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00:041979 stürzt im Iran eine Revolution, den Herrscher Shah Mohammed Reza Pahlavi
00:09und damit eine über 2500 Jahre alte Monarchie.
00:14Ich habe zunächst nicht an einen Umbruch geglaubt.
00:21So stürzen autoritäre Regime. Zuerst schrittweise und dann ganz schnell.
00:29Schah Mohammed Reza Pahlavi, der letzte Kaiser Persiens, ist eine Schlüsselfigur der Weltpolitik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
00:42Sein schärfster Widersacher, Ruhollah Mousavi Khomeini.
00:46Der Ayatollah wird zum Hoffnungsträger all derer, die sich gegen den Schah stellen.
00:50Die beiden sind tatsächlich Gegenpole, so wie ihr gesellschaftliches Bild, so auch ihre beiden Personen.
01:01Sie wurden erbittete Gegenspieler. Der Schah war geradezu besessen von ihnen.
01:10Ihre Gegnerschaft begleitet sie fast ein Leben lang. Am Ende unterliegt der Schah.
01:15Der Ayatollah siegt und mit ihm der islamische Fundamentalismus, eine neue Herausforderung für die Weltpolitik.
01:36Im September 1941 wird ein junger Mann neuer Herrscher im Iran.
01:41Mit gerade 21 Jahren wird Shah Mohammed Reza Pahlavi im iranischen Parlament als Staatsoberhaupt vereidigt, mitten im Zweiten Weltkrieg.
01:56Als der Vater nach seiner Abdankung Iran verlassen hat, blieb Mohammed Reza zurück.
02:02Also der Vater Reza-Schah hat ihn auch zurückgelassen, hat eben auch gesagt, du musst das hier übernehmen, du bleibst
02:09hier.
02:11Darauf ist Mohammed Reza von seinem Vater von klein auf vorbereitet worden.
02:16Unter seinen Geschwistern hat er als Kronprinz immer eine Sonderrolle.
02:19Sein Vater bestimmt seine Spielkameraden und schickt ihn auf ein Schweizer Eliteinternat, damit er westlich ausgebildet wird.
02:31Schließlich schreibt er ihm vor, wen er zu heiraten hat.
02:35Es ist die ägyptische Prinzessin Fausia.
02:39Mit der arrangierten Ehe zwischen den beiden Herrscherhäusern will der Vater die Macht der Pahlavi-Dynastie im Iran stärken.
02:50300 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Teheran liegt die Oasenstadt Khomein.
02:57Dort wird 1902 in einem Haus am Stadtrand Roholla-Mousavi Khomeini als Jüngstes von sechs Kindern geboren.
03:05Seinen Vater lernt er nicht kennen.
03:08Dieser wird umgebracht, als er fünf Monate alt ist, unter ungeklärten Umständen.
03:15Khomeini macht später Reza Shah verantwortlich.
03:23Bis zum Ende seiner Tage dachte Ayatollah Khomeini, dass Reza Shah persönlich eingegriffen hatte, um den Mörder zu retten.
03:30Darüber war er verbittert.
03:32In seinen Schriften spricht er immer wieder von denen, deren Väter von Reza Shah getötet wurden.
03:40Bevor Reza Shah gezwungen wurde, abzudanken, hatte er begonnen, den Iran umfassend zu reformieren.
03:46Persien sollte ein moderner Staat werden.
03:49Dazu gehörte auch, dass die Frauen keinen Chador, den traditionellen Schleier, mehr tragen durften.
03:55Der Klerus sah das als Eingriff in seine Angelegenheiten und protestierte dagegen.
04:03Auch für Khomeini, inzwischen Student der islamischen Rechtslehre, ist das ein fundamentaler Verstoß gegen die Grundsätze des Islam.
04:11Khomeini war ein politischer, geistlicher, auch schon bevor er sie wirklich öffentlich auftrat, kann man das auch festmachen an seinen
04:19Schriften.
04:20Also wir haben ein Traktat von ihm, Kaschfol Asrar, also die Enthüllung der Geheimnisse, heißt dieser Titel.
04:27Darin greift er sehr stark Reza Shah an.
04:32Als Reza Shah auf Druck der Alliierten abdankte, muss das für Khomeini eine große Genugtuung gewesen sein.
04:38Er verlangt, dass der Iran fortan wieder nach islamischen Gesetzen regiert werden soll.
04:43Noch hat diese Forderung keine Wirkung.
04:49Reza Shah stirbt 1944 im südafrikanischen Exil.
04:54Spätestens jetzt, als sein Sohn ihn überführt, richten sich alle Augen auf den neuen Shah.
04:59Man ist gespannt, wie er den Konflikt mit der Geistlichkeit lösen wird, den er von seinem Vater geerbt hat.
05:05In der Öffentlichkeit ist er bis dahin eher zurückhaltend wahrgenommen worden.
05:14Wie Shakespeare sagt, manchen wird Größe zugeworfen, andere dagegen greifen nach der Größe.
05:23Mohammed Reza Shah wurde die Monarchie aufgedrängt.
05:26Und es ist ein großer Unterschied zwischen einem, der die Macht ergreift und den modernen Staat schafft,
05:31und jemandem, der eigentlich nur Ungarnkönig war.
05:38Der junge Shah handelt überraschend entschlossen.
05:41Wie sein Vater will er Staat und Gesellschaft modernisieren, dessen Konfrontationskurs zur Geistlichkeit aber beenden.
05:53Sein späterer Widersacher Khomeini unterrichtet inzwischen islamisches Recht.
05:58Er findet bei jüngeren Studenten Gehör, die sich radikalisieren.
06:02Eine Gruppe nennt sich Fedayuni Islam.
06:05Diese Märtyrer des Islam sind schiitische Fundamentalisten.
06:09Sie kommen aus den armen Vierteln Teherans und fordern die Errichtung eines Gottesstaates auf der Grundlage des Koran.
06:17Jeglicher westlicher Einfluss soll verboten werden.
06:20Frauen sich in der Öffentlichkeit wieder verschleiern.
06:27Auf den Shah wird Anfang 1949 ein Anschlag verübt.
06:31Er geht vermutlich auf das Konto der Terrorgruppe.
06:34Allerdings kann das nie bewiesen werden.
06:36Das iranische Parlament macht die Moskau-Treue to der Partei verantwortlich und verbietet sie.
06:42Dem Shah kommt das gelegen.
06:44Denn die kommunistische Ideologie ist ihm ebenso suspekt wie der radikale Islam.
06:50Sein politischer Weg richtet sich gen Westen.
06:56Ich freue mich und bin sehr gespannt auf alle Erfahrungen, die ich hier in der größten Demokratie einer freien Welt
07:08machen kann.
07:16Der amerikanische Präsident Harry S. Truman und die Menschen in den USA bereiten Shah Mohamed Reza im November 1949 einen
07:26überschwänglichen Empfang.
07:28Nicht ganz uneigennützig.
07:30Sie wollen sich einen Zugang zu den immensen Ölvorkommen im Iran sichern.
07:38Der Shah hingegen braucht Unterstützung bei seinen Plänen, den Iran von Grund auf zu modernisieren.
07:44Er interessiert sich für sämtliche technischen Neuerungen wie den Hoover-Staudamm.
07:49Nicht allen gefällt seine Begeisterung für den Westen.
07:52Das Land war total abhängig.
07:55Der Shah war abhängig von den Amerikanern und von den Briten.
08:02Und wir wollten ein unabhängiges Land haben.
08:07Ein Land, das sein Schicksal selbst in die Hand nimmt, selbst entscheidet.
08:13Der weltweite wirtschaftliche Aufschwung nach dem Krieg verlangt nach einem Treibstoff. Öl.
08:20In Abadan, unweit des Persischen Golfes, entsteht die größte Raffinerie der Welt.
08:25Seit Beginn des 20. Jahrhunderts liegt die Ölförderung vor allem in britischer Hand.
08:30Die anglo-iranische Ölgesellschaft ist im Iran wie ein Staat im Staate.
08:39Nachdem das iranische Parlament im März 1951 die Verstaatlichung der Ölindustrie beschließt,
08:46dreht Großbritannien dem Iran den Ölhahn zu.
08:50Viele britische Fachkräfte müssen das Land verlassen.
08:53Die Übernahme der Ölanlagen durch eine nationale Gesellschaft wird zwar stürmisch bejubelt,
08:59durch das Öl-Embargo liegt das Land wirtschaftlich aber schon bald am Boden.
09:04Extreme Parteien wie die kommunistische Today-Partei nutzen das aus.
09:09Sie bekommen immer mehr Zulauf.
09:15Der Schah flieht sogar kurzzeitig ins Exil, um aus der Schusslinie zu kommen.
09:20Die Mullahs und ihre Anhänger und unterschiedliche politische Gruppen wie die Kommunisten,
09:24die die Abschaffung der Monarchie und eine Volksrepublik wollen, ringen um die Vorherrschaft im Iran.
09:31Der Schah kann sich nur durch das Eingreifen der USA an der Macht halten.
09:35Der amerikanische Geheimdienst CIA unterstützt ihn mit viel Geld und hilft ihm, einen eigenen Geheimdienst aufzubauen, den SAVAK.
09:48Khomeini äußert sich in dieser Zeit nicht öffentlich zu politischen Fragen.
09:52Er zieht sich in der heiligen Stadt Khom in sein Haus zurück, wo er mit seiner Frau und seinen Kindern
09:58lebt.
09:58Nur seine ergebensten Anhänger kommen zu ihm, aber auch sie schweigen sich darüber aus, was Khomeini mit ihnen bespricht.
10:07Der Geistliche arbeitet in der Abgeschiedenheit weiter an seinen Ideen zur Islamisierung des Staates, verschwiegen, aber selbstbewusst.
10:18Denn der Schah sucht durchaus nach Verständigung mit den Mullahs.
10:22Er unternimmt immer wieder Pilgerfahrten nach Mekka in Saudi-Arabien, an den zentralen Wallfahrtsort des Islam.
10:29Als Muslim zeigt er damit seine Ehrfurcht vor dem Islam und akzeptiert die religiöse Autorität der Imame.
10:37Aber solche öffentlichkeitswirksamen Auftritte dienen immer mehreren Interessen.
10:47Ich glaube, seine religiösen Gefühle kamen von seiner Mutter. Seine Mutter war sehr religiös, sein Vater eindeutig nicht.
10:57Seine Religionspolitik hat aber nichts mit seiner Religiosität zu tun.
11:01Sie hat mit seiner Angst zu tun, dass die grösste Bedrohung für den Iran von den Kommunisten ausgeht.
11:07Man kann die Kommunisten bekämpfen, indem er die Religion stärkt. Und genau das tut er.
11:22Dem Schah ist jeder Verbündete im Kampf gegen den Einfluss der kommunistischen Sowjetunion recht.
11:27Deshalb versucht er die Geistlichen, die traditionell antikommunistisch und monarchistisch eingestellt sind, auf seine Seite zu ziehen.
11:36Eine Kalkulation, die nicht aufgehen wird.
11:40Er dachte, dass die Religion ein ideologischer Rückhalt sei. Und das war ein Irrtum.
11:52Religion, besonders wie sie vom schiitischen Klerus verstanden wird, hätte nie der ideologische Rahmen für eine Politik der Modernisierung und
12:00Verwestlichung werden können.
12:07Im Dezember 1959 wird in Teheran prunkvoll gefeiert.
12:13Boulevard-Reporter aus der ganzen Welt kämpfen um das beste Bild von Mohammed Reza Shah und Farah Diba.
12:19Nach zwei geschiedenen Ehen soll die neue Königin den ersehnten Thronfolger zur Welt bringen, damit die Pahlavi-Dynastie fortbestehen kann.
12:29Farah Diba wird zur einflussreichen Frau an der Seite des Schahs.
12:33Sie begleitet ihn auch auf seiner Amerika-Reise im April 1962, wo das Ehepaar frenetisch begrüßt wird.
12:45Mit Präsident John F. Kennedy intensiviert der Schah die iranisch-amerikanischen Beziehungen.
12:52Die beiden sind sich einig, dass nur ein starkes Militär die latente Bedrohung der Sowjetunion abwehren kann.
12:58Die Aufrüstung des Iran ist beschlossene Sache.
13:03Für die Amerikaner ein lohnenswertes Geschäft. Waffen für Öl.
13:17Die Amerikaner haben die modernsten Waffen dem Schah zur Verfügung gestellt, seine Militärs aufgebaut.
13:25Es gab unzählige militärische Berater im Iran.
13:30Die haben bestimmt, was gemacht wird und was nicht gemacht wird.
13:35Und alles, was sie gemacht haben, diente bestimmt nicht der Demokratie.
13:42Der Iran ist in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch ein Entwicklungsland.
13:47Die meisten Menschen sind Bauern ohne eigenen Grund und Boden.
13:51Der gehört feudalen Herren und Großgrundbesitzern, zu denen auch zahlreiche Mullahs oder religiöse Stiftungen gehören.
13:59Am 11. Januar 1963 stellt der Schah ein umfassendes Reformprogramm vor.
14:06Er nennt es die Weisse Revolution.
14:09Sie soll die Lebensbedingungen der Menschen spürbar verbessern.
14:16Die Weisse Revolution, zu der sich seine Majestät entschied, war wirklich seine Idee und Entscheidung.
14:23Er wollte, dass sich sein Land und seine Landsleute entwickeln.
14:30Ein landesweites Referendum gibt Rückhalt für das ehrgeizige Programm.
14:34Das Feudalsystem soll beendet, staatliche Unternehmen privatisiert, das Analphabetentum bekämpft, das Wahlrecht für Frauen eingeführt werden.
14:43Frauen dürfen bei der Volksbefragung noch nicht mit abstimmen, gehen aber zu den Wahlurnen, um ihre Zustimmung zu demonstrieren.
14:52Er wollte den Iran modernisieren. Mit der Weissen Revolution sollte es im Iran besser werden.
14:57Und in vielerlei Hinsicht war das auch so.
15:00Der Feudalismus wurde beendet. Das ist nicht einfach.
15:07Der Ausgangspunkt der Weissen Revolution ist eine Landreform, gegen den entschiedenen Widerstand des Klerus.
15:13Der Schafe gibt mehr als 500.000 Hektar Land, eine Fläche doppelt so groß wie das Saarland, an etwa 30
15:19.000 besitzlose Familien.
15:27Romaini macht sich zum Sprachrohr einer Gruppe von Mullers, die diese Politik als pro-westlich ablehnen.
15:36Romaini war zu der Zeit, als er dann wirklich öffentlich auftrat, eben nicht mehr der junge Geistliche, der vorher war
15:42in Rom, der sich über das Saarland beschwert hatte,
15:45der sich dann eben auch zurückhielt aus Respekt vor seinen Lehrern, sondern zu der Zeit war er dann eben auch
15:50schon Großayatollah,
15:51hatte sich dann eben auch schon eine ansehnliche Anhängerschaft versammelt und konnte dann natürlich auch, hatte ein ganz anderes Mobilisierungspotenzial.
16:00Khomeini nutzt seinen Machtzuwachs aus. Er tritt aus seiner bislang eher zurückgezogenen Position heraus und stellt sich offensiv gegen die
16:09Politik des Schahs.
16:10Er warnt ihn erstmals öffentlich davor, den Weg seines Vaters weiter fortzusetzen.
16:19Khomeini schickte ein paar Briefe direkt an den Schah und der Schah hielt ein paar Reden, die direkt darauf antworteten.
16:30Sie sind bemerkenswert.
16:35Khomeini für seinen Trotz, der dem Schah sagt, Junge, pass auf, dass ich dich nicht wie dein Vater aus dem
16:41Land werfe.
16:45Und der Schah vergleicht die Geistlichen mit diesen kleinen Ameisen, die im Kot leben.
16:54Wir werden sie nicht dieses Land regieren lassen.
17:00Ein Herzstück der Weissen Revolution ist die Stärkung der Rolle der Frau in der iranischen Gesellschaft.
17:07Die Iranerinnen nutzen die Gelegenheit, ihre neu erworbenen Rechte und das damit verbundene Selbstbewusstsein öffentlich einzusetzen.
17:17Frauen können jetzt nicht nur wählen, sondern sich auch als Kandidatinnen aufstellen lassen.
17:23Für die Frauen im Iran ist das ein Meilenstein auf dem Weg der Emanzipation.
17:33Die Freiheit der Frauen war sehr wichtig.
17:37Die Rechte der Frauen zu der Zeit waren im Vergleich etwa zu europäischen Ländern fortschrittlich.
17:46Durch die neue Rolle von Frauen in Politik und Gesellschaft sehen Khomeini und seine Anhängerschaft die Grundfesten ihres Glaubens bedroht.
17:54Sie gehen zum Gegenangriff über. Khomeini prangert Korruption, staatliche Gewalt und die Folterungen des iranischen Geheimdienstes Sawak an.
18:04Er droht dem Tyrannen unserer Zeit, wie er in einer Rede sagt, mit einer schwarzen Reaktion auf die Weiße Revolution.
18:12Khomeini war der Einzige, der sehr radikal damals gegen den Schah sich geäußert hat.
18:20Er hat ihn gedroht, dass er ihn als einen sündhaften Menschen, religiös sündhaften Menschen darstellen würde.
18:36Und er hat gedroht, einen Aufstand gegen ihn zu organisieren.
18:46Es kommt zu Demonstrationen und Gegendemonstrationen.
18:49Der Schah schickt das Militär in die heilige Stadt nach Rom. Es fließt Blut.
18:54Khomeini wird verhaftet, ihm droht die Todesstrafe.
18:58Nur durch die Fürsprache zahlreicher Geistlicher wird das Urteil gemildert.
19:02Khomeini muss ins Exil nach Najaf im Irak.
19:10Währenddessen erweist sich die Durchführung der Weißen Revolution für die Landbevölkerung schwieriger als gedacht.
19:16Die Bauern haben zwar nun ihre eigenen Felder, die sie bestellen können,
19:21aber es fehlt ihnen oft an Saatgut, Wasser und modernen landwirtschaftlichen Geräten.
19:29Khomeini zieht sich in seinem Exil in Najaf, der Hochburg des schiitischen Islam im Irak, zunächst völlig zurück.
19:36Er glaubt mit 60 schon am Ende zu sein.
19:40Er ist isoliert. Viele iranische Schriftgelehrte wollen mit seinen politischen Aktivitäten nichts zu tun haben.
19:49Er vertieft sich wieder in das Studium der Heiligen Schriften.
19:53Spricht nur mit wenigen seiner Schüler, um auf dem Laufenden zu bleiben, über die Situation im Iran.
20:02Eine der wenigen Stützen ist seine Familie, die ihn ins Exil begleitet hat.
20:15Währenddessen knüpft man im Oktober 1967 im Iran an die Herrlichkeit alter Zeiten an.
20:22Der Schah hat immer betont, dass er erst für sein Land etwas leisten wolle, bevor er den Pfauenthron mit allen
20:29Ehren besteigt.
20:30Nun lässt er sich in Teheran zum Kaiser krönen.
20:34Vom Klerus bekommt er Unterstützung.
20:37Der Schah hat bei seinen öffentlichen Auftritten stets die Geistlichkeit mit einbezogen.
20:42Er weiß, wie wichtig gerade für die einfache Bevölkerung der Hinweis auf die religiösen Grundlagen der Herrscherdynastie ist.
20:49Nun scheint er angekommen zu sein. Er ist der Schah-Nschah, der König der Könige.
21:00Und er krönt auch seine Frau zur Kaiserin. Ein noch nie dagewesenes Ereignis in der langen Geschichte Persiens.
21:11Als seine Majestät mir die Krone aufsetzte, war es, als ob er sie auf das Haupt aller Frauen setzte.
21:19Das war sehr wichtig in der Geschichte unseres Landes.
21:23Ich dachte nicht, dass ich wichtig geworden bin.
21:26Ich dachte, dass es ein Zeichen des Fortschritts und des Respekts für die Frauen war.
21:35Im Mai und Juni 1967 ist das glanzvolle Paar auf Staatsbesuch in der Bundesrepublik.
21:42Begrüßt von Bundespräsident Lübcke und Bundeskanzler Kiesinger.
21:46Die Visite gilt in erster Linie wirtschaftlichen Interessen.
21:50Der Schah besucht die großen Stahlfirmen an Rhein und Ruhr,
21:54weil er Unterstützung bei der Industrialisierung seines Landes braucht.
21:57Zum Beispiel beim Bau neuer Staudämme für die Bewässerung der Landwirtschaft.
22:03Eine lukrative Möglichkeit für die deutsche Wirtschaft.
22:08Man hat das Potenzial des Marktes gesehen.
22:11Die Banken waren auch beteiligt und daran interessiert,
22:15als Finanzier für derartige Dinge in Frage zu kommen.
22:19Sodass das eigentlich ein Geben und Nehmen war.
22:26Als das Herrscherpaar in Berlin die deutsche Oper besucht,
22:29zeigen sich die hässlichen Seiten des Schahregimes.
22:33Mitglieder seines Geheimdienstes Sawak greifen Demonstranten an,
22:37die gegen Unterdrückung und Folter im Iran protestieren.
22:40Die Situation eskaliert.
22:43Der Schahbesuch und die Proteste gegen seine Politik
22:46werden zu einer Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik.
22:55Um die Weisse Revolution zu einem Erfolg zu führen,
22:59rüstet der Schah mit Kapitalhilfen aus dem Ausland technologisch auf.
23:03Er investiert Milliarden in die Elektrifizierung und zahlreiche Industrien.
23:09Der Iran soll den Anschluss an die Moderne finden und wieder groß werden.
23:13So wie es das Perserreich in der Geschichte war.
23:20Unser Land wird in den nächsten zehn Jahren dort stehen, wo sie heute sind.
23:24In 25 Jahren wird der Iran, das sagen andere, nicht ich,
23:28zu den fünf wohlhabendsten Ländern der Welt gehören.
23:35Dafür investiert der Schah auch in Atomenergie.
23:39US-amerikanische und französische Unternehmen wollen das lukrative Geschäft machen.
23:44Am Ende aber sind es westdeutsche Firmen, die den Vertrag mit dem Iran abschließen.
23:57Natürlich waren wir stolz, dass wir den Auftrag bekamen,
24:00das erste Atomkraftwerk im Iran zu bauen, also Siemens KWU.
24:07Auf der anderen Seite habe ich mich natürlich gefragt, warum baut ein Land,
24:11das unendlich viele Energiereserven, Öl und Gas hat, warum bauen die überhaupt ein teures Atomkraftwerk?
24:20Einmal spielte natürlich für die deutsche Wirtschaft auch der Opportunismus eine Rolle.
24:25Wir waren interessiert zu liefern oder zu investieren.
24:33Vor allem die Hauptstadt Teheran öffnet sich dem kulturellen Lebensstil des Westens und wird zu einer modernen Großstadt.
24:41Verschleierte Frauen kommen kaum noch im Stadtbild vor.
24:45Die Jugend kann grenzenlos reisen und sich im Ausland bilden.
24:48Die jungen Leute genießen alle Vorzüge einer Stadt von Welt und geben sich freizügig.
24:57An den politischen Machtstrukturen ändert sich hingegen nichts.
25:02Sie bleiben traditionell monarchistisch und auf den Schad zugeschnitten.
25:08Er wollte alles alleine entscheiden.
25:11Und das war der Fehler, der erstens alle Misserfolge, die er hatte, erklärt.
25:20Und letztendlich auch das, was zu seinem Ende geführt hat.
25:29Die Minister des Schahs wagten es nicht, ihm zu sagen, dass es um die wirtschaftliche Situation im Land schlecht stand.
25:36Es war auf die Veränderung von oben zurückzuführen.
25:40Auf eine autoritäre Herrschaft voller Korruption, Verbrechen, der Tötung von Intellektuellen.
25:46Das Land blutete intellektuell aus. Es war Verrat.
25:51Der Iran stand wie unter Fremdherrschaft.
25:57In Najaf im Irak scheint dagegen die Zeit stehen geblieben zu sein.
26:02Romeni hält Vorlesungen vor einem kleinen Kreis von Studenten.
26:06Er denkt darüber nach, wie eine islamische Rechtsordnung aussehen könnte, in der Klerus eine führende Rolle spielt.
26:12Er verdammt die Seichtigkeiten und pure Sinneslust des Westens, greift die Kolonialmächte und Israel an und fordert das Ende einer
26:23Trennung von Politik und Religion.
26:26Die Mitschriften der Vorlesungen werden in einem Buch über den islamischen Staat veröffentlicht.
26:35Ich gehörte vielleicht zu den ersten, die es gelesen haben. Ich war schockiert.
26:40Aber wie viele andere dachte ich, das wird nie passieren. Das ist eine mittelalterliche Idee.
26:46Der Iran, der 1905, 1907 eine Verfassungsrevolution hatte, wird nicht zulassen, dass der Klerus Menschen auf öffentlichen Plätzen die Hände
26:55abhackt.
26:57Er wird dem Klerus nicht die Herrschaft überlassen, weil man die Scharia kennt.
27:05Ich lag falsch. Genauso wie viele Länder und Mächte.
27:13Im Iran darf das Buch über den islamischen Staat nicht erscheinen. Es ist verboten.
27:21Ich habe sein Buch Veloyate Fahri ein paar Jahre vor dem Sieg der Revolution immer wieder an verschiedene Orte und
27:28Städte mitgenommen und dort an Personen verteilt.
27:31Wenn die Geheimpolizei Sawak in der Zeit davon erfahren hätte, dann hätte es für uns schwerwiegende Folgen gehabt.
27:39Aber wir haben dennoch unsere Arbeit fortgesetzt.
27:46Wer sich politisch gegen das Schah-Regime stellt, muss damit rechnen, im Gefängnis des iranischen Geheimdienstes Sawak zu landen.
27:54Dort sind Folterungen und Hinrichtungen an der Tagesordnung.
27:59Dagegen hatten auch die Studenten in Deutschland beim Schah-Besuch demonstriert.
28:04Auch heute aktive Politiker des Iran, wie der derzeit herrschende oberste Religionsführer Ali Khamenei, waren hier während der Schah-Zeit
28:12inhaftiert.
28:16Haben sie schlimme Dinge getan? Ja.
28:19Haben sie Menschen gefoltert? Ja.
28:22Man darf nicht vergessen, dass sie viele Menschen gefoltert, viele Menschen hingerichtet haben.
28:26Aber die Opposition war auch sehr erfolgreich, indem sie die Zahl der Menschen, die im Gefängnis waren, übertrieben hat.
28:33Wir haben gesagt, dass es im Iran Hunderttausende von Gefangenen gibt. Die tatsächliche Zahl lag bei etwa 4000.
28:44Widerspruch oder gar Widerstand ist im Schah-Regime nicht vorgesehen.
28:47Ein offener politischer Dialog über die soziale und politische Entwicklung des Landes findet nicht statt.
28:55Die Parteien von rechts bis links sind größtenteils ausgeschaltet.
28:59Die Opposition ist ins Ausland geflüchtet oder weggesperrt.
29:04Die autokratische Alleinherrschaft des Schahs führt dazu, dass er mehr und mehr den Kontakt zu den Menschen in seinem Land
29:11verliert.
29:12Das Land entwickelt sich nur dann, wenn die Menschen eine gewisse Autonomie bekommen.
29:20Das heißt, wenn sie das eigene Schicksal selbst in die Hand nehmen.
29:26Das ist ein Prozess der Demokratie.
29:30Ohne Demokratie, ohne Teilnahme der Bevölkerung läuft nichts.
29:37So spielen etwa die Händler in den Bazaren eine wichtige gesellschaftliche Rolle im Iran.
29:42Millionen von Menschen kommen jeden Tag zu ihnen, um einzukaufen.
29:46Der Schah aber berücksichtigt die Gruppe der Basaris, der Bazar-Händler, bei seiner Politik der Verwestlichung nur wenig.
29:55Kaufhäuser, Handelsketten und Supermärkte, wie man sie im Westen kennt, bedrohen ihre Lebensgrundlage.
30:00Der Schah ist sich nicht bewusst, welche Folgen seine Politik hat und wie viele Gegner er sich damit schafft.
30:07Die iranische Revolution war ja erstmal per se keine rein islamische Revolution,
30:12sondern vereinte eben ganz unterschiedliche Kräfte, die eben auch in der iranischen Geschichte sehr stark waren.
30:17Deshalb würde ich das nicht reduzieren wollen auf so eine geistige Opposition gegenüber dem Pahlavi-Staat.
30:29Er verfolgte alle Linken, egal ob es die Linke war, die von der Sowjetunion abhängig war oder ob es Sozialdemokraten
30:36waren.
30:38Die einzigen, die Moscheen und Schulen bauen, ihre eigenen Kader unterrichten durften, waren die Religiösen.
30:45Wenn man Millionen in die schäbigen Viertel der Städte treibt, sie dort konzentriert und leicht mobilisierbar macht
30:51und den Klerus als einzigen dort aktiv sein lässt, dann darf man nicht überrascht sein, wenn die Revolution vom Klerus
30:57gewonnen wird.
31:03Der Schah lässt in den 70er Jahren viele Moscheen renovieren.
31:08Auch die Zahl der Koranschulen steigt immens.
31:10Er will damit dem Klerus versichern, wie wichtig ihm der Islam als ein wesentliches Fundament der iranischen Gesellschaft ist,
31:18trotz der Ausrichtung seiner Politik Richtung Westen.
31:23Durch sein öffentliches Auftreten und die jährliche Pilgerreise in die Stadt Mashhad,
31:28die als eine der sieben heiligen Städten des schiitischen Islam gilt, erhofft er sich, den Klerus fest an seiner Seite
31:35zu halten.
31:43Er sah die Religion als seine letzte Verteidigungslinie.
31:48Die Religion war für ihn sein stärkstes Bollwerk im Land.
31:53Aber da verschätzte er sich, kolossal, strategisch, ideologisch und politisch.
31:59Denn was er als seine mächtigste Hochburg und seinen Rückhalt betrachtete,
32:03stellte sich als sein tödlichster und gefährlichster Feind heraus.
32:15Die ersten Protestmärsche gegen den Schah finden Anfang 1978 in Chom statt.
32:22Anlass ist ein Schmähartikel gegen Khomeini, der in einer großen iranischen Tageszeitung erscheint.
32:29Darin werden er und der Klerus der Konterrevolution bezichtigt.
32:32Seine Anhänger organisieren eine Sympathiekundgebung.
32:36Es war eine sehr dynamische Revolution.
32:40Vielleicht ist es die schnellste Revolution der Geschichte, weil alles innerhalb von vier Monaten passierte.
32:47Mit jedem Tag wurde die Entschlossenheit des Schahregimes, an der Macht zu bleiben, schwächer.
32:51Und die Entschlossenheit der Opposition, seinen Rückzug zu fordern, nahm zu.
32:59Bei der Demonstration in Chom hat es Tote gegeben. Nach islamischem Brauch wird nun alle 40 Tage der Toten gedacht.
33:08Bald schon sind es Hunderttausende, die auf die Straßen gehen. Und von Mal zu Mal werden es mehr.
33:18Der Schah hat mit diesem Widerstand nicht gerechnet. Es trifft ihn und sein Regime völlig unvorbereitet.
33:24Die wachsende Macht der Straße lähmt ihn.
33:28Am 19. August 1978 wird ein Brandanschlag auf das Cinema Rex in der Ölstadt Abadhan verübt.
33:36422 Menschen sterben. Die Opposition beschuldigt den iranischen Geheimdienst und den Schah.
33:41Später mehren sich die Hinweise, dass Geistliche den Anschlag verübt hätten, mit Khomeini als Drahtzieher im Hintergrund.
33:49Nach Cinema Rex veränderten sich das Ausmaß und die Wut der Proteste. Auch der Slogan.
33:55Zum ersten Mal hörte ich tausende Rufen Tod dem Schah.
34:00Das wäre 1977 noch unvorstellbar gewesen.
34:05Der Protest der Massen schlägt in offene Gewalt um. Teheran steht in Flammen. Das Militär greift ein.
34:12Am 8. September 1978, der als schwarzer Freitag in die Geschichte des Iran eingeht, kommen am zentralen Jolay-Platz 64
34:22Menschen zu Tode.
34:23Die Opposition spricht von 15.000 Toten. Es kommt zu einem Generalstreik, der das Land lahmlegt.
34:38Der Schah verfügte über ein starkes Militär und Geheimdienste und dergleichen mehr.
34:47Also alle Instrumente der Macht hat er in der Hand.
34:51Deswegen haben viele gedacht, auch so wie ich, erstmal versuchen wir mit Khomeini das Regime zu stürzen.
35:04Danach wird man schon mit ihm fertig werden.
35:10Khomeini wird auf Betreiben des Schahs von der irakischen Regierung zur unerwünschten Person erklärt.
35:16Er muss sein Exil in Nadja verlassen. Vertraute raten ihm, nach Europa auszureisen, was er zunächst ablehnt.
35:24Was soll er in einem nicht-islamischen Land? Er hat sich getäuscht.
35:29Zu seinem Aufenthaltsort in Neufle-le-Château, einem kleinen Vorort von Paris, pilgern Tausende seiner Anhänger aus der ganzen Welt.
35:37Auch westliche Politiker und Intellektuelle wie Jean-Paul Sartre, Michel Foucault und François Mitterrand unterstützen Khomeini.
35:47In Frankreich steht er plötzlich im Zentrum der Weltöffentlichkeit.
35:56Er wurde plötzlich zu einer internationalen Berühmtheit.
36:00Und er war viel klüger, als der Schah, die Briten und die iranische Opposition ihm zugetraut hätten.
36:10Die Idee war zu Beginn, dass sie ihn nach Neufle-le-Château schicken würden, wo er peinlich werden, reaktionäre Dinge
36:16sagen und die Leute erschrecken würde.
36:19Aber er sagte nichts Reaktionäres. Er war sehr vorsichtig.
36:23In keinem seiner 110 Interviews sprach er von der Herrschaft des Kleros.
36:32Anstelle des Schahs wollen wir einen islamischen Rechtsstaat, eine demokratische Regierung und einen unabhängigen Iran aufbauen.
36:45Von den radikalen Vorstellungen, die Khomeini in seinem Buch über den islamischen Staat geäußert hat, ist nichts zu hören.
36:51Da seine Schriften im Iran verboten und im Westen unbekannt sind, kann ihn auch niemand darauf ansprechen.
36:58Seine Reden gegen den Schah werden aufgenommen und im Iran verbreitet.
37:06Wir haben diese Ankündigungen in jeder Form hier und da weitergegeben, die Kassetten hier und da verteilt.
37:13Wir haben sie sogar bis in die Dörfer gebracht.
37:19Die Generäle im Iran warten darauf, dass der Schah ihnen den Befehl gibt, gegen die Aufständischen vorzugehen.
37:25Doch der ist von einer Krebserkrankung geschwächt und gibt kein Zeichen dazu.
37:31Das Militär ist ratlos und hält sich zurück.
37:38Als die Soldaten nicht weiter auf das Volk schießen, stecken ihnen die Menschen Blumen in die Gewehre und drücken ihnen
37:44Bilder von Khomeini in die Hand.
37:47Sie feiern ihren neuen Anführer.
37:50In einer Fernsehansprache an das iranische Volk will der Schah des Ruder noch einmal herumreißen.
37:56Ich habe die Botschaft der Revolution des iranischen Volkes gehört.
38:00Ich garantiere, dass die zukünftige iranische Regierung in Übereinstimmung mit der Verfassung, der sozialen Gerechtigkeit, dem nationalen Willen ist.
38:07Auch wird sie frei von Tyrannei, Unterdrückung und Korruption sein.
38:14Er sah schwach aus, wirkte vollkommen mutlos. Er konnte den Text nicht lesen.
38:22Und der entscheidende Punkt, den er sagte, ist, das ist der berühmte Satz,
38:26ich habe den Ruf eurer Revolution gehört, gebt mir eine zweite Chance.
38:33Die Menschen verstanden dies zu Recht als Zeichen seiner Schwäche.
38:36Wenn es jemals ein Zeichen gab, dass er diese Situation nicht meistern konnte, dann war das für mich diese Rede.
38:47Die Krise im Iran alarmiert auch auf internationaler Ebene.
38:51Der französische Staatspräsident Giscard d'Estaing lädt Bundeskanzler Schmidt, US-Präsident Carter und den britischen Premier Callaghan zu einer Konferenz
39:00nach Guadeloupe ein.
39:01Hier wird über das Schicksal des Iran entschieden.
39:07Das heisst, die Westmächte lassen den Schah und sein Regime fallen.
39:11Am 16. Januar 1979 verlässt er mit seiner Familie den Iran.
39:17Der Schah denkt, dass die Krise bald vorbei sei und er zurückkehren könne.
39:22Es wird ein Abschied für immer.
39:24Ich werde nie die Tränen in seinen Augen vergessen, als wir das Land verließen und den Offizier, der sich zu
39:34Füßen seiner Majestät warf.
39:37Er war eine gespaltene Persönlichkeit.
39:41Wenn er sich stark fühlte, war er extrem selbstbewusst.
39:47Aber die ersten Anzeichen von Schwäche machten ihn sehr ängstlich.
39:5314 Tage später, am 1. Februar 1979, fliegt Khomeini von Paris nach Teheran.
40:00Niemand weiss, wie diese Reise ausgehen wird.
40:02Wird die Luftwaffe des Schahs die Maschine abdrängen oder abschießen, um Khomeini an seiner Rückkehr zu hindern?
40:11Wenn man in das Flugzeug trotz der Gefahr einsteigt, fühlt man sich nicht sicher.
40:19Natürlich ist man besorgt.
40:22Herr Khomeini zeigte keine Furcht, aber bestimmt hatte auch er Angst.
40:28Wie jeder Mensch.
40:36Nach 14 Jahren Exil betritt Khomeini wieder iranischen Boden.
40:41Millionen von Menschen feiern seine Rückkehr frenetisch.
40:44Die persische Monarchie hat nach 2500 Jahren ausgedient.
40:50Khomeini wird als neuer Heilsbringer empfangen.
40:53Noch ahnt niemand, welche Konsequenzen die islamische Revolution für den Iran haben wird.
41:09Praktisch alle Intellektuellen unterstützten Khomeini, von rechts bis links.
41:15Einschließlich derer, die den Schah unterstützt hatten.
41:17Auch all unsere großen Unternehmer, unsere Tycoons, unsere Milliardäre.
41:23Er hatte eine beeindruckende Einheit zwischen all diesen verschiedenen Gruppierungen in Teheran geschaffen.
41:34Khomeinis Erstbesuche gelten dem Friedhof Beheshte Sahra, am Stadtrand von Teheran, wo die Toten des Schah-Regimes liegen,
41:42und der heiligen Stadt Khom, wo viele Jahre zuvor sein Widerstand begann.
41:57Die Konfrontation zwischen diesen beiden war die Konfrontation zweier gegensätzlicher Willen.
42:02Und in einer solchen Konfrontation ist es immer der stärkere Wille, der gewinnt.
42:07Und genau das ist im Iran passiert.
42:10Khomeinis Wille, die Macht zu erobern, war viel stärker als der Wille des Schahs, die Macht zu behalten.
42:22Nach einer Odyssee durch verschiedene Länder stirbt der Schah an seiner schweren Krebserkrankung am 27. Juli 1980 in Kairo.
42:31Er wird 60 Jahre alt. Sein Leichnam wird in der Al-Refoe-Moschee in der ägyptischen Hauptstadt beigesetzt.
42:44Ayatollah Khomeini stirbt am 3. Juni 1989 in Teheran an einer Herzattacke und ruht heute in einem Mausoleum.
42:53Während seiner zehnjährigen Regierungszeit hat er seine Vorstellungen von einer islamischen Revolution mit kompromissloser Härte umgesetzt und den Iran zu
43:03einem Gottesstaat gemacht.
43:05Damit hat er eine Dynamik in Gang gesetzt, die die Welt bis heute in Atem hält.
43:12Die Welt bis heute in Atem hält.
43:47Die Welt bis heute in Atem hält.
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