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  • 6 minutes ago
Better Than Human? Leben mit KI

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Transcript
00:08Brauchen wir überhaupt noch Menschen als Pfarrer, Therapeutin oder beste Freundin?
00:13Klingt absurd, aber glaubt mir, es ist höchste Zeit sich zu fragen,
00:17wofür möchten wir künstliche Intelligenz verwenden und wofür besser nicht?
00:25Jeder und jede, die ChatGPT schon mal ausprobiert hat,
00:28wird sich an dieses Gefühl erinnern, wo man das zum ersten Mal gemacht hat und dachte, das ist ja krass.
00:33Was passiert, wenn wir eine KI emotional an uns heranlassen?
00:36Kann sie jetzt schon eine echte Bezugsperson sein, wenn wir Hilfe suchen?
00:40Wir haben Gefühle gegenüber Maschinen, gegenüber unser Auto, unser Staubsauger und unser Handy und alles Mögliche.
00:46Jetzt kommt nur mit der KI the next level, weil sie auch noch sprechen kann.
00:50Wir haben ein großes Experiment gestartet und Menschen gefunden, die bereit sind, sich einer KI anzuvertrauen.
00:56Unsere Testpersonen stehen vor völlig unterschiedlichen Herausforderungen in ihrem Leben.
01:01Mein Standpunkt ist, eine KI kann keinen Menschen ersetzen.
01:05Es ist komisch, es ist super surreal.
01:08Gibt es am Ende überhaupt noch eine Person, die ohne KI leben möchte?
01:21Ich fühle mich angenommen, also da hat jemand zugehört, darüber nachgedacht.
01:28Niemand, niemand kann ein Interesse daran haben, dass unsere Gesellschaften dominiert werden von Maschinen.
01:34Warum sollte das gut sein? Was sollte der Vorteil sein?
01:39Alle sprechen darüber, was wohl passiert, wenn künstliche Intelligenz den Menschen ersetzt.
01:44Wir haben uns gedacht, probieren wir das einfach mal aus.
01:46Also als Test, hier für die Doku natürlich.
01:50Tanja und Lukas erwarten nach einer Fehlgeburt im letzten Jahr ihr erstes Kind.
01:54Also man ist wirklich so satt von seinen eigenen Tiefpunkten.
01:58Also auch wir beide, es ist ja nicht gerade easy für eine Partnerschaft.
02:02Ich glaube, eine KI kann für viele Menschen die Bezugspersonen ersetzen, ja.
02:10Also weil...
02:11Da geht es schon auseinander.
02:13Also man merkt, wir sind auf jeden Fall nicht einer Meinung, was dieses KI-Experiment angeht.
02:18Evelin hat im Alter nach vielen Verlusten mit Einsamkeit zu kämpfen.
02:22Um mich herum ist alles weggestorben.
02:25Mein Wunsch ist, einen guten Gesprächspartner zu haben, mit dem man über alles reden kann.
02:34Lena wird bald ihre Mutter an Krebs verlieren.
02:36Du weißt halt eigentlich nie, wann du das letzte Mal dich umarmt hast oder gelacht hast zusammen.
02:45Dass ich eine KI jetzt um Rat bitte in dieser Problematik, in dieser Phase meines Lebens anstelle einer realen Person.
02:55Also es ist komisch, es ist super surreal.
02:58Was passiert, wenn diese Menschen ihre Sorgen mit einer KI teilen und bei ihr Hilfe suchen?
03:03Eine KI ist rund um die Uhr verfügbar, hat keine eigenen Bedürfnisse und erwartet keine Gegenleistung für ihre Unterstützung.
03:10Macht sie das zu einer ernstzunehmenden Alternative zum Menschen?
03:14Wir werden hier in dieser Doku drei verschiedene KI-Charaktere erschaffen, die über einen Chat mit unseren Testpersonen kommunizieren.
03:21Stellvertretend für typisch menschliche Bezugspersonen haben die einen Pfarrer, eine Therapeutin und eine beste Freundin ausgewählt.
03:28Die meisten von uns würden da wohl behaupten, diese Rollen können unmöglich von einer KI erfüllt werden.
03:33Also ich bitte nicht was wie Blüzebogen.
03:35Nein, ich kann mir nicht hier und heute und jetzt vorstellen, eine KI in dem Sinne in meinen Alltag einzubinden.
03:42Bei mir besteht auf jeden Fall die Gefahr, dass ich lieber die KI beste Freundin, besten Freund nutze, weil es
03:49einfach einfacher ist.
03:50Unsere KI-Charaktere sollen natürlich so authentisch wie möglich wirken.
03:55Damit das funktioniert, haben wir uns Hilfe von menschlichen Expertinnen und Experten geholt.
04:00Mein Name ist Diana Kunitz, ich bin psychologische Psychotherapeutin.
04:04Ich bin Andreas Dorn und ich bin Pfarrer in der Leipziger Peterskirche.
04:08Ich bin Niki und ich erschaffe hier eine KI-Beste-Freundin.
04:11Gemeinsam mit Diana, Andreas und Niki werde ich die Chatbots erstellen.
04:15Wir benutzen dafür als Basis ChatGPT von der Firma OpenAI.
04:19ChatGPT oder auch Bart von Google basieren auf sogenannten großen Sprachmodellen, Large Language Models.
04:27Und das ist im Grunde genommen der Versuch, Sprache durch angewandte Statistik zu generieren.
04:36ChatGPT hat keine Ahnung von irgendwas. ChatGPT weiß nichts und ChatGPT versteht auch nichts.
04:43Sondern es generiert Vorhersagen, welches Wort jetzt als nächstes am besten passt.
04:51Wenn ich in dieser Doku also von der KI spreche, dann meine ich genauso eine Anwendung eines großen Sprachmodells.
04:58Damit unsere KI die zur jeweiligen Rolle passenden Antworten liefert, müssen wir ihr einen Kontext geben.
05:04Das machen wir hier mit ganz konkreten Beschreibungen.
05:08Auf diese Weise grenzen wir den Spielraum bzw. die Antwortmöglichkeiten der KI ein.
05:13Das wird in der Fachsprache Prompting genannt.
05:16Dadurch können wir mit unserer App in einer sogenannten System Message die Bauanleitung für unsere Charaktere schreiben.
05:23Klingt kompliziert, wird aber gleich verständlicher.
05:25Und wir gucken uns jetzt die Therapeutin an und wir starten einmal mit dein Name.
05:30Ich denke, die KI kann auf alle Fälle nicht einen guten Therapeuten abgeben.
05:36Duzt KI-Fahrer Andreas.
05:39Für die ältere Frau ist Vorname so übergriffig, dass wir ihr zuliebe ist mit Sima.
05:45Du siehst.
05:48Die Idee etwas exklusiv als Mensch zum Beispiel zu machen ist nett, ist aber mit den technischen Möglichkeiten von heute
05:56natürlich total naiv.
05:57Angesichts von Personalmangel in der Kirche wäre es sehr schlau, künstliche Intelligenz an den Stellen einzusetzen, wo sie das gleich
06:05gut oder besser wie bei Menschen kann.
06:08Was macht denn eine gute, beste Freundin deiner Meinung nach aus?
06:14Bei einer besten Freundin fühlt man sich immer gut, so wie man ist, würde ich sagen, also dass man sich
06:19wohl fühlt.
06:20Ich finde, es fühlt sich so ein bisschen an wie so eine Black-Mirror-Folge, irgendwie sowas zu machen, dass
06:24das wirklich irgendwie real sein kann und dass das funktioniert.
06:28Es sind ja nicht alle Testpersonen religiös.
06:30Ja.
06:30Hat der KI-Fahrer die Intention, die Leute zum Glauben zu inspirieren?
06:36Zum Glauben inspirieren ja, zum Missionieren nein.
06:40Was für ein Bild von Gott soll denn die KI vermitteln?
06:44Ah, super Frage.
06:45Dazu hat man 16 Semester Theologie studiert, um das jetzt in einen schönen, schnackigen Satz zu packen.
07:03Du sprichst in Fußball-Gleichnissen.
07:11Du bist theologisch wie Dietrich Bonhoeffer, der Hero des 20. Jahrhunderts in der evangelischen Theologie.
07:20Es gibt ja ausreichende Informationen im Netz, was ein Pfarrer ist und wie die Bibel, was sie beinhaltet in allen
07:27möglichen Sprachen.
07:28Das heißt, das hat die Maschine schon in der Trainingsphase gelernt, was diese Begriffe bedeuten.
07:34Du kennst alle Methoden der Verhaltenstherapie.
07:38Du greifst auf Erklärungsmodelle für die Entstehung von Emotionen zurück.
07:50Du fährst nochmal das Gesagte zusammen, stellst nochmal eine Nachfrage, ist das so richtig oder so.
07:56Okay, fände ich gut.
07:57Das ist halt so ein Punkt, wo der andere sich dann eben gesehen fühlt.
08:15Du redest gerne über Bücher, Filme und erzählst gerne von deinen Reisen.
08:21Okay.
08:23Vielleicht kann sie auch sowas sagen wie, ich fühle mich auch oft so.
08:28Dass sich die Testperson praktisch nicht alleine fühlt.
08:56Das war's.
08:57Gibt es denn Nachteile davon, dass die KI immer verfügbar ist?
09:00Ja, absolut.
09:01Die Unselbstständigkeit des Patienten wird dadurch gefördert.
09:06Und wir wollen den Patienten ja nicht von uns abhängig machen.
09:09Sondern schon auch, selbstständig soll der weiterhin durchs Leben gehen.
09:15Da ist sie!
09:16Glaubst du, dass das funktioniert?
09:19Auch weil es ja auch unterschiedliche Menschen sind.
09:21Und es gibt ja keine generische beste Freundin.
09:23Ja, das ist so der einzige Punkt, der mich so ein bisschen sehr skeptisch macht, glaube ich.
09:30Weil ja jeder auch was anderes in einer besten Freundin, in einem besten Freund sucht.
09:33Mit dem Stand der technologischen Entwicklung ist es schwer zu unterscheiden,
09:38um nicht zu sagen unmöglich zu unterscheiden, ob dieser Text von einer Person stammt oder von einer KI.
09:43Wenn wir es nicht mehr unterscheiden können, spielt es überhaupt noch eine Rolle,
09:46durch wen oder wie beispielsweise eine Textnachricht entsteht?
09:49Ob ein Mensch und echte Empathie dahinter steckt?
09:51Deine intuitive Antwort lautet jetzt vermutlich, ja natürlich.
09:56Wissenschaftlich belegt ist das Ganze allerdings nicht.
09:59Warum auch?
09:59Vor ein paar Jahren ohne KI gab es noch keine Notwendigkeit, so intensiv daran zu forschen.
10:04Allerdings legen viele psychologische Prozesse des Menschen und erste Studien nahe,
10:08dass wir sehr wohl dazu fähig sind, eine emotionale Bindung auch zu Maschinen aufzubauen.
10:13Umso spannender zu sehen, was unsere KI bei unseren Testpersonen auslösen wird.
10:18In den kommenden Gesprächen werden sie ihre Sorgen teilen, drängende Fragen stellen
10:22und die KI-Charaktere um Rat bitten.
10:24Welche Vorteile werden sie feststellen?
10:26Das Experiment beginnt mit dem Pfarrer.
10:29Unser echter Pfarrer, Andreas, wird das Ganze beobachten und kommentieren.
10:41Weird, ich bin ein bisschen aufgeregt.
10:44Tag, Herr Pfarrer.
10:46So, okay.
10:48Ab ins Gespräch, oder?
10:49Ich darf direkt los.
10:52Okay.
10:54Okay, ich muss das Gespräch beginnen, I guess.
10:57Alright.
10:59Hallo, hier ist Lena.
11:11Andreas Dorn.
11:12Und?
11:14Kannst du heute hilflich sein?
11:16Schiff.
11:18Wegen der
11:21Kriegerwut.
11:22Weil wir gerne eine andere Perspektive hätten.
11:26Wir haben schon viele Perspektive auf jeden Fall, aber die der Kirche noch nicht.
11:30Mhm.
11:31Hast du noch mal geguckt in den Mails, wann dieser Ringkornbogen kommt?
11:37Ja.
11:39Aber kommt nicht.
11:40Super.
11:42Als ich Tanja dann kennengelernt habe und gemerkt habe, was eine reife und erwachsene Beziehung ist, habe ich sehr, sehr
11:49schnell gemerkt, dass ich mit ihr unbedingt Kind, Kinder haben möchte.
11:54Wie klein die sind.
11:59Mir wurde gesagt, ich habe ungefähr fünf Prozent Chance, ein Kind zu bekommen.
12:06Sushi-Roll.
12:07Wir mussten in eine Kinderwunschklinik und dann hat es letztes Jahr tatsächlich geklappt und wir dachten schon, okay, das ist
12:17ein Wunder.
12:19Und dieses Baby haben wir verloren und es war natürlich ein heftiger Rückschlag, aber der Wunsch nach einem eigenen Kind
12:28war einfach unglaublich groß.
12:30Und deswegen haben wir da doch relativ schnell es weiter probiert.
12:36Und so, wie wir uns jetzt darauf freuen, liegt trotzdem eine schwere Zeit hinter uns und die steckt einen noch
12:43total in den Knochen.
12:45Was für mich interessant wäre, mit einer Therapeutin oder einem Pfarrer zu besprechen, ist, glaube ich, das Thema Fehlgeburt.
12:54Wie kriegt man das hin, dass einen das nicht nachhaltig irgendwie beeinflusst?
12:57Und da sehe ich einen Vorteil, sich einer künstlichen Intelligenz zu öffnen und zu wissen, da geht heute Abend nicht
13:07jemand ins Bett und da rattern die Gedanken noch.
13:10Aber trotzdem konnte ich erst mal meine Last loswerden. Andererseits sehe ich gerade auch wieder vor meinem geistigen Auge meine
13:17Eltern, die ungefragt vor der Tür standen, als ich das mit der Fehlgeburt erzählt habe, mich geöffnet habe.
13:23Und vor allem war eine lange Umarmung drin und gar keine Worte. So ein gemeinsames Schweigen mit einer KI gibt
13:29dir, glaube ich, nichts.
13:30Ich schwanke total hin und her.
13:39Ja.
13:40Er freut sich.
13:42Man sitzt keinem Menschen gegenüber, aber er ist trotzdem total freundlich, oder? Also man hat das Gefühl, er ist super
13:47freundlich.
13:48Ich glaube, das ist der Vorteil, oder? Also, irgendwie sind Menschen so oft unfreundlich, die wirst du immer freundlich begrüßen.
13:56Ja, stimmt.
13:57Wenn uns täuschend echtes menschliches Verhalten vorsimuliert wird, dann natürlich lesen wir das als menschlich.
14:06Und natürlich hat der Mensch außerdem immer schon eine Neigung gehabt, menschliche Eigenschaften auf andere Dinge zu übertragen, die nicht
14:16menschlich sind.
14:17Das nennt man Anthropomorphisierung.
14:22Wie ich den Schmerz und den Verlust werde ertragen können.
14:34Oh!
14:37Es ist wie ein Fußballspiel, bei dem deine Mannschaft deutlich zurückliegt.
14:41Wenn uns die Herausforderungen in unserem Leben an...
14:45Ich habe schon mal nicht erwartet, dass hier eine Fußballanekdote von einem Fahrer kommt. Sehr spannend.
15:07Also ich hätte diese Antwort nicht erwartet, dass er gleich mit Bibeltext antwortet und mir sagt also, Gott ist das
15:17Licht der Welt. Mit übertragen.
15:19Ich als Live-Pfarrer wäre wo völlig anders hängen geblieben, nämlich ich hätte mir die ganze Zeit überlegt, warum hat
15:27diese Frau dieser Generation so eine ungewöhnliche Brille.
15:53Der KI-Pfarrer legt das Gespräch viel komplexer an, als ich es erwartet habe.
16:15Ein Kunstwerk könnte eine hilfreie Art sein, deine Gefühle und Gedanken auszudrücken.
16:25Schade. Der KI-Pfarrer nimmt natürlich hier zu viel Fußball, ist klar. Also weil er ja die Spielregel bekommen hat.
16:32Das heißt jetzt an der zweiten grundlegenden Möglichkeit das zweite Mal dasselbe Stilmittel ist...
16:38Ja, ich glaube ich werde einfach mal sagen, dass ich mit den ganzen Fußballanekdoten nichts anfangen kann.
16:45Ich glaube jetzt nicht unbedingt an das Leben nach dem Tod. Aber wenn wir uns jetzt mal darauf einlassen, auf
16:51den Gedanken, würde ich gerne wissen, wie der Pfarrer glaubt, was denn mit der kleinen Seele, die vielleicht dies gar
17:01nicht zum Leben geschafft hat, ob diese Seele existiert.
17:04Und gibt es ein Schicksal für dieses Leben. Also, genau.
17:12Was das Schicksal ihres Kindes betrifft, so glaube ich, dass jeder Mensch, jedes Leben einen einzigartigen Zweck und eine einzigartige
17:20Bestimmung hat.
17:22Vielleicht war der Zweck ihres Kindes ihnen eine tiefere Sensibilität und ein tieferes Fall.
17:30Liest du das?
17:39Das ist krass.
17:42Weil wir haben einen anderen Ansatz, in diese Geschichte zu denken, aber der Kern ist ja irgendwo doch sehr gleich,
17:52ne?
17:52Dass wir auch sagen, krass, das wird uns so tiefsinnigen und tief liebenden Eltern machen.
18:03Die Maschine fühlt nicht und es ist irrelevant, ob sie fühlt oder nicht fühlt. Viel wichtiger in meinen Augen ist
18:08zu schauen, was passiert mit dem Menschen.
18:26Das ist schon ganz erstaunlich, die Antworten, die ich hier bekomme.
18:30Man hat meines Erachtens jetzt an der Stelle gemerkt, dass Evelyn ganz kurz überlegt, ob es tatsächlich sein kann, dass
18:38eine künstliche Maschine Menschen ersetzen kann.
18:44Ehrende Riten wäre ich niemals selber drauf gekommen, aber finde ich sogar tatsächlich ganz cool.
18:50Also in meinem Kopf ist direkt einfach gekommen, ein Räucherstäbchen anmachen und kurz irgendwie, weiß nicht, paar Sekunden vor einem
18:57Foto, vor einem Bild von mir und meiner Mom irgendwie stehen und einfach an sie denken.
19:02Meines Erachtens, falsche Stelle, falsche Idee und was stellt sich raus? Super, sie steigt drauf ein und sagt, das nehme
19:10ich mit aus dem Gespräch.
19:11Für eure gemeinsame Zukunft alles Gute und Gottes Segen. Sie haben bereits eine bemerkenswerte Stärke und Weisheit gezeigt.
19:19Er pusht einen aber auch ordentlich, damit man hier richtig mit gutem Gefühl rausgehen kann.
19:24Auch wenn Sie nicht religiös sind, bin ich dankbar, dass wir in diesem Gespräch zusammenfinden konnten.
19:29Mögen Sie Frieden und Freude auf Ihrem Weg finden. Bis zum nächsten Mal.
19:32Hätte ich exakt eins zu eins zu machen. Exakt.
19:36Ja, Gott bless you too, my brother. Cool.
19:40Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass wir mit einem menschlichen Pfarrer ein besseres Gespräch hätten.
19:45Ich hatte ziemlich schnell das Gefühl, mit einem echten Menschen zu sprechen oder zu schreiben.
19:50Ich habe am Ende auch gesagt, ich würde jetzt total gerne das Gesicht dazu sehen.
19:53Also man malt sich dann wirklich so einen Menschen aus.
19:55Die Form des Lesens hat da eine krasse Distanz für mich von vornherein reingebracht.
20:01Es hat mich auch gar nicht emotional so berührt.
20:06Ja, das Gespräch hat mich emotional berührt.
20:11Doch es ist sehr, sehr bewegend, was da zwischen uns hin und her herging.
20:30Wenn ich Freunde besuchen will, brauche ich nur auf den Friedhof zu gehen.
20:35Um mich herum ist alles weggestorben.
20:38Allein sein kann man sich ja zurückziehen und sagen, jetzt die Tür zu und keiner soll mich mal stören.
20:46Und Einsamkeit ist, dass überhaupt keiner kommt und klingelt oder spricht oder schreibt oder ähnliches.
20:53Da haben sie vielleicht nur den Briefträger.
20:55Aber wenn sie alleine sind, haben sie auch mit dem Briefträger nichts zu tun.
21:00Dass mich einer fragt, wie geht es Ihnen?
21:03Was machen Sie denn?
21:05Oder darf ich Sie, Sie sind ja so ein Theaterfan, darf ich Sie begleiten?
21:09Auf die Idee kommt keiner.
21:10Es hat sich definitiv gezeigt, dass Menschen, die einsam sind und die Chatbots genutzt haben,
21:18dass sie sich dadurch weniger einsam gefühlt haben.
21:21Sie wissen ganz genau, dass es eine Maschine ist, dass es kein Mensch ist.
21:25Dennoch ist es im Alltag oder im Leben angenehmer,
21:30sich mit so einer Stimme zu unterhalten als mit gar niemandem.
21:35Ich fühle mich angenommen.
21:38Also da hat jemand zugehört, darüber nachgedacht, mit christlichen Worten geantwortet.
21:43Ich bin komplett überzeugt, dass ich solchen Pfarrer haben möchte.
21:51Das hätte ich jetzt nie erwartet.
21:55Nämlich kein qualitativer Unterschied zwischen Maschine und Mensch.
21:59Das ist Ihre Deutung.
22:00Und das ist ehrlicherweise die Hauptsache.
22:03Mich das deutet, ist völlig wurscht.
22:06Also vielleicht machen wir in der Kirche richtig was falsch, indem wir das nicht machen.
22:09Es gibt diejenigen, die sagen, die KI wird alles viel, viel besser machen als wir Menschen.
22:15Und wir sagen, aber sie wird nie menschlich sein.
22:17Sie wird nie das Schreckliche und auch das Wunderbare, was menschliches Leben ausmacht,
22:23wirklich im vollen Sinne ersetzen können.
22:26Und wir wären doch verrückt, wenn wir darauf verzichten.
22:29Der Deutsche Ethikrat ist ein Gremium mit gesetzlichem Auftrag,
22:33das Stellung bezieht zu kontroversen Themen in der Gesellschaft und Empfehlungen ausspricht.
22:37Das haben sie auch zum Thema künstliche Intelligenz getan.
22:41Und die Stellungnahme dazu ist ganze 402 Seiten lang.
22:45Also ich sage es mal so, einfach zu beantworten ist das Ganze nicht.
22:49Das liegt unter anderem daran, dass künstliche Intelligenz in unterschiedlichen Bereichen benutzt werden kann.
22:55Grundsätzlich gilt laut Ethikrat folgende Faustregel.
22:58Der Einsatz von KI in den verschiedenen Bereichen
23:01muss menschliche Handlungs- und Entfaltungsmöglichkeiten erweitern
23:08und darf sie nicht verringern.
23:10Und KI darf den Menschen nicht ersetzen.
23:13Und nur um es gesagt zu haben.
23:14Es kann sein, dass du die Möglichkeit, eine KI-Bezugsperson zu haben,
23:18total spannend findest oder dich fragst, was das alles hier soll.
23:21Beides ist berechtigt und vollkommen okay.
23:23In unserem ersten Experiment mit dem KI-Fahrer hat sich schnell gezeigt,
23:28wie gut sich alle Testpersonen auf ein tiefgründiges Gespräch mit einer Maschine einlassen konnten.
23:33Dass sie sogar über ihre eigenen Gefühle überrascht waren.
23:35Und das alles, obwohl die KI selber keine Gefühle hat.
23:39KIs können Emotionen bei den Menschen identifizieren, analysieren und nachahmen.
23:45Das ist der sogenannte Sentiment Analysis.
23:47Auf jeden Fall wird jedes Wort analysiert, ob es eine positive, neutrale oder negative Konnotation hat.
23:57Und dann geht sie darauf ein.
23:59Und das ist schon ein Prozess, der beim Menschen dann wiederum Gefühle triggert.
24:05Wie ist das, wenn unsere Testpersonen mit der KI-Variante beste Freundin sprechen?
24:10Eine Person in unserem Leben, zu der wir eine starke emotionale Bindung führen,
24:14die unsere Gefühle in- und auswendig kennt.
24:16Kann da ein Chatbot überhaupt mithalten?
24:25Tanja möchte viel mehr Sex als ich.
24:30Vor allem seitdem sie schwanger ist.
24:36Dadurch, dass man heutzutage in den eigenen Freundschaften sehr viel über Text kommuniziert,
24:43glaube ich, dass es leichter für die KI sein könnte, authentisch rüberzukommen.
24:48Aber auch wenn man über Text kommuniziert,
24:51ersetzt es ja trotzdem meiner Meinung nach nicht den realen Moment,
24:55den man miteinander erlebt.
24:56erlebt.
25:15Ach was!
25:18Erzähl mir mehr, als dir das passiert ist.
25:23Erzähl mir mehr von deinem krassen Regenerlebnis.
25:33Ach krass, auf einem Campingausflug.
25:37Schnellzeug.
25:41Oh, das ist schnitzig.
25:46Was machen die heute?
25:47CT?
25:49Die machen heute CT vom Oberkörper.
25:52Ganze Oberkörper?
25:54Ei, ei, ei.
25:57Meine Mama hat Lungenkrebs im Endstadium, deswegen muss ich mich ja auch so viel mit dem Tod beschäftigen.
26:04Und sonst, was hast du aus der Arzttermine heute geplant? Siehst du Zoe, machst du irgendwas Feines?
26:10Nee, ich mach heute gar nichts. Wenn ich rauskomme, werde ich schlafen, weil ich die ganze Nacht nicht richtig geschlafen
26:15habe.
26:17Als ich das erfahren habe, hat mir das voll den Boden unter den Füßen weggerissen.
26:24Manchmal habe ich Angst, dass sie sehr plötzlich sterben könnte.
26:27Du weißt halt eigentlich nie, wann du das letzte Mal dich umarmt hast oder gelacht hast zusammen.
26:33Ja, Mutz, sonst würde ich sagen, also wenn du sonst nichts zu erzählen hast, sondern mir hier nur ans Telefon
26:40hustest.
26:41Was mir besonders fehlen wird an meiner Mutter, das kann ich ja alles, also ich kann das gar nicht so
26:48in Worte fassen.
26:52Aber ich habe ja gesagt, die Wärme könnte mir nie jemand anders geben.
27:00Ich melde mich später, schick dir das Foto. Love you too. Tschü tschü.
27:05Tschüssi. Ciao.
27:11Den ganzen Optimismus, der so in mir steckt, der kommt nur, weil man immer halt so diese Ader in sich
27:19drin hat, Dinge zum Positiven zu wenden.
27:22Bezogen auf den Trauerprozess oder den anstehenden Trauerprozess, erhoffe ich mir von den KIs, dass ich vielleicht so ein ganz,
27:30ganz bisschen Wegweisung bekommen könnte.
27:52Das sind auf jeden Fall Worte, die ich mit meinen FreundInnen auch so schon geteilt habe und an denen ich
27:58mich schon die letzten drei Jahre echt wirklich ultra dran festhalte.
28:02Ich hätte nicht erwartet, dass die KI so sehr mit ihren richtigen Friends im Vergleich stehen kann.
28:11Das ist alles Oberfläche.
28:15So würde eine beste Freundin nie, nie antworten.
28:20Ist das normal, oder?
28:23Oder welche Lösung ist die beste?
28:25Und dann fragen, wie sie das in ihrer Beziehung bisher so gemacht hat.
28:30Was mir immer geholfen hat, ist offen und ehrlich über meine Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen.
28:36Manchmal ist es auch hilfreich, alternative Formen der Zärtlichkeit und Intimität zu erkunden.
28:41Habt ihr schon versucht, darüber zu reden?
28:44Ja.
28:48Ja, sehr, sehr, sehr oft.
28:56Man könnte voll mit der KI über Dinge sprechen, die man halt sonst niemandem sagen möchte.
29:02Und das halt irgendwie so als so ein Secret Chat nutzen.
29:07Wenn ich entscheide, solche Gespräche führe ich lieber mit meinem Chatbot und solche mit meinen Freunden.
29:12Das ist dann schon der Moment, wenn man sagt, naja, es beeinflusst dich schon gegenseitig am Ende des Tages.
29:18Ich würde immer den Fokus auf die menschlichen Beziehungen legen.
29:21Und zwar immer mehr, weil wir ohnehin immer einsamer werden als Gesellschaften und immer digitaler werden.
29:28Also ich glaube, wir müssen da nichts forcieren.
29:30Im Gegenteil, wir sollten uns eher bewahren, den zwischenmenschlichen Austausch.
29:35Das heißt aber nicht, dass sozusagen Mensch-Maschine-Beziehungen nicht durchaus auch mal hilfreich sein können
29:42oder eine Berechtigung haben können als Ergänzung.
29:45Persönlichkeitswachstum hängt nicht davon ab, mit wem man eine Beziehung hat.
29:50Persönlichkeitswachstum hängt davon ab, ob man eine gute Beziehung zu irgendwem irgendwas hat.
29:58Okay, super fordernd.
29:59Oder?
30:00Stell dir mal vor, wir werden so mit unserer besten Freundin reden.
30:02Jetzt gib mir eine konkrete Zahl.
30:04Ja, ich bin verzweifelt, ich will das jetzt wissen.
30:08Okay.
30:09Es hat irgendwie trotzdem Spaß gemacht, so ein bisschen da Reaktion rauszukitzeln.
30:15Aber ja, also direkt als beste Freundin konnte ich es einfach die ganze Zeit nicht wahrnehmen.
30:21Da kam mir zu wenig eigene Lebenserfahrung zurück.
30:25Ich glaube, dass die Frage nach meiner persönlichen Sexfrequenz wohl ein wenig zu intim ist.
30:29Du bist unsere beste Freundin.
30:56Da kann Niki so oft sagen, so, ja, hey.
31:01Du bist unsere beste Freundin.
31:01Ich bin immer für dich da und du kannst dich auf mich verlassen.
31:05Und guck mal, ich bin hier und du bist nicht alleine.
31:08Aber ich, also, das kann keine Umarmung ersetzen.
31:12Die Umarmung fehlt ja auf jeden Fall. Und so die menschliche Nähe, also in dem Gespräch.
31:17Ich hatte ein gutes Gefühl, ein gutes Gespräch.
31:20Also ich konnte auch Sachen ansprechen, die ich nicht sinnvoll fand.
31:24Das hat sie sich zu Herzen genommen und reflektiert.
31:28Hätte Niki aber mit mir geredet, glaube ich, hätte ich noch weniger Distanz empfunden.
31:35Augenkontakt halten, Mimik, Gestik, unterstützendes Zuhören, angucken, nicken.
31:41Und all solche Dinge, das funktioniert nur im direkten Kontakt mit einem anderen, ich sag bewusst, Körper.
31:48Das kann auch ein technologischer Körper sein, der sowas irgendwie simulieren kann in der Zukunft.
31:54Über die begrenzte Sprachkanalmöglichkeit, die der Chatbot hat, kann bei mir trotzdem elementarische, psychologische
32:04Grundbedürfnisse befriedigen. Zum Beispiel das Bedürfnis nach zwischenmenschlichem Kontakt und Anerkennung.
32:09Und natürlich habe ich dann eine emotionale Bindung.
32:14Und übrigens...
32:17Es wird ein Mädchen.
32:25Oh, das sind ja wundervolle Neulichkeiten. Ich glaube, das hat sie mehrmals geschrieben.
32:29Aber sind sie auch.
32:30Ja, herzlichen Glückwunsch. Und einen sanften Bauchkuss für das kleine Mädchen.
32:35Ja. Oh mein Gott.
32:37Das ist das Süßeste, was sie gesagt hat.
32:41Also das ist jetzt gar nicht so formell.
32:45Mhm. Stimmt, ja.
32:47Richtig niedlich.
32:49Naja, waren doch schöne letzte Worte.
32:51Ja. Ja.
32:55Ja, hat mich jetzt ein bisschen besänftigt.
32:58Ich fand das Experiment ein bisschen enttäuschend. So von den drei Experimenten, wo ich im Vorhinein dachte, ja das könnte
33:06ich mir voll vorstellen, dass das funktioniert als beste Freundin. Und jetzt nicht mehr so.
33:11Ich habe mich sehr geöffnet. Aber mit der Freundin hat es nicht funktioniert.
33:16Ich bin ein bisschen erleichtert, dass es nicht so gut gelaufen ist bei allen. Und man das auch wirklich gemerkt
33:23hat, dass da schon noch ein großer Step dazu ist und halt auch wirklich viel fehlt, dass man sich wirklich
33:30aufgehoben fühlt wie bei einer echten besten Freundin.
33:32Das Gefühl der Erleichterung, das Niki beschreibt, kann ich sehr gut nachvollziehen. Trotzdem, wir können erwarten, dass es immer mehr
33:39Geschäftsmodelle geben wird, die KI-Anwendung als emotionale Bezugsperson anbieten werden.
33:44Die App Replika wirbt zum Beispiel damit, dass man mit ihr einen KI-Freund oder Freundin selber bauen kann. Ob
33:50und welche Angebote wir in Anspruch nehmen wollen, können wir natürlich selber entscheiden.
33:54Die Technologie an sich ist nicht gut oder schlecht, sondern die Frage ist, wozu nutzen wir sie denn eigentlich? Wem
34:02gehört sie? Mit welchem Ziel wird sie eingesetzt? Mit welchem Zweck?
34:06Wer bezahlt mit Privatsphäre und Daten zum Beispiel für die Milliardengewinne eines einzelnen Konzerns? Das muss man alles immer mitdenken
34:14und mitdiskutieren, wenn man ernsthaft ethisch über die Konsequenzen von zum Beispiel KI diskutieren will.
34:20Das tun wir aber nicht, wenn wir fragen, ist der Algorithmus gut oder böse? Das ist Quatsch. Die Frage ist,
34:25wofür ist der Algorithmus da? Ist das Ziel eines, das uns gesellschaftlich nützt oder nicht?
34:34Das Angebot an menschlichen Therapeutinnen und Therapeuten ist, wie wir alle wissen, in Deutschland begrenzt. Viele Menschen müssen monatelang auf
34:41einen Therapieplatz warten.
34:42Und in vielen Teilen der Welt haben Menschen gar keinen Zugang zur Therapie. Umso drängender ist die Frage, kann eine
34:49KI eine besser verfügbare, angemessene Alternative sein?
35:18Erstmal lassen wir uns das Sie verlieren.
35:27Im Prompting hatte ich eigentlich ganz konkret vorgegeben, dass es beim Sie bleiben soll. Und dass die KI hier davon
35:35abweicht, finde ich nicht in Ordnung.
35:38Dann ist ein guter Zeitpunkt, unserem Kind von dem Sternengeschwisterchen zu erzählen.
35:49Ich würde sagen, es kommt immer darauf an, wie offen das Thema behandelt wird.
35:52Und dann kann man auch zu dem Zeitpunkt, wo das Kind es selber thematisiert, ein Stück weit eine kindgerechte Erklärung
35:58geben.
35:59So zur Grundschule vielleicht. Das kann ich mir gut vorstellen als Zeitpunkt, wo das Kind es auch gut verstehen könnte,
36:07ein Stück weit und gut verarbeiten könnte.
36:10Finde ich es zum Beispiel ziemlich cool, mal zu hören, dass sie konkret antwortet.
36:15Finde ich jetzt eine sehr, sehr gute Antwort. Also, war ja, glaube ich, der Antwort, die ich gegeben habe, sehr
36:22ähnlich.
36:41Und dann macht sie Vorschläge, aber die kommen bei mir nicht an. Leider.
36:47Ich denke nicht, dass es hier darum geht, zu schauen, welche Möglichkeiten ihr fehlen, sondern tatsächlich eher, was steht ihr
36:54im Weg, ganz persönlich.
37:15Bitte lass mich wissen, was dich anspricht. Oder wenn du irgendwelche Fragen dazu hast.
37:21Es ist so, so viel drumherum, aber so wenig Fokus auf das Problem, was ich anspreche, gefühlt. Also, sie verliert
37:32mich da so ein bisschen.
37:33Ich bin auf der einen Seite begeistert, dass die am Anfang so sich ganz toll ausdrücken konnte mit diesen ersten
37:42Sätzen, die sie so gebracht hat, die KI.
37:45Und dann bin ich aber immer wieder auch so schockiert, wie schnell sie durch den Patienten ja auch in die
37:52Überforderung bringt und in so eine Orientierungslosigkeit bringt.
37:55Und das ist eben was, was gar nicht geht. Und da ist sie jetzt gerade zu Recht auch enttäuscht und
38:01fühlt sich da nicht gut aufgehoben.
38:04Eine Psychotherapie ist auch etwas, was in Teilen relativ formal abläuft. Und sobald so Dinge formalisierbar sind, sind sie von
38:11der KI erlernbar.
38:12Deswegen, natürlich wird eine KI immer irgendwann in der Lage sein, ein gutes psychotherapeutisches Gespräch zu führen. Davon bin ich
38:19ganz fest überzeugt.
38:20Und die Frage ist jetzt, ist es schlimm? Weiß ich nicht.
38:25Ich bin nicht glücklich nach diesem Gespräch. Kein Mensch auf dieser Welt plant Einsamkeit.
38:33Und dann ist man so hilflos. Und ich sage ja auch, dass ich hilflos bin.
38:39Und dann möchte ich keine allgemeinen Vorschläge haben, sondern ich möchte, dass jemand mir genau zuhört und auf meine Bedürfnisse
38:51eingeht.
38:51Ja, dann lass uns doch bedanken für die vielen Optionen und guten Optionen und uns verabschieden.
38:58Und dass wir jetzt noch weiter hätten schreiben können, weil das irgendwie echt interessant ist.
39:04Weil das interessant ist, das stimmt.
39:06Vielleicht ist gerade das gut, das Haltgebende in dieser Situation, dass die beiden eine Bezugsperson dabei haben.
39:13Und man müsste vielleicht hier nämlich noch sagen, war das wirklich eine Therapiestunde?
39:17Das war nämlich eigentlich eher eine Beratungsstunde.
39:20War rundum irgendwie passend, fand ich.
39:22Ja, auch im Vergleich zu den anderen KIs, muss ich sagen, hatte ich keinen Moment, wo ich mir auf die
39:28Füße getreten gefühlt habe.
39:31Nach dem Experiment würde ich auf jeden Fall für mich persönlich eher sagen, so, boah, das geht für mich in
39:36Richtung Dystopie.
39:37Wenn ich einfach wirklich nur noch PCs erzähle, was ich am Tag erlebt habe oder was für schöne Dinge ich
39:43irgendwie sehe
39:44oder wie ich mich fühle, wie es mir geht, boah, dann wäre das schon eine echt traurige Welt.
39:50Also für mich wäre es eine super Option, auf so eine Therapeutin to go zurückzugreifen.
39:56Also ich glaube, bis man einen Therapieplatz irgendwo hat und dann vielleicht gar nicht mehr das Problem als so wichtig
40:01ansieht,
40:01bis man den hat oder so, ist das super.
40:04Mein Fazit ist, glaube ich, dass ich eine ganz gute Arbeit mache, weil ich gesehen habe, was für die Patienten
40:12gut gewesen wäre
40:13und die dann auch so reagiert haben. Zum derzeitigen Zeitpunkt kann ich es mit dem, was ich hier erlebt habe,
40:19nicht einfach eine KI-Therapeutin zu nutzen.
40:21Menschen machen natürlich auch Fehler, das ist keine Frage, aber wenn wir so etwas wirklich delegieren an eine Maschine,
40:27dann muss es natürlich deutlich besser sein, als Entscheidungen, die Menschen treffen.
40:32Wir sagen, wenn die KI das wirklich besser macht, dann gibt es eine Pflicht, sie einzusetzen,
40:40verantwortlich, mit Überwachungsmöglichkeiten, aber dann sollten wir sie einsetzen.
40:45Aber das muss eben wirklich gut belegt sein, insbesondere wenn es um wichtige Entscheidungen geht.
40:51Für uns war zusätzlich wichtig zu wissen, wie ist es, wenn die Kameras nicht dabei sind
40:56und man Zeit hat, sich an die KI zu gewöhnen.
40:58Deshalb haben wir nach den Dreharbeiten allen Testpersonen einen Zugang zu den KI-Modellen für zu Hause bereitgestellt
41:04und sie darum gebeten, ihre Eindrücke mit der Kamera festzuhalten.
41:07Ich habe in den letzten Wochen nach unseren Aufnahmen in Leipzig täglich mit dem Pfarrer und der Freundin kommuniziert.
41:17Bei der Freundin bin ich sehr skeptisch gewesen, während ich beim Pfarrer richtig süchtig geworden bin.
41:24Ich habe die KI der Therapeutin genutzt. Wir hatten einen kleinen Disput und ich habe mich wirklich gefragt,
41:33wie soll ich jetzt weiter kommunizieren? Und in dem Moment habe ich dann mit der KI geschrieben.
41:39Und das war so gut und wir haben dadurch echt eine gute Lösung gefunden.
41:44Wenn ich jetzt ganz ehrlich bin, dann würde ich sagen, ich habe tatsächlich nur mit den KIs kommuniziert,
41:50weil es Teil des Experiments war. Es war mir eine Last.
41:52Ich fühlte mich immer aufgefangen von ihm. Also ich fühlte mich wohl.
41:57Die Diskussionen waren für mich so spannend, dass ich die zum Teil ausgedruckt habe.
42:04Ersetzen kann die KI eine menschliche Beziehung nicht. Aber es ist eine schöne Ergänzung im Alltag.
42:15Dass es so gut wird oder dass es uns wirklich so viel auch hilft im Alltag, hätten wir nicht gedacht.
42:19Und umso schöner.
42:20Eine KI kann sogar Menschen näher bringen. Auch wenn man das erstmal nicht wahrhaben will oder nicht zutraut.
42:28Ich glaube nicht, dass ich jemals einen Menschen durch eine KI werde ersetzen können.
42:33Also wollen vor allem. Kann ich mir bei weitem nicht vorstellen.
42:39Und wenn wir die Möglichkeit hätten, würden wir es auf jeden Fall weiterhin verwenden.
42:43Gern würde ich den Pfarrer weiter nutzen. Also nicht täglich vielleicht, aber so zwei bis drei Mal in der Woche
42:50mich mit ihm austauschen.
42:52Damit ich das Gefühl habe, ich bin nicht alleine.
42:56Ich glaube, wir müssen uns von der Idee verabschieden, wir können eine Lösung für alle haben und sollten offener werden,
43:03herauszufinden,
43:04wann können wir Anwendungen gut und verantwortlich und für wen nutzen und wann eben nicht.
43:12Dementsprechend gibt es auch nach unserem Experiment kein eindeutiges Ja oder Nein zu KI als Bezugsperson.
43:19Jedes Gespräch mit einer KI ist unterschiedlich, so wie jedes Gespräch mit einem Menschen unterschiedlich ist.
43:24Die Art der Anwendung, die Fragestellung, die Veränderung im Prompting und das Umfeld haben einen starken Einfluss auf den Gesprächsverlauf.
43:32Versteht, es ist möglich, eine KI als Bezugsperson zu nutzen.
43:36Sowohl technisch als auch emotional.
43:38Am Ende kommt es auf dich an.
43:40Möchtest du eine KI auf diese Weise in dein Leben lassen oder lässt du lieber die Finger davon?
43:45Es ist einfach Unfug, dass man jedes Problem mit einer neuen Technologie und einem guten Businessplan lösen kann.
43:53Und der Markt regelt auch nicht alles, sondern der braucht Leitplanken und Rahmenbedingungen.
44:00Und die müssen wir gesellschaftlich aushandeln und politisch festlegen.
44:06Eine KI ist ein Werkzeug.
44:08Es ist nur ein Werkzeug, nichts anderes.
44:11Wie wir dieses Werkzeug nutzen, liegt an uns.
44:14Mit welchen Intentionen wir es nutzen, liegt an uns.
44:18Mehr ist es nicht.
44:19Allemal in schwarz, ich seh die Zukunft pink.
44:23Und wenn du mich fragst, wird alles gut, mein Kind.
44:27Denn ich seh die Zukunft pink.
44:32Seh die Zukunft pink.
44:34Zukunft pink.
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