- vor 10 Stunden
Kategorie
📺
TVTranskript
00:00Musik
00:30Musik
00:34Musik
00:35Musik
00:37Musik
00:39Musik
00:41Musik
00:43ARD Text im Auftrag von Funk
01:13Morgen, Kollege. Morgen. Na? Und so früh, da? Ja, ich dachte, ich nutze mal die Ruhe, aber... Aber mit der Kleinen ist alles okay. Wie kaputt. Ja, aber das gibt's doch gar nicht. Hast du schon mit der Versicherung? Was? Nee, warte mal. Ich spreche nochmal mit denen, ja? Morgen allerseits. Morgen. Ich muss dann jetzt auch, ja? Bis später. Pauline Tamara, ihr musst zur Hochschule.
01:42Ich dachte, mit dem Thema Weiterbildung sind wir erstmal durch, oder?
01:45Es gibt einen Todesfall in der Bibliothek. Kategorie ist schon vor.
01:50Große Kinder. Großes Ort.
02:00Käfchen?
02:03Ja.
02:03Mit dem hast du denn da vorhin telefoniert? Lenny?
02:14Wasserschaden. Die Kleine hat ein Ventil aufgeschraubt und die ganze Wohnung unter Wasser gesetzt.
02:19Ach, scheiße. Also in seiner Wohnung sieht's wohl mittlerweile ganz gut aus, aber bei den Nachbarn unten drunter ist halt umso schlimmer.
02:25Oh, nein.
02:26Und jetzt hat Lenny mich wieder nach Geld gefragt.
02:30Wieder?
02:30Nochmal 5000 Euro.
02:33Ja, der denkt, er muss das alles alleine zahlen.
02:35Ja, aber das macht doch die Versicherung.
02:36Das hab ich ihm doch auch gesagt.
02:38Und?
02:39Er sagt, die zahlen wohl nicht wegen Fahrlässigkeit oder so.
02:42Naja, ich klem mich da später nochmal hinter.
02:44Wir haben ja sonst nichts zu tun.
02:47Ja, vorstanden.
02:51Guten Morgen, Thomas.
02:52Morgen.
02:52Morgen.
02:53Morgen.
02:53Morgen.
02:53Morgen.
02:56Hab ich auch noch nicht gesehen, sowas.
02:57Von wegen Lesen stärkt die Seele.
03:01So, Dieb heute.
03:03Steht dir irgendwo.
03:05Wisst ihr schon, wer der Tote ist?
03:08Wahrscheinlich der Leiter der Bibliothek hier.
03:10Sagt zumindest der junge Mann, der ihn gefunden hat.
03:12Konnten wir aber noch nicht verifizieren.
03:13Am besten fragt ihr ihn selbst.
03:15Er hat doch den Notruf gewählt.
03:18Danke, Thomas.
03:19Danke, Thomas.
03:22Guten Tag.
03:23Meurer Hubrecht, Kepo Potsdam.
03:25Tag.
03:27Benjamin Geider.
03:28Sie haben uns gerufen?
03:30Ich wollte eigentlich nur die Bücher wegsortieren.
03:32Also, die von gestern.
03:33Und dann habe ich das Regal gesehen und gedacht, wieso liegt das da?
03:39Das kann doch nicht einfach so umkippen.
03:42Und dann...
03:42Dann haben Sie gesehen, dass da jemand drunter liegt.
03:46Ich habe sofort gesehen, dass es Martin ist.
03:49Martin?
03:50Wiesing.
03:51Er leitet die Bibliothek hier.
03:53Also, hat sie geleitet.
03:56Standen Sie sich nahe?
03:58Naja, nahe.
04:00Das wäre vielleicht ein bisschen übertrieben.
04:02Er war ja eigentlich mein Chef.
04:05Er war eigentlich immer hier.
04:07Er hat mich damals auch eingestellt.
04:09Er mochte es einfach, wenn Leute lesen.
04:11Auch während der Arbeit.
04:13Das hat die nie gestört.
04:15Und das hier war sein Arbeitsplatz?
04:17Ja.
04:19Da war er schon etwas penibel.
04:22Auch wenn es jetzt nicht so aussieht.
04:23Und, ähm, haben Sie mal mitbekommen, dass Herr Wiesing Probleme hatte?
04:30Streit?
04:31Nee, eigentlich nicht.
04:35Obwohl...
04:37Er hat schon seit Wochen versucht herauszufinden, wer hier...
04:42Also, hier haben sich wohl regelmäßig welche getroffen und dann...
04:46Ihren Dreck nicht weggemacht.
04:48Ach, Sie haben ihn romantisch getroffen.
04:49So, Liebespaare.
04:50Und mit Dreck meinen Sie...
04:51Naja, Kondome oder Verpackung.
04:54Aber Sie wissen nicht zufällig, wer das war.
04:58Hey!
05:00Okay, vielen Dank erstmal.
05:01Wir melden uns nochmal bei Ihnen und die Kollegen werden nochmal die Personalien aufnehmen.
05:05Ja, danke.
05:13Haben da noch was gefunden.
05:16Ah, ein Kondom.
05:18Gefühls echt.
05:20Würde ich sagen.
05:20Experte?
05:22Oder gehört das zum Allgemeinwissen bei der KTU?
05:25Ich liebe meinen Job einfach.
05:26Wir warten aber auch mit der Romantik.
05:29Kann man doch auch wegräumen.
05:31Ich verstehe, dass der Tote sich geärgert hat.
05:33Bringen wir schon mal ins Labor, okay?
05:36Ja, danke.
05:37Ja, aber ein Unfall war das nicht, oder?
05:54Ja, so ein Regal, das kippt ja nicht einfach so um.
05:57Wie viel wiegt so was?
06:01Könnte das nicht selbst gewesen sein?
06:04Suizid?
06:05Ich meine, für jemand, der Bücher liebt, vielleicht nicht das schlimmste Szenario, vor einem Haufen Klassiker begraben zu werden, oder?
06:10Kann ich mir nicht vorstellen.
06:11So wie der da lag.
06:12Das war kein Suizid.
06:13Also so ein Bücherregal wiegt im Durchschnitt 80 Kilo pro Quadratmeter.
06:18Und in einer Bibliothek, das sind ja Spezialanfertigungen.
06:21Das ist wahrscheinlich noch schwerer.
06:23Da sind wir bestimmt bei mindestens einer halben Tonne, wahrscheinlich mehr.
06:29Wenn du das Ding abbekommst, dann war's das.
06:31Tod sicher.
06:32So, haben wir jetzt irgendwas, mit dem wir anfangen können?
06:35Jo, hier.
06:36Einmal für dich.
06:37Für dich.
06:38Mh, lecker.
06:39Ja, der Tote war wohl einem Liebespaar auf der Spur, das sich da in der Bibliothek öfter vergnügt hat und dann seinen Dreck da liegen gelassen hat.
06:47Ist schon auf dem Weg ins Labor, dürfte also kein Problem sein mit der DNA.
06:51Du denkst, der Mann wurde umgebracht, um eine Affäre zu vertuschen?
06:54Ja, ist auf jeden Fall denkbar.
06:57Was ist das hier?
07:01Ah, wie damals.
07:04Es ist besser, tausend Träume geträumt zu haben, die nie Wirklichkeit wurden, als nie geträumt zu haben.
07:11Puschkin, kennt ihr, oder?
07:14Ähm, ja, musste ich Tante Hedi immer vorlesen.
07:17Glücklich, wer jung ist in seinen Tagen, glücklich, wer mit der Zeit gestehlt, gelernt, des Lebens ernst zu tragen.
07:31Gut, äh, und was haben die Zahlen dazu bedeuten?
07:35Das wissen wir auch noch nicht.
07:36Das finden wir aber jetzt raus, ne?
07:38Okay?
07:39So, gut, äh, der Rechner von Wiesing, der kommt jetzt gleich, guck dir den bitte mal an, ja?
07:43Gut.
07:45Ja, und häng ich das mal neben Puschkin, ne?
07:48Irgendwie sagen mir diese Zahlen was.
08:01Vielleicht ne Telefonnummer?
08:02Hast du mal versucht anzurufen?
08:04Ne, zu lang, oder?
08:12Es gibt ja eine Mikrowelle.
08:14Ja, ich weiß.
08:15Aber ich weiß nicht, wie das Ding funktioniert.
08:18Das hätt ich auch noch hinbekommen.
08:27Kein Anschluss unter dieser Nummer.
08:31Trotzdem, gute Idee.
08:33Danke, da hat sich der Besuch einer Polizeihochschule doch gelohnt.
08:37Warte mal, das sind Matrikelnummern von Studierenden.
08:40Wie kommst du denn darauf?
08:41Ich war mal an der Uni eingeschrieben, bevor ich zur Polizeihochschule bin.
08:44Ah, BWL, richtig?
08:45Ja, war nicht so meins.
08:48Das heißt, der Tote hat möglicherweise schon die Person identifiziert, die sich heimlich in der Bibliothek getroffen haben.
08:55Ja, sieht ganz so aus.
08:58Vielleicht wollte er die beiden auf frischer Tat ertappen und es kam zum Streit.
09:01Ich ruf mal bei der Uni an.
09:02Ich mein, wenn das wirklich Matrikelnummern sind, dann müsste es kein Problem sein, herauszufinden, wer das ist.
09:07Zehn Minuten.
09:09800 Watt.
09:10Also, ja.
09:14Start.
09:16Bitte haben Sie noch einen Moment Geduld.
09:19Der nächste freie Mitarbeiter ist gleich für Sie da.
09:22Bitte haben Sie noch einen Moment Geduld.
09:23Tamara, ich glaube, ich habe hier was.
09:26Die Auswertung von Wiesings Computer.
09:28Magst du dir das mal anschauen?
09:29Oh, sorry.
09:30Ich wollte nicht sterben.
09:31Vielen Dank für Ihre Geduld.
09:34Tamara Moira ist jetzt für Sie da.
09:37Die machen mich fertig.
09:40Herr Wiesing hatte in den letzten Wochen ziemlich intensiven Mailverkehr.
09:43Mit einer Professoren für Wirtschaftswissenschaften.
09:46Na, das nenne ich eine intensive Brieffreundschaft.
09:50Professorin Michels.
09:53Wiesing wollte wohl, dass der Lehrstuhl sich mehr an den Ausgaben der Bibliothek beteiligt.
09:56Hä? Warum?
09:58Wiesing war doch für Sprache und Literatur zuständig, nicht für Wirtschaft.
10:01Stimmt.
10:03Aber irgendwie sieht es so aus, als ob er etwas über Frau Michels herausbekommen hatte.
10:07Hier.
10:08Er behauptet, er hatte Beweise dafür, dass sie sich persönlich und auf Kosten der Universität bereichern würde.
10:13Er hat versucht, sie zu erpressen.
10:21Kam gerade aus dem Hochschulsekretariat.
10:24So schnell?
10:25Wenn ich mal was von dem wollte, dann hat das immer ewig gedauert.
10:27Ja, wer kann, der kann.
10:29Erste Adresse, Julia Yilmaz, Lehramtsstudentin.
10:32Wohnt ganz in der Nähe vom Campus in einem Studentenwohnheim.
10:34Super.
10:35Dann lass uns hinfahren.
10:36Professor Bruns.
11:01Professorin Michels.
11:07Vielleicht solltest du es doch noch mal als Dozentin versuchen.
11:10Glaubst du, dass man auf der Polizeiausschule so einen Dienstwagen gestellt bekommt?
11:13I don't think so.
11:26Komm ich jetzt?
11:28Wer möchte das wissen?
11:30Kripo Potsdam.
11:31Amari, das ist meine Kollegin Frau Meurer.
11:33Wir ermitteln in einem Tötungsglück und hätten ein paar Fragen an Sie.
11:35In diesem Fall Professor Doktor Michels.
11:38Ich darf doch davon ausgehen, dass Sie lesen können?
11:40Hm?
11:43Was gibt's?
11:44Martin Wiesing.
11:45Leiter der Bereichsbibliothek an der Hochschule.
11:49Sagt Ihnen was?
11:50Äh, ja.
11:51Herr Wiesing ist tot.
11:52Oh, das ist jetzt aber unpassend.
11:57Wir wissen, dass Sie miteinander Streit hatten.
12:02Wurden Sie erpresst?
12:04Erpresst?
12:05Nein.
12:05Warum auch?
12:07Dieser Mann hat vielleicht versucht, mich zu erpressen, aber ich hab mir nichts vorzuwerfen.
12:12Er behauptet hier, Sie hätten Ihren Lehrstuhl benutzt, um sich persönlich zu bereichern.
12:17Ja, und nur weil er das behauptet.
12:19Und außerdem entschuldigen Sie bitte die grässliche Formulierung.
12:23Alle Anschuldigungen sind komplett haltlos.
12:26Ich hab nichts Illegales getan.
12:27Also Herr Wiesing hatte das so dargestellt, dass Sie mehrere Firmen gegründet haben, um damit Drittmittel für die Forschung einzuwerben.
12:32Und gleichzeitig waren Sie Geschäftsführerin dieser Firmen und haben sich dafür bezahlen lassen.
12:37Das ist korrekt.
12:38Bei über zwölf Firmen.
12:40Ganz genau.
12:41Können Sie sich überhaupt vorstellen, wie viel Arbeit es ist?
12:44Das mach ich ganz sicher nicht umsonst.
12:45Und meiner Lehrtätigkeit komm ich in vollem Umfang nach.
12:50Das können Sie jeden hier fragen.
12:51Gut, das werden wir.
12:53Wo waren Sie denn heute Morgen zwischen fünf und acht Uhr?
12:58Na endlich.
12:59Ich dachte schon, Sie fragen nie.
13:01Ich war in Genf.
13:03Eine Neugründung feiern.
13:05Ja, noch eine Firma.
13:07Ich bin gestern Abend hingeflogen, hab eine kurze Ansprache gehalten.
13:11Die ist übrigens online abrufbar.
13:13Dabei können Sie auch noch was lernen.
13:14Dann bin ich ins Hotel und erst heute Morgen zurück.
13:16Das können Sie sich gerne bei meinem Piloten bestätigen lassen.
13:19Ihrem Piloten?
13:20Ja, bei meinem Piloten.
13:23Ich fliege nur noch privat.
13:24Das ist wirklich nicht mehr zum Aushalten.
13:26Diese ständige Streikerei und die endlosen Warteschlangen.
13:29Das ist wirklich eine Zumutung von dir.
13:31Gut.
13:32Wenn Sie sonst keine Fragen mehr haben, würde ich Sie bitten.
13:35Gut.
13:37Wir melden uns bei Ihnen.
13:38Kann sein, Boss.
13:42Und falls Ihnen noch etwas einfällt, bei uns gibt es zwar keinen Privathangar,
13:47aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind wir besten zu erreichen.
13:50Das Ganze ohne Gedränge und Warterei.
13:53Oder Sie rufen uns einfach an.
13:58Wir melden uns.
14:05Studentenprogramm, hast du nicht verpasst?
14:16Ja, das ist eine Hunderter Nummer.
14:17Erster Stock.
14:19Treppe.
14:24Äh, 127,6.
14:28138.
14:30Hier, du hast Mülldienst.
14:32Danke.
14:33127.
14:35Das ist ja überhaupt kein System.
14:36Hier, hier.
14:45Guten Tag.
14:46Hobrecht, Grünbaum.
14:47Wir sind von der Kriminalpolizei.
14:49Hätten Sie einen Moment für uns?
14:50Nee, eigentlich nicht.
14:51Frau Jürmer, wir ermitteln wegen eines Todesfalls in der Bibliothek.
14:55Okay.
14:57Und was habe ich damit zu tun?
14:59Das würden wir am liebsten vertraulich mit Ihnen besprechen.
15:03Können wir kurz reinkommen?
15:04Nee, wieso?
15:04Gut, dann beantragen wir einen Durchsuchungsbeschluss.
15:09Ja, das wird dann allerdings eine längere Angelegenheit.
15:12Ist ja gut.
15:14Entspannt euch mal.
15:15Kleinen Moment.
15:16Die verarscht uns doch.
15:25Bitte schön.
15:27Bitte schön.
15:34Und?
15:35Was wollen Sie jetzt von mir?
15:37Martin Wiesing.
15:39Kennen Sie den?
15:39Wer soll das sein?
15:42Er leitet die Bibliothek.
15:45Also den Bereich Literatur und Sprache.
15:47Klingelt da was?
15:49Klingelt da was?
15:51Ach so, der...
15:52Ja, habe ich schon mal gesehen.
15:54Und?
15:54Herr Wiesing wurde tot aufgefunden.
15:57Herr Wiesing wurde tot aufgefunden.
15:59What?
16:00Warum das denn?
16:01Wir gehen von einem Tötungsdelikt aus.
16:03Ja, was wollen Sie da jetzt von mir?
16:06Sie haben sich ziemlich häufig in der Bibliothek aufgehalten, oder?
16:10Kann sein.
16:12Und sie war nicht allein.
16:13Was soll das denn heißen?
16:14Frau Jemers, wir gehen davon aus, dass Sie sich dort regelmäßig mit jemandem getroffen haben.
16:18Stimmt das?
16:19Kann schon sein.
16:21Ist doch nicht verboten, oder?
16:22Ja, das hängt davon ab.
16:27Und wenn dann andere Personen noch Ihren Dreck wegmachen müssen, kann das natürlich Probleme geben.
16:33Mit wem waren Sie da?
16:35Das sage ich nicht.
16:36Das ist doch überhaupt nicht Ihre Sache.
16:38Wir wissen, dass Herr Wiesing versucht hat, Sie auf frischer Tat zu ertappen.
16:42Das hätte ziemlich einen Ärger geben können, oder?
16:44Ja, und?
16:45Hat er aber nicht.
16:47Ich sage hier gar nichts mehr.
16:48Das ist natürlich Ihr gutes Recht, aber wenn Sie...
16:52Sorry.
16:55Na, hoppla.
16:58Äh, ja, und Sie sind Herr Beritze.
17:01Richtig?
17:03Ja.
17:04Mitja.
17:05Mhm.
17:07Gut, dann haben wir das schon mal geklärt.
17:09Mein Name ist Grünbaum, das ist meine Kollegin Hobrecht von der Kripo Potsdam.
17:12Wir ermitteln hier in einem Tötungsdelikt in der Bibliothek der Hochschule,
17:16aber das haben Sie wahrscheinlich jetzt alles schon mitgehört.
17:19Ja, schon, aber wir haben damit ja nichts zu tun.
17:22Wirklich?
17:23Mhm.
17:23Wo waren Sie denn heute Morgen zwischen 5 und 8 Uhr?
17:28Hier.
17:30Und keine Zeugen, nehme ich mal an.
17:31Ja, ja.
17:40Mir ist ein Riesenwasserschaden gewesen.
17:42Die ganzen Flecken an der Decke und so weiter.
17:45Ja.
17:46Ich habe doch die Frau Kasimir heute Morgen angerufen, die hat gesagt, sie wird sich zurück...
17:49Ich habe keine Vorgangsnummer.
17:53Wie?
17:57Hä?
17:58Meura.
17:59M-E-U-A-R-E-R.
18:01Äh, ja.
18:02Wieder, wiederhören.
18:05Hey, na?
18:07Alles in Ordnung?
18:09Hast du mit Lenny gesprochen?
18:10Nee, mit der Versicherung.
18:13Es wurde überhaupt gar kein Schadensfall gemeldet.
18:15Hä?
18:16Wie hat Lenny dich angelogen?
18:17Ich weiß es nicht.
18:19Der war ja schon irgendwie ein bisschen nervös die letzten Tage.
18:21Aber der hätte ihm doch gesagt, wenn er irgendwelche Probleme gehabt hätte.
18:24Naja, außer es ist was, worüber man mit seinen Eltern nicht sprechen möchte.
18:26Aber Pauline, warum braucht der denn so viel Kohle?
18:31Wofür?
18:33Ach, nicht, dass der Spielschulden hat?
18:35Vielleicht ist er in so eine Online-Gaming-Falle geraten oder so.
18:386,8 Prozent der unter 30-Jährigen haben ein problematisches Verhältnis zum Gaming.
18:42Ach, das ist ja nicht.
18:44Aber Lenny ist doch kein Zocker.
18:45Nee, auf gar keinen Fall.
18:47Hoffe ich.
18:49Vielleicht ist er dann eine Affäre.
18:50Und warum braucht man dann zweimal 5.000 Euro in so kurzer Zeit?
18:56Frau Michels.
19:03Professorin Michels.
19:05Professorin Dr. Michels.
19:07Ich darf doch davon ausgehen, dass Sie lesen können?
19:09Absolut.
19:10Eine Professorin für Wirtschaftswissenschaften.
19:12Sie hatte Streit mit Herrn Wiesing.
19:14Es ging um eine mögliche Beteiligung von ihrem Lehrstuhl an der Finanzierung der Bibliothek.
19:19Möglicherweise hat er versucht, sie zu erpressen.
19:22Aber sie hat ein Alibi.
19:23Sie war in Genf.
19:24Mit Privatflieger und Privatpilot.
19:26Und dieser Pilot, der uns das bestätigen sollte, ist gerade in der Luft.
19:30Aber wir lassen uns die Reisedaten des Flugzeuges natürlich zukommen.
19:34Und bei euch?
19:35Darf ich es?
19:37Gerne.
19:38So wie es aussieht, hat der Wiesing die beiden Studenten, die sich heimlich in seiner Bibliothek getroffen haben, bereits identifiziert.
19:44Hülya Yilmaz und Mitya Beritze.
19:48Beide Lehramtsstudenten, Sie behaupten, zum Todeszeitpunkt in Hülyas Studentenzimmer gewesen zu sein.
19:55Ja, aber es gibt keine ZeugInnen dafür.
19:57Also kein Alibi?
19:58Nicht wirklich.
19:59Gegen Hülya gab es außerdem vor zwei Jahren bereits ein Verfahren wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung.
20:04Was?
20:05Worum ging's da?
20:06Sie hat einem Autofahrer, der sich sexistisch beleidigt hat, den Seitenspiegel abgetreten.
20:11Okay.
20:12Und als der Typ aussteigen wollte, hat sie gegen die Autotür getreten, sodass er sie mit voller Wucht gegen den Kopf bekommen hat.
20:19Ist ja ungünstig für ihn gelaufen.
20:21Wurde sie verurteilt?
20:22Ja, allerdings nur zu einer Geldstrafe.
20:24Das heißt, sie war vorher nicht vorbestraft?
20:26Genau. Und das heißt, sollte sie nochmal verurteilt werden, zum Beispiel wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses oder sonst irgendwas, könnte ihre Zukunft als Lehrerin auf dem Spiel stehen.
20:36Das könnte ein Motiv sein.
20:38Und ein gewisses Gewaltpotenzial scheint ja vorhanden zu sein.
20:41Das Kondom, das da im Regal lag oder platziert wurde, konnte das den beiden schon zugeordnet werden?
20:47Nein, das konnte den beiden noch nicht zugeordnet werden.
20:49Die DNA-Proben von den beiden befinden sich im Labor und werden jetzt mit den Spuren am Tatort abgeglichen.
20:54Die wollen sich beeilen, also Ergebnisse kommen bald.
20:56Also kein Alibi, aber ein Motiv und womöglich DNA-Spuren direkt am Tatort.
21:01Das klingt eindeutig, oder?
21:02Ja, würde alles dafür sprechen, dass die beiden in Flagranti erwischt wurden und dann das Regal auf Wiesing geschubst haben.
21:07Würde. Also ist jetzt nur eine Annahme.
21:11Wenn die Ergebnisse aus dem Labor kommen und das passt zusammen, dann können wir die beiden damit konfrontieren und dann reden sie vielleicht.
21:19Wann waren Sie denn das letzte Mal in der Bibliothek?
21:32Vor zwei Tagen, glaube ich?
21:37Von Ihnen, richtig?
21:38Ich sag hier gar nichts mehr.
21:46Frau Irmars, die DNA-Analyse lässt da keine Zweifel.
21:52Ja, sorry. Die sind von uns.
21:55Herr Wiesing wusste, dass Sie es waren, die sich heimlich in der Bibliothek getroffen haben.
21:59Und bei Ihrem letzten Treffen hat er Ihnen aufgelaut und Sie auf frischer Tat ertappt. Richtig?
22:04Sie hatten Angst, dass Sie keine Lehrerin mehr sein können, wenn Sie erwischt werden.
22:09Und deshalb haben Sie das Regal auf ihn geschubst.
22:13Wollten Sie das Ganze wie ein Unfall aussehen lassen?
22:16Oder sind Sie ausgerastet?
22:19Wie bei der Sache mit dem Autospiegel damals.
22:22Was? Das ist so ein Bullshit. Das war was ganz anderes.
22:26Außerdem hat er uns nie erwischt.
22:29Das wäre ja auch mega eklig, wenn...
22:30Ja, okay.
22:35Also, wir haben uns da zwei, vielleicht dreimal getroffen.
22:41Abends.
22:41Wo niemand mehr da war und auch nur ganz hinten, wo keiner vorbeikommt.
22:46Aber beim letzten Mal, da haben Sie sich hier getroffen.
22:53Nein, da wären wir ja sofort erwischt worden.
22:55Da waren wir nie. Wir waren immer ganz hinten bei den Sprachwissenschaften.
22:58Letztes Regal, Sozio-Linguistik.
23:01Ähm, ist Ihnen denn sonst noch irgendwas aufgefallen, als Sie zuletzt da waren?
23:06Gibt es Veränderungen?
23:08Neue Besucher?
23:11Hm, nee.
23:14Wobei...
23:16Letztes Mal war der Typ schon ganz schön gestresst am Telefon.
23:19Herr Wiesing?
23:20Mhm.
23:20Haben Sie denn mitbekommen, um was es da ging?
23:24Vielleicht wurde der bedroht?
23:26Bedroht?
23:27Wie kommen Sie denn darauf?
23:29Ja, so wie der geredet hat.
23:31Ähm, von wegen, das lasse ich nicht mit mir machen und so.
23:36Aber mit wem er da gesprochen hat, das haben Sie nicht mitbekommen.
23:40Nee.
23:41Hä?
23:41Wie denn?
23:42Kann ich jetzt gehen?
23:46Kann denn sonst noch jemand bezeugen, wo Sie zum Tatzeitpunkt waren?
23:49Außer Mitya?
23:51Da müssen Sie sich noch gedulden.
23:53Ich weiß nicht.
24:02Beide haben Motiven, keine Alibi, aber Sie streiten alles ab.
24:05Und ganz ehrlich, dieser Mitya wirkt ein bisschen zu verpeilt auf mich,
24:08um eine Aussage abzusprechen oder einen Mord zu verheimlichen.
24:11Hm.
24:12Und beide behaupten unabhängig voneinander, dass Sie sich niemals da getroffen haben,
24:16wo das Regal umgestürzt ist.
24:17Aber wie soll das Kondom denn da hingekommen sein mit Ihrer DNA?
24:19Ich habe Antonia gebeten, nochmal nachzusehen,
24:23ob es da irgendwelche weiteren Spuren der beiden gab.
24:25Danke.
24:27Die Reisedaten.
24:29Ah, dieser Mitya hat noch erzählt,
24:31dass der Tote vor wenigen Tagen einen heftigen Streit hatte am Telefon.
24:35Möglicherweise wurde er bedroht.
24:36Womit wir wieder bei Frau Michels wären.
24:38Und ihr im Alibi.
24:40Also, die Reisedaten.
24:43Ja, Sie waren in Genf.
24:45Hä?
24:46Moment.
24:46Moment.
24:46Das Flugzeug ist über Nacht nach Potsdam geflogen.
24:50Und am nächsten Morgen zurück.
24:52Also, das ist kein Alibi.
24:54Krass.
24:55Also, warte mal.
24:56Das würde bedeuten, sie ist über Nacht nach Hause geflogen,
25:00hat sich ganz früh am Morgen Zutze zur Bibliothek verschafft
25:03und dann das Regal auf Wiesing geschubst.
25:06Trauen wir das wirklich zu?
25:08Dieser Frau traue ich alles zu.
25:10Vielleicht wollte sie Wiesing noch einmal zur Rede stellen.
25:13Und dann ist die Situation eskaliert.
25:14Und dann hat sie ihn da liegen lassen,
25:17ist mit demselben Flieger wieder zurück in die Schweiz
25:19und hat einfach da weitergemacht, wo sie am Abend davor aufgehört hat
25:22und niemand hat irgendwas bemerkt.
25:24Ganz schön durchtrieben, oder?
25:26Stimmt.
25:28Aber auf der anderen Seite,
25:30diese Firmen sind dir wichtiger als alles andere.
25:32Und wenn sie das Gefühl bekommen hat,
25:33dass Wiesing ihr da in die Quere kommt oder so,
25:37vielleicht sind ihre Sicherungen durchgebrannt.
25:39Ich rufe auf jeden Fall Pauline und Tamara an.
25:41Die sollten noch mal bei Frau Michels vorbeischauen.
25:43Ja, mach das.
25:43Vielleicht kriegen Sie ja diesmal ein Geständnis,
25:45statt patziger Antworten.
25:46Ja.
25:57Ich habe eine Freundin,
25:58die ist Professorin
25:59und die düst nicht mit Privatjet durch die Kante.
26:01Du wirst das gleich sehen.
26:03Okay.
26:03Tachina Geider,
26:05wie stehen Sie eigentlich zu den Wirtschaftswissenschaften?
26:08Geht's aber rum?
26:09Professorin Michels.
26:11Kennen Sie die?
26:12Ja.
26:13Also, nicht direkt kennen.
26:15Aber?
26:18Sie ist nicht besonders beliebt hier.
26:21Haben Sie gewusst,
26:22dass Herr Wiesing und Sie gestritten haben
26:23über die Einrichtung der Bibliotheken?
26:25Wusste ja jeder.
26:27Was jetzt?
26:27Na, dass sie Millionen an Drittmitteln einfährt
26:31und sich damit die Taschen voll macht.
26:34Wie geht das überhaupt?
26:38Naja, das ist eigentlich ganz einfach.
26:42Frau Michels organisiert externe Geldgeber,
26:44die Interesse an den Ergebnissen ihrer Forschung haben.
26:48Für die Vermittlung zwischen der Universität
26:49und den Auftraggebern gründet sie eine Firma,
26:52die dann auch das Geld erhält.
26:53Und was passiert dann damit?
26:54Einen Teil des Geldes leitet sie an die Universität weiter,
26:58die damit Mitarbeiter an ihrem Lehrstuhl anstellt.
27:01Und der Rest bleibt in der Firma.
27:03Und diese Mitarbeiter?
27:06Naja, die arbeiten halt alle für die Firma von Frau Michels.
27:10Also, sie untersuchen eben nur das,
27:11was für die Geldgeber interessant ist.
27:13Also, dann müssen die Auftraggeber
27:14aber nicht mit kritischen Ergebnissen rechnen.
27:17Ist es legal?
27:19Weiß ich nicht.
27:22Wahrscheinlich schon.
27:24Irgendwie.
27:24Aber Sie haben recht.
27:27Das ist mit Sicherheit keine unabhängige Forschung mehr.
27:31Und können Sie sich vorstellen,
27:33dass sich noch irgendjemand anders
27:34von Wiesings Recherchen bedroht gefühlt hat?
27:37Also außer Professorin Michels jetzt?
27:38Vielleicht irgendjemand von deinen Mitarbeitenden?
27:42Vielleicht einer der Geldgeber?
27:44Ist aber nur geraten.
27:45Stipendium?
27:54USA.
27:55Okay.
27:57Ja, ich muss mich aber noch um das Visum kümmern.
28:00Also, wenn es okay ist,
28:02dann würde ich jetzt auch los.
28:03Klar, wir müssen auch weiter.
28:05Alles Gute.
28:05Tschüss.
28:06Tschüss.
28:07Tschüss.
28:17Ja, selbstverständlich ist der Flieger am Abend
28:19noch mal zurückgeflogen.
28:20Ich habe ihn ja erst am nächsten Morgen gebraucht.
28:22Oder dachten Sie,
28:23das Flugzeug wartet die ganze Nacht
28:24vor meinem Hotel auf mich?
28:26Nein.
28:26Macht ja auch überhaupt keinen Sinn.
28:27Also, wenn ich die Maschine nicht benutze,
28:30dann steht sie selbstverständlich
28:31auch anderen Klienten zur Verfügung.
28:34Habe ich dir zu viel versprochen?
28:36Wissen Sie,
28:37in der freien Wirtschaft
28:39sind wir dazu angehalten,
28:41effizient zu denken.
28:43Das ist ein Wort,
28:44das Ihnen beiden wahrscheinlich wenig geläufig ist,
28:46sonst hätten Sie die ganze Angelegenheit
28:48ja schon längst mit meinem Sekretariat abgeklärt, oder?
28:50Ich empfinde Sie als komplett schamlos.
28:53Hm.
28:54Keine Sorge,
28:54wenn es darum geht,
28:55Kriminelle aus dem Verkehr zu ziehen,
28:56sind wir sogar sehr effizient.
28:58Gut.
29:00Apropos,
29:01wie haben Sie denn
29:02den weiteren Abend verbracht?
29:05Bitte,
29:06wenn Sie es ganz genau wissen wollen.
29:11Ah ja.
29:14Ich hatte ein Geschäftsessen.
29:15Und mit wem haben Sie sich getroffen?
29:16Wenn wir fragen dürfen.
29:18Mit meinem Finanzberater.
29:19So spät noch.
29:20Was dagegen?
29:20Name?
29:26Cavarelli.
29:26Gut.
29:29Das werden wir prüfen.
29:30Ganz effizient.
29:31Schön.
29:32Dann würde ich mich gerne wieder
29:33meiner Forschung zuwenden,
29:34wenn Sie erlauben.
29:39Eine Frage habe ich noch.
29:42Die Finanzen,
29:43zu denen Sie...
29:44Die Finanzen,
29:46zu denen Sie sich da beraten lassen,
29:48die Gewinne aus Ihren Geschäften,
29:49die werden doch
29:50sicherlich ordnungsgemäß versteuert,
29:51oder?
29:53Nur, falls die Kollegen von der Steuerfahndung
29:55sich bei uns melden.
29:55Ja, Bernhard?
30:12Ne, wir waren bei ihr.
30:13Ne, jetzt sind wir bei dir.
30:15Wir warten.
30:16Gut.
30:16Okay.
30:18Ja, so wie Frau Michels vorhin gesagt hat.
30:20Effizienz scheint uns ja nicht so geläufig zu sein,
30:22oder?
30:23Habe ich mich da verhört?
30:24Nein, genau so.
30:25Wenn ihr Ali,
30:26wie ich nicht gerade bestätigt worden wäre,
30:27ich hätte zu große Lust,
30:28mir diese ganzen Firmenkonstrukte
30:29von ihr mal anzuschauen.
30:30Und selbst,
30:31wenn diese Machenschaften
30:31auf dem Papier legal sind,
30:34dass solche Rechtslücken
30:34immer erst
30:35so dreist
30:36ausgenutzt werden müssen,
30:37bevor der Gesetzgeber
30:38darauf kommt,
30:38ist nicht unser Dezernat.
30:42Leider nicht.
30:42Aber die Hochschule könnte da was machen.
30:45Ich meine,
30:45es ist doch irre,
30:46was der Benjamin da sagt.
30:47Alle wissen Bescheid,
30:48keiner macht was.
30:49Ne, wir sollten das wirklich
30:50den Kolleginnen weiterleiten.
30:52Es kann dem Benjamin Gaider
30:52jetzt erstmal egal sein
30:53mit seinem Stipendium.
30:56So auch immer mein Traum.
30:58Früher.
30:59Studium in den USA.
31:00Einer von den tausend Träumen,
31:02die nie Wirklichkeit wurden?
31:03Du kennst das auch.
31:04Ich bin mit Pushkin aufgewachsen.
31:06Und du hast das gelesen?
31:09Ja, mussten wir.
31:10Allgemeinbildung war
31:11meinen Eltern sehr wichtig
31:12und Tante Hedi war es
31:13auch sehr wichtig.
31:15Aber ich fand das eigentlich gut,
31:17die großen Themen.
31:18Zwar alle aus männlicher Perspektive,
31:20aber Wahnsinn,
31:22Gut gegen Böse,
31:24Gerechtigkeit.
31:26Vielleicht bin ich deswegen
31:27Polizistin geworden.
31:29Wenn deine Eltern
31:29das gewusst hätten.
31:33Gibt's was Neues von Lenny?
31:35Nee.
31:36Aber er kommt gleich vorbei.
31:37Cool.
31:38Vielleicht sehe ich ihn ja.
31:40Pushkin.
31:47Guck mal.
31:50Krass.
31:54Probier mal das.
31:56Dostoyevski.
31:56Ja.
32:04Okay.
32:05Mach mal das hier.
32:06Hey, Chef.
32:16Da bist du ja.
32:17Gibt's was Neues
32:18von der Professoren?
32:19Nicht wirklich.
32:20Zumindest nichts,
32:21was den Todesfall betrifft.
32:22Hm.
32:23Eher was für die
32:24KollegInnen von der
32:25Wirtschaftskriminalität.
32:26Wieso denn Wirtschaftsk...
32:28Leute,
32:29wir haben uns doch mal
32:30den Inhalt aus dem
32:30umgekippten Regal
32:31genauer angeschaut.
32:33Eigentlich waren wir
32:33auf der Suche
32:34nach weiteren Spuren
32:35von den beiden Studenten.
32:36Jedenfalls ist Antonia
32:37aufgefallen,
32:38dass sich einige Bücher
32:39aus dem Regal
32:39mit denen von
32:40Wiesings List
32:40überschneiden.
32:42Darf ich?
32:42Ja, bitte.
32:43Wir haben die Titel
32:44der Bücher
32:45in unserer
32:45internen Suchmaschine
32:46eingegeben.
32:47Ich glaube,
32:47direkt eine Warnung
32:48von Europol.
32:49Wie hat er denn
32:49aufgekommen?
32:50Dann,
32:50aber einfach ein bisschen
32:52rumprobiert.
32:53Bisschen rumprobiert,
32:55ist klar.
32:57Sieht ganz so aus,
32:58als ob die
32:58Erstausgaben genau
32:59dieser Autoren
33:00gerne gestohlen werden.
33:01Die sind echt wertvoll.
33:02Wow.
33:0330.000 Euro
33:04für ein Buch?
33:05Schau mal her.
33:11Lesen schlägt die Seele,
33:12aber so wertvolle Bücher,
33:13die füllen auch
33:14ein Portemonnaie, ne?
33:15Und diese Bücher,
33:15die stehen einfach so
33:16in der Bibliothek rum.
33:18Ja, manche Menschen
33:19wissen gar nicht,
33:20was sie für Schätze
33:20in den Regalen haben.
33:22Und es gibt Kriminelle,
33:23die sich genau auf das
33:24spezialisiert haben
33:24und jetzt durch ganz Europa ziehen.
33:27Na, Wiesing könnte
33:27das gewusst haben, oder?
33:28Das könnte sein.
33:30Wow.
33:32Gute Arbeit,
33:33ihr beiden.
33:34Oh, geht.
33:35So.
33:36Na gut,
33:36dann müssen wir jetzt rausfinden,
33:37ob hier in der Bibliothek
33:38auch wertvolle Bücher
33:39gestohlen worden sind, oder?
33:41Dann haben wir zwei Spuren.
33:42Einmal das Liebespaar
33:43und die wertvollen Bücher.
33:45Vielleicht ist es auch
33:45nur eine Spur.
33:50Ey, wenn ich gewusst hätte,
33:52wie viel die Dinger wert sind,
33:54hätte ich bestimmt auch versucht,
33:55die zu klauen.
33:57Ich hatte keine Ahnung.
33:58Ähm.
34:05Sorry, aber hätte ich so viel Kohle,
34:08würde ich ganz bestimmt nicht mehr
34:08in der schimmeligen Gemeinschaftssuche duschen.
34:12Kann ich jetzt endlich gehen?
34:14Also, die beiden brauchen
34:16nichts von den wertvollen Büchern
34:17gewusst zu haben.
34:18Kann ich mir bei den beiden auch nicht vorstellen,
34:19dass die sich so ein kriminelles Konstrukt ausdenken.
34:22Die sind ja mit ganz anderen Dingen beschäftigt.
34:24Leute, die KT hat sich gemeldet
34:26zu den alten Büchern aus der Bibliothek.
34:28Lass mich raten.
34:28Sie sind nicht mehr da?
34:29Die Bücher sind noch da.
34:33Aber es sind Fälschungen.
34:35Kopien.
34:36Ziemlich gute, aber trotzdem.
34:37Was?
34:44Scheiße.
34:46Warte mal.
34:47Benjamin Geider,
34:48der hatte vorhin auch so ein Buch.
34:49Das ist ihm aus der Tasche gefallen.
34:51Der Philosophie-Student?
34:52Literaturwissenschaften, ja.
34:55Und der hat ein Stipendium
34:57für ein Auslandssemester in den USA.
34:58Ein wichtiger Zeuger will das Land verlassen.
35:00Wann soll das losgehen?
35:01Gute Frage.
35:02Der war auf jeden Fall schon dabei,
35:03das Visum zu beantragen.
35:04Das findet man bestimmt auf der Homepage
35:06zum Stipendium,
35:07die Semesterzeiten und so.
35:09Danke, Antonia.
35:09Ja.
35:11Kannst du mal gucken,
35:11ob du dazu was findest?
35:12Mhm.
35:13Ich ruf mal beim Sekretariat an.
35:15Vielleicht wissen die irgendwas.
35:18Jetzt ja schon.
35:18Was ist denn eigentlich bei dir los?
35:22Ach, die Nachbarn,
35:24die machen einfach so Stress
35:25wegen dem Wasserschaden gerade.
35:27Benni,
35:29den Wasserschaden,
35:29den gibt's ja auch nicht, oder?
35:32Grüß dich, Heidi.
35:34Den gibt's nicht, oder?
35:37Mhm.
35:38Wofür brauchst du denn die ganze Kohle?
35:46Hast du schon?
35:47Nein.
35:49Du nimmst doch keine Drogen, oder?
35:50Mama, nein, weißt du doch.
35:51Was ist denn dann?
35:54Ich werd erpresst.
35:55Was?
35:56Womit denn?
35:58Ich hab da im Internet
35:59so einen Erotikfilm geguckt
36:00und ich wurde dabei gefilmt
36:01und dann hab ich anscheinend
36:03auf irgendeine Website geklickt
36:04und jetzt,
36:05wenn ich das Geld
36:05in 24 Stunden nicht überweise,
36:07dann...
36:07Dann was?
36:09Dann schenk ich dir das
36:10an all meine Kontakte.
36:12Und alle sehen das.
36:13Dann die Kita,
36:14die ganzen Eltern,
36:15meine Kollegen,
36:16Lea.
36:17Wie wurdest du denn gefilmt?
36:18Über die Laptop-Kamera anscheinend.
36:21Weiß Papa Bescheid?
36:22Mhm.
36:24Nein.
36:24Das heißt,
36:27die 5000 Euro,
36:29die ich dir letzte Woche
36:29gegeben habe,
36:30die...
36:31die waren für die Erpresser?
36:34Ja.
36:42Bist du dir sicher,
36:42dass das kein Bluff ist?
36:44Wie?
36:48Haben die dir irgendeinen Beweis geschickt,
36:51dass die dich wirklich gefilmt haben?
36:53Nein, aber...
36:53Das ist eine bekannte Masche,
36:55um den Leuten das Geld
36:55aus der Tasche zu ziehen.
36:56Das ist sowas wie ein Enkeltrick
36:57nur für die Enkel.
36:58Wir haben das hier 100 Mal am Tag.
37:00Was soll ich jetzt machen?
37:01Du darfst denen auf gar keinen Fall
37:02noch mehr Geld überweisen,
37:04Lenny,
37:04sonst hören die nie auf.
37:06Aber...
37:07Alles, was du machen kannst jetzt,
37:08ist Anzeige erstatten.
37:12Ach Gott.
37:12Scheiße.
37:19Ich danke Ihnen.
37:21Wieder ran.
37:23Nichts.
37:26Das Sekretariat weiß gar nichts
37:27über sein Stipendium.
37:28Hier auch nicht.
37:29Ich habe mich durch alle
37:30Stipendienprogramme durchgearbeitet,
37:32die in der nächsten Zeit
37:33Studierende aus Potsdam fördern,
37:35die in den USA studieren wollen.
37:37So viele sind das gar nicht.
37:39Und irgendwas müsste man finden, oder?
37:43Und ohne Stipendium ist es quasi
37:44unmöglich, dort zu studieren,
37:45wegen der hohen Gebühren.
37:46Wäre es denkbar,
37:48dass Benjamin die Bücher geklaut
37:49und durch Fälschungen ersetzt hat,
37:50um sich so sein Studium zu finanzieren?
37:53Und wenn der Wiesing
37:54ihn dabei erwischt hat?
37:55Das hätte Ärger gegeben.
37:56Sie haben uns angelogen?
38:09Sie haben gar kein Stipendium bekommen, oder?
38:17Warum haben Sie das gemacht?
38:28Guck mal, was wir in seinen Sachen
38:29gefunden haben.
38:32Eine weitere Erstausgabe.
38:33Und das ist das Original.
38:36Willst du?
38:37Ja, ich will.
38:38Sie brauchen dringend Geld.
38:54Deshalb haben Sie diese wertvollen
38:55Erstausgaben aus der Bibliothek gestohlen.
38:58Weil Sie nicht zugeben wollten,
38:59dass Sie gar kein Stipendium bekommen haben?
39:01Es war nur ein Formfehler.
39:04Eine scheiß Unterschrift,
39:05die gefehlt hat.
39:06Ich hatte es schon allen erzählt.
39:09Meine Freunde haben sich schon
39:10Flüge gebucht, um mich zu besuchen.
39:14Ja, das wird jetzt erst mal schwierig.
39:16Und Herr Wiesing hat Sie dabei erwischt,
39:17wie Sie ein weiteres Exemplar
39:18entwenden wollten.
39:19Und dann haben Sie das Regal
39:21umgestoßen.
39:24Das war ein Versehen.
39:30Wirklich.
39:33Er stand da auf der anderen Seite
39:35und hat mich angestarrt.
39:39So enttäuscht.
39:42Und wütend.
39:43Und dann...
39:47Ich habe mich so erschrocken,
39:49dass ich gegen das Regal gestoßen habe,
39:50aber...
39:53ich wollte ihn doch nicht umbringen.
39:55Ein Versehen.
39:57Ein 500 Kilogramm schweres Regal.
39:58Und anstatt sich zu stellen,
40:02haben Sie versucht,
40:03den Verdacht auf die beiden
40:04anderen Studierenden zu lenken.
40:05Sie wussten,
40:06dass Wiesing die beiden
40:06auf dem Kieger hatte.
40:09Und deshalb haben Sie nach der Tat
40:10eines der benutzten Kondome
40:12in der Bücherwand platziert,
40:14unter der Herr Wiesing begraben lag?
40:15Diese Kopien der Bücher,
40:23die sind ziemlich gut.
40:25Wollen Sie in die her?
40:29Im Darknet bekommt man alles?
40:31Das ist wirklich schade.
40:33Was?
40:35Dass Sie Ihren Intellekt
40:36nicht besser eingesetzt haben.
40:39Sie hätten sich doch im nächsten Jahr
40:40nochmal bewerben können.
40:41oder?
40:49Kommen Sie bitte.
41:01Ja, die nächsten Bücher,
41:03die kann er sich jetzt
41:04in der Gefängnisbibliothek ausleihen.
41:1119, 19.
41:19Und bitte.
41:20Ja.
41:3020, 20.
41:31Letzter Punkt entscheidet.
41:35Oh!
41:37Matchwinner!
41:38Na, na, na.
41:39Tamara Meurer.
41:41So.
41:45So, ihr müsst Pause machen.
41:47Oh, wow.
41:48Hast du gewonnen?
41:49Was?
41:49Hast du gewonnen?
41:50Nein.
41:51Entschuldig.
41:52Ich muss unterbrechen.
41:54So, wer spielt denn gleich
41:55gegen mich?
41:56Ich.
41:56Ja.
41:59Habt ihr heute schon
42:00die Zeitung gelesen?
42:01Schaut mal in den Lokalteil.
42:02Ah.
42:04Meine Freundin,
42:05Professorin Michels.
42:06Professorin Doktor Michels,
42:08bitte, ja?
42:09Ja, so viel Zeit muss sein.
42:10Sieht so aus,
42:11als ob sie ihren Lehrauftrag
42:12nicht so ganz nachgekommen ist.
42:14Die Leitung der Universität
42:15prüft wiederholt
42:16vorgetragene Vorwürfe
42:17von Studierenden
42:18und Mitarbeitern
42:19in der Universität
42:20in Bezug auf
42:20Interessenskonflikte
42:21und mögliche Unregelmäßigkeiten
42:23bei der Mittelverwendung.
42:24Ha,
42:25hat sie uns also doch angelogen.
42:26Ich musste es.
42:27Manchmal stärklesen
42:28eben doch die Seele.
42:29Oh, wow.
42:31Friede, Freude,
42:31Eierkuchen.
42:32So, wer hat noch nicht,
42:33wer will noch mal?
42:33Ja.
42:34Du?
42:34So.
42:35Okay, einmal.
42:37Will jemand Kaffee?
42:38Ja, Friede, Freude,
42:39Eierkuchen,
42:40nachher werde ich es
42:41nochmal versuchen.
42:42Uh, okay.
42:43Ah, mh.
42:44Nicht schlecht, Frau Hobley.
42:46So, aber jetzt erst mal
42:48guten Appetit.
42:51Na dann.
42:53Ringehauen.
42:53Ringehauen.
42:54Ringehauen.
42:55Ringehauen.
42:56Ringehauen.
42:57Ringehauen.
42:58Ringehauen.
42:59Ringehauen.
43:00Ringehauen.
43:01Ringehauen.
43:02Ringehauen.
43:03Ringehauen.
43:04Ringehauen.
43:05Ringehauen.
43:06Ringehauen.
43:07Ringehauen.
43:08Ringehauen.
43:09Ringehauen.
43:10Ringehauen.
43:11Ringehauen.
43:12Ringehauen.
43:13Ringehauen.
43:14Ringehauen.
43:15Ringehauen.
43:16Ringehauen.
43:17Ringehauen.
43:18Ringehauen.
43:19Ringehauen.
43:20Ringehauen.
43:21Ringehauen.
43:22Untertitelung des ZDF für funk, 2017