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Warum musste Brammer sterben? ‚Wir rätseln immer noch über das Motiv‘, gesteht Hauptkommissar Siska der Barfrau Ilona, nachdem er mit seinen beiden Kollegen Hahne und Lessmann alle möglichen Überlegungen über den Tod des Schuhhändlers angestellt hat. Karl Brammer wurde in den Morgenstunden auf einem Uferweg an der Isar erschossen. Die Bardame war eine Person, die sein Vertrauen genoss. Ilona berichtet Siska von den Sorgen, privaten wie geschäftlichen, die der Ermordete hatte. (Text: ZDF)
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00:07Musik
00:47Loppe!
00:49Loppe!
00:50Dreckig!
01:06Kanzlei Wessel, guten Tag!
01:08Brammer, Herrn Rechtsanwalt bitte!
01:10Herr Doktor Wessel ist im Moment zu Tisch!
01:12Dann ruf ich später nochmal an, danke!
01:25Das tut mir leid.
01:27Was tut dir leid?
01:29Dass du dir weh getan hast.
01:31Mach dir nichts draus.
01:32Du kannst nicht anders.
01:34Hast du den Zettel gelesen, den ich dir hingelegt habe?
01:38Bring die Scherben weg und ruf den Glaser an.
01:41Ich habe geschrieben,
01:43wir könnten vielleicht eine Schiffsreise zusammen machen.
01:47Ich meine, du wolltest doch immer mal...
01:51Das war in einem anderen Leben.
01:53Als du noch dein Verstand hattest.
01:55Ich habe meinen Verstand.
01:57Das glauben alle, die verrückt sind.
02:00Die Ärzte glauben das auch.
02:02Und das Gericht.
02:03Dein Antrag wurde ablehnt.
02:05Hier, Lies.
02:08Keine Geistesschwäche.
02:11Keine Verschwendungssuche.
02:12Man hat mir volle Geschäftsfähigkeit attestiert.
02:15Du hast es schon immer verstanden, einem was vorzumachen?
02:19Das würde dir so passen.
02:21Ich unter Vormundschaft und nur die Chefin der Firma, was?
02:24Du kommst trotzdem nicht mehr hoch.
02:26Nicht bei mir und nicht bei anderen.
02:28Sieh dich doch an.
02:29Du bist fertig.
02:30Ich habe nicht gewusst, dass ein Mensch so gemein sein kann.
02:34Ich habe gedacht, wenn man liebt, bekommt man was zurück.
02:38Wenigstens ein kleines bisschen.
02:39Du wolltest keine Liebe.
02:40Du wolltest ein junges Ding, das du bespringen kannst.
02:43Und ich war dämlich genug, auf dich reinzufallen.
02:46Ich habe nicht gewusst, was für ein mieser, kleiner Schuster du bist.
02:49Aber dieser miese, kleiner Schuster, der hat dir sein Leben gegeben.
02:52Und zwar sein ganzes Leben.
02:54Lass mich in Ruhe.
02:57Entschuldigung, ich habe nicht gewusst, dass Sie...
02:59Haben Sie jetzt Ihre Zweitwohnung angerichtet?
03:02Nein, nein, ich habe nur die alten Kataloge rausgesucht.
03:05Ich dachte mir, vielleicht könnten wir was für die Kollektion übernehmen.
03:08Sie sagten doch selber, dass...
03:09Hier hinschaut aus der Hose.
03:19Ich kann nicht mehr.
03:25Na, Benz?
03:34Ja.
04:00Ich komme mir vor wie ein Reudehörer Hund, den man vom Hof geprügelt hat.
04:05Dazu hast du dich selber gemacht.
04:12Sie hat so lange gesagt, ich wäre dumm und unfähig, wie sie es geglaubt hat.
04:23Ich habe immer alles geglaubt, was sie gesagt hat.
04:28Ich habe mir gedacht, die ist so viel glühe als ich.
04:35Ich hätte mich sogar unter Vormundschaft stellen lassen, wenn sie mich nie bedrohen hätte.
04:45Jetzt habe ich nicht aufgewacht.
04:47Ja, aber du lebst immer noch mit ihr unter einem Dach.
04:51Wo soll ich denn hin?
04:54Ich weiß ja nicht mehr, was mir gehört.
04:56Das Haus?
04:58Die Filialen?
05:01Was ist überhaupt noch mal eins?
05:03Ja, das fragt sich heute manch einer.
05:05Und sie entkommen.
05:15Oder was sie macht da?
05:18Ich kenne das Foto.
05:21Ich habe sie weggejabt.
05:25Und sie ist gegangen.
05:28Stimmt.
05:30Und leise.
05:32Was hast du jetzt vor?
05:43Ich verliere es nicht, ja.
05:50Wissen Sie, für mich gibt es schöne Tage und schlechte Tage.
05:54Für mich zählen nur die schönen.
05:57Und dann geht es uns.
05:58Freunde.
06:02Jedermann hat einen guten Freund und einen bösen Feind.
06:05Der eine zieht ihn in die Höhe, der andere stößt ihn in die Tiefe.
06:16Ich möchte gerne mit ihr tanzen.
06:19Jusuf, die Herrschaften.
06:21Ah, ich grüße Sie.
06:23Einen dreckigen guten Abend.
06:25Hallo, was darf ich jetzt?
06:41Alles klar zwischen uns?
06:44Alles klar.
06:45Alles klar.
07:31Alles klar, was geht es.
07:33Nase.
07:33Ach, was ist es?
07:35Ach.
07:39Machsterschöne.
07:39Machsterschöne.
07:40Machsterschöne.
07:40Machsterschöne.
07:42Machsterschöne.
07:54Hau ab!
07:57Hau ab!
08:18Hau ab jetzt!
08:30Entschuldigung wieder?
08:33Mama!
08:58Hallo?
08:59Ich habe meine Arbeit erledigt.
09:01Was ist?
09:02Er ist tot.
09:04Wer ist denn da?
09:05Das ist eine dämliche Frage.
09:07Ich will mein Geld.
09:07Ich verstehe nicht, was Sie meinen.
09:09Ich warte auf die Kohle.
09:11Lassen Sie mich in Ruhe.
09:18Wer war denn das?
09:20Irgendwer, keine Ahnung.
09:22Wer ist das?
09:27Wer ist das?
09:46Wer ist das?
09:49Haben Sie das gesehen?
09:50Nein, es reicht nur, was ich jetzt sehe.
09:52Einen wunderschönen guten Tag.
09:58Wer ist das?
10:03Wer ist das?
10:10Wer ist das?
10:16Wer ist das?
10:40Wer ist das?
10:53Wer ist das?
10:56Wer ist das?
10:58Wer ist das?
11:02Wer ist das?
11:05Wer ist das?
11:16Wer ist das?
11:18Wer ist das?
11:32Wer ist das?
11:35Wer ist das?
11:37Wer ist das?
11:40Wer ist das?
11:43Wer ist das?
11:45Wer ist das?
11:47Wer ist das?
11:48Wer ist das?
11:48Wer ist das?
11:49Wer ist das?
11:50Wer ist das?
12:02Wer ist das?
12:03Wolfsburg. Bin ich sicher. Kriminalkolizei Siska, mein Kollege Lessmann. Guten Morgen.
12:11Was kann ich für Sie tun? Sie sind die Besitzerin der Bar. Ich arbeite hier. Kennen Sie diesen Mann?
12:21Was ist passiert? Er wurde erschossen. Vor der Mariannenbrücke. Kennen Sie den Mann? Das ist
12:28Schuster. Ja, wir kennen ihn. Wann war denn das letzte Mal hier? Vergangene Nacht. Der war
12:36fast jede Nacht hier. Fast jede Nacht war der hier. Wir waren sozusagen sein zweites
12:41Zuhause. Wissen Sie mehr über ihn? Hat er was erzählt? Das Übliche. Er hatte Sorgen. Private,
12:46geschäftliche. Deshalb kommen die Leute her. Sie wollen sich ausheulen und später getröstet
12:51werden. Davon lebt der Laden, ja. Was zu trinken? Nein, danke.
12:58Wissen Sie, wie der Mann hieß? Brammer. Karl Brammer. Und die Adresse? Obermenzing. Die Straße
13:06weiß ich nicht. Genannt haben die ihn Schuster. Warum? Weil er als ganz kleiner Schuster angefangen
13:12hat. Später hat er dann mehr als 20 Schuhgeschäfte besessen. Als Herr Brammer Morgengrauen die
13:20Bar verlassen hat, haben Sie da gesehen, ob ihm jemand gefolgt ist? Yusuf, ist dem Schuster jemand
13:25gefolgt? Sie haben mit ihm getanzt. Ihr habt ja was getrunken und... Mehr weiß ich leider
13:32nicht. Das tut mir leid. Vielleicht hat der Jerry etwas gesehen. Wer ist Jerry? Jerry Tuckett,
13:39das ist unser Türsteher. Ihr Jerry hat doch sicher auch eine Adresse.
14:03Was haben wir denn da? Das sind ja lauter zutrauliche Schoßhunde. Ich glaub, wir lassen das, aber will ich das
14:09nicht telefonisch klären? Ne, ne, wir tun einfach so, als ob wir sie mögen. Ja, und wenn die
14:12Wenn die uns nicht mögen, dann ist das, äh, schlecht.
14:23Na komm, Lesmann.
14:31Was meinst du, ob die wissen, dass wir Freunde sind?
14:34Nur ein Biss unter Knochen ist irrisch.
14:36Sag bitte nicht Knochen, weil...
15:00Bravo, das trauen sich nicht viele.
15:02Von Trauen kann keine Rede sein.
15:04Pablo, die war aus! Platz!
15:08Ach, Pablo heißt der. Und Sie sind...
15:14Sagen Sie, wir haben uns doch schon mal gesehen.
15:17Das kommt mir auch so vor.
15:19Na klar, heute Morgen, auf der Isarbrücke.
15:21Sie sind doch dieser Ausländerfreund, Kripo, Siska, mein Kollege Lesmann.
15:25Guten Tag.
15:27Ich war auf dem Nachhauseweg.
15:28Von der Giulietta-Bar.
15:30Was wissen Sie denn noch alles?
15:32Na zum Beispiel, dass der Mann, der an der Brücke ermordet wurde, Stammgast in der Bar war.
15:36Karl Brammer, genannt der Schuster.
15:39Was wollen Sie jetzt von mir hören?
15:41Dass es mir leid tut.
15:43Aus, hab ich gesagt! Und ab!
15:46Wir wollen beispielsweise hören, ob Ihnen etwas aufgefallen ist, als Herr Brammer in den Morgenstunden die Bar verlassen hat.
15:52Er sagte wie immer einen schönen Morgen noch, ging zum Taxihalteplatz und stieg in einen Wagen.
15:56Es ist unmittelbar nach Brammer noch jemand aus der Bar gekommen.
16:00Nicht, dass ich wüsste.
16:01Ist dem Taxi jemand gefolgt?
16:05Als der Taxi losfuhr, startete auf der gegenüberliegenden Seite ein Wagen und fuhr in dieselbe Richtung.
16:10Kann aber auch Zufall gewesen sein.
16:12Was war denn das für ein Wagen?
16:13So ein Geländewagen, so ein großer.
16:16Na und, haben Sie das Kennzeichen erkannt?
16:18Nee, habe ich mich nicht dafür interessiert.
16:20Sagen Sie mal, Sie richten diese Hunde hier ab, ja?
16:23Ja, von einem Beruf heutzutage kann keiner mehr leben.
16:25Ach, das Schafmachen von Hunden ist ein Beruf, ja dann.
16:28Danke für Ihre Hilfe.
16:29Komm, Lesma.
16:47Ist das Ihr Mann?
16:49Ja.
16:55Wann haben Sie ihn denn zum letzten Mal lebend gesehen?
16:59Ich weiß nicht.
17:01Gestern Abend.
17:03Hat er gesagt, wohin wollte?
17:05Wir redeten nicht viel miteinander.
17:08Wissen Sie, wer es war?
17:11Noch nicht.
17:12Wissen Sie es?
17:14Woher denn?
17:17Danke, das war es erst mal.
17:18Ich habe hier noch ein paar Fragen.
17:20Zwei Minuten.
17:20Danke, Hane.
17:27Also, schießen Sie los.
17:31Sorgfältig meine Kürtel-Nedel und die Handinnenflächen kaputt.
17:37Schwerarbeit.
17:40Typisch für einen Mann, der sich nach oben geboxt hat.
17:43Innere Organe?
17:44Das Herz in ziemlich desolaten Zustand.
17:48Die Kranzgefäße umfassend verstopft.
17:51Früher oder später hat es ihn umgeworfen.
17:53Er hat Blutverdünner genommen und Atorvastatine.
17:57Todesursache?
17:58Das erste Geschoss hat die Leber gestreift und das zweite die rechte Herzkammer durchschlagen.
18:06Neun Millimeter.
18:09Können Sie mir gleich geben.
18:12Dankeschön.
18:23Bitte kommen Sie rein.
18:27Sehr schöne Einrichtung.
18:29Aber nichts Echtes.
18:30Alles Hohl.
18:33Angabe.
18:33Die Leute sollten was zum Staunen haben.
18:36Aber Sie haben sich doch hier wohl gefühlt.
18:38Ich war am liebsten im Garten.
18:40Das Loch im Fenster, ist das neu?
18:42Sein Abschiedsgeschenk.
18:46Damit hat er es eingeworfen.
18:48Wollte er denn jemanden treffen?
18:50Im Zweifelsfall mich.
18:53Sie haben sich mit Ihrem Mann nicht so gut verstanden.
18:56Sie können sich setzen.
18:59Wir haben aneinander vorbeigelebt.
19:02Er wusste gar nicht, wer ich bin.
19:05Er hat sich irgendwas vorgestellt.
19:06Ich weiß nicht.
19:07Und Sie?
19:10Ich wollte in die Arme genommen und festgehalten werden.
19:14Hatte Ihr Mann Feinde?
19:17Er hatte Schulden bei Geschäftspartnern.
19:19Er konnte nicht mehr zahlen.
19:21Die Geschäfte gingen jetzt so schlecht?
19:24Er hatte sie verspekuliert.
19:26Mit Immobilien und Fonds.
19:28Ich verstehe nichts davon.
19:30Frau Brammer, wo waren Sie gestern Nacht?
19:33Im Haus hier.
19:34Ich habe geschlafen.
19:36Dafür haben Sie natürlich keine Zeugen.
19:39Ich hatte Besuch.
19:41Darf man fragen, von wem?
19:44Der Geschäftsführer meines Mannes war hier.
19:46Die ganze Nacht?
19:48Ja.
19:49Und wenn Ihr Mann überraschend gekommen wäre?
19:52Oder wussten Sie, dass er nicht mehr nach Hause kommen würde?
19:56Er ist von seinen Sauftouren immer gleich ins Büro gefahren.
20:01Ihr Mann wusste von Ihrem Verhältnis zu seinem Geschäftsführer
20:06und hatte keine Einwände.
20:08Er brauchte ihn.
20:10Er fand sich allein nicht mehr zurecht.
20:15Danke.
20:25Morgen.
20:26Morgen.
20:27Victor, der Geschäftsführer, heißt Oliver Wirth.
20:30Brammer hat ihn selbst eingestellt.
20:31Und die Geschichte mit der Frau hat er ohne Zögern zugegeben.
20:34Er meinte, er wäre da mehr oder weniger reingerutzt.
20:38Sie hat es ihm also ziemlich leicht gemacht.
20:40Und immer wieder lockt das Weib.
20:42Arne!
20:44Hat er denn was über die finanzielle Lage des Geschäfts gesagt?
20:48Brammer hat total den Überblick verloren.
20:50Deswegen hat er ihn ja geholt.
20:52Aber zu retten ist er wohl nicht mehr viel.
20:54Jetzt reicht es aber langsam mit diesem Bonsai.
20:57Ja, ja, ist der letzte.
21:00Hane?
21:01Hane?
21:01Für heute.
21:27Hane?
21:28Für heute.
21:56Ein drittes Geschoss.
21:58Hatte ich auch nicht anders erwartet.
22:01Danke.
22:02Gerne.
22:11Hallo?
22:12Ich war am Fabrikenplatz.
22:14Ich habe nichts gefunden.
22:15Was ist los?
22:16Haben Sie schon mal angerufen?
22:17Ja.
22:19Was wollen Sie?
22:20Mein Geld, die zweite Rate.
22:22Nach Erledigung des Auftrags zu zahlen.
22:24Ich habe Ihnen keinen Auftrag erteilt.
22:26Lassen Sie mich bitte in Ruhe.
22:27Pass mal auf.
22:29Wenn du mich verarschen willst, dann kriegst du genau das, was du für deinen lieben
22:31Gehemann bestellt hast.
22:32Das war nämlich kein Vergnügen für mich.
22:35Pass gut auf dich auf.
22:36Ich will nur mein Geld.
22:49Guten Tag, Frau Barmer.
22:50Es tut mir so leid.
22:51Danke.
22:54Was kann ich für Sie tun?
22:56Es ist Herr Wörter.
22:57Der ist im Büro.
22:58Danke.
23:04Aber nein.
23:05Die Filialen in Rosenheim, Fürthner und Landsberg sind schon lange aufgegeben.
23:09Hat Ihnen der Herr Barmer das nicht schon Anfang des Jahres mitgeteilt?
23:13Na, dafür kann ich doch nichts.
23:15Es tut mir leid.
23:17Ja, ja, ja, ja.
23:18Wir werden unser Bestes geben.
23:19Ich melde mich wieder.
23:21Wiederschauen.
23:25Ach du meine Bitte.
23:26Du siehst ja ganz elend aus.
23:27Es nimmt dich ganz schön mit, was?
23:29Na, komm rein.
23:30Ein Mann hat angerufen.
23:32Er sagte, ich hätte ihm den Auftrag für den Mord erteilt.
23:36Und jetzt will er Geld haben.
23:39Kanntest du die Stimme?
23:40Sie war irgendwie verzerrt.
23:44Trittbrettfahrer.
23:45Er hat irgendwas in der Zeitung gelesen und will jetzt groß absahnen.
23:48Vergiss es.
23:49Er hat schon mal angerufen.
23:50In der Nacht, als es passierte.
23:52Da stand noch nichts in den Zeitungen.
23:57Hast du was damit zu tun?
23:58Womit?
24:00Mit dem Mord.
24:02Dann bist du verrückt.
24:04Warum sollte ich ihn denn umbringen?
24:06Er hat mir doch nichts getan.
24:08Vielleicht, weil du mich für dich allein haben willst.
24:12Ich glaube kaum, dass ich deswegen einen Mord bestelle.
24:15Natürlich nicht.
24:17Entschuldige bitte.
24:19Schuhhaus Brammer, wird am Apparat?
24:22Ja, wir haben miteinander gesprochen.
24:23Einen Moment bitte.
24:24Bist du so lieb, ist es sehr wichtig.
24:28Also hören Sie, die Kollektion läuft nicht.
24:30Nein, nein.
24:31Weder bei uns noch anderswo.
24:32Sie können bei Rot nachfragen und auch bei Schirmer.
24:49Herr Dörfler?
24:51Ja?
24:53Hier.
24:54Hinter dem Auto.
24:56Oh.
24:56Oh.
25:02Wollen Sie mir was verkaufen?
25:05Nein, nein.
25:06Keine Angst.
25:07Kriminalpolizei.
25:08Auch da keine Angst.
25:11Siska, mein Kollege Lessmann, wir haben nur ein paar Fragen.
25:14Guten Tag.
25:14Sind Sie wegen dieser Sache hier?
25:18Ich kann mich bis heute nicht richtig bewegen.
25:20Ja.
25:21Die Waffe, mit der Sie niedergeschossen wurden, die wurde gestern wieder benutzt.
25:26Nur diesmal kam ein Mensch dabei zu Tode.
25:29Da bin ich ja noch gut weggekommen.
25:32So kann man es auch sehen.
25:33Wir haben uns die Zeugenaussagen von damals angesehen und ihre eigenen Angaben.
25:37Sie kamen aus ihrem Lokal und im Hof stand ihr Wagen.
25:41Als ich einsteigen wollte, kam er auf mich zu.
25:46Er hat nichts gesagt.
25:48Er hat einfach abgedrückt.
25:50Sie sagten damals, Sie würden ihn wiedererkennen.
25:52Ja.
25:53Als ich da lag, da hat er sich über mich gebrügt.
25:57Sie haben bis heute keine Ahnung, wie er damals auf Sie geschossen hat.
26:00Ich hatte den Mann noch nie gesehen.
26:02Ich hatte keine Feinde und das Lokal lief gut.
26:06Aber ein halbes Jahr später haben Sie das Lokal verkauft.
26:08Warum?
26:10Ich konnte mich nicht mehr hinter der Theke bewegen.
26:12Ich war kaputt.
26:15Aus.
26:17Der Mann, von dem Sie mir gerade erzählt haben, wissen Sie, warum er erschossen wurde?
26:21Wir wissen noch nichts.
26:23Aber es war derselbe Strolch.
26:26Strolch ist ja ein nettes Wort für einen Killer.
26:29Es war dieselbe Waffe, ja, aber ob derselbe Täter?
26:33Danke.
26:35Wiederschauen.
26:45Und die Liebe hört nimmer auf.
26:49Ist eigentlich ein schöner Gedanke, Hane, aber woher haben Sie denn das Foto?
26:54Davon hat damals jede Filiale eins bekommen.
26:58Außerdem gab es für jeden Mitarbeiter eine Flasche Sekt.
27:01Da hat er noch was im Vollen geschöpft.
27:02Was haben Sie denn auf der Bank erfahren?
27:06Am Nachmittag vor seinem Tod hat er sein Konto leer gemacht.
27:0932.000 Bar ausgezahlt.
27:11Und was, wenn er an Ihnen morgen bei seinem Spaziergang an der Isar die noch in der Tasche hatte?
27:16Dann stellt sich die Frage, ob jemand von seinem Tascheninhalt gewusst hat.
27:19Genau.
27:22Nein, er hat anschreiben lassen und am Ende des Monats hat er bezahlt.
27:25Einfach so aus der Tasche?
27:27Nein, natürlich mit Kreditkarte.
27:29Ein Geschenk des Hauses?
27:30Ich bin Beamter, darf keine Geschenke annehmen.
27:33Ach, das macht doch nichts.
27:34Hauptsache, es schmeckt. Prost.
27:37Ich war hier nur sehr gewalt.
27:39Und ich fahre.
27:40Oh, kriege ich in.
27:42In welcher Stimmung war Herr Barmer denn vorgestern Abend?
27:47Er hat das Foto seiner ersten Frau rausgeholt.
27:49Das hat er immer gemacht, wenn es ihm schlecht ging.
27:52Sie hat mit ihm gemeinsam die Firma aufgebaut und dann hat er sie weggehen lassen.
27:56Für die Jüngere.
27:58Ja, wie das Triebläden so spielt.
28:02Hat er mal über seine zweite Frau gesprochen?
28:04Ja, er kannte kaum ein anderes Thema.
28:07Er hat sie geliebt, aber diese Liebe hat ihm irgendwie den Verstand geraubt.
28:14Man kennt das ja.
28:16Am Schluss gab es nur noch Hauen und Stechen.
28:17Sie hat, glaube ich, sogar versucht, ihn entmündigen zu lassen,
28:20weil er angeblich eine Gefahr für sich und die Umwelt wäre.
28:23Das heißt, sie wollte ihn los sein, ohne auf sein Geld verzichten zu müssen?
28:27Naja, ich glaube, davon war nicht mehr viel übrig.
28:30Haben Sie den Mann hier schon mal gesehen?
28:35Nein, ich glaube nicht.
28:36Das Foto stammt aus einer alten Polizeiakte.
28:39Der Mann heißt Rolf Dörfler.
28:41Er wurde mit derselben Waffe niedergeschossen, mit der auch Ihr Freund Brammer getötet wurde.
28:45Brammer war nicht mein Freund.
28:48Was dann?
28:49Ein armes Schwein, das für ein paar gute Worte bezahlt hat.
28:52Und auf gute Worte verstehen Sie sich, ja?
28:56Nein, aber ich verstehe was von Menschen.
28:58Ich spüre, was mit ihnen los ist.
29:02Was spüren Sie bei mir?
29:04Dass Sie zu oft alleine sind.
29:06Was kann ich dagegen tun?
29:07Indem Sie wiederkommen.
29:12Prost, Kollege.
29:14Danke.
29:40Hallo?
29:41Es war wieder nichts da.
29:43Es ist sinnlos.
29:45Du meinst, du kannst mich verarschen.
29:46Bitte hören Sie zu.
29:47Ich kenne Sie nicht und ich habe Sie um nichts gebeten.
29:52Ich muss Schluss machen.
29:53Ich bekomme Besuch.
29:55Polizei?
29:56Ja.
29:57Dann erzähl denen nochmal, die wir uns kennengelernt haben.
30:05Sie können gerne weiter telefonieren.
30:07Wir gehen zu lange schwimmen.
30:09Es war nicht so wichtig.
30:11Wollen Sie sich nicht abdrücken?
30:15Ihr Anwalt hatte beim Vormundschaftsgericht München Antrag gestellt auf Entmündigung Ihres Mannes.
30:22Entmündigung?
30:22Weshalb denn?
30:24Er wusste nicht mehr, was er tat.
30:26Er stand völlig neben sich und sagte Dinge.
30:28Zum Beispiel?
30:30Ich hätte mich mit seinen Bankleuten zusammengetan, um ihn um sein Geld zu bringen.
30:35Oder ich hätte ihm seine Medikamente weggenommen, um ihn umzubringen.
30:39Dabei hatte er sie selbst verliegt.
30:42Er behauptete sogar, ich wäre schuld, dass seine Frau gestorben ist.
30:47Ich hätte sie krank gemacht.
30:49Dabei habe ich sie nie gesehen.
30:51Eine Frage, Frau Brammer.
30:53Haben Sie Ihren Mann eigentlich mal geliebt?
30:57Ich weiß nicht.
30:59Aber Sie wissen, was Liebe ist.
31:03Ich brauche sie.
31:22Eine attraktive Frau, aber irgendwie einsam.
31:26Verzweifelst.
31:27Dass wir Sie beim Telefonieren überrascht haben, das war ja unangenehm.
31:32Ich finde, wir sollten da in Zukunft mit telefonieren.
31:34Ich meine, Herr Hane, das, was wir gegen die Frau in der Hand haben, reicht das für eine Abhörgenehmigung.
31:38Kommt darauf an, wie wir es formulieren.
31:40Wir?
31:40Sie.
31:42Na, habe ich mir doch gleich gedacht.
31:49Na, wieder mal hier.
31:50Ja.
31:50Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen.
31:51Schönen Abend.
31:55Kann ich mal vorbei?
31:57Du kommst hier nicht rein.
31:58Ich will aber rein.
31:59Das ist nichts für dich, geschlossene Gesellschaft.
32:01Ich gehöre dazu.
32:02Sag mal, bleib mal ganz friedlich, ja?
32:04Schieb ab.
32:04Sag mal!
32:14So, ich brudig mal ein bisschen aus, ja?
32:39Herr Dörfler!
32:40Können wir Ihnen helfen?
32:42Danke.
32:43Das ist ja nett von Ihnen.
32:45Ich habe hier ein paar Einkäufe.
32:49So.
32:50Ja, hier.
32:52Dankeschön.
32:53Klar.
32:59Wenn Sie die Sachen bitte zum Tisch bringen würden.
33:03Ja.
33:03Wie ist denn Ihr Lokal?
33:05Wilder Mann.
33:06Eine Goldgrube.
33:09Da hängen Bilder.
33:11Ach, äh, das bitte nicht.
33:12Das zum Ofen, bitte.
33:15Sie haben Ihre Kneipe damals ja an die Firma Gastromat verkauft.
33:21Diese Firma besaß zu dem damaligen Zeitpunkt bereits zwei Dutzend Cafés, Kneipen, Billiardsalons in bester Lage.
33:28Dem Besitzer dieser Firma wird nachgesagt, dass, wenn ihm ein Objekt gefällt, der Inhaber aber nicht verkaufen will, er einen
33:34gewissen Druck ausübte.
33:39Könnte es sein, dass in Ihrem Fall dieser Druck ein Pistolenschuss war?
33:44Darüber denke ich nicht nach.
33:47Ich habe den Laden geliebt, die Gäste und meine Leute.
33:51Ich habe auch eine Menge Geld dafür gekriegt.
33:54Und dem Besitzer von Gastromat konnte ja auch nichts nachgewiesen werden.
33:57Jetzt wissen Sie, wie es läuft.
34:02Sie sind ein erstaunlicher Mann.
34:15Jetzt warten wir schon eine Viertelstunde.
34:17Ja, tut mir leid.
34:20Entschuldigung.
34:21Früher gab es Aktenordner, die funktionierten immer.
34:23Ich weiß, dass Sie mit meinem Computer nicht viel am Hut haben, aber er erzählt immer wieder interessante Dinge.
34:29Der Firma Gastromat gehört nicht nur das Lokal Wildermann, sondern auch die Bar Giulietta, die unser Opfer häufig besucht hat.
34:39Na, was sagen Sie dazu?
34:41Ein ehemaliger Gastwirt wird angeschossen, ein Schuhgroßhändler wird totgeschossen.
34:46Beide hatten so oder so Kontakt zur Firma Gastromat.
34:51Zufall?
34:53Ich denke, nein.
35:10Ich denke, nein.
35:41Sind Sie so nett, kümmern Sie sich drum?
35:47Weißt, ich freue mich immer, wenn ich dich sehe.
35:49Aber ich habe hier auch noch einen Job zu machen, weißt du?
35:51Ich muss diesen Miststall über die Runden bringen.
35:54Das kam heute Morgen mit der Post.
35:56Das ist seine Brieftasche.
35:57Ah, und hast du nachgesehen, ist noch alles drin?
36:00Ich weiß nicht, was er drin hatte. Der Zettel war dabei.
36:02Ja.
36:06Ich warte nicht länger.
36:09Ich gehe zur Polizei.
36:11Das ist sicher das Beste.
36:13Aber überleg dir genau, was du denen erzählst. Ich meine, nicht, dass die auf die Idee kommen, du steckst wirklich
36:17dahinter.
36:20Na ja, du hast einen Geliebten.
36:23Hey.
36:25Du wolltest deinen Mann entmündigen lassen. Er hing dir zum Hals raus. Du wolltest ihn loswerden.
36:29Klar, was jeder verstehen kann, der ihn kannte. Ich auch.
36:32Aber die Polizei kennt ihn nicht. Und dann kommt natürlich noch etwas erschwerend hinzu.
36:41Die Leute, mit denen du früher verkehrt hast, waren nicht unbedingt das, was man vertrauenswürdig nennen kann.
36:48Und?
36:49Na ja, du könntest dir einen von denen veranlasst haben, dir zu helfen.
36:53Du sagst das, als ob du selber glaubst.
36:55Ach nein. Ich versuche mich einfach nur in die Polizei zu versetzen.
37:00Na ja, du sagst, da waren diese Anrufe und dann kam die Brieftasche und du weißt aber nicht, wer dahinter
37:05steckt.
37:05Vielleicht einfach nur jemand, der dich schikanieren will.
37:09Schön und gut, aber woher hat er die Brieftasche? Und warum schickt er sie dir?
37:16Ja, bitte?
37:18Entschuldigung. Herr Dismann von der Firma Lange.
37:21In fünf Minuten.
37:25Sag, was wir tun sollen.
37:27Nicht wir. Du.
37:30Warum sagst du das? Ich habe Angst.
37:34Das kann ich sehr gut verstehen.
37:37Aber ich möchte einfach nicht in die Sache reingezogen werden.
37:41Das musst auch du verstehen.
37:49Die Ausschankgesellschaft Gastromat ist vor zwei Jahren verkauft worden.
37:54Für satte drei Millionen.
37:57Und der ehemalige Besitzer?
37:59Ist mit unbekannten Ziel und den Millionen verzogen.
38:02Neuer Besitzer ist ein Konsortium von Ärzten und Rechtsanwälten, die ihr Geld vermehren wollten.
38:08Scheint eine solide Sache.
38:10Hm.
38:11Natürlich.
38:13Ich glaube, ich störe.
38:16Was?
38:17Nein, nein.
38:19Ich, äh, ich denke nur über etwas nach.
38:23Wenige Stunden vor seinem Tod holt dieser Karl Brammer sein gesamtes Geld von der Bank.
38:31Warum?
38:31Um ein Geschäft zu machen?
38:33Oder weil er nicht wollte, dass seine Frau etwas davon bekommt, wenn ihm etwas passiert?
38:37Aber da hätte er ja ahnen müssen, dass ihm etwas passieren würde.
38:41Und wenn er es geahnt hat, warum hat er nichts dagegen unternommen?
38:45Schönen Gruß von den Kollegen der Telefontechnik.
38:47Sie spielen uns gleich ein Gespräch rüber, das sie aufgenommen haben.
38:50Klasse.
38:52Siska?
38:53Ja, ja, ihr könnt anfangen.
38:55Mitschnitt 1, Mittwoch, 16.14 Uhr 31.
38:59Hallo?
39:00Hast du die Briefwasche bekommen?
39:02Das Foto seiner ersten Frau war drin, deins nicht.
39:05Warum wohl?
39:07Aber zu dir, du rechnest damit, dass ich dir nichts tue.
39:10Nur weil du zahlen kannst, solange du lebst.
39:13Richtig gerechnet.
39:14Aber manchmal verzichtet man niemals, dass man sich verscheißern lässt.
39:17Ich mache dir nun Vorschlag.
39:19Vom Rest zahlst du die Hälfte.
39:21Dann lasse ich dich in Ruhe.
39:22Wenn nicht, dein Mandat nur kurz gelitten.
39:25Bei dir wird es länger dauern.
39:27Ende Mitschnitt 1, 14.32 Uhr.
39:31Oh, das nenne ich heiß serviert.
39:37Das kam heute Morgen mit der Post, seine Brieftasche.
39:40Wann haben Sie den ersten Anruf denn bekommen?
39:43Am Morgen, als mein Mann ermordet wurde.
39:45Ich lag noch im Bett.
39:46Dann hat sich der Anrufer immer wieder gemeldet?
39:49Er wollte Geld.
39:50Er hat mich bedroht.
39:51Er sagte, ich hätte den Mord bei ihm bestellt.
39:53Und?
39:54Haben Sie das?
39:55Ich kenne den Mann doch gar nicht.
39:56Aber er kennt Sie.
39:58Er hat Ihnen die Brieftasche geschickt, die Ihr Mann abgenommen hat.
40:02Sprechen wir mal Klartext, Frau Brammer.
40:04Sie mochten Ihren Mann nicht sonderlich.
40:05Und sicher haben Sie oft gedacht, dass es ihm besser ginge, wenn er nicht mehr da wäre.
40:09Das ist doch die Wahrheit.
40:10Nicht wahr?
40:10Ja, aber ich habe ihn nicht umbringen lassen.
40:12Der Anrufer behauptet etwas anderes.
40:15Warum sollten wir Ihnen mehr glauben als dem Mann, der mit einiger Wahrscheinlichkeit der Mörder ist?
40:20Er hat seine Arbeit gemacht, jetzt will er sein Geld.
40:22Das hat eine gewisse Logik, finden Sie nicht?
40:24Ich weiß nicht, ob es logisch ist.
40:26Ich weiß nur, dass ich nichts damit zu tun habe.
40:28Aber wenn Sie nichts damit zu tun haben, warum haben Sie uns nichts von diesen Anrufen erzählt?
40:32Aber das haben Sie doch selber gesagt.
40:35Weil ich meinen Mann verabscheut habe.
40:37Weil ich alles getan hätte, um ihn...
40:38Um ihm loszuwerden.
40:40Aber ich hätte ihn nie umbringen lassen.
40:42Dazu hätte ich gar nicht den Mut gehabt.
40:45Sie sind eine mutige Frau, Frau Brammer.
40:48Nehmen wir mal an, Sie sagen die Wahrheit.
40:49Warum ruft Sie dieser Mann ständig an?
40:51Warum will er Geld?
40:53Wofür?
40:53Ich weiß es nicht, weil er mich fertig machen will.
40:56Wie mich mein Mann fertig gemacht hat.
40:58Ah, das müssen Sie uns aber genauer erklären.
41:01Wenn er gesagt hat, ich wollte ihn um sein Geld bringen.
41:04Oder mich angebrüllt hat, wenn ich zu spät nach Hause kam.
41:08Ich war in allem schuld, dass seine Geschäfte kaputt gingen.
41:11Dass er getrunken hat.
41:12Und jetzt soll ich auch noch Schuld haben, dass er ermordet wurde.
41:15Wussten Sie, dass Ihr Mann wenige Stunden vor seinem Tod sein letztes Geld von der Bank geholt hat?
41:20Er hat mit mir nie über seine Bank Sachen gesprochen.
41:23Haben Sie eine Vermutung, wer das Geld bekommen sollte?
41:26Kann ich es bestimmt nicht, ich.
41:28Hat er vielleicht eine Geliebte gehabt?
41:31Es gab nur mich.
41:33Und weil ich ihn nicht mehr wollte, hat er mich verfolgt.
41:35Mit Hass und Tränen.
41:37Der Mann, der Sie mit seinen Anrufen belästigt, wird sich wieder melden.
41:42Sie können uns helfen, ihn zu fassen.
41:45Jetzt hören Sie mir bitte ganz genau zu.
41:47Zunächst einmal gehen Sie auf alle Forderungen ein.
41:49Verwickeln Sie den Mann in ein Gespräch, beispielsweise über die Einzelheiten einer Geldübergabe.
41:54Halten Sie ihn in jedem Fall so lange hin, wie Sie nur können.
41:57Vielleicht gelingt es so einem unserer Techniker, den Platz zu orten, von dem er telefoniert.
42:01Wenn Sie uns nicht helfen, müssen wir annehmen, dass Ihnen nicht daran gelegen ist, den Mann zu fassen.
42:06Das hat mein Kollege doch sehr klar formuliert, nicht wahr?
42:09Wir haben uns verstanden.
42:12Ja.
42:13Danke.
42:27Etwas geht mir nicht aus dem Sinn, was sie da gesagt hat.
42:30Ich kann mir denken, was.
42:31Der Anrufer will Sie fertig machen, wie Ihr Mann Sie fertig gemacht hat.
42:34Sie hat das sicher nur so dahergesagt.
42:37Aber warum setzt Sie den Anrufer mit Ihrem Mann in ein Boot?
42:41Vermutlich, weil dieses empfindsame Seelchen spürt, dass es eine Verbindung geben könnte zwischen den beiden.
42:46Meinst du das im Ernst?
42:48Ich weiß noch nicht.
42:50Aber sonst meine ich immer alles im Ernst, Lester.
42:53Ach so.
43:07Hast du was?
43:09Nein, nichts.
43:11Ich bin nur müde.
43:12Ich muss morgen früh raus.
43:14Das machst du sonst auch.
43:17Ja, aber ich hatte einen anstrengenden Tag.
43:20Ich habe ja nicht gesagt, dass du mit mir schlafen sollst.
43:23Ich will nur, dass du mich in die Arme nimmst.
43:26Also, weißt du, ich...
43:30Also, ich frage mich, wie du das machst.
43:33Mir steckt dieser Mord wie...
43:35wie Bleigewichte in den Knochen.
43:37Ich kann sowas nicht einfach abschütteln wie du.
43:40Mir geht's auch nicht gut.
43:42Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.
43:45Aber wir haben uns doch lieb, hm?
43:50Weißt du, ich denke, wir sollten uns mal eine Zeit lang nicht sehen.
43:54Heißt, dass du willst Schluss machen?
44:00Weißt du, ich habe mir das auch anders vorgestellt.
44:04Dein Mann holt mich, damit ich die Firma umbaue.
44:06Du zerrst mich sofort ins Bett.
44:08Ja, das war eine tolle Zeit.
44:10Und dein Mann hat den Mund gehalten, obwohl er alles wusste.
44:13Nur einmal, da kam er an und sagte, sehen Sie sich vor.
44:17Wenn meine Frau sich nicht mehr braucht, dann...
44:20dann handelt sie sie genauso wie mich.
44:23Und das glaubst du?
44:26Na, schau mal.
44:28Dein Mann ist tot und ich sitze immer noch an seinem Schreibtisch
44:30und mache weiter, als wäre nichts gewesen.
44:33Verstehst du das nicht? Ich packe das einfach nicht.
44:35Ich muss mir einen anderen Job suchen.
44:38Ich habe auch schon die Fühle ausgestreckt.
44:40Und was wird aus mir?
44:48Du bist stark.
44:50Du machst das schon.
44:52Du hast ihn überstanden, dann wirst du alles andere auch überstehen.
44:56Nicht wahr?
45:04Der Schuster hat gesagt, er würde mir sein Leben geben.
45:06Sein ganzes Leben.
45:16Er ist doch gut.
45:21Er ist doch gut.
45:23Er ist doch gut.
45:38Unsere neue Stammgäste. Ach, ist der nicht süß.
45:41Ich glaube nicht, dass das unsere Stammgäste werden.
45:46Guten Abend.
45:48Abend.
45:49Volles Haus.
45:50Das ist es in dieser Zeit immer.
45:52Zwei schöne Pröstchen zur Einstimmung.
45:54Danke, ich bin in Stimmung.
45:56Ach, schade.
45:58Wie sind Sie mit Ihrem Fall vorwärts gekommen?
46:03Verzeihen Sie, sind Sie privat oder beruflich hier?
46:05Aber etwas zum Naschen.
46:09Danke.
46:10Wie lange arbeiten Sie denn schon für die Firma Gastomat?
46:13Seit mir klar geworden ist, dass mein Talent als Schauspieler nicht für eine große Karriere reicht.
46:18Ja, wirklich? Schade.
46:19Nein, das sollte nicht sein.
46:20Sie haben doch dann sicher auch den ehemaligen Besitzer von Gastomat gekannt.
46:25Ich war mit ihm befreundet.
46:27Sechs Jahre lang.
46:28Bis er die Firma verkauft und sich zurückgezogen hat.
46:31Warum fragen Sie, wenn Sie sich hier erkundigt haben?
46:33Sie haben sicher zu dieser Zeit auch einen Blick gewonnen in die Geschäftspolitik Ihres Freundes.
46:38Etwa wie er seine Firma organisiert und erweitert hat.
46:41Mit welchem Geld? Welchen Mitteln?
46:42Mit welchen Mitteln vor allem?
46:44Also, wenn Sie auf den Anschlag auf den Gastwirt anspielen, damit hat er nichts zu tun gehabt.
46:48Nehmen wir doch mal an, er hatte etwas damit zu tun.
46:50Verzeihen Sie, jetzt denke ich laut.
46:52Dann hätten Sie unter Umständen ja auch mitbekommen können,
46:54wen er für seinen Anschlag auf diesen Gastwirt Dörfler engagiert hat.
46:58Oder ist der Gedanke jetzt ganz abwegig?
47:01Er entspricht sicher der Denkweise eines Polizisten.
47:04Ich weiß nicht, wie ein Polizist denkt.
47:05Ich weiß nur, dass der Mann, der auf diesen Gastwirt Dörfler geschossen hat,
47:09auch für den Mord an Ihrem Freund Brammer in Frage kommt.
47:11Brammer war nicht mein Freund, das sagte ich Ihnen.
47:14Diesmal werde ich es mir merken.
47:16Sie wissen schon, was auf Nichtanzeige einer Straftat steht.
47:19Sie werden mich sicher aufklären?
47:21Ja, gerne. Bis zu fünf Jahre.
47:24Es wäre doch traurig.
47:26Diese schöne Bar ohne diese schöne Bedienung.
47:31Ach, das können andere auch.
47:33Ach, ich kann es nicht mehr mit ansehen.
47:35Zwei ganz kleine, ja? Zwei ganz kleine?
47:38Sie hören überhaupt nicht zu, was.
47:39Ach, sowas von Eigensinn.
47:41Eine Frage hätte ich noch.
47:44Sie wissen doch sicher, wie...
47:48...Herr Brammer seine zweite Frau kennengelernt hat.
47:51Ja, natürlich.
47:52Sie war Verkäuferin in einer seiner Filialen.
47:55Und das, was sie ist und hat, verdankt sie allein ihm.
47:57Sie hätte ich gerne mal auf einer Bühne gesehen.
47:59Ich hätte Ihnen sehr gerne was vorgespielt.
48:01Tun Sie es nicht die ganze Zeit?
48:03Hm.
48:03Wie geht's?
48:18Wie geht's?
48:37Hallo?
48:38Rat mal, was ich in meiner Tasche habe.
48:40Wenn du nicht sofort zahlst, bist du der Gegenwert.
48:43Eine 47-Nummer.
48:45Bogenhausen.
48:47Zwischen Einsteinstraße und Öffnerplatz.
48:49Was? Hörst du mich?
48:50An der Sternwarte.
48:52Ja, ich war bei der Bank.
48:54Welche Banknoten hast du genommen?
48:56In großen Scheinen. Ja.
49:00Hallo?
49:01Ich verstehe dich so schlecht.
49:02Was? Sie verstehen mich so schlecht?
49:03Hast du noch eine andere Nummer?
49:04Oh, Moment. Ich hole mal mein Handy.
49:14Ja, Hane?
49:17Ihr seid's.
49:18Ja?
49:19Und?
49:21Wie lange braucht ihr noch?
49:24Gut, ich drücke euch die Daumen.
49:28Hallo?
49:29Hallo?
49:30Was ist denn jetzt mit der Handynummer?
49:33Es tut mir leid. Ich finde leider mein Handy nicht.
49:35Hast du inzwischen wohl reingerufen?
49:37Nein, ich habe nicht mit der Polizei gesprochen.
49:40Hast du das Geld bei dir?
49:41Ja, ich war bei der Bank.
49:43In großen Scheinen.
49:45Ich hoffe, das stimmt.
49:46Ja!
49:48Hallo, bist du noch da an?
49:51Hallo?
49:52Was ist denn an der Leitung?
49:54Hallo?
49:55Wir haben ihn.
49:55Tantanerplatz vor der Kirche.
49:57Öffentliche Telefonzelle.
49:58Geordet.
50:00Tantanerplatz.
50:01Öffentliche Telefonzelle.
50:03Hallo!
50:26Nichts?학line!
50:29Tschau.
50:29Tschau.
50:34Wir brauchen einen Notarzt. Los, ruf ein!
51:01Jetzt haben wir den Flüchtigen verloren. Wir sind im Hinterhof, St. Anna-Straße 7.
51:08Ja, bitte?
51:11Morgen. Morgen. Morgen. Na, wie geht's? Geht schon.
51:18Wir haben gehört, Sie sammeln Zinnfiguren. Wer sagt das? Dienstgeheimnis.
51:24Das hier ist ein Kavallarist aus dem Kürassier-Regiment Markgraf Friedrich.
51:30Das ist was ganz Besonderes. Oder haben Sie den schon?
51:34Noch nicht. Vielen Dank.
51:36Klar.
51:37Als der Mann auf Sie geschossen hat, haben Sie da sein Gesicht gesehen?
51:40Er hat sich ja zu mir umgedreht.
51:42Können Sie uns den Mann beschreiben?
51:44Ja, ich habe ihn genau gesehen.
51:59Na, na, na, na! Lassen Sie die braven Kerlchen mal den Zwinger.
52:02Sie sind vorläufig festgenommen.
52:04Für den Haftbefehl?
52:05Jawohl. Und einen Durchsuchungsbeschluss für das ganze Gelände abführen.
52:14Um sich der Festnahme zu entziehen, haben Sie auf einen Polizeibeamten geschossen.
52:18Hier, mit dieser Waffe. Die haben wir in einem Ihrer Hundezwinger gefunden.
52:21Aus derselben Waffe wurden die Schüsse auf Karl Brammer abgegeben.
52:24Wer ist Ihr Auftraggeber?
52:26Es gibt keinen Auftraggeber.
52:28Aber eine Auftraggeberin.
52:52Wir haben Besuch.
53:03Guten Tag.
53:05Guten Tag.
53:06Setzen Sie sich doch zu mir.
53:13Nein, keine Getränke, nicht jetzt.
53:18Wir haben heute Mittag Ihren Türsteher, Jerry Sacker, festgenommen.
53:21Sie haben ihm 10.000 Euro gegeben, damit der Karl Brammer erschießt.
53:25Weitere 10.000 sollte er sich von seiner Frau holen.
53:27Er sollte sie so lange unter Druck setzen, bis sie die Nerven verliert und zahlt.
53:33Bitte, Sie entschuldigen.
53:36Yusuf?
53:37Was kann ich für Sie tun?
53:39Du wolltest doch immer die Nummer von unserem Tresor wissen.
53:41Das ist doch nicht wichtig.
53:43Yusuf, 6 624.
53:45Im oberen Fach liegt ein Brief.
53:47Bitte hol ihn her.
53:48Das gestatten Sie doch.
53:51Natürlich.
53:53Lesmann, gehst du bitte mit?
54:05Warum musste Karl Brammer sterben?
54:07Er wollte sterben.
54:10Zweimal hat er versucht, sich das Leben zu nehmen.
54:13Beide Male ist es ihm nicht gelungen.
54:16Er war wirklich fertig.
54:18Am Ende.
54:19Dann hat er sich seinen Tod bestellt.
54:23Ich habe ihm nur den Helfer vermittelt.
54:25Der Mann, der auf den Gastwehr Dörfle geschossen hat.
54:42Er war...
54:43Natürlich habe ich versucht, dem Schuster das auszureden.
54:47Aber war nicht mehr davon abzubringen.
54:50Es hat ihm der Mut gefehlt, das nochmal selber zu tun.
54:53Vermutlich hat er sich ausgerechnet, dass seine Frau als Mörderin da steht.
55:09Ich wünsche mir einen schnellen Tod.
55:13Ich danke allen, die mir dabei helfen.
55:19Karl Brammer.
55:24Ich finde, man kann Menschen auch anders helfen.
55:29Ich muss sie festnehmen wegen Anstiftung zum Mord.