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00:08We are born here. We live here. We do not do this, we do this. We live here, to make
00:13a circus.
00:19We are not the norm, but we are normal people. But we are also exotic.
00:32Actually, it cost me very much. I didn't know it. I learned a lot.
00:39For me, it's the best, when the door opens up, and you see the glänzenden eyes of the audience.
00:48Also, the excitement.
00:52It's like a droid.
01:22It's terrifying, how fast the time went.
01:25When I think about it, where I was still in the Manege as a child.
01:39You founded a family.
01:44Then you think about it and think, that's been so long ago.
01:53Marco, bring me in the camera.
01:59I'm thankful for my family and my family, that I was born here.
02:08My children are from klein up in the circus.
02:11And everyone gave their best.
02:13That's the Marcelo with the Klon.
02:19The Aloma.
02:23Or the Alice.
02:28It's in every area a Ass.
02:40The Circus Barus.
02:43A family company already in the 9th generation.
02:48Eine Welt, in die man hineingeboren wird und in der ein Leben fernab der Manege kaum vorstellbar ist.
02:56Über ein Jahr haben wir den Zirkusdirektor Marco Frank und seine Familie begleitet.
03:06Durch Höhen und Tiefen und in vielen Momenten, die man nur im Zirkus erlebt.
03:14Wir tauchen ein in das Zirkusleben, das manchmal so ganz anders.
03:31Aber doch unserer Lebenswelt auch ganz ähnlich ist.
03:40Natürlich sind wir ein bisschen speziell und hinter die Kulissen in unserem Wohnwagen.
03:45Das ist ein normaler Alltag.
03:54Ich bin am liebsten in meinem Wohnwagen. Da fühle ich mich einfach wohl.
03:59So noch rum.
04:07Wohnwagen bauen wir meist selber aus.
04:09Gut, die Küchen werden dann dazugekauft und dann werden die eingebaut.
04:13Und der ist jetzt nicht so modern, der Wagen, aber hier ist alles, hier fehlt es an nichts.
04:18Wohnzimmer, Küche, Badezimmer und Schlafzimmer.
04:27Es ist Frühling und der Zirkus Baros ist aus der Winterpause erwacht.
04:31Wochenlang standen die Wohnwagen still.
04:33Nun ist es endlich wieder soweit und alle freuen sich schon darauf.
04:39Denn die Saison startet diesmal in Wiesbaden und das nicht nur mit dem großen Zelt,
04:43sondern auch mit einer besonderen Herausforderung für Zirkustochter Aloma.
04:52Meine Tochter soll ja für den Weihnachtszirkus eine Show sich antrainieren mit dem Hengst.
04:58Doch bis dahin müssen die beiden noch viel trainieren.
05:01Denn Pferd Diego ist ganz neu im Zirkus Baros.
05:05Aber jetzt heißt es erstmal Zelt aufbauen.
05:08Vor dem Reisetag kriege ich gar kein Auge zu.
05:10Wenn ich die Nacht durcharbeiten würde, wäre ich schlauer,
05:13weil ich bin früh so geredet, als weil ich nicht geschlafen habe.
05:16Es ist immer wie eine Premiere eigentlich, immer anders.
05:23Und immer aufregend für uns natürlich das Auf-, Abbauen, Fahrtag und hoffen,
05:27dass es keine Panne ist, dass es mit dem Aufbau alles geht.
05:35Ich vergesse immer, wie schwer das Rangieren ist.
05:38Und wir müssen natürlich auch, äh, bei großem Platz können wir immer gleich auffahren
05:43und im Carré aufbauen.
05:45Und bei dem muss man halt immer was wegrangieren, um das andere hinzustellen.
05:49Weil es immer irgendwie im Weg steht, ne?
06:00Wenn das Zelt steht, dann kehrt wieder Ruhe in uns ein.
06:03Aber jetzt sind wir ein bisschen in, äh, in, äh, sagen wir mal, hektisch.
06:11Hallo!
06:13Was macht ihr?
06:16Achso, wir müssen die Stecke noch haben machen, die Blauen.
06:18Zeltaufbau beim Zirkus Barus. Reine Familiensache.
06:22Und natürlich packt hier jeder mit an.
06:28Es ist eigentlich faszinierend, was alles dazu gehört.
06:32Also, die Besucher zeigen wir so eine zweistündige Show.
06:36Voller, einfach nur Freude und, äh, Strahlen.
06:39Aber, was alles eigentlich dazugehört mit der Reklame.
06:43Und auch, wenn ich überleg, wenn's regnet und wir schmutzig am Abbauen sind
06:47oder beim Ausmisten, das sehen die Leute halt nicht, ne?
06:49Und das ist eigentlich die Faszination, was alles für Arbeit dahinter steckt,
06:53wie, ähm, wie harte Arbeit und am Ende einfach nur ein, ein rundes Programm dadurch entsteht.
07:12Die Masken ziehen, das war schon früher als Kind, wenn der Opa das gemacht hat,
07:16die waren halt nicht so schwer, aber das war schon aufregend.
07:19Und dann hat man das da so mit in die Wiege gelegt gekriegt.
07:21Die Masken ist lebensgefährlich.
07:32Die müssen nur über den toten Punkt kommen.
07:43Und Familie.
07:44Familie, alles Familie.
07:45Ja, nur auf Familie kann man sich verlassen.
07:55So ein Artistenleben, das stellt man sich doch eigentlich ganz anders vor, oder?
07:59Es gehört genauso dazu, wie in die Vanethe zu stehen.
08:08Man freut sich immer wieder auf das schöne Wiesbaden, weil wir ja auch unser Stammpublikum haben und die wollen begeistern.
08:15Und können's kaum erwarten, dass das Zelt auch steht.
08:18Seit knapp zwölf Jahren gastiert die Familie Frank hier in Wiesbaden auf dem Festplatzgelände von Thomas Schreiner.
08:25Für ihn eine ganz besondere Ehre.
08:28Meine Frau sagt immer so schön, manchmal merkt man nur, wenn die Vorstellung ist, dass der Zirkus überhaupt da ist.
08:32Ich will aber wirklich eigentlich fast jeden Tag einmal gucken, wie läuft's.
08:36Weil wir möchten ja selbst, wir sind eine Kerb- und Karnevalgesellschaft hier,
08:39möchten selbst, dass es auch läuft.
08:40Wir unterstützen die auch in der Werbung hier, wie weit es geht von unserer Seite her.
08:45Und das ist uns schon wichtig, dass das ein Aushängeschild ist für uns.
08:50Der Zeltaufbau läuft weiter auf Hochtouren.
08:52Und die Vorfreude auf den ersten Zirkusauftritt der Saison ist bereits riesengroß.
08:57Auch bei Marcos ältester Tochter Alice.
09:03Man wartet die ganze Zeit darauf, wann geht's endlich weiter, man hat sich auch vorbereitet.
09:07Und wenn's dann endlich soweit ist, dann freut man sich.
09:11Und auch Alice's Sohn Christiano ist mittendrin ganz selbstverständlich.
09:18Er schaut nicht nur zu, er macht auch, was möglich ist.
09:22Er hilft dem Opa zum Beispiel, wenn er nachher fertig ist.
09:25Die Verankerung kriegt ja überall noch so Kapuzen drüber, dass sich keiner verletzt.
09:29Und die kann er auch mit drauf machen. Und das nimmt er auch sehr ernst.
09:33Und zur Vorstellung ist er auch mit dabei. Voll im Programm. Der Mini-Klon Lulu.
09:40Doch bis es endlich soweit ist, müssen jetzt alle nochmal richtig mit anpacken.
09:59Beim Spannen der großen Plane ist besondere Vorsicht notwendig. Ein falscher Zug und sie könnte reißen.
10:13Nach schweißtreibenden Stunden ist es endlich geschafft. Das Zelt steht. Die Manege erstrahlt im Zirkuslicht.
10:24Am nächsten Tag. Vor der Premiere ist für die Zirkusfamilie aber noch einiges zu tun.
10:34Ich beginne meinen Morgen und will mich so schnell wie möglich waschen, dass ich raus kann.
10:39Mein Alltag beginnt eigentlich immer bei den Tieren.
10:44Ich gestalte den Wohnwagen von den Hunden nochmal neu, damit sie ein bisschen Abwechslung für den Tag haben.
10:52Und dann fange ich an mit dem Ausmisten. Ausmisten vom Pferd, von den Hunden.
10:59Und diese Arbeit, die vielleicht andere als Arbeit sehen, wie jetzt ausmisten, was ja eigentlich nichts Schönes ist.
11:05Aber für mich ist das nebensächlich, weil alles andere, was dazu gehört, mir so viel Freude bereitet, dass die Arbeit
11:12für mich einfach nur noch Nebensache ist.
11:23Für Schwägerin Vivian ein gewohntes Bild.
11:27Ihre Rasselbande ist immer bei ihr, ne? Also die ist immer hinter ihr, wie so eine kleine Entenfamilie, ne? Das
11:31ist ihr Leben halt, ne?
11:33Auch alleine, wie ich merke, wie sie die Bindung zu mir haben, ne? Nicht nur, dass ich sie liebe, sondern
11:37auch zu fühlen, wie sie mich lieben, ist schon ganz besonders.
11:42Während Aloma also noch die Tiere versorgt, bereiten Marco und seine Frau Bianca bereits das Familienfrühstück vor.
11:49Für beide ist das Zirkusleben weit mehr als ein Beruf. Es ist ihre Geschichte, ihr Alltag, ihr Herz.
11:58Auf jeden Fall, dass die Familie zusammen ist, weil das hat man ja sonst so nicht, sag ich mal.
12:02Weil wenn man jetzt wohnt, dann geht ja jeder seiner Arbeit nach oder die Kinder ziehen irgendwann aus.
12:06Bei uns ist es ja tatsächlich so, dass wir alle immer zusammen sind, dass es schön ist, auch manchmal anstrengend,
12:11davon abgesehen.
12:14Ach, gar keiner da. Meine Güte, wo sind sie denn alle hin?
12:20Aloma? Vivian? Könnt ihr mal bitte kommen?
12:25Nimm Platz, es gibt Käse und Wurst.
12:31Marco und Bianca sind bereits seit über 30 Jahren ein Paar. Und das voller Gegensätze.
12:37Sie ist nicht gerne in Rampenlicht. Eher so, ne? Und ich muss immer in Rampenlicht sein, ne?
12:43Ja, aber das passt ja gut, weil dann kann ich ihnen ja gut vorschicken.
12:47Wenn es irgendwas gibt, dann so kann man sich halt auch wieder gut ergänzen, ne?
12:52Und so hat jeder seine Stärken und Schwächen hier im Zirkus Barus.
12:56Aber das macht die Familie so einzigartig.
13:00Die mag nicht.
13:14Mein Vater ist bekannt in die Zirkuswelt.
13:20Wie ein bunter Hund.
13:22Als guten Superattest.
13:24Mein Leben.
13:28Menschen, Tiere, Sensation, mit den Gästen flirten, Applaus holen, Leidenschaft.
13:37Er ist zurzeit der einzige Pfiff in ganz Europa, der diesen schwierigen und einmaligen Sprung ausführt.
13:45Für Sie, Stefan Tranktoni.
13:47Ich war ein guter Akrobat auf dem Pferderücken.
13:53Ich war ein guter Akrobat auf dem Pferderücken.
13:56Ich war ein guter Akrobat auf dem Pferd.
14:03Zwei Mal hoch mit meinen Kindern.
14:05Mit Marco habe ich Hand auf Hand gearbeitet.
14:08Jetzt bin ich nur zählen hinter den Kulissen.
14:12Aber die Arbeit hat er noch nicht erfunden.
14:14Das stimmt.
14:15An Tomatensalat überfressen.
14:17Oh ja, das war meine Leidenschaft.
14:19Und der ganze Zirkus hat gehofft, dass er zur Vorstellung wieder fit ist, weil er der Star der Truppe.
14:23Aber er wusste, wie es geht.
14:25Meine Mama hatte Verbot, Tomatensalat zu machen am Aufbautag.
14:29Ja.
14:29Weil die Schüssel war meine.
14:31Dann hatte er Magenschmerzen gehabt.
14:33Immer die Butter.
14:38Nach dem Frühstück ziehen Marcello und Lebensgefährtin Vivien los, um Plakate aufzuhängen.
14:44Werbung, die für den Zirkus unverzichtbar ist.
14:47So, zwei davon.
14:49Von denen hier.
14:50Doch erlaubt ist es nur dort, wo die GrundstücksbesitzerInnen zustimmen.
14:55Ein paar prägnante Eckpunkte gibt es allerdings.
14:58Ich sag mal Einkaufsmärkte, Hauptstraßen, Autobahnzubringer und Bushaltestellen.
15:04Wenn man die alle gemacht hat, dann ist das schon die halbe Miete.
15:09Und manchmal wird das plakatieren.
15:11Zur kleinen partnerschaftlichen Herausforderung.
15:17Ist schon viel schneller geworden.
15:19Wieso war ich anfangs lahmarschig oder was?
15:21Na, anfangs warst du, äh...
15:23Ja, komm.
15:24Ja, mein Schild hängt, deins noch nicht.
15:25Hättest du mir nicht zugeguckt, dann wärst du auch schon fertig gewesen.
15:28Ich wollte doch nur sehen, ob du das gut machst.
15:31Guck mal, jetzt sieht jeder mein Gesicht.
15:36Dieses, ja, Belehren öfters.
15:39Also, ich hab zwar bei der letzten Werbung schon mitbekommen, warum jetzt nochmal.
15:41Aber, naja, das Leben mit einem Clown ist nicht immer lustig, ne?
15:48Aber eigentlich auch wunderschön.
15:51Eine Zirkusliebe im wahrsten Sinne des Wortes.
15:55Auch Vivien ist in dieses Leben hineingeboren und ihr Kennenlernen mit Marcello war außergewöhnlich.
16:03Meistens, bei den meisten Zirkusleuten ist es so, dass, weil die ja durch ganz Deutschland reisen,
16:07dass zum Beispiel jetzt hier der Zirkus in Wiesbaden steht und in Frankfurt ist halt vielleicht ein anderer Zirkus.
16:12Und da besucht man sich halt auch, weil man will ja auch sehen, ach, wie läuft's bei denen ab, wie
16:16sieht's da aus und so.
16:17Aber bei uns war es so, dass wir uns auf dem Fußballturnier kennengelernt haben,
16:20weil die Zirkusleute ja jedes Jahr, gerade im Sommer, immer ein Fußballturnier veranstalten.
16:26Und da habe ich sie das erste Mal gesehen.
16:28Hab mich gefragt, woher ich komme, wie ich heiße.
16:31Es war irgendwie ganz aufregend, ne?
16:33Also, klar, ich hätte jetzt auch einen Tischler heiraten können.
16:37Aber ich glaube, das hätte mir gefehlt, dieses Rumreisen und dieses...
16:41Es ist ja nicht nur ein Job, es ist ja eigentlich ein ganzes Leben.
16:45Und zu diesem Leben gehört natürlich auch die Vorstellung.
16:48Auf dem Zeltplatz laufen bereits die Vorbereitungen für die Saisonpremiere auf Hochtouren.
16:58Während die Show habe ich kaum Zeit, irgendwas noch zu suchen.
17:02Also, es muss genau da liegen, wo es hingehört, weil sonst beginnt Chaos.
17:07Aber eigentlich funktioniert immer alles ganz gut.
17:10Ob bei der Premiere heute wirklich alles glatt läuft?
17:18Zirkusdirektor Marco wirkt jedenfalls angespannt.
17:22Kein Wunder, wenn eine ganze Saison vor ihm liegt.
17:241, 2, 1, 2. Mein hochverehrtes Publikum.
17:29Wir begrüßen Sie hier im Zirkus Baros.
17:34Ah, schon wieder aus.
17:361, 2, 1, 2, 1, 2, 1, 2.
17:40Ah, Batterie ist leer.
17:41Ja, aber gut, dass es bei der Probe passiert.
17:45Hat aber schon rot geleuchtet.
17:47In der Vorstellung, das sind die Momente, vor die man...
17:51Deswegen ist man auch aufgeregt vorher.
17:53Weil das ja in der Show passieren kann.
17:56Musste abbrechen.
18:01Wenn die erste Vorstellung rum ist, dann ist man wieder beruhigter.
18:08Kann ja direkt gar nicht sagen, warum man manchmal so nervös ist oder unruhiges Gefühl hat.
18:14Weil man macht das ja eigentlich öfter.
18:17Aber es ist tatsächlich...
18:19Es ist da.
18:25Mein Albtraum ist schon immer gewesen.
18:27Als junger Kerl schon, jetzt auch noch.
18:31Aber das träum ich wahrhaftig.
18:33Dass meine Nummer angesagt wird.
18:35Ich überleg alles da, alles da.
18:37Und ich aber gar kein Kostüm an.
18:39Vergessen mich umzuziehen.
18:41Während Marco also versucht, sein Lampenfieber in den Griff zu bekommen,
18:44bereitet sich auch Sohn Marcello für die Vorstellung vor.
18:49Ich wollte immer aussehen wie ein echter Clown.
18:52Ich mach jetzt nicht nur irgendwie so ein bisschen Penatencreme hier drauf und mach so ein bisschen...
18:57Sondern ich hab ja professionelles Make-up und eine professionelle Nase.
19:00Ich will einfach echt aussehen.
19:05Ich will die Illusion für die Kinder nicht zerstören, weil ich will einfach nur der Clown sein für die Kinder.
19:11Ist ja auch ein wichtiger Job im Zirkus.
19:15Und während die Gäste so langsam eintreffen, steigt auch hinter dem Vorhang die Anspannung.
19:21Jetzt kontrollier ich nochmal die Musik.
19:23Guck, ob alles soweit fertig ist.
19:27Geh nochmal die Reihenfolge durch.
19:29Auch wenn das nicht so klappt.
19:31Trotzdem lachen.
19:32Nicht das Publikum merken lassen.
19:34Auf die Szene beißen.
19:40Endlich ist es soweit.
19:42Der Vorhang öffnet sich für die erste Vorstellung der Saison.
19:48Der Vorstellung der Saison.
19:49Die Vorstellung der Saison.
20:29Ein gelungener Auftritt der kompletten Zirkusfamilie.
20:34Doch diesmal leider vor halbleeren Rängen.
20:37Aber vielleicht ist es auch das, was dieses andere Leben ausmacht.
20:42Weitermachen, egal wie viele zusehen.
21:02Ein Zirkusgeschäft ist ja nicht immer profitabel.
21:07Also es läuft nicht immer gut.
21:09Manchmal nur 10 oder 12 Leute in der Manege sitzen.
21:15Fürs Geld wäre ja Blödsinn, wenn man es fürs Geld macht.
21:18Klar, ich brauche Geld, damit ich leben kann.
21:28Aber mein Vater sagt das auch immer.
21:31Ich mache den Zirkus nicht, um zu leben, sondern ich lebe, um den Zirkus zu machen.
21:34Das ist meine Welt.
21:36Und das ist so gesehen wie meine Bezahlung, wenn ich sehe, die Leute freuen sich, die Kinder freuen sich.
21:41Das ist eigentlich das, warum ich das mache.
21:43Wegen Geld brauche ich das nicht machen.
21:45Also das wäre ja Blödsinn, weil es läuft halt nicht immer gut.
21:50Doch nach der Show ist vor der Show.
21:53Und für Aloma ist noch lange nicht Feierabend.
21:55Sie trainiert nach der Vorstellung noch fleißig mit Diego, dem neuen Pferd im Zirkus Barus.
22:01Er kommt aus Spanien.
22:04Hochleistungssportler, das Tier eigentlich, das will ja jeden Tag arbeiten.
22:07Aber wir sind halt noch nicht so mit dem vertraut, was er kann.
22:11Unterstützt wird sie dabei von einer befreundeten Pferdetrainerin.
22:15Denn bis zur Weihnachtsvorstellung soll Diego bereit sein für die Manege.
22:18Ein langer Weg für beide.
22:40Und das ist ein langer Weg für die Manege.
22:55Doch erst mal heißt es, weiterziehen für die Familie.
22:59Mehrmals im Jahr gastieren sie an unterschiedlichen Orten.
23:02Ein Leben im ständigen Aufbruch.
23:07Ich weiß nicht, ob es uns im Blut liegt, aber wir wollen halt immer reisen.
23:13Wo unser Wohnwagen steht und unser Zelt, da sind wir zu Hause.
23:16Aber halt auch wirklich nur auf diesem Gelände.
23:18Und alles andere um uns herum eigentlich fremd.
23:27Alles, was ich mache, findet draußen statt.
23:30Und dieses Leben, immer an einem Ort zu sein und nicht mal kurz seinen Wohnwagen zu nehmen
23:35und einfach mal wegzufahren, wenn man darauf Lust hat,
23:37das würde mich wahrscheinlich viel zu sehr einsperren.
23:41Also das wäre nichts für mich.
23:47Man hat immer mal mit den Gedanken gespielt, wie wäre es eigentlich, wenn man wohnen würde.
23:51Aber wenn man darüber nachdenkt, dann ist das wie so eine Blockade im Kopf.
23:54Man kann sich das gar nicht vorstellen.
23:55Also, ich sag mal, seit kleines Kind oder seit Baby bin ich im Wohnwagen aufgewachsen.
24:00Und ich würde es aber auch nicht tauschen.
24:06Nur mal ein kleines Beispiel.
24:07Du liegst abends im Wohnwagen und dann regnet es und du hörst den Regen auf dem Dach.
24:12Oder der Wind, der Wohnwagen, der arbeitet ja.
24:15Du bist ja wie immer draußen in so einem Haus.
24:17Wenn ich jetzt im Hotel übernachte oder so, das ist einfach alles so ruhig.
24:22Und irgendwie ist das Klima in so einem Haus auch anders als im Wohnwagen.
24:26Das ist einfach nicht meine Welt.
24:29Das würde nicht gehen.
24:34Dieses Leben auf Reisen ist aber auch nicht immer leicht.
24:38Für jeden in der Familie.
24:40Ich wurde schon damals als Kind, dass ich einen anderen Lebensstil habe als andere Kinder.
24:49Ich war halt schon immer ein bisschen anders.
24:55Ich hatte nie eine Schule, wo ich nur war.
24:57Ich war ja an ganz viele verschiedene Schulen.
25:02Immer wenn ich zu einer neuen Schule kam, waren es dieselben Fragen.
25:04Es war immer, was für Tiere habt ihr?
25:06Was machst du im Zirkus?
25:09Wie oft hast du schon den Ort gewechselt?
25:11So eine Sache.
25:12Also die haben meistens auch so eine Fragerunde am Anfang gemacht, wenn die mich noch nicht kannten.
25:16Und dann, das fand ich eigentlich immer ganz cool, weil dann brauchte ich keine Schule machen,
25:19sondern ich konnte einfach von meinem Leben erzählen.
25:20Hab dann natürlich auch in dem Moment im Mittelpunkt gestanden.
25:23Und ja, manche Kinder fanden das cool und wollten mit mir befreundet sein.
25:27Andere, der hat es gar nicht so interessiert.
25:34Am Anfang war es ein bisschen schwer, weil man sich ja gerade als Kind auch ein bisschen an Dinge festhalten
25:39möchte.
25:41Aber ich habe mit der Zeit halt gelernt, dass ich immer mal hier und mal da bin.
25:49Bei mir war es ein bisschen anders, weil ich bin normal zur Schule gegangen, nur bis zur dritten Klasse.
25:56Und ja, danach hatten wir ein, das war erstmal nur ein Projekt, Schule für Kinder beruflich Reisender.
26:02Da kam ein Privatlehrer zu uns mit einem umgebautes Wohnmobil als Lehrmobil.
26:10Und ja, da habe ich drinnen gelernt, mit meinen zwei Geschwistern zusammen.
26:17Haben auch Ausflüge gemacht, wie in einer ganz normalen Schule.
26:20Und der Lehrer ist auch für uns, muss ich sagen, dadurch er ja sich auf drei Personen konzentrieren konnte,
26:26eigentlich mehr schon wie ein Freund geworden.
26:28Er besucht uns immer noch.
26:32Für Zirkusdirektor Marco Frank und seine Frau war schon immer klar,
26:36hinter jeden guten Artisten steckt auch ein Kind, das eine gute Schulbildung verdient.
26:43Meine Kinder waren noch sehr klein, wo ich hier in die Gegend angefangen habe.
26:48Und hier aus Wiesbaden, der Herr Spitz, der Lehrer, hat hier privat unterrichtet.
26:53Das war ja zu meiner Zeit nicht so. Ich bin kaum zur Schule gegangen.
26:57Das war früher sehr schwer. Der Zirkus hat da ständig den Platz gewechselt.
27:01Und man, ich bin ehrlich gesagt, bis zur dritte Klasse in die Schule gegangen, in die Grundschule.
27:08Und man konnte da nichts lernen.
27:10Und das wollte ich halt, dass meine Kinder auch ein zweites Standbein haben.
27:13Die haben einen qualifizierten Schulabschluss.
27:16Alfred Spitz, der damalige Lehrer der Zirkuskinder, freut sich bei jedem Wiedersehen.
27:21Ein Stück gemeinsame Geschichte, das geblieben ist.
27:25Guck mal, ich habe extra meine Clowns-Schuhe an heute.
27:28Wie willst du da immer? Ja, super. Super, das freut mich.
27:34Ich kann mich haargenau erinnern.
27:36Die Aloma war in der dritten Klasse, die Alice in der fünften, der Marcello schon in der achten.
27:41Und habe die Familie, Bianca und Marco, kennengelernt.
27:45Und wir haben uns halt verabredet, dass die Kinder zukünftig bei mir beschult werden.
27:53Es gibt keine Klassen, sondern es gibt die Familie, die unterrichtet wird.
28:03Also der Hauptunterschied ist ja so, man muss sich vorstellen, eine Familie, die bis zum Schulbeginn zu Hause alles andere
28:13teilt,
28:13auch den Streit, die Auseinandersetzung, sitzt dann zwangsweise in einem Schulwagen und muss Unterricht machen.
28:21Wenn die sich vorher gestritten haben, ist das natürlich nicht vorbei.
28:25Und das ist, auch für die Kinder war das nicht ganz einfach immer.
28:29Aber es ist auch total spannend, weil man ja Unterrichtsinhalte von ganz verschiedenen Stufen,
28:36von ganz verschiedenen Fächern gemeinsam erarbeitet.
28:39Und gerade die Aloma, die war immer so neugierig, die wollte eigentlich immer das machen,
28:42was der Marcello auch gemacht hat.
28:50Für die drei Franks war die Schule für Kinder beruflich Reisender auf jeden Fall eine positive Erfahrung.
28:56Also es war auf jeden Fall schöner als damals, wo ich die Schule immer gewechselt habe.
29:01Da musste ich ja jede Woche in eine andere Schule gehen und dann kam mir der Herr Spitz
29:04und dann war das ja viel vertrauter, weil man hatte ja eine Bezugsperson, die hatte man ja nie gehabt.
29:09Immer nur für so, weiß nicht, für ne Woche und dann, ja.
29:13Also ich fand da auch, dass es mit dem Herr Spitz eigentlich ziemlich entspannt war.
29:17Wenn wir Wünsche hatten, hat er eigentlich auf, ist ja immer um kurz eingegangen.
29:21Er war aber auch konsequent.
29:23Also wir wussten, wir können uns nicht alles erlauben.
29:25Man konnte sich nicht durchmogeln, sagen Hausaufgaben vergessen oder so.
29:29Also das ging nicht so. Das hat man ja schon mal probiert.
29:33Aber ich fand das eigentlich ganz gut, weil dadurch haben wir gut gelernt.
29:39Als Überraschung hat Alfred Spitz ein paar Erinnerungen aus der damaligen Zeit mitgebracht.
29:49Das Projekt Schule für Kinder beruflich Reisender ist vom Gemeindezickenverein EFIM ins Leben gerufen worden
29:55und besteht weiterhin, um Kindern von Schaustellern eine schulische Ausbildung zu ermöglichen.
30:19Und langsam neigt sich das Jahr dem Ende zu.
30:22Alomas großer Auftritt bei der Weihnachtsvorstellung rückt immer näher.
30:26Und die Aufregung davor steigt.
30:33Ich muss sagen, am schwersten war es eigentlich, dass ich mich gut mache.
30:38Weil es war für mich eher eine Herausforderung.
30:40Er war ja eigentlich schon ganz gut trainiert.
30:43Aber ich würde sagen, dieses Miteinander, dass er mich versteht oder dass ich überhaupt erstmal weiß,
30:48wie kann ich ihm das zeigen, was ich möchte, ohne da irgendwie irgendwas anderes zu vermitteln.
30:54Und ich muss sagen, bis jetzt hat das ganz gut geklappt.
31:05Wir sind trotzdem täglich noch am Üben, dass es natürlich immer besser wird.
31:08Also da kommen auch mal wieder Fehler vor.
31:11Ich würde sagen, wahrscheinlich eher von meiner Seite.
31:14Aber er ist da ganz verständnisvoll mit mir und bleibt dann einfach kurz stehen,
31:20wartet, das war das Falsche, mach nochmal was anderes.
31:22Und dann klappt es eigentlich immer.
31:27Auch Clown Marcello übt noch fleißig für einen neuen Act in der Weihnachtsshow.
31:32Und nicht mit irgendwem, sondern mit Opa Stefan.
31:36Der nicht nur Artist auf dem Pferderücken, sondern früher auch der Clown war.
31:41Eine dieser Geschichten, die den Zirkus Barus besonders machen.
31:45Ja, also ich würde natürlich so probieren, erstmal den Eimer zu balancieren.
31:50Kriegst du das überhaupt hin?
31:51Na, das muss ich halt üben.
31:53Und dann kommst du durch den Hintereingang durch und sagst, hier, da muss noch Wasser rein.
31:59Du machst das da oben rein.
32:01In den Eimer ist natürlich dann schon das Konfetti drin.
32:04Und dann muss es natürlich so aussehen, als würde ich stolpern.
32:07Und dann fliegt der Eimer in die Leute rein.
32:12Und dann machen sie vielleicht, äh, äh, oh ja.
32:15Das bringt Effekt, das kommt an.
32:17Ja, und das Konfetti auch mit rein, oder?
32:19Ja, ja, damit das Konfetti rausfliegt.
32:21Ja, ja.
32:22Das wäre gut.
32:26Doch bevor der große Weihnachtszirkus endlich beginnen kann,
32:29steht noch ein ganz besonderes Familienereignis an.
32:43Denn Christiano, der Sohn von Zirkustochter Alice,
32:46wird hier im Zirkuszelt der Familie getauft.
32:55Gestern habe ich da gesessen und dachte mir,
32:57zwei Jahre sind jetzt schon vergangen.
32:59Das geht so schnell.
33:00Aber ich finde, das ist jetzt ein guter Augenblick.
33:02Der ist jetzt zwei Jahre, er bekommt viel mit von der Taufe.
33:05Und es war mir wichtig, dass er alles wahrnehmen kann.
33:10Das ist bei uns so eine Tradition.
33:12Wir wurden alle im Zirkuszelt getauft.
33:14Und deswegen finde ich es auch ganz besonders,
33:16dass mein Sohn jetzt bei uns im Zelt getauft wird.
33:18Auch gerade hier in Hanau.
33:20Er ist ja vor zwei Jahren hier auch zur Welt gekommen in Hanau.
33:22Auch für Opa Marco ein Moment, der tief ans Herz geht.
33:26Da denkt man auch zurück, gerade die Zeit, ne?
33:29Da war meine Tochter ins Krankenhaus gegangen.
33:32Und da wollten sie das Kind nicht gleich holen.
33:34Aber die hatte halt Bauchweh.
33:35Und da habe ich gesagt, lass doch einen Kaiserschnitt machen.
33:38Ihr seid alle mit Kaiserschnitt gekommen.
33:40Weil ich war nervös.
33:43Und dann auf einmal, wo sie die Wehen eingeleitet haben,
33:47da hat das die Herztöne von den Kleinen verrückt gespielt.
33:50Und da hast du natürlich noch mal mehr Angst gehabt, ne?
33:52Und da habe ich gesagt, unbedingt.
33:54Aber das hat lange gedauert, bis ich dann doch einen Kaiserschnitt gemacht habe.
33:57Und dann war ja dann alles gut.
33:59Aber das war Aufregung.
34:00Und da denkst du jetzt dran.
34:01Immer dann, ne?
34:04Jetzt redet er schon viel, ne?
34:06Und durch und durch einen Zirkusartist, ne?
34:10Also jetzt schon, ne?
34:11Das hat er wahrscheinlich von Opa geerbt.
34:13Ein Tollblutartist.
34:15Doch bevor die Taufe beginnen kann, muss Alice erst einmal die Torte abholen.
34:25Ich hoffe, dass das jetzt alles klappt bei der Abholung.
34:33Und während sie jetzt auf dem Weg in die örtliche Bäckerei ist,
34:36laufen auch im Zirkuszelt die letzten Vorbereitungen.
34:40Ich muss das hochziehen, ne?
34:41Mach langsam.
34:42Ich guck mal, ob wir an's hängenbleiben.
34:44So?
34:53Sollen wir noch ein bisschen anziehen?
34:55Ein Zirkuszelt als Ort der Taufe.
34:58Ein Gefühl von Heimat, Familie und Zusammenhalt.
35:09Oh.
35:11Sehr schön.
35:12Ja?
35:13Ja, ich glaub, es ist besser.
35:15Ein bisschen optimier.
35:24Ja, ich glaube, es ist besser.
35:24Hast du abgeholt?
35:25Ja.
35:25Hoi.
35:26Lass mal reingucken richtig.
35:27Ja, es geht noch nicht so richtig.
35:28Ach, Schuka.
35:29Ach, Goldi.
35:30Ach.
35:31Sehr schön.
35:31Und auch noch Fotos machen.
35:33Ja, sehr schön.
35:34Muss ich jetzt einmal in den Kühlschrank bringen.
35:36Okay.
35:39Dann muss ich jetzt einmal in den Kühlschrank ein bisschen Platz machen.
35:45Ja.
35:45Wie breit ist die denn eigentlich?
35:49Und überall kommt der Pieps mit rein.
35:50Ein besonderer Moment, nicht nur für Christiano, sondern auch für die Familie.
35:56Und ganz besonders für den Taufpaten Felix, der zwar kein Verwandter ist, aber im Herzen
36:02der Familie Frank einen ganz besonderen Platz eingenommen hat.
36:15Wir kennen uns seit drei Jahren, sind sehr, sehr eng befreundet, haben so viele Probleme geistig
36:23und zusammengelöst.
36:25Und es ist so schön, quasi ein Paar der Familie zu sein.
36:29Und das macht eine Riesenfreude und zwar für mich eine Riesenehre, die mir angetragen
36:34wurde, der Patenonkel zu sein.
36:36Da habe ich gesagt, das mache ich auf alle Fälle.
36:39Eine Familie auf Reisen, verbunden durch mehr als nur Blutsbande.
36:45Der Zirkus ihr Zuhause, ihre Gemeinschaft.
36:49Und die Kirche reist mit ihnen.
36:59Es ist nur der Unterschied, dass ich halt eine Gemeinde habe, die unterwegs ist.
37:04Artisten, Schausteller, Puppenspieler.
37:07Ich bin einer auf der Reise.
37:09Und keiner weiß, dass es das gibt.
37:11Die Verbindung der Reisenden zur Kirche, dass da ein Gott ist, der mit ihnen mitgeht,
37:18ist, glaube ich, intensiver, als das sonst in vielen Bereichen unserer Gesellschaft so ist.
37:25Ein Segen für ein Kind, das in einer Welt voller Abenteuer und Träume aufwachsen darf.
37:31Ich möchte ihm auf den Weg mitgeben, dass er immer glücklich ist, dass er immer gesund ist,
37:37dass er immer weiß, dass ich für ihn da bin, dass wir alle für ihn da sind, die ganze Familie.
37:43Ja, dass er einfach seine Träume, die er gerne hat, dass die auch wahr werden für ihn.
37:49Und dass er das im Leben macht, was er gerne möchte und was ihn glücklich macht.
37:58Und endlich ist es so weit.
38:00Wie jedes Jahr gastiert der Zirkus Barus in der Wintersaison mit seinem Weihnachtszirkus in Hanau-Steinheim.
38:06Kälte inklusive.
38:07So, das ist ein Zirkus mit einem Zirkus.
38:14Meistens, wenn es kalt ist und man es gar nicht gebrauchen kann, gehen die Heizungen manchmal auch Störungen.
38:19Man hat auch Ersatzgeräte, aber das ist eben das, was einen aufregt.
38:26Jetzt mache ich die Heizung an, dass es schon mal warm wird ins Feld.
38:29Doch Technik und Winter sind nicht immer die besten Verbündeten.
38:38Neue Maschinen und äh...
38:51Komisch. Er ist vor kurzem angeschafft und die muss ich mal zweimal, dreimal...
38:55Entweder zieht die Pumpe nicht richtig oder irgendwas ist doch da, ne?
38:59Also, da kann ich manchmal durchdrehen.
39:01Da hab ich immer die älteren Maschinen gehabt, die ich beinahe eine Mal mit dem Schlaghammer kaputtgeschlagen.
39:06Marco kennt diese Probleme nur zu gut.
39:09Als Zirkusdirektor ist er nicht nur der Mann in der Mitte der Manege, sondern...
39:13Wir sind ja Mädchen für alles. Zirkusdirektor und Steilknecht.
39:23Und im Vorzelt wartet schon das nächste Problem.
39:27Diese vielen Doppelstecker. Und wenn irgendwo der Strom raushaut, findest du es nicht.
39:32Weil irgendwo sind sie zusammengesteckt, zusammengesteckt, zusammengesteckt.
39:36Da haben sie das letzte Mal Doppelstecker auf Doppelstecker.
39:39Und ich denke, ich hab bald einen halben Tag gesucht, den Fehler.
39:43Immer wieder rausgehauen, da war der Schneemann, da dachte ich, der Schneemann hat einen Defekt.
39:47Nein, war es ein alter Doppelstecker. Und wenn der nicht geht, statt den gleich wegschmeißen,
39:52schmeißen sie wieder dahin auf den Haufen und der nächste hinten wieder.
39:56Den Doppelstecker hab ich fünfmal irgendwo gefunden. Bis ich hab selber weggeschmissen.
40:00So, die würden ihn nicht wegschmeißen.
40:03Kurz vor der Premiere die letzten Vorbereitungen.
40:08Ich war sehr aufgeregt. Jedes Mal, wenn ich hoch musste, hab ich auch gedacht,
40:11oh je, hoffentlich mach ich nichts Falsches.
40:21Ich hatte dann auch Angst irgendwie, ich weiß nicht, den Papa so ein bisschen zu enttäuschen,
40:26weil ich wollte ihn auch irgendwie gerecht werden.
40:30Ich glaub auch erst im November war es wirklich so, dass ich gesagt hab, okay, gut, ja, das kann eine
40:34Nummer werden.
40:35Alles davor war noch sehr, sehr unsicher.
40:38Nur wenige Monate, um das Unmögliche möglich zu machen.
40:42Zwei Welten, die in kurzer Zeit zu einer Einheit zusammenwachsen mussten.
40:47Und plötzlich zieht ein heftiger Sturm auf.
40:50Doch leider gibt es im Winter keine Ausreden. Die Show wartet nicht.
41:22Musik
41:24So, dass du ein bisschen beruhigter bist, wenn du dabei bist?
41:25Ja.
41:25Okay, dann geh ich wieder.
41:26Ja, geh du schon mal hin, ich mach mal hier, ich zieh mich wieder drum.
41:33So ist das.
41:37Meine, meine, meine Garderobe ist gar nicht so weit.
41:49Scheiß, Alter.
42:15Ich bin jeden Tag nervös, wenn ich auf ihn draufsteig, ne?
42:18Der Papa ist dann immer bei mir, der hält ihn meistens fest und beruhigt ihn ein bisschen.
42:22Okay, komm.
42:23Ein letzter tiefer Atemzug.
42:26Dann ist es soweit.
42:43Und endlich der große Auftritt.
42:47Aloma und Diego schnuppern zum ersten Mal zusammen Manegenluft.
42:52Und dann heißt es einfach nur genießen.
43:21Ich bin stolz darauf, dass es geklappt hat.
43:23Und auch wenn es noch nicht perfekt ist, aber dass es überhaupt nicht so gut ist.
43:26Ja, reif für die Vorstellung jetzt ist.
43:29Darauf bin ich jetzt einfach stolz.
43:37Momente zwischen Manege und Alltag.
43:40Zwischen Aufbruch und Ankommen.
43:43Der Zirkus Barus.
43:45Mehr als ein Ort.
43:46Mehr als ein Beruf.
43:47Es ist eine Familie, die weiterträgt, was Generationen vor ihr begonnen haben.
43:54Wenn ich zurückdenke, man ist stolz.
43:57Ich bin dankbar.
43:59Meine Familie und mein Zirkus.
44:03Ein Streichhäusch kann man brechen, eine Schachtel nicht.
44:07Wenn ich wiedergeboren werde, würde ich das gerne noch machen.
44:12Ein Leben voller Arbeit.
44:14Voller Magie.
44:16Voller Geschichten, die man nicht vergisst.
44:23Ich wünsche mir, dass mein Enkelsohn wächst und gedeiht und genau so viel Spaß an den Zirkus hat, wie meine
44:29Kinder und ich.
44:31Vielen Dank.
44:32Vielen Dank.
44:33Vielen Dank.
44:35Vielen Dank.
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