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00:00Our author wrote something very nice about you, the dear Kira.
00:04ìÄlter werden sei die einzige Möglichkeit, um länger zu leben,î sagt er.
00:09Er muss es wissen, heute auf den Tag genau ist er 90 Jahre, 6 Monate und 8 Tage alt.
00:15Eines seiner Lebensmotto, ich will und ich kann.
00:18Wir sind gespannt und freuen uns auf Dieter Hallervorden.
00:27Ja, ja, ja.
00:30Wir haben ja, ich erkläre das kurz, wir haben eine längere Historie auch schon.
00:34Wir beide haben auch schon eine Riverboot-Ausgabe zusammen moderiert.
00:37Ja, stimmt.
00:38Und deshalb duzen wir uns unter anderem auch.
00:40Ja, gerne, ja.
00:41Ich freue mich.
00:42Ich erinnere mich übrigens.
00:43Du erinnerst dich?
00:43Mh.
00:44Du kannst mich auch noch ganz gut hören.
00:47Ja, ich hab die Hörgeräte drin.
00:49Ja.
00:50Also auf dieser Humorebene sind wir beide auch tatsächlich miteinander unterwegs.
00:54Ich möchte gerne über deine Theater und deine Geburtstage in Kombination reden, weil ich
01:01finde, all das, was du dir da angeschafft hast an Theatern, ja.
01:05Andere kaufen Bücher, du kaufst Theater.
01:07Der Theater hat immer was ganz Besonderes mit dir persönlich auch zu tun.
01:11Also du hast dir zum 87.
01:15hast du dir dein Herzensprojekt geschenkt, nämlich in Dessau.
01:18Das Mitteldeutsche Theater in der Marienkirche.
01:21Dieses Theater, warum bedeutet dir das?
01:24Ich glaube, man hat manchmal das Gefühl, das bedeutet dir am meisten sogar noch.
01:28Naja, Theater sind ja ein bisschen wie meine Kinder.
01:31Das ist das jüngste Kind, also vor etwa vier Jahren ins Leben gerufen.
01:36Und es war mir ein großes Bedürfnis meiner Geburtsstadt Dessau, was zurückzugeben
01:41und einen kulturellen Bereich zu eröffnen, den sie zum Teil da in dem großen Theater nicht bedienen konnten.
01:49Und dazu kommt noch, ich bin da Ehrenbürger.
01:52Das heißt, man muss ja auch ein bisschen was tun dafür, dass man Ehrenbürger geworden ist.
01:56Und da habe ich mir gedacht, naja, machst du das zu einem Zeitpunkt, wo ja durch Corona bedingt
02:00viele Theater geschlossen wurden.
02:02Es war schon ziemlich waghalsig.
02:05Aber ich bin jemand, der Ziele verfolgt und sagt von vornherein, also ich muss das Ziel erreichen.
02:13So ist zum Beispiel in meinem Film sein letztes Rennen, das bin dann letzten Endes ich.
02:17Ich setze mir Ziele und gegen alle Widerstände will ich auch ans Ziel kommen.
02:22Das ist ein gutes Stichwort, das letzte Rennen.
02:24Da sagst du ja, das ist so deine Lebensphilosophie, die du da eigentlich gespielt hast.
02:29Mit 80 Jahren hast du diese Rolle gespielt.
02:31Du sagst selber, es gibt eine wunderbare Dokumentation über Dieter Hallervorden zum 90.
02:39Und da sagst du auch, da hatte ich Übergewicht und habe mich aber getraut, diese Rolle anzunehmen.
02:44Das geht um einen Marathonläufer.
02:47Und du hast diese Träume, an die keiner geglaubt hat, hast du da umgesetzt.
02:52Na ja, man muss ja einem Produzenten, wenn man einen Vertrag unterschreibt, natürlich auch garantieren können, dass man das leisten
02:58kann.
02:59Und die Schwierigkeit war ja, ich bin Wassersportler, also Laufen ist an sich nicht so meine Sache.
03:04Das heißt, ich habe ein Dreivierteljahr wirklich intensivst geprobt und so weiter.
03:08Ich habe natürlich, wie du sagst, etwa neun Kilo abgenommen.
03:11Ich habe die Ernährung umgestellt, weil ich wusste, diese Rolle ist für mich der Türöffner für eine andere Welt.
03:20Didi war ganz schön und ich habe ja auch im Theater dann Hauptmann gespielt und habe da bewiesen im kleinen
03:30Kreis vom Theater, dass ich andere Farben drauf habe.
03:33Aber dieses war die Möglichkeit zu sagen, ich gebe den Leuten die Möglichkeit, mich als Charakterdarsteller zu sehen.
03:42Und hat dann ja auch geklappt mit dem Filmpreis und hat mir natürlich auch Spaß gemacht, den Kritikern mal eine
03:48rote Karte zu zeigen, die mich jahrzehntelang abgewarscht hat.
03:51Mit der Lola in der Hand.
03:57Und ich muss eigentlich dazu sagen, die in der Runde haben ja alle eine gewisse Zeit an Minuten zu füllen.
04:03Ich neige ja sehr zu kurzen Antworten. Ich hoffe, du hast genügend Fragen vorbereitet.
04:08Ich habe es so.
04:09Ich habe für alle Eventualitäten, ich bin bereit.
04:12Und vor allem kann ich dir versprechen, dass wir am Ende unseres Gesprächs, da hast du nochmal einen kleinen Werbeblock.
04:17Da kannst du, weil ich liebe das, dass Menschen mit so viel Herzblut ihr Projekt machen, da kannst du nochmal
04:22richtig schön erzählen, was es da alles gibt, zu sehen geben wird in Dessau.
04:26Wann wird das sein, diese Werbeblock? Denn ihr habt ja einen großen gehabt.
04:29Wie gesagt, du kannst dir sicher sein, also zum Ende unseres Gespräches.
04:35Wir sagen dir Bescheid.
04:36Pass auf, und das Schlossparktheater in Berlin, da hast du richtig viel Geld auch reingesteckt.
04:43Das war auch so ein Wunsch, da hast du deinen 90. zum Beispiel auch gerade verbracht.
04:47Natürlich hast du eine Premiere gespielt an deinem 90. Geburtstag.
04:50Das war auch eine besondere Art von Geburtstagsparty, die du da geschmissen hast.
04:55Warum war dir das so wichtig, das Theater?
04:57Also ich bin als Schauspielschüler immer am Schlossparkhof nicht vorweigefahren,
05:02sondern ich habe mir Martin Held angesehen, ich habe mir Bollmann angesehen,
05:05ich habe mir die großen Leute angesehen und habe bestaunt und dachte, ja, irgendwann würde ich da auch gern mal
05:11spielen.
05:11Und als ich dann im reiferen Alter vorbeifuhr und das Theater geschlossen sah, einfach geschlossen aus,
05:18dachte ich, dafür sind Theater ja eigentlich nicht gemacht.
05:21Das können Sie bei Toiletten meinetwegen machen, aber nicht bei Theater.
05:25Und habe mich dann beworben, mit zehn anderen Leuten das Theater wieder zu eröffnen.
05:30Eigenartigerweise habe ich dann den Zuschlag bekommen, weil wir mussten ja alle unsere Konzeptionen vortragen.
05:35Und das ist gewesen im Jahre 2009, habe ich mit Wovereit zusammen mit dem Rathaus den Vertrag unterschrieben,
05:42habe dann auch mein Versprechen eingehalten, den ganzen Umbau, die ganze Renovierung
05:47und der Beachtung aller Denkmalschutzauflagen rechtzeitig zu Ende zu führen.
05:51Wir haben Anfang September dann darauf eröffnen können.
05:58Und ich dachte, ja gut, alleine werde ich es wohl schaffen müssen.
06:04Und dachte auch, na gut, also hier soll mein Geld begraben werden.
06:08Und der Architekt sagte, ja, das sind so 400.000 Euro, müssen Sie rechnen.
06:12Geworden sind es 1,7 Millionen.
06:16Und die habe ich bezahlt.
06:22Vielleicht ein kleiner Beweis dafür, dass ich wirklich die große Theaterliebe habe.
06:27Aber auch, dass die Duty laufen ist, würde ich mal sagen.
06:30Naja, da musste man schon erstmal ein bisschen kämpfen.
06:32Mir hat da auch sehr geholfen, dass ich dann den Film sein letztes Rennen und Honig im Kopf gemacht habe,
06:37wo Leute merkten, ach, vielleicht doch ganz interessant, den mal auf der Bühne live zu sehen.
06:42Das war ein sehr schwerer Anfang.
06:45Aber man muss eben einfach den Durchhaltewillen haben.
06:50Und ich finde, man muss immer aus scheinbar negativen Dingen versuchen, das Positive rauszukitzeln.
06:58Also zum Beispiel, ich meine, es gibt ja keinen Regenbogen ohne Regen.
07:02Also so muss man denken.
07:04So hast du wahrscheinlich auch gedacht, weil das finde ich auch so toll.
07:07Ich als Berlinerin bin natürlich mit den Wühlmäusen auch aufgewachsen.
07:10Mit diesem legendären, das ist ja schon ein Kulttheater, das hast du mit deiner damaligen Frau,
07:15das habt ihr zusammen aufgebaut und da war noch weder Lahme noch Kohle, da war gar nichts da.
07:21Und da hast du aber auch einfach schon so diese Leidenschaft eben auch schon gehabt,
07:25in Verantwortung zu gehen, auch für andere Künstler auch.
07:28Naja, das Theater existiert jetzt, also im sechsten, sechzigsten Lebensjahr.
07:33Ich bin jetzt, wie gesagt, über 90.
07:36Das heißt, ich habe es als 25-Jähriger gegründet.
07:39Und es existiert heute noch.
07:41Da finde ich natürlich stolz, dass in unserer sehr schnelllebigen Zeit so ein Theater so lange bestehen bleibt.
07:47Und zwar ohne jede Subvention.
07:48Gehst du eigentlich immer noch jeden Abend auf die Bühne und dankst deinen Eltern?
07:54Das habe ich irgendwo mal gelesen und weiß gar nicht, ob du das wirklich immer machst oder ob das…
07:58In meinem neuen Programm wird das auch eine Rolle spielen.
08:02Ich habe da verschiedene Lieder drauf, auch auf meinen Vater übrigens.
08:06Und ich muss sagen, dass ich ein sehr, sehr rührendes Elternpaar hatte, eine sehr, sehr schöne Kindheit.
08:19Und ich stelle mir immer vor, weil die das nicht mehr erlebt haben, wenn ich jetzt auf der Bühne stehe
08:25und sie würden unten sitzen,
08:26wie würden sie reagieren. Das beruhigt mich ein bisschen.
08:29Ich bin immer wahnsinnig aufgeregt. Ich habe sehr viel Lampenfieber.
08:33Und das hilft mir ein bisschen daran zu denken, die würden bestimmt unten sitzen und mir die Daumen drücken. Das
08:38hilft.
08:39Und das heute noch. Heute noch.
08:44Und dein Vater, ich glaube, von ihm hast du auch Demut einfach gelernt, weil er hat seine Beine verloren.
08:52Und er hatte eine Lebensfreude und einen Lebenswillen, der, glaube ich, auch ein Beispiel für alle Zukunft war.
09:01Ja, ich meine, wer so ein Schicksal als ganz junger Mann krankheitsbedingt erleben musste,
09:07Gott sei Dank konnte man beim linken Bein das Knie erhalten, sodass man mit Prothesen laufen konnte.
09:11Aber der hat sich nie, nicht einmal, und ich habe ihn ja 27 Jahre erleben dürfen, nicht einmal beklagt.
09:19Er hat Herausforderungen gemeistert. Er blieb die stehen. Er gab die auf. Er kapitulierte nie.
09:24Und das ist natürlich, wenn jemand jemand hat, der trotz dieses Schicksals so eine Willenskraft hat und so viel Rückgrat
09:34hat
09:35und dem ich so viel zu verdanken habe, das hat natürlich meinen Weg in Dessau als Kind unheimlich begleitet.
09:43Und all das, was er mir vorgelebt hat, hat meinen Weg maßgeblich beeinflusst.
09:51Wenn du das Stichwort Rückgrat gerade aussprichst, denke ich zum Beispiel auch daran, dass du damals,
09:58du sagst selber, du bist als Glückspilz, läufst du durchs Leben.
10:01Du hast damals als Übersetzer in der DDR auch gearbeitet und hast aber sehr frei übersetzt, sagen wir mal so.
10:08Also sehr nach Haller-Fortsch der Art.
10:13Nur dann kam es eines Tages dazu, dass du dann mitbekommen hast, jetzt habe ich sehr frei übersetzt
10:18und hier sind überall Mikrofone und das hatte dann auch die Flucht bedeutet. Erzähl mal.
10:23Frei übersetzt ist nett ausgedrückt.
10:25Ich habe quasi das Gegenteil von dem gesagt, was mir die Parteileute vorgeschrieben hatten.
10:30Und das ist auch gut gegangen, weil die Parteileute ja so viel verstanden wie eine Eierdechse vom Stab-Hochsprung.
10:42Und ich habe dann nur einmal das übersehen.
10:44Es war ein großes Symposium, übrigens auch auf Usedom, wo Kommunisten aus allen westlichen Staaten da waren.
10:52Und habe dann aber von meinem Techniker, glücklicherweise dem, mit dem ich befreundet war, gesteckt bekommen,
11:00dass in den Blumenbestecken Mikrofone versteckt waren.
11:05Und die Bänder wurden gerade ausgewertet.
11:08Und da bin ich Hals über Kopf weg.
11:10Und am nächsten Tag, als ich noch meiner Wirtin das Geld schickte, was ich ihr in Ostberlin schuldete,
11:18hat die mir erzählt, es waren zwei Stunden, nachdem sie rausgezogen sind,
11:23zwei Herren da, die sehr enttäuscht waren, sich nicht mehr anzutreffen.
11:27Das heißt, ich bin der Stasi gerade so von einer Schippie gesprungen.
11:31Ja, aber das ist...
11:38Ich habe einfach für mich irgendwie eine Leitplanke für mein Leben.
11:42Das ist Gerechtigkeit, Frieden, natürlich auch sehr viel Verantwortung.
11:54Und das lebe ich aus.
11:56Ich meine zum Beispiel diese ganze Meinungsfreiheit, die wir jetzt heutzutage hier zu leiden haben,
12:01weil viele Leute zu heiklen Themen sich ja nicht mehr trauen, ihrer Meinung zu sagen,
12:06die durchbreche ich sehr bewusst ohne Rücksicht auf private oder berufliche Vor- oder Nachteile.
12:15Applaus
12:20Wenn wir gerade sitzen und über alles Mögliche reden,
12:23während hoffentlich der Dritte Weltkrieg bei uns vorbeischramt,
12:26muss man sich auch fragen, warum sagt man zu Putin,
12:30ein Völkerrechtsvideorangriff auf die Ukraine,
12:33und warum sagt man es bei USA und Israel im Falle Iran nicht?
12:37Applaus
12:42Ich trete seit geraumer Zeit sehr aktiv für Frieden ein.
12:47Und es gibt einen wunderbaren Spruch von Erich Kästner, der hat geschrieben,
12:53der Frieden ist ein wahres Meisterwerk der Vernunft.
12:58Und ich glaube, der Frieden kann, gerade weil Frieden geht ja nur mit Gerechtigkeit,
13:02das heißt, Frieden kann auch ein Gefecht sein, aber eben ein Gefecht der Worte.
13:07Worte, die man aber nur hören kann, wenn die Waffen schweigen.
13:10Ich meine, du bist ja selber, du hast damals, deshalb ist dir das Theater ja auch so wichtig,
13:20du hast damals in Dessau erlebt, Dessau ist bombardiert worden,
13:24du bist aus Dessau raus und bist als Kind zurückgekommen und hast die Stadt als Trümmerfeld gesehen
13:29und für dich ist da eine Welt zusammengebrochen.
13:32Wie alt warst du da?
13:34Am Ende des Krieges war ich neun.
13:37Ich habe natürlich die Bombennächte großenteils auch mitbekommen,
13:40die Nächte in Luftschutzkellern und so weiter,
13:43dieses aus dem Schlaf gerissen werden, damals noch gar nicht zu begreifen,
13:48warum, weswegen, das Sirenengeheul, das Fallen von Bomben und so weiter.
13:54Das sind Dinge, die einem ewig in Erinnerung bleiben.
13:59Und deswegen, ich spreche als jemand, der den Krieg wirklich erlebt hat
14:03und ich kann wirklich nur alle warnen, die einfach sagen,
14:05ja, wir werben jetzt für die Bundeswehr, also die Freiheit verteidigen,
14:13damit es dann irgendwann Frieden gibt.
14:16Das heißt also erstmal, kriegstüchtig sein, das ist eine Schwaflei sondergleichen.
14:22Kriegstüchtigkeit.
14:27Kriegstüchtigkeit ist für mich das Wort des Jahrhunderts, also das Unwort.
14:31Ich finde es unverschämt.
14:33Ich finde, wir müssten jemanden haben, der als Bundeskanzler so viel Rückgrat hat,
14:38wie die Spanier das haben.
14:39Der sich einfach widersetzt und sagt, unsere Flugbasen und so weiter sind für amerikanische Stadt
14:45und wir werden auch versuchen, bei Israel zu sagen,
14:48okay, dann nehmen wir keine Waren von euch an.
14:51Wir müssen irgendwas tun, um auf das Unrecht hinzuweisen, das dort passiert.
14:57Wir müssen uns auf die Seite der Palästinenser stellen, dass irgendwann in zwei Staaten
15:01eine Lösung da ist.
15:04Ich lasse das jetzt einfach mal unkommentiert auch stehen.
15:11Dieter, deine Geschichte erklärt einiges.
15:14Und wenn man diese Dokumentation sieht, versteht man sogar noch mehr.
15:18Eben auch zum Beispiel dieses, ja, dann war ich eben Didi.
15:21Das war ja sehr, sehr erfolgreich.
15:23Und ich habe mich in den ersten Jahren, wo wir einander miteinander ab und an mal zu tun hatten,
15:28also auch im Talk, habe ich mich immer gewundert, was hat der denn gegen Palim Palim und das Ganze?
15:33Warum soll ich das denn nicht mehr ansprechen?
15:34Und ich habe es verstanden, weil das ja irgendwie die Leute von dir immer erwartet haben.
15:40Nein, es geht darum, dass ich eigentlich sage, mich interessiert jetzt, hier und heute.
15:45Und vor allen Dingen, was morgen passiert.
15:47Das andere, was so rückwärts hinter mir liegt und so, ist doch langweilig, darüber zu sprechen.
15:51Das sehe ich total gut.
15:52Und ich finde, natürlich, ich habe den Didi ja selbst geschrieben, ich habe ihn selbst erschaffen,
15:57ich habe ihn geliebt, er hat ja sehr viele Seiten von mir selbst.
16:00Bloß ich hätte eben nicht wollen, diese eine Rolle bis an mein Lebensende spielen.
16:05Das ist doch langweilig für mich und eigentlich irgendwann für die Zuschauer aus.
16:09Und es ist wichtig, aus einem noch einigermaßen fahrenden Zug rechtzeitig abzuspringen,
16:14bevor man ausgepresst wird wie eine Zitrone.
16:17Tja.
16:20Der Werbeblock.
16:21Es wurde ja dann auch politisches Kabarett und Non-Stop-Nonsens, kann ich mich auch noch gut erinnern.
16:28Hast du auch lange sehr erfolgreich gemacht und dann durchaus auf der Suche nach,
16:33was kann es denn anderes noch sein?
16:35Und sich immer wieder neu erfinden.
16:362014 kam dann eben dieser wunderbare Film Honig im Kopf.
16:40Aber es kam auch Christiane in dein Leben.
16:42Und mir ist sehr stark bewusst geworden, wie wichtig sie für dich ist, weil sie dir,
16:47ich meine, du kletterst mit ihr Hauswände runter, mit älteren, höherem Alter,
16:52gehst du mit ihr übers Seil spazieren.
16:56Also dieses an Grenzen gehen und vielleicht sogar auch über Grenzen gehen,
17:01dieser Lebenswille, der durch sie wahrscheinlich auch noch mal gestärkt wurde,
17:04ist es das, was dich so, ja, so bis heute, guck dich an, hör dir zu.
17:11Naja, also es ist ja so, dass, du sagst es ja vorhin, ich habe ja erzählt,
17:18älter werden ist die Einzelmöglichkeit, um länger zu leben.
17:21Aber ich glaube, es ist nicht wichtig, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.
17:30Und da ist es nämlich, ich glaube also, mich würde nicht umbringen die Zahl der Jahre,
17:42die ich auf dem Buckel habe, sondern Untätigkeit würde mich killen.
17:46Ich muss ackern.
17:48Ich will nicht Ruhestand, ich will Unruhestand.
17:52Und dazu kommt was?
17:54Jetzt kommt, jetzt kommt der Werbeblock.
17:55Aha, ja, schön.
17:57Ich will es nur sagen, nicht, was ist...
17:59Und dazu kommt noch, wenn man gesund bleiben will und so viel Lebensfreude noch in sich hat,
18:03obwohl man nur schon über 90 ist, ich habe eben auch eine sehr emotionale Gesundheit.
18:07Ich liebe und ich werde geliebt.
18:10Das ist das Tollste.
18:13So.
18:15Und die Leute lieben das Dessau-Theater.
18:17Das Theater in Dessau.
18:18Und da kommt Achtsam Morden, wird eines der Programme sein.
18:22Du hast einen kleinen Film zusammengeschnitten und wir gucken da mal kurz rein mit Bürger Lars Dietrich unter anderem,
18:27der damit spielen wird, bitteschön.
18:29Das ist das eine.
18:30Ja, das ist das eine.
18:30Erstmal hab ich erst mit 42 Jahren umgebracht.
18:33Ich bin nicht gewalttätig.
18:35Ja, ja, ganz sehr dummisch.
18:37Bist mein Hauptmann, Arsch.
18:39Du machen deinen Job als Mann, Arsch.
18:41Oder du kannst fressen was auf dein Arsch.
18:43Ich will doch einfach nur den Mann wieder haben, den ich geheiratet habe.
18:47Ich habe einen Hals voll Scheiße.
18:49Aber du machen Deutsche wieder mit deiner Vagina.
18:51Siehst du, Eveline McDonald ist da schon zu.
18:53Oh.
18:55Oh.
18:55Entschleunigen Sie auf der Überholspur.
18:59Unter Britzerratze vorn im Dunkel in die Heize einlucht.
19:04Es ist wichtig, die Menschheit über ihre Herzen zu erreichen.
19:08Und nicht nur über Huren und Heroin.
19:27Es ist ja immer schwierig.
19:33Es ist immer schwierig, so eine Kriminalkomödie auf so kurze Zeit so zu machen, dass man wirklich alles begreift.
19:40Es ist wirklich eine Kriminalkomödie von dem Herrn Düsse geschrieben.
19:44Einen Roman, der 600.000 Mal in Deutschland verkauft worden ist.
19:48Und den wir mit seiner Hilfe und mit seinem Zutun dramatisiert haben.
19:56Und hier jagen drei Schauspieler in 21 Rollen durch die Landschaft.
20:03Und ich kann sagen, und damit würde ich mich jetzt mal ganz weit aus dem Felz erlehnen.
20:07Ich glaube, es hat noch kein deutscher Intendant gemacht.
20:10Wer da reingeht und den hinterher behauptet, der hätte sich nicht gut unterhalten, der kriegt für mich das Geld zurück.
20:15Oh.
20:16Okay.
20:17Und Roberto Blanco wird auch noch bei dir ein Konzert in Dessau geben.
20:22Ja, Roberto Blanco wird auch noch bei dir spielen.
20:24Also es wird, du wirst am 8. April, ich habe ja gesagt, es wird jetzt eine Werbung verarscht.
20:28Am 8. April wirst du Unkaputtball spielen.
20:30Das ist das Stück auch zu deinem Buch.
20:33Und ich sage mal so.
20:34Aber zu Robert Blanco will ich nur noch eine Sache sagen.
20:35Aber nur eine.
20:36Ganz kurz, ist ja meine Art, nicht?
20:38Ja, ja, aber meine Ohren.
20:41Also der spielt ja normal so einen großen Hall.
20:43Ich habe den erlebt bei mir im Theater und später auch in diesen Hallen und so weiter.
20:47Der bringt den Saal zum Kochen.
20:49Der hat so eine Kraft, so eine Lebensmut, so eine Lebensfreude noch.
20:53Das überträgt sich total.
20:54Also es war gar nicht einfach, den in das kleine Mitteldeutsche Theater zu kriegen.
20:59Weil er ist andere Sachen gewöhnt.
21:00Ja, du klatscht.
21:02Ja, es war für Roberto Blanco.
21:03Bitte kommt.
21:05Hilft mir.
21:06So, ich danke dir, mein Lieber.
21:10Und ich wünsche dir alles Gute.
21:13Für alle deine Stücke und alle deine Pläne.
21:15Danke dir.
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