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00:00:21Wow!
00:00:22Das ist Mainz!
00:00:23Hören Sie das, was hier los ist!
00:00:26Mainz!
00:00:26.
00:00:30Wahnsinn!
00:00:32Es ist so toll!
00:00:34Nein, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen, Sie hier im Saal.
00:00:38Und natürlich Sie zu Hause an Bildschirmen, Tablets, Smartphones
00:00:41oder heimlich im Büro, im zweiten Browser-Tab.
00:00:43Hier im Saal, das haben Sie eben schon gemerkt, tobt der Bär.
00:00:45Und ich hoffe, wir können dieses frühlingsfeste Emotionen
00:00:48zumindest ein bisschen zu Ihnen rüber streamen.
00:00:50Sie merken schon, ich bin heute Abend sozusagen der Giovanni Zarella
00:00:54der Kleinkunst.
00:00:55Ich freue mich.
00:00:57Und ich darf Sie durch den Abend führen und die Glocken, das ist eine
00:01:00große Ehre für mich, die Glocken an die Preisträgerinnen und
00:01:01Preisträger überreichen.
00:01:03Und ich lege mich jetzt schon mal fest, das wird eine Wahnsinns-Show.
00:01:06Hier heute Abend im Frankfurter Hof in Mainz.
00:01:09Und ich weiß, Mainz, Frankfurt, das ist jetzt für Freunde deutscher
00:01:13Geografie zunächst verwirrend.
00:01:15Aber keine Angst, Rheinland-Pfalz oder Hessen, Hauptsache Kleinkunst.
00:01:19Aber wie gut, dass wir Kabarett-Satire und Kleinkunst haben in diesen irren Zeiten.
00:01:23Es ist wirklich irre.
00:01:25Völkerrecht wird immer mehr zum fakultativen Angebot.
00:01:27Und bei den Führern der Welt durchleben wir eine Ära auto-aggressiver Silberrücken
00:01:31nebst einem Orange-Utan.
00:01:36Wenn Sie wissen, wen ich meine.
00:01:45Allesamt ausgestattet mit zu viel Macht und miesem polizeilichen Führungszeugnis.
00:01:49Und das sorgt international allzu oft für das Gesetz des Dschungels.
00:01:53Aber frei nach Hans-Dieter Hüsch könnte man auch sagen, auch das Primate ist politisch.
00:02:00Ja Freunde, da muss man ein bisschen mitarbeiten jetzt hier an der Stelle.
00:02:02Das ist immerhin der Deutsche Kleinkunstpreis, Freunde.
00:02:06Und ja, da sollten Sie, da sollten Sie auch applaudieren.
00:02:15Insofern ist der Deutsche Kleinkunstpreis vielleicht wichtiger denn je, zeichnet er doch
00:02:19die Kolleginnen und Kollegen aus, die eine eigentlich zu Ende zugespitzte Realität nochmal
00:02:24mit dem Feinwerkzeug ihrer Kunst bearbeiten.
00:02:27Und verliehen wird er vom Kleinkunst-Tempel in Mainz vom Mainzer Unterhaus.
00:02:31Und falls Sie zu Hause jetzt sagen Unterhaus Mainz schon mal gehört, aber ich war nie da.
00:02:36Wie beschreibt man das Unterhaus in Mainz?
00:02:38Also das Unterhaus in Mainz ist eigentlich ja so ein altehrwürdiges schlauchförmiges Keller-Gemäuer,
00:02:45das auch immer mal wieder mit feuchten Wänden und Decken zu kämpfen hat.
00:02:49Und böse Zungen behaupten ja, das hätte was mit der baulichen Substanz zu tun.
00:02:53Das ist nämlich völliger Quatsch.
00:02:54In Wahrheit kommt das von literweise verdunsteten Lachtränen, die sich als Salzränder der Komik
00:03:01im Mauerweg manifestiert haben.
00:03:07Ja, Freunde.
00:03:14An der Ansage habe ich ein Jahr lang geschrieben.
00:03:17Mit Richard David Precht.
00:03:19So, und wenn irgendwann der dritte Weltgegenmer die Menschheit eines Tages ausgerottet hat,
00:03:24werden vielleicht Außerirdische hierher kommen und in irgendeinem Keller in Mainz diese Höhlenmalerei
00:03:29finden.
00:03:30Und die wohl wichtigste Frage der Branche stellen, ist das jetzt noch Kabarett oder Comedy?
00:03:36Eine Frage, die sich die Jury des Kleinkunstpreises natürlich nicht stellen muss.
00:03:39Denn diese Korrifäen des Kulturbetriebs haben mehr Bühnenprogramme gesehen als Teenager-TikTok-Videos.
00:03:44Und Ihnen geht es einzig und allein um künstlerische Perfektion.
00:03:48Was mich direkt zum ersten Preisträger bringt.
00:03:51Es geht schon los.
00:03:52Ich bin so aufgeregt.
00:03:54Weil unser erster Preisträger ist Klaus von Wagner.
00:03:58Und da werden Sie...
00:03:58Ja?
00:04:00Zurecht.
00:04:01Sie klatschen völlig zurecht.
00:04:04Ja.
00:04:10Und...
00:04:12Ich schaue in einige fragende Gesichter an.
00:04:14Ich sage, was?
00:04:15Der Klaus von Wagner, der hat den Kleinkunstpreis noch nicht?
00:04:18Doch.
00:04:19Aber nicht allein.
00:04:20Mit seinen Kollegen Matthias Dretter und Philipp Weber hat er ihn 2010 als erstes deutsches
00:04:24Zwangsensemble erhalten.
00:04:26Und wenn Sie jetzt ausrufen, ja und?
00:04:28Das reicht doch dann.
00:04:29Nein.
00:04:30Denn Klaus ist nicht nur an der Seite von Max Utthoff und Maike Kühl, das Herz der Anstalt
00:04:34im ZDF, sondern auch ein begnadeter Solist.
00:04:37Die Jury schreibt, die Wucht seiner Bühnenpräsenz und sein Sinn für Situationskomik verwandeln
00:04:43auch schwere Stoffe in fesselnde Theaterkunst.
00:04:46Äh, fesselnde Theaterkunst, wir können doch sagen, kabarettistisches Bondage.
00:04:53Der Deutsche Kleinkunstpreis 2026 in der Sparte Kabarett geht an Klaus von Wagner!
00:05:05Applaus!
00:05:10Applaus!
00:05:12Vielen Dank, vielen Dank!
00:05:18Vielen Dank!
00:05:19Das ist wirklich...
00:05:21Applaus!
00:05:23Vielen, vielen, das ist zu nett.
00:05:26Do you not think that the price is a bit late?
00:05:30No, no, no, not for me.
00:05:32For the Kabarett.
00:05:33The Kabarett finds out.
00:05:35I made a list of them, where we all say, what?
00:05:39We have a whole planet in the Klima-Krise.
00:05:42Arten sterben, all the ecological systems are together.
00:05:45Donald Trump is the second and probably not the last time President of the United States.
00:05:50We have Kriege now in the entire Osten.
00:05:52Der Kriegsverlauf in the Ukraine hängt davon ab, ob Trump oder Putin jeweils Blutdrucksenker
00:05:56oder Viagra genommen haben.
00:05:58Das Schicksal der schwarz-roten Koalition hängt davon ab, ob Markus Söder Blutdrucksenker
00:06:03oder...
00:06:05Der Kulturstaatsminister Weimar nutzt Erkenntnisse vom Verfassungsschutz,
00:06:09um Buchhandlungen von Preisverleihungen auszuschließen,
00:06:12obwohl wir nicht mal wissen, ob die beim Verfassungsschutz überhaupt Bücher lesen können.
00:06:18Der Kandidat...
00:06:27Der Kandidat für das Ministerpräsidentenamt von Baden-Württemberg, der CDU, Manuel Hagel,
00:06:31erklärt den Klimawandel mit den Worten, wenn die Atmosphäre dünner wird, wird dadurch die Sonne heißer
00:06:36und das ist der Treibhauseffekt und verleiht dadurch dem Wort Hagelschaden eine ganz neue Bedeutung.
00:06:52Die Union hält sich mit Menschen wie ihm und Jens Spahn tatsächlich für regierungsfähig.
00:06:57Und Friedrich Merz ist immer noch Kanzler.
00:07:00Wer braucht denn da ernsthaft eine Kunstform, die sagt, ich arbeite mit Übertreibung?
00:07:17Was denkt man, was ist der Effekt, wenn so ein Berufssatiriker wie ich,
00:07:21jetzt so einen Berufspolitiker, den so durchsatirisiert?
00:07:25Ja, was ist man, was ist die Hoffnung, dass sich dieser Berufspolitiker dann überlegt,
00:07:29bei der nächsten politischen Entscheidung, oh, da soll... Philipp Amthor.
00:07:33Philipp Amthor, falls Sie nicht kennen, CDU, Bundestagsabgeordneter und das, was rauskommt,
00:07:37wenn man Trachtenjanker mit einer Bügelfalte kreuzt.
00:07:40Also, was haben wir dem nicht... Den haben wir erwischt.
00:07:44Hat er sich bezahlen lassen für Lobbyarbeit. Haben wir ihn erwischt.
00:07:47Satirisiert bis dort hinaus. Ich habe ihm einen geschenkt, eine nach der anderen.
00:07:50Was war das Ergebnis meiner satirischen Attacken? Ich habe es nur notiert.
00:07:53Er wurde als Nummer eins der CDU-Landesliste von Mecklenburg-Vorpommern wieder in den Bundestag gewählt.
00:08:00Und gilt jetzt als jemand, der es in der CDU bis ganz nach oben schaffen kann.
00:08:04Unter einem Friedrich Merz. Er ist ja jetzt schon Staatssekretär für Digitales.
00:08:10Philipp Amthor.
00:08:13Staatssekretär für... Der einzige Mensch unter 35, der sich bei TikTok per Brief anmeldet, ist Staatssekretär für Digitales.
00:08:32Entschuldigen Sie bitte, dass ich hier auf einzelnen demokratischen Volksvertretern so rumhaue.
00:08:35Das ist sonst nicht meine Art.
00:08:40Hören Sie, aber ich bin gerade in so einem demokratischen Loch.
00:08:42Doch, das ist ganz... Vielleicht auch kein Wunder.
00:08:44Weil wo spürt man dann als Bürgerin oder Bürger Demokratie?
00:08:48Vor Ort, bei der Infrastruktur, in der Kommune.
00:08:50Und wo fehlt das Geld an allen Ecken und Enden?
00:08:53Die Kommunen. Wir haben Schlaglöcher in den Straßen.
00:08:57Stadtreinigung, da wird gespart. Bei der Straßenbeleuchtung wird gespart.
00:09:00Das ist übrigens das, was mich am Stadtbild stört.
00:09:05Aber...
00:09:12Was mich noch mehr stört, es untergräbt das Vertrauen der Menschen in die Demokratie.
00:09:17Und ich habe mich gefragt, warum, wenn Infrastruktur so wichtig ist für Demokratie?
00:09:21Warum haben wir das dann jahrzehntelang vernachlässigt?
00:09:24Und ich habe als Wortkünstler, faul wie ich bin, beim Wort Infrastruktur begonnen.
00:09:30Versuchen Sie, das Wort mal begeistert auszusprechen.
00:09:33Das ist wie Straßenbelag zwischen den Zähnen.
00:09:36Infrastruktur, das begeistert niemanden.
00:09:37Ja, in ETFs investieren.
00:09:41Private-Public-Partnerships.
00:09:43Das klingt wie Yippie-Jay-Schweinebacken, es geht los.
00:09:47Aber der Satz, wir müssen mehr Geld in Infrastruktur stecken,
00:09:51das klingt wie der Typ auf Partys, der auf die Frage,
00:09:53und was begeistert dich?
00:09:54So sagt ein Abfassersysteme.
00:09:59Infrastruktur, das ist ein Wort, das hat eine Erotik eines Dates mit Hubert Aiwanger.
00:10:04Infrastruktur ist ein Wort, das verhindert Orgasmen.
00:10:07Wie Hubert Aiwanger.
00:10:10Dabei verstehe ich das gar nicht, weil Infrastruktur,
00:10:12wenn man sich das mal genau überlegt,
00:10:14Infrastruktur, das sind die Adern,
00:10:16durch die das Leben unserer Gesellschaft pulsiert.
00:10:19Ich meine, das sind Abfassersysteme,
00:10:21Bahnhöfe, Feuerwachen, Glasfasernetze, Gleisanlagen, Kitas,
00:10:24Krankenhäuser, Radwege, Schulen, Sozialwohnungen,
00:10:27Straßennetze, Stromnetze, Universitäten, Wasserstraßen.
00:10:29Wir könnten den öffentlichen Nahverkehr ausbauen, kostenlos machen,
00:10:32Wohngebäude sanieren, erneuerbare Energien fördern,
00:10:34eine Kreislaufwirtschaft aufbauen,
00:10:36Städte nachhaltiger Plan, Infrastruktur ist sexy.
00:10:56Das war jetzt meine Darstellung von sexy.
00:11:00Es tut mir leid, dass Sie da durch mussten.
00:11:02Aber ich meine, selbst Menschen wie Markus Söder
00:11:05haben mit der Zeit dann so Sätze fallen lassen,
00:11:08wie die Deutschen hätten beim Thema Infrastruktur
00:11:12ein tiefes Störgefühl.
00:11:14Und das ist für mich ein Alarmsignal,
00:11:15wenn Menschen wie Markus Söder teilweise etwas Richtiges sagen.
00:11:19Teilweise deshalb, weil seine Analyse,
00:11:22warum wir quasi in Deutschland jahrzehntelang
00:11:25die Infrastruktur vernachlässigt haben, war,
00:11:26ich habe es mir aufgeschrieben, die Grünen.
00:11:31Ich habe mich mal gefragt, wie viel Geld brauchen wir denn eigentlich?
00:11:34Nur mal, damit wir es mal ...
00:11:35Und wir haben die Infrastruktur übrigens nicht ausbauen,
00:11:38sondern die Infrastruktur einigermaßen so darstellen,
00:11:40dass sie funktionieren.
00:11:41Dann habe ich mal Wirtschaftsprüfungsunternehmen
00:11:42sagt 960 Milliarden Euro.
00:11:45Nur für Infrastruktur.
00:11:47Das sind 1000 Milliarden Euro für Infrastruktur.
00:11:51Nur, dass Sie sich vorstellen können, das ist sackteuer.
00:11:55Also nur zum Vergleich, der letzte Bundeshaushalt 500 Milliarden.
00:11:58Und jetzt wird es doch spannend,
00:12:00wenn ein Staat aus dem laufenden Betrieb
00:12:01etwas nicht mehr wuppen kann, was muss er dann machen?
00:12:06Oh, ich habe schon gehört, jemand hat Schulden gesagt.
00:12:08Das ist selten geworden in letzter Zeit.
00:12:10Meistens kommt an der Stelle Sondervermögen.
00:12:13Das mag der Deutsche lieber, weil das Wort Schulden machen ...
00:12:16Der Deutsche hat zum Thema Schulden ein merkwürdiges Missverhältnis.
00:12:19Es gibt ja Leute, die sagen,
00:12:21Schulden machen ist das Versagen unfähiger Politiker.
00:12:23Nein, Schulden machen ist erst mal ein ganz geregelter Vorgang.
00:12:26Also wenn ein Staat Geld braucht, was macht er dann?
00:12:28Er gibt eine Staatsanleihe.
00:12:31Das ist ein Papier.
00:12:32Ein Schuldschein, auf den wir draufschreiben,
00:12:35hey du, ich zahle dir in 30 Jahren das geliehene Geld zurück.
00:12:39Manchmal mit, manchmal ohne Zinsen.
00:12:40Liebe Grüße, dein Deutschland.
00:12:43PS ist mehr Obst.
00:12:47Und diese Staatsanleihe ...
00:12:57Das ist spannend, die wird dann versteigert an so eine Bietergruppe,
00:13:00Geschäftsbank und dann passiert etwas Magisches.
00:13:03Wenn jetzt der Finanzminister auf den Knopf drückt, dann passiert etwas Magisches,
00:13:06dann fließt dieses Geld zum Beispiel auf die Konten der Firmen,
00:13:09die gerade unsere Infrastruktur, die Schulen, die Kindergärten, die Wasserstraßen für uns gebaut haben.
00:13:15Und dann passiert etwas Magisches, quasi das Geld fließt ins Land.
00:13:18Durch Schulden entsteht mehr Geld in unserem Land.
00:13:22Die Privatwirtschaft hat mehr Geld als vorher, kann das dann auszahlen zum Beispiel als Löhne.
00:13:26Die Menschen haben Geld, das sie wiederum ausgeben können für Kabarettabende, von denen sie hoffen, dass es nicht die ganze
00:13:31Zeit um Staatsfinanzierung gehen wird.
00:13:35Aber der Deutsche, Wahnsinn, der Deutsche sagt an der Stelle schon, das mag ich gar nicht hören, der kommt immer
00:13:43mit dem Satz,
00:13:44ja, aber wir dürfen doch den nachfolgenden Generationen keine Schulden hinterlassen.
00:13:51Und dann fragst du ihn, willst du denn den nachfolgenden Generationen keine Schulen hinterlassen?
00:13:54Und dann reagiert der Deutsche meist recht sachlich und sagt, Arschloch!
00:14:00Und dann versuchst du ihm zu erklären, du, die Infrastruktur, die könnt ihr dann noch in Zukunft,
00:14:03ne, können die doch dann mitbenutzen, die anderen, kann man das nicht so sehen?
00:14:07Und dann sagt der Deutsche, ach so, so habe ich es noch nie gesehen, du hast recht.
00:14:12Nein, nie, nein. So endet das Gespräch nie.
00:14:15Ich habe das so geschrieben, weil ich einmal wollte, dass das Gespräch so ausgeht.
00:14:20Ein einziges Mal.
00:14:31Sie werden jetzt sagen, Moment, Moment, ja, geregeltes Fahren hin oder her,
00:14:34jetzt haben wir ja Geld bekommen, um Infrastruktur zu machen, aber jetzt haben wir ja Schuldscheine.
00:14:38Die müssen wir ja irgendwann zurückzahlen, noch dazu mit Zinsen.
00:14:41Ja, aber seien Sie ein bisschen selbstbewusster.
00:14:43Wir sind keine schwäbische Hausfrau, wir sind ein Staat.
00:14:45Wir haben Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die können ordentlich was wuppen.
00:14:48Und zweitens, noch viel wichtiger, diese Staatsanleihen werden ja nicht alle gleichzeitig fällig,
00:14:53sondern nacheinander.
00:14:55Und Deutschland kann jetzt Folgendes machen, das ist großartig.
00:14:57Also, wenn zum Beispiel so eine alte Staatsanleihe, wenn die fällig wird,
00:15:00dann kann Deutschland eine neue Staatsanleihe herausgeben, um damit die alte Staatsanleihe zu bezahlen.
00:15:07Das ist seriöser, als es klingt.
00:15:09Ich habe nachgeschaut.
00:15:12Jetzt, wenn es ja im Moment ist, es ist ja wie so ein Pyramidenschirm,
00:15:14was ist, wenn niemand mehr deutsche Staatsanleihen will?
00:15:16Das habe ich einem Banker gefragt, tatsächlich.
00:15:18Was ist, wenn niemand mehr deutsche Staatsanleihen will?
00:15:20Hat er angefangen zu lachen.
00:15:22Er hat gesagt, für uns Banker sind deutsche Staatsanleihen sowas wie Crack.
00:15:27Und das ist eine schöne Verhandlungsposition, als Dealer gegen Übersüchtigen.
00:15:34So kam die Situation zustande, 2016 bis 2021.
00:15:38Da gab es Negativzinsen.
00:15:40Das muss ich mir vorstellen, die Banken wollten ihr Geld in Sicherheit bringen.
00:15:43Was haben sie gemacht?
00:15:44Die haben Deutschland Geld gezahlt, um uns Geld leihen zu dürfen.
00:15:49Ich wiederhole.
00:15:52Wir hätten uns verschulden können, damit Kindergärten bauen und hätten dafür noch Geld bekommen,
00:16:02hat Ihnen ein Finanzminister das jemals so erklärt.
00:16:05Das ist wie ein Barkeeper, der dir sein Trinkgeld gibt, damit du dir noch ein Bier leisten kannst.
00:16:22Was ich sagen will, es gibt ein geregeltes Verfahren, um Schulden zu machen.
00:16:26Wir können uns leisten, Schulden zu machen.
00:16:28Und von progressiv bis konservativ Ökonomen stehen dahinter und sagen,
00:16:31ja, es macht durchaus Sinn, sich für Infrastruktur Investitionen zu verschulden.
00:16:35Also, warum war dann so lange dafür kein Geld da?
00:16:40Und das erkläre ich Ihnen in meinem Live-Programm.
00:16:43Vielleicht haben Sie ja Lust, vorbeizukommen.
00:16:45Vielen Dank.
00:16:46Einen schönen Abend.
00:16:47Dankeschön.
00:16:48Vielen, vielen herzlichen Dank.
00:16:50Herzlichen Dank.
00:16:54Dankeschön.
00:16:55Es ist mir eine große Freude und Ehre.
00:16:57Applaus von Wagner!
00:17:03Deutscher Kleingungsweis in der Schwarte Kabarett.
00:17:06Sensationell, ja.
00:17:11Lassen wir uns kurz weiter noch über Politik sprechen.
00:17:13Das wird Sie überraschen, aber...
00:17:18Es ist schon krass, wie die Landtagswahl in Baden-Württemberg
00:17:20die gesamte deutsche Politik ordentlich durchgeschüttet hat, oder?
00:17:23Vor allem die Union hat ja auf so eine Art Spätzleinfusion gehofft
00:17:27und war am Ende dann doch arg enttäuscht.
00:17:29Stimmung verhagelt.
00:17:32Tränen, nasse Rehaugen.
00:17:34Ja.
00:17:43Tränen, nasse Rehaugen, wo man hingeschaut hat.
00:17:46Gut, eigentlich hätte man ja wissen können,
00:17:47weil im Ländle steht das C in CDU für Cem.
00:17:49Ja?
00:17:52Ja?
00:17:52Hätte sich...
00:17:54Oder?
00:17:56Hätte sich Manuel Hagel so krass von sich selbst distanziert,
00:17:58wie Cem Özdemir von den Bundesgrünen hätte die CDU vielleicht gewonnen.
00:18:02Dabei waren die ja noch beim CDU-Parteitag in Stuttgart,
00:18:04war die CDU ja noch emotional voll.
00:18:06Da war ja...
00:18:07Wir haben oben gute Laune und...
00:18:10Da war wirklich Stimmung.
00:18:12Trotz aller parteiinterner Differenzen war da großes
00:18:14Tschakka-Tschakka angesagt.
00:18:15Nur gute Vibes.
00:18:16Friedrich Merz.
00:18:17Ja, auch wieder als CDU-Chef gewählt.
00:18:19Das sogar im ersten Wahlgang.
00:18:21Das kennt ihr gar nicht mehr.
00:18:22Und man hat aber hier und da schon gemerkt,
00:18:24dass nicht alles eine Wolke ist.
00:18:26Zum Beispiel an Carsten Lindemann, meinem Lieblingspolit-Frettchen.
00:18:30Der hat für meine Begriffe so das emotionale Gaspedal
00:18:33so ein bisschen, also Knappe fehlt.
00:18:35Hören Sie mal.
00:18:36Ich mach diese Arbeit unglaublich gerne.
00:18:38Ich sehe mich als Ihr Dienstleister.
00:18:41Der versucht alles umzusetzen, was die Partei will.
00:18:45Denn nur das bringt uns nach vorne.
00:18:47Ich liebe dieses Land.
00:18:49Die CDU mag ich.
00:18:54Es ist wirklich...
00:18:56Ja, aber...
00:18:58Verrückt.
00:18:59Aber machen Sie mal den Versuch.
00:19:01Saßen wir zu Hause zu Ihrem Partner, Ihrer Partnerin.
00:19:02Hier.
00:19:03Ich liebe unsere Wohnung.
00:19:05Ich liebe unsere Stadt.
00:19:06Dich?
00:19:06Mag ich?
00:19:08Direkt Stimmung in der Burde.
00:19:10Also...
00:19:10Man hat so...
00:19:13Man hat also gemerkt, bei der CDU, also zwischen dem behaupteten
00:19:16und dem tatsächlichen Elan lag so eine gewisse Diskrepanz.
00:19:20Und das hat man dann auch kurioserweise an Friedrich Merz gemerkt.
00:19:23Der war so gebremst.
00:19:25Der hat teilweise zwischen einzelnen Wörtern so lange Pausen gemacht.
00:19:28Da hättest Du diverse Grüße aus der Küche servieren können.
00:19:32Und nicht, dass Sie mich jetzt für verrückt halten.
00:19:33Ich habe ein paar Ausschnitte mitgebracht.
00:19:35So war der Merz energetisch drauf.
00:19:37Fast genau auf den Tag vor einem Jahr wurde in Deutschland ein neuer deutscher Bundestag gewählt.
00:19:47So entsteht eine neue große Strategie.
00:19:52Und zwar für Deutschland in einem geeinten Europa.
00:19:57Deswegen werden wir weiter Reformen machen will.
00:20:03Müssen.
00:20:06Was ist da passiert?
00:20:15Da hat er so lange gesprochen, dass er am Ende gar nicht mehr wusste, wie der Satz angefangen hat.
00:20:19Und das kennt man von ihm gar nicht.
00:20:21Weil sonst holt der Merz ja los ohne nachzudenken und haut einfach raus.
00:20:24Wenn man sich seine Sprache mal anhört, die Sprache von Friedrich Merz,
00:20:27ist er ja nun kein Mann des positiven Empowerments.
00:20:31Das ist eher das Gegenteil.
00:20:32Er braucht immer so Feindbilder, an denen er sich hochziehen kann.
00:20:35Dann identifiziert er so Schlüsselprobleme, die er dann emotionalisiert und dann wird drauf gehauen.
00:20:40Auf Bürgergeldempfängerinnen und Empfänger, auf Migrantinnen und Migranten.
00:20:44Und eigentlich hat man ja von Merz was ganz anderes erwartet.
00:20:46Nämlich große Reden über die Wirtschaft.
00:20:48Ja, weil so ist er ja ins Amt gestartet.
00:20:50Der Merz mit so einer kleinen Aufschrift auf der Packung, wo drauf stand,
00:20:53kann Spuren von Wirtschaftskompetenz enthalten.
00:20:56Das sind sehr homöopathische Spuren, wenn Sie mich fragen.
00:21:05Und er hat zum Beispiel Friedrich Merz ganz spannend, hat sinngemäß gesagt,
00:21:08Wirtschaft sei zur Hälfte Psychologie.
00:21:13Okay, aber wie er dann diese Weisheit umsetzt, das ist dann doch schon spannend mal.
00:21:17Ab und zu, ja.
00:21:18Nachdem er dann die Bürgergeldempfängerinnen und Empfänger durch hatte,
00:21:20hat er sich dann den Arbeitnehmern und Arbeitnehmern zugewandt.
00:21:24Und hat dann so seinen inneren Stromberg beschworen.
00:21:27Und ich sage, es wird nicht genug gearbeitet hier.
00:21:30Vier-Tage-Woche, Work-Life-Balance.
00:21:32Ja, und das kennen Sie ja aus dem Büro.
00:21:34Nichts motiviert ja mehr, als wenn morgens der Chef reinkommt, du faules Schweine.
00:21:38Jetzt kommen wir mit dem Arsch hoch hier.
00:21:40Ja, das ist einfach wahrscheinlich das Merzsche Konzept.
00:21:44Motivation durch Beleidigung.
00:21:45Ich finde ja, das funktioniert nur im SM-Studio.
00:21:48Aber dafür hat mir der Merz deutlich zu wenig Leder an.
00:21:51Aber es ist, nein, es ist...
00:21:56Also...
00:22:03Was ich auch schwierig finde bei Merz, schwingt immer so ein bisschen so ein Generalverdacht mit.
00:22:07Ja, wo er dann auch über den Krankenstand dann in Deutschland sprach.
00:22:10Wo er da so mitschwang, so ihr Blaumacher hier!
00:22:12Wie hat Merz da so gesagt zum Thema Kranksein?
00:22:15Hat er wörtlich gesagt, ist das wirklich richtig?
00:22:18Ist das wirklich notwendig?
00:22:21Ich meine, was für ein Konzept von Kranksein hat der Mann?
00:22:24Geht er zu jemandem, der hustet und sagt, du hustest?
00:22:26Dann atmest du einfach nicht motiviert genug.
00:22:28Was soll das?
00:22:29Ja, denn der Merz hat es ja mit seinen verbalen Ausfällen im Beliebtheitsranking schön...
00:22:34Hat es bis nach unten durchgespült.
00:22:36Ja, da stimmt ja mittlerweile dieser alte Fußballspruch.
00:22:38Willst du den Friedrich oben sehen, musst du die Tabelle drehen.
00:22:44Ja, da gab es ja schon Umfragen.
00:22:46Ja, da war ja in Sachen Beliebtheit hinter Merz eigentlich nur noch Jens Spahn und Keuchhusten.
00:22:50Und wenn Sie jetzt aber vermuten, dass ich das hier so mit einer kabarettistischen Freude alles erzähle,
00:22:55da sage ich ja und nein.
00:22:57Weil natürlich schlagen in meiner Brust zwei Herzen.
00:22:59Der Kabarettist, der sagt, ja, schon geiles Material jetzt, was ich verwenden kann beim Kleinkunstpreis.
00:23:03Aber in mir drin ist natürlich auch der Demokrat, der sagt, das ist eigentlich ganz furchtbar, wie es gerade läuft.
00:23:09Denn es geht ja gerade um unsere Demokratie.
00:23:11Und gerade im Moment müssten alle demokratischen Parteien sich kritisch reflektieren und wirklich meinen Hintern hochbekommen.
00:23:16Die Menschen müssen wieder Bock bekommen auf demokratische Politik.
00:23:25Ja, aber es geht ja darum, bevor sich dann noch mehr irgendwelchen rechtsextremen Parteien zuwenden.
00:23:38Wie komme ich jetzt auf die fucking AfD?
00:23:40Haben Sie das mitbekommen?
00:23:42Die AfD, die haben keine Location für ihre Wahlparty in Baden-Württemberg gefunden.
00:23:46Dabei hätten sie es ja als Familienfeier anmelden können.
00:23:48Aber mal ernsthaft.
00:23:52Es geht gerade wirklich um die Rettung unserer Demokratie.
00:23:55Und wir haben es gerade zu tun mit so einer zombifizierten SPD.
00:23:58Mit dem Lars Klingbeil, der mittlerweile die Körperspannung von einem erschlafften Wahlkampfluftballon hat.
00:24:03Die Grünen leiden am offenen Mercosur und können durch akute Entropätisierung
00:24:07die Leute für eigentlich furchtbar wichtiges Kernthema nicht mehr begeistern.
00:24:10Die Linken vertiktokten ihre Inhalte.
00:24:12Und die FDP ist eigentlich nur noch für Archäologen interessant.
00:24:16Also Kabarett, das will ich damit sagen, tut manchmal auch den Kabarettisten weh.
00:24:20Umso schöner ist es, wenn es auch Kolleginnen und Kollegen gibt, die wirklich von so einer unfassbaren Fröhlichkeit sind,
00:24:25wie unser nächster Preisträger.
00:24:38Ein alter Gag leicht abgewandelt geht ungefähr so.
00:24:41Was ist der Unterschied zwischen einem Jazzmusiker und einem Popmusiker?
00:24:43Ein Jazzmusiker spielt 10.000 Akkorde vor drei Zuschauern und der Popmusiker spielt drei Akkorde vor 10.000 Zuschauern.
00:24:58Und unser nächster Preisträger kann sogar wissenschaftlich erklären, warum das so ist.
00:25:01Weil das Doktor im Künstlernamen Dr. Pop ist kein Kunstgriff.
00:25:04Nein, Markus Hendricks ist tatsächlich promovierter Musikwissenschaftler.
00:25:08Der könnte also heute Abend auch einen staubtrockenen Vortrag irgendwo in einem Konservatorium halten.
00:25:12Aber zu unserem Glück ist er dafür einfach zu sehr Entertainer.
00:25:15Die Jurybegründung lautet...
00:25:19Die sind immer bis sehr trocken, die Formulierungen.
00:25:21Ich weiß nicht, ob Sie schon mal so Jurybegründungen gehört haben.
00:25:24Hier die Jury zeigt einen Künstler aus, der die Kleinkunst zum Klingen bringt.
00:25:28Er besitzt die Fähigkeit, komplexe Inhalte leicht zu klingen.
00:25:30Also es ist gut gemacht, keine Frage, aber es ist so ein bisschen trocken.
00:25:33Und deswegen, um das Ganze aufzupeppen, habe ich den Originaltext der Jury in die KI gejagt.
00:25:38Und darum gebeten, einen Popsong daraus zu machen.
00:25:41Also rede ich hier nicht groß weiter.
00:25:42Sie hören die erste KI generierte musikalische Jurybegründung der Welt.
00:25:53Die Jury zeichnet einen Künstler aus, der die Kleinkunst zum Klingen bringt.
00:26:00Dr. Pop besitzt die Fähigkeit, komplexe Inhalte leicht zugänglich zu machen.
00:26:08Und beweist, dass Kleinkunst klug, unterhaltsam und relevant zugleich sein kann.
00:26:18Der Deutsche Kleinkunstpreis 2026 in der Kategorie Kleinkunst geht an Dr. Pop.
00:26:51Das war eine Überraschung.
00:27:02Hat er mich nett überrascht.
00:27:03Aber ich glaube, es war ein bisschen schlageresk.
00:27:05Ich würde ein bisschen mit Simon und Garfunkel dagegen steuern.
00:27:09Also gehen wir mal in die 60er Jahre.
00:27:10Vielleicht wollt ihr da auch ein bisschen mitsingen.
00:27:25So ein schönes Lied.
00:27:27Und ich habe mich mal gefragt, wie haben die eigentlich diesen Sound hinbekommen?
00:27:30Das war 1968.
00:27:34Da haben die diesen Sound produziert.
00:27:36Und die haben damals das Schlagzeug, kein Scherz, vor einen Fahrstuhl gestellt.
00:27:39Die Fahrstuhltüren aufgemacht.
00:27:42Den Fahrstuhl nach oben geschickt.
00:27:43Und dann die Reflektion von dem Schacht genutzt.
00:27:51Und ich glaube, oben waren Leute, die wollten in die Mittagspause gehen.
00:27:56Die haben dann die Treppen genommen, haben Simon und Garfunkel gesehen mit dem Schlagzeug
00:27:59und dann gemacht.
00:28:01So ist das geschehen.
00:28:03So war das.
00:28:03Genau so.
00:28:12Und der Sound ist wirklich wichtig auch im Deutschrap.
00:28:15Und ich habe mal was mitgebracht, was international bekannt ist.
00:28:18Das ist aber ein deutscher Deutschrap-Song.
00:28:26Das ist aber Türkisch.
00:28:27Das ist der Refrain.
00:28:28Und der heißt Tamam Tamam.
00:28:30Das heißt alles in Ordnung.
00:28:31Ja, die Strophen sind aber auf Deutsch.
00:28:32Die gehen so.
00:28:33Egal wo ich hingehe, ich werde bekannt.
00:28:35Frag mal warum, weil ich bin bekannt.
00:28:38So.
00:28:42Wo er recht hat, hat er recht.
00:28:44Und das ist Summer Jam.
00:28:46Ich mag den sehr.
00:28:46Der hat wirklich tolle Textzeile.
00:28:47Meine Lieblingstextzeile von ihm lautet, Drogen sind wie Türen.
00:28:50Man kann sie drücken oder ziehen.
00:28:55Hat er auch recht, ne?
00:28:57Und es gibt wirklich bekloppte Textzeilen.
00:28:59Zum Beispiel gibt es einer, der hat mal gerappt.
00:29:01Ich bin Dichter wie Van Gogh.
00:29:12Und vielleicht hat er Informationen, die wir nicht haben.
00:29:15Oder er hat dem Geschichtsunterricht nur mit einem Ohr zugehört.
00:29:18Das kann auch sein, ne?
00:29:19Und ich sammle so ein bisschen bekloppte Deutschrap-Textzeilen.
00:29:22Ich habe auch inkognito so eine YouTube-Seite gegründet.
00:29:24Und das ist meine lieblings bekloppte Deutschrap-Textzeile.
00:29:27Ich weiß, heute unsere Tage sind zu kostbar.
00:29:30Die Zeit läuft wie die Nase meiner Tochter.
00:29:42Das ist ein Rapper im Homeoffice.
00:29:48Der musste noch einen Text fertig machen.
00:29:49Tochter hatte Schnupfen.
00:29:50Das nehme ich.
00:29:51Das ist super, ne?
00:29:52Ihr kennt ja aus den 90ern noch Kenny G.
00:29:54Der hat Millionen Platten verkauft.
00:29:56Mit so einer Musik, Instrumentalmusik.
00:30:01Bisschen Fahrstuhlmusik, eigentlich, ne?
00:30:04Und jetzt kommt's.
00:30:05Es gibt ein Lied von ihm, das heißt Going Home.
00:30:08Wir gehen nach Hause.
00:30:09Und seit den 90ern ist das ein Rausschmeißer-Lied in China.
00:30:12Das kennen dort über eine Milliarde Menschen.
00:30:14Wenn eine Shopping-Mall schließt, kommt dieses Lied, ja?
00:30:18Jetzt ist es so.
00:30:18In den Nullerjahren war Kenny G auf Welttournee.
00:30:20Da kam nach China.
00:30:21Der wusste davon nichts.
00:30:25Der wollte ein Konzert spielen, was für zwei Stunden geplant war.
00:30:31Er hat das nach 20 Minuten gespielt.
00:30:32Alle sind aufgestanden nach Hause gegangen, ja?
00:30:35Es ist so passiert.
00:30:36Es ist so passiert.
00:30:45Und es gibt so ein paar Lieder, die empfinde ich als Rausschmeißer-Lied.
00:30:48Wie das zum Beispiel?
00:30:51Das reicht.
00:30:52Das ist von Sigrid und Marina.
00:30:55Und ich schwöre euch, nichts mit KI gemacht.
00:30:56Das ist ein echtes Lied.
00:30:58Da hab ich Nein gesagt.
00:31:01Da haben sie Nein gesagt.
00:31:02Dann hat er's noch mal versucht.
00:31:05Und wieder blieb ich hart.
00:31:08Wieder blieben sie hart, okay.
00:31:10Doch mein Lächeln machte ihm das eine ganz schnell klar.
00:31:14Ja, was denn?
00:31:17Zwei Mal Nein heißt einmal Ja.
00:31:21Du bist jetzt bei uns Frau.
00:31:24Und das ist für die Männer oft nicht einfach zugeschau'n.
00:31:32Und so haut man 50 Jahre Emanzipation in die Tonne, ja?
00:31:47Aber glaub mir, in der volkstümlichen Musik gibt es noch härtere Sachen.
00:31:50Hier was von den Kasselruter Spatzen, auch das ist echt.
00:31:52Auf einmal war die Amsel still, an diesem Morgen im April.
00:32:01Es war fast ein Tag wie jeder Tag.
00:32:05Doch es gab Tschernobyl.
00:32:13Und ich hab das Wort Tschernobyl noch nie so fröhlich gehört, ja?
00:32:19Aber ich glaub, wir widmen uns jetzt mal wieder in einer anderen tollen Epoche.
00:32:22Wir gehen mal in die 50er Jahre.
00:32:23Ist Elvis Presley was für euch?
00:32:24Mögt ihr Elvis Presley?
00:32:25Mögt ihr den, ja?
00:32:26Weil ich hab mir neulich mal so ein paar schöne Dokumentationen von ihm angesehen
00:32:29und der war immer so höflich.
00:32:30Also wenn er gesungen hat, haben die Leute manchmal so, wuh, reingerufen.
00:32:34Und dann hat er sein Lied so ein bisschen unterbrochen und sich bedankt.
00:32:37Hat er so, thank you, gesagt.
00:32:38Und ich würde das gerne einmal ausprobieren, ja?
00:32:41Also ich versuche, wie Elvis zu singen.
00:32:43Ich weiß nicht einfach, wenn's euch gefällt, dann macht ihr wuh.
00:32:45Und ich brauche am Ende jemand, es ist ein kurzes Lied,
00:32:49der einmal, der hat auch Babys gesegnet, Elvis.
00:32:51Könnte jemand am Ende wie so ein Baby einmal schreien?
00:32:53So, waaah?
00:32:54Könnten Sie das vielleicht?
00:32:57Einmal.
00:33:02So, waaah.
00:33:03Richtig laut dann, ne?
00:33:04Ich zähle auf Sie.
00:33:05So.
00:33:06Ich, ich, ich sag ihm Bescheid, keine Sorge.
00:33:11Oh, mein Mann.
00:33:14Oh, mein Mann.
00:33:15Woooo!
00:33:16My darling.
00:33:19I've heard.
00:33:22For the long time.
00:33:30Okay, thank you.
00:33:32Time.
00:33:34Time.
00:33:37Time.
00:33:37Time.
00:33:37So slowly.
00:33:40ichtst duep.
00:33:48Ich sag ihm.
00:33:50Ich sag ihm.
00:33:51Ich sag ihm.
00:33:54Ich sag ihm.
00:33:55Ich sag ihm.
00:33:57Musik.
00:33:57Ja, ja.
00:33:58Wääh.
00:33:58Yeah, okay.
00:34:14And what Elvis didn't have in the 50s was Autotune.
00:34:18Have you heard something about Autotune?
00:34:19It's an experience from the 90s.
00:34:20It was famous by the song Believe from Cher.
00:34:23And the woman can sing really well.
00:34:24But then some of them used it.
00:34:26Also Autotune heißt auf deutsch übersetzt automatische Tonhöhenkorrektur.
00:34:30Und das ist ganz hilfreich für Sängerinnen und Sänger,
00:34:32deren Stärke nicht so im Gesang liegt.
00:34:35Und ich übe grad so ein Lied aus den 90ern, das ist wirklich schwer.
00:34:39Saying that I love you.
00:34:41Ich versuch's mal mit Autotune, ich hoffe es fällt nicht auf.
00:34:46Saying that I love you
00:34:50It's not the word I want to hear from you
00:34:56It's not that I don't want to
00:34:59Just close your eyes and say
00:35:13Meine Stimme klingt natürlich
00:35:17Da ist kein Effekt drauf
00:35:20Nein, nicht schwer
00:35:27Scheiß Autotune
00:35:47So, jetzt zum Schluss gibt es ein kleines Experiment.
00:35:49Das habe ich noch nie im Fernsehen gemacht.
00:35:51Ich habe das auch noch nicht so lange.
00:35:52Das ist eine Laserharfe, die hier steht.
00:35:54Und ich hoffe, dass es jetzt funktioniert.
00:35:56Weil da kommen Laserstrahlen raus.
00:35:57Und vielleicht kennt ihr das Teremin.
00:35:59Das ist ein Instrument, 100 Jahre alt.
00:36:01Das erste Instrument, was ohne Berührung gespielt werden konnte.
00:36:04Und hier kommen jetzt ja schon mal zwei Laserstrahlen.
00:36:07Zwei, drei raus.
00:36:08Und ich hoffe, dass es funktioniert.
00:36:11Das werde erst mal ein paar Sounds damit abspielen.
00:36:13Und das müsste jetzt hier
00:36:15Genau, so ein Lasersound sein.
00:36:17Und hier müsste jetzt Star Wars Musik kommen.
00:36:36Dankeschön.
00:36:46Und jetzt probiere ich mit diesem Ding Musik zu machen.
00:36:49Ich habe das noch nie im Fernsehen gemacht.
00:36:51Ein, zwei Mal auf Tour habe ich das gemacht.
00:36:53Ich hoffe, es funktioniert.
00:36:54Also hier müssen jetzt so Töne rauskommen.
00:36:59Und vielleicht erkennt ihr das Lied.
00:37:35Untertitelung.
00:37:37Thank you very much, that was from me. Thank you very much.
00:37:48Dr. Pop!
00:37:55The German Kleinkunst-Weiss 2026 in der Sprache Kleinkunst.
00:37:59For Dr. Pop!
00:38:04Wir haben ja beim Kleinkunstpreis mittlerweile eine Tradition, ein Preisträger ist immer krank.
00:38:13Und das betrifft in diesem Jahr leider den Förderpreis der Stadt Mainz.
00:38:16Der geht dieses Jahr an Anna Lucia, eine fantastische Stand-Upperin,
00:38:19die laut eigener Aussage irgendwo zwischen Gen Z und Millennial festhängt.
00:38:24Aus ihren Worten schließe ich, dass sie das als Konflikt empfindet.
00:38:27Und da sieht man, das ist alles nur eine Frage der Perspektive.
00:38:30Denn alles ist besser, als Generation X mit altersbedingten Knieproblemen zu sein.
00:38:36Das ist die wahre Hölle, ich merke viele Betroffene auch hier im Saal.
00:38:41Im Gegensatz zu mir hat sie noch ihre ganze Zukunft vor sich.
00:38:47Sparen Sie dir falsches Mitleid, dafür hätte ich zu Hause bleiben können.
00:38:52Gut, heute Abend ist sie krank, nur ich alter Sack bin da und sage deswegen von dieser Stelle gute Besserung
00:38:57Anna Lucia.
00:38:57Wir haben aber für sie einen kleinen Ausschnitt aus ihrem Programm vorbereitet.
00:39:01Und sie hat sich nicht nehmen lassen, uns eine kleine Grußbotschaft zu senden.
00:39:04Der Förderpreis der Stadt Mainz zum Deutschen Kleinkunstpreis 2026 geht an Anna Lucia.
00:39:13Applaus
00:39:17Applaus
00:39:37Applaus
00:40:24Hallo, vielen Dank.
00:40:27Danke sehr.
00:40:29Ich freue mich.
00:40:33Hi, vielen Dank.
00:40:34Ja, hi.
00:40:35Ich bin Anna Lucia.
00:40:36Ich habe Migrationshintergrund.
00:40:37Und das macht mich interessant.
00:40:40Und ich bin aber leider keine gute Türkin.
00:40:43Aber ich bin keine.
00:40:45Meine Eltern kommen beide aus Lateinamerika.
00:40:47Das heißt, ich bin Latina.
00:40:51Also geht.
00:40:54Hier ist das Ding.
00:40:55Ich habe bei meinem ersten Auftritt hier bei der Happy Hour,
00:40:57habe ich mein Set angefangen mit Ich bin Latina.
00:40:59Und da habe ich das als Real Online hochgeladen.
00:41:01Und Latinos weltweit sind in den Kommentarspalten ausgerastet.
00:41:05Die haben richtig angefangen zu diskutieren.
00:41:07Die waren so, nein, das ist keine von uns.
00:41:10Guck, wie sie steht.
00:41:12Die hat keinen Stock im Arsch.
00:41:13Sie ist der Stock.
00:41:15Besser Kommentar war von so einem Typen, der meinte,
00:41:17wenn Latina, wo Arsch?
00:41:19Und ich werde mich jetzt nicht umdrehen, okay?
00:41:23Er ist da.
00:41:24Er ist klein, aber fein.
00:41:26Er ist okay.
00:41:26Aber ich habe ihn, okay?
00:41:29Er glaubt mir immer noch nicht.
00:41:36Aber ich habe trotzdem guten Selbstwert, Gott sei Dank.
00:41:38Ich habe manchmal Angst, ich habe zu viel Selbstwert.
00:41:41Ich diskutiere da manchmal mit meiner Therapeutin drüber.
00:41:44Ich bin in letzter Zeit zum Beispiel überzeugt,
00:41:46dass ich eine Narzisstin bin,
00:41:48die Leute aber so gut manipuliert, dass sie es nicht merken.
00:41:51Also eine Narzisstin.
00:41:52Und meine Therapeutin sagt so oft,
00:41:54wie ich Angst habe, eine Narzisstin zu sein, bin ich keine.
00:41:57Und ich glaube ihr nicht.
00:42:00Ich glaube, ich habe sie schon zu gut dahin manipuliert,
00:42:02dass sie das jetzt denkt.
00:42:04Gespräch lief so ab, ich meinte,
00:42:05ich glaube, ich bin böse,
00:42:07ich kann Leute zu gut manipulieren.
00:42:09Und sie war so, nein, das ist nicht der Fall.
00:42:11Sie sind ein guter Mensch.
00:42:12Und ich war so, oh mein Gott, ich habe es schon wieder getan.
00:42:17Ich bin zu charmant.
00:42:19Es ist nicht leicht.
00:42:27Aber ich bin Fan von Therapie.
00:42:29Ich bin wirklich Fan.
00:42:30Ich habe auch schon früh angefangen,
00:42:31schon in der Schulzeit.
00:42:31Ich hatte auch eine wilde Schullaufbahn.
00:42:33Ich war in meinem Leben auf fünf Schulen,
00:42:35auf drei dieser fünf Schulen, wo ich gemobbt.
00:42:37Was kurz nebenbei bemerkt,
00:42:38eine beeindruckende Quote ist so.
00:42:40Ja, aber ich hatte dann auch nicht mal diese Zahnspange hier.
00:42:42Es war wirklich nur Persönlichkeit.
00:42:44Also, ich war eine richtige Bitch mit zwölf.
00:42:47Und Mobbing ist eine ganz wilde Sache,
00:42:49weil deine Eltern hoffen immer,
00:42:50du merkst nicht, dass du gemobbt wirst.
00:42:52Was süß ist, weil natürlich merkst du es.
00:42:55Christinas beste Freundin ist Lena
00:42:56und deine beste Freundin ist die Vertrauenslehrerin.
00:43:00Es fällt auf.
00:43:01Aber meine Mutter hatte die perfekte Erklärung dafür,
00:43:04warum die anderen Kids nicht mit mir spielen.
00:43:05Die meinte mal,
00:43:06Anna Lucia, die sind nur neidisch.
00:43:08Die sind nur neidisch,
00:43:10weil du bist schön und lustig und toll.
00:43:11Und die sind nur neidisch.
00:43:12Deswegen wollen sie nicht mit dir spielen.
00:43:14Was Sinn macht?
00:43:17Wir alle kennen charismatische, schöne Menschen.
00:43:19Die haben alle keine Freunde.
00:43:20Die sind alle allein und einsam.
00:43:23Frag jeden Promi.
00:43:25Und das Ding ist,
00:43:26ich war schlau genug zu merken,
00:43:27dass ich gemobbt werde.
00:43:28Ich war leider nicht schlau genug zu merken,
00:43:29dass meine Mutter lügt.
00:43:31Und das heißt,
00:43:32meine ganze Schulzeit über
00:43:33war ich nicht nur extrem unbeliebt,
00:43:34ich war gleichzeitig extrem eingebildet.
00:43:37Ich saß während der Pause alleine rum
00:43:39und war so,
00:43:39boah krass,
00:43:40die sind alle neidisch auf mich.
00:43:42Leute, kommt mal klar,
00:43:44ich kann nichts dafür,
00:43:44es sind die Gene,
00:43:45es ist doch okay,
00:43:46wir sind alle schön auf unsere Weise,
00:43:48it's fine.
00:43:50Ich habe mich selber auch gemobbt,
00:43:51ehrlich gesagt.
00:43:52Christina war die krasseste von allen Mäubern.
00:43:54Christina war Klassensprecherin
00:43:55und sie hat diese Position perfekt ausgenutzt.
00:43:58Christina hat mir einmal eine Strafarbeit aufgegeben
00:44:00und ich habe sie gemacht,
00:44:01weil ich bin ein Gewinner.
00:44:02Und am nächsten Tag war ich mir nicht sicher,
00:44:06wo ich diese Strafarbeit jetzt abgebe.
00:44:07Und da habe ich sie bei unserer Klassenlehrerin,
00:44:09Frau Bauer, abgegeben.
00:44:10Weil in meinem Kopf war Frau Bauer
00:44:12Christina Sekretärin.
00:44:13Und dann habe ich ihr die Arbeit gegeben
00:44:16und meinte,
00:44:17hey, Sie wissen ja Bescheid,
00:44:17Christina Strafarbeit.
00:44:18Und Frau Bauer meinte,
00:44:19hey, Anna Lucia,
00:44:21Christina darf dir tatsächlich
00:44:22keine Strafarbeit aufgeben,
00:44:24weil sie ist auch eine Schülerin.
00:44:26Und ich war so,
00:44:27hey, Frau Bauer,
00:44:28ich weiß nicht,
00:44:28wie lange sie hier arbeiten,
00:44:31aber natürlich darf Christina das.
00:44:33Und sprechen Sie leise,
00:44:34sie hat uns gerade wahrscheinlich zu.
00:44:36Bin ich direkt zu Christina,
00:44:37meinte, hey Christina,
00:44:39nur, dass du Bescheid weißt.
00:44:40Frau Bauer erzählte da
00:44:40in deinem Rücken Dinge bei dich,
00:44:41die sind nicht okay.
00:44:44Ja, und dann wurde Frau Bauer
00:44:45nach der Schule in den Spind gesperrt.
00:44:47Geschieht ihr recht, ehrlich gesagt.
00:44:49Hinterfrag Christina nicht.
00:44:49Naja, ich gehe jetzt schon mal
00:44:50Playstation aufbauen,
00:44:51für Singstar später.
00:44:52Das war's von mir.
00:44:53Vielen, vielen Dank.
00:44:56Anna Lucia,
00:44:57nochmal gute Besserung von hier.
00:44:59Gute Besserung.
00:45:08Lass uns ganz kurz nochmal
00:45:12über die künstliche Intelligenz sprechen,
00:45:14weil künstliche Intelligenz
00:45:15kann ja in Forschung und Wissenschaft
00:45:16ganz neue Erkenntnisse liefern.
00:45:18Und bei manchen Erkenntnissen
00:45:19fragt man sich,
00:45:20wollen wir die überhaupt?
00:45:22Beispielsweise steht gerade
00:45:23in der Wissenschaft
00:45:23eine Frage im Raum,
00:45:25sollte man mit Schweinen sprechen?
00:45:27Und ich meine jetzt
00:45:28keinen Gesprächskreis mit Faschisten,
00:45:33sondern,
00:45:35sondern, nein,
00:45:36ich meine jetzt in dem Fall
00:45:37wirklich richtige Schweine,
00:45:38also die Tiere, Schweine,
00:45:40ja, Schweine kennen Sie,
00:45:41Schweine halt, ja.
00:45:43Sie gucken ein bisschen verwirrt,
00:45:43Schweine vorne,
00:45:44hinten, ja, Schweine eben, ja.
00:45:49Und Schweine,
00:45:50ich habe eine Dokumentation gesehen,
00:45:51bei 3SAT war es eine Dokumentation
00:45:53über Wissenschaftlerinnen
00:45:54und Wissenschaftler,
00:45:55die versucht haben,
00:45:56mit Hilfe der KI
00:45:57die Kommunikation
00:45:58von Schweinen zu entschlüsseln.
00:46:00Sie gucken mich ein bisschen
00:46:01fragend an, warum,
00:46:02damit wir Zubereitungshinweise
00:46:03aus der Hand bekommen.
00:46:04Also, ja,
00:46:06das hat er mich gerade angepült.
00:46:07Aber das ist krass,
00:46:08wie schnell man vom Thema Schwein
00:46:09beim Thema Nahrung ist, ne.
00:46:11Wir essen Schweine,
00:46:13obwohl die total nett sind.
00:46:15Immer wenn ich ein Schwein treffe,
00:46:16immer so,
00:46:16oh, Gude,
00:46:17also wirklich,
00:46:17Schweine sind total nett.
00:46:19Da würde mir in meinem Bekanntenkreis
00:46:21die eine oder andere Sau einfallen,
00:46:22die eher auf den Grill gehört,
00:46:23Freunde, ja.
00:46:25Aber,
00:46:26natürlich nur,
00:46:26nur hypothetisch, ja.
00:46:28Aber,
00:46:29nochmal,
00:46:29also diese Dokumentation,
00:46:30die ich da sah,
00:46:31kleine Disclaimer vorab,
00:46:32ich esse auch ab und an Fleisch,
00:46:34aber du bist als Fleischesser
00:46:35wirklich auf eine harte Probe gestellt worden,
00:46:37weil,
00:46:37die haben Folgendes gezeigt,
00:46:38also diese Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
00:46:40haben Tonaufnahmen angefertigt
00:46:41in verschiedenen Schweinestellen
00:46:43und haben diese Tonaufnahmen
00:46:44dann in die KI reingefüttert.
00:46:46Und die haben festgestellt,
00:46:48dass Schweine
00:46:48sehr exakt imstande sind,
00:46:50drei Gefühlszustände auszudrücken.
00:46:53Zufriedenheit,
00:46:54Unzufriedenheit
00:46:54und Stress.
00:46:55Wo ich spontan dachte,
00:46:57das bin ja ich.
00:46:59Und auf einmal
00:47:00habe ich mich dem Schnitzel
00:47:00sehr viel näher gefühlt,
00:47:01als es mir lieb war,
00:47:02Freunde.
00:47:02Und dann haben die auch noch was gezeigt,
00:47:04in dieser Dokumentation,
00:47:05dass Schweine,
00:47:06die in Ställen leben,
00:47:07in denen die Menschen nett zu ihnen sind,
00:47:09dass die häufiger zufrieden grunzen.
00:47:11Und da saß ich da,
00:47:12habe das gesehen
00:47:12und mein innerer Kugelgrill-Fan
00:47:14meldet sich,
00:47:15macht die Scheiße aus!
00:47:16Das willst du ja gar nicht wissen,
00:47:18weil das ist ja lecker!
00:47:19Macht es aus!
00:47:20Weil so ist er ja der Mensch.
00:47:21Der Mensch,
00:47:22na klar will der
00:47:22wissenschaftliche Erkenntnisse,
00:47:24aber die sollen ja
00:47:24keine Veränderung bringen.
00:47:26Um Gottes Willen,
00:47:27wenn wir was hassen,
00:47:27dann Veränderung.
00:47:29Das ist ja immer so.
00:47:30Also du hast ja,
00:47:31ganz viele Leute schauen sich die Wälder
00:47:32und sagen,
00:47:33ja, Zustand des Planeten,
00:47:34da muss was passieren.
00:47:35Da muss ich was verändern.
00:47:36Dann geht aber so eine Klammer
00:47:37im Kopf auf,
00:47:38aber doch nicht bei mir!
00:47:40Ja, und jetzt überlegen sich aber mal,
00:47:41wenn dank der KI
00:47:42ganze Dialoge
00:47:43irgendwann möglich sind
00:47:43mit dem potenziellen Schnitzel.
00:47:45Und im Dialog merkst du plötzlich,
00:47:47das Kassler hat eine bessere Persönlichkeit
00:47:48als ich.
00:47:50Und auf einmal sagst du ja,
00:47:51dann reibe ich mich mal selber mit Honig ein
00:47:52und lege mich auf den Kohlegrill.
00:47:54Kann ja sein!
00:47:55Oder du kommst eben auf die alte Weisheit,
00:47:56wer kommuniziert,
00:47:57filetiert nicht.
00:48:00Das wäre so eine Erkenntnis,
00:48:02die bei uns Menschen einsickern müsste.
00:48:03Ja, aber nee,
00:48:05also wenn es da mal so eine Diskussion geführt wird,
00:48:07wenn es dann heißt,
00:48:08mal irgendwo,
00:48:08wir müssten vielleicht mal umdenken
00:48:09beim Fleischkonsum,
00:48:10nicht nur,
00:48:11wenn es ums Tierwohl geht,
00:48:13sondern auch so Klima und so,
00:48:14müssen ein bisschen weniger Fleisch essen.
00:48:16Auf solche Diskussionen
00:48:17reagiert man ja hier bei uns im Lande
00:48:18immer sehr, sehr ruhig und gelassen.
00:48:19Ja, das wird dann so gesagt
00:48:22und dann heißt es,
00:48:22NEIN!
00:48:24Halt's Maul!
00:48:25Es war gut, es ist gut, es bleibt gut!
00:48:28Ganz entspannt.
00:48:28Gibt ja so ein Wort,
00:48:30so ein Trigger-Wort,
00:48:30da kann man ja Menschen
00:48:31direkt auf die Palme bringen.
00:48:33Die sind direkt auf dem Baum,
00:48:34wenn du das Wort sagst.
00:48:35VEGAN!
00:48:37Wir haben einen Bekannten,
00:48:38nur wenn ihr das Wort
00:48:39vegan hört,
00:48:40müssen wir einen Exorzisten rufen.
00:48:43Der muss gar nichts veganes essen.
00:48:44Der hockt dann da,
00:48:45fängt an zu zittern,
00:48:45sein Kopf dreht sich
00:48:46und dann spuckt Erbsensupp.
00:48:50Natürlich nur mit Wurst-Einlage,
00:48:52ohne Fleisch geht bei dem gar nichts.
00:48:54Die Leute müssen nichts veganes essen
00:48:56und sind trotzdem
00:48:56alleine durch die Existenz
00:48:57von Veganismus
00:48:59unfassbar getriggert.
00:49:00Und dann heißt es dann,
00:49:00ja, das machen die nur
00:49:01mit dem veganen Zeug,
00:49:03um unseres Fleisch-Essen
00:49:04mies zu machen.
00:49:06Wissen wir dem Fleischverbot?
00:49:07Wie Fleischverbot?
00:49:08Hast du das gehört?
00:49:09Die wollen uns das Fleisch-Essen verbieten.
00:49:11Wer dann?
00:49:12Die?
00:49:12Ich die?
00:49:13Ja, die!
00:49:13Ja, wer sagt das?
00:49:14Alte Söder?
00:49:15Ja, der muss ja wissen.
00:49:17Und da geht so diese Saat auf,
00:49:19das so immer erzählt wird,
00:49:21auch gerade von Söder
00:49:21und so,
00:49:22diese links-woke,
00:49:23diese vermeintlich links-woke
00:49:25Verbotspolitik,
00:49:26wo es dann heißt,
00:49:27ja, da kommt was,
00:49:28Fleisch soll uns verboten werden.
00:49:30Wo ich dann immer sage,
00:49:30wo denn?
00:49:32Da sag ich,
00:49:32da merkst du das nicht.
00:49:33Die wollen uns vermiesen.
00:49:34Ich sag, wo?
00:49:35Die haben so ein gefühltes
00:49:36Fleischverbot, die Leute.
00:49:37Wo ist das?
00:49:38Wo ist das?
00:49:39Wo soll das sein?
00:49:39Gehen Sie mal auf ein stinknormales
00:49:40Volksfest.
00:49:42Da wirst du mit Fleischprodukten
00:49:43zugeschissen.
00:49:45Da gibt es teilweise Fleischprodukte,
00:49:46da frage ich mich,
00:49:47wer zur Hölle ist das?
00:49:50Nierenspieß!
00:49:52Sie kennen es,
00:49:53aber in Hamburg,
00:49:54in Hamburg kennt das kein Sau.
00:49:55Die haben mich mit so Augen angeguckt,
00:49:56da hab ich gesagt,
00:49:57nein, das ist kein Euphemismus.
00:49:59Das sind Nierchen auf dem Spieß.
00:50:01Kannst auch weg zum Karussell auch,
00:50:02jetzt sind ein paar Nierchen.
00:50:05Ich find's widerlich,
00:50:06aber wir haben in Frankfurt gespielt
00:50:08vor einer Woche
00:50:08und da rief einer an der Stelle,
00:50:09es ist aber wirklich lecker.
00:50:12Da hab ich gesagt,
00:50:13ja, da friss es doch.
00:50:15Drei, vier Stück,
00:50:16spieß noch ein paar Kuhauge
00:50:17obbe drauf,
00:50:17siehste, da esse besser.
00:50:18Aber ich bitte Sie.
00:50:21Ich wär,
00:50:29ich wär bei der Erfindung
00:50:31des Nierenspießes wär ich gern dabei gewesen.
00:50:33Wirklich,
00:50:33wo damals beim Schlachter
00:50:34irgendeiner gesagt hat,
00:50:35ach, guck mal da,
00:50:37ein Organ,
00:50:38das zuständig ist
00:50:39für Abfallprodukte des Stoffwechsels.
00:50:42Maria, hol mal die Spieße hier.
00:50:43Ach, ist bestimmt lecker.
00:50:46Aber solange sowas erlaubt ist,
00:50:48sie wird doch fern einem Fleischverbot.
00:50:49Solange beim Bad Brat
00:50:50steht der Grünkohlfestival
00:50:51den Nierenspieß
00:50:52nicht unter der Thek
00:50:53verkauft werden muss.
00:50:55Haben wir doch kein Fleischverbot.
00:50:56Hier, psst,
00:50:57willst du den Nierenspieß?
00:50:57Psst.
00:50:58Den Nierenspieß?
00:50:59Komm her, komm,
00:51:00ich hab alles da.
00:51:01Heroin, Nierenspieß,
00:51:02ist alles da hier.
00:51:03Gibt's ein bisschen Christelmeth?
00:51:07Wo soll dieses gefühlte
00:51:08Fleischverbot sein?
00:51:09Wo denn?
00:51:11Fahren Sie mal an die Tankstelle,
00:51:12wenn nach zum drei
00:51:13an der Kasse
00:51:14in dieser Warmhalteurne
00:51:18die letzte Riese-Bockwurst
00:51:20vom Dach drinnen
00:51:21die mittlerweile
00:51:22jede Flüssigkeit
00:51:23rausgeschwitzt hat
00:51:24und die jetzt aussieht
00:51:25wie so ein dehydriertes
00:51:26Nacktmull,
00:51:28nur um von irgendeinem
00:51:29völlig übernächtlichen
00:51:30Fernfahrer
00:51:30nach zum drei
00:51:30weggesnackt zu werden.
00:51:31Ah ja,
00:51:32mit Senf geht's.
00:51:33Ah!
00:51:36Da reg ich mich auf.
00:51:49Ich reg mich da auf,
00:51:51aber ich versuch das auch
00:51:51wirklich zu verstehen.
00:51:52Warum sind die Leute
00:51:53so auf dem Baum,
00:51:54nur weil's Veganismus gibt?
00:51:56Und da hat der Dieter,
00:51:58der hat zu mir gesagt,
00:51:59Tobi,
00:52:00ich fühl mich da überfordert.
00:52:03Weil stell dir mal vor,
00:52:04ich guck nicht richtig hin
00:52:06und ess versehentlich
00:52:07ne vegane Wurst.
00:52:10So hab ich da noch nie
00:52:11drüber nachgedacht.
00:52:12Stell dir das mal vor,
00:52:13du isst versehentlich
00:52:14eine fleischfreie Wurst
00:52:15und dann beginnt sie ja.
00:52:16Die umgekehrte
00:52:18Wehrwolfsverwandlung.
00:52:20Ein Mann wie ein Baum,
00:52:21zwei Meter zehn,
00:52:21behaart von oben bis unten,
00:52:22wird zum nonbinären
00:52:23grünen Wähler mit Taz-Abo.
00:52:24Oh Gott, das will.
00:52:29Für die meisten
00:52:30evolutionärer Schritt nach vorne.
00:52:41Wir kommen zum Kleinkunstpreis
00:52:43in der Sparte Musik.
00:52:44Und da ist es nur recht und billig,
00:52:46dass ich, auch um zu zeigen,
00:52:48wie viel mehr Niveau
00:52:49und Kunstfertigkeit
00:52:50der Mensch im Gegensatz zur KI hat,
00:52:52die Ansage in guter alter
00:52:53Liedermacher-Manier
00:52:54auf dem Saiteninstrument
00:52:56zum Besten gebe.
00:52:58Unser Preisträger heißt
00:52:59William Wahl
00:52:59und der Song, den ich geschrieben habe,
00:53:01heißt Wahlfreiheit.
00:53:07Der Blauwal, den bewundern wir,
00:53:10denn er ist das größte Tier.
00:53:12Den Grauwal sehen wir stets meandern,
00:53:14er wandert weiter als die anderen.
00:53:16Der Schwertwal ist ziemlich borniert,
00:53:18nur ein Delfin als Wahl maskiert.
00:53:20Dagegen ist der Buckelwal
00:53:22als Wahl ein echtes Original.
00:53:26Der Grönland-Wahl ist auch sehr fein,
00:53:28den kriegt selbst Donald Trump nicht klein.
00:53:30Und heimisch einst im Ruhrgebiet
00:53:33den Pottwal es nach Bochum zieht.
00:53:37Wichtig aber oft ne Qual
00:53:39sind Bundes- oder Landtagswahl,
00:53:41die sieht man oftmals ganz sozial
00:53:43am Stammtisch in nem Wahllokal.
00:53:46Doch der beste Wahl phänomenal
00:53:49ist unser Preisträger der William Wahl.
00:53:51Wenn er singt, verwundert's nicht,
00:53:53dass man von Wahlgesängen spricht.
00:53:55Er hat echt was aufm Kasten,
00:53:57große Kunst auf kleinen Tasten.
00:53:59Und weil das auch die Jury weiß,
00:54:01kriegt er jetzt nen Kleinkunstpreis.
00:54:03Der Kleinkunstpreis
00:54:04Der Kleinkunstpreis
00:54:102026 in der Sparte Musik
00:54:13geht an William Wahl.
00:54:19William,
00:54:22herzlichen Glückwunsch.
00:54:24Vielen Dank, Dankeschön.
00:54:27Was für ne Freude.
00:54:28Vielen Dank.
00:54:29Danke sehr.
00:54:31Danke euch.
00:54:34Dankeschön.
00:54:35Ich freue mich sehr.
00:54:36Nicht nur über das tolle Lied von Tobi,
00:54:38sondern natürlich auch über den Preis.
00:54:40Nicht zuletzt,
00:54:41weil ich
00:54:42noch gar nicht so viele habe.
00:54:45Ich habe
00:54:46letztlich habe ich erst
00:54:48zwei.
00:54:49Und das ist ein bisschen wenig
00:54:51für mein Alter.
00:54:51Ich habe
00:54:53gewonnen
00:54:55den Sonderpreis
00:54:58für Klavierbegleitung
00:55:00beim Regionalwettbewerb
00:55:03Jugend musiziert
00:55:04im Rhein-Sieg-Kreis.
00:55:131986
00:55:14und dann
00:55:161998
00:55:18nochmal gewonnen
00:55:19in St. Veith
00:55:21im Pongau
00:55:22beim Gäste-Ski-Rennen.
00:55:24Zweiter Platz.
00:55:26Immerhin.
00:55:27Und jetzt das hier.
00:55:28Und das ist schön.
00:55:29Das ist schön.
00:55:35In der Kategorie Musik,
00:55:37wie es ja
00:55:38geheißen hat,
00:55:39gerade ein bisschen ironisch,
00:55:40weil das erste Lied,
00:55:41was ich singe,
00:55:41ist überhaupt nicht von mir,
00:55:43ist von ABBA
00:55:44im Original.
00:55:45Also der Text ist von mir,
00:55:46Musik aber
00:55:47nicht.
00:55:47Und im Original
00:55:49heißt es
00:55:50Fernando,
00:55:51handelt von
00:55:52Fernando.
00:55:55Und bei mir
00:55:56behandelt es das Thema
00:55:57der Nachhaltigkeit
00:55:58und der Frage,
00:55:59die sich heute
00:56:00jeder von uns
00:56:02mehr denn je
00:56:02stellen muss.
00:56:03Nachhaltigkeit.
00:56:04Was kann ich persönlich
00:56:06dagegen tun?
00:56:09Wieder mal allein
00:56:11zu Hause
00:56:14in mir eine Art
00:56:15von Leere,
00:56:16die ich kaum
00:56:16ertragen kann.
00:56:20Gedanken kreisen
00:56:21ohne Pause.
00:56:24Nur ein Klick
00:56:25entfernt erwartet
00:56:26auf mich schon
00:56:27ein Neuanfang.
00:56:28Sicher geht es mir
00:56:30viel besser,
00:56:30habe ich erst einmal
00:56:32etwas anderes an.
00:56:35Das Paket ist da,
00:56:37ich schrei vor Glück
00:56:38und schick's zurück,
00:56:40Zalando.
00:56:41Weil ich das Porto
00:56:43ja nicht selber zahle,
00:56:44sondern wieder mal,
00:56:46Zalando.
00:56:47Richtig nachhaltig
00:56:48ist das zwar nicht,
00:56:49das weiß auch ich.
00:56:52Aber das ist ja
00:56:54nicht mein Problem,
00:56:55sondern das
00:56:56von den
00:56:57Zalando.
00:57:00Jedes Jahr,
00:57:01da wird es schlimmer,
00:57:04weil das Gewuseln
00:57:05und Gelb wimmeln
00:57:06in der überfüllten Stadt,
00:57:09da bleib ich lieber
00:57:10auf meinem Zimmer.
00:57:13Denn auf all den
00:57:14Egoismus draußen
00:57:16hab ich echt kein Bock.
00:57:17Der Bote klingelt
00:57:18an der Haustür
00:57:19und ich sage ihm
00:57:20ganz oben
00:57:21fünfter Stock.
00:57:21Das Paket ist da,
00:57:23ich schrei vor Glück
00:57:24und schick's zurück,
00:57:25Zalando.
00:57:27Weil ich das Porto
00:57:28ja nicht selber zahle,
00:57:30sondern wieder mal,
00:57:31Zalando.
00:57:33Richtig nachhaltig
00:57:34ist das zwar nicht,
00:57:35das weiß auch ich.
00:57:38Aber das ist ja
00:57:39nicht mein Problem,
00:57:41sondern das
00:57:41von den
00:57:42Zalando.
00:57:44Hat deine neue
00:57:45keine Traumfigur,
00:57:47schick sie
00:57:48retour,
00:57:49Zalando.
00:57:50Wenn deine Eltern
00:57:52etwas sonderbar
00:57:53sagen,
00:57:54au revoir,
00:57:55Zalando.
00:57:55Ist was nach deinem
00:57:57Geschmack nicht ganz
00:57:58perfekt,
00:57:59schick's wieder weg.
00:58:01Schließlich ist das
00:58:02auch nicht dein Problem,
00:58:04sondern das vom
00:58:05System.
00:58:06Zalando.
00:58:07Schließlich ist das
00:58:09auch nicht dein Problem,
00:58:10sondern das vom
00:58:11System.
00:58:16Zalando.
00:58:39Ich hoffe, das war eigentlich nicht zu garstig.
00:58:43Falls doch, möchte ich sie ganz gerne
00:58:45ein bisschen gnädig stimmen
00:58:48mit den zarten Klängen
00:58:49der Zitter.
00:58:50Denn ich spiele als nächstes
00:58:52ein Heimatlied.
00:58:54Also es ist natürlich keine Zitter,
00:58:55aber so wie ich spiele,
00:58:56könnte es eine sein.
00:58:59Wir zittern ein Instrument,
00:59:00was ja, wenn überhaupt,
00:59:01nur noch im Alpenraum
00:59:03aktiv gespielt wird.
00:59:04Das war mal anders,
00:59:05denn die Zitter war,
00:59:06und das wissen
00:59:07super wenige Leute nur noch,
00:59:09die Zitter war bis weit
00:59:10ins 19. Jahrhundert rein,
00:59:12in ganz Deutschland weit verbreitet,
00:59:14bis hoch hier Richtung Dings,
00:59:17denn die Zitter war,
00:59:18die war das angestammte
00:59:20und traditionelle Instrument
00:59:22in Deutschland,
00:59:23der Perlenfischer
00:59:26und Schwammtaucher,
00:59:27die auch hier
00:59:28in und um Mainz,
00:59:30in den klaren Gewässern
00:59:31von Rhein und Main,
00:59:33eng verbunden mit der Natur,
00:59:35ihrem Tagwerk nachgingen
00:59:36und nach Schwämmen tauchten.
00:59:38Und jetzt,
00:59:39jetzt denken sie vielleicht,
00:59:41was redet der Mann denn da?
00:59:43Schwammtaucher im Main?
00:59:45Im Main gibt es doch keine Schwämme,
00:59:47ja,
00:59:48wegen der Schwammtaucher.
00:59:50Und da saßen sie alle so abends
00:59:53da nach getaner Arbeit
00:59:54am lodenden Lagerfeuer
00:59:55und sangen ihre wehmütigen Lieder
00:59:58vom Leben und der Liebe
01:00:00und der Heimat.
01:00:01Und auch wenn es lange hier ist,
01:00:04Heimat ist ja nicht das,
01:00:05was um uns rum ist,
01:00:08jetzt konkret in diesem Moment.
01:00:09Heimat ist das,
01:00:10was in uns ist,
01:00:11in uns drin.
01:00:12Und das ist überall,
01:00:13auf der Welt ist das unterschiedlich.
01:00:15Heimat ist für einen Italiener,
01:00:17egal wo der sich nun gerade befindet,
01:00:20vielleicht einfach ein Duft.
01:00:22Ich war der,
01:00:22der Duft frisch aufgetragener Pomade.
01:00:27Für einen Engländer ist Heimat
01:00:29vielleicht der Anblick,
01:00:30sich in Pfützenspiegel da,
01:00:33dicker, weißer, nackter Frauenbein
01:00:35im winterlichen Nieselregen.
01:00:38Und für uns in Deutschland
01:00:39ist es aber ganz anders.
01:00:41Denn ich als Deutscher,
01:00:42ich weiß ja,
01:00:44egal was das Leben für mich
01:00:45in Zukunft auch bereithalten mag,
01:00:48eines würde meinen Platz haben,
01:00:50ganz tief in meinem Herzen.
01:00:52Mein Auto.
01:00:56Mein Auto hat sehr viel PS
01:01:01und mehr Zylinder
01:01:03als ein Zirkusdirektorenfachgeschäft.
01:01:07Ich liebe es mehr,
01:01:08als ich die Mutter lieb,
01:01:10wie schön das es dich gibt.
01:01:14Juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru.
01:01:23Mein Auto ist mein Glück allein,
01:01:26die Innenraumverkleidung ist aus Ebenholz und Elfenbein.
01:01:32Ich lieb es mehr,
01:01:34als ich die Gattin lieb,
01:01:36wie schön das es dich gibt.
01:01:40Ja, wenn ich damit rase,
01:01:42wird alles gut
01:01:43und als dann löst mein Frust
01:01:46sich hinter mir in Gase
01:01:48und ich fühl mich als Mann.
01:01:52Denn mein Penis ist,
01:01:55mein Auto ist
01:01:57zwei Tonnen schwer.
01:01:59Mit ihm bin ich kein Zweifellos,
01:02:01der Allertolleste beim Fahrt im Verkehr.
01:02:05Das Glück,
01:02:06das gleichsam auf der Straße liegt,
01:02:09wie schön das es dich gibt.
01:02:12Ja, wenn ich damit dränge,
01:02:15wird alles gut
01:02:16und als dann vergess ich
01:02:19der Kinderschar gekwänge
01:02:21und ich fühl mich als Mann.
01:02:25Juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru.
01:02:31Juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru,
01:02:37juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru,
01:02:37juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru,
01:02:41juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru, juru
01:03:01Der Hund, es stirbt, es war ein altes Tier
01:03:05Die Frau läuft weg, nun denn darauf ein Bier
01:03:11Die Kinder, nimm sie mit, du gänst sie hier
01:03:18Das Auto bleibe dir, ja, dein Auto bleibt dir
01:03:33Bleibe dir, ja, bleibe dir
01:03:52Dankeschön, vielen Dank, unsere Freunde, Dankeschön
01:03:59William Wahl
01:04:01Der deutsche Kleingungspreis 2026 in der Kategorie Musik
01:04:11William Wahl, spektakulär
01:04:15Und nun kommen wir zum diesjährigen Preisträger in der Kategorie Stand-up
01:04:19Abdel Karim ist quasi ein Weltenbürger, er ist gebürtiger Bielefelder Wal-Duisburger
01:04:25Und bezeichnet sich selbst als marokkanische Friedenstaube
01:04:29Und viel wichtiger ist, er ist echt ein super Typ
01:04:32Er ist wirklich auch abseits der Bühne, er ist einfach ein super Typ
01:04:34Das kann man ja nicht von allen Kolleginnen und Kollegen behaupten
01:04:37Es gibt ja auch welche, die sind nur vorne so, aber hinten
01:04:41Und einige Beispiele
01:04:42Also zum Beispiel der
01:04:44Ach, das interessiert Sie jetzt nicht
01:04:45Also nein, nein, das wollen Sie gar nicht wissen
01:04:48Nein, es geht ja um unseren Preisträger jetzt hier
01:04:50Und die Sets von Abdel Karim sind nicht nur vordergründig lustig
01:04:54Sondern immer auch hintergründig clever
01:04:55Und so nimmt es nicht Wunder
01:04:57Dass er schon vielfach ausgezeichnet wurde
01:05:00Jurypreis der Wühlmäuse, bayerischer Kabarettpreis, deutscher Fernsehpreis und viele mehr
01:05:03Und jetzt kommt der Hammer
01:05:04Ganz aktuelle Information
01:05:06Das Magazin GQ Men
01:05:08Hat ihn vor wenigen Tagen als Lederjackenmann 2026 ausgezeichnet
01:05:20Das ist zwar nicht wahr
01:05:22Müsste aber
01:05:24Müsste aber in einer perfekten Welt wahr sein
01:05:27Da wir aber nicht in einer perfekten Welt leben
01:05:29Es ist umso wichtiger, dass wir Standupper wie ihn haben
01:05:32Die uns im Angesicht der katastrophalen Weltlage zum Lachen bringen
01:05:37Darum rufe ich jetzt aus
01:05:39Flieg, du marokkanische Friedenstaube
01:05:42Flieg
01:05:42Der Deutsche Kleinkunstpreis 2026 in der Sparte Standup
01:05:47Geht an Abdel Karim
01:05:57Herzlichen Glückwunsch
01:05:59Dankeschön, guten Abend
01:06:02Jaaa
01:06:05Es ist wunderschön
01:06:06Danke
01:06:11Ich muss zugeben, vielen Dank für den Preis
01:06:14Danke Tobias Mann für die schöne Anbord
01:06:16Einer der wenigen Comedians, die ich kenne, die auf der Bühne nett sind
01:06:18Aber im Backstage ist aber ein anderes Thema
01:06:22Nein, wirklich vielen Dank
01:06:24Ich freue mich sehr über den Preis
01:06:25Danke ans Unterhaus natürlich
01:06:27An die Jury für die Entscheidung
01:06:28Ich kann da nicht widersprechen
01:06:31An Frankfurter Hof, dass wir hier heute sein dürfen
01:06:34Sieht ein bisschen cool aus
01:06:35Aber ich freue mich auf die Zugfahrt morgen
01:06:37Das ist schon ein Anblick, wo man sagen muss
01:06:39Wir sammeln für den Moscheebau
01:06:42Für den Moscheebau
01:06:58Und ich hätte es nicht gedacht
01:06:59Aber der Preis hat wirklich mein Leben ein bisschen verändert
01:07:01Da bin ich ganz ehrlich
01:07:02Vor Monaten wurde es ja veröffentlicht im Internet
01:07:04Und seitdem werde ich öfter erkannt
01:07:06Das ist wirklich krass
01:07:07Ich war vor kurzem im Zug
01:07:08Da kam ein Mann auf mich zu
01:07:09Comedy-Fan hat mich erkannt
01:07:10Riesen-Fan-Euphorisch
01:07:11Boah, das gibt's ja nicht
01:07:12Sie im Zug
01:07:13Kaya Jana
01:07:16Ich hätte es auflösen können
01:07:18Ich hätte sagen können
01:07:19Stopp, der bin ich nicht
01:07:20Aber der war so glücklich
01:07:21Ich wollte ihm die Freude nicht nehmen
01:07:23Ich hab mitgespielt
01:07:24Ich hab ihn angeschaut
01:07:24Was guckst du?
01:07:25Das ist ja wirklich
01:07:27Haben wir ein Selfie gemacht
01:07:28Er wollte ein Selfie
01:07:29Hat mich dann gefragt
01:07:29Ob er dieses Foto auf Instagram hochladen darf
01:07:32Ich hab gesagt
01:07:33Natürlich
01:07:33Aber bitte mich auch erwähnen
01:07:34Verlinken
01:07:35Damit der echte Kaya auch was davon hat
01:07:39Und mein Lieblingswiedererkennungsgespräch
01:07:41Das war Ende letzten Jahres
01:07:42Das hätte ich nie vergessen
01:07:42Vier Jungs
01:07:44Maximal 23 Jahre alt
01:07:46Migrantenkinder
01:07:46Die kann man dir am ehesten beschreiben
01:07:49Durchtrainiert
01:07:49Gut aussehen
01:07:50Trotzdem sympathisch
01:07:51Eine coole Mischung
01:07:52Und die gingen sogar zu viert in einer Reihe
01:07:54Dass man direkt merkt
01:07:55Ist ne Gang
01:07:55Gehören zusammen
01:07:56Einer dieser vier
01:07:57Hat mich erkannt
01:07:58Die anderen drei nicht
01:07:58Die waren genauso überfordert wie ich
01:07:59Der kam leicht draufgängermäßig auf mich zu
01:08:02Ey, warte mal
01:08:03Du bist doch dieser eine
01:08:04Wer bist du noch mal
01:08:04Sag endlich
01:08:05Wir haben keine Zeit
01:08:09Ich dachte ganz kurz
01:08:10Der sucht jemanden
01:08:10Ich hatte echt Angst
01:08:11Ich so
01:08:11Egal wen du meinst
01:08:12Ich bin's nicht
01:08:13Ich kann mitsuchen
01:08:14Zu fünft finden wir ihn
01:08:16Es gibt vier Himmelsrichtungen
01:08:18Ihr sucht
01:08:18Ich halte hier die Stellung
01:08:21Nein Mann
01:08:22Verarsch uns nicht
01:08:22Du bist doch dieser Rapper
01:08:23Wie geht nochmal dein Lied
01:08:26Und dann hab ich mich wirklich gefragt
01:08:27Wie kannst du diese
01:08:28Vier sympathischen
01:08:29Aber einen Tick zu coolen Jungs
01:08:31Irgendwie aus der Reserve locken
01:08:33Und dann kam es einfach aus mir raus
01:08:35Ich hab dann gesagt
01:08:35Ich drehe schwulen Pornos
01:08:39Es kam einfach
01:08:40Ich dachte ich überlege noch
01:08:41Und denke ich so
01:08:42Das ist meine Stimme
01:08:42Scheiße
01:08:44Dann wurde die Stimmung
01:08:45Ein bisschen anders
01:08:46Muss ich sagen
01:08:47Die drei haben völlig verwirrt
01:08:49Ihren Freund angeschaut
01:08:51Nach dem Motto
01:08:52Warum kennt er
01:08:52Schwulen Porno
01:08:53Darsteller
01:08:54Er schaut mich panisch an
01:08:56Bruder
01:08:56Nein
01:08:57Ich hab gesagt
01:08:58Nenn mich nicht Bruder
01:08:58Ich mag keine Rollenspiele
01:09:01Und dann durfte ich weitergehen
01:09:03Die haben mich gehen lassen
01:09:03Fand ich gut
01:09:04Beim Weitergehen hab ich mich gefragt
01:09:06Wieso haben ausgerechnet
01:09:07Jungs und Männer
01:09:07Egal ob jetzt Weiß
01:09:08Urdeutsch
01:09:09Migrantenkinder
01:09:09Was auch immer
01:09:10Warum haben ausgerechnet
01:09:11Die Männer
01:09:12So eine große Angst
01:09:13Vor schwulen Männern
01:09:14Die sich selber
01:09:15Für die wahren Männer halten
01:09:16Weil ich finde diese Angst
01:09:17Vor schwulen Männern
01:09:17Völlig unbegründet
01:09:18Es ist ja ganz einfach
01:09:19Wenn man auf schwule Männer
01:09:20Nicht steht
01:09:21Muss man nicht mit ihnen ausgehen
01:09:24Das ist freiwillig
01:09:24Viele glauben es ist Pflicht
01:09:25Man muss einmal im Leben
01:09:27Mit einem schwulen Mann
01:09:28Ins Kino gehen
01:09:29Romantisch
01:09:29Man kann
01:09:30Man muss nicht
01:09:31Ich hab auch noch nie
01:09:32Von einer Zwangsehe gehört
01:09:33Wo ein Hetero Mann
01:09:35Gegen seinen Willen
01:09:35Einen Schwulen heiraten musste
01:09:38Mein bester Freund
01:09:39Ali sieht das sehr pragmatisch
01:09:41Was soll ich gegen schwule Männer haben
01:09:42Jeder schwule Mann
01:09:43Ist auf Tinder
01:09:44Ein Konkurrent weniger
01:09:45Das stimmt
01:09:46Das ist ein pragmatischer Ansatz
01:09:47Mein Hauptargument
01:09:48Für etwas mehr Entspannung
01:09:49An der Panikfront
01:09:50Von schwulen Männern
01:09:52Geht keine Gefahr aus
01:09:53Ich gucke wirklich
01:09:54Fast jede Folge
01:09:55Aktenzeichen XY
01:09:57Und ich hab noch nie gehört
01:09:59Wie der Moderator
01:10:00Traurig in die Kamera sagt
01:10:00Die schwulen Gang
01:10:01Hat wieder zugeschlagen
01:10:02Noch nie
01:10:04Schwerpunkt
01:10:04Schutzgeld
01:10:05Erpressung bei Fressnap
01:10:15Thank you
01:10:16Nein
01:10:16Es ist ein anderes Thema
01:10:17Ich hab mit Freunden darüber gequatscht
01:10:19Wie würde so eine Gang eigentlich heißen
01:10:20Die sagt
01:10:21Wir sind kriminell
01:10:21Aber wir nehmen dich nur in die Gang auf
01:10:22Wenn du schwul bist
01:10:23Wir hatten keine Idee
01:10:24Da haben wir das gemacht
01:10:25Was man heute macht
01:10:26Wenn man überfordert ist
01:10:27Wir haben die KI gefragt
01:10:31Googles Endgegner
01:10:31Und wir haben nicht gesagt
01:10:33Gib mal lustige Antworten
01:10:34Wir haben die Frage wirklich ganz sachlich gestellt
01:10:35Ich hab einen Screenshot vorbereitet
01:10:36Das ist Englisch
01:10:38Bildschirmschuss
01:10:38Ähm
01:10:40Wie würde eine gefährliche und berüchtigte Gang heißen
01:10:43Die als Mitglieder nur schwule Männer erlaubt
01:10:46Das kam sofort eine Antwort
01:10:47Hier sind einige Vorschläge
01:10:48Für eine gefährliche und berüchtigte Schwulenvereinigung
01:10:50Ich fand den ersten Vorschlag direkt am besten
01:10:53Die glitzernden Schatten
01:10:56Kann man nicht toppen
01:10:57Es wurde sogar erklärt
01:10:58Die Bezeichnung
01:10:59Die glitzernden Schatten
01:11:00Klingt geheimnisvoll
01:11:01Und gefährlich zugleich
01:11:02Während sie aber auch
01:11:03Die bunte und lebendige Identität
01:11:04Der Gangmitglieder reflektiert
01:11:06Wäre im Aufsatz eine glatte Eins
01:11:08Besser kann man es nicht erklären
01:11:09Andere Vorschläge waren
01:11:10Zum Beispiel
01:11:10Die Racheengel der Vielfalt
01:11:12Das Kollektiv der Leidenschaft
01:11:14Und ein bisschen unrealistisch
01:11:16Für eine kriminelle Gang
01:11:17Die Regenbogenräuber
01:11:19Das ist unrealistisch
01:11:21Das ist
01:11:21Gut
01:11:22Ängste sind ja oft sinnlos
01:11:24Unrealistisch
01:11:24Komisch
01:11:25Schwierige
01:11:25Oft haben Menschen auch Angst
01:11:27Weil die falschen Personen
01:11:29Was ganz harmloses machen
01:11:30Ich war mit meinem Nachbarn
01:11:31In der Fußgängerzone
01:11:32Der wohnt direkt da um die Ecke
01:11:33Wir haben Cola getrunken
01:11:34Das fand ich wirklich sehr schön
01:11:35Was da passiert ist
01:11:36Da ist ein älterer Araber
01:11:37Ungefähr 60 Jahre alt
01:11:38Mit seinem Auto
01:11:39In die Fußgängerzone reingefahren
01:11:41Und da kippte die Stimmung
01:11:42So ein bisschen
01:11:42Die Menschen waren unsicher
01:11:44Wer ist das?
01:11:45Was will er hier?
01:11:46Ich habe meinem Nachbarn gesagt
01:11:46Keine Panik
01:11:47Wenn man hier wohnt
01:11:47Darf man hier durchfahren
01:11:48Der kann ja als Araber
01:11:49Nicht von der Autobahn
01:11:50In die Wohnung reinspringen
01:11:51Das gibt ja gar keinen Sinn
01:11:52Er ist reingefahren
01:11:53Von der anderen Seite
01:11:54Hat er nicht gesehen
01:11:55Kam ein Polizeiwagen
01:11:56Mein Nachbar und ich wussten
01:11:58Die beiden Autos
01:11:59Werden sich irgendwann
01:12:00Hier irgendwo treffen
01:12:00Weil die Fußgängerzone
01:12:02Ist nicht achtspurig
01:12:03So war es dann auch
01:12:04Die haben sich getroffen
01:12:06Da wussten wir sofort
01:12:07Im Blick des Mannes
01:12:08Er wohnt da nicht
01:12:08Er wusste er ist am Arsch
01:12:10Wenn er irgendwann
01:12:10Im Leben falsch abgewogen ist
01:12:12Dann heute
01:12:13Zwei Polizistinnen steigen aus
01:12:14Zwei Frauen
01:12:15Eine geht zu ihm rüber
01:12:16Er macht die Scheibe runter
01:12:17Und fragt Zitat
01:12:18Ist der Kommissar krank oder was?
01:12:24Mein Nachbar und ich
01:12:25Wussten sofort
01:12:25Die Cola kann warten
01:12:26Hier passiert gleich was
01:12:29Und wir wissen alle
01:12:30In den USA
01:12:30Wäre die Geschichte
01:12:31Jetzt fast zu Ende
01:12:34Aber
01:12:34Die Polizistin blieb cool
01:12:36Hat die Frage überhört
01:12:37Hat ihren Job gemacht
01:12:37Guten Tag
01:12:38Einmal ihren Führerschein bitte
01:12:40Und ihren Anwohnerausweis
01:12:41Denn nur damit
01:12:42Dürfen sie hier durchfahren
01:12:43Der Mann war auf die Frage vorbereitet
01:12:44Warum Anwohnerausweis?
01:12:46Das ist Auto
01:12:46Keine Wohnung
01:12:49Ich muss ehrlich sagen
01:12:49Mit dem Satz hätte er mich gehabt
01:12:51Ich hätte gesagt
01:12:52Mein Fehler
01:12:53Fahren sie weiter
01:12:53Ist okay
01:12:53Fahren sie weiter
01:12:55Die Polizistin blieb hartnäckig
01:12:56Ja das sehen wir
01:12:57Das ist ein Auto
01:12:58Aber nur mit Anwohnerausweis
01:12:59Dürfen sie hier durchfahren
01:13:00Aber andere fahren hier auch
01:13:02Ja das sehen wir
01:13:03Jetzt haben wir aber sie hier angetroffen
01:13:04Und der hat dann in seinem Frust
01:13:05Über sich selber
01:13:06Den Versprecher des Jahres rausgehauen
01:13:08Das gibt eine Anzeige
01:13:10Wegen Unnötigung
01:13:13Fand ich super
01:13:14Ich hab mir das sofort gemerkt
01:13:15Wenn jemand nervt
01:13:16Anzeige wegen Unnötigung
01:13:17Ist raus
01:13:18Und ich war mir sicher
01:13:19Das kann er nicht mehr toppen
01:13:20Das Ding ist durch
01:13:20Nein
01:13:21Er hat noch nachgelegt
01:13:22Er hat wirklich gefragt
01:13:23Und Sie
01:13:23Wohnen Sie hier?
01:13:24Nein
01:13:25Aber Sie fahren hier auch
01:13:28Da wusste ich
01:13:30Ja das ist
01:13:31Richtig
01:13:32Kade
01:13:37Spätestens da
01:13:37War klar
01:13:38Er wusste
01:13:39Er hat das Spiel verloren
01:13:39Er wollte aber noch einmal
01:13:40Aufs Tor schießen
01:13:41Warum nicht
01:13:41Führerschein abgegeben
01:13:42Hat ihn zurückbekommen
01:13:43Die Polizistin fragt
01:13:44Können wir noch irgendwas für Sie tun?
01:13:45Ich will die Nummer
01:13:46Von Ihrem Chef
01:13:46Sofort
01:13:47Und die Polizistin sagt
01:13:481 1 0
01:13:51Warum nicht?
01:13:52Ganz einfach
01:13:52Fand ich schön
01:13:53Schöne Geschichte
01:13:57Dankeschön
01:14:03Ja okay
01:14:03Das war ein Herz
01:14:05Das war schön
01:14:06Wenn Leute miteinander reden
01:14:07Passieren solche Sachen
01:14:08Ab und zu muss man nicht reden
01:14:09Ab und zu reicht es
01:14:10Wenn man zuhört
01:14:11Ich habe vor ein paar Tagen
01:14:12Wirklich gemerkt
01:14:12Dass auch ich als erwachsener Mensch
01:14:14Von Kindern lernen kann
01:14:15Ich war im Bus
01:14:16Ganz hinten
01:14:17Da sitzt euch immer
01:14:17Das sind die Coolen
01:14:18Und ich
01:14:18Und da waren drei Jungs
01:14:20Maximal 14
01:14:20Zwei arabischstämmig
01:14:21Ein Urdeutscher
01:14:22Klassenkameraden
01:14:23Und einer der arabischen Jungs
01:14:25War einen Tag vorher
01:14:26Bei Thomas
01:14:27Den Klassenkameraden
01:14:28Und die anderen beiden
01:14:29Wollten wissen
01:14:30Ist Thomas wirklich so reich
01:14:32Wie die ganze Schule vermutet?
01:14:34Die haben den ausgefragt
01:14:35Erzähl mal
01:14:35Wie ist das Haus von denen?
01:14:36Richtig krass, Mann
01:14:37Was für Haus
01:14:38Wie ein Schloss
01:14:39Die haben Kinoleinwand
01:14:40Die haben so teuren Hunde
01:14:41Wie heißen die nochmal?
01:14:42Diese teuren seltenen Hunde
01:14:43Einer ruft rein
01:14:44Schäferhund
01:14:45Nein, Mann
01:14:45Was für Schäferhund
01:14:46Ich weiß auch
01:14:46Wie Schäferhund aussieht
01:14:47Diese weißen Hunde
01:14:48Mit den schwarzen Punkten
01:14:50Ganz viele schwarze Punkte
01:14:51Ich wusste, was er meinte
01:14:52Ich kam nicht drauf
01:14:53Einer ruft rein
01:14:54Dalmatiner
01:14:55Ja, Mann
01:14:55Dalmatiner
01:14:56Sind die teuer oder was?
01:14:57Die sind voll selten
01:14:58Davon gibt's weltweit
01:14:59Nur 101
01:15:03Da hab ich gemerkt
01:15:04Auch ich kann von Kindern lernen
01:15:05Und seitdem weiß ich
01:15:06Es gibt weltweit 101 Dalmatiner
01:15:08Abgezählt
01:15:09Wenn ein Neuer auf die Welt kommt
01:15:11Wird ein anderer vom Balkon geschmissen
01:15:12Ganz einfach
01:15:13Vielen Dank
01:15:14Das war's von mir
01:15:15Dankeschön
01:15:15Haut rein
01:15:15Vielen Dank
01:15:16Danke sehr
01:15:18Vielen Dank
01:15:19Dankeschön
01:15:19Danke, danke
01:15:20Ciao
01:15:21Sophia
01:15:22Abdelkadi
01:15:23Danke, danke
01:15:24Der Deutsche Blankungsweiß
01:15:262026
01:15:27In der Sparte Stand-Up
01:15:32Super, oder?
01:15:33Es ist wirklich
01:15:34Ein toller Abend
01:15:38Ist eigentlich ein toller Abend
01:15:39Aber wir haben ein bisschen so
01:15:41Reflektiert hinten
01:15:42Was könnte besser sein
01:16:12Und es kam auch ein bisschen Kritik
01:16:13In der Pressekonferenz
01:16:14In der Pressekonferenz sinngemäß gesagt
01:16:15Jetzt wär mal dringend Zeit
01:16:17Für gute Politik
01:16:21Ja, leck mich fett
01:16:53Hymnen sollen gesungen werden
01:16:55Die Bayern-Hymne
01:16:56Die Deutschland-Hymne
01:16:57Und die Europa-Hymne
01:16:58Und Sie schauen mich jetzt an
01:17:00Wie findet das?
01:17:01Ich finde es eine Hymne zu wenig
01:17:02Ich würde vier singen
01:17:04Ich würde es noch eine
01:17:05Markus Söder-Hymne singen
01:17:06Und wenn Sie jetzt sagen
01:17:07Die gibt es doch gar nicht
01:17:08Doch, weil ich habe sie geschrieben
01:17:09Ich habe mich zu Hause
01:17:11In 700 Weißwürste eingewickelt
01:17:13Und habe eine Hymne
01:17:15Für Markus Söder geschrieben
01:17:16Und ich werde nun
01:17:17Diese offizielle Markus Söder-Hymne
01:17:18Begleitet vom ersten
01:17:19Niederbayerischen Digitalkor-Vortrag
01:17:27Stets dem gestern zugewandt
01:17:30Die Semmel fest in deiner Hand
01:17:34Das Kruzifix an jeder Wand
01:17:38So herrschst du übers Bayernland
01:17:44Unbändig ist dein Hunger
01:17:48Und stillbar ist dein Durst
01:17:51Gepriesen sei dein Selfie
01:17:55Gelobt sei deine Wurst
01:17:58Bleib stets das, was du bleiben musst
01:18:02Der Schutzpatron der Fleischeslust
01:18:05Und bewahr das Bayernreich
01:18:08Vom Länderfinanzausgleich
01:18:12Söder, Söder
01:18:14Über alles, über alles
01:18:17Weißt du Bescheid
01:18:19Was für dich noch gestern galt
01:18:23Ist morgen sicher falsch und alt
01:18:25Gott schütze dich in allen Stuben
01:18:30Vor den grünen Bälzebuben
01:18:33Es segne dich, du Frankenmann
01:18:37Der heilige Sankt Instagram
01:18:50Da geht einem doch das Herz auf, oder?
01:18:56Wir kommen jetzt zum Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz
01:18:59Und damit bewegen wir uns in die Welt der Clowns
01:19:01Jetzt sagen Sie vielleicht, da laufen schon eine ganze Menge Clowns da draußen rum
01:19:06Vorsicht, ich rede nicht von denen, die sich sehr versehentlich so verhalten
01:19:10Sondern von Profis
01:19:11Menschen, die das gelernt haben und diese künstlerische Figur verkörpern
01:19:14Der klassische Clown, habe ich mir sagen lassen
01:19:16Ist ein Experte für das Scheitern mit Würde
01:19:19Er macht sich klein, um große Wahrheiten zu zeigen
01:19:21Und ist aus der Kunst einfach nicht mehr wegzudenken
01:19:23Mit Gadi Hutter zeichnet die Jury eine Künstlerin für ihr bedeutendes Lebenswerk aus
01:19:28Das die Kunst der Clownerie neu definiert hat
01:19:30Gadi Hutter hat Generationen von Künstlerinnen und Künstlern inspiriert
01:19:33Die Bühne zu betreten, eigene Ausdrucksformen zu finden
01:19:36Und mutig den Raum einzunehmen
01:19:37Ich freue mich also sehr sagen zu dürfen
01:19:39Der Ehrenpreis des Deutschen Kleinkunstpreises 2026
01:19:42Geht an Gadi Hutter
01:20:03Vielleicht muss ich nochmal sagen
01:20:06Geht an Gadi Hutter
01:20:08Geht an Gadi Hutter
01:20:10Geht an Gadi Hutter
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