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Bergwinter vor der Haustür · Schneeschuh, Ski und Schanzen

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00:05Dann hat man da hier diesen großen weiten Spielplatz, wo man eigentlich alles machen kann.
00:11Mich persönlich begeistert eigentlich draußen sein, dass einfach der Moment zählt, in dem
00:14man unterwegs ist. Tiefer wurzelt bei mir, die Liebe zu dem Wagen.
00:27Servus bei Berg auf Berg ab. Ich fahr gerade mit einer Bahn, mit der ganz sicher der eine oder die
00:32andere von euch auch schon mal gefahren ist, nämlich hoch aufs Brauneck, einen der bekanntesten
00:37bayerischen Skiberge. Heute stelle ich euch ein paar Menschen aus unserem Team vor, die normalerweise
00:43hinter der Kamera oder im Schneideraum zu finden sind, die sich aber für die Berge und den Winter
00:48in den Bergen genauso begeistern können wie ich.
00:53Das ist der Erste, Simon Koslowski. Bei vielen unserer Drehs dabei als Tonmann oder Kameraassistent.
01:01Er wohnt in Lengries und ist in jeder Freiminute hier, am Brauneck.
01:06Es ist halt irgendwie so ein bisschen schon eine Hassliebe. Wenn's gut ist, ist das irgendwie das
01:10Coolste überhaupt, weil ich fahr von zu Hause fünf Minuten und bin an der Bergbahn.
01:14Man kann auch Abenteuerabfahrten machen, hinten runter, überall. Also da gibt's so viele
01:19Möglichkeiten am Brauneck. Und deswegen, ja, wenn es gut ist, ist das schon verdammt geil, da Ski zu fahren.
01:27Das, was der Simon mit seinen Freunden heute mit dem Korbi und mit dem Luis hier treibt, hat nicht so
01:34viel
01:34mit dem zu tun, wie normale Menschen Skifahren. Meistens findet man sie abseits der Pisten, auch dann,
01:40wenn es mit der Schneelage mal wieder dürftig aussieht. Der Blick in die höheren Berge täuscht.
01:47Am Brauneck war der Winter auch heuer eher bescheiden. Simon und Luis haben das schon anders erlebt.
01:5318, 19 war richtig guter Winter noch, da haben wir fast drei Meter Schnee gehabt. Dann war noch
01:57ein Winter am Brauneck, der noch ganz okay war. Und seit sonst ist es immer wirklich mau.
02:02Freeriden am Brauneck wird immer, immer schwieriger in den letzten Jahren. Und so Sachen, so Felsen,
02:06wenn man früher runtergesprungen ist, wird sie jetzt den Kopf schütteln. Das ist viel zu hoch. Früher lag
02:10einfach so viel Schnee, dass es ging. So, schau her. Ja, das schaut doch sein aus, oder? Für den,
02:20für den wenigen Schnee. Ja doch, da geht schon was. Die Coole können wir gleich mitnehmen für den
02:26Absprung, da müssen wir nicht so viel schaufeln. Wir kennen uns schon ewig, seit 15 Jahren jetzt,
02:31würde ich sagen. Und wir fanden von Anfang an immer beste Kumpels, immer zum Skifahren gegangen,
02:35auch noch nach dem Training und außerhalb von den Zeiten haben wir uns immer getroffen und
02:39unseren Schmalen gemacht, sag ich mal, uns immer ausgetobt. Dann hat man da hier diesen großen,
02:44weiten Spielplatz, wo man eigentlich alles machen kann. Und früher haben wir halt noch brutal viel
02:48Schnee gehabt und da war halt die Motivation noch viel größer. Und was für Ideen wir da gekommen sind
02:53oder was wir alles angeschapt haben und wo wir runtergesprungen sind. Wir wollten unsere eigenen Sachen im
02:58Skifahren entdecken und dann war das nächste irgendwie die Kickerbahn, weil das so ein
03:03komplettes Gegenteil war von dem aus, wie wir es jetzt gemacht haben. Ja, cool. Geht was, dann fangen wir an
03:07zu schaufeln, oder?
03:08Fangen wir schaufeln an.
03:13Schaufeln gehört für den Simon und seine Freunde zum Skifahren dazu, wie für andere Menschen das Après-Ski.
03:20Ungefähr vor zehn Jahren haben sie damit begonnen, sich selbst Kicker und Schanzen zu bauen.
03:27Damals waren wir eigentlich eher alleine, also da sind die Leute auf der Piste ganz normal Ski gefahren.
03:32Klar, irgendwo in Österreich in Hochfrügen oder so sind die schon auch immer abseits gefahren und so
03:36besprungen und so, aber hier bei uns war das eigentlich nicht so und da waren wir die einzigen,
03:40die das gemacht haben und inzwischen sind das halt richtig, richtig viele Kinder, die da rumdüsen,
03:46wie die Verrücken und eigentlich ist das total cool, dass es jetzt da so viele gibt.
03:50Der Korbi ist einer von den Youngsters, die dem Simon inzwischen nacheifern.
03:55Am Brauneck waren es halt eben nicht viele, die sowas gemacht haben, das fand ich voll cool immer,
03:58und hab da auch immer so ein bissel zugeschaut und mir was abgeschaut und dann hab ich die mal
04:02gesehen, wie sie einen Kicker gebaut haben und hab ich mir gedacht, jetzt frag ich halt einfach mal,
04:05ob ich mitbauen kann und dann hab ich die gefragt und dann waren die vorher offen und hab gesagt,
04:08ja klar, schnapp dir eine Schaufel und dann hat es halt eigentlich so geendet,
04:11dass ich den ganzen Tag bei dem da hinten in dem Kessel am Schrödelstein mit dem rumgeschaufelt
04:16hab und hab einfach Spaß gehabt.
04:21Dabei ist das Schaufeln richtig harte Arbeit. Meter hoch muss der Schnee hier aufgetürmt werden.
04:29Schaufeln gehört halt irgendwie dazu, am Ende darf man ja drüber springen und das macht halt
04:34dann richtig viel Spaß. Schon so zehn, oder? Im Jahr? Ja. Letztes Jahr waren es glaube ich 30.
04:4030 Kicker im Jahr. Wir haben einmal in zwei Tagen sieben verschiedene Kicker gebaut. Das war Bild.
04:45Warte mal, lass uns da mal eine Linie machen. Simon, machst du die Kante dann noch ein bisschen schöner?
04:50Ja, mach ich.
04:51Ich mach es vorne, dann müssen wir es rein.
04:57Erstaunlich schnell nimmt der Schneehaufen Gestalt an. Im Kicker-Bauen sind sie hier in den
05:03letzten Jahren echte Profis geworden. Und noch etwas können sie ziemlich gut. Skifilme
05:10drehen und schneiden.
05:14Irgendwann mal, wo wir dann halt dann selber zum Freeriden angefangen haben, hab ich mir
05:17gedacht, ich will das auch mal ausprobieren. Am Anfang hab ich nur angefangen mit so einer
05:20kleinen GoPro. Dann irgendwann hab ich eine gescheite Kamera gehabt und ich war dann auch
05:24auf der Filmschule auf der BAFF in München und hab da eine Ausbildung gemacht. Und mir macht
05:29das halt brutal Spaß und das zu verbinden, einerseits in den Bergen zu sein und dann noch die Filmerei,
05:33das ist schon sehr cool.
05:35Dann haben wir uns immer getroffen am Abend und was zusammengeschnitten und da unsere ersten
05:39YouTube-Videos hochgeladen. Ich würde sagen, mittlerweile können wir es schon ganz gut.
06:02Also wenn meine Oma das anschaut, dann sagt sie, ihr spinnt ja. Das ist schwer zu verstehen. Das ist
06:07natürlich ein bestimmtes Gefühl. Das ist kindlich sein, auch wenn man jetzt erwachsen ist. Das ist immer
06:11Spielerei irgendwie. Man kann da was hinbauen, sich überlegen, was man machen will, wenn man
06:16drüberspielen will und sich da irgendwie ausdrücken. Alleine wird es keinen Spaß machen. Mit den
06:23Freunden zusammen, mit der Gruppe zusammen, entsteht da immer ein cooler Tag.
06:35Hey, servus Simon. Hey Michi, servus. Hi. Das treibst du also, wenn du nicht mit uns am Filmen bist.
06:41Genau, das treib ich. Ja, wir haben trotzdem noch was ganz Gutes gefunden. Schaut beeindruckend hoch
06:46raus, finde ich. Ja, es geht nach Nürnmeln schon mal größer aufgebaut. Echt? Da haben wir weiter hinten gestanden, aber
06:50das geht leider heute nicht bei der Schneelage.
06:53Kommt man schon hoch raus, oder? Also, puh. Ja, zwei, drei Meter wird man hoffentlich schon. Okay, das überlasse ich
06:58euch. Da bin ich raus. Ich schau zu. Das sind auch die falschen Ski, oder? Mit Tournski.
07:02Mei, es wird schon gehen mit denen, aber die sind halt auch nicht hinten aufgewogen. Geht auf keinen Fall.
07:08Kannst du nicht rückwärts fahren oder rückwärts fahren? Nee, dann geht das nicht. Ich kann es aufs Material schieben. Aber
07:11das habe ich vor Jahrzehnten aufgegeben, selber zu springen. Aber ich bin gespannt, wie das bei euch ausschaut.
07:17Ja, zeigen wir dir gleich. Also, nach einer kleinen Stärkung. Korbi, Luis und Simon scheinen zufrieden mit ihrem Werk.
07:26Wenn man Kicker baut, dann kann man so einfach so in der Kreativität so freien Lauf lassen. Du siehst irgendwas
07:30und denkst dir, ja, es könnte schon vielleicht gehen.
07:32Und dann baust du auf und dann ist es vielleicht total geil, aber es kann auch total schlecht sein und
07:36irgendwie gar nicht funktionieren. Und irgendwie das ist so der Reiz, dass man so was neu...
07:40Man kann so ganz viele neue Sachen ausprobieren. Es gibt ja ganz verschiedene Arten von Kickern oder Chancen.
07:45Und? Wie wird der? Glaubt ihr was? Ja, ich denke schon. Der ist jetzt... Der hat jetzt noch für eine
07:50halbe Stunde geruht. Also, der Schnee hat sich gut gesetzt, glaube ich.
07:52Ach, ein guter Kicker muss ein bisschen ruhen. Ja, schon.
07:55Wie ein guter Wein, oder? Ja, nee, weil dann setzt sich der Schnee und dann wird er stabiler und fällt
08:00nicht auseinander, wenn man einmal drüber fährt.
08:02Okay, das wird blöd. Ja.
08:05Der letzte Feinschliff. Und dann geht es los.
08:18Respekt.
08:28Die Feinschliff. Und dann geht es los.
09:03Der Simon ist natürlich nicht der Einzige aus unserem Team, der ziemlich Schnee- und Skiverrückt ist.
09:09Ich werde gleich ins Allgäu wechseln und dort den Edgar treffen.
09:13Der Edgar arbeitet beim Bayerischen Rundfunk als Cutter, wenn er nicht gerade in den Bergen ist.
09:20Vorher aber, da dürft ihr noch jemanden kennenlernen, nämlich die Anna-Lisa.
09:25Und das ist sie, die Anna-Lisa Lexer. Sie ist Kameraassistentin in unserem Team.
09:33Ich bin es nicht gewohnt, vor der Kamera zu stehen. Normalerweise stehe ich dahinter.
09:37Deswegen ist das auch mal ein völlig neues Erlebnis für mich und für meinen Papa sowieso,
09:40weil es sieht ja mal, was ich so ab und zu beruflich gemacht habe.
09:46Heute hat Anna-Lisa eine ganz andere Rolle. Sie ist mit ihrem Papa unterwegs, und zwar zum Meißner Haus in
09:54den Tuxer Alpen.
09:55Anna-Lisa steckt nämlich in der Ausbildung zur Bergwanderführerin und kurz vor den Winterprüfungen.
10:00Da ist diese Tour eine willkommene Trainingseinheit. Fürs Bergauf haben sie Schneeschuhe eingepackt und fürs Bergab Rodel.
10:18Als ich selber klein war, da war es halt mein Vater oder meine Eltern, die mit mir halt in die
10:23Berge gegangen sind.
10:24Und jetzt ist es halt umgekehrt. Jetzt bin ich, glaube ich, manchmal eher die treibende Kraft,
10:30dass wir mal zusammen Bergtour gehen oder Rad fahren. Ja, es ist auch ganz spannend, diesen Rollenwechsel da mitzuerleben.
10:41Also sie schaut jetzt, ob ich meine Sachen dabei habe und kümmert sich darum, dass bei mir alles wasserdicht ist
10:48und was weiß ich.
10:48Und das war halt früher genau umgekehrt. Aber mich stört das überhaupt nicht. Im Gegenteil.
10:57Vorbei an der Lourdes-Kapelle zieht der Weg immer weiter ins Vigartal.
11:06Und mit jedem Höhenmeter kommen die beiden dem Winter immer näher.
11:17Das ist so auch ein Sport, den ich für mich so entdecke und den ich total gut finde.
11:24Weil man eben das auch mit dem Schlittenfahren zum Beispiel verbinden kann.
11:28Und dann aber doch weiter wandern kann, wo man mit normalen Bergschuhen jetzt nicht mehr weiterkommt.
11:34Ah ja, wollen wir eine kleine Trinkpause machen. Können Sie da hinhocken.
11:37Hier? Ja.
11:40Hast du einen Tee? Ich hab einen Tee, ja.
11:45Auch für so eine Trinkpause ist es durchaus praktisch, Rodel dabei zu haben.
11:54Matthias hat sie selbst gebaut.
11:56Ich hab das mit einem Freund zusammengebaut. Der ist Schreiner und der hat auch das Know-how gehabt.
12:02Und da haben wir in der Vorweihnachtszeit halt da wirklich mal wochenlang Rodel hergestellt für seine Familie
12:08Das ist eigentlich bisher eines der schönsten Weihnachtsgeschenke, die ich bekommen habe.
12:11Also es ist wirklich schwierig, dass da noch was rankommt.
12:13Weil es ist halt selbst gemacht und ich fahr total gern Rodel.
12:16Ich mach das heute noch, also pro Wintersaison mindestens fünf, zehn, fünfzehn Mal.
12:24Jetzt liegen die letzten Meter zum Meißner Haus vor ihnen und die letzten Sonnenstrahlen verabschieden sich so langsam.
12:34Trotzdem ist dieser Wintertag auch sowas wie ein Geschenk.
13:06Im Rahmen ihrer Ausbildung
13:08hat Anna-Lisa Praktika bei Bergschulen gemacht.
13:15Mit Gästen unterwegs zu sein, ist auch nochmal was ganz anderes.
13:19Man trifft ja ganz unterschiedliche Personengruppen aus unterschiedlichen Ecken.
13:24Die haben ganz unterschiedliche Fähigkeiten.
13:26Wenn es ihnen gestern auch gefallen hat, wenn die es dir dann auch sagen am Ende der Tour,
13:29das macht dich schon ziemlich glücklich, wenn die dann einen schönen Tag hatten auf Tour mit uns.
13:37Und was einen schönen Tag ausmacht, hängt heute vor allem mit dem mit wem zusammen.
13:44Und mit dem so kostbaren Erlebnis von echtem Winter.
14:06Es tut der Seele einfach gut, im Schnee versinken zu können.
14:12Jetzt mit den Schneeschuhen kommt man sich schon so vor, als ob man hier auf Expedition wäre.
14:20Zumindest ein Stück weit und das ist super.
14:24Also das ist das, warum man draußen ist.
14:27Das ist halt nochmal was ganz anderes, durch den frischen Schnee zu laufen.
14:31Und ich bin da ziemlich dankbar, dass wir das hier so erleben dürfen heute.
14:48Und dann taucht, thronend über dem Figartal, das Meißner Haus auf.
14:53Eigentlich wollten sie am Nachmittag noch einen kleinen Gipfel angehen,
14:57aber das Wetter schlägt merklich um.
15:00Und Annalisa und ihr Vater freuen sich auf die Einkehr.
15:03Der Wind frischt ganz schön auf und die Sicht wird auch immer schlechter.
15:07Ja, deswegen erstmal in die Hütte.
15:10Ich bin froh, dass wir da sind.
15:12Annalisa?
15:13Jo.
15:17Perfektes Timing.
15:19Vor genau 100 Jahren wurde das Haus von der Sektion Meißen erbaut.
15:24Und drinnen, in der gemütlichen Stube, hilft die Wirtsfamilie bei der Beratung fürs morgige Ziel.
15:30Da sind die drei Steinmännchen, oder wie es die Einheimischen sagen?
15:34Die drei Stornern und Mandeln.
15:36Hat das einen kleinen Ausflug gemacht, das Schiedung?
15:38Max, der Sohn von Sven, dem Wirt und von Klara, ist auch ganz begeistert vom Kachelofen, dem Gründungsgeschenk aus Meißen.
15:47Ob das jetzt eine tiefere Bedeutung hat, da haben sich ja schon viele Gästegruppen drüber unterhalten in geselliger Runde.
15:54Und es gibt da unterschiedliche Theorien, aber wir haben jetzt keine offizielle Bestätigung oder was es damit auf sich hat,
16:02mit den Motiven auf dem Ofen.
16:04Ich frage mich einfach immer, was diese Grille mit den zwei Büchern bedeuten soll.
16:10Ich finde das irgendwie ganz schön witzig.
16:14Auf jeden Fall ist er das Herzstück der Hütte und trägt seinen Teil bei, zur Gemütlichkeit und zur Geborgenheit in
16:23dieser Spätwinternacht.
16:38Man hat ja gerade als Schneeschuhgeher oder als Winterwanderer dann auch einen viel höheren Impact auf der Schneedecke und kann
16:44ja dadurch auch eine Schneebrettlawine auslösen.
16:46Also das sollte man unbedingt auch auf dem Schirm haben.
16:47Deswegen finde ich sehr gut, dass der Papa sich Sorgen macht, weil das ist durchaus gerechtfertigt.
16:53Noch sind die Verhältnisse gut, aber viel Zeit wird heute nicht bleiben, bis der Schneefall einsetzt.
17:00Wie war das eigentlich früher bei dir, Papa, im Sportstudium?
17:02Wo hat man da eigentlich den Lawinenlagebericht nachgeschaut?
17:05Weil ich schaue ja immer online nach, aber wie war das früher eigentlich?
17:08Wir haben uns da richtig informieren müssen.
17:11Ja.
17:11Aber bei diesen Talstationen war immer so ein Aushang an einem aktuellen Lawinenlagebericht.
17:19Das hat aber wenige interessiert, wenn ich ehrlich bin.
17:24Ich wundere mich auch, dass sie jetzt für die alpinen Themen sich so begeistern kann.
17:29Das hat in ihrer Pubertät sich nicht immer jeden Tag in gleicher Weise gezeigt.
17:33Und wann immer wir sonntags gesagt haben, hey, wir gehen wandern, dann hast du dir die Ohren zuhalten können.
17:38So groß war da die Ablehnung.
17:40Ich glaube, mich hat es auch gestört als Kind damals, dass die Wochenenden auf Bergtouren gingen und ich lieber mit
17:46Freundinnen mich getroffen hätte.
17:47Dementsprechend habe ich mich dann auch quergestellt ab und zu.
17:51Sie hat uns da keine große Wahl gelassen.
17:53Aber je mehr man dann loslässt in den Momenten, desto mehr bekommt man zurück, bilde ich mir ein.
18:08Ich hatte ja einen guten Grundstein gelegt bekommen von zu Hause.
18:11Ich hatte ja die Möglichkeiten, ich hatte auch die Ausrüstung.
18:13Dementsprechend war das dann für mich auch die Hürde nicht so groß, dem Ganzen noch mal eine Chance zu geben.
18:18Macht mich schon auch stolz.
18:22Aber in dem Sinne, dass ich finde, dass sie einen sehr guten eigenen Weg geht.
18:42Das sind sie.
18:44Sturmhandel.
18:47Jawohl.
18:50Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.
18:53Aber das ist auch okay.
18:58Oh, das ist steil.
19:15Ja, letzte Etappe.
19:24Mein Vater sagt da oft, der spürt man, dass man lebt und ich finde, da ist viel dran.
19:28Weil es kann nicht immer perfektes Wetter sein und trotzdem ist es ja ein Tag draußen.
19:32Die gemeinsame Zeit ist eigentlich das, was zählt letzten Endes.
19:36Und sie auf diese Weise verbringen zu können, ist für mich wunderbar.
19:49Von Tirol wechseln wir wieder nach Bayern.
19:52Und zwar ins Allgäu, wo ich unterwegs bin mit dem Edgar Priegel und seinem Spitzel Klaus Jocham.
19:57Beim Bayerischen Rundfunk, wo der Edgar arbeitet, treffe ich ihn nur selten.
20:02Eher begegnen wir uns in der Kletterhalle.
20:06Obwohl wir ins Allgäu sind, geht der Klaus immer die Tiroler Spur.
20:09Hast du gemerkt, oder?
20:10Ja, die Bärtsgärtner sind ein bisschen.
20:12Stimmt.
20:14Stimmt.
20:16Steil da drauf.
20:18Ja, da ist meine Bergleidenschaft gelegt worden im Allgäu.
20:22Ich habe früher mit meinen Eltern immer Fähren auf dem Bauernhof gemacht.
20:25Am Fuß vom Gründen, nicht weit weg von hier.
20:28In der Ecke war ich sehr oft als Kind.
20:30Tief verwurzelt bei mir, die Liebe zu den Bergen.
20:36Eine Liebe, die ganz schön groß ist.
20:39Und die der Edgar intensiv lebt.
21:11Mountainbiken, klettern, schlafen.
21:12Skifahren, das ist Edgars Leidenschaft.
21:15Und dabei trifft er auf andere Bergverrückte.
21:19Vom Klaus hat der Edgar mir schon vor ein paar Jahren mal erzählt.
21:23Ein Ski-Nerd aus dem Allgäu,
21:25der ein Mannbetrieb seiner eigenen, ganz speziellen Ski baut.
21:29Bei dem Band, da muss man Prozeit machen.
21:32Das hat mich neugierig gemacht.
21:35Oh, was für ein Panorama.
21:37Blick, das ist sensationell.
21:39Bei mir ist es wichtiger, was in der Frohzeit-Tose ist.
21:42Was bei mir immer im Rucksack ist, egal Sommer wie Winter, Gipfelkohle.
21:46Ah, die Gipfelkohle.
21:47Nein, Gipfelbier, Gipfelkohle.
21:49Gipfelkohle, ja.
21:50Wie habt ihr zwar eigentlich kennengelernt?
21:52Wisst ihr das noch?
21:52Ich hab von so einem verrückten Ski-Bau aus dem Allgäu gehört.
21:57Und was der irgendwie total abgefahrene Ski baut.
22:00Hab ich mir mal angerufen.
22:01Und dann waren wir im Pitztal.
22:03Und das war für mich die Offenbarung quasi.
22:07Ich hab mit meinem Ski erst einen Run gemacht.
22:11Und dann mit seinem Ski.
22:12Und das war unfassbar eigentlich.
22:16Ich hab gedacht, ich hab den super Ski dabei, gell?
22:18Für den Tag.
22:19Und dann war's aber, ja, das ist schon mal ein Schlüsselerlebnis war das auf jeden Fall.
22:26Wir hatten ja oben einen richtig geilen Powder.
22:29So 30 Zentimeter, kann mich noch erinnern.
22:31Und dann unten ist immer schlecht beschlimmer geworden
22:32und so ein richtiger Haarsteckl drauf.
22:35Und das war natürlich so der Knackpunkt.
22:37Seitdem bin ich Snorre-Fahrer.
22:42Zusammen mit dem Edgar durfte ich dorthin gehen,
22:45wo die Ski, die ihn so begeistern, entstehen.
22:49In einem kleinen Dorf im Allgäu hat der Klaus seine Werkstatt.
22:56Dann wird das hier fixiert.
23:01Und dann wird das mit dem Kleber, mit dem Kleber.
23:05Mit dem dünnflüssigen Kleber.
23:07Mit den Schrauben, schlössst du die?
23:08Nein, oben kommt auch kein Kleber drauf.
23:11Der läuft ganz dünnflüssig, läuft unten rein.
23:15Und dann sind die Kanten verklebt.
23:17Wie lange brauchst du für einen Ski?
23:1920 Stunden Arbeit ist da drauf, Minimum.
23:25Früher hat der Klaus Surfbretter gebaut.
23:28Und dabei gelernt, wie ein Board geformt sein muss,
23:32um in der Strömung gut zu funktionieren.
23:35Dieses Know-how nutzt er jetzt beim Skibauen.
23:38Denn auch beim Skifahren geht es letztlich um nichts anderes.
23:42Ein Brett, das perfekt durch Wasser gleiten soll.
23:46Auch wenn das Wasser eine etwas andere Konsistenz hat als beim Surfen.
23:59Was machen deine Ski jetzt so besonders leicht?
24:02Was sind die Geheimnisse?
24:03Die Geheimnisse sind nicht viele.
24:06Man muss halt konsequent das Richtige machen.
24:10Zum Arsch kommt man halt ein superleichter Holzkern.
24:14Der ist halt super.
24:16Der ist extrem leicht.
24:18Was ist das für Holz?
24:19Das ist ein Balserholz.
24:20Als Balserholz.
24:21Und das ist stabil genug?
24:23Das ist stabil genug, weil das natürlich jetzt hier die 45 Grad hat.
24:28Das ist praktisch kein Stirn und kein Längsholz.
24:30Also alles sind 45 Grad verarbeitet.
24:32Es ist praktisch kein Schnickschnack.
24:35Also wir haben keine Designfolie, keine Deckfolie,
24:38sondern nur Funktionsmaterial.
24:40Entscheidend ist halt auch,
24:42ein Ski muss ja so in der Richtung beweglich sein.
24:46Und in der Richtung muss er torsionsstreif sein.
24:48Ich habe halt eine eigene Technologie,
24:51die ich halt selber entwickelt habe.
24:53Und da muss man halt super genau arbeiten.
24:56Dann kommt ein super Ski raus.
24:59Ich gebe es zu,
25:00so ganz habe ich es noch nicht verstanden,
25:03wie der Klaus das jetzt genau macht mit seinen Skien.
25:06Aber ich darf sie heute mal ausprobieren.
25:09Und eins kann ich schon sagen,
25:10zum Hochgehen eignen sich die leichten Ski perfekt.
25:14Mit gerade diese Klausen,
25:15die Skisaison bislang war ja nicht ganz einfach.
25:18Ich mache das beste draus.
25:20Das ist heute mein 58. Skitag.
25:2448. Skitag.
25:26Respekt.
25:26Aber bei mir geht es halt früh los.
25:28Ich starte schon meistens im Oktober.
25:31Der 1. Oktober ist so der Klassiker,
25:33dass ich starte.
25:34Und dann geht es oft bis,
25:35meistens bis Ende Mai,
25:37solange es halt Schnee hat.
25:39Also die Karwendeltouren, die Frühjahrstouren.
25:40Und du, wie viele Skitag hast du?
25:4354.
25:4354?
25:45Wir haben immer gebetelt.
25:47Wer mehr schafft von uns beiden.
25:49Jetzt treuer bin ich vorne.
25:55Dass der Edgar beim Bayerischen Rundfunk arbeitet,
25:58ist kein Zufall.
26:00Ihr ahnt es,
26:01auch das hat etwas mit seiner Bergleidenschaft zu tun.
26:05Die er als Trainer beim Alpenverein
26:07übrigens auch gerne mit anderen teilt.
26:12Das war schon immer mein Traum,
26:13in München auch zu wohnen,
26:14in der Bergsteigerstadt und Nähe zu den Bergen.
26:17Und dann hat es geklappt.
26:19Ich habe einen Job gekriegt dann in München
26:20und habe dann relativ schnell
26:22die Ausbildung beim Alpenverein halt gemacht.
26:24Trainer C, also Skihochdru dann schlussendlich.
26:27Und einen Freerideguide habe ich dann noch gemacht.
26:37Halt, Halt.
26:38Gute.
26:38Super, gratuliere.
26:40Dankeschön.
26:41So ein schöner Gipfel.
26:42Wie heißt der?
26:43Östlich ist ein Ecke.
26:45Östlich ist ein Ecke.
26:49Bleibt eine Frage. Wie schafft man es, einen normalen Job zu haben und gleichzeitig schon
26:54Mitte März an die 60 Skitage? Ein großer Vorteil ist natürlich,
26:59dass ich Schichtdienst hab. Da kann man sich natürlich dann mit dem Arsstritt morgens raus
27:03und dann kann man tagsüber dann schon was machen, bis dann der Dienstbeginn ist. Das geht schon.
27:10Aber wie noch wichtiger ist, dass man eine tolerante Frau hat. Das ist überhaupt das
27:15Wichtigste, die einem die Freiheit lässt, sich auszuleben. Das ist das Allerwichtigste.
27:26Bin ich mal gespannt auf den Ski. Ganz ehrlich, ob er wirklich so schön ist.
27:54Was soll ich sagen? Der Ski ist wirklich erstaunlich. Er fährt sich spielerisch und doch stabil und macht
28:03auf jeden Fall Lust auf viele weitere Skitage.
28:12Ihr habt es gesehen, die Begeisterung für die Berge, die ist genauso vielfältig und facettenreich wie die
28:18vielen Menschen, die von dieser Leidenschaft beseelt sind. In diesem Sinne wünsche ich euch
28:22genau die Bergerlebnisse, die euch die größte Freude machen. Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.
28:31Bis zum nächsten Mal.
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