18Durchgehen
01:17:18Ja, siehst du ja meistens am Motor
01:17:21Naja, sollen sie halt angeln
01:17:22Wenn sie nicht hier so zwischen den Schiffen
01:17:24Das geht natürlich
01:17:25Aber es ist natürlich
01:17:26Hier ist einer der Welsen
01:17:27Es gibt hier große, schöne Zander
01:17:29Nicht so schöne Fische
01:17:31Also, ja
01:17:332 Kilo, 2,5 Kilo schwer
01:17:35Aber doch
01:17:37In jedem Fall ja auch
01:17:42Gut, nach vorne soll man gehen?
01:17:43Ja, ja, geht mal der Rollbau nach vorne
01:17:53Salam, nein?
01:17:53Gut
01:17:55Vielen Dank
01:17:55Wir haben da
01:18:05Das ist bestens
01:18:05Das ist ja super
01:18:07Das ist ja super
01:18:09Hopf, Leute
01:18:10Don't fall
01:18:13Schon die erste Angelverletzung
01:18:18Du hast keine Angelroute dabei?
01:18:20Ich und ich
01:18:21Ja, weil ich nicht angle
01:18:22Was soll ich dann noch mit einer Angelroute?
01:18:24Ja, du bist nicht Angler
01:18:26Nein, also
01:18:28Ich kann es ja verstehen
01:18:29Dass was einer gut findet
01:18:30Aber ich setze mich gerne an den Fluss
01:18:34Und gucke
01:18:35Und genieße das
01:18:37Aber ich brauche dazu keine Angelroute
01:18:43Damit du weißt, dass wir angeln wollten
01:18:44Hab ich das noch schnell mitgenommen
01:18:46Wales
01:18:47Aber damit wir dann vom Gleichen sprechen
01:18:49Okay, das ist in Ordnung
01:18:51Ja, das ist eine meiner leichtesten Übungen
01:18:53Auf jeden Fall
01:18:57Ja, die soll es hier geben oder was?
01:19:00Hat er ja eben erzählt
01:19:01Hat er erzählt, natürlich
01:19:02Also um das bist jetzt rumgekommen
01:19:05Ja, aber pass auf
01:19:06Das ist eine wichtige Rhein-Story
01:19:111987 war ja dieses Sandor-Brand in Basel
01:19:16Ah, Sandor, ja
01:19:17Ja, und da flossen dieses ganze Löschwasser mit dem Gift hin rein
01:19:22Und ein ganz großes Fischsterben
01:19:26Und überall lagen die Fische
01:19:29Die toten Fische am Ufer
01:19:30Und dann hieß es
01:19:32Es wird jetzt den ganzen Rhein entlang
01:19:34Auf sämtlichen Rheinbrücken wird es Demonstrationen geben
01:19:38Wo man dagegen demonstriert
01:19:41Dass so mit der Natur umgegangen wird
01:19:44So, mein Sohn, mein erster Sohn war noch klein
01:19:47Und der Termin für Sonntagnachmittag war
01:19:49Wir gehen auf die Brücke
01:19:52Was machen wir denn da?
01:19:54Ja, da ist eine Demonstration
01:19:57Was für eine Demonstration?
01:19:58Was ist das?
01:19:59Ja, da sind ganz viele Leute
01:20:01Die finden das nicht gut
01:20:02Dass das Gift in den Rhein gekommen ist
01:20:04Und überhaupt, dass das Wasser im Rhein so dreckig ist
01:20:06Dass die ganzen Fische sterben
01:20:09Ja, und
01:20:11Was machen die Leute da?
01:20:13Ja, eine Demonstration
01:20:14Ja, was ist eine Demonstration?
01:20:16Ja, die
01:20:17Die Leute kommen da hin und schimpfen
01:20:19Dass das so ist
01:20:20Was?
01:20:21Die schimpfen?
01:20:22Da will ich da nicht hin
01:20:24Ja, eine Horrorvorstellung
01:20:27Von kleinen, ja
01:20:29Vier Jahre alt
01:20:30Vier Jahre alt
01:20:31Soll irgendwo hingehen
01:20:32Wo ganz viele Erwachsene sind
01:20:33Die schimpfen
01:20:34Scheiße, was willst du denn da?
01:20:37Supergau
01:20:42Bereits auf ihrer Jungfernfahrt
01:20:43Kollidierte die Titanic
01:20:44Mit einem Eiswürfel
01:20:47Faustregel
01:20:49Wenn es mal mehr Wasser hat
01:20:50Als Whisky in einem Glas
01:20:51Dann ist das Schiff am Sinken
01:20:53Wer es nicht weiß
01:20:54Der merkt sich das
01:20:56Ich habe mir den Dom angeguckt
01:20:58Gestern wieder
01:20:58Es ist ja ein wahnsinniges Teil
01:21:00Also schon mal rein
01:21:02Rein handwerklich
01:21:03Ich finde es aber auch
01:21:04Vom künstlerischen Aspekt
01:21:07Total spannend
01:21:08Katholizismus ist ja der Glamrock
01:21:11Unter den Religionen
01:21:12Ja, also das
01:21:14Architektur macht
01:21:15Architektur dieser Art
01:21:18Zurückgeschlagen zu der Architektur
01:21:20Stalinismus oder das Faschismus
01:21:22Architektur dieser Art
01:21:23Macht Menschen klein
01:21:24Macht Menschen unterwürfig
01:21:28Gegenüber einem
01:21:29Einem großen Gedanken
01:21:31Einem System
01:21:33Das nur kleine Menschen braucht
01:21:34Die wie Ameisen funktionieren
01:21:36Das ist schon klar
01:21:36Deswegen war ja das
01:21:38Was der Luther sich so ausgedacht hat
01:21:39Gar nicht so falsch
01:21:41Das ist so falsch
01:21:42Ich glaube auch nicht
01:21:42Dass ich aus der evangelischen Kirche
01:21:44Ausgetreten wäre
01:21:45Aber ich war nochmal
01:21:46In Köln wirst du nicht
01:21:47Als Evangelium auf die Welt kommen
01:21:49Ich habe ja Musik gemacht
01:22:12Wie alle die in den 50ern geboren sind
01:22:15Natürlich in 60ern
01:22:16Diese ganze Beatwelle mit
01:22:17Erlebt
01:22:18Ich bin 51
01:22:20Also das war natürlich dann genau
01:22:23Als diese britische Beat Invasion
01:22:26Als das dann auf Festland kam
01:22:28Da war ja kein Halten mehr
01:22:30Ich meine das war ja
01:22:31Ist ja schon ein Privileg
01:22:34In der Zeit jung gewesen zu sein
01:22:36Also so jung
01:22:39Teenie
01:22:41Ich habe ich 15, 14, 15
01:22:43In der ersten Band gespielt
01:22:45Wir erkannten
01:22:47Dass das unsere Musik war
01:22:49Das war nicht die Musik
01:22:50Wo irgendwie
01:22:51Ein Typ vor einem Orchester steht
01:22:53Und irgendjemand hat ihm ein Lied geschrieben
01:22:55Und das singt er jetzt
01:22:56Und versucht sich anständig zu benehmen
01:22:58Sondern
01:23:01Da waren diese ganzen Bands
01:23:03Die man auf einmal in den Zeitungen sah
01:23:06Oder wenn dann mal Beat Club im Fernsehen war
01:23:08Dann sah man auch mal so eine Band
01:23:09Wie sie spielte
01:23:11Da waren drei Gitarren
01:23:12Und einer trommelte
01:23:14Und die hatten das selber
01:23:17Komponiert
01:23:18Und da war kein Erwachsener
01:23:20Der sagte wie es richtig geht
01:23:21Das war klar
01:23:22Das war unser Ding
01:23:23Das mussten wir auch machen
01:23:24Ich bin nahtlos
01:23:27Vom Indianerspielen
01:23:28Zum Beatles Spielen übergegangen
01:23:29Nahtlos
01:23:30Da war keine Schnittstelle
01:23:33Das ging
01:23:33Ich kann mich an Tage erinnern
01:23:35Wo wir nachmittags noch im Wald waren
01:23:36Dann haben Indianer gespielt
01:23:37Und abends standen wir irgendwo
01:23:38Und haben Beatles gespielt
01:23:42Da ist dann als der erste Beatles Film rauskam
01:23:44Und ich hab den gesehen
01:23:47An einem Karnevalstag
01:23:49Ich bin ins Kino gegangen
01:23:50Und hab mit den ersten Beatles Filmen
01:23:52Schwarz-Weiß-Filmen
01:23:55Wie hieß der
01:23:56Auf Deutsch hieß er
01:23:57Yeah, yeah, yeah
01:23:58Keine Ahnung
01:23:59Auf jeden Fall
01:23:59Ich hab natürlich diese blödsinnige
01:24:00Deutsch-synchronisierte Fassung gesehen
01:24:02Aber es war egal
01:24:02Ich bin mit meinem Mantel und Degen
01:24:04Und allem Möglichen
01:24:05In das Kino reingegangen
01:24:07Und hab da gesessen
01:24:08Und kam mir plötzlich so scheiße vor
01:24:10Mitten in dem Pfirsch
01:24:12Alles irgendwie zusammengerollt
01:24:14In meinen Umhang
01:24:17Also Hut, Federbohr
01:24:19Federnäne
01:24:20Diese tolle Straußenfeder
01:24:22Degen
01:24:23Alles zusammengerollt
01:24:25In diesen Umhang
01:24:25Bin nach Hause gelaufen
01:24:27An meinen Kleiderschrank
01:24:28Hab den Kommunionsanzug rausgeholt
01:24:29Weißes Hemd
01:24:30Schlebsthaare nach vorne
01:24:31Und für den Rest meines Lebens
01:24:32War ich Beatle
01:24:34War großartig
01:24:35Wann kam denn der Wechsel?
01:24:38Zu was?
01:24:38Von Beatles to Stones
01:24:39Von Beatles to Stones
01:24:41Ganz einfach
01:24:41Weil für
01:24:43Opportunismus
01:24:43Nee, es ist ganz praktisch
01:24:45Die Gründe sind meistens so einfach
01:24:46Dass man gar nicht dran denkt
01:24:48Beatles nachspielen
01:24:49Dafür brauchst du drei wirklich gute Sänger
01:24:53Das stimmt
01:24:55Und wir hatten nur einen
01:24:56Der sich traute zu singen
01:24:58Um es einfach zu sagen
01:24:59Okay
01:25:00Und Beatles singen
01:25:03Das war eigentlich nicht dran
01:25:04Beatles ordentlich zu spielen
01:25:05Dazu musstest du viel komplizierter Akkorde kennen
01:25:09Was die an Harmoniegesang hatten
01:25:11Das war fantastisch
01:25:12Wenn du das bei uns gespielt hast
01:25:15Hast du die Akkorde mal ausgerufen
01:25:16Und irgendwann hat sich das entsprechende Riff
01:25:19Rauf getan
01:25:20Und dann hast du losgezimmert
01:25:21Und das ging
01:25:37Die Stunden ziehen ins Land
01:25:40Der eine angelt
01:25:42Der andere angelt nicht
01:25:45Die schier unglaubliche Konzentration
01:25:48Die von den Männern auf der Jagd
01:25:50Nach dem Wels verlangt wird
01:25:53Macht Hunger
01:25:54Wollen wir was essen
01:25:56Gute Idee
01:25:58Ich glaube sie haben was mitgemacht
01:26:04Vielleicht bauen wir uns einen Tisch
01:26:10Jetzt zeige ich dir mal was ich da mitgebracht habe
01:26:14Das ist für den Vegetarier
01:26:19Und die Parmigiano
01:26:20Vanini
01:26:25Grosse Brötchen
01:26:27Wunderbar
01:26:55Wunderbare Gegend
01:27:03Wie schreibst du denn
01:27:04Wie funktioniert das
01:27:05Ich kann das eigentlich immer nur vergleichen
01:27:07Mit einem Bildhauer
01:27:08Der sein Stück Holz da hat
01:27:10Oder ein Stück Fels
01:27:12Und der muss ja eigentlich nur wegschlagen
01:27:14Was nicht zu seiner Skulptur gehört
01:27:15Das ist ein Prozess
01:27:18Ich arbeite eigentlich mehr wie ein Bildhauer
01:27:20Wenn man es genau nimmt
01:27:22Oder wie ein Maler
01:27:24Meine Bilder gehen eigentlich auch so
01:27:25Das ist ein anderer Weg
01:27:26Der Maler
01:27:27Ja
01:27:27Wie der mit Ton arbeitet
01:27:29Ja
01:27:30Ja aber ob du an irgendeiner
01:27:32Post
01:27:33Ob du an irgendeiner Stelle anfängst
01:27:36Was auf die Leinwand zu kleben
01:27:37Und was ist denn der nächste Schritt
01:27:39Was passiert
01:27:41Wenn ich
01:27:43Was will denn das Stück
01:27:44Was jetzt schon da drauf ist
01:27:45Was will das denn
01:27:46Was ich jetzt tue
01:27:46Also da muss man wirklich
01:27:47In der Zwiesprache
01:27:49Mit diesem weißen Viereck treten
01:27:53Dann zeigst du es wem als erstes
01:27:57Also als erstes in der Regel
01:28:00Ist meine Frau dran
01:28:06Aber du bist ja immer unterwegs
01:28:09Wie machst du das dann mit der Familie
01:28:15Herausforderung
01:28:15Die kennen das ja
01:28:16Die sind
01:28:17Also meine
01:28:19Die Mutter meiner Töchter
01:28:20Hat mich unter den Voraussetzungen kennengelernt
01:28:24Die Mutter meiner Söhne nicht
01:28:26Und deswegen ist die erste hier gescheitert
01:28:28Und die zweite
01:28:30Funktioniert
01:28:30Einfach
01:28:33Es ist ein Familienbetrieb
01:28:34Jeder weiß
01:28:36Was er in dem Familienbetrieb zu tun hat
01:28:38Und man geht flexibel
01:28:41Damit um
01:28:42Man nimmt auch schon mal
01:28:44Übernimmt auch schon mal die Rolle von einem anderen
01:28:46Wenn es nicht anders geht
01:28:46Und
01:28:48Aber jeder kennt die erste
01:28:50Die wichtigste Spielregel ist
01:28:53Wir leben von dem
01:28:54Was Papa da macht
01:28:56Davon leben wir
01:28:57Und
01:28:58Da gibt es Hilfestellung
01:29:00Da gibt es Rückenfreihalten
01:29:03Und das ist ja keine minderwertige Arbeit
01:29:05Also das was meine Frau zu Hause leistet
01:29:07In der Zeit wo ich unterwegs bin
01:29:09Das hat einen ganz hohen Stellenweg
01:29:10Weil die hält den ganzen Betrieb zusammen
01:29:13Also das ist ja nicht nur das
01:29:14Was sie
01:29:15Von morgens bis abends tut
01:29:16Ist morgens die erste die aufsteht
01:29:18Und abends die letzte die ins Bett geht
01:29:20Sieht dass es allen gut geht
01:29:24Das ist ja nicht jetzt irgendwie
01:29:27Das zweitwichtigste in dem Laden
01:29:28Also ich kriegte den Laden nicht so zusammengehalten
01:29:30Das ist ja nicht so ganz hohen
01:29:32Und das ist ja nicht so ganz hohen
01:29:34Und das ist ja nicht so ganz hohen
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