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  • vor 6 Wochen

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Kurzfilme
Transkript
00:00:00Was soll Ihre Mutter dazu sagen?
00:00:01Ach, Unsinn.
00:00:02Ich habe Ihnen jetzt einen Kaffee und ein Stück Kuchen versprochen, das kriegen Sie auch.
00:00:05Meine Mutter ist total unkompliziert.
00:00:07Außerdem, die kennt mich schon.
00:00:08Ich habe als Kind alles mögliche angeschleppt.
00:00:10Einmal sogar ein Eichhörnchen.
00:00:12Ja, Eichhörnchen, ja.
00:00:14Ja, und heute ist es eben ein Bär.
00:00:16War nur ein Scherz.
00:00:17Trotzdem, ich möchte Ihre Mutter nicht einfach so überfallen.
00:00:20Was, die wird jeden Tag von Gästen überfallen?
00:00:22Das ist die gewohnt.
00:00:23Schau, wie ich aussehe.
00:00:24Meiner Mutter wird das gefallen, die hat Humor.
00:00:27Antonia, ich bin ein Obdachloser.
00:00:29Ich habe keine Wohnung.
00:00:30Ich bettele Leute an.
00:00:32Nein, das ist mir unangenehm.
00:00:35Kurt, jetzt warten Sie doch.
00:00:39Ich würde Ihnen wirklich gerne eine Freude machen.
00:00:43Sie können hier duschen in der Pension.
00:00:44Weil ich es nötig habe, oder was?
00:00:46Außerdem kommen Sie sowieso nicht weg.
00:00:47Der Bus fährt nur alle paar Stunden.
00:00:49Wo umsetzen bin ich gewohnt.
00:00:51Schauen Sie mal, jetzt habe ich Ihnen so viel anvertraut.
00:00:53Von mir, sogar meiner Ehe, vom Betrieb, von meiner Mutter, sogar von meinem Vater.
00:00:57Und jetzt vertrauen Sie mir nicht?
00:00:58Doch, doch, doch.
00:01:00Also, dann kommst du mit.
00:01:03Keine Angst.
00:01:08Tja, normalerweise schließt sie nie ab.
00:01:10Vielleicht ist sie drüben im Kupferkännchen.
00:01:12Ich glaube, da gehe ich mal hin.
00:01:13Vielleicht weiß der Holtmann dann, wo sie ist.
00:01:15Aber ich gehe eh besser.
00:01:16Ich werde keine Umstände machen.
00:01:17Alter, Abend.
00:01:19Hast du was gegen meine Musik?
00:01:22Ich habe nichts gegen deine Musik, Mama.
00:01:23Ich finde deine Musik mega.
00:01:24Tja, aber warum machst du sie dann aus?
00:01:27Ich habe sie auch nicht ausgemacht.
00:01:28Ich habe sie leise gemacht.
00:01:30Oh, ganz schön übergriffig, die Dame.
00:01:32Mama, die Pension ist nahezu ausgebucht.
00:01:35Ja, Gott sei Dank.
00:01:36Wunderbar, ne?
00:01:37Ja, aber die Hälfte der Leute schläft noch.
00:01:39Dir kann man es auch nie recht machen, ne?
00:01:41Jetzt bin ich mal fröhlich, habe ich mal gute Laune.
00:01:43Genau, weil du ja auch sonst der Typ bist, der nie fröhlich ist und nie gute Laune hat.
00:01:47Du weißt schon, dass ich Sorgen hatte, ne?
00:01:50Aber du hast natürlich recht.
00:01:51Ich muss Rücksicht auf die Gäste nehmen.
00:01:53Nesthäkchen?
00:01:54Och nee, guck mal.
00:01:57Nesthäkchens erstes Schuljahr.
00:01:59Daraus hat mir Omi immer vorgelesen, wenn ich krank war.
00:02:02Und mir meine.
00:02:04Donnerknäspel.
00:02:06Was ist das denn?
00:02:12Wieso zerreißt du das jetzt?
00:02:15Brauchen wir ein altes Foto von deinem Vater?
00:02:18Nein.
00:02:22Das ist übergriffig, Mama.
00:02:23Du kannst doch nicht einfach das Foto zerreißen.
00:02:25Doch, kann ich.
00:02:26Ja, aber vielleicht hätte ich es behalten wollen.
00:02:29Ich meine, das ist mein Vater.
00:02:31Antonia, das ist über 30 Jahre her.
00:02:33Der Mann ist weg, da warst du, da warst du so klein.
00:02:37An den kannst du dich nicht mal mehr erinnern.
00:02:39Na eben, vielleicht gerade deswegen.
00:02:41Der Mann hat uns sitzen lassen.
00:02:43Der hat keinen Cent bezahlt.
00:02:44Der ist nie wieder aufgetaucht.
00:02:46Also von Vater kann da ja wohl keine Rede sein.
00:02:48Weißt du überhaupt nicht, was du von mir willst.
00:02:50Kriegst du dich jetzt so künstlich auf, oder?
00:02:52Kann man nicht einmal normal über diese Geschichte reden?
00:02:55Immer weißt du aus.
00:02:56Vielleicht habe ich auch mal das Bedürfnis, alles zu erfahren.
00:02:59Hast du keine anderen Probleme als immer diese alten Kamellen?
00:03:03Ich dachte, heute kommt der neue Küchenchef für deine neue Kupferkanne.
00:03:07Also langsam könnte dieser Holtmann hier mal auftauchen.
00:03:09Ja.
00:03:10Mach du deine Arbeit, dann mache ich auch meine Arbeit.
00:03:14Ich hasse deine schlechte Laune.
00:03:22Das kann ich dir leider nicht versprechen, Vater.
00:03:24Ich habe doch heute meinen ersten Arbeitstag in der Kupferkanne.
00:03:28Nein, nein, wir eröffnen erst in einer Woche.
00:03:30Aber es gibt natürlich viel vorzubereiten und zu besprechen und so.
00:03:38Naja, daher kann es auch spät werden.
00:03:41Na, dann lass doch die Frau Winkler für dich einkaufen.
00:03:44Du, ich muss jetzt Schluss machen.
00:03:45Ich bin auf dem Fahrrad, ja?
00:03:48Okay, tschüss.
00:04:03Hi Schatz, Maris.
00:04:06Hey.
00:04:07Was machst du denn hier?
00:04:08Meine beste Freundin ablutschen.
00:04:10Okay.
00:04:10Und dann?
00:04:11Und dann wollte ich dich fragen.
00:04:13Spontane Eingebung, verstehst du?
00:04:14Ich muss nach Köln.
00:04:16Ich brauche vor allem was für die Nikita.
00:04:18Nikita?
00:04:19Mein kleiner Neffe.
00:04:20Taufe nächsten Sonntag.
00:04:22Nikita Schleiden-Hürtgenwald.
00:04:24Ja, du kennst ja meine Schwester.
00:04:25Das arme Kind.
00:04:26Ja, sie hat halt auf dem Doppelnamen bestanden.
00:04:29Und Nikita ist ja auch nur, weil sie in St. Petersburg war, auf Bildungsreihe.
00:04:32Egal, wo war ich?
00:04:33Äh, Köln.
00:04:34Okay, ich dachte Maris.
00:04:35Maris dachte ich, frag die Toni, ob sie mit will.
00:04:38Taufgeschenk kaufen und so.
00:04:40Also, mit wollen, schon, können, nein.
00:04:41Weißt du, der Sebastian Holtmann fängt hier heute an, unser neuer Küchenchef.
00:04:44Und da muss ich natürlich noch viel tun und ihn einweisen.
00:04:46Ach, der süße Rottblande.
00:04:48Das kann ich verstehen, dass du den einweisen möchtest.
00:04:50Du bist so blöd, Maris.
00:04:52Ey, du weißt genau, wie lange die Kupferkanne geschlossen hatte, seitdem Ufes weg ist.
00:04:55Ich meine, wir haben hier monatelang renoviert.
00:04:57Ja, das weiß ich doch.
00:04:58Ja, eben.
00:04:58Also, das muss jetzt klappen.
00:04:59Ich meine, das muss ein Erfolg werden.
00:05:00Sonst sind wir...
00:05:01Seid ihr was?
00:05:03Platt, meine Mutter und ich.
00:05:04Warte mal.
00:05:06Jansen?
00:05:09Oh.
00:05:10Ach so, verstehe.
00:05:12Aha.
00:05:14Ja, ja, natürlich, klar.
00:05:16Ja, ja, können Sie gerne machen.
00:05:17Wiederhören.
00:05:19So.
00:05:21Das war jetzt Holtmanns Vater, unser Koch.
00:05:24Fahrradunfall, Krankenhaus, armer Kerl.
00:05:25Scheiße, echt.
00:05:26Immer passiert mir sowas.
00:05:28In dem Fall würde ich sagen, nicht dir, sondern ihm.
00:05:31Ist es schlimm?
00:05:33Ich weiß es nicht.
00:05:34Er meldet sich heute Nachmittag nochmal.
00:05:36Ja, dann würde ich sagen, mach das Beste draus.
00:05:38Auf nach Köln.
00:05:39Yay.
00:05:40Yay.
00:05:41Yay.
00:05:41Nehmen meinen Wagen, okay?
00:05:42Du fährst mir zu wild und ein Unfall reicht.
00:05:45Ja.
00:05:49Eigentlich sieht er ganz sympathisch aus.
00:05:52Und dann zerreißt sie es auch noch.
00:05:53Du hast so einen richtigen Hass auf ihn.
00:05:55Und du?
00:05:57Sag mal, warum hast du ihn eigentlich nie gesucht, Schatz?
00:05:59Ich meine, in Zeiten von Internet?
00:06:01Ich weiß nicht, er hat mich ja auch nie gesucht.
00:06:02Ich habe keine Ahnung, ob du überhaupt noch lebt.
00:06:04Und ich meine, wozu sollte es gut sein?
00:06:06Also, ich würde es wissen wollen.
00:06:08Legt es einfach zurück in die Brieftasche, okay?
00:06:10Okay.
00:06:15Sonst so?
00:06:17Irgendwie Sex in Sicht?
00:06:19Sex wird auch überbewertet.
00:06:21Wahre Liebe gibt es sowieso nur unter Frauen.
00:06:23Oh, oh, oh, oh.
00:06:26Bringst du dir noch ein Prosecco mit?
00:06:29Oh, oh.
00:06:32Oh, oh.
00:06:36Oh, oh, oh.
00:06:38Das kann man anhebel.
00:06:41Oh, oh, oh, oh.
00:06:43Oh, oh, oh, oh.
00:06:43Dankeschön.
00:06:44Dankeschön.
00:06:45Danke.
00:06:52Dankeschön.
00:07:01Oh, ich weiß einfach nicht, was ich dem Nikita schenken soll.
00:07:06Also manchmal bist du echt unmöglich, Maris.
00:07:08Hä, was ist denn jetzt schon wieder los?
00:07:09Wie kannst du den armen Kerl in seinem Bärenkostüm so anmachen?
00:07:11Ich weiß nicht, was für ein Typ unter diesem lächerlichen Outfit steckt.
00:07:14Aber immerhin scheint er ja so fit zu sein, dass er stundenlang von einem Riesenrad Menschen auf laut und sie
00:07:18anbittelt.
00:07:19Also das nervt mich.
00:07:20Ja, weißt du, was mich nervt, dass du so ignorant und kalt bist.
00:07:22Was wissen wir denn schon von diesen Menschen?
00:07:24Nichts. Und ehrlich gesagt, du kleines Landei, ich möchte auch nichts wissen über solche Vögel.
00:07:28Also wenn schon Bären.
00:07:29Ja.
00:07:30Geh jetzt da hin und gib dem 5 Euro. Ist mir doch egal, was du sagst.
00:07:33Bitte.
00:07:51Heidi.
00:07:55Deine Welt sind die Wäscheberge, hier stand im Waschkeller. Ich dachte...
00:07:58Ach, das ist ja nett. Der war mir wirklich zu schwer.
00:08:01Kann ich denn sonst noch was für dich tun?
00:08:03Du wolltest doch in Getränkemarkt, Mineralwasser kaufen.
00:08:06Ach so, ja, das kann ich doch nach Feierabend auch noch machen.
00:08:08Was ist mit den wackeligen Stühlen auf der 7?
00:08:10Ja, da brauche ich eben den Holzleim aus dem Baumarkt. Das wollte ich dann mit den Einkaufschen heute Abend verbinden.
00:08:14Mhm. Alle Wege gefegt?
00:08:15Ja, sicher.
00:08:16So, dann kannst du dich mit dem tropfenden Wasserhahn in der 3 beschäftigen.
00:08:21Außerdem hast du mir versprochen, den Dachboden aufzuräumen. Ich brauche Stauraum.
00:08:25Ja, ich dachte halt, meine Hilfe wird hier dringender benötigt.
00:08:28Sag mal, warum willst du mir andauernd helfen?
00:08:30Na, weil schließe ich dir aus, Meister. Außer bin ich ein netter Mensch.
00:08:33Wenn du ein netter Mensch bist, dann bin ich Mutter Theresa.
00:08:38Heidi.
00:08:39Ich bin jetzt hier durch.
00:08:41Frage.
00:08:42Vorschuss?
00:08:43Nee, ist was Privates.
00:08:46Dann lieber Vorschuss.
00:08:47Heidi, ich wollte dich fragen.
00:08:51Ich brauche keine Hilfe.
00:08:53Wegen dem Ton, ja, ne?
00:08:55Du weißt ja, wie gern ich sie habe.
00:08:57Sag doch einfach, was du willst. Ich habe heute sechs Anreisen.
00:09:00Dass du ein gutes Wort für mich einlegst.
00:09:03Ich will, dass wir wieder zusammenkommen.
00:09:08Ich wäre auch gern wieder 17.
00:09:11Mensch, mir ist das ernst, Heidi.
00:09:14Toni ist die Liebe meines Lebens.
00:09:15Ich habe auch alles versucht, aber die weichten mir immer aus.
00:09:19Ich verstehe das ja auch.
00:09:20Aber ich habe mich wirklich verändert.
00:09:22Brüll da nicht so.
00:09:24Sorry, aber das rückt mich irgendwie auf, dass ihr mich nicht versteht.
00:09:26Ich meine, ihr macht doch einen guten Job hier.
00:09:28Ich arbeite hart, meine Schulden abbezahlt, baue keine Scheiße.
00:09:33Aber sie will das einfach nicht sehen.
00:09:36Heidi, guck mal, du bist ja wirklich eine kluge Frau.
00:09:39Und du bist ja auch ein netter Mensch.
00:09:41Und du siehst auch noch gut aus.
00:09:43Ich meine, du wirst doch wirklich für alle immer das Beste, oder?
00:09:45Oder?
00:09:46Also, der Lieblingsspruch von meiner Mutter,
00:09:51also der war,
00:09:52wenn du die Mutter...
00:09:58Willst du die Tochter küsst, die Mutter küsst, die Mutter?
00:10:02Ja, okay, also gut, dann komm.
00:10:05Soll ich dich jetzt küssen, ja?
00:10:07Das ist doch nur bildlich.
00:10:10Also im übertragenen Sinne.
00:10:14In übertragenen Sinne küssen, ja?
00:10:17Wie soll das jetzt gehen?
00:10:19Das ist doch das, was du gerade machst.
00:10:21Du machst mir Komplimente,
00:10:23willst aber an meine Tochter.
00:10:29Sag mal, Heidi, ich meine,
00:10:30ich gehöre doch auch irgendwie zur Familie.
00:10:33Ich meine, ich bin immer da,
00:10:34im Gegensatz zu manch anderem Arsch.
00:10:37Willst du wirklich,
00:10:37dass Toni ihr ganzes Leben lang alleine bleibt?
00:10:41Dann mach dir jetzt mal keine Sorgen.
00:10:43Jetzt möchte ich noch mal meine Mutter zitieren.
00:10:46Andere Mütter haben auch schöne Söhne.
00:10:49Ich störe nur umgehen,
00:10:50aber ich wollte mich zur Arbeit melden.
00:10:57Und ich wurde Ihnen noch mal wegen der Bespätung.
00:11:02Gut, das ist ja ganz schön hart im Nehmen, hm, Herr Reutmann?
00:11:05Das hat ja ganz einfach Glück.
00:11:06Wir haben mich im Krankenhaus im Mecher nicht durchgecheckt.
00:11:08Ein paar Abschürfungen, Prellungen, egal.
00:11:12Gott sei Dank haben Sie eine Plexus Neuritis ausgeschlossen.
00:11:15Vulnaris und Radialis funktionieren.
00:11:18Glück muss man haben.
00:11:20Ich war auch doof.
00:11:21Hab beim Radfahren telefoniert.
00:11:23Ich weiß.
00:11:25Aber, naja, mein Vater, der...
00:11:27Was ist mit Ihrem Vater?
00:11:30Andere Geschichte.
00:11:34Ah ja, schön geworden.
00:11:38Ja.
00:11:40Das ist jetzt hier unser neues Kupferkännchen.
00:11:44Kupferkännchen?
00:11:45Ist nicht Ihr Ernst?
00:11:46Dürfen Sie mich nicht nachfragen.
00:11:48Ich glaube, meine Tochter wollte sich abgrenzen zur alten Geschichte.
00:11:51Die Kupferkanne haben wir jetzt als Kneipe vermietet.
00:11:54Essen gibt es da aber nicht mehr.
00:11:56Mhm.
00:11:57Wo ist denn Ihre Tochter, Frau Hansen?
00:11:59Die ist in Köln mit einer Freundin shoppen.
00:12:01Möchten Sie sich die Küche mal ansehen?
00:12:04Von einem Tag wie diesen fährt Ihre Tochter nach Köln.
00:12:07Ja.
00:12:08Das ist nur originell.
00:12:10Die hat nicht damit gerechnet, dass Sie noch kommen.
00:12:13Hm.
00:12:13Theoretisch kann ich dann ja wieder gehen.
00:12:15Macht ja keinen Sinn, wenn keiner da ist, ne?
00:12:18Entschuldigung?
00:12:20Bin ich da?
00:12:21Meine Gesprächspartnerin war bisher ausschließlich Ihre Tochter, Frau Hansen, der ja dieses Kupferkännchen
00:12:25gehört.
00:12:27Sehe ich richtig, oder?
00:12:28Hm.
00:12:28Na ja.
00:12:29Jedenfalls habe ich bei ihr den Arbeitsvertrag unterschrieben und mit ihr war ich heute
00:12:32verabredet zur Übergabe und Besprechung.
00:12:34Und deswegen bin ich hier.
00:12:36Mhm.
00:12:36Ich sehe, Sie nehmen die Dinge ganz genau.
00:12:39Ganz genau.
00:12:40Ja.
00:12:41Dann rufe ich jetzt die Antonia mal an.
00:12:42Köln ist ja nicht aus der Welt.
00:12:43Sie machen sich hier mit den Dingen vertraut.
00:12:46Ich gehe in die Pension.
00:12:46Ja, in meine Pension, falls Sie noch Fragen haben, guten Start.
00:12:52Sind Sie jetzt beleidigt?
00:12:55Wenn ich beleidigt wäre, würden Sie das merken.
00:12:58Und noch eins, das möchten Sie nicht erleben.
00:13:02Mama, ich konnte das doch nicht wissen.
00:13:04Jo.
00:13:05Tschö.
00:13:06Ärger?
00:13:07Nee.
00:13:07Tut mir leid, Maris, ich muss nach Hause.
00:13:09Aber wir wollten doch auf den Teller Gnocchi ins Italien.
00:13:11Das war so für Abrede.
00:13:12Ich weiß, was soll ich denn machen?
00:13:13Der Koch ist plötzlich aufgetaucht.
00:13:14Ach, den kannst du doch noch morgen sprechen.
00:13:16Sag mal, du weißt genau, wie wichtig mir das Kupferkentchen ist.
00:13:18Ja, aber ich wollte noch unbedingt...
00:13:20Ich muss los.
00:13:22Ja, und wie komme ich nach Hause?
00:13:23Mit dem Regelschatz.
00:13:24Fährt doch alle halbe Stunde.
00:13:34Oh, Entschuldigung.
00:13:35Oh, Entschuldigung.
00:13:37Entschuldigung.
00:13:38Entschuldigung.
00:13:38Ich habe so viel auf mein Handy geguckt.
00:13:40Aber ich habe Sie doch gerade...
00:13:41Ja, ich habe auch gerade gedacht, das ist total der Zufall, dass ich Sie noch mal treffe.
00:13:44Dann kann ich mich bei der Gelegenheit nämlich gleich für meine Freundin entschuldigen.
00:13:46Tut mir leid.
00:13:47Brauchen Sie nicht.
00:13:48Das höre ich öfters am Tag.
00:13:49Siehst du, manchmal wirklich.
00:13:50Und ich wollte Ihnen doch so gerne eine Klitzekleinigkeit geben.
00:13:53Ach nein.
00:13:53Doch, gerne.
00:13:55Das ist aber jetzt wirklich nicht nötig.
00:13:57Aber so gerne.
00:13:58Alles Gute für Sie, ja?
00:14:00Sie sind aber furchtbar nett.
00:14:02Dankeschön.
00:14:10Ähm, hallo?
00:14:12Sie haben hier was, ähm...
00:14:14Hören Sie?
00:14:15Ja.
00:14:30Zweimal cool.
00:14:37Ich wollte mal Hallo sagen.
00:14:44Hallo.
00:14:46Hi.
00:14:47Wir können uns nutzen, oder?
00:14:49Können?
00:14:49Ja.
00:14:50Du erinnerst dich, sicher an mich.
00:14:52Der Hausmeister.
00:14:53Genau.
00:14:54Und Freund von Antonia.
00:14:55Ah.
00:14:57Ja, das wusste ich nicht.
00:14:58Ich dachte, du weißt es besser jetzt.
00:14:59Eher...
00:15:04Eher was?
00:15:06Naja, du...
00:15:07Weißt schon.
00:15:08Nee, weiß ich nicht.
00:15:10Ich.
00:15:11Der Mann hier im Haus.
00:15:14Antonia.
00:15:15Gewissermaßen meine zukünftige Frau.
00:15:17Demnächst.
00:15:19Irgendwann.
00:15:21Adelheid Jansen.
00:15:22Meine künftige Schwiegermutter.
00:15:25Okay?
00:15:26Ich bin absolut für klare Ansagen und so.
00:15:28Gleichfalls.
00:15:30Gut.
00:15:32Ich muss dann wieder.
00:15:33Ach so, ja, ja.
00:15:34Klar, kein Problem.
00:15:35Und, ähm...
00:15:36Wenn was ist, ne...
00:15:37Einfach melden.
00:15:38Mach ich.
00:15:39Null Bad Feelings und so.
00:15:41Und wenn doch?
00:15:42Wir reden.
00:15:44Logo.
00:15:48Logo.
00:15:49Logo.
00:15:50Logo.
00:15:50Logo.
00:15:51Logo.
00:15:52Logo.
00:15:52Logo.
00:15:54Die Tür.
00:15:55Die Tür.
00:16:02Äh, hallo.
00:16:04Hallo.
00:16:06Hab ich schon gedacht, dass Sie hier fahren.
00:16:08Wieso? Wollten Sie mitfahren, oder?
00:16:10Nein, nein, nein.
00:16:12Sie haben mir was verloren.
00:16:14Ach Gott, das ist ja lieb.
00:16:16Dankeschön.
00:16:17Wissens, das bedeutet mir sehr viel, das Foto.
00:16:19Das ist mein Vater als junger Mann.
00:16:24Danke.
00:16:27Verraten Sie mir noch Ihren Namen?
00:16:30Ja, ich bitte kurz.
00:16:32Antonia, Antonia Janssen freut mich.
00:16:34Ich würde mich auch sehr gerne revanchieren und Sie auf einen Kaffee einladen, aber ich muss leider los.
00:16:43Welche Richtung fahren Sie denn?
00:16:44Richtung mich ja nicht.
00:16:46Ach, das will ja auch schon passen für mich.
00:16:49Ja, also dann, bitte.
00:16:51Ja?
00:16:51Dann steigen Sie rein.
00:16:52Gerne.
00:17:01Wir haben ein Lokal, wissen Sie?
00:17:03Das hat er lange geschlossen.
00:17:05Die Kupferkanne.
00:17:06Jetzt ist bald neue Eröffnung und unser Koch hatte einen Unfall.
00:17:09Also offensichtlich nicht schlimm, das sagt meine Mutter, aber die sagt auch viel, wenn er taglang ist.
00:17:13Jetzt ist er jedenfalls da und ich hoffe wirklich, dass alles okay ist, weil es gibt noch so viel zu
00:17:17tun.
00:17:18Und Ihre Mutter und Sie?
00:17:21Meine Mutter und ich, wir wohnen unter einem Dach alleine.
00:17:23Also seitdem mein Mann weg ist.
00:17:25Meine Mutter und ich, ja, wir sind wie Feuer und Wasser, aber wir lieben uns.
00:17:29Oh je.
00:17:30Wahrscheinlich verbindet sowas, dass wir immer Pech mit Männern hatten.
00:17:34Na ja, mein Vater, der ist weg, da war ich, ich sag immer so zehn Jahre alt, aber wahrscheinlich hat
00:17:38meine Mutter recht, ich war höchstens vier oder so.
00:17:41Egal.
00:17:43Schlimmer Schlag.
00:17:44Haben Sie denn noch Erinnerungen an ihn?
00:17:47An meinen Vater?
00:17:48Ja.
00:17:49Ja, also nur das, was meine Mutter und meine Oma immer erzählt haben, natürlich nichts Gutes.
00:17:55Mhm.
00:17:58Heidi, heil da!
00:18:00Oh!
00:18:04Arse!
00:18:06Du rufst, ich eile.
00:18:08Heidi, ich sage dir ein Paket mehr und ich würde hier vor deinen Augen zusammenbrechen, zu Tode erschöpft.
00:18:14Du kenn ich dich, immer voller Einsatz.
00:18:16Ja, ich gebe halt immer 100 Prozent meine Arbeit, ne?
00:18:20Montags gebe ich sieben Prozent, Dienstags 28, Mittwoch sogar 35, Donnerstags wieder 25 und heute, liebe Lein, gebe ich fünf.
00:18:29Ich mache dir noch einen Kaffee.
00:18:31Ne, lass mal, ich bin fürchterlich in einer.
00:18:33Das sagt ja auch, wieso?
00:18:35Der Stevie, mein Inkel der Holme, der wächst aus allem raus.
00:18:38So, jetzt soll der Opa ihm eine neue Jeanshose kaufen.
00:18:41Aber diese Jeanshose, die hieltet nicht in der Eiskirchen, die hieltet nur in einem einzigen Laden in Köln.
00:18:46Und jetzt muss ich, arme Sau, in der hitze nur noch Köln heute.
00:18:49Aha.
00:18:51Die Toni ist heute auch in Köln.
00:18:53Na ja, da kannst du dir was von mir ausrichten.
00:18:55Sie soll weniger Pakete im Internet bestellen und Geld zusammenheilen.
00:18:59Jetzt, wo ihr hier das neue Kupferkännchen eröffnet.
00:19:03Wer weiß, Südlund, ne?
00:19:04Sag mal, so wollte ich den neuen Koch anfangen?
00:19:08Der ist schon auf seinem Arbeitsplatz.
00:19:10Und?
00:19:12Das hab ich mir gedacht.
00:19:15Weißt du, abgesehen von mir, wo du ja innen wie außen immer nur reine Schönheit erblickst.
00:19:21Du kannst den Leuten einfach nicht unter die Schädeldecke gucken.
00:19:24Immer nur vor den Kopf.
00:19:25Und das ist gut so, da bin ich ganz sicher.
00:19:28Da würde man sonst viel Abscheuliches sehen.
00:19:30Oh ja, das kann ich unterschreiben.
00:19:32Ja, dann mach mal.
00:19:37Oh je, ich rede und rede, als ob wir uns schon 100 Jahre kennen.
00:19:41Erzählen Sie doch mal was über sich?
00:19:43Über mich?
00:19:44Oh nee, da hätte ich jetzt abbiegen müssen, Mist.
00:19:47Ach, wissen Sie was?
00:19:48Ich kann Sie doch später noch fahren.
00:19:50Sie kommen jetzt mal mit zu uns, da kriegen Sie eine Tasse Kaffee.
00:19:52Meine Mutter hat nämlich frischen Butterkuchen gebacken.
00:19:54Das ist aber jetzt...
00:19:56Meine Mutter macht den weltbesten Butterkuchen.
00:20:00Ja, das ist eine gute Idee.
00:20:02Das machen wir.
00:20:15Du musst kommen, Heidelinchen.
00:20:17Du musst einfach.
00:20:19Hannelotte, wir sind doch beides Geschäftsfrauen.
00:20:21Du weißt doch, was am Wochenende in meiner Pension los ist.
00:20:24Also Gott sei Dank.
00:20:26Ich kann nicht mitten am Tag zu meiner Freundin, nur damit sie sich ausheult.
00:20:30Es geht um Leben und Tod, das kannst du mir glauben.
00:20:36Ich habe idiotischerweise die Tür abgeschlossen, warte mal.
00:20:39Der Arthur betrügt mich.
00:20:43Was?
00:20:45Mein Arthur.
00:20:46Na, dein Arthur, den will doch sowieso keiner raten.
00:20:50Was ist denn los?
00:20:55Hallo Leute, ich habe eine Erscheinung.
00:20:57Ich rufe dich später wieder an.
00:20:59Was soll das denn?
00:21:02Hallo Adelheid.
00:21:04Kurt.
00:21:06Ihr kennt euch?
00:21:10Was bringst du mir denn sowas mit ins Haus?
00:21:12Sowas ist schon weg.
00:21:17Kannst du mir das mal bitte erklären?
00:21:18Na, dann frag mal deinen Vater.
00:21:21Der hatte ja 30 Jahre Zeit, sich was zu überlegen.
00:21:33Nee, nee, nee, nee, nee, nee.
00:21:34Hallo, Moment, so geht das jetzt nicht.
00:21:35Sie können jetzt nicht einfach...
00:21:36Hallo?
00:21:37Gehen Sie mir doch mal...
00:21:38Sie warten jetzt mal ganz kurz.
00:21:39Sie setzen sich jetzt mal bitte fünf Minuten hin.
00:21:41Frau Jansen.
00:21:41Und warten eine Sekunde.
00:21:43Ja, äh...
00:21:43Gut, dass Sie da sind.
00:21:44Ich dachte schon, Sie haben mich vergessen.
00:21:44Also, Tag, Herr Holtmann.
00:21:46Alles gesund, nichts gebrochenes.
00:21:47Freut mich.
00:21:48Können Sie ihm vielleicht einen Kaffee oder möchten Sie lieber einen Espresso oder...
00:21:51Wasser?
00:21:52Äh, wären Sie so freundlich und würden Ihnen vielleicht ein Wasser bringen?
00:21:54Ich bin in fünf Minuten wieder da und dann reden wir miteinander.
00:21:56Also Sie und ich, wir reden dann miteinander.
00:21:58Und Sie und ich ja sowieso.
00:22:03Holtmann.
00:22:04Äh, ich bin der Vater.
00:22:12Mama, ich meine, das konnte ich doch nicht wissen.
00:22:15Ich fall vom Glauben ab.
00:22:17Wie kommst du denn dazu, hier einfach so einen wildfremden Penner anzuschleppen?
00:22:21Bist du noch ganz bei Trost?
00:22:22So wildfremd ja nun nicht, ne?
00:22:24Das Typ ist du.
00:22:25Hast schon als Kind hier eine Ratte angeschleppt.
00:22:27Das war ein Eichhörnchen.
00:22:29Sah aber aus wie eine Ratte.
00:22:30Der stand vor einem Riesenrat, hat um Geld gebeten.
00:22:33Mhm, das hat er früher schon so gemacht, nur nicht gebeten.
00:22:35Na, tat er mir so leid.
00:22:36Da hab ich ihn gefragt, ob er ein Stückchen mitkommen möchte.
00:22:38Und er hat angefangen zu reden über sich und sein schweres Leben.
00:22:41Ach, von seinem schweren Leben, ja?
00:22:43Hat er dir erzählt, wie er mich betrogen hat?
00:22:45Wie er sich die Hucke vollgesoffen hat?
00:22:47Und wie er mit meinem Schödelgeld nach Düsseldorf abgehauen ist?
00:22:51Schweres Leben, sein schweres Leben.
00:22:52Also ich krieg ja einen Lachkrampf.
00:22:54Aber was will der hier?
00:22:55Warum taucht der hier auf?
00:22:57Und warum sagt ihr dir das nicht?
00:22:59Dass er dein Vater ist?
00:23:00Also das versteh ich auch nicht.
00:23:02Um ehrlich zu sein, das finde ich richtig schockierend.
00:23:04Ich rede mit ihm.
00:23:05Also ich rede mit dem kein Wort.
00:23:07Ich fahre jetzt schön zu meiner Freundin Hannelotte.
00:23:09Die hat auch ein schweres Leben.
00:23:12Und du sorgst dafür, dass der hier verschwindet.
00:23:15Also ich gehe hinten raus.
00:23:16Das tue ich mir nicht nochmal an.
00:23:18Schweres Leben.
00:23:26Hier kann man ja vom Boden essen.
00:23:29Lieber nicht.
00:23:31Ich bin nur kurz übrigens.
00:23:33Sebastian.
00:23:35Und du bist jetzt hier der neue Küchenchef, ja?
00:23:38Ja.
00:23:38Bisher war ich Zuchef.
00:23:40Also die rechte Hand vom Küchenchef.
00:23:42Ja, ja, ja.
00:23:43Das ist ja eine richtige Herausforderung, was?
00:23:47Ja, ich schätze mal auch mit den beiden Damen.
00:23:50Dazu kann ich nichts sagen.
00:23:53Tut mir leid, ich wollte keinen wunden Punkt berühren.
00:23:55Ob so viele wunde Punkte ist, glaubst du gar nicht.
00:23:58Egal.
00:24:00Ja, wie mein Vater.
00:24:03Was macht er?
00:24:04Zu Hause rumsitzen.
00:24:10Wie old ist er?
00:24:11Eigentlich zu jung dafür.
00:24:13Ja, ich kümmere mich um ihn.
00:24:16Was, äh, darf ich fragen, was, also...
00:24:18Er ist blind.
00:24:20Oh.
00:24:22Schon immer, oder?
00:24:24Ist eine lange Geschichte.
00:24:26Ja, Zeit hätte ich.
00:24:28Ich rede nicht darüber.
00:24:30Okay.
00:24:31Entschuldigung.
00:24:33Tut mir leid, ich wollte nicht barsch klingen.
00:24:36Das ist mein Wunderpunkt.
00:24:39Ich habe einen Riesenfehler gemacht, als ich jung war.
00:24:42Ja, das kenne ich.
00:24:43Schleppt man lange mit sich rum, so schuldgefühlt, oder was?
00:24:48Bitte.
00:24:49Na, danke.
00:24:57Kurt.
00:24:59Ich glaube es einfach nicht.
00:25:03Aua.
00:25:06Kurt.
00:25:36Oh, Heidi.
00:25:38Hallo, Lotte.
00:25:40Es ist so schlimm, mich zu sehen.
00:25:43Ach, entgegen, nein.
00:25:45Ich spüre wahre Freundschaft.
00:25:47Es ist so schön, dass du gleich kommst, wenn du merkst, ich bin am Ende.
00:25:50Na, frag mich mal.
00:25:51Du glaubst nicht, wie ich das rausbekommen habe.
00:25:54Ich bin zu Krüger hin.
00:25:56Unser Schmuckladen und Uhrmacher.
00:25:58Du kennst ihn vielleicht nicht.
00:25:59Ist ja was sehr gehobenes.
00:26:01Hat das Uhr, braucht er nur neue Batterien.
00:26:03Die, die ich lieb, in Urgade am Strand.
00:26:06Ich bin auch ein Schaf.
00:26:08Immer viel zu großzügig.
00:26:10Aber jetzt ist mir klar, was die Tunnel geschlagen hat.
00:26:12Ich mache nichts an, diese Tür auf.
00:26:14Die Tür, die ich nie, nie, nie abschließe.
00:26:17Da kommt diese Azobine und sagt,
00:26:19ach, Frau Kümpner-Sellendorf,
00:26:20wollen Sie die Weißgoldkette gleich mitnehmen?
00:26:23Wir haben die wie gewünscht verlängert.
00:26:24Steht da Kurt.
00:26:26Weißgold.
00:26:26Also für mich ist sie schon mal nicht.
00:26:28Ich schlage natürlich die Tür wieder zu, aus Schreck.
00:26:30Ich trage nur Gelbgold und das weiß der Arthur.
00:26:32Und da sagt diese Azobine...
00:26:34Weißt du, was mich am meisten schockiert?
00:26:37Der lebt auf der Straße.
00:26:39Das ist ein Penner.
00:26:41Penner?
00:26:41Der hat Antonia angebettelt.
00:26:43Na und die hat den natürlich sofort mit nach Hause geschleppt.
00:26:45Kennst du ja.
00:26:46Ich weiß jetzt gar nicht, worüber du redest.
00:26:48Heidi, entschuldige, aber mein Kopf.
00:26:50Er war die ganzen Wochen immer so komisch.
00:26:53Muss nochmal weg, Samstag zur Arbeit.
00:26:55Arthorn überlegt sich ja sonst nicht.
00:26:57Man sieht es mir nicht an,
00:26:58aber ich bin einfach immer noch das naive Mädchen vom Lande.
00:27:02Was für eine Kette?
00:27:03Ach, es tut so gut, jemandem zum Reden zu haben.
00:27:07Du hörst mir immer zu, wann ich Sorgen habe.
00:27:09Seit Jahren und Jahrzehnten.
00:27:11Dafür bin ich dir so dankbar, weißt du.
00:27:13Ja, in schlechten Zeiten.
00:27:15Da braucht man eine beste Freundin.
00:27:17Weißt du was?
00:27:18Ich hole das einen kleinen Säck hoch
00:27:19und der bringt mich wieder auf die Beine.
00:27:21Ich bin so froh, dass du keine Sorgen hast.
00:27:26Ja, es ist ja nicht so,
00:27:28dass man schließt, auf der Straße zu leben.
00:27:30Das ist ja so ein Prozess.
00:27:32Dann auch der Alkohol.
00:27:33Da bin ich jetzt schon jahrelang weg von normal.
00:27:35Das war eine schlimme Zeit.
00:27:37Das war schlimm.
00:27:38Tja, und dann die Fehler, die man dann macht.
00:27:42Das Geld, das man nicht hat.
00:27:45Job, den man verliert.
00:27:47Da hat man irgendwann keinen Halt mehr.
00:27:49Keine Freunde, keine Familie, kein Zuhause.
00:27:55Da hinten, da stand ich auf der Straße.
00:27:58Nach dem ganz schlimmen Streit mit Adelheit.
00:28:02Ja, dann ging es darum, bleibst du oder nimmst du weg.
00:28:06Meine Entscheidung von einer Sekunde.
00:28:09Ja.
00:28:11Glück und Unglück sind nur eine kleine Sippe voneinander entfernt.
00:28:15Ja.
00:28:16Kurt, kann ich irgendwas für dich tun?
00:28:18Ich muss selbst was für mich tun und für meine Tochter.
00:28:21Deswegen bin ich ja jetzt auch nach ihm.
00:28:28Also, Entschuldigung, Herr Holtmann.
00:28:29Ich wollte nicht unhöflich sein.
00:28:31Dann fangen wir einfach nochmal von vorne an.
00:28:35Guten Tag, Frau Jansen.
00:28:38Herzlich willkommen, Herr Holtmann.
00:28:39Auf gute Zusammenarbeit.
00:28:40Danke.
00:28:41Ich denke, Sie haben noch einiges mit Ihrem Vater zu besprechen, ja?
00:28:44Am liebsten würde ich ihn gleich wieder rausschmeißen.
00:28:47Das dürfen Sie nicht, wenn Sie mich fragen.
00:28:49Ja, aber ich frag Sie nicht.
00:28:52Eine meiner Spezialitäten, ungefragt zu reden.
00:28:55Ja, nun kennen Sie mich nicht und meine Familiengeschichte und die Geschichte von meinem Vater.
00:28:59Glauben Sie mir, Väter sind meine andere Spezialität.
00:29:02Entschuldigung, aber...
00:29:03Das Schlimmste im Leben sind die versäumten Gelegenheiten.
00:29:07So.
00:29:09Ich kümmere mich jetzt schon mal um die Speisenpläne.
00:29:10Bestellungen müssen ja gemacht werden, ja?
00:29:11Ach so, und dann...
00:29:13Bitte vergessen Sie mich nicht ganz, ja?
00:29:16Bestimmt nicht.
00:29:22Ach so.
00:29:24Danke für Ihr Verständnis.
00:29:31Ich dachte, Sie wären schon weg.
00:29:33Sofort, wenn Sie wollen.
00:29:35Nee, ich würde gern mit Ihnen reden, aber...
00:29:37Erst ziehen Sie dieses lächerliche Kostüm aus.
00:29:40Ich weiß, der passt nicht so richtig.
00:29:42Der Ruf ist jetzt ein bisschen größer als Sie.
00:29:43Sehen Sie wenigstens halbwegs normal aus.
00:29:46Also, das Freche, das hast du von deiner Mutter.
00:29:49Sind wir jetzt beim Du.
00:29:52Das ist meine Tochter.
00:29:54In welchem Moment haben Sie das gemerkt?
00:29:56Antonia, sag doch bitte Du.
00:29:57Ja, weiß ich nicht, fällt mir schwer.
00:29:58Wir kennen uns überhaupt nicht.
00:29:59Ich bin doch dein Vater und ich bin hier.
00:30:05Ich hab's natürlich sofort gemerkt, als ich das Foto gesehen hab.
00:30:07Ja, aber warum hast du nicht sofort was gesagt?
00:30:09Ich find das total hinterhältig.
00:30:11Für mich war das doch auch erstmal ein Schock.
00:30:12Und ich wusste jetzt auch nicht...
00:30:14Was soll ich machen?
00:30:16Lässt das alles erstmal ruhen?
00:30:17Weil rechtfertigen musste ich schon nicht genug in meinem Leben.
00:30:20Und...
00:30:20Auf der anderen Seite dachte ich auch, das...
00:30:24Das ist jetzt deine Chance.
00:30:26Du hast meiner Mutter ziemlich wehgetan, weißt du das?
00:30:28Ja, weiß ich.
00:30:29Über lange Strecken ihr Leben versaut.
00:30:31Ja.
00:30:32Und du hast sie im Stich gelassen, mich auch.
00:30:34Ich weiß.
00:30:34Das war krass.
00:30:37Im Nachhinein verstehe ich auch vieles nicht mehr.
00:30:39War ein bisschen spät.
00:30:45Tut mir leid, dass deine Ehe gescheitert ist.
00:30:48Da, denke ich, bin ich auch ein bisschen schuld dran.
00:30:51Also, das wär jetzt ein bisschen viel der Ehre.
00:30:53Also, mit der Geschichte von Rufus und mir hast du sicher nichts zu tun.
00:30:56Nur, weil du im Auto gesagt hast, du hast immer Pech mit deinen Männern.
00:31:00Denk ich, dass da vielleicht auch...
00:31:01...einen Schaden gekriegt hast, weil der Papi weg ist?
00:31:04Nee.
00:31:06Meine Mutter, meine Oma, die haben mir alles gegeben, was ich brauchte.
00:31:09Ja. Also, an Liebe hat's mir nicht gefehlt.
00:31:11Aber so Westentaschen-Psychologie, die kann ich nicht gebrauchen.
00:31:15Antonia.
00:31:18Das Letzte, was ich wollte, ist...
00:31:22...dich zu kränken oder...
00:31:25...dich zu verletzen.
00:31:35Vielleicht kann ich ja doch nochmal mit Adelheit sprechen.
00:31:37...dich zu verletzen, glaube ich.
00:31:40Na?
00:31:45Hein.
00:31:46Weißt du was? Du bleibst heute Nacht bei uns.
00:31:51Aber das solltest du vielleicht vorher mal mit deiner Mutter klären.
00:31:54Ja.
00:31:55Ich bin groß genug, das kann ich allein entscheiden.
00:32:02Also, ich rede mal mit Arthur.
00:32:05Aber das kräht bitte.
00:32:08Der ist zwar doof, aber offenbar bin ich viel döver.
00:32:11Lass mich mal machen.
00:32:12Ich krieg schon raus, was ich rauskriegen will.
00:32:15Und du lässt dich nicht auf Diskussion ein mit diesem Kurt?
00:32:18Mach ich nicht.
00:32:19Du hast mit ihm nichts mehr zu tun, Punkt.
00:32:22Der zeckt sich nur ein und würde dich am Ende wieder enttäuschen.
00:32:24Ich gehe davon aus, dass der weg ist, wenn ich nach Hause komme.
00:32:31Tolle Matratze.
00:32:33Die war nicht billig.
00:32:36Das wird deiner Mutter nicht gefallen.
00:32:37Ah, das werde ich ihr schon klar machen.
00:32:40Endlich mal wieder im Bett.
00:32:41Frisch bezogen.
00:32:43Zimmer ganz allein.
00:32:45Ausschlafen.
00:32:47So, jetzt gibt's Ärger.
00:32:48Pass auf.
00:32:52Ich schätze, dass Weinrotedammfahrt im Hof gehört Ihnen, ja?
00:32:56Ich hab's ihm kurz geschnappt und bin, sagen wir, in meiner Mittagspause so kurz zu meinem Vater.
00:33:00Den musste ich ohnehin beruhigen und hab dir ein paar von seinen aussortierten Klamotten mitgebracht.
00:33:06Und dann sollten wir mal, ne?
00:33:08Ja, ich weiß.
00:33:09Dankeschön.
00:33:10Vielen Dank.
00:33:14Du bist ja ein toller Mensch.
00:33:17Macht einfach.
00:33:23Ich war auf dem Dachboden.
00:33:25Sehr gut.
00:33:26Sieht wild aus, du.
00:33:27Das ist Arbeit für Tage.
00:33:30Deshalb bist du doch hier, zum Arbeiten.
00:33:33Heidi?
00:33:34Hast du schon mit Toni geredet wegen, äh, weißt schon?
00:33:38Ich hab jetzt wirklich andere Sorgen.
00:33:41Aber nicht vergessen, ja?
00:33:44Herr Holtmann, haben Sie meine Tochter gesehen?
00:33:47Ja, hab ich.
00:33:49Würden Sie mir freundlicherweise sagen, wo?
00:33:51Ja.
00:33:52Äh, jetzt?
00:33:54Gästezimmer 1.
00:33:55Gästezimmer 1.
00:33:56Gästezimmer 1?
00:33:56Gästezimmer 1.
00:33:58Gästezimmer 1.
00:33:58Sehr freundlich.
00:34:05Was machst du hier?
00:34:07Du, ich guck hier doof rum.
00:34:08Siehst du doch.
00:34:09Ist er weg?
00:34:10Nein.
00:34:11Wieso nein?
00:34:12Weil ich ihm angeboten hab, wenigstens eine Nacht hier zu schlafen.
00:34:16Wo?
00:34:17Ja, wo wohl?
00:34:19Antonia, das ist meine Pension.
00:34:21Mama, und das ist mein Vater.
00:34:23Jetzt lass es nicht drauf ankommen.
00:34:25Worauf?
00:34:26Also, wo ist er?
00:34:29Ich hab gerade das Badezimmer sauber gemacht, Mensch.
00:34:32Mama, bitte.
00:34:34Also, dir ist schon klar, dass du nicht hierbleiben kannst, Teddy, hä?
00:34:38Äh, Kurt.
00:34:39Ach, du kannst ruhig wieder Teddy zu mir sagen.
00:34:41Ich hab mich versprochen.
00:34:43Mama, redet miteinander, bitte.
00:34:45In einer halben Stunde bist du weg.
00:34:47Heidi.
00:34:49Ich versteh deine Wut auf mich.
00:34:51Ich bin selber wütend auf mich.
00:34:53Aber, dass ich gerade jetzt Antonia in Köln immer den Weg gelaufen bin,
00:34:57das ist doch wie ein Schicksalsschlag.
00:34:59Richtig.
00:35:01Das kann doch nicht so schwer sein, dass wir uns mal einen Abend hinsetzen und versuchen...
00:35:05Nein.
00:35:07Du benimmst dich gerade wie so ein bockiges, trotziges Mädchen.
00:35:11Weiß dich doch mal zusammen.
00:35:12Um unsere Tochter wählen.
00:35:16Morgen nach dem Frühstück bist du weg.
00:35:19Bockiges Mädchen, also...
00:35:21Pff.
00:35:23Pff.
00:35:26Pff.
00:35:28Pff.
00:35:28Pff.
00:35:29Pff.
00:35:31Pff.
00:35:31Pff.
00:35:31Pff. Pff.
00:35:33Pff.
00:35:38Pff.
00:35:39Pff.
00:35:46Pff.
00:35:48Pff.
00:35:49Sind das süß.
00:35:50Es gibt echt wenig, was ich hasse.
00:35:52Blumen im Restaurant.
00:35:54Okay, das verstehe ich jetzt null.
00:35:56Riechen.
00:35:57Na, duften.
00:35:58Lenken vom Essen ab.
00:35:59Auf einen guten Tisch in einem Restaurant gehören Servietten, Besteck, Gläser.
00:36:04Geschirr eventuell, es sei denn, wir machen amerikanischen Service.
00:36:08Teller-Service.
00:36:09Ja, und ansonsten vielleicht noch eine Kerze, Geschmackssache.
00:36:14Keinesfalls in einem Restaurant gehören Blumen, Pflanzen, Deko-Kram.
00:36:17Ach, sagt wer?
00:36:19Ich?
00:36:20Kurze Erinnerung, das Lokal gehört mir.
00:36:22Ja, aber wir sind ja heute ein Team.
00:36:24Ach, und dann tanzt alles nach Ihrer Pfeife.
00:36:26Am besten schon.
00:36:28Sie sind echt witzig.
00:36:34Sehen Sie es mir nach, aber das kommt ja schon fast ein bisschen arrogant rüber.
00:36:37Dann sehen Sie es mir nach, aber am Anfang stellen wir beide hier die Weichen.
00:36:41Da helfen klare Ansagen.
00:36:42Können Sie mit mir genauso machen.
00:36:43Ich kann alles vertragen.
00:36:44Nur keine Kritik.
00:36:46Das war jedenfalls sehr bezaubernd von Ihnen heute.
00:36:49Dass Sie die Sachen von Ihrem Vater, also für meinen Vater.
00:36:52Ach, er wohnt quasi um die Ecke.
00:36:53Das ging ganz schnell.
00:36:54Ja, aber sehr sozial von Ihnen.
00:36:56Das mag ich.
00:36:56Ja, warum nicht helfen, wenn es geht, hm?
00:36:59Ja, aber an einem Tag wie heute.
00:37:00Also mich wundert wirklich, dass Ihnen nicht mehr passiert ist bei dem Unfall.
00:37:03Na ja.
00:37:04Ach, ich...
00:37:05Ui, ui, ui.
00:37:06Das tut nicht weh.
00:37:08Hm, ein bisschen.
00:37:09Ja, Sie jammern ja gar nicht.
00:37:11Also ich würde da ja jammern.
00:37:12Eigentlich darf nur mein Fahrrad jammern.
00:37:14Das ist endgültig hinüber.
00:37:16Sie können gerne meins behalten, bis Sie Neues haben.
00:37:18Mach ich.
00:37:19Dankeschön.
00:37:19Ich hab ein gutes Gefühl auf unsere Zusammenarbeit.
00:37:24Ja.
00:37:26Gott, Entschuldigung, Entschuldigung.
00:37:28Ich bin so dumm.
00:37:32Nein, Sie sind überhaupt nicht dumm.
00:37:34Immer bin ich der Dumme.
00:37:37Komm, ich bin mir nicht vor.
00:37:41Ach, Mann.
00:37:43Fuck.
00:37:46Dachboden aufräumen.
00:37:49Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.
00:37:51Ja.
00:37:55Naja.
00:37:57Das tut man nicht alles für die Liebe.
00:38:01Tony Lein.
00:38:12Verflucht.
00:38:27Das ist aber gut.
00:38:30Wer glaubt, das ist ein Job für Frauen.
00:38:32Aber nicht wahr sein.
00:38:34Wo will denn der Sessel mit dir hin?
00:38:37Hör bloß auf.
00:38:38Ey, deine Mutter, ne?
00:38:39Die ist sowas von Retinent, ey.
00:38:40Wirklich.
00:38:41Die geht mir auf den Sack mit ihrem scheiß Dachboden.
00:38:43Mann, was ist doch.
00:38:44Wirklich vollkommen egal, ob der jetzt da oben steht oder in der Scheune.
00:38:48Hm.
00:38:49Und du?
00:38:50Sag mal, wie viel läuft es mit deinem Vater?
00:38:52Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
00:38:55Also, mit mir kannst du überall reden, das weißt du, ne?
00:38:58Da erfährt keiner was.
00:39:00Wirklich, in Sachen Diskreditierung, du, bin ich absolut verlässlich.
00:39:04Dankeschön, Hajo, das ist wirklich lieb.
00:39:05Weißt du, meine Mutter, ey, die flippt blitzartig aus, wenn ich nur sowas von...
00:39:09Ja.
00:39:09Und Maris hat mir gleich ein Kölner klar gemacht, was die von sogenannten Pennern hält.
00:39:12Ich meine, wenn ich der das erzähle, das ist ja überall rum.
00:39:15Ach, ist doch egal.
00:39:17Hm, ja.
00:39:18Ja, das muss ja auch total auffüllend sein, oder?
00:39:20Ach, pfff.
00:39:24Äh.
00:39:25Hast du eine Massage?
00:39:26Ich hab noch Zeit.
00:39:27Danke, nicht nötig.
00:39:31Toni.
00:39:35Ich bin immer für dich da.
00:39:39Nee, Arthur, ist gar nichts Besonderes.
00:39:41Ich wollte nur fragen, ob du weißt, wo deine Frau Gemahlin ist.
00:39:46Na gut, dass du nicht in deiner Werkstatt bist, das ist mir auch klar.
00:39:51Und, ist sonst alles okay?
00:39:55Ja.
00:39:57Bestell mal schöne Grüße, ja?
00:39:59Okay, tschö.
00:40:01Mama?
00:40:03Wir müssen reden, vernünftig.
00:40:07Kein Bedarf.
00:40:08Das bringt doch überhaupt nichts, das Gespräch mit meinem Vater zu verweigern.
00:40:12Du solltest die Gelegenheit nutzen für dich und für ihn und für mich.
00:40:17Er zieh doch deinen Hund und nicht mich.
00:40:20Boah, ey, also manchmal glaube ich, Haju ist der einzig Normale hier in diesem Haus.
00:40:24Ja, gut.
00:40:25Geh doch zu deinem Haju, der passt wunderbar zu dir.
00:40:30Ich habe dieselbe Pfeife wie dein Vater.
00:40:32Dir kann man nicht helfen, ne?
00:40:34Du willst es alles so.
00:40:39Du weißt schon, dass das das Fahrrad von meiner Verlobten ist, ne?
00:40:42Ja, die Verlobte hat es mir ja geliehen, wenn man es im Arsch ist.
00:40:46Ja, ja, ja.
00:40:46Klar, klar, während dem Unfall, ne?
00:40:49Du, ich kann dich gerne mitnehmen und so.
00:40:50Dann können wir mal ein bisschen reden, in Ruhe so untermändern.
00:40:53Danke, ich brauche gerade ein bisschen frische Luft und Bewegung.
00:40:58Außerdem, äh, Auto ist nicht so meins.
00:41:01Ah, ja, nee, klar.
00:41:02Du, für mich tippi-toppi in Ordnung, kein Problem.
00:41:04Schönen Feierabend, Hans-Jürgen.
00:41:06Du kannst mich gerne Haju nennen.
00:41:10Weißt du Bescheid.
00:41:12Tschö, Basti!
00:41:31Tschö, Basti!
00:42:06Ich seh das Licht durch die Tür, jetzt.
00:42:13Ich komm jetzt rein.
00:42:16Jetzt aber weißt du, wie spät es ist.
00:42:19Schhh!
00:42:20Bist du krank?
00:42:21Wieso bist du nicht in deiner Bude und überhaupt, was willst du hier?
00:42:24Viel zu viele Fragen auf einmal.
00:42:28Prosecco?
00:42:29Nee, gibt ja auch keinen Grund zur Zeit.
00:42:31Schon gar nicht zwischen dir und mir.
00:42:33Hast du ne Ahnung, Mucklinchen?
00:42:35Hast du ne Ahnung?
00:42:36Bist du betrunken, Haju?
00:42:38Was?
00:42:39Bist du das?
00:42:40Ich war im Taco Margo und hab ein paar Kölsch.
00:42:42Ich hab mir ein bisschen Mut angetrunken.
00:42:44Eser, aber bist du total verrückt geworden.
00:42:48Verliebt geblieben.
00:42:50Verrückt geworden.
00:42:52Verliebt geblieben.
00:42:54Vergessen, verzeih.
00:42:56Ich will keinen Prosecco.
00:42:59Ohne dich trinken?
00:43:00Jetzt ist es zu spät.
00:43:04Kannst du jetzt bitte gehen, Hans-Jürgen?
00:43:07Gleich.
00:43:09Antonia Janssen.
00:43:13Entschuldigung.
00:43:18Antonia Janssen.
00:43:21Willst du mich heiraten?
00:43:23Hä?
00:43:25Willst du?
00:43:26Was war da jetzt drin im Prosecco?
00:43:28Äh, warte mal.
00:43:30Prosecco?
00:43:31Liebe.
00:43:32Liebe.
00:43:33Liebe.
00:43:34Nee, Hie, Hie, Hiebe.
00:43:37Hans-Jürgen, wenn du nicht willst,
00:43:38hast du dir gleich eine reinhauen.
00:43:39Sagst jetzt mal besser, guten Nacht.
00:43:40Oh, ja, ja, ja.
00:43:42Hey, ist ja schon gut.
00:44:00Oh, ja, ja, ja.
00:44:19Na?
00:44:22Wieder mal wegstehlen, mitten in der Nacht.
00:44:25Ich stehle mich nicht weg.
00:44:27Ich geh.
00:44:29Was soll ich hier noch?
00:44:32Reden kann man mit dir nicht?
00:44:35Worüber auch.
00:44:41Adelaide, wovor hast du eigentlich Angst?
00:44:42Dass ich hier wieder einziehe?
00:44:43Brauchst du nicht.
00:44:44Ich finde es einfach nur besser,
00:44:46wenn man mit dem Guten auseinander geht.
00:44:49Da bist du ja auf dem besten Weg.
00:44:51Kannst du nur streiten?
00:44:54Ich sehe keinen Sinn in einem tiefergehenden Gespräch.
00:44:57Hm.
00:44:59Ich bin ja kein Unmensch.
00:45:01Leg dich wieder hin, schlaf aus.
00:45:04Morgen ist auch noch ein Tag.
00:45:07Okay.
00:45:12Nacht.
00:45:33Da musst du mir jetzt auch nicht böse sein,
00:45:34und dann habe ich aber so einen Überfall.
00:45:35Das geht gar nicht.
00:45:37Du weißt doch, wie viel ich an der Backe habe.
00:45:39Also, was mir nicht zusätzlich schwer.
00:45:41Will ich nicht.
00:45:42Im Gegenteil.
00:45:43Aber kannst du überhaupt noch fahren?
00:45:45Nee.
00:45:47Bin zu Fuß gekommen.
00:45:49Den ganzen Weg von breiten Bänden.
00:45:51Ja, das ist eben Liebe, ne?
00:45:52Ach, man hat mich auch so ein bisschen gerührt,
00:45:55mein oller Haar hier.
00:45:58Nacht.
00:45:59Schlaf gut.
00:46:19Moin, Heidi.
00:46:21Morgen.
00:46:22Ich will keine schlechten Nachrichten,
00:46:24keine Rechnungen, keine Reklamationen,
00:46:26überhaupt nichts Ärgerliches.
00:46:27Ich habe genug Schlamassel.
00:46:28Spannig ist fast alles, warum?
00:46:31Ich darf mich mal kurz setzen, ne?
00:46:33Sitzt ihr schon?
00:46:34Ja.
00:46:35Ich komme nämlich heute Morgen auch
00:46:38mit was Privatem zu dir.
00:46:40Ist was mit Silvia passiert?
00:46:41Oder mit deinem mobbeligen Enkel?
00:46:43Der ist nicht mobbelig,
00:46:44und nein, mit der Familie ist alles in Ordnung.
00:46:47Trotzdem habe ich die ganze Nacht nicht geschlafen.
00:46:50Ja.
00:46:50Das scheint hier ein neuer Trend zu sein.
00:46:53Deinetwegen.
00:46:54Bitte nicht, meinetwegen.
00:46:57Ach, komm, Heidi.
00:46:58Er ist doch eh schon im ganzen Dorf rum.
00:47:00Daran kannst du jetzt eh nix mehr ändern.
00:47:02Und diesmal ist deine Freundin Hannelotte noch nicht in Schuld.
00:47:07Du meinst, dass der Arthur fremd geht?
00:47:12Der Arthur geht um die Ecken.
00:47:15Das ist neu.
00:47:16Da tun sich ja Abgründe auf.
00:47:18Hörst du mich ab?
00:47:19Du häust mich aus.
00:47:20Nein.
00:47:21Du, das bleibt jetzt unter uns, hm?
00:47:23Kennst mich doch.
00:47:24Na eben.
00:47:25Bitte jetzt nicht auch noch Vorwürfe, Heidi.
00:47:28Die Sache ist doch so schon schlimm genug.
00:47:30Ich verstehe überhaupt gar nicht,
00:47:31was du von mir willst.
00:47:33Was ist denn im Dorf rum?
00:47:34Dass dein Mann, dass der Kurti wieder da ist.
00:47:38Kurti?
00:47:39Das ist kein Kurti.
00:47:41Das ist ein Kurt.
00:47:46Ich verstehe ja, dass du sauer auf ihn bist.
00:47:49Und lass das mal stehen.
00:47:51Entschuldigung.
00:47:52Ich hab auch gehört,
00:47:53dass du ihn am liebsten direkt wieder vor die Tür gesetzt hättest.
00:47:56Ich bin hier, um den Gewissen zu reden.
00:47:59Guck mal.
00:47:59Ihr beide habt doch ein Kind zusammen.
00:48:01Hm?
00:48:02Und du hast den Kurti mal lieb hier ab.
00:48:04Dann ist er abgestürzt.
00:48:05Und dann trifft er durch Zufall
00:48:07die Antonia wieder.
00:48:09Da kann man doch nicht so hartherzig sein.
00:48:11Da muss man doch hinhören, hingucken
00:48:14und helfen, so wie wir Eifler halt sind.
00:48:18Der hatte Jahrzehnte keine Sehnsucht nach Toni.
00:48:22Und der hatte auch keine Sehnsucht nach mir.
00:48:24Heidi, das bist du nicht.
00:48:27Das ist die Kränkung, die da aus dir spricht.
00:48:30Oh, mein Postbote, mein Psychologe.
00:48:33Bleib doch mal ernst.
00:48:34Aber ich kenn den Kurt, da war der 25.
00:48:36Da hatte der gerade seinen Meister.
00:48:38Immerhin.
00:48:39Und ich mit 17 als Stift auf dem Bau.
00:48:42Ja, das war ein guter Handwerker.
00:48:44Der war immer fair.
00:48:45Er war geachtet und fleißig.
00:48:48Ich hab ihn gemocht.
00:48:50Er hat mich beschützt.
00:48:52Und das hatte ich dringend nötig
00:48:53mit meiner Statur im Bau.
00:48:55Ja, und dann hat er eben angefangen zu trinken.
00:48:57Ja, und da sind wir jetzt beim Thema.
00:48:59Ja, zu dem Thema sag ich dir jetzt mal was.
00:49:02Alkoholismus, das ist keine Charakterschwäche.
00:49:04Und wenn einer in Kurzlage entschafft,
00:49:06da jenen anzukämpfen,
00:49:08dann grenzt einen Wunder.
00:49:10Und jetzt trinkt er nicht mehr.
00:49:12Das heißt,
00:49:13er ist wieder der Kurt, der er vorher war.
00:49:16Was willst du mir eigentlich erzählen?
00:49:19Sprich dich mit ihm aus.
00:49:21Vertragt euch.
00:49:23Ja, der ist doch vorher auch nicht auf mich zugekommen.
00:49:26Ja, nur für den einen ist es die große Sache,
00:49:28die Welt zu umsegeln.
00:49:28Für den anderen ist es eine Riesensache,
00:49:30auf jemanden zuzugehen.
00:49:32Man schafft es einfach nicht.
00:49:35Guck dich doch selbst an.
00:49:37Ja, jeder Mensch ist anders.
00:49:39Aber eine Sache haben wir alle gemeinsam.
00:49:42Man muss vergeben können.
00:49:44Und in vergeben,
00:49:45darin steckt das Wort geben.
00:49:48Gib dem Kurt doch einfach,
00:49:49weswegen er hergekommen ist.
00:49:53Will ich nicht.
00:49:56Kann ich nicht.
00:49:59Doch, du kannst.
00:50:02Sag dir auch warum.
00:50:03Weil du damit jemand anderem
00:50:04viel mehr gibst als dem Kurt.
00:50:08Gedankliche Freiheit,
00:50:09und zwar dir selber, Adelheit.
00:50:12Da denkst du uns drüber nach.
00:50:14Tschüss.
00:50:26Schön, dass du zurück bist, Marc.
00:50:28Düsseldorf war dann wohl doch nichts für dich, ne?
00:50:30Ja, zu weit weg von der Freundin und so.
00:50:32Das ist Roswitha,
00:50:33unsere fabelhafte Küchenhilfe.
00:50:35Wir arbeiten schon seit zwei Jahren zusammen.
00:50:37Drei Jahre.
00:50:38Oh.
00:50:39Ja, ich freue mich auf die Zusammenarbeit, Roswitha.
00:50:41Einfach, Vitti.
00:50:43Nadira, sie kümmert sich um den Service.
00:50:45Ah, okay.
00:50:45Dann werden wir beide besonders eng zusammenarbeiten.
00:50:48Gerne, Frau Jansen.
00:50:49Gut.
00:50:49Wenn wir dich sagen, Marc, ab in die Küche,
00:50:51Bestandsaufnahme, ja?
00:50:52Vitti, Fonds vorbereiten.
00:50:53Macht euch mit allem vertraut.
00:50:54Wir haben noch zwei Tage.
00:50:54Bis dahin muss alles perfekt sein.
00:50:57Perfekt hört sich gut an.
00:50:58Nadira, du kannst dann schon mal die Tische eindecken, ja?
00:51:00Mhm.
00:51:01Keine Blumen.
00:51:01Ich weiß, Herr Holtmann.
00:51:02Weil die wohin gehören?
00:51:03In die Natur, nicht auf die Tische.
00:51:05Und waren wir nicht beim Du?
00:51:07Ja, Herr Holtmann.
00:51:09Wollen wir gerade mal kurz?
00:51:12So.
00:51:15Also, wegen der Speisepläne.
00:51:18Speisenpläne.
00:51:19Bitte?
00:51:20Sorry, aber es heißt Speisenpläne, nicht Speisepläne.
00:51:25Na ja, wir speisen ja nicht die Pläne.
00:51:27Sie waren in der Schule sicher sehr beliebt.
00:51:30Ja, war ich.
00:51:32Wir haben so Oberlehrerschüler immer gedisst.
00:51:34Hätten Sie Spaß daran, sachlich zu bleiben?
00:51:36Gerne.
00:51:36Ich finde, es sind zu wenig Speisen auf der Karte.
00:51:39Die habe ich extra so klein gehalten.
00:51:41Übersichtlich, planbar, frisch.
00:51:42Dazu gibt es jeden Tag ein Special.
00:51:44Ja, aber das wird unseren Gästen nicht gefallen.
00:51:46Na, wem es nicht gefällt, der ist hier falsch.
00:51:48Also, damit werden wir nicht weit kommen.
00:51:50Die Zeiten, wo der Kunde König ist und uns mit seinen Sonderwünschen auf der Nase rumtanzt, ja?
00:51:54Die Zeiten sind vorbei, Frau Janssen.
00:51:59So, wie viel willst du?
00:52:02Ja, guck nicht so.
00:52:03Wie viel Geld brauchst du?
00:52:05Damit ich wieder verschwinde?
00:52:07Ja.
00:52:08Geld.
00:52:10Das zeigt wieder, wie burniert du bist.
00:52:12Mich jetzt auch noch beleidigen?
00:52:14Du beleidigst mich doch.
00:52:15Aber so war es doch schon immer.
00:52:17Du drehst mir die Worte im Mund rum und am Ende bin ich der Böse.
00:52:21Ach so, du bist der Nette.
00:52:22Ja, das ist mir jetzt neu.
00:52:24Du und deine Mutter?
00:52:26Meine Mutter, die lässt du jetzt bitte mal aus dem Spiel.
00:52:28Hauptsache Streit, Streit und immer das letzte Wort haben.
00:52:30Tja, das letzte Wort, das hast du ja jetzt.
00:52:33Mir ist nicht zum Lachen.
00:52:33Ja, mir auch nicht.
00:52:35Das hat Hanno sicher nicht mit geben gemeint.
00:52:38Ach so, auch noch lauschen.
00:52:40War laut genug.
00:52:42Herrliches Wetter zum Wandern.
00:52:44Tschüss, danke.
00:52:45Ja, wir müssen woanders weiterreden.
00:52:50Wer es geistes Kind du bist, das sieht man schon daran, wie du deine eigene Tochter um
00:52:54den Finger wickelst.
00:52:55Ich habe Antonia nicht um die Finger gewickelt, dazu ist sie viel zu schlau.
00:52:59Hat sie von dir.
00:53:00Die Komplimente, die kannst du jetzt auch sparen, du Gauner.
00:53:04Du hast sie benutzt, sie im Ungewissen gelassen, nur um hier zu landen.
00:53:07Das war vielleicht nicht ganz richtig, aber ich habe ja mit dir drüber geredet.
00:53:10Ich habe es dir doch gesagt.
00:53:13Adelheid, jetzt lass uns doch mal die Chance hier nutzen, um uns vielleicht wieder
00:53:17zu versöhnen.
00:53:18Wir sind doch erwachsene Menschen und das Leben ist über uns reingekracht.
00:53:22Und falls wir heute wieder auseinander gehen sollten, dann lass uns doch wenigstens in
00:53:26die Augen schauen und Ja zu unseren Fehlern aus der Vergangenheit sagen.
00:53:31Ja sagen zu unseren Fehlern?
00:53:34Das ist ja wohl eher deine Aufgabe.
00:53:36Du wolltest doch auch, dass wir uns trennen.
00:53:38Dass dieses Elend endlich mal ein Ende hat, wie du gesagt hast.
00:53:41Ja, allerdings.
00:53:42Ja.
00:53:46Adelheid, ich bitte dich um Verzeihung.
00:53:49Ja, das mag für dich unglaubwürdig klingen und alles wie zu spät.
00:53:54Trotzdem, ich meine es ernst, es tut mir wirklich sehr, sehr leid, was ich dir und unserem
00:53:59Kind angetan habe.
00:54:00Aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen.
00:54:03Alles, was ich machen kann, ist hier zu stehen und dich um Verzeihung zu bitten.
00:54:10Ja, das fällt mir jetzt auch sehr, sehr schwer.
00:54:13Das hast du ja gehört.
00:54:19Fahre mich bitte zurück nach Köln.
00:54:21Da gehöre ich hin.
00:54:24Was?
00:54:24Da gehörst du hin?
00:54:25Auf die Straße?
00:54:28Sag mal, wie konnte das denn überhaupt so weit kommen?
00:54:30Ich verstehe es nicht.
00:54:34Mann.
00:54:37Bleib's fürs Erste hier und dann sehen wir mal weiter.
00:54:45Ach, was ich Sie noch fragen wollte.
00:54:47Ihr Kochoutfit, haben Sie eigentlich das von Ihrem vorigen Arbeitgeber behalten?
00:54:51Wie meinen Sie das?
00:54:52Na ja, Sie brauchen ja eins, also sonst müssen wir, Gott, wenn nicht, dann müssen wir jetzt
00:54:55mindestens bis Euskirchen, wenn nicht sogar bis nach Köln ins Fachgeschäft.
00:54:58Das kommt mir jetzt gerade mal so in den Sinn.
00:55:00Hm?
00:55:00Ja, aber so können Sie ja nicht kochen.
00:55:03Kann ich schon.
00:55:04Na ja, aber...
00:55:05Sehen Sie mich mit zwei Meter hoher Kochmütze?
00:55:07Na ja...
00:55:08Ich trage zum Kochen eine Schürze, um meine Klamotten zu schützen, aber sicherlich keine,
00:55:13was, Kochjacke mit meinen Initialen oder solchen Quatsch?
00:55:16Also, mein Mann.
00:55:17Ich bin kein Angeber, Frau Jansen.
00:55:18Ah, und wollen Sie damit sagen, mein Mann ist... mein Ex-Mann ist ein Angeber?
00:55:22Ich halte ganz viel von Bescheidenheit.
00:55:24Ja, den Eindruck habe ich aber jetzt nicht gerade.
00:55:26Sie denken zu viel nach.
00:55:27Ja, ja, wir Frauen, wir sollten nicht so viel denken.
00:55:29Nein, so meine ich das nicht.
00:55:30Bei Ihnen schwingt mir zu viel Arroganz mit.
00:55:32Ich meinte eigentlich, mischen Sie sich nicht in alles ein, ja?
00:55:34Vertrauen Sie mir und lassen Sie mich machen.
00:55:36Können Sie das?
00:55:38Ja.
00:55:50Entschuldigung, Herr Holtmann, aber so Psychodiskussionen, die nerven mich im Moment einfach.
00:55:54Was genau meinen Sie mit Psychodiskussionen?
00:55:56Schauen Sie mal, Sie sind Koch.
00:55:58Machen Sie doch einfach Ihre Sache und ich mache meine.
00:56:00Trotzdem kommen wir ja nicht drumherum.
00:56:02Um was genau?
00:56:03Dass wir am Anfang über alles sprechen.
00:56:05Diskutieren.
00:56:06Von mir aus.
00:56:06Gut.
00:56:07Was liegt Ihnen denn noch auf dem Herzen?
00:56:15Ähm.
00:56:18Was genau ist ein Kupferkännchen?
00:56:22Äh.
00:56:24Sie meinen eine kleine Kanne.
00:56:26Aus Kupfer.
00:56:28Haben Sie irgendwie ein Aufmerksamkeitsdefizit?
00:56:31Bei dem Namen kann es natürlich nicht bleiben.
00:56:33Wieso das denn nicht?
00:56:35Zum einen garantiere ich Ihnen, dass die Leute Kupferkanne und Kännchen verwechseln werden.
00:56:40Ja?
00:56:40Und das wollen wir ja nicht.
00:56:41Wollen wir ja nicht.
00:56:42Nein.
00:56:43Weil wir keine Kneipe sind, sondern ein Restaurant.
00:56:45Ja.
00:56:45Ein Spitzenrestaurant.
00:56:46Irgendwann mal.
00:56:47Mhm.
00:56:49Naja, zum anderen ist doch diese Verniedlichungsform nichts weiter als blöd und neckisch.
00:56:56Ich meine, das klingt wie Plastikblumen auf kleinen Tischen.
00:56:58Blöd und neckisch.
00:57:00Sagen Sie mal, Sie wollen mich ärgern.
00:57:01Kann das sein?
00:57:02Versuchen Sie mich irgendwie so auf die Palme zu bringen oder zu provozieren?
00:57:06Gleich als ein Lackmustest am Anfang sozusagen?
00:57:09Verstehe ich das richtig?
00:57:10Ich schlage Holtmanns vor.
00:57:13Mhm.
00:57:14Ja.
00:57:15Der Name steht.
00:57:16Das Schild für den Eingang ist bestellt.
00:57:18Und alles, also wirklich alles läuft über Kupferkännchen.
00:57:21Ich meine, das ändere ich doch jetzt nicht so.
00:57:23Hoppladihopp Holtmanns.
00:57:24Also ehrlich.
00:57:25Sie sind hier nicht der Inhaber.
00:57:26Sie kochen bei mir.
00:57:27Hier wird gar nichts geändert.
00:57:28War's das?
00:57:29Natürlich, ja.
00:57:32Gut.
00:57:33Bescheidenheit klingt anders, aber...
00:57:35Ich hab das Gefühl, Sie denken nochmal drüber nach.
00:57:42So, Burko, schau mal, Feini.
00:57:44Ist das Feini?
00:57:46Ja.
00:57:47Kleine Stücke.
00:57:48Ups.
00:57:49Kurt, das ist doch furchtbar.
00:57:51Hm?
00:57:51Warum lebst du so?
00:57:54So, so auf der, auf der Straße?
00:57:58Weil ich's gewöhnt bin, darum.
00:58:00Ich glaube, du hast Angst vor einem bürgerlichen Leben.
00:58:05Ach.
00:58:06Na, das ist ja mal eine Überraschung, euch beide zusammen friedlich zu sehen.
00:58:09Ja, das ist doch genau das, was du wolltest.
00:58:12Was ich wollte.
00:58:13Also ich würde ehrlich gesagt gerne mal drüber aufgeklärt werden, was damals so dermaßen
00:58:17beschissen zwischen euch gelaufen ist.
00:58:19Also nur so für mich.
00:58:21Und ich meine, wenn wir schon dabei sind, würde mich auch wahnsinnig interessieren,
00:58:23warum du mich eigentlich nie sehen wolltest.
00:58:25Nicht dein einziges Mal.
00:58:27Deine eigene Tochter.
00:58:28Ich wollte dich sehen.
00:58:30Tonilein, setz dich doch mal zu uns.
00:58:32Mach jetzt hier mal keinen Fass auf.
00:58:33Wir essen jetzt ganz neue Töne, Mama.
00:58:35Ich will einfach nicht, dass du immer in diesen alten Kamellen rumwühlst.
00:58:39Keine Besuche.
00:58:41Ich dürfte dich damals nicht besuchen, kann ich auch nachvollziehen, weil...
00:58:44Ja, aber auch keine Anrufe, nicht mal zum Geburtstag, nichts.
00:58:47Ich hab dich angerufen, das wurde aufgelegt.
00:58:50Ich hab dir, ich hab dir auch Geschenke geschickt.
00:58:54Also wenn du die nicht bekommen hast, das, das tut mir leid.
00:58:58Das ist doch nicht ein einziger Brief.
00:59:00Antonia, ich hab dir Briefe geschrieben.
00:59:02Und die ersten Jahre, weil du ja noch nicht lesen konntest,
00:59:05hab ich dir schöne, bunte Bilder gemalt.
00:59:07Und das hast du alles nicht bekommen.
00:59:11Stimmt das, Mama?
00:59:13Ob das stimmt?
00:59:17Und...
00:59:39Chris, bringst du uns doch zwei Feeds?
00:59:41Wir sind verzweifelt.
00:59:43Kannst du es mal bitte ernst nehmen, Maris?
00:59:45Ich meine, die ganzen Briefe, die meine Mutter mir vorenthalten hat,
00:59:48Dutzende.
00:59:49Ich könnte echt heulen.
00:59:50Ich hatte jahrelang ein ganz falsches Bild von ihm.
00:59:52Er hat gesoffen, er ist abgehauen, er lebt auf der Straße.
00:59:55Also so falsch war dein Bild nicht.
01:00:04Danke, Chris.
01:00:05Gerne.
01:00:06Das ist unser Held.
01:00:10Der hat vielleicht einen Hintern.
01:00:12Ich könnte dem...
01:00:13Maris, du hast einen Mann im Gegensatz zu mir.
01:00:18Stößchen.
01:00:18Also dein Gemüt möchte ich haben, ehrlich.
01:00:20Jetzt komm doch mal runter, Toni.
01:00:22Also deiner Mutter würde ich ein paar Takte erzählen.
01:00:24Und deinem Vater...
01:00:26Ja, keine Ahnung.
01:00:27Will der jetzt bei euch leben?
01:00:30Dann zieh dich aber warm an.
01:00:31Das Dorf flippt aus.
01:00:33Also hier flippt niemand aus.
01:00:34Das ist ganz allein unsere Sache.
01:00:36Das ist aber keine gute Werbung für dein neues Kupferkännchen.
01:00:39Findest du den Namen doof?
01:00:41Ja.
01:00:43Ich könnte ihm ja einen Job anbieten.
01:00:46Also ich weiß nicht, was meinst du?
01:00:48Brauchst du Hilfe?
01:00:50Kurt.
01:00:51Das war nur eine Frage.
01:00:53Ja, solche Fragen kenne ich.
01:00:54Nein, ich wollte dir noch meine Hilfe anbieten.
01:00:56Und mich ein bisschen nützlich machen.
01:00:58Besser nicht.
01:01:00Sag mal, weißt du nicht, Antonia soll die weiterfahren über die Geschenke und Briefe?
01:01:04So wie du sie mir gerade erzählt hast.
01:01:06Was soll das bringen?
01:01:09Klarheit.
01:01:11Ja.
01:01:12Ich denke mal drüber nach, Kurt.
01:01:14Hm.
01:01:17Ich habe Ihnen einen Tisch im Stadtkrug reserviert.
01:01:20Um 19 Uhr.
01:01:20Hat geklappt.
01:01:21Prima.
01:01:21Herzlichen Dank dafür.
01:01:22Wir machen jetzt ja auch ein neues Restaurant auf.
01:01:25Auf dem Zimmer haben Sie eine Broschüre und da steht alles drin.
01:01:28Viel Spaß.
01:01:29Ja.
01:01:30Hanni, Lotte.
01:01:31Hast du mit Arthur gesprochen?
01:01:33Ja.
01:01:34Der klang ganz normal.
01:01:35Was sagst du?
01:01:36Ich hörte ihn gestern Morgen telefonieren.
01:01:38Natürlich spitze ich meine Ohren seitdem.
01:01:40Und mit Recht, Heidi, mit Recht.
01:01:43Weißt du, was der macht?
01:01:45Du wirst es mir jetzt sagen.
01:01:47Bestell zur Abholung für kommenden Dienstag 35 rote Rosen.
01:01:50Das ist eine Sekretärin.
01:01:51Diese ekelhafte Rothaarige, die den Empfang macht und die Autos entgegennimmt.
01:01:55Garantiert hast du die schon gesehen?
01:01:56Ich habe immer gedacht, die hat ja eine.
01:01:58Mit diesem schiefen Mund, die kann man ihn küssen, frage ich mich.
01:02:00Ich habe in die Personalakte geguckt.
01:02:02Als sie in der Paus war und Arthur in der Werkstatt und...
01:02:05Hanni, Lotte, jetzt kommen wir auf den Punkt.
01:02:06Sie wird 35.
01:02:08Die Gabriela Adler wird morgen 35.
01:02:10Die Rosen sind für die Pissenelke.
01:02:12Was?
01:02:12Zwei Drittel aller Beziehungen stehen am Arbeitsplatz.
01:02:16Ich bin sprachlos, Heidi.
01:02:18Hannelotte, hey.
01:02:20Danke.
01:02:20Ich wünsche mir das ja manchmal, dass du sprachlos bist.
01:02:23Aber in dem Fall, also du musst mit ihm reden und du musst fragen, was los ist.
01:02:27Ach, ich bitte dich, Heidi.
01:02:28Da lügt mir die Hucke voll.
01:02:30Was willst du denn jetzt machen?
01:02:33Rede du noch mal mit ihm, ja.
01:02:35Ich suche mir der Wahlentscheidungsanwalt.
01:02:37Männer gehören ab einem gewissen Alter erschossen.
01:02:42Wie geht's denn mit dir und dem Kurt?
01:02:44Naja, wir haben uns ausgesprochen und dabei ist die Sache mit seinen Briefen an Antonia rausgekommen.
01:02:49Ach Gottchen.
01:02:50Erinnere mich nicht daran, diese leidige Geschichte damals.
01:02:52Ja und?
01:02:57Da hast du deine Antwort.
01:02:59Also Heidi, Strindberg ist ein Komödiant gegen euch.
01:03:03Seit wann hörst du klassische Musik?
01:03:11Ich mache gleich den Paziergang.
01:03:13Heute Abend essen wir es zusammen, nicht vergessen.
01:03:15Ja, ja, ja.
01:03:16Hast du Antonia, was hast du dir gesagt?
01:03:19Ach, wir haben andere Sachen zu besprechen.
01:03:21Mhm.
01:03:23Machst du Schiss?
01:03:26Kannst du nicht aufhören?
01:03:29Ja, es ist aber doch unnötig, dass sie weiter sauer auf dich ist.
01:03:33Was interessiert dich das?
01:03:34Wenn du es mir erzählt hast, kannst du es dir auch erzählen.
01:03:36Jetzt hör auf, auf mir rumzuhacken, Mann.
01:03:38Das hast du früher schon gemacht, mit deiner Rechthaberei.
01:03:41Ich will ihr das ersparen.
01:03:43Kannst du es nicht verstehen?
01:03:45Das ist doch Quatsch, Adelheit.
01:03:48Sag ihr die Wahrheit, das bist du ihr schuldig.
01:03:50Und dir auch.
01:03:51Darum geht's doch letzten Endes.
01:03:52Um euch, Mutter und Tochter.
01:03:56Und vielleicht auch ein bisschen um mich.
01:04:13Fräulein, wir müssen mal reden.
01:04:15Und was heißt das?
01:04:17Ja, das könnte jetzt laut werden.
01:04:19Und ich habe Gäste.
01:04:21Das ist genau der Grund, warum ich nicht wollte, dass Kurt sich hier einnistet.
01:04:25Weil ich wusste, dass es nur Ärger gibt.
01:04:27Ja, das ist vielleicht ganz heilsam, ne?
01:04:29Die ist unter den Teppichkern.
01:04:31Sieht ja, wohin das führt.
01:04:32Wohin führt das?
01:04:33Jetzt mal genauer.
01:04:35Ey, Mama, ich bin total schockiert und enttäuscht von dir.
01:04:37Begreifst du das nicht?
01:04:39Jahrzehntelang habe ich ein ganz falsches Bild von meinem Vater.
01:04:41Ich meine, wenn man uns die Möglichkeit gegeben hätte, miteinander...
01:04:45Wir hätten uns ja schreiben können.
01:04:46Vielleicht hätten wir uns auch sehen können.
01:04:48Er ist ja abgehauen, nicht ich.
01:04:50Ich war da.
01:04:52Weißt du, ich musste Entscheidungen treffen.
01:04:54Ich musste einfach weitermachen.
01:04:56Ich musste dich großziehen.
01:04:58Das habe ich doch ganz gut hingekriegt, oder?
01:05:00Was machst du mir jetzt zum Vorwurf?
01:05:02Mama, ich werfe dir vor, dass du geschwiegen und gelogen hast.
01:05:05Dass du einfach Schicksal gespielt hast und mir meinen Vater vorenthalten hast.
01:05:09Weißt du, wie sich das anfühlt als Kind, wenn du gefragt wirst, wo ist denn dein Vater?
01:05:13Und du fängst an, irgendwelche Geschichten zu erfinden und zu lügen, bis du es am Ende noch selber glaubst.
01:05:18Mama, mein Vater ist auf Montage.
01:05:20Einmal im Monat schickt er mir was ganz Schönes von weit her.
01:05:24Tunilein.
01:05:28Alles, was ich gemacht habe und auch alles, was ich nicht gemacht habe, das habe ich doch aus Liebe zu
01:05:34dir gemacht.
01:05:35Dann zerreißt du noch das letzte Foto von ihm.
01:05:40Was ist denn, wenn ich den Kontakt ermöglicht hätte?
01:05:44Der hätte dich genauso oft enttäuscht, wie er mich enttäuscht hat.
01:05:47Nicht einmal.
01:05:49Nicht zehnmal, nein, hundertmal.
01:05:52Weißt du, Tunilein, man wird ja nicht als Mutter geboren.
01:05:56Man wird dazu.
01:05:58Also, mit allen Fehlern.
01:06:01Ich hab dich ja trotzdem lieb.
01:06:08Die Frage ist doch jetzt einfach, was machen wir mit deinem Vater?
01:06:14Vor die Tür setzen können wir nicht, das wäre echt mega gemein.
01:06:44Was mir alles geboten will.
01:06:48So, wir beginnen unser Probeessen mit einem Tupinambur-Salat.
01:06:51Tobi, was?
01:06:52Äh, Tupinambur, das ist so eine alte Wurzelsorte, so ähnlich wie Artischocke.
01:06:57Ganz genau.
01:06:59Wir haben bitteraromatische Blattsalate, hauchdünne Scheiben vom Tupinambur,
01:07:04geröstete Mandeln, frischen Pfeffer und ein Dressing aus marokkanischem Salzzitronen,
01:07:09griechischem Olivenöl, einer Spur italienischem Essig.
01:07:11Noch ein paar Erklärungen, ich bin verhungert.
01:07:14Und ein bisschen Agavendicksaft, denn ich bin gegen Zucker.
01:07:19So, Frau Jensen, ich bin fertig, Sie dürfen anfangen.
01:07:22Bon Appetit.
01:07:24Wie gnädig.
01:07:27So was hab ich, glaub ich, noch nie gegessen.
01:07:30Herr Holtmann, Sie können was.
01:07:35Ich bin manchmal nicht nett, ich weiß.
01:07:38Aber eigentlich bin ich sehr nett.
01:07:39Ich bin eigentlich auch sehr nett, nur manchmal nicht.
01:07:42Ich bin immer nett.
01:07:44So, und jetzt trinken wir auf eine glückliche, fröhliche und erfolgreiche Zusammenarbeit.
01:07:57Herr Holtmann, ähm, meine Tochter und ich, wir wollten Sie fragen, ob Sie nicht in Ihrem Team einen, man könnte
01:08:06sagen, Allrounder, wie Kurt gebrauchen könnten.
01:08:09Ja, am Tresen zum Beispiel, im Ausschank.
01:08:11Entschuldigung, das war eine dumme Idee von mir.
01:08:13Ach, das, wie schön, seit 20 Jahren trocken, also...
01:08:17Kurt, äh, wir wollten dich fragen, ob du nicht hierbleiben willst.
01:08:22Also, ich würd mich wirklich freuen, Papa.
01:08:28Herr Holtmann, was sagen Sie?
01:08:30Hm?
01:08:30Tja, äh, vielleicht sollten Sie das erst mal mit Kurt lernen, hm?
01:08:34Wie er Sie mich in seinem Beisamen fragen und ihn damit offensichtlich überrumpeln.
01:08:39Sie erziehen gerne Leute, hm?
01:08:42Kurt, was möchtest du denn?
01:08:44Äh, ich möchte jetzt erst mal eben schnell auf Toilette.
01:08:50Entschuldigung.
01:08:56Das machen wir nicht zu laut, Mama, schon spät.
01:08:59Nein, das ist doch nur so ein bisschen Hintergrundmusik.
01:09:03So, morgen ist der große Tag, ich geh ins Bett.
01:09:06Ja, morgen ist der große Tag.
01:09:08Nacht.
01:09:09Schleifchen.
01:09:13Nacht, Toni.
01:09:17Schlaf schön.
01:09:18Und du kannst dir das Ganze ja noch mal überlegen.
01:09:27Weißt du, noch früher, wo wir die Riesenboxen hatten, nicht so kleine Dinger da mit dem Verstärker und was da
01:09:32alles dazu gehört?
01:09:33Ja, die ganzen Kabel.
01:09:35Ja, ja.
01:09:37Ja.
01:09:39Mir war eben auch nicht alles besser, ne?
01:09:41Nee, nicht besser.
01:09:42Aber anders.
01:09:44Anders, ja.
01:09:45Das hier ist jetzt Bluetooth.
01:09:48Bluetooth.
01:09:51Bluetooth.
01:09:52Das Wort ist so lustig, oder?
01:09:56Das hat mir meine Tochter, unsere Tochter, hat mir das beigebracht.
01:10:03So, jetzt pass mal auf.
01:10:18Der Basti, hi.
01:10:21Guten Morgen.
01:10:22Na?
01:10:23Oh, die sind aber süß.
01:10:26Was denn?
01:10:27Nimm ich?
01:10:29Ja.
01:10:30Gekauft oder geklaut?
01:10:31Ja.
01:10:40Ach, Nadira, dann stell doch einfach die beiden Zweier zusammen.
01:10:43Mach ich, Scheiße.
01:10:44Wir sind ausgebucht.
01:10:46Haben Sie was anderes erwartet?
01:10:48Nö, ich freu mich.
01:10:49Ja, ich hoffe auch hierüber.
01:10:52Oh, danke schön.
01:10:54Ich fand mein Ton gestern nicht ganz angebracht.
01:10:55Das ist meine Bitte um Entschuldigung.
01:10:57Ich dachte, Sie finden Blumenbörn in den Garten.
01:11:01Ich bin der König der Widersprüche, das werden Sie noch merken.
01:11:03Oha, okay.
01:11:05Alle da?
01:11:06Ja, Marc und Roswitha sind schon eine Weile in der Küche.
01:11:08Na dann, los geht's.
01:11:15Hi.
01:11:17Kannst du die bitte in eine Vase tun?
01:11:19Und am besten stellst du die an die Rezeption, weil Blumen im Lokalkanal irgendwie nicht ausstehen.
01:11:23Oh, die sind aber hübsch.
01:11:24Klar, gerne, mach ich.
01:11:26Dankeschön.
01:11:26Das ist dein Schatz, wie immer.
01:11:28Ja.
01:11:30Danke.
01:11:37Kommt mir keiner in die Quere.
01:11:41So kurz vorm Ziel.
01:11:44So kurz davor.
01:11:45So kurz.
01:11:47Das hier wird übrigens der Gemüsesalat.
01:11:55Sehr lecker.
01:11:57Vielleicht noch ein bisschen schärfer.
01:11:58Stimmt.
01:12:01Und Säure.
01:12:02Marc, Rasselhanute und ein bisschen Limette.
01:12:05Weitermachen.
01:12:06Ach so, und ich hab mich entschieden.
01:12:08Wofür?
01:12:09Holtmanns geht leider nicht.
01:12:11Und warum?
01:12:12Weil das mein Lokal ist.
01:12:13Aber das ist meine Küche.
01:12:15Ja, und dann hauen sie eines Tages in den Sack und, äh, ach.
01:12:19Aber da ja anscheinend alle außer mir den Namen Kupferkännchen doof finden, ist der neue Name jetzt Tonis.
01:12:26Gut.
01:12:26Gut.
01:12:28Ja, ich will sie in ihrer Eitelkeit nicht beschränken.
01:12:31Dankeschön, ja.
01:12:32Ich geh da mal meinen Vater fragen, der hat sicher auch Lust, heute Abend mitzuhelfen.
01:12:37Mama?
01:12:37Hm?
01:12:38Hm, du hilfst doch nicht damit, oder?
01:12:41Versprochen ist versprochen.
01:12:44Der schläft bestimmt noch.
01:12:50Mama?
01:12:54Ja?
01:12:55Komm mal.
01:13:01Liebe Adelheit, meine liebe Tochter.
01:13:04Ich bin kein Mann großer Worte, das wisst ihr.
01:13:07Ich habe euch sehr viel zu verdanken.
01:13:09Auch eins ich nur mich selber.
01:13:13Ich bin nicht für ein bürgerliches Leben gemacht.
01:13:17Mit euch wieder zusammen zu sein, unter einem Dach zu wohnen, für euch zu arbeiten, das klang sehr schön, verlockend
01:13:24und ist auch gut gemeint.
01:13:25Aber es ist das falsche Leben für mich.
01:13:31Aber es ist das falsche Leben für mich.
01:13:32Ich gehöre einfach nicht zu einer Familie.
01:13:34Jetzt ist es zu spät.
01:13:45Ich brauche meine Freiheit und all das, woran ich seit Jahrzehnten gewöhnt bin.
01:13:53Es ist besser so.
01:13:55Auch für euch beide.
01:13:56Ich habe euch im Herzen.
01:13:58Es war ein Geschenk.
01:14:00Alles.
01:14:02Danke, Kurt.
01:14:05Obra und wahrscheinlich immer seine Stärke.
01:14:07Aber jetzt hör doch mal auf, Mama.
01:14:09Ich dachte, ihr habt euch wieder vertragen.
01:14:10Ja, dachte ich auch.
01:14:14Bisschen kann ich ihn auch verstehen.
01:14:16Wieso?
01:14:18Du und ich, wir sind ziemlich stark.
01:14:21Wir sind schon ein starkes Team.
01:14:24Ja, das sind wir.
01:14:25Ja, und wir haben uns einfach so über ihn gestülpt.
01:14:27Ich meine, da holt man schon recht.
01:14:29Wir hätten Papa ja auch mal fragen können, was er will und was er nicht will.
01:14:33Wahrscheinlich kann man ein Leben nicht einfach so ändern.
01:14:37Schon gar nicht das von einem Kurt Janssen.
01:14:44Den hat dieser Mann heute früh dagelassen.
01:14:47Das ist der Vater von der Chefin, oder?
01:14:51Ist der weg?
01:14:53Ja.
01:14:55Und ich habe es mir gedacht.
01:14:59Pass auf meine Tochter auf.
01:15:14Annelotte, ja, mein Gott, bin schon da.
01:15:18Du siehst mich überglücklich, Heidi.
01:15:20Hattet ihr eine Aussprache?
01:15:21Ach, was?
01:15:22Ich bin doch ein solches Dummerchen.
01:15:24Aber was der Esel sagt, das glaubt er.
01:15:27Ich verstehe nur Bahnhof.
01:15:28Ich würde mich am liebsten setzen, aber der Arthur wartet draußen, wir gehen essen.
01:15:31Ja, aber wenn ihr euch wieder vertragen habt und essen wollt, dann könnt ihr auch bei uns essen.
01:15:34Wir eröffnen doch heute Abend.
01:15:36Da muss man erst mal sehen, wie das alles so wird, weißt du, da bin ich vorsichtig, du kennst mich.
01:15:39Ja.
01:15:41Danke für die Blumen.
01:15:43Diese Rosen hier, erinnerst du dich, wie ich dir erzählte?
01:15:46Das sind die Rosen für die Sekretäre mit dem schiefen Mund, richtig?
01:15:49Ach was, für mich?
01:15:51Die Ader läuft beim Arthur doch unter von der Liefen.
01:15:53Ich hab ihm so unrecht getan, wie konnte ich unseren 35. Hochzeitstag vergessen?
01:15:58Darfst du mir gratulieren, Heidi Witzker.
01:16:02Hier, hat er für mich anfertigen lassen.
01:16:05Er weiß es ja nicht, dass ich weiß, Gott eigentlich gar nicht mag, aber Männer guckt nie genau hin, das
01:16:08weißt du ja.
01:16:08Ja, was erzähl ich dir?
01:16:10Ist die nicht himmlisch schön?
01:16:13Hannelotte, du kostest mich so viel Kraft.
01:16:17Du musst ja streng, du immer.
01:16:18Was ist denn die von den Laus über die Leber gelaufen?
01:16:20Könntest du dich nicht mit mir freuen?
01:16:21Ach, Männer können doch so entzückend sein, findest du nicht auch?
01:16:24Ja, ich muss jetzt schmutzige Wäsche waschen.
01:16:27Also wie gesagt, Herr Arthur wartet draußen.
01:16:29Ich wollte nur schnell erzählen, damit du nicht weiter Sorgen machst.
01:16:31Küsschen.
01:16:33Küsschen.
01:16:37Hier, was ist denn jetzt mit dem Dachboden?
01:16:39Äh, morgen, Heidi, der wird morgen fertig, aber erstmal, Basti schickt mich.
01:16:44Ich brauch noch Stühle wegen der Eröffnung.
01:16:46Basti?
01:16:47Susu.
01:17:04Oh, sind das die Zweien?
01:17:06Kommt das das hier an?
01:17:07Dann sind wir schon durch.
01:17:10Leute, das wäre echt ein super Abend.
01:17:12Ich danke euch.
01:17:13Ich bin wirklich stolz auf uns.
01:17:14Das stimmt.
01:17:16Und ich finde, wir umarmen uns jetzt mal.
01:17:18Tun wir das?
01:17:19Ja, ich finde schon.
01:17:22Heidi fragt, wo die Tartartin bleibt.
01:17:25Noch im Ofen.
01:17:27Und nach dir fragst du auch, Toni?
01:17:29Ich komme ja schon.
01:17:30Geben, oder?
01:17:33So.
01:17:35Dankeschön.
01:17:37Keine Sorge.
01:17:38Ich nehme sie dir nicht weg.
01:17:42Ich will dein Freund sein.
01:17:45Verspiel das nicht.
01:17:56Eigentlich schade, dass Kurt die Eröffnung nicht miterlebt hat.
01:17:59Ich will den Namen hier nicht mehr hören.
01:18:02Ist uns trotzdem schade.
01:18:03Oh, Mama, er liebt es, das letzte Wort zu haben.
01:18:05Ich fürchte, da müssen wir uns langsam dran gewöhnen.
01:18:09Sie haben neulich den Begriff Lackmustest verwendet.
01:18:12Wissen Sie auch, was das bedeutet?
01:18:14Und er liebt es, Leute vorzuführen.
01:18:16Lackmust ist ein Farbstoff, mit dem man den pH-Wert einer Flüssigkeit bestimmt.
01:18:21Also, umgangssprachlich ist der rausgeworden, der Prüfstein.
01:18:23Wie man eine Situation einordnen soll.
01:18:25Und er ist gerne ein kleines Schlauköpfchen.
01:18:27Und ich finde, der Lackmustest hat gezeigt, dass die Chemie stimmt.
01:18:33Also, vielen Dank für die schöne Arbeit und eure Unterstützung.
01:18:36Gerne.
01:18:37Basti.
01:18:42So, ich mach die Fliege.
01:18:44Guten Nachts, bis morgen.
01:18:46Ja, gleichfalls und Dankeschön.
01:18:48Also, tschüss.
01:18:52Aber auch kein einfacher Charakter.
01:18:55Ich mag den irgendwie.
01:18:58Raju, hm?
01:18:58Ich weiß, dass das ein anstrengender Tag war.
01:19:01Aber ich würde jetzt gern mal den aufgeräumten Dachboden sehen.
01:19:05Och, Heidi, ey, das nervt langsam.
01:19:08Echt.
01:19:09Ich hör immer nur Dachboden, Dachboden, Dachboden.
01:19:11Dachboden.
01:19:16Echt Wahnsinn.
01:19:17Hier war ich ja schon seit 100 Jahren nicht mehr.
01:19:19Ja, so sah es ja auch aus.
01:19:21Als ob seit 100 Jahren keiner mehr hier war.
01:19:26Ich hab mir überlegt, ob man da nicht vielleicht ein Zimmer nochmal ausbauen könnte.
01:19:30Sag mal, was soll denn hier nicht hiermit passieren?
01:19:32Ach, der ist noch von der Oma.
01:19:34Weißt du noch, Mama?
01:19:34Damit ist er doch immer nach Fuerteventura geflogen.
01:19:36Boah, Griechenland geil.
01:19:37Da wollte ich auch immer schon mal hin.
01:19:41Lass jetzt, komm, wir gehen, hm?
01:19:43Oh, der ist schwer.
01:19:44Ich glaub, da ist was drin.
01:19:45Das hab ich auch schon probiert, aber der ist verschlossen für Nuchs fort.
01:19:48Hast du keinen Schraubenzieher?
01:19:49Ich kann's mit roher Gewalt probieren, aber der ist ja kaputt, mein Schatz.
01:19:53Kannst du endlich mal aufhören mit diesem ganzen Schatz neuerdings?
01:19:56Mama, weißt du, was da drin ist?
01:19:57Komm, wir gehen jetzt, hm?
01:19:59Ist schon spät.
01:20:00Lass mich mal ran, ich mach das.
01:20:28Das sind all seine Briefe und seine Geschenke, ja.
01:20:35Ich glaub, ich lass euch mal einen Moment allein.
01:20:52Toni, ich wollte dir das schon längst erzählen,
01:20:54aber ich hab irgendwie den Zeitpunkt verpasst.
01:20:59Hey.
01:21:01Hey.
01:21:14Weißt du, ich glaub, ich hab den Koffer einfach vergessen.
01:21:18Vergessen, Mama, wie kann man denn sowas vergessen?
01:21:21Spätestens als mein Vater hier aufgetaucht ist, hätte das doch wieder einfallen müssen.
01:21:24Ja gut, vielleicht hab ich's auch verdrängt.
01:21:28Hier.
01:21:32Auf jeden Fall hab ich mit Kurt geredet, ob ich dir das hier sagen soll.
01:21:38Was?
01:21:39Das mit den Briefen.
01:21:42Das war ich nicht.
01:21:44Das war deine Großmutter.
01:21:46Oma.
01:21:48Genau.
01:21:49Sie hat jeden Brief, jedes Päckchen, das ankam, hat sie an sich genommen und weggetan.
01:21:53Das glaub ich dir nicht, Mama, okay? Das hätte sie niemals gemacht.
01:21:57Doch.
01:21:58Ich glaube, die wollte dich beschützen.
01:22:00Ma, das ist jetzt einfach, ne?
01:22:02Das auf jemanden zu schieben, der nicht mehr lebt und sich nicht wehren kann.
01:22:05Sag mal, was denkst du denn von mir?
01:22:07Ja, und überhaupt? Wieso redest du da mit Kurt darüber und nicht mit mir?
01:22:10Ich weiß doch, wie dein Verhältnis zu deiner Großmutter war.
01:22:13Und da wollte ich die Erinnerung an sie nicht beschädigen.
01:22:15Ach, jetzt aber, oder?
01:22:17Ich glaube, die Motive deiner Großmutter kamen aus tiefem Herzen.
01:22:20Und im Grunde genommen bin ich ja auch Mitwisser.
01:22:22Ich habe ihr genau dasselbe gemacht.
01:22:24Ich habe dir deinen Vater vorenthalten.
01:22:25Ja, der Vorwurf, der ist schon richtig.
01:22:27Aber wir wussten das damals nicht besser.
01:22:31Heute würde man das wahrscheinlich nicht mehr so machen.
01:22:34Großmutter auch nicht.
01:22:36Ich will doch, dass Ehrlichkeit zwischen uns herrscht.
01:22:39Ich will doch mit Kurt und der Zeit damals abschließen.
01:22:42Also Oma war das, ja?
01:22:45Ja, Oma war das.
01:22:50Vielleicht war es auch wirklich besser so.
01:22:54Tut mir leid.
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