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00:00This is Ali Can-Pectas, 30 years old, 5-facher German Meister in blinded football.
00:06The ball is razzling, so he hears Ali, where the ball is on the ground.
00:10His coach, his trainer and a guide are calling him to, where he is on the field and where the
00:17ball is on the ground.
00:18So Ali can be seen by Ali.
00:30It's something like Freiheit.
00:32Just like this, you have to have no limits, you have to have no limits.
00:37You are just in this moment.
00:39That's what I am football extremely excited about, because he is doing it.
00:41If you find something in your life, if you have something,
00:43and when you do everything else around you has no role in your life,
00:47then you have to do it, I think you have to do it.
00:58Aufs Hören kommt es an beim blinden Fußball.
01:01Ali Can-Pectas hört den rasselnden Ball,
01:03hört seine rufenden Gegenspieler,
01:05hört seine sehenden Trainer, die ihm zurufen, wo das Tor steht.
01:09Dadurch kann er als Blinder rennen, dribbeln, Tore schießen.
01:14Hier ist einfach alles dafür ausgelegt, dass ich das kann.
01:17Also hier sind die beiden Banden dann seitlich.
01:19Ansonsten ist das einfach ein 40x20 Meter Platz
01:21und ein einziges Hindernis sind Gegenspieler.
01:24Das ist genauso, wenn du schnell Auto fahren möchtest,
01:26aber das auf der Autobahn nicht kannst, weil gerade Stau ist.
01:28Aber wenn du halt auf eine Rennbahn fährst,
01:30wenn du am Nürburgring bist oder so,
01:32dann kannst du Gas geben und das ist genau das Gleiche.
01:34Weil das ist ein Moment, das ist eine Situation,
01:36die für dich geschaffen ist, damit du das kannst.
01:39Und deswegen ist es eine extreme Freiheit, die das in mir auslöst.
01:47Ich habe mir natürlich ein paar Sachen, ja das ist nicht so viel,
01:52aber ein paar Sachen habe ich mir schon aufgehoben aus der damaligen Zeit.
01:59Vielleicht breite ich es mal ein bisschen aus.
02:01Ach, da kommt ja schon der Ali im Kicker 2007.
02:08Typisch seine damals noch abwartenden Bewegungen.
02:14Natürlich Highlight erster deutscher Meister, die Jubelbilder.
02:19Das fing an im Jahr 2006, als ich irgendwie rein zufällig bei uns in der Sporthalle
02:32ein paar wilde Kerle und Kerlinnen, könnte man fast sagen, junge Damen hinter einem Petziball,
02:39einen großdimensionierten Petziball herrennen sah, die voller Begeisterung damit Fußball spielten.
02:47Alle vollblinde Schülerinnen und Schüler.
02:52Und danach, als ich das gesehen hatte, macht das bei mir fast Klick.
02:58Ich hatte aber nur die Idee, Peter, irgendwie ist das meine Lieblingssportart.
03:08Warum sollten meine Schüler das nicht auch machen können?
03:14Der Blindenfußball ist damals gerade erst in Deutschland angekommen.
03:19Peter Gößmann gründet eine Blindenfußball AG an seiner Schule.
03:22Ali Pektasch ist als 13-jähriger Schüler von Anfang an dabei.
03:26Hier spielt er 2007 mit beim ersten Marburger Blindenfußballturnier.
03:3216 Jahre später, hier trainiert der Nachwuchs der Deutschen Blindenstudienanstalt in Marburg.
03:43Ali besucht die Turnhalle, in der auch für ihn damals alles angefangen hat.
03:51Das waren irgendwie die Anfänge, die ersten Berührungen mit dem Ball, die ersten Trainingseinheiten.
03:56Damals hatten wir keinen Platz. Das heißt, wir haben uns auch damals auf die Meisterschaft hier vorbereitet.
04:00Es war irgendwie gefühlt damals mein Zuhause, hier die Halle.
04:03Da war ich gefühlt jeden Tag zwei-, dreimal drin.
04:07War einfach für mich dieses Gefühl von Freiheit, die diese Halle insbesondere damals sehr mitgeprägt hat.
04:11Ein Gefühl von Freiheit. Das spürt der von Geburt an blinde Ali auch beim Fahrradfahren.
04:31Na, es ist der Schall, auf den man zufährt. In seiner großen Halle ist das natürlich relativ einfach.
04:37Wenn du ungefähr die Entfernung einschätzen kannst und weißt, dass ich jetzt das Lenkrad nicht weiter nach rechts lenken sollte,
04:46weil du die Wand einfach hörst neben dir. Ist genauso wie die Bande im Spiel auch eigentlich.
04:50Deswegen passt es ganz gut. Ich kann hier einfach mal eine Runde fahren.
05:07Die Seite ist das Lenkradfahren.
05:07Ich weiß nicht, wie es tut, wenn du eine Runde fahren kann.
05:08Ich sollte da rein, wie es glaube ich einfach, das Lenkradfahren ist.
05:08Und dann hallst du eine Runde fahren und ich diese Runde fahren.
05:12Ich möchte mit meinemem Kampf, einmal die Sägel haben an den Daseisenmuss,
05:14Ich möchte mich schon mal nicht sagen.
05:15Ich möchte mich jetzt mal nicht vermut 1977,
05:16Es gibt mich einfach nicht alle, in merchant sind,
05:20und wieder ein Pferden führen,
05:20das ist einfach mal so gut.
05:21Und dann mainstream ist diese Sägel,
05:33Please stay!
05:34No, that's not a problem.
05:43Okay.
05:46Now I have to go into the room, I'm ready.
05:49That's not a problem.
05:50You're ready.
06:04I'm ready.
06:10Alis alter Klassenraum in der Blindenstudienanstalt in Marburg.
06:14Hier war er ab 2003 Schüler.
06:22Nach der Grundschule, die habe ich an der ganz normalen, also an der Sehnenschule absolviert, die Grundschule.
06:27Und danach stellte sich für meine Eltern insbesondere damals schon die Frage, wie geht's jetzt eigentlich weiter?
06:32Und damals haben sie aus meiner Sicht eine sehr mutige Entscheidung getroffen zu sagen, wir wollen aus der Komfortzone raus.
06:37Der Junge soll auf dem Internat und soll im Prinzip einfach lernen, selbstständig zu sein, zu werden und entsprechend seiner
06:44Behinderung geschult und unterrichtet zu werden.
06:46Sein ehemaliger Lehrer erinnert sich sehr gut.
06:54Anstrengender Schüler.
06:56Er hat sich nicht einfach etwas sagen lassen, sondern ist immer wieder in die Diskussion getreten.
07:01Er hat viele clevere Ideen gehabt, war aber auch sicherlich manchmal notwendig, ihm Regeln zu setzen, Zeiten vorzugeben.
07:11Hausarbeiten war bestimmt nicht immer sein Lieblingsthema.
07:14Und wenn die Schule zu Ende war, dann hatte ich einfach meistens Training oder einfach anderweitige Interessen, wollte dann lieber
07:20irgendwie doch Fußball spielen.
07:21Die Hausaufgaben, so wie man es dann als Schüler kennt, macht man irgendwie kurz vor knapp.
07:25Ich kann mich auch oft erinnern, die Viertel vor acht noch gemacht zu haben.
07:28Ich habe sie teilweise sogar noch im Unterricht gemacht.
07:31Und hat es alles gegeben.
07:34Muss ich ja nicht belügen.
07:35Dabei ist das Lernen des ganz normalen Schulstoffes für Blinde eine besondere Herausforderung.
07:40Wenn wir auf eine Landkarte von Europa gucken, dann sehen wir auf einen Blick in etwa die Größe Deutschlands
07:46im Vergleich zur Größe Maltas oder dass die Türkei ja nur einen ganz kleinen europäischen Teil hat.
07:53Das ist für jemanden, der das taktiler fassen muss, weitaus schwieriger.
07:56Er braucht also sehr viel mehr Zeit.
07:58Und das sieht man jetzt ja auch, dass Ali jetzt hier so nach und nach die Grenzen übertritt
08:03und wichtige Verbindungswegen ertastet.
08:10Auch seinen ersten Triumph kann Ali in der Schule ertasten.
08:14Den Pokal seiner ersten deutschen Meisterschaft 2008.
08:19Ja, 2008.
08:20Die erste Meisterschaft.
08:21Wenn du das einmal gewonnen hast, das ist genauso wie wenn du irgendwie ein Award für irgendwas bekommst.
08:27Wenn du den Eimer gewonnen hast, wenn du so einen persönlichen Titel oder so einen Mannschaftstitel
08:30einmal gewonnen hast, das macht süchtig.
08:32Also du hörst dann nicht auf.
08:35Und das ist glaube ich das, weil du weißt, wenn du den Eimer gewonnen hast, kannst du ihn immer wieder
08:38gewinnen.
08:39Folgt in dieser Saison Titel Nummer 6?
08:42Doch Ali hat einen noch größeren Traum mit der Nationalmannschaft.
08:48Das Highlight ist natürlich zweifelsohne sind natürlich die Paralympics.
08:51Für die hat sich Deutschland im Blindfußball noch nicht qualifizieren können bisher.
08:54Und das wäre natürlich der absolute Traum, wenn uns das noch gelänge.
08:57Weil ich dann auch wirklich immer alles gespielt hätte und auch wirklich immer im sportlichen Oberhaus gewesen sein könnte.
09:02Mit besseren Teams kannst du dich in dieser Sportart nicht messen, als du es bei der WM und bei den
09:06Paralympics kannst.
09:07Auch einfach diese Atmosphäre im Olympischen und Paralympischen Dorf mal aufzusaugen mit all den Sportlern aus all den Nationen.
09:14Ich glaube, das muss schon ein Ereignis sein, dass das unvergesslich ist.
09:16Und ich glaube, das würde ich sehr gern nicht nur am Fernseher erleben.
09:20Die deutschen Blindenfußballer haben alle einen Brotberuf.
09:23Ali arbeitet bei der Deutschen Bank im Cash-Management.
09:31Heute im Homeoffice zu Hause in Oberramstadt.
09:34Was ich dann immer schon versuche, ist meine Trainingseinheiten so zu legen,
09:37dass ich eben Arbeit und Training miteinander vereinbaren kann.
09:41Also heute, wo ich jetzt gerade einen Homeoffice-Tag habe, kann ich natürlich immer
09:44zum Beispiel in der Mittagspause eine Trainingseinheit reinlegen, je nachdem wo Meetings liegen.
09:48Oder ich kann vor der Arbeit noch ein kleines Workout machen.
09:52Manchmal mache ich auch beides, also sowohl als auch davor und Mittagspause.
09:56Und nach der Arbeit kann ich dann tatsächlich dann eben die Möglichkeit nutzen,
10:01um zum Beispiel heute auf den Platz zu gehen und ein bisschen Ballarbeit zu machen.
10:04Der Bildschirm bleibt bei Ali logischerweise dunkel.
10:08Nur um uns zu zeigen, wie ein Blinder am PC arbeitet, macht er den Bildschirm heller.
10:14Eine Computerstimme liest Ali vor, was auf dem Bildschirm zu sehen ist.
10:18Für mich ist es immer ganz nett, wenn die Stimme nicht so besonders menschlich ist,
10:21dass sie das, was sie tut, nämlich ihren Zweck erfüllen,
10:25für mich auf eine deutlich schnellere Art und Weise tun kann.
10:27Davon habe ich mehr, als wenn sie ganz langsam mit mir spricht.
10:31Jetzt ist es zum Beispiel auf der Hälfte.
10:33So kann Ali problemlos arbeiten.
10:35Liste fünf Objekte.
10:36Link.
10:37Deutsche Bank.
10:38Eins von fünf.
10:39Link.
10:39Corporates-Institutions.
10:41Zwei von fünf.
10:42Link.
10:42Private Clients.
10:43Drei von fünf.
10:45Link.
10:45Client Logins.
10:46Vier von fünf.
10:47Link.
10:47Locations.
10:49Ende von Liste.
10:50Es gibt allerdings auch Menschen, die denken, Blinde könnten gar nicht arbeiten.
10:57Es kann ja sein, dass man sich vieles nicht vorstellen kann oder vieles nicht weiß.
11:01Fragen und neugierig sein ist ja absolut in Ordnung.
11:03Und das Wissen wollen ist ja auch absolut in Ordnung.
11:06Und sich das Wissen aneignen wollen ist auch absolut in Ordnung.
11:08Was aber nicht in Ordnung ist, mit diesem Vorurteil zu leben und zu glauben, das passt und das stimmt so.
11:13Also diesen Satz zu sagen, kannst du überhaupt arbeiten, ist irgendwie fehl am Platz.
11:19Dann ist die Frage eher, wie arbeitest du eigentlich?
11:21Weil wenn du mich danach so fragst und fragst, wie arbeitest du eigentlich, dann hast du zumindest mal begriffen, dass
11:27ich arbeite und möchtest wissen, wie es funktioniert, dann kann ich dir helfen.
11:31Aber wenn du mich fragst, kannst du, also kann man als Blinde überhaupt arbeiten, dann muss ich davon ausgehen, dass
11:38du irgendwie in deiner Welt lebst, die voller Vorurteile ist.
11:41Also ich glaube, es kommt immer darauf an, wie du die Frage stellst.
12:06Servus, Rasmus.
12:07Na, Junge, alles gut?
12:09Guten Tag, alles, alles sehr gut, ja.
12:11Sehr gut.
12:12Schön zur Mittagszeit.
12:15Besser geht's doch gar nicht.
12:20Ali arbeitet Vollzeit bei der Deutschen Bank. Zusätzlich trainiert er sechs bis zehn Mal pro Woche.
12:26Für die WM im Sommer bekommt Ali bezahlten Sonderurlaub von seinem Arbeitgeber.
12:30Für die Vorbereitung muss er sich aber seinen Jahresurlaub nehmen.
12:35Wenn beispielsweise jetzt mal irgendwie Urlaubstage für die Bundesliga anfallen, weil wir jetzt irgendwie nach Hamburg reisen müssen und Freitag
12:40früher losfahren oder so.
12:42Aber wenn man sich die zwei, drei, vier Tage da auch noch einberechnet, kommst du schon auf deine knappen 30
12:45Tage, die rein auf den Fußball draufgehen sozusagen.
12:49Es ist halt auch der Punkt, dass die Arbeitsleistung für die Bank erbracht werden muss.
12:54Und wer in diesen sauren Apfel beißt, muss dann halt auch in den nächsten beißen und sagen, dann ist das
12:58halt so, dann hat man den Urlaub halt nicht.
13:01Auch wenn ich jetzt meinen Urlaub nicht zu Erholungszwecken genutzt habe, habe ich ihn genutzt, um das zu tun, was
13:05ich am liebsten tue.
13:07Und noch zehn.
13:13Noch fünf, vier, drei, zwei, eins und stopp.
13:21Geiler Typ.
13:29So Rasmus, dann hören wir uns, wenn du Zeit hast, hören wir uns morgen.
13:36Machen wir.
13:38Wir hören uns mal lieber, tschau.
13:40Tschüss.
13:47So, da kamen eben noch ein paar Nachrichten.
13:50Mal kurz gucken, ob das relevant ist.
13:54Hier war nix.
13:58Das ist nicht wichtig.
14:08So, gut, da antworte ich gleich.
14:11Perfekt.
14:12Dann bauen wir mal das Ganze wieder ab hier.
14:18Ali trainiert auch mit sehenden Fußballern beim FC Oberramstadt.
14:24Es war eigentlich ein gemeinsamer Wunsch von mir und vom Bundestrainer, dass wir noch eine weitere oder weitere Einheiten für
14:31mich in der Woche unterkriegen.
14:32Weil natürlich, wie bei den meisten Spielern ist bei mir auch der Fall, dass die Wege zu den Vereinen extrem
14:37lang ist.
14:38Also zwei Stunden hin, zwei Stunden zurück in meinem Fall tatsächlich mit Wartezeiten.
14:41Hier mache ich einfach viele Sachen, die Ballgefühl, Passübungen, Aufwärmen, Sprints etc.
14:46Und habe dann danach, wenn die jetzt sozusagen in ihre Spielform, in ihre taktische Form übergehen,
14:51dann eben meine individuellen Dinge wie Passen oder Torschusstraining oder eben gewisse Finden, gewisse Dribbelwege,
14:58dass ich dann eben solche Dinge verfeinern kann.
15:03Zwei wichtige Dinge in Alis Leben.
15:07Fußball und Familie.
15:09Zwei seiner Cousinen sind heute beim Training dabei.
15:13Weil er für uns wichtig ist.
15:15Genau.
15:16Das hast du sehr schön gesagt.
15:17Ja, finde ich auch. Er ist uns wichtig.
15:19Genau, ich bin mit ihm zusammen aufgewachsen und wir haben früher mal zu einem Fußball gespielt.
15:23Und deswegen finde ich es auch immer schön, ihn tatsächlich die ersten Schüsse zusammen erlebt.
15:28Genau, und ich finde es einfach schön, an ihm dabei zuzuschauen, bei dem, was ihm Spaß macht.
15:31Und er macht das ja auch mit sehr viel Leidenschaft und es ist einfach schön.
15:34Ja.
15:35Ja.
15:37Oh, das Bild ist so, das Bild finde ich zwischen meiner Mama und dem Ali-Cham.
15:43Oh.
15:43Das finde ich so schön.
15:47Wie alt warst du da, Mama?
15:49Keine Ahnung.
15:5023?
15:5123?
15:5223?
15:55Hier im Auto fahren.
15:57Das hat er doch immer geliebt, gell?
15:59Ja.
15:59Diese Dinge hier abzureißen.
16:00Was denn? Von den Flaschen?
16:01Ja.
16:02Er hat uns das voll geliebt.
16:04Das war sein Hobby.
16:08Flaschen.
16:09Flaschen.
16:09Diese Etiketten abzureißen.
16:12Auf den Flaschen.
16:13Das hat er immer abgerissen.
16:15Der fand das immer ganz toll.
16:16Der hat doch immer auch unsere Tapeten abgerissen.
16:21Baba.
16:23Gell?
16:23Er hat doch immer die Tapeten abgerissen.
16:25Ja.
16:26Damals.
16:27Danke.
16:30Alis Opa Hasan ist Ende der 60er Jahre aus der Türkei nach Deutschland gekommen.
16:35Rund zehn Jahre später dann Alis Eltern.
16:38Und 1993 ist dann Ali zur Welt gekommen.
16:42Blind.
16:44Oh, Leute.
16:45Ali Can mit seinem Engelslöckchen.
16:49Krass.
16:50Voll süß, oder?
16:51Ja.
16:51Wenn Alis Mutter an diese Zeit zurückdenkt,
16:53kommen alle ihre Gefühle wieder hoch.
16:56In ihrer Muttersprache Türkisch.
16:58Ja, her seferinde bir başka kaput açılıyordu.
17:00Yani, hiçbir zaman öyle onun o eksikliğini düşünüp korkularım,
17:03hep onun yeni bir kaput açılmasını,
17:05o korkularımı yenmeme neden oluyordu.
17:07Wie kann ich das erklären, weiß ich nicht.
17:09Ali Can'in Engelslöckchen.
17:12Öyle dünyaya geldi,
17:13yani, nasıl karşıladım.
17:15Ali Can her seferinde,
17:16yani, hep korkularım vardı,
17:17nasıl olacak, nasıl yapacak diye.
17:18Ama her seferinde,
17:19öyle bir büyük kaput açıldı ki Ali Can'a,
17:21hiç o eksikliğini göremedim.
17:23Yani, her seferinde,
17:24ah, bunu nasıl yapacak,
17:24hep böyle bir al kaput açıldı.
17:28Also hast du im Prinzip,
17:30trotz dessen er ein Hindernis hatte,
17:32also für sich ein gesundheitliches Hindernis hatte,
17:34war es am Ende so,
17:35dass immer eine Tür aufgegangen ist,
17:37wo du eigentlich immer trotzdem noch Hoffnung geschöpft hast?
17:40Genau.
17:41So ähnlich ist er.
17:43So ähnlich ist er.
17:43So ähnlich ist er.
17:43Ich bin auch sehr stolz,
17:45er hat alles geschafft bis jetzt,
17:47was er haben wollte,
17:48aber er hat gepackt.
17:50Und ich bin auch zufrieden natürlich.
17:53Und ich bin auch zufrieden natürlich.
17:55Ich hab nicht so weit gedacht,
17:56dass er so weit hinkommt.
17:58Aber er ist ja jetzt da,
18:00er hat studiert.
18:02Er spielt ja Fußball,
18:04er hat seine Arbeit.
18:07Er ist selbstständig.
18:09Er kann alles.
18:10Also,
18:11doch,
18:12was wir als Familie ihm gegeben haben,
18:15und er hat versucht,
18:16und was er erreicht hat,
18:17natürlich bin ich auch stolz.
18:18Und das kann nicht jeder.
18:24Von seiner Arbeitsstelle,
18:25der Deutschen Bank in Frankfurt,
18:27macht sich Alijan Pektas oft auf den Weg
18:30zum Fußballtraining nach Marburg.
18:41Als ob der Weg an sich nicht schon genug Aufmerksamkeit erfordert,
18:46ist Ali manchmal auch noch mit falscher Fürsorge konfrontiert.
18:50Was weiß ich,
18:51das ist ein ganz einfaches Beispiel,
18:53wie dass Leute sagen,
18:53ich soll Rolltreppe fahren,
18:54weil Treppe laufen könnte ein Problem darstellen.
18:57Ich meine,
18:57das ist ein nett gemeinter Rat,
18:59absolut, keine Frage.
19:00Aber wenn ich nicht Treppen laufen könnte,
19:03dann würde ich vermutlich keine Treppen laufen.
19:06Von daher,
19:08das ist halt ein bisschen schwierig manchmal.
19:10Aber wie gesagt,
19:10das meint irgendwie keiner Böse.
19:12Deswegen nehme ich es auch keinem Übel.
19:16Aber natürlich ist es halt immer so dieses,
19:19sich selbst anderen beweisen zu müssen in dem Fall,
19:21damit sie es verstehen.
19:22Das glaube ich irgendwie so der entscheidende Punkt,
19:25der eigentlich überhaupt nicht ins Lebensbild passt.
19:43Ja!
19:44Was ist das nicht?
20:12Das ist einfach ein bisschen.
20:17If you hold the S-Bahn before you, and the doors begin to be pieced, you can decide whether you
20:23should be right or left.
20:24If you should be right or left, if you should be right or left, you should be right.
20:27That's what you're hearing, just like you're seeing.
20:31I don't think that's what you're seeing.
20:34You have something that's what you're seeing in the case.
20:38You can also decide whether the door next to you is closer to you than the door next to you.
20:45And so is it with the hearing also.
20:48I don't think so.
20:49In that sense, I don't think so.
21:20Mit der Bahn zum Training nach Marburg und zurück nach Hause nach Oberramstadt, da geht für Ali viel Zeit drauf.
21:28Oft ist er fünf Stunden unterwegs, das schlaucht.
21:34Ich meine Sinn habe ich nie gedacht tatsächlich bisher, aber ich kann das alles nicht mehr, bestimmt schon öfter.
21:42Ja, wie gesagt, manchmal strengt es einfach an, wenn dann auch noch Verspätungen dazukommen.
21:46Vor allem auf der Rückfahrt beispielsweise.
21:48Auf der Rückfahrt hast du natürlich auch das Problem, dass du irgendwie gucken musst, dass es einfach irgendwie spät nachts
21:53dann irgendwann noch wird.
21:54Und nach Oberramstadt, das ist jetzt nicht so das beliebteste Reiseziel, das man so hat.
21:59Und es ist auch nicht so, dass die Bahn da irgendwie alle fünf Minuten den Zug ansetzt.
22:03Bedeutet dann halt auch eben, dass du entsprechend natürlich auch viele Wartezeiten dann auf dich nehmen musst, wenn du dann
22:07irgendwie den Zug nicht kriegst oder so.
22:08Dann stehst du halt eine Stunde am Frankfurt-Hauptbahnhof.
22:10Und nachts um 23 Uhr kann ich mir persönlich Angenehmeres vorstellen.
22:14Die Fahrzeit nutzt Ali für E-Mails. Eine Computerstimme liest ihm alles vor, was auf seinem Smartphone-Display angezeigt wird.
22:23Ali ist auf die Bahn angewiesen. Es gibt keine Alternative. Das sind nicht die besten Bedingungen für einen Leistungssportler.
22:31Es hat natürlich auch oft Situationen gegeben, wo dann das Training für mich in Marburg zumindest ausfallen musste.
22:35Dadurch, dass wir eben lange Fahrzeiten haben und wenn das Training wieder um 18.30 Uhr beginnt und du eigentlich
22:40geplant hattest, um 18.10 Uhr anzukommen
22:42und dann die Bahn eine Dreiviertelstunde Verspätung oder eine halbe, dann drehst du in Frankfurt halt wieder um, weil es
22:48sich dann einfach nicht mehr lohnt.
22:50Heute kommt Ali mit dem Zug gut durch. Am Marburger Bahnhof wird ihn der Torwart seines Teams mit dem Auto
22:57abholen und zum Fußballplatz fahren.
23:00Das ist tatsächlich eines der wenigen Dinge, warum ich sehende Menschen beneide.
23:04Sonst habe ich da eigentlich nie so ein Gefühl gehabt, wo ich sage, puh, warum eigentlich nicht.
23:08Aber Autofahren, darum beneide ich sie tatsächlich schon.
23:12Diese Flexibilität ist da für mich einfach dieser Dreh- und Angelpunkt, den es da gibt.
23:17Dass ich mir einfach meine Zeit selbst einteilen kann.
23:20Was weiß ich, wenn jetzt irgendwann in 10, 15, 20 Jahren die autonomen Autos hier auf den Straßen rollen sollten.
23:27Das wäre, glaube ich, schon eine extreme Erleichterung für mich und meinen Alltag, glaube ich.
23:32Weil mir das noch mehr Unabhängigkeit verschaffen würde.
23:35Das wäre ein toller Tag, an dem dann Ali seinen Torwart Nils Hemmenstedt zum Training fährt.
23:41Arbeit, lange Fahrten zum Training, ohne Pause. Was treibt Ali an, diese Strapazen auf sich zu nehmen?
23:48Ali möchte immer der Beste sein. Aber es gibt auch noch andere. Und es gibt noch andere, die besser sind.
23:53Das ist ja das Problem. Und da möchte Ali halt hin. Und da investiert er alles.
24:00Und dann ist halt leider auch so, dass er Rückschläge erleidet durch die ganzen Verletzungen und so weiter.
24:11Aber da muss er einfach immer durch.
24:13Wenige Wochen später in Schiltigheim bei Straßburg in Frankreich.
24:16Die Stimme ohne Tritt ein in die Stube.
24:19Vorbereitungsturnier vor der WM.
24:24Fokus langsam wieder hochfahren.
24:27Ausflugzeit ist jetzt vorbei. Jetzt geht's ran.
24:31Wir fangen locker wieder an. Einatmen, lang machen. Ausatmen, lösen.
24:36Wenn du Länderspiele spielen kannst, wenn du dein Land auf allerhöchster Bühne vertreten kannst, wenn du sportlich gesehen auf höchstem
24:43Niveau dich messen kannst, dann brauchst du eigentlich nicht viele Dinge, die dich motivieren.
24:49Aber die gesunde Mischung zu finden zwischen, wir leben mal in den Tag hinein und wir fahren den Fokus hoch,
24:58das ist eigentlich immer das A und O und eigentlich auch das Schwierigste an diesem Job.
25:01Ali und die deutsche Nationalmannschaft bereiten sich auf ihr Abendspiel gegen die Türkei vor.
25:13Bauch anspannen. Bauch ist fest. Fäuste auch, fest. Fest die Arme, fest. Einatmen, ausatmen, lösen.
25:32Hatten wir dabei nicht vergessen.
25:38Draußen auf dem Platz spielt gerade England gegen Japan.
25:43Einbeinstand und wir kreisen das Sprunggelenk rechts nach außen.
25:47Zwei Teams, die professioneller aufgestellt sind als Deutschland.
25:51Japan hat für den blinden Fußball extra einen eigenen Verband gegründet, der das Team finanziell unterstützt.
25:58Viele englische Spieler müssen nur halbtags arbeiten.
26:01Den Rest bezahlt ihnen der englische Fußballverband.
26:10Das ist enorm wichtig. Wenn du auf die fünf bis zehn Topmannschaften der Welt schaust, haben sie alle eine Art
26:15von finanzieller Unterstützung.
26:17Dadurch musst du nicht acht, neun, zehn Stunden pro Tag arbeiten und danach noch trainieren oder das Training irgendwie einbauen.
26:23Du kannst den Sport priorisieren. Das muss einfach auch so sein, wenn du erfolgreich sein willst.
26:35Mittagessen. Noch sieben Stunden bis zum Spiel gegen die Türkei, den Vize-Europameister.
26:42Die deutsche Blindenfußball-Nationalmannschaft wird zwar auch finanziell gefördert. Reisen, Verpflegung, Unterkunft.
26:50Bis zu einem gewissen Budget zahlt das der Deutsche Behindertensportverband und auch die Sepp-Herberger-Stiftung des DFB.
26:57Die Spieler selbst werden aber nicht bezahlt.
27:00Da wäre es einfach ganz, ganz wichtig, wenn man von so einem Sport nicht leben kann, dass irgendwo Möglichkeiten entstehen,
27:06dass einfach die Sportler besser entlastet werden, dass man diesen Spagat hinbekommt, dass man irgendwo eine Regelung findet,
27:13dass man halbtags oder irgendwo auch Tage noch mehr einräumt für die Jungs, weil sie letztlich dann ja auch ihr
27:21Land repräsentieren und da wirklich alles geben.
27:23Und ja, da wünscht man sich natürlich, dass da auf jeden Fall einen Weg gibt oder geben kann.
27:28Und das ist, glaube ich, auch wirklich ein entscheidender Punkt für uns in den Schritten vorwärts.
27:33Und solange wir nicht dazu kommen, meiner Ansicht nach eine professionelle Struktur noch hinzukriegen,
27:46wird es vielleicht Erfolge geben, weil die Spieler ja unbedingt wollen, die machen das ja.
27:51Die investieren ja alles.
27:53Und das wünsche ich Ihnen nichts mehr.
27:57Ich wünsche Ihnen so sehr, dass Sie eine Qualifikation für die Paralympics in Paris dann kriegen, obwohl es sehr, sehr,
28:05sehr schwer ist.
28:07Aber solange die Strukturen noch so sind, ist das keine Basis oder keine Ebene, auf der wir arbeiten können.
28:16Ali hat zwei Vollzeitjobs, den Unbezahlten als Blindenfußballer und den Bezahlten bei der Deutschen Bank.
28:28Wir sprechen sehr offen darüber, wann es erforderlich ist, dass er wegen dem Fußball freigestellt wird.
28:35Und das ist auch grundsätzlich nicht einfach eine Gegebenheit.
28:37Also man muss schon schauen, auch aus Fairness gegenüber anderen, die natürlich auch eine Freizeit haben
28:44und dann dafür nicht gegebenenfalls freigestellt werden können, wie man das organisieren kann.
28:48Oft geht Alis Jahresurlaub für Fußballturniere drauf. Erholung nach Spielen der Nationalmannschaft ist nicht drin.
28:55Diese ganzen Eindrücke zu verarbeiten, dafür nicht viel Zeit zu haben eigentlich und am nächsten Tag eigentlich wieder performen zu
29:02müssen im Beruflichen.
29:04Diesen Switch hinzukriegen, der ist gar nicht so einfach tatsächlich.
29:08Fällt mir auch immer noch schwer, auch trotz all der Jahre.
29:11Ich glaube, es ist einfach gemäß der Natur so, dass der Mensch dann wirklich einfach so eine Pause normalerweise bräuchte.
29:18Aber das ist einfach nicht zu gewährleisten. Das heißt, gestern angekommen, ausgepackt und heute geht es weiter irgendwie.
29:24Wie, weiß ich auch nicht. Und man schleppt sich dann irgendwie so durch den Tag oder durch die Woche.
29:31Es wird ernst. Härtetest vor der Weltmeisterschaft gegen Vize-Europameister Türkei.
29:38Das ist natürlich immer wieder besonders für mich natürlich, weil meine Wurzeln natürlich dort sind.
29:42Ich freue mich einfach immer wieder auf diese Länderspiele, weil es einfach eine besondere Bedeutung für mich hat.
29:46Und die zu gewinnen hätte natürlich eine noch größere Bedeutung für mich.
29:58Und jetzt, jetzt! Und weiter vier, weiter drei, weiter zwei! Nicht aufhören! Weiter!
30:10Obviously, the game works only through communication.
30:12We can't do that.
30:14We can't do that.
30:15It's a lot of calls.
30:17Only through the sehenden Torhüter, the trainer,
30:20and the guide behind the game.
30:21For you, there's a picture in your head.
30:24You orientate yourself.
30:26So that the blind football can work as well,
30:28as the sehender football does.
30:36Because the blind football has more body-and-the-sehender
30:39than the sehender football,
30:42and because of the body-and-the-2-Kämpfer,
30:47it's important to the sport.
30:50It makes it more than the sport.
30:53It's more than the sport.
30:54It's more than the sport.
31:06It's more than the sport.
31:13Silence, please!
31:41Silence, please!
31:45Okay, you don't have the big ball.
31:48Here's the middle.
31:49Here's the middle.
31:49Okay, left.
31:51Right, left.
31:57That's the right, Alex.
32:01And the middle is here.
32:03Here, here.
32:10Ali, Ali, Ali!
32:11Go, go, go, go!
32:22You lost the game.
32:23You can't change it.
32:24You can't influence it.
32:25You can't just start from the front.
32:27And then it's over.
32:28And then of course,
32:30the frustration is there.
32:32In that moment,
32:33it's just a bit away from all the others.
32:35There's a bit of a bit of aенного.
32:35And then,
32:35there's so much time to be here.
32:37I don't know what one of these,
32:40but I don't even know what the whole time is,
32:41but I don't know what to be or what to happen.
32:42There's so much time to be.
32:44And then it's back to it.
32:45But it's really the moment in which
32:47a bit of a bit of a bit of a bit of a little
32:49And, yeah,
32:51a bit of a bit of a moment of a belief.
33:00after this defeat.
33:3030 Minuten, die wir hier spielen, zweimal 15, das spiegelt irgendwie schon das Leben in Kurzform wieder.
33:35Manchmal hast du Glück, manchmal hast du Pech. Heute hatten wir ganz schön viel Pech.
33:38Kurze Zeit nach dem Spiel passiert etwas, das Alis Leben und das seiner Familie verändern wird.
33:46Mir hat man es nicht sagen wollen. Ich habe zufälligerweise durch einen guten Freund von mir, der ja auch beim
33:52FCO spielt,
33:54habe ich zufälligerweise eine Nachricht bekommen, wo er sagt, ja, ich wünsche euch viel Kraft und so.
33:58Und das ist ja blöd, was passiert ist und schrieb mir so eine Nachricht, die mehr oder weniger das aussagte.
34:05Und ich weiß ganz genau, ich habe ihm geschrieben, was ist denn? Also warum?
34:09Und dann hat er gesagt, wie, weißt du davon nichts? Wovon weiß ich nichts?
34:14Und dann schreibt er mir halt, dass meine Cousine einen Verkehrsunfall gebaut hat.
34:20Ich glaube, es war irgendwie so ein Moment der Stockstarre oder der Schockmoment, so würde ich es glaube ich beschreiben.
34:28Und wir saßen irgendwie, das war kurz vor der Abschlussfeier in Frankreich und da kam eben diese Nachricht.
34:39Und ja, du weißt eigentlich überhaupt nicht in dem Moment, was du tun, sagen, machen sollst.
34:46Kurz überlegt fahre ich jetzt schon, aber rein theoretisch, was kann ich ändern, was kann ich machen?
34:52Ich wusste nur, sie liegt im Koma und ja, und dann haben wir uns dazu entschieden, dass es klüger ist,
34:59wenn ich einfach Sonntagmorgen nachkomme, so wie ursprünglich geplant.
35:02Aber dann halt nicht nach Hause, sondern direkt ins Krankenhaus.
35:07Ali ist in den kommenden Wochen jeden Tag mit seiner Familie im Krankenhaus. Er will da sein für seine Cousine
35:14Alena.
35:15Auf geht's, Deutschland!
35:18Auf geht's, Deutschland!
35:19Kein Moment des Luftholens für Ali.
35:22Keine Pause. Die Weltmeisterschaft in England geht los.
35:25Alis Chance, sich für die Paralympics zu qualifizieren, sich seinen großen Lebenstraum zu erfüllen.
35:32Dafür muss Deutschland unter die besten drei kommen. Fast unmöglich, denn allein die Gegner in der Vorrunde sind zu stark.
35:40Es geht gegen den Weltranglisten ersten Argentinien, die sehr guten Chinesen und als erstes gegen Gastgeber England.
35:56Doch es geht gut los. Alis Marburger Teamkollege Thelmy Kuttig schießt das Siegtor.
36:07Es wird das einzige in der Vorrunde bleiben. Gegen China und den späteren Weltmeister Argentinien verliert Deutschland.
36:31Für Ali platzt der Traum von den Paralympics.
36:35Vielleicht soll es noch mal sein. Wir werden natürlich das alles noch mal versuchen.
36:40Nachdem sich das alles jetzt mal ein bisschen gesetzt hat und man so ein bisschen die Enttäuschung verdaut hat.
36:45Aber danach wollen wir es natürlich wieder angehen und ich hoffe natürlich, dass sich der Traum irgendwann schon wieder fühlt.
36:50Also, dass wir 2028 diesen Traum schon irgendwie für uns verwirklichen können. Das wäre, glaube ich, nochmal ein sehr guter
36:56Abschluss für meine Karriere, würde ich fast sagen.
36:58Ich glaube, dann habe ich einfach alles geschafft. Weiß nicht, ob ich dann direkt sage, ich höre auf, aber zumindest
37:03wäre das das Ziel oder ist das das Ziel, was noch übrig ist, was ich noch gerne erreichen würde.
37:07Ein sportliches Ziel in dieser Saison bleibt Ali aber noch. Mitte September in Köln, letzter Spieltag der Blindenfußball-Bundesliga.
37:15Die Sportfreunde Blau-Gelb, Blister Marburg und der 1. FC St. Pauli liegen punktgleich an der Spitze der Tabelle.
37:23Mit einem Sieg gegen Borussia Dortmund wäre Marburg ziemlich sicher deutscher Meister.
37:28Ich wusste, in dem Spiel möchte ich irgendwie auch das Spiel gestalten, den Moment auch entscheiden. Das hatte ich mir
37:32irgendwie so ausgemalt nach der WM, wo ich so dachte, ja gut, wenn ich jetzt das Vertrauen und die Möglichkeiten
37:37bekomme, dann möchte ich das auch einfach zurückzahlen.
37:39Das hatte ich mir schon so ausgemalt mit meinem Tormeister werden. Irgendwie habe ich davon auch geträumt, will ich nicht
37:45sagen, aber irgendwie so im Tagtraum, wo ich so dachte, wenn ich mir das Spiel erträumen könnte, dann würde ich
37:49es so und so machen. Umso schöner, dass es dann auch genauso gekommen ist.
38:15Und wir sagen es gerne noch mal, die Nummer 10, Frank Barburg, mit dem Angst zu wollen, Alika.
38:32Und St. Pauli scheint es noch mal wissen zu wollen, 1 zu 0.
38:39Und St. Pauli scheint es noch mal wissen zu wollen, 1 zu 0.
38:56Doch Stuttgart gleicht aus.
39:06Und dreht sogar das Spiel, schießt das 2 zu 1.
39:14Der Endstand.
39:17Marburg ist deutscher Meister.
39:19Da ist ethnic Medicine, factor 1, 2 zu 1.
39:35Da ist NCAA illiterätig.
39:38Das gibt es alles wieder 1.
39:40Ich bin 50 مت thin, fünf Grad diagnostiken.
39:40Rundfgrom Fuert.
39:40God is coming to my own,
39:42I'm coming to my own,
39:44I'm coming to my own,
39:45I have no...
39:50Hooray!
39:53Hooray!
39:55Hooray!
39:57Hooray!
39:58Hooray!
40:00Hooray!
40:01Hooray!
40:03Hooray!
40:04We can get you!
40:05Oh, yeah, yeah, yeah, yeah!
40:20Familientreffen in Oberramstadt.
40:22Das ist Ali und seinen Verwandten ganz wichtig.
40:25So oft es nur geht, treffen sie sich, z.B. an Geburtstagen.
40:29Ali kann wegen des Fußballs nicht immer dabei sein,
40:32aber heute muss er, denn heute wird er gefeiert.
40:41Auch Alis Cousine Alena ist dabei, ihr geht es wieder besser.
40:45Drei Monate nach ihrem schweren Autounfall.
40:50Ich kann es nur als Erleichterung bezeichnen.
40:53Für mich war es einfach diese Erleichterung
40:56und auch einfach langsam wieder diese Rückkehr in die Normalität.
41:00Und dann kommt so ein bisschen auch dieses ...
41:05Wir sind jetzt näher zusammengerückt, aber jetzt können wir, glaube ich,
41:08auch einfach das genießen, was auf uns zukommt.
41:09Weil wir haben jetzt, glaube ich, vor allem sie, aber auch wir,
41:11haben, glaube ich, was ganz Gutes vollbracht.
41:13Also, dann kommt, glaube ich, auch so langsam wieder das Vergnügen durch.
41:23Wir sind zwar Cousine und Cousine, aber wir sind eigentlich eher wie Geschwister immer schon aufgewachsen.
41:29In der Familie tankt Ali Kraft für sein Leben.
41:32Ein Leben, das oft so stressig ist.
41:34Aber hier wird miteinander gelacht.
41:38Gell, Aljan?
41:39Wenn ich dann am Wochenende nicht da war?
41:40Äh, geh sich mal.
41:41Die wurde natürlich immer geärgert, die Özge.
41:43Danke.
41:44Geh sich mal.
41:45Zehn mal.
41:46Ja, wir haben sie mal nachts angemalt, das fanden sie nicht so witzig.
41:49Ja.
41:50Eine Kindheit mit viel Freude, das hat Ali stark gemacht.
41:53Er ist der Liebling der Familie, auch wenn er als Kind manchmal ziemlich frech war,
41:58wie sich seine Cousine Talja erinnert.
42:00Für eine der Punkte, wo ich den Unterschied zwischen uns beiden nie wahrgenommen habe, wenn wir Fußball gespielt haben.
42:06Also, als Kind ist das sowieso ein bisschen an mir vorbeigegangen.
42:09Ja.
42:10Aber gerade beim Fußballspiel nie, weil du hast mich oft abgeschossen und ich wusste, dass du es mit Absicht gemacht
42:15hast.
42:16Ich wusste, das war wirklich auch so gemeint.
42:19Das kann durchaus sein, ja.
42:31Mein Opa ist auf jeden Fall unser größter Fan.
42:34Der sammelt immer alle Zeitungsberichte, der hat auch noch alle vom ersten von Anfang an.
42:40Es ist dieser Zusammenhalt, die Liebe, die Ali zu dem Menschen machen, der er ist.
42:46Und sein Ehrgeiz und unbedingter Wille, alles zu schaffen, was er sich vornimmt.
42:51Viele Leute, die nicht merken, dass er blind ist, also auch meine Kinder haben das erst ganz neu gelernt oder
42:57gehört und erfahren, dass er blind ist.
42:59Wo die gesagt haben, hä, wie, der spielt Fußball, Mama, der geht arbeiten, der ist mit dem Zug unterwegs, der
43:04ist blind.
43:05Meine Kinder sind halt erst gerade fünf und vier. Für die ist das natürlich unbegreiflich.
43:10Aber ja, das merkt man ihm nicht an, weil er einfach so offen auch ist.
43:14Ali lässt das Leben eben oft einfach spielerisch leicht aussehen. Egal, wie viel Arbeit er reinsteckt.
43:21An sich bin ich sehr zufrieden. Ich glaube, ich habe sehr vieles von dem erreicht, was ich erreichen wollte.
43:27Das ist, glaube ich, schon mal etwas, was sehr schwer ist, von sich selbst zu behaupten.
43:34Deswegen, das ist schon etwas, wo ich wirklich auch mit sehr viel, ja, auch stolz drauf blicke und sage,
43:40das sind wirklich Dinge, die habe ich mir erarbeitet, das habe ich geschafft.
43:43Auch vor allem sportlicher Natur, wo ich extrem viel Zeit reinstecke.
43:48Aber auch einfach, wie gesagt, dieser Zusammenhalt, der für mich in dieser Familie, in diesen ganzen Freundschaften,
43:56der damit einhergeht und der mich auch sehr prägt und mein Leben auch zum Großteil ausmacht.
44:01Das sind auch so Momente, wo ich einfach sage, das ist für mich zufriedenheitsstiftend.
44:06Das ist für mich wirklich etwas, wo sich für mich das Bild einfach zusammensetzt.
44:19Bis zum nächsten Mal, bei mir, wir machen.
44:22Bis zum nächsten Mal.
44:24Bis zum nächsten Mal.
44:25Danke.
44:25Und jetzt.
44:29Bis zum nächsten Mal...
44:30I don't really feel like you
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