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  • 8 minutes ago
Arbeit 4.0 · Macht KI meinen Job kaputt?

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00:00Hi, ich bin KI. Ich bin die neue Reporterin. Und deinen Job übernehme ich bald auch.
00:08Macht die KI uns bald alle arbeitslos?
00:12Viele haben davor Angst. Zum Beispiel die Filmleute in Hollywood.
00:17Wenn die KI Drehbücher schreibt und sogar zur Schauspielerin wird, dann ist für die meisten hier Schluss.
00:25Dass Maschinenjobs von Menschen übernehmen, ist nichts Neues.
00:32Aber trotzdem ging es immer irgendwie weiter.
00:36Ist das diesmal anders?
00:44Ich bin Journalistin und möchte wissen, ob mein Job in Zukunft überflüssig wird.
00:49Schreibe ein Drehbuch für eine Y-History-Reportage über dieses Thema.
00:57Krass. Bisher dachte ich immer, meine Arbeit kann mir keine Maschine wegnehmen. Ich mache schließlich etwas mit dem Kopf.
01:05Früher haben Maschinen vor allem die richtig harten Jobs übernommen. Körperlich halt.
01:10Doch jetzt passiert offenbar etwas Neues.
01:14Etwas, das man sonst nur aus Science-Fiction kennt. Technik wird so richtig smart, vielleicht sogar smarter als wir selbst.
01:23Mensch und Roboter könnten eine großartige Symbiose bilden, in der wir uns gegenseitig unterstützen und ergänzen.
01:30Doch was bedeutet das für uns und unsere Arbeitswelt?
01:35Das will ich genauer wissen. Also gehe ich dahin, wo Leute schon heute über morgen nachdenken. Auch über die Arbeit
01:43von morgen.
01:45Hier in München befindet sich das Entwicklungszentrum von Google.
01:50Ich treffe Jasmin Weiß und ihre Studierenden. Jasmin Weiß ist BWL-Professorin mit Fokus auf KI.
01:57Sie nimmt ihre Studis immer mal wieder mit zu Unternehmen, die bei der KI ganz vorne mitspielen.
02:03Potenzielle Arbeitgeber für die künftigen BWLer.
02:06Also ihr alle seid Digital Natives, aber wir haben jetzt in den Hörsälen tatsächlich die erste Generation an AI Natives,
02:13die so ausgebildet werden, wie wir später auch arbeiten werden.
02:17Nämlich im Team mit KI. Und das unterscheidet euch von allen anderen Generationen an Studierenden, die wir vorher ausgebildet haben.
02:27Allerdings, die Zeiten ändern sich halt.
02:30Das hier war mal wirklich abgefahren. Die neue Unibib in Mainz 1964. Total Hightech für die Zeit.
02:40Organisation, Katalogisierung und Ausleihe vollziehen sich mittels der modernsten technischen Einrichtungen.
02:48Ich brauche aber dringend Sie zu Hause reden.
02:50Der vom Benutzer ausgefüllte Leihschein wird mittels eines Rohrpostsystems in eines der acht Stockwerke des Bücherturms befördert.
03:00Hier findet der Archivar aufgrund des ausgeklügelten Kennziffernsystems schnell die verlangten Reden Cicero's.
03:09Wenn's schneller geht, heißt das oft weniger Arbeit. Und irgendwann weniger Jobs. Klassische Rationalisierung.
03:16Wenn das schon mit Rohrpost so lief, was macht dann erst die KI mit uns?
03:23Das will Jasmin Weiss mir zeigen. Sie nimmt mich mit ins Forschungslabor von Google.
03:34Dort basteln sie an was, das Videocalls komplett verändern könnte. Live-Übersetzung in Echtzeit.
03:48Dieses Programm scheint aus meiner Sicht sehr hilfreich zu sein, weil die am häufigsten gesprochene Sprache in Geschäftstreffen der Welt
03:58ziemlich schlechtes Business-Englisch ist und wir jetzt die Möglichkeit haben, in unserer Muttersprache zu sprechen.
04:05Frau Weiss, wie wird sich dieses Programm in der Arbeitswelt jetzt irgendwie auswirken in der Zukunft?
04:14Warte mal, das klingt ja wie ich. Ein bisschen creepy ist das schon.
04:23Jeder kann in seinen jeweiligen Muttersprachen sprechen und die Qualität der Diskussion kann zunehmen.
04:30Ich bin also sehr zuversichtlich, dass dieses Tool weit verbreitet sein kann.
04:34Also hätte ich dieses Tool schon während meiner Schulzeit gehabt, dann hätte ich gar nicht so sehr im Englischunterricht aufpassen
04:40müssen.
04:41Wir können auch Spanisch, Italienisch oder Französisch anbieten.
04:43Ja, finde ich gut.
04:48Krass und mega praktisch. Aber ich frage mich, wer braucht dann noch einen Dolmetscher?
04:55Dabei war das mal ein richtig cooler Job.
05:00Wie steht es nun mit dem Nachwuchs?
05:03Ja, da ist wirklich eine Belangstellung vor.
05:20Wohl nicht mehr lange. Heute interessiert die Studis vor allem eins. Wie arbeite ich mit KI?
05:27Denn wer das kann, kriegt die besseren Jobs.
05:31Wir haben nicht nur leistungsstarke KI-Tools inzwischen auf dem Markt, sondern wir haben jetzt auch agentische KI-Systeme, die
05:38autonom agieren können.
05:40Und wir sehen jetzt schon in den Unternehmen, wie das Geschäftsabläufe fundamental verändert.
05:46Klingt erstmal ganz schön abstrakt. Aber was heißt das jetzt konkret für die Jobs?
05:51Inwiefern verändert denn KI die Berufswelt?
05:53Alle Berufsbilder, die es so gibt, werden in irgendeiner Form durch KI betroffen sein.
06:00Das heißt, wir können uns künstliche Intelligenz so vorstellen, dass wir sagen, ich habe da einen sehr leistungsstarken Kollegen an
06:06meiner Seite.
06:07Und dieser leistungsstarke Kollege hat in bestimmten Bereichen Stärken, die ich als Mensch nicht habe.
06:14Kollege Computer ist schon lange mit dabei.
06:17Der hier arbeitet sogar als Heiratsvermittler. Quasi Tinder 1.0.
06:24Naja, also er müsste mindestens 1,80 groß sein. Sportlich figur. Dunkle Haare. Blaue Augen. Nicht vorbestraft.
06:40Für 1963 gar nicht mal so schlecht.
06:48Aber heute? Heute machen Rechner Sachen wie Buchhaltung, Steuerberatung, alles, was mal safe nach Menschenjob klang.
06:59Aber genau da wollten viele BWL-Studis lange hin.
07:04Haben die null Angst vor der KI?
07:07Mit dem Einsatz von KI können wir auf jeden Fall viel, viel schneller Entscheidungen treffen, Prozesse automatisieren.
07:15Im Personal wird man immer Leute brauchen, die einen ansprechen, damit man einfach den persönlichen Kontakt hat.
07:22Man wird es nie komplett mit KI ersetzen können.
07:26Wow, als ich noch Studentin war, habe ich mir über solche Sachen gar keine Gedanken gemacht. Und das ist noch
07:30gar nicht so lange her.
07:33So sieht sie wohl aus, die Zukunft. Ohne smarte Maschinen läuft im Job bald nichts mehr.
07:41Aber haben wir das alles noch unter Kontrolle? Wer kontrolliert hier wen?
07:47Maschinen in der Arbeitswelt. Drei industrielle Revolutionen haben wir schon hinter uns.
07:52Die erste, als die Dampfmaschine erfunden wurde. Der Startschuss für die Industrialisierung.
07:59Zum ersten Mal werden Fabriken gebaut und Güter können in großen Mengen hergestellt werden.
08:08Die zweite Revolution? Da ging's mit der Massenproduktion so richtig los.
08:13Alles dank Strom- und Fließbandarbeit. Autos, Haushaltsgeräte und viele andere Konsumgüter werden für immer mehr Menschen bezahlbar.
08:25Um 1970 startet die dritte Revolution. Computer und später das Internet stellen alles auf den Kopf.
08:32Arbeit, Kommunikation und Wissen wandern in die digitale Welt.
08:38Und heute haben wir die Arbeitswelt 4.0. Alles digital, alles vernetzt und KI ist fast immer am Start.
08:49Wie geht's weiter, wenn eine Maschine die eigene Arbeit übernimmt? Manche haben das schon erlebt.
08:55Wie hier im Volkswagen-Werk in Wolfsburg. Ein Ort, der wie kaum ein anderer für die deutsche Industriegeschichte steht.
09:02Ich bin verabredet mit Ernst-Dieter Lilje. Bis zur Rente hat er bei VW gearbeitet. 44 Jahre lang.
09:09Meine Geschichte bei VW hat angefangen, dass ich 1964 eine Leerstelle bekommen habe.
09:16Das war wie sechs Richtige im Lotto.
09:18Wenn man als kleiner Flüchtling aus dem Osten gekommen ist, dass man dann hier eine gesicherte Existenz hatte.
09:27Heute, als Rentner, lebt Ernst-Dieter noch immer in dieser Stadt, die erst 1938 gegründet wurde.
09:38Die Geschichte Wolfsburgs begann mit dem Volkswagen. Fast alle Einwohner der Stadt hängen in irgendeiner Form von dem Automobilgiganten ab.
09:491972 meldet die Tagesschau. Wolfsburg überschreitet die 100.000-Einwohner-Schwelle und ist damit Großstadt.
09:56Den Leuten geht's gut.
10:00Doch dann der Schock. Herbst 1973. Wirtschaftskrise in Deutschland. Kurzarbeit, Entlassungen.
10:08Die Arbeitslosenzahlen steigen rapide. 1975 müssen eine Million Deutsche zum Arbeitsamt.
10:18Die Unternehmen versuchen, sich aus der Krise zu sparen.
10:21Sie rationalisieren, setzen immer mehr Maschinen ein. VW schafft die ersten Roboter an.
10:28Alle Besucher wurden da vorbeigeführt und haben gestaunt, wie so ein Roboter die Autos zusammenschweißt.
10:36Die Roboter, die konnten damals also schon Punktspeisen, lackieren oder Teile abstapeln.
10:45So sehen sie aus, die ersten Roboter in der Autoproduktion.
10:52In den Fabriken geht die Angst um. Viele fragen sich, wenn das so weitergeht, was wird dann aus mir?
11:01Was haben Sie gedacht?
11:03Gedacht habe ich. Das kostet Arbeitsplätze.
11:07Aber es nimmt den Mitarbeitern auch viel schwere und ungesunde Arbeit ab.
11:12Das muss man immer von zwei Seiten sehen. Jede Medaille hat zwei Seiten.
11:16Gab es Entlassungen?
11:17Entlassungen gab es nicht bei Volkswagen.
11:20Die Tarifverträge wurden entsprechend angepasst.
11:23Damit wurde den Mitarbeitern, die ihre Arbeitsplätze verloren haben, eine Entgeltgarantie bis zu 60 Monaten gewährt.
11:30Und in dieser Zeit wurden sie dann umgeschult auf neue Tätigkeiten innerhalb der Fabrik.
11:41Die Automatisierung hat also Jobs gekillt, aber auch neue geschaffen.
11:47Am Ende haben die Roboter für mehr Gewinn gesorgt. Und damit für mehr Wohlstand.
11:56Wird das heute mit den smarten Maschinen wieder genauso kommen?
12:03Denn diese Maschinen können mehr als Autoteile zusammenschweißen.
12:09Sie helfen auch da, wo es um den Menschen selbst geht, seinen Körper, seine Gesundheit.
12:15Wie funktioniert das?
12:18Das möchte ich hier erfahren am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.
12:26Titus Brinker ist Hautarzt.
12:28Gemeinsam mit seinem Team hat er ein Gerät zur Früherkennung von Hautkrebs entwickelt.
12:35Ich zeige ihm ein Muttermal von mir.
12:39Der Arzt muss einen verdächtigen Hautfleck gar nicht mehr selbst anschauen.
12:45Das macht jetzt die künstliche Intelligenz.
12:51Dazu vergleicht sie tausende Befunde aus einer Datenbank mit meinem Muttermal.
12:59Ja, das ist eindeutig ein Pigment Nebus. Völlig harmlos.
13:03Wie sicher ist denn jetzt überhaupt dieses Ergebnis von der KI-Technologie?
13:08Das Ergebnis ist sehr sicher.
13:09Sie haben etwa die Hälfte der Fehler, wie Sie die beim Facharzt-Screening hätten.
13:15Wahnsinn. Nur halb so viele Fehler wie der Hautarzt.
13:19Das ging ja jetzt ruckzuck. Ist das wirklich eine Zeitersparnis für Sie?
13:22Naja, ich erspare mit diesem Gerät mir die Fotodoku, die zusätzlich erfolgen müsste.
13:26Dieses Gerät macht im Screening direkt die Bilder.
13:29Also wir haben hier ein Dream-Team aus Computer und menschliche Intelligenz.
13:34Haben Sie sich denn jetzt selbst mit Ihrer eigenen Erfindung überflüssig gemacht?
13:37Na ja, also für diese spezielle Diagnostik, Muttermal oder Hautkrebs hoffentlich weitestgehend ja.
13:45Aber ich brauche dann immer noch die Therapie, ich brauche immer noch die Chirurgie und ich brauche immer noch jemanden,
13:51der am Ende auch die Verantwortung trägt.
13:53Maschinen in der Medizin. Mit der KI nimmt das Thema jetzt so richtig Fahrt auf.
13:59Auf dem Weg dorthin gab es aber auch viele Fehlschläge.
14:04In den 90ern glauben manche, das hier wird das nächste große Ding.
14:09Ein Computer soll bei der Krebsfrüherkennung veränderte Zellen analysieren.
14:14Doch die Idee floppt. Die Technologie ist zu teuer und viele kommen nicht damit zurecht.
14:23Dafür erlebt er hier einen Riesen-Hype. Robodoc, ein OP-Roboter.
14:30Er bohrt Löcher für Gelenkprothesen. Die OP soll ultragenau und sicher sein, heißt es.
14:37Die Patientin hat die Operation gut überstanden.
14:40Ihre Entscheidung für Robodoc wird sie nicht bereuen.
14:45Von wegen. Für viele Betroffene ist die Operation ein Desaster.
14:50Denn der Roboter macht oft wichtige Nerven und Muskelfasern kaputt.
14:54Die Geschädigten treffen sich, um zu protestieren.
14:58Viele haben noch nach Jahren schwere Schmerzen.
15:01Sie fühlen sich missbraucht als Versuchskaninchen.
15:05Eine Maschine als Arzt, das kann so richtig schief gehen.
15:08Aber Dr. Brinker hat da eine Idee.
15:12Vorbeugen statt reparieren. Mit Wanda.
15:15Die KI-Influencerin klärt über medizinische Themen auf.
15:19Z.B. darüber, wie gefährlich Rauchen ist.
15:22Oder wie UV-Strahlung die Haut schädigen kann.
15:26Was war jetzt überhaupt der Hintergrund, warum eine KI erstellen, eine Wanda erstellen?
15:31Die jungen Menschen, auf die es ja ankommt, für die man ja in der Prävention viel erreichen kann,
15:37die sitzen eben nicht beim Arzt.
15:39Die sitzen vor den sozialen Medien.
15:41Und da müssen wir sie kriegen.
15:42Also soll ich sozusagen denken, das ist eine Freundin von mir.
15:46Und wenn meine Freundin sich gesund ernährt,
15:49dann möchte ich doch auch besonders viel Gemüse essen, weil es ja irgendwie cool sieht gut aus.
15:54Genau. Also der Trick ist letztlich, der älteste Trick des Marketings ist es,
15:58positive Erlebnisse, positive Attribute mit erwünschtem Verhalten zu verknüpfen.
16:03Klingt ein bisschen nach Erziehung per Social Media.
16:08Na, ich bin mal gespannt, ob das funktioniert.
16:11Aber wenn es hilft.
16:13Was bleibt denn jetzt für Sie als Arzt überhaupt übrig?
16:15Also was haben Sie noch zu tun?
16:16Naja, also Sie fühlen sich bei mir hoffentlich wohler als bei einer Software.
16:20Ich denke, das Menschliche, das werden Menschen lange, lange einfordern.
16:23Aber in der Tat haben wir eine Verschiebung.
16:25Wir haben eine Verschiebung zu mehr online.
16:27Und ja, klar, für mich bleibt die Chirurgie, für mich bleiben klinische Tests.
16:30Für mich bleibt letztlich mehr Zeit für meine Patienten und weniger Zeit mit Routineaufgaben.
16:38Die KI ist eben kein Mensch.
16:40Und den wollen die meisten Patientinnen und Patienten eben doch an ihrer Seite haben.
16:46Was ich bisher rausgefunden habe?
16:48Künstliche Intelligenz wird die meisten Berufe wohl nicht komplett abschaffen.
16:53Aber sie kann uns in vielen Bereichen unterstützen.
16:56Sogar dann, wenn es um etwas so Wichtiges geht wie unsere Gesundheit.
17:02Aber wie sieht es eigentlich in kreativen Berufen aus?
17:06Kann die KI auch Kunst?
17:09Das will ich im niedersächsischen Gifhorn erfahren.
17:12Von Vanessa Donnelli.
17:16Vanessa Donnelli ist Filmkomponistin.
17:22In diesem Studio komponiert sie ihre Tracks.
17:26Ihr wichtigstes Tool, ein Computer.
17:32Heute soll die Musik für einen Fechtkampf entstehen.
17:36Wie genau gehst du jetzt vor?
17:39Genau, du hast ja erstmal die Regieanweisung, schön quasi das Ganze groß zu machen und schön auf einen Punkt hinzuarbeiten.
17:46Und dann geht es quasi immer wieder hin und her, hin und her.
17:50Es gibt immer wieder neue Regieanweisungen.
17:52Hier noch ein bisschen mehr, hier ein bisschen weniger.
17:54Wie lange dauert das, bis du das Ganze jetzt einmal zusammengezimmert hast?
17:58Je nachdem kann es schon gut ein halbes Jahr sein, bis es dann fertig ist.
18:04Lang.
18:04Ja.
18:07Wow, ein halbes Jahr.
18:09Und das, obwohl der Computer schon wirklich viel hilft.
18:15Aber kann ein Computer Musik auch selbst komponieren?
18:20Das hat man schon 1968 ausprobiert.
18:26Musik von Johann Sebastian Bach.
18:28Berühmt für ihre fast mathematische Struktur.
18:33Perfekt für einen Computer, der sie analysieren kann.
18:40Die Gesetzmäßigkeiten der Harmonielehre lassen sich für die Maschine in der Sprache der Mathematik ausdrücken.
18:47Mit solchen Weisungen kann man die Rechenmaschine zum selbstständigen Komponieren vorbereiten.
18:54Das heißt, der Computer bekommt einen ersten Ton als Vorgabe.
18:59Und dann berechnet er, welcher Ton wahrscheinlich als nächstes kommt.
19:04Aus dieser Zahlenreihe erklingt bereits die Komposition der Maschine.
19:29Damals ist man sich sicher, das ist alles reine Mathematik.
19:33Ein Computer kann niemals kreativ werden wie ein Mensch.
19:41Die von der Maschine geschriebene Musik ist kein Kunstwerk.
19:45Lediglich ein Mittel in der Hand der Wissenschaft.
19:51Doch das ist gar nicht mehr so sicher.
19:54Denn jetzt kommt die künstliche Intelligenz.
19:57Kann die KI ein Lied schreiben, das so klingt wie Vanessas Musik?
20:02Die Challenge, es soll zu einer Fechtszene passen.
20:06Und los geht's.
20:10Okay.
20:11Und die KI hat auch schon was ausgespuckt.
20:35Das ist aber...
20:47Ich habe jetzt in diesen 30 Sekunden irgendwie das Gefühl gehabt, dass er vier verschiedene Ideen hatte.
20:53Und die hat er aber alle nicht richtig ausgeführt bis zum Schluss.
20:57Okay.
20:57Das würde ich jetzt als Laie, glaube ich, gar nicht so erkennen.
20:59Aber was sagst du dazu als Profi?
21:01Ich könnte mir jetzt gerade noch nicht vorstellen, wie ich das hätte benutzen können, gerade auch als Regisseur oder Regisseurin.
21:10Und ich muss auch tatsächlich sagen, dass es sehr, also gerade mittig sehr leer klingt, ehrlich gesagt.
21:18Also ich fand das Ergebnis gar nicht so schlecht.
21:21Aber Vanessa hat es nicht überzeugt.
21:24Kann eine Maschine etwas komplett Neues in die Welt bringen?
21:35Ja, das kann sie.
21:37So wie hier in den 70ern.
21:39Das hier hat der Computer zwar nicht komponiert, aber er sorgt für einen ganz neuen Sound.
21:48Aus den USA kommen damals die besten Synthesizer der Welt.
21:56Die Zahl der Klangfarben scheint unbegrenzt.
21:59Sieben Milliarden, so heißt es, sind theoretisch möglich.
22:13Ein ganz neues Spielzeug zum Rumprobieren für Musikerinnen und Komponisten.
22:19Aber dass eine Maschine selbstständig komponiert, das gibt es erst seit kurzem.
22:26Hast du denn eigentlich überhaupt gar keine Angst, dass die KI mal deinen Job komplett übernehmen wird und du was
22:31anderes machen musst?
22:32Ich glaube tatsächlich, dass ich den Beruf noch sehr lange machen werde.
22:35Und wenn es wirklich darum geht, so individuelle Dinge herzustellen, die es einfach so noch nicht gibt
22:41und dem ganzen Projekt quasi diese Einzigartigkeit zu geben, dann wird das nie eine KI wirklich einlösen können.
22:52Das Gespräch mit Vanessa hat mich wirklich sehr nachdenklich gemacht.
22:55Sie ist zwar sehr optimistisch, aber keiner kann ja wirklich sagen, wie kreativ die KI in Zukunft werden wird.
23:00Also schafft sie es, Filmmusik auf den Punkt emotional zu produzieren, dann würde es den Komponistinnen und Musikerinnen wirklich ans
23:06Eingemachte gehen.
23:09Bei der Arbeit wird KI uns helfen, aber nicht überflüssig machen.
23:14Das hoffen die meisten, mit denen ich spreche.
23:17Jetzt will ich wissen, wie steht es um meinen eigenen Job?
23:21Dafür fahre ich nach Berlin, in die Zentrale der Deutschen Presseagentur.
23:25Hier bin ich verabredet mit Theresa Dapp. Sie ist Leiterin der Faktencheck-Redaktion.
23:31Faktenchecken. Eine journalistische Aufgabe, die offenbar immer wichtiger wird.
23:36Was ist denn Faktenchecken überhaupt? Also wie sieht deine Arbeit aus?
23:39Eigentlich wird da kein Fakt gecheckt, denn ein Fakt stimmt ja schon mal, das hat das Wort beinhaltet das,
23:45sondern wir checken Behauptungen. Jemand behauptet was, in der Regel auf Social Media, in sozialen Netzwerken.
23:51Und wir stellen uns die Frage, stimmt das?
23:53Warum ist es denn eigentlich so wichtig, dass man überhaupt Falschbehauptungen aufdeckt oder auch widerlegt?
24:00Also wenn Leute nicht mehr von denselben Fakten ausgehen, sich auf Basis dessen ihre Meinung bilden,
24:05dann können sie eigentlich nicht mehr miteinander reden.
24:07Fakten auf Basis derer man dann produktiv streiten kann, das ist eine Basis unserer Demokratie.
24:12Welche Rolle spielt denn jetzt ganz genau die KI bei der Erstellung und auch bei der Verbreitung von Falschnachrichten?
24:17KI macht das Herstellen von wirklich überzeugenden Falschmeldungen natürlich viel, viel einfacher.
24:24Das gilt für Fotos, das gilt für Videos. Braucht kein technisches Vorwissen, das können wir alle.
24:29Heute kann auf Social Media so gut wie jeder einfach alles posten.
24:35Früher musste gedruckt oder gesendet werden.
24:38Wollte jemand also andere beeinflussen, war das technisch ein Riesenaufwand.
24:42Zum Beispiel im Propagandakampf zwischen der DDR-Volksarmee und der Bundeswehr.
24:51Die Volksarmee will den Bundeswehrsoldaten weismachen, dass sie auf der falschen Seite stehen.
24:57Und schickt jede Menge Propagandamaterial in den Westen.
25:02Meist in getarnter Verpackung und mit viel Sex.
25:06Das wird illegal in die Bundesrepublik eingeschleust und mit der Post versandt.
25:13Die Gegenmaßnahme der Bundeswehr? Flugblätter.
25:17Mit Wetterballons fliegen sie in den Osten.
25:22Die Bundeswehr legt Wert auf ungefärbte Sachinformationen nach drüben, insbesondere zur Wirtschafts- und Sozialpolitik.
25:30Genau das fehlt dort.
25:32Die Kampagne kostet beide Seiten richtig viel Geld.
25:36Fraglich, ob sich der Aufwand gelohnt hat.
25:40Heute kann jeder Propaganda machen.
25:42Und dafür sogar Videos faken.
25:45Wie gut erkenne ich ein gefälschtes Video?
25:48Theresa macht mit mir den Test.
25:50Sehr schön.
25:50Interessant sind natürlich immer Sachen, die potenziell irgendwie Gesprächswert haben, Nachrichtenwert.
25:55Zum Beispiel Macron, den ich ja jetzt hier sehe.
25:58Genau, er küsste einen Mann.
26:00Erstmal überraschend.
26:01Damit hätten wir vielleicht nicht gerechnet.
26:03Ich mache uns das Video mal groß.
26:05Ja, denkt man erstmal, krass, wusste ich gar nicht, hätte ich so nicht erwartet.
26:10Ja, es sieht auf jeden Fall sehr echt aus.
26:11Oh, da habe ich aber gerade schon...
26:13Ist dir was aufgefallen?
26:14Ich habe gerade was gesehen, ja.
26:15Der Bauch.
26:16Macrons Bauch, ja.
26:17Das stimmt.
26:18Irgendwie seltsam, ja.
26:19Ja, was wir in der Prüfung dann oft machen, ist, wir schauen uns einzelne Standbilder aus dem Video ganz genau
26:25an.
26:26Also dieser Arm, der halbe Arm.
26:28Ist dir aufgefallen?
26:29Mit dem Arm stimmt irgendwas nicht, ne?
26:31Da hat er irgendwie plötzlich keine Hand mehr.
26:35Ja.
26:35Ja.
26:35Spannend, ne?
26:36Zeigt man, zeigt sich auf jeden Fall wieder, wie wichtig das ist, genau hinzugucken.
26:39Es ist super einfach.
26:40Früher musste man irgendwie mit Tools richtig gut umgehen können, um was zu fälschen.
26:44Mit KI.
26:45Das ist ein Kinderspiel.
26:47Gehen wir zu einem nächsten.
26:50Einer der letzten Auftritte des verstorbenen Papstes.
26:54Franziskus sitzt im Rollstuhl.
26:56Doch plötzlich steht er auf und wirkt total fit.
27:00Er kann doch gehen.
27:01Auch so ein KI-Fake.
27:02Klar, der hier ist jetzt eher schräg.
27:05Aber sowas ähnliches könnte ohne Faktencheck vielleicht mal in den Nachrichten landen.
27:10Die Techniken, um Videos zu manipulieren, sind im Laufe der Jahre immer besser geworden.
27:17Früher konnten das nur Profis.
27:19So wie hier in den 90er Jahren.
27:23Der immense Aufwand an Technik macht's möglich.
27:26In einem Fernsehstudio kann getrickst werden.
27:30Und zwar mit dem sogenannten Blue Screen und digitaler Videotechnik.
27:35Nach drei Stunden Arbeit ist die Illusion perfekt.
27:39Perfekt?
27:40Okay, vielleicht für damals.
27:42Aber mit KI-Videos kann das echt nicht mithalten.
27:47Von denen gibt es immer mehr.
27:49Und sie werden immer realistischer.
27:54Einfach glauben, was man sieht? Vergiss es.
27:57Was bedeutet es für den Journalismus, wenn KI Nachrichten fälschen kann?
28:01Der Journalismus wandelt sich da gerade rasant.
28:03Das Erstellen von Texten aus Informationen, die da sind, das kann die KI superschnell.
28:08Also da geht was verloren, was bisher eine Kernaufgabe von Journalistinnen und Journalisten war.
28:13Was wichtiger wird dadurch im Journalismus, ist das Verifizieren.
28:16Das Checken, Fakten checken, Behauptungen checken.
28:20Stimmt das denn, was die KI uns da produziert hat?
28:25Okay, mein Job wird sich also krass verändern.
28:28So wie alle müssen auch wir Journalisten mit der KI klarkommen.
28:32Aber das, was ich für diesen Film gemacht habe, das bleibt mir.
28:38Recherchieren, Leute treffen, mit ihnen reden und ihre Geschichten hören.
28:45Und genau das möchte ich unbedingt auch weiterhin machen.
28:49Na warte mal ab, wie lange noch?
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