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00:00:17Das Schnee füllt die Fussspuren schnell wieder auf. Sehr isländisch.
00:00:22It's very Icelandic.
00:00:28And if you say that this is a symbol of remembering,
00:00:31pass on, that the snow doesn't fill the footsteps.
00:00:44For some reason this day I was alone.
00:00:48I was alone.
00:00:50I knew what I was wearing.
00:00:53I had no idea how many women would be there.
00:00:58I had no idea how many women would be there.
00:01:02I just knew I had to be there.
00:01:08And it's one of those moments in your life,
00:01:11that's in your life.
00:01:23I get serious when I think about this.
00:01:29I believe it was the biggest thing in my life,
00:01:31from the birth of my children.
00:01:35That day I was totally nervous.
00:01:39From the back to the back to the toes.
00:01:42We're going to show them,
00:01:44that the society comes to the stillness,
00:01:46if we don't work.
00:01:47By working hard.
00:02:15By working hard.
00:02:18This is the story of the day,
00:02:20the everything changed.
00:02:27I always knew that I was going to see.
00:02:32I always knew that I was going to see.
00:02:33When they asked me,
00:02:34what you want to be,
00:02:35I said I want to be a ship.
00:02:40They said,
00:02:41I was going to be a ship.
00:02:41I was going to be a ship.
00:02:42They said,
00:02:42I was going to be a ship.
00:02:43that you can't,
00:02:43you are a girl.
00:02:44Because you are a girl.
00:02:59Since I was 12 years old,
00:03:02I wanted to be a lawyer.
00:03:08Everybody said,
00:03:09oh no,
00:03:09you're going to be a ship.
00:03:10Let's go.
00:03:10Why didn't they marry?
00:03:24I was going to play with you.
00:03:33In the 1970s,
00:03:36there was the middle girl
00:03:37and the wife was her husband.
00:03:40happy image of my house life and her new home.
00:03:45Every woman wants to live in her own house and wash with her own machine.
00:03:52She was proud of the beautiful children and the successful man.
00:04:00You are told, you have to wake up before him.
00:04:03Man sollte vor dem Mann aufstehen und sich schminken.
00:04:06Er durfte dich nicht sehen, wenn du nicht zurechtgemacht warst.
00:04:13Ein Mann sollte nicht mal Kaffee kochen können.
00:04:16Das waren noch glückliche Zeiten für Männer.
00:04:33Ich weiß noch, wie ich mich als Kind unter dem Tisch versteckte und Mutter und ihren Freundinnen zuhörte.
00:04:38Sie rauchten und redeten über die Welt, in der sie gern leben würden.
00:04:45Frauen hatten keine Ausbildung, kein eigenes Geld und sie verdienten viel weniger als Männer, wenn sie überhaupt eine Arbeit hatten.
00:04:57Meine Mutter hat sechs Kinder großgezogen. Sie hat alles für uns genäht. Sie mochte es nicht, aber sie hat es
00:05:04getan.
00:05:06Einmal sagte sie, sie wäre gern drei Monate mit einem guten Buch im Gefängnis eingesperrt, nur um lesen zu können.
00:05:37Ich bin auf einem abgelegenen Bauernhof aufgewachsen, in den Bergen.
00:05:44Die Schafe einzutreiben, dauerte fast einen Tag.
00:05:51Ich lernte Kühe melken, Pferde reiten und das Heu einholen.
00:05:58Bei uns waren Frauen und Männer ziemlich gleichberechtigt.
00:06:03Aber ich sah, dass es nicht überall so war. Auf den anderen Bauernhöfen war es anders.
00:06:10Mädchen waren angeblich in vielem nicht so gut wie Jungs.
00:06:16Ich weiß noch, wie die Männer auf einem anderen Bauernhof einen Stall bauten. Ich half mittags beim Essen verteilen.
00:06:25Sie sprachen über Politik und ich mischte mich ein. Aber ich merkte schnell, dass mir niemand zuhörte.
00:06:35Es war, als hätte ich nichts gesagt. Es war seltsam.
00:06:47Ich wollte mehr wie ein Mann sein. Im Freien auf dem Bauernhof arbeiten, die Maschinen bedienen, bei den Schafen sein,
00:06:56sie von den Bergen holen.
00:07:00Aber 1970 war die Frau auf einem Bauernhof Hausfrau.
00:07:08Mein Mann war im Bauernverband.
00:07:13Als Frau konnte man dort nicht Mitglied sein. Das war kein Ort für Frauen.
00:07:22Manchmal gab es Frauen, aber das waren Witwen.
00:07:29Irgendwann sagte ich zu ihnen, muss ich meinen Mann töten, um als Bäuerin anerkannt zu werden?
00:07:38Und ich wollte nicht Frau Paulson sein. Ich wollte ich selbst sein.
00:07:44Ich war mit ihm verheiratet, aber doch kein Teil von ihm.
00:08:08Ich habe damals in der staatlichen Landsbanking gearbeitet, für den Staat.
00:08:15Damals funktionierte noch alles manuell.
00:08:19Es gab keine Computer.
00:08:22Und die Bank war voller Frauen.
00:08:25Aber oben saßen die Männer. Sie leiteten die Bank.
00:08:31Junge Kerle fangen hier an. 15 Jahre jünger als du.
00:08:35Und ehe du dich versiehst, sind sie dein Chef.
00:08:38Nachdem du ihnen alles beigebracht hast. So war das schon immer.
00:08:44Die Leute sagten, du brauchst nicht mehr Geld. Dein Mann verdient doch das Geld.
00:08:52Dein Gehalt ist nur für Make-up und Kleidung. Warum also sollten wir es erhöhen?
00:09:02So war es. Wir bekamen weniger Lohn als die Männer. Überall.
00:09:10Ich arbeitete bei einer großen, konservativen isländischen Zeitung.
00:09:15Morgunbladit.
00:09:19Sie beschäftigten jede Menge Mädchen, die tippen konnten.
00:09:22Das machten nur Frauen. Die Journalisten waren fast nur Männer.
00:09:28Eine Frau hat Korrektur gelesen. Wir waren eng befreundet. Und wir wollten besser bezahlt werden.
00:09:38Aber andere Frauen sagten, nein, es ist schon in Ordnung. Es ist ebenso. Das kam meistens. Es ist ebenso.
00:09:49Aber viele isländische Frauen wollten etwas bewegen. Sie wollten die Gesellschaft verändern.
00:10:02Wir lebten nicht isoliert hier in Island. Wir hatten überall Schwestern. Starke Frauen, die wie wir die Welt verändern wollten.
00:10:11Wir wussten von den Frauen in Holland. Es gab Einflüsse aus Amerika, Norwegen, Schweden und die Rotstrümpfe in Dänemark.
00:10:24Wir konnten es spüren. Es lag etwas in der Luft.
00:10:33Die Welt war bereit. Alles wartete nur darauf, dass es losging. Es brauchte nur so viel.
00:10:45Am 1. Mai veranstalteten die radikalen Leute eine Parade für Arbeiterrechte.
00:10:54Ich war da und sprach im Radio. Ich sagte, Frauen in roten Strümpfen, wir treffen uns morgen früh auf dem
00:11:03Platz.
00:11:05Alle waren bereit.
00:11:08Ich sagte, ja.
00:11:11Wir haben sofort Slogans entworfen.
00:11:13Wacht auf, Frauen. Frauen wollen die gleichen Rechte wie Männer.
00:11:21Und wir beschlossen, rote Strümpfe zu tragen.
00:11:27Die Rotstrumpfbewegung erregte viel Aufsehen. Es war ein Aufstand. Wir mussten die Dinge ankurbeln.
00:11:39Frauen wollten sich versammeln, um die Welt zu verändern. Ich war sofort dabei.
00:11:50Nicht nur wir Unruhestifter waren da. Alle möglichen fantastischen Jungfrauen kamen. Ein sehr breites Spektrum.
00:12:04Wir beschlossen, uns nicht mehr so anzuziehen wie unsere Mütter und Großmütter.
00:12:12Und wir haben uns nicht mehr geschminkt, uns nicht schön gemacht. Das war nicht wichtig.
00:12:22Wir wollten nicht Teil der bestehenden Machtstruktur sein. Wir wollten sie verändern.
00:12:29Keine Anführer. Wir waren alle Anführer.
00:12:35Man konnte einmal im Leben ein Rotstrumpf sein. Oder nur am Nachmittag. Oder wenn der Ehemann nicht da war.
00:12:43Es war nicht auszumachen, wer ein Rotstrumpf war und wer nicht. Es gab keine offizielle Verbindung.
00:12:51Wir wollten gleichberechtigt sein mit den Männern.
00:12:56Wir dachten, wir tun etwas Positives für alle. Für die Gesellschaft, für den Einzelnen, für die Welt.
00:13:06Als ich dazu kam, war ich der einzige Mann. Ich war 18 und ein Revolutionär.
00:13:11Ich fand es seltsam, dass Frauen nicht dasselbe durften wie Männer. Deshalb schloss ich mich den Rotstrümpfen an.
00:13:20Sie schienen die Gesellschaft am ehesten radikal verändern zu können.
00:13:31Der staatliche Rundfunk öffnete uns die Türen. Das war sehr mutig.
00:13:37Und wir haben ein sehr beliebtes Programm gemacht.
00:13:42Beliebt? Ich weiß nicht, ob ich das so nennen würde.
00:13:47Wir sagten Dinge, die noch nie gesagt wurden.
00:13:57Ich bat meine 15-jährigen Schüler über die Berufe ihrer Eltern zu schreiben.
00:14:02Warum hast du nichts über deine Mutter geschrieben, fragte ich.
00:14:06Meine Mutter ist nur zu Hause. Sie macht nichts, sagten sie.
00:14:10Hausfrau zu sein, war keine Arbeit.
00:14:18Es ist teilweise unsere eigene Schuld.
00:14:21Wir übernehmen diese Vorstellung der Traumhausfrau, die für die Familie lebt und außerhalb keine Hobbys hat.
00:14:35Warum meint eine Frau, ihre Sexualität unterdrücken zu müssen?
00:14:40Sie sprachen von Dingen, bei denen normale Leute nur Oho machten.
00:14:46Menstruation, Abtreibung, schrecklicher Sex.
00:14:51Man wird für seine Arbeit nicht bezahlt, wird nicht befördert.
00:14:58Viele Frauen mochten die Rotstrümpfe nicht.
00:15:01Aber du hörst die Sachen und bist schockiert. Das vergisst du nie.
00:15:06Und du gehst schlafen und denkst, was war das? Was haben sie getan? Warum?
00:15:15Sie waren umstritten.
00:15:17Man dachte, sie wollten die Rolle der Hausfrau zerstören und die Gesellschaft auf den Kopf stellen.
00:15:36Manche Frauen meinten, wir würden sie für ihre Lebensweise angreifen.
00:15:48Manche Frauen meinten, wir würden sie für ihre Lebensweise angreifen.
00:15:56Doch wir wollten nur, dass Frauen eine Wahl haben.
00:16:00Aber wir haben es nicht richtig rübergebracht.
00:16:04Damals haben wir nur nach vorne geschaut.
00:16:07Wir wollten etwas erreichen, den Gipfel erklimmen.
00:16:11So war es.
00:16:28Weihnachten ist in Island eine grosse Sache.
00:16:31Ich schätze auch, weil es immer so dunkel ist und wir das Dorf zum Leuchten bringen wollen.
00:16:37Darum geht es ja an Weihnachten, dass die Sonne wieder aufgeht.
00:16:45Zu Weihnachten haben die isländischen Frauen die ganze Zeit geputzt.
00:16:51Alle Schränke, alles.
00:16:54Und 13 Sorten Plätzchen gebacken.
00:16:59Meine Mutter hat bestimmt fünf Sorten Plätzchen gebacken.
00:17:03Fünf bis sieben.
00:17:05Und sie nähten, alle sollten Weihnachten etwas Neues bekommen.
00:17:11Meine Mutter war so todmüde, dass sie kaum essen konnte.
00:17:17All das wollten wir ändern.
00:17:22Wir haben eine Puppe gemacht. Ich glaube, sie hat etwas von mir angehabt.
00:17:31Und sie hatte Lockenwickler im Haar. Sie wollte schön sein.
00:17:41Die Puppe war eine sehr müde Hausfrau. Völlig erschöpft.
00:17:49Wir brachten sie zur Hauptstraße in Reykjavik.
00:18:00Wir kreuzigten die Hausfrau am Weihnachtsbaum.
00:18:04Es war so witzig. Und es hat mir die Augen geöffnet.
00:18:11Manche fanden es sehr provokant.
00:18:14Es kam nicht zu Schlägereien, aber wir wurden ganz schön beschimpft.
00:18:18Vor allem von Männern.
00:18:21Wir sagten, ihr müsst das nicht tun. Entspannt euch.
00:18:38Wir predigten es überall. Auf Versammlung im ganzen Land sprachen wir mit Frauen der Arbeiterbewegung.
00:18:52Und wir sind nach Akranes gefahren. Diese berüchtigte Reise bleibt unvergesslich.
00:19:03Am Abend sollte dort ein Schönheitswettbewerb stattfinden.
00:19:12Wir fanden das furchtbar demütigend.
00:19:15Junge Frauen auf die Bühne stellen und urteilen, ob sie den richtigen Taillen oder Brustumfang hatten.
00:19:26Natürlich war es die Idee von Männern, dass sie mit den Wettbewerben Geld verdienen können.
00:19:34Für uns war so ein Schönheitswettbewerb eine Art Viehschau.
00:19:42Deshalb kamen wir auf die Idee, eine Kuh hinzubringen.
00:19:49Wir riefen einen Bekannten an, der sagte, ich mach das, ich hab da eine junge Kuh. Gute Idee.
00:19:55Sie war ganz weiß. So schön. Perfekt.
00:20:01Ich weiß noch, wie wir versucht haben, die Kuh in den Bus zu bekommen.
00:20:05Es ist nicht einfach, eine Kuh in einen Bus zu kriegen.
00:20:08Wir mussten alle mitschieben.
00:20:12Niemand wollte rein, während wir mit der Kuh dastanden.
00:20:16Ja, wir haben alles verdorben.
00:20:20Es gab eine Beschwerde bei der Polizei.
00:20:23Es hieß, Tiere würden misshandelt.
00:20:28Keine Rede davon, dass sie die Mädchen misshandelten.
00:20:33Rechtlich taten wir nichts Falsches und man sah, dass die Kuh Spass hatte.
00:20:46Ich fürchte, wir haben den Wettbewerb ruiniert.
00:20:51Das hatte mehr als zehn Jahre lang Auswirkungen auf die Schönheitswettbewerbe in Island.
00:20:56Das hat uns gefallen. Es war toll.
00:21:00Es hieß, wir hätten das gemacht, weil wir so hässlich wären und kein Mann uns ansehen würde.
00:21:09Sie sagten es wie ein Schimpfwort. Rote Strümpfe.
00:21:14Wir bekamen Aufmerksamkeit. Nur negative, aber das war besser als nichts.
00:21:25Die Zeitungen schrieben, Rotstrümpfe seien Frauen mit Steinkindern im Bauch.
00:21:29Sie würden nie Kinder bekommen und sie würden Kinder hassen.
00:21:36Sie galten als gefährlich, hässlich, mit Haaren, überall.
00:21:42Man stellte sie als Trolle dar, riesige Frauen.
00:21:50Trolle lebten in den Bergen.
00:21:53Sie kamen zu den Bauernhöfen, nahmen den Mann mit und machten Suppe aus ihm.
00:22:01Sie sagten, Trolle seien schrecklich, aber Rotstrümpfe seien noch viel schlimmer.
00:22:06Wir haben nur drüber gelacht.
00:22:10Ich glaube, es hat mich stärker gemacht.
00:22:15Damals war alles Spaß.
00:22:17Wenn ich es jetzt lese, begreife ich nicht, wie wir darüber lachen konnten.
00:22:23Heute könnte ich das nicht.
00:22:25Ich könnte es nicht.
00:22:27Es war so schrecklich.
00:22:31So ein Blödsinn.
00:22:33Frauen, die für mehr Rechte kämpfen, begreifen nicht, dass es ein Ausdruck von Respekt ist,
00:22:37dass Männer Frauen zu Hause haben wollen.
00:22:43Ich verabscheue den Männerhass, den sie verbreiten.
00:22:46Tief im Inneren will die Frau, dass der Mann stark ist und sie sich anlehnen kann.
00:22:50Das ist ein Naturgesetz.
00:22:54Den Verstand zu vernebeln ist hinterhältig.
00:22:58Den Frauen wird vorgegaukelt, es sei besser, im Büro zu arbeiten, als Hausfrau zu sein.
00:23:03Das verbreiten die Rotstrümpfe in unserer Gesellschaft.
00:23:10Haben Sie Männer gehasst?
00:23:13Nein.
00:23:17Wir haben unsere männlichen Show wie Schweine geliebt.
00:23:21Wir wollten sie nur ein bisschen verändern.
00:23:35Oft hatten Männer einfach Angst, die Frauen könnten sie entmachen.
00:23:42Frauen sind es gewöhnt, entmachtet zu werden, aber Männer nicht.
00:23:48Sie dachten, wir wollten die Macht, aber wir wollten nur gleiche Rechte und Möglichkeiten.
00:23:57Ich schätze, das konnten sie sich gar nicht vorstellen, also hatten sie Angst.
00:24:07Ich ging die Straße lang, ein sehr kleiner Ort, jeder kannte jeden.
00:24:12Sie sagten, was zum Teufel machst du?
00:24:15Ich antwortete, es macht mich traurig, dass ihr das sagt.
00:24:19Denkt an eure Kinder, es ist wichtig, ihr werdet es in ein paar Jahren sehen.
00:24:36Sollte die Welt je eine Zeit erleben, in der sich Frauen zum Nutzen und Wohl der Menschheit vereinen,
00:24:43wird dies eine Macht sein, wie die Welt sie nicht gekannt hat.
00:24:52Die Vereinten Nationen erklärten 1975 zum Internationalen Jahr der Frauen.
00:25:01Die isländische Regierung veranstaltete Ende Juni ein Kongress.
00:25:07Das war der Wendepunkt.
00:25:11Zum ersten Mal kamen Frauen aus allen Schichten, Altersgruppen und politischen Parteien zusammen.
00:25:21Frauenvereine aus dem ganzen Land, von den Gewerkschaften, die Frauenrechtsbewegung und wir, die Rotstrümpfe.
00:25:30Es waren etwa 300 Frauen dort.
00:25:35Wir überlegten, wie wir ganz Island beweisen könnten, dass alles zusammenbricht, wenn Frauen nicht arbeiten.
00:25:44Die Fischereiindustrie, Krankenhäuser, Schulen, alles würde zusammenbrechen.
00:25:55Wir entwarfen einen Vorschlag, auf einem kleinen Stück Papier, das verschiedene Frauen unterzeichneten.
00:26:04Wir schrieben, um zu zeigen, wie viel Frauen zur isländischen Wirtschaft beitragen, sollten wir einen Tag streiten.
00:26:13Um zu zeigen, dass es ohne uns nicht geht.
00:26:19Das Problem waren die Frauen aus dem rechten Lage.
00:26:23Sie sagten, wir werden niemals streiken, das ist gegen unsere Überzeugungen.
00:26:29Das machen nur Kommunisten.
00:26:31Streik, was für ein schlimmes Wort.
00:26:35Das konnten und würden sie niemals akzeptieren.
00:26:41Da kam diese ältere, nette, kleine Frau und sagte, ihr mögt keinen Streik?
00:26:48Dann nennen wir es doch einen freien Tag.
00:26:55Und die Frauen von den Rechten sagten, okay, ein freier Tag.
00:27:01Wir fanden es schade, dass es nicht mehr Streik hieß, sondern freier Tag.
00:27:05Es schien uns zu schwach. Und wir waren nicht schwach.
00:27:13Für mich war das Schwindel. Es war kein freier Tag, es war ein Streik.
00:27:19Ich habe mir den Tag nicht freigenommen. Ich habe gestreikt.
00:27:24Ich persönlich habe gestreikt. Ich wollte meinen Schwestern zeigen, dass ich an ihrer Seite stehe. Solidarität zeigen.
00:27:32Oder wie man das auf Englisch nennt.
00:27:37Es war ein Shout, ein Kompromiss.
00:27:42Wir mussten zusammenfinden.
00:27:44Wenn nicht, wäre alles vorbei gewesen.
00:27:55Du bist mit anderen zusammen. Man hat sich geeinigt. Das macht euphorisch.
00:28:01Und die Welle trägt dich voran.
00:28:12Wir schrieben alle Frauenorganisationen an und fragten, ob sie interessiert seien, mitzumachen.
00:28:2050 Organisationen waren bereit.
00:28:25Wir schufen ein Gremium, das Frauen mit unterschiedlichen politischen Ansichten zusammenbrachte und teilten die Aufgaben auf.
00:28:36Das war mein offizielles Foto.
00:28:41Ich war für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
00:28:50In Island sind die Frauenvereine auf dem Land sehr stark.
00:28:55Wir mussten also diese Gruppen dazu bringen, mit uns zusammenzuarbeiten.
00:29:04So sahen Dokumente damals aus.
00:29:10Dieses Flugblatt trug den Titel, warum ein freier Tag für Frauen?
00:29:21Wir verschickten es an Kontakte im ganzen Land. Sie kopierten und verteilten alles.
00:29:30Es gelangte in fast jedes Haus in Island.
00:29:35Ich habe das Flugblatt im Laden und im Kino gesehen, an vielen Orten in der Stadt.
00:29:41Da sieht man, was man damals erreichen konnte.
00:29:45Ich habe einfach telefoniert. Jeder kennt jemanden irgendwo. Ich rufe meine Tantin Akureyri an. Sie soll es ihren Freundinnen sagen.
00:29:55Das ist total isländisch.
00:29:59In unserem kleinen Land ist es leicht, ein Netzwerk zu schaffen. Denn die meisten sind miteinander verwandt oder kennen jemanden,
00:30:07der irgendwie den Nächsten kennt.
00:30:09Das nutzten wir, um unsere Botschaft zu verbreiten.
00:30:17Die Gewerkschaften waren großartig. Überall hielten sie Versammlungen ab. Sagt es weiter, wie Prediger.
00:30:27Alle möglichen Frauen trafen sich öffentlich oder privat.
00:30:36Nähgruppen, in denen keiner nähte, die nur als Vorwand dienten, um sich zu treffen.
00:30:45Die Frauen sagten, es ist Zeit, Island und das Leben der Frauen zu verändern.
00:30:53Ich leitete die Pressegruppe.
00:30:57Wir hatten Kontakt zu allen Zeitungen.
00:31:03Radio, Fernsehen.
00:31:06Die Leute hörten Radio. Wir hatten nur einen Sender.
00:31:11Wenn du da was gesagt hast, haben alle es mitbekommen.
00:31:18Wochen vorher sind wir in die Geschäfte gegangen.
00:31:21Sportgeschäfte, Lebensmittelläden und redeten mit den Frauen.
00:31:25Was habt ihr gesagt?
00:31:27Denkt daran, den Laden an dem Tag zu schließen.
00:31:32Doch für ein paar Stunden.
00:31:35Wir haben daran geglaubt.
00:31:37Und wenn man an etwas glaubt, spricht man anders über die Dinge.
00:31:41Mit dem Herzen.
00:31:45Es blieb keine Zeit zu fragen, was soll ich als nächstes tun.
00:31:49Es bildeten sich Gruppen.
00:31:51Zwei, drei Frauen zogen los und machten das, was getan werden musste.
00:31:57Alle wussten, es muss vor dem 24. Oktober erledigt sein und wir werden es richtig machen.
00:32:05Es sollte hinterher keiner sagen können, wir hätten es versaut.
00:32:17Wir stehen die Arbeiterinnen der Fischfabrik zum freien Tag der Frauen.
00:32:23Alle Frauen, die ich gesprochen habe, sind der Meinung, wir sollten den Tag frei machen.
00:32:32Neben dir arbeitet ein Mann. Er filetiert den Fisch genau wie du. Aber er bekommt einen höheren Lohn.
00:32:39Es ist Zeit, an die Zukunft zu denken.
00:32:47Was halten die Frauen bei der Fernsprechgesellschaft vom freien Tag der Frauen?
00:32:53Die Mitarbeiterinnen hier sind dabei. Wie es in den anderen Abteilungen aussieht, wissen wir nicht. Es ist unterschiedlich.
00:33:03Beim letzten Treffen der Tagesmütter waren wir uns einig, uns alle zu beteiligen.
00:33:09Wir wollen zeigen, wie wichtig die Frau für die Gesellschaft ist.
00:33:13Frauen kommen nicht nur auf die Welt, um mehr Männer zu gebären.
00:33:23Ich wollte etwas machen an diesem Tag. Aber niemand hat mir zugehört, außer zwei meiner Freundinnen in Wobnafjöder.
00:33:38Die sagten, wir drei machen das zusammen. Wir werden unsere Arbeit verlassen und machen nichts.
00:33:48Ich war elf. Ich erinnere mich an Gruppen von Frauen, die zusammenhockten und über den sogenannten freien Tag sprachen.
00:33:57Auch zu Hause. Und alle haben sie geraucht wie die Schlote.
00:34:05Alle haben geredet, wir werden den Tag freimachen. Oder doch nicht. Also ich nicht. Doch, ich schon.
00:34:14Ich weiß nicht, ob ich wirklich geglaubt habe, dass es passieren würde. Aber ich hielt es für eine tolle Idee.
00:34:23Du hast in der Molkerei gearbeitet.
00:34:26Ja, wir waren drei Frauen da. Wir verkauften Milch, Brot, Sahne und so.
00:34:33Ich wollte den Tag frei haben. Mein Chef war nicht begeistert.
00:34:38Dein Chef war eine Frau?
00:34:40Ja, sie war eine Frau. Aber sie sagte, was ist mit den Leuten, die einkaufen wollen? Und alles ist zu.
00:34:46Bleib hier und arbeite. Dafür wirst du bezahlt.
00:34:50Ich sagte zu ihr, wenn ich nicht frei kriege, werde ich krank sein.
00:35:05Ich arbeitete bei der Zeitung Morgan Bloodied mit einer Freundin zusammen.
00:35:12Wir wollten den Tag unbedingt freimachen. Wir mussten dabei sein.
00:35:17Die anderen waren unschlüssig, wir waren uns nicht einig.
00:35:24Damals arbeiteten wir unten in der Druckerei.
00:35:27Und wir gingen hoch zu den Chefredakteuren, um mit ihnen zu reden.
00:35:36Sie waren zu zweit. Beide trugen Anzüge. Sie saßen vor dir, beugten sich herab.
00:35:41Das machte einem schon Angst.
00:35:48Einige Mädchen wurden unsicher. Aber wir wollten das unbedingt.
00:35:51Wir wollten erreichen, dass das Morgan Bloodied nicht erscheint.
00:35:5980% der Bevölkerung lasen die Zeitung. Das wäre ein Sieg gewesen.
00:36:10Wir fanden die Idee seltsam, waren jedoch auch gespannt, wie viele Frauen mitmachen würden.
00:36:16Aber als Chefredakteure der Zeitung interessierte uns vor allem, wie können wir am Tag danach erscheinen.
00:36:25Wir hatten sehr harte Verhandlungen mit den Frauen. Sie waren knallhart.
00:36:34Einer von ihnen sagte sehr väterlich, wir stehen hinter euch, aber wir wollen, dass die Zeitung erscheint.
00:36:43Wir sagten, es ist wichtig, dass das Blatt rauskommt und die Geschichte des Tages erzählt.
00:36:50Wir drucken ein großes Foto, vielleicht die ganze Titelseite. Sie haben uns versprochen, wir wollen viel für euch tun.
00:36:57Es war ein gutes Argument gegenüber den Frauen.
00:37:01Im Gegenzug mussten wir spät abends noch arbeiten kommen.
00:37:05Sie kamen um Mitternacht und bereiteten die Zeitung des nächsten Tags vor.
00:37:11Meine Freundin und ich sagten, das ist doch kein Sieg.
00:37:17Aber die anderen Mädchen meinten, doch, das ist toll, super, das machen wir. Und das war's.
00:37:26Ich habe mit vielen Frauen in der Bank gearbeitet, als das mit dem freien Tag aufkam.
00:37:31Wir Frauen haben nur noch darüber gesprochen.
00:37:37Eine Frau, sie war etwas älter als wir, hatte große Angst um ihren Job.
00:37:43Sie fürchtete, wie die Männer das bewerten würden.
00:37:49Ich fand es eine großartige Idee. Warum nicht eine ganze Woche?
00:37:54Die Männer fanden es lächerlich. Sie machten sich über uns lustig.
00:37:58Ihr seid doch verrückt.
00:38:02Sie haben uns nicht geglaubt.
00:38:03Aber drei Tage vorher merkten sie, dass es ernst war und gerieten in Panik.
00:38:08Sie wussten, ohne uns konnten sie die Bank nicht den ganzen Tag offen halten.
00:38:13Sie sind ausgefleckt.
00:38:14So they were getting a little freaked out.
00:38:30Wir waren auf dem Weg nach Russland.
00:38:34An Bord nur drei Frauen.
00:38:37Umgeben von 23 Männern.
00:38:42Am Abend vorher kündigten wir den freien Tag an.
00:38:46Und dass wir uns den Tag freinehmen, wie alle Frauen in Island.
00:38:55Plötzlich hörten wir Lärm und Klopfen.
00:39:02Das reicht, meine Damen.
00:39:05Los, die Arbeit wartet, das Geschirr muss gespült werden.
00:39:13Wir mussten jeden Tag die Zimmer aufräumen und die Betten machen.
00:39:18Dann haben wir den Boden gewischt und ihre Schuhe geputzt.
00:39:22Es war viel zu tun.
00:39:28Ich sagte, meine Lieben, wir werden nicht antworten.
00:39:31Heute ist unser freier Tag, wir müssen das tun.
00:39:35Sie hatten Angst, aber ich war nervös.
00:39:42Man konnte es als Mörderei auf See betrachten.
00:39:45Der Kapitän könnte im nächsten Hafen neue Zimmermädchen an Bord holen.
00:39:56Der Kapitän und ein Offizier kamen runter, sie waren sehr wütend.
00:40:01Was der Kapitän sagt, ist Gesetz, hieß es.
00:40:05Der Kapitän ist allmächtig, sobald man die Küste verlässt.
00:40:11Aber die Mädels sind standhaft geblieben.
00:40:14Sie baten mich, ein Telegramm für sie zu schicken.
00:40:22Er hatte echt Angst.
00:40:23Er sagte, seid ihr verrückt?
00:40:25Ich werde Ärger bekommen, wenn ich das schicke.
00:40:29Wir haben ihn unter Druck gesetzt.
00:40:32Wir gehen erst, wenn du es abgeschickt hast.
00:40:36Ich zögerte auch wegen der Adresse.
00:40:38Kundgebung im Freien in Reykjavik.
00:40:42Wir senden beste Wünsche zum großen Tag.
00:40:45Wir stehen zusammen, auf See und an Land.
00:40:47Kristin, Gida, Regina, MS, Fjallfos.
00:40:56Wir haben es abgeschickt und gehofft, es kommt an.
00:41:09Keiner von uns ahnte, was an diesem Tag passieren würde.
00:41:20Natürlich wollte ich dabei sein.
00:41:22Ich hatte eine einjährige Tochter und studierte Biologie.
00:41:26Ich beschloss mich an diesem Tag nicht um meine Tochter zu kümmern
00:41:30und nicht zu tun, was Frauen sonst zu tun.
00:41:39Ich brachte meine Tochter zur Arbeit meines Mannes und ließ sie da.
00:41:45Das kam da nicht gut an.
00:41:47Der Chef meines Mannes wurde wütend.
00:41:48Er sagte, der Arbeitsplatz ist kein Ort für Kinder.
00:41:53Aber ich wollte mich nicht rechtfertigen.
00:41:55Es war seine Tochter.
00:41:56Und ich würde die Welt verändern.
00:42:04Ein Feuer brannte in mir.
00:42:07Ich wollte für die Frauenrechte kämpfen.
00:42:12Das Foto ist etwas der gleichen Zeit.
00:42:15Ich war Krankenschwester.
00:42:181975 hatte ich zwei Söhne und einen Ehemann.
00:42:25Morgen sagte ich, Schatz, du musst dich heute um die Jungs kümmern.
00:42:29Er sagte, bist du wahnsinnig?
00:42:30Ich habe alles Mögliche zu tun.
00:42:33Du kannst jetzt nicht weg.
00:42:38Ich wusste, ich würde trotzdem gehen.
00:42:42Ich setzte die Kinder ins Auto und fuhr zu seiner Firma.
00:42:46Ich sagte, die Jungs sind im Auto und du wirst heute keine Frau bitten, dir zu helfen.
00:42:52Versprich mir das.
00:42:54Er fragte, meinst du das ernst?
00:42:56Ja, sagte ich, toternst.
00:43:06Um acht, neun Uhr morgens habe ich mich von meinen drei Jungs, meinem Mann und meinem Schwager verabschiedet.
00:43:16Zu essen werdet ihr schon was finden.
00:43:19Ich bin vor Mitternacht zurück.
00:43:21Auf Wiedersehen.
00:43:24Es gab lauter erste Male für Islands Männer.
00:43:31Viele mussten zum ersten Mal abwaschen oder Windeln wechseln.
00:43:40Ich war sieben, als meine Mutter ankündigte, sie würde heute streiken und mein Vater würde kochen.
00:43:50Wir fanden das toll, Papa versprach uns Hot Dogs zum Abendessen.
00:43:57Mein verstorbener Vater war wunderbar, aber das war nicht seine Stärke.
00:44:06Ich schätze, Islands Väter dachten, so würden sie es sich leicht machen. In meinem Fall hat es nicht geklappt.
00:44:16Mein Vater war Nachrichtensprecher beim isländischen Fernsehen.
00:44:21Ich war vier Jahre alt.
00:44:25Sie haben alle Kinder in einen Raum gesteckt und abwechselnd nach uns geguckt.
00:44:30Dann haben sie uns Zeichentrickfilme angemacht.
00:44:39An diesem Tag haben die Männer des staatlichen Fernsehens die Macht von Zeichentrickfilmen für die Kinderbetreuung erkannt.
00:44:51Die Männer nannten es den langen Freitag.
00:44:59Vor der Versammlung gingen wir in dieses schicke Restaurant. Wir bestellten das beste Frühstück aller Zeiten und Mimosa-Cocktails.
00:45:10Wir quatschten, hatten Spaß und sangen all die alten Kampflieder.
00:45:18Die Bank hat nicht geglaubt, dass 99,9 Prozent der Frauen den Tag freinehmen würden.
00:45:24Es hat sie überrascht. Sie dachten wohl, unsere Loyalität gehöre der Bank.
00:45:39Um zwölf ging ich zu meiner Chefin nach Hause.
00:45:45Sie war beim Backen. Ich sagte, bitte komm mit.
00:45:49Sie sagte, nein, ich backe. Ich sagte, das kannst du doch später machen. Und sie kam mit.
00:45:57Die dir den Tag nicht freigegeben hat?
00:45:59Ja.
00:46:01Du hast sie zur Feministin gemacht?
00:46:03Zumindest für einen Tag.
00:46:08Ich war damals Theaterregisseurin. An dem Tag hatten wir Generalprobe.
00:46:13Die Frauen des Theaters klopften an meine Tür. Können wir zum Treffen gehen?
00:46:19Ich machte eine theatralische Pause, ließ sie ein wenig warten.
00:46:27Dann sagte ich, das müsst ihr selbst wissen, ich jedenfalls gehe hin.
00:46:31Also marschierten wir alle zum Platz.
00:46:39Ich lief hinunter zum Hafen.
00:46:51Ich fühlte mich so befreit.
00:46:58Ich spürte diese ganz besondere Atmosphäre.
00:47:04Wir begannen zu singen, wie im Rausch. Eine Seele, ein Mensch.
00:47:16Ich war so gut drauf. Ich begegnete Freunden meines Mannes. Sie sagten verächtlich.
00:47:23Hingi Björk, bist du auch total verrückt geworden.
00:47:29Aber selbst das hat mir die gute Laune nicht verdorben.
00:47:35Wir gingen ins Zentrum, dort, wo sich alles abspielte.
00:47:43Ich habe als Sekretärin beim Radio gearbeitet.
00:47:46Wir Frauen beschlossen, zusammen dort hinzugehen.
00:47:50Einige nahmen die Treppe, andere den Aufzug.
00:47:55Du gingst in einer Gruppe Frauen, mit denen du gearbeitet hast.
00:47:58Wir fühlten uns sehr stark.
00:48:00Hier kommen die Frauen vom Radio.
00:48:09Frauen strömten aus allen Richtungen, wie Flüsse zusammen,
00:48:13vereinten sich auf dem Platz.
00:48:19Es ging los. Ich rannte hin.
00:48:22Da war so ein kleiner Hügel.
00:48:25Es war so schön.
00:48:26Ich sah die Fahnen aufsteigen.
00:48:30Über den Hügel.
00:48:39Ich werde nie vergessen, wie die Frauen die Bankastrait hier runterströmten.
00:48:43Wie fließende Lava die ganze Straße.
00:48:48Dieser Gesellschaft stand etwas Außergewöhnliches bevor.
00:49:11Ich war wie gelähmt.
00:49:13Ich stand nur da und konnte es nicht glauben.
00:49:16Ist das wahr?
00:49:23So weit man blicken konnte Frauen.
00:49:27Das Bild vergisst du nie.
00:49:31Man wird ganz still, weil es so unglaublich ist.
00:49:35Einfach still.
00:49:40Auf der Bühne zu stehen und all diese Menschen zu sehen,
00:49:44war etwas beängstigend und kaum zu begreifen.
00:49:49Wir treffen uns heute hier,
00:49:51weil eine Frauenkonferenz letzten Sommer einen Antrag verabschiedet hat,
00:49:56dass Frauen den Tag frei nehmen sollten,
00:49:59um die Bedeutung ihrer Arbeit zu unterstreichen.
00:50:06Ich sprach zur Einführung und zwischendurch ein paar Worte.
00:50:10Und ich las die Telegramme vor, die uns von überall her unterstützten.
00:50:15Es zeigte, was Frauen erreichen können, wenn sie zusammenhalten.
00:50:23Es war eine riesige Veranstaltung.
00:50:25All die ausländischen Journalisten.
00:50:27Ich hatte das Gefühl, wir taten etwas für unser Land,
00:50:31vielleicht sogar für andere Länder.
00:50:32Es musste etwas Konkretes sein.
00:50:35Die Arbeit niederlegen und schauen, was passiert.
00:50:4090 Prozent aller isländischen Frauen beteiligen sich damals am freien Tag.
00:50:46Sie demonstrieren überall.
00:50:48In Dörfern und Städten im ganzen Land.
00:50:52Fast alle Frauen in Island haben heute gestreikt.
00:50:55Sie weigerten sich, in Fabriken, Geschäften, Büros, sogar zu Hause zu arbeiten.
00:51:02In Island blieben Betten heute ungemacht, Geschirr ungewaschen.
00:51:06Das Telefonsystem fiel aus.
00:51:08Zeitungen erschienen nicht, Flüge wurden gestrichen.
00:51:11Theater und die meisten Schulen blieben zu.
00:51:33Das Leben stand still.
00:51:38Alles war zu.
00:51:40Oh, ich weiß jetzt nicht.
00:51:41War zu.
00:52:06W Julie ist es passiert.
00:52:07Es gibt nicht nur die Wunden.
00:52:07Wunderschönen.
00:52:07Aber warum war sie Geld.
00:52:07Sie troupen.
00:52:08Wie war es?
00:52:09Hoe ist es?
00:52:09Wir werden toleriert.
00:52:10Die sind, die sind in den Augen.
00:52:13And we were just smiling at each other. We were standing there all together, so many women, just ordinary women.
00:52:24Women, who came out of their kitchen or from their kitchen in the kitchen.
00:52:29There were so many political women, who had nothing with linkin ideas or had to think about women's rights.
00:52:35And all these women wanted something. It was like a revolution.
00:52:45The 1. Rednerin was Arthur Heider-Bjahn-Fritz Doty,
00:52:50the President of the Arbeiterinnen-Bewegung.
00:52:55She was arm and a incredibly fleissive woman.
00:53:01Sie tat etwas sehr Ungewöhnliches. Sie ließ sich denselben Lohn zahlen, den eine einfache Arbeiterin bekam.
00:53:11Liebe Schwestern im Kampf, hier sind wir. So viele.
00:53:25Sie sprach frei, ohne Notizen, auf dieser grössten Versammlung, die je in Island stattgefunden hatte.
00:53:36Warum ist das Interesse an diesem Tag so groß? Es ist die Ungerechtigkeit, die Frauen auf dem Arbeitsmarkt widerfährt und
00:53:44die Unterschätzung ihrer Arbeit allgemein.
00:53:47Ich spreche hier als berufstätige Frau und dies sind meine Ansichten.
00:53:54Sie beeindruckte alle. Sie wirkte so stark. Sie war fantastisch bei ihrer Rede.
00:54:08Mir ist aufgefallen, dass manche Leute denken, wir Frauen wollten den Männern ihre Macht nehmen.
00:54:15Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Wir wollen Gleichberechtigung, nicht mehr und nicht weniger.
00:54:28Ich hörte Hever, eine Freundin meiner Mutter, die wiederholte, was die beiden schon vor 15 Jahren am Küchentisch gesagt hatten.
00:54:36Sie sprach mit dem Herzen.
00:54:42Die Frau wacht auf. Sie weiss, dass Männer seit Anbeginn der Zeit die Welt beherrschen. Und wie hat diese Welt
00:54:50ausgesehen?
00:54:51Sie war voller Blut und brannte vor Qualen.
00:55:00Ich glaube, die Welt wird sich verändern, wenn Frauen beginnen, sie gleichberechtigt mit den Männern zu regieren.
00:55:13Alle Herzen schlugen im Gleichklang mit ihren. Das konnte man spüren.
00:55:18Säong zu hause.
00:55:27Säong zu kämpfen, wir wollen blended in dance.
00:55:31Und wie so taas jemand wiederholteret.
00:55:38Alle ich liebe, ich ri� und wisst.
00:55:52That song was a battle.
00:55:57Afran Stelpo bedeutet,
00:55:58vorwärts Frauen.
00:56:00Auf Frauen,
00:56:01hier ist meine Hand.
00:56:09Ein Lied, das auffordert,
00:56:11neu über Männer und Frauen nachzudenken.
00:56:16Jede Bewegung hat ihre Kampflieder,
00:56:19denn sie einen die Seelen.
00:56:22Wir haben geweint beim Singen.
00:56:36Und dieser Text, Mut, Fähigkeiten, Wille,
00:56:41all das hatte sich lange in uns aufgestarrt.
00:56:45Und jetzt war er da.
00:56:47Der Moment, in dem das alles aus uns herausfloss.
00:56:55Was privat gewesen war, wurde zu etwas Großem.
00:56:58Es ging nicht nur um mein Leben oder das meiner Mutter.
00:57:01Unser aller Leben musste sich ändern.
00:57:07Ein Gefühl,
00:57:09als ob sich enormer Druck aufgebaut hat.
00:57:11Wie ein Vulkan, kurz vor dem Ausbruch.
00:57:14Und dann bricht er aus.
00:57:16Auf so wunderschöne Weise.
00:57:18Unsere Wut war wunderschön,
00:57:20nicht böse.
00:57:21Es war einfach ...
00:57:22Der Moment war gekommen.
00:57:24Wie soll es nun?
00:57:39Wir sind nun.
00:58:20He promised us the front page.
00:58:26Sie haben schon viel für uns getan beim Morgenbladet.
00:58:33Da bin ich. Wir sind großartig. Ich liebe uns.
00:58:41Nach der Versammlung fuhr ich mit Arthur Hathor in meinem Auto nach Hause. Mein elfjähriger Sohn war dabei.
00:58:51Wir sprachen über das Wetter und dass Gott es gut mit uns meinen musste, weil er für so schönes Wetter
00:58:57gesorgt hatte.
00:58:58Und mein Sohn sagte, jetzt weiß ich, dass Gott eine Frau ist.
00:59:14Ich glaube nicht, dass wir sofort begriffen, dass hier Geschichte geschrieben wurde. Das kam viel später.
00:59:21Es dauerte, bis man erkannte, dass es ein historischer Moment war.
00:59:331977 bekamen wir das Recht, im Bauernverband und überall dabei zu sein.
00:59:41Nach 140 Jahren mussten Frauen im Bauernverband endlich nicht mehr Witwe sein, um beitreten zu können.
00:59:50Wir trauern uns, wir können es, wir machen es.
00:59:56Augusta wurde zu einer der ersten weiblichen Vertreterinnen des Bauernverbandes gewählt.
01:00:03Alle haben gesagt, ich kann nicht Anwalt werden.
01:00:06Nun, ich war die fünfte Frau, die in Island das Jurastudium abgeschlossen hat.
01:00:131982 wurde Gwithrun Erlans-Dotir als erste Frau an den obersten Gerichtshof von Island berufen.
01:00:19Und sie wurde die erste oberste Richterin.
01:00:23Als ich das erste Mal zum obersten Gerichtshof kam, war es neun Uhr und sie öffneten gerade.
01:00:30Ich sagte, ein Moment, ich muss noch meinen Lippenstift holen.
01:00:37Ich kann mich noch heute an die Gesichter erinnern, wie sie sich umdrehten und wohl dachten, was haben wir uns
01:00:42da bloß eingebrockt.
01:00:46Heute sind ca. 60% der Studierenden der Juristischen Fakultät in Island Frauen.
01:00:54Sie sagten, du kannst nicht Kapitän werden.
01:01:001980 wurde Gwithrun Erlans-Dotir die erste demokratisch gewählte weibliche Staatspräsidentin der Welt.
01:01:07Ich war die ganze Nacht wach. Schließlich stand fest, dass sie gewählt war.
01:01:13Ich betrachtete meine beiden Töchter, die bei mir im Bett schliefen.
01:01:17Ich sagte, jetzt wird euer Leben viel besser werden, meine Mädchen.
01:01:25Es ist sehr aufwühlend für mich.
01:01:28Ich bin meiner Mutter und ihrer Generation dankbar, dass sie so viel verändert haben.
01:01:35Es gibt da diese Zeilen in dem Lied.
01:01:38Später werden die Kinder zurückblicken und denken, schau dir Mutter an.
01:01:43Sie hat richtig aufgeräumt.
01:01:44Sie hat wirklich das Haus ausgeräumt.
01:01:49Vigtis Finburger-Dotir war 16 Jahre lang Präsidentin von Island.
01:01:57In den 1980er Jahren gewann Islands neue feministische Frauenpartei ihre ersten Sitze im Parlament.
01:02:04Dies veranlasste auch die anderen Parteien, mehr weibliche Kandidaten aufzustellen.
01:02:11Adel Haidjö Bjarne Fritz-Dotir war eine dieser gewählten Abgeordneten.
01:02:18Heute liegt der Frauenanteil im isländischen Parlament bei mehr als 45 Prozent.
01:02:24Eine der höchsten Quoten weltweit.
01:02:32Wenn ich fliege und aus dem Cockpit kommt,
01:02:35und guten Morgen, hier spricht ihr Kapitän.
01:02:38Und es ist ein Mädchen.
01:02:40Noch eineinhalb Stunden bis Seattle.
01:02:44Dann lächle ich und denke, gut gemacht.
01:02:49Seit mehr als 15 Jahren sind laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums
01:02:53Frauen und Männer nirgendwo auf der Welt so gleichberechtigt wie in Island.
01:02:57Aber auch hier kämpfen die Frauen immer noch um die volle Gleichberechtigung.
01:03:01Dieses Lied spricht uns heute noch an.
01:03:08Denn immer noch hören Frauen, sie seien nicht gut genug.
01:03:13Ich trau mich, ich kann es, ich mache es.
01:03:16Aber warum bekomme ich dann immer noch nicht dasselbe Gehalt wie ein Mann?
01:03:34Es ist ein klassisches Schema.
01:03:38Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus,
01:03:41dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
01:03:45Und dann wirst du wein.
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