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  • vor 17 Stunden

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Kurzfilme
Transkript
00:00:00Musik
00:00:30Gerechtigkeit. Gibt es das überhaupt?
00:00:39Servus. Einen Dürren mit allem bitte.
00:00:42Wenn wir einen Mörder, eine Mörderin fassen, ist ja all das Leid des Tötens noch da.
00:00:47Die Qualen, die das Opfer erlitten hat, die Schmerzen der Hinterbliebenen, die Lücke, die ein geliebter Mensch hinterlässt.
00:00:54Aber wenn ein Mörder hinter Schloss und Riegel ist, gibt es ja auch eine Chance des Neuanfangs. Vielleicht.
00:01:00Dazu müssen wir erstmal eine Mörderin finden, ermitteln, Fakten, glasklare Beweise, Geständnisse, Schuld feststellen, all das.
00:01:09Weil bei uns haben alle, egal wer, das Recht auf die Unschuldsvermutung.
00:01:14Bis zum gerichtlichen Beweis einer Schuld bleibt jeder Mensch unschuldig.
00:01:18Also, ja gut, wenn es mit dem Beweis ein bisschen länger dauert, dann bist du halt unschuldig, zur Not, solange du lebst.
00:01:25Und wenn du plötzlich stirbst, dann, ja gut, dann bist du tot. Dann ist sowieso alles wurscht.
00:01:30Und wenn du plötzlich stirbst, dann, ja gut, dann bist du halt unschuldig.
00:01:43Und wenn du plötzlich stirbst, dann, ja gut, dann bist du halt unschuldig.
00:01:45Und wenn du plötzlich stirbst, dann, ja gut, dann bist du halt unschuldig.
00:01:48Untertitelung des ZDF, 2020
00:02:18Untertitelung des ZDF, 2020
00:02:48Untertitelung des ZDF, 2020
00:03:18Sorry
00:03:20Seit was nicht in Ordnung?
00:03:33Sind Sie der verantwortliche Koch?
00:03:35Mhm
00:03:35Ich komme nicht oft, aber regelmäßig
00:03:39Ich muss sagen
00:03:40Es wird nicht besser und das schon seit einiger Zeit
00:03:43Und was ist Ihre konkrete Beschwerde?
00:03:47Der Hirsch hier
00:03:48Er ist so fest, es ist allenfalls Bratenqualität, aber sicher kein Filet
00:03:51Wenn wir Filet anbieten, dann ist das Filet
00:03:54Wir möchten Ihnen den Hauptgang gerne von der Rechnung
00:03:57Möchten Sie was anderes?
00:03:58Bei Ihrer bescheidenen Mittagskarte will ich wohl kaum etwas finden
00:04:01Möchten Sie sich vielleicht bei einem guten Glas Wein etwas beruhigen?
00:04:11Nur für den Service
00:04:12Ich komme aus세
00:04:13Ich bin fast
00:04:14Ich bin fast
00:04:14Ich bin fast
00:04:15Ich bin fast
00:04:17Ich bin fast
00:04:19Guck mal, kanntest du den?
00:04:45Nein, ich kenne den nicht.
00:04:47Warum redest du da nicht mit ihm?
00:04:49Er hat mich nur an jemanden erinnert.
00:04:50Ich konnte einfach nicht mit ihm reden.
00:04:53Dubek, mitkommen.
00:05:06Den Scheiß kann ich mir nicht mehr leisten.
00:05:07Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht einen Gas beruhigen muss.
00:05:09Ich hab den Hirsch probiert.
00:05:10Das ist Mittelmaß, allenfalls.
00:05:12Mittelmaß?
00:05:13Du säufst Cola wie so ein Tanklaster
00:05:14und drückst dir jeden Abend Burger, Pommes oder Döner in dein Gewebe.
00:05:17Und du willst mir Cuisine erklären?
00:05:19Komm klar.
00:05:20Gerne. Ich komm klar.
00:05:22Und zwar ohne dich.
00:05:23Du kannst dir gemütlich eine neue Stelle suchen,
00:05:24aber in einem Monat bist du hier raus.
00:05:26Ist besser für uns alle.
00:05:27Tut mir leid.
00:05:28Was?
00:05:38Alles klar?
00:05:42Er hat mich rausgeschmissen.
00:05:44Soll mir was Neues suchen?
00:05:45Wenn ihm zu teuer oder zu unbequem.
00:05:50Es ist so ein Lutscher.
00:05:55Alles nur wie in diesem blasierten Arschloch da.
00:05:57Aber wir brauchen dich.
00:05:59Willst du mich verarschen, Olli?
00:06:00Das ist doch das Beste, was dir passieren kann.
00:06:02Aber das hier ist keine Knastkantine.
00:06:04Und du wirst dich noch ganz schön umgucken.
00:06:06Den brauche ich jetzt eine rein.
00:06:07Das tust du nicht.
00:06:08Geht sie weg.
00:06:17Geht sie weg.
00:06:17Geht sie weg.
00:06:18Das tust du nicht.
00:06:26Ich kriege sie weg.
00:06:27Und du wirst dich nicht weg.
00:06:28Ich kriege sie weg.
00:06:29Und du wirst dich nicht weg.
00:06:31Vielen Dank.
00:07:01Vielen Dank.
00:07:31Vielen Dank.
00:08:01Wir haben geschlafen im Gegensatz zu dir.
00:08:06Ich habe auch geschlafen und zwar fest und allein.
00:08:09Mein Name?
00:08:15Maximilian Koch.
00:08:17Dobeck.
00:08:18Maximilian Dobeck, Beruf Koch.
00:08:21Die brauchen Kaffee.
00:08:21Ist das die Frau, die dich angerufen hat?
00:08:29Die da gerade reingeht?
00:08:31Ja, das ist die Milena, Milena Kraus.
00:08:34Warst du heute schon mal hier?
00:08:36Wieso, na?
00:08:37Kein Blut.
00:08:39Doch.
00:08:40Am Hinterkopf.
00:08:42Und hier ein ausgeprägtes Hämatom an der Schläfe.
00:08:46Sieht nach einer sehr heftigen, will sagen brutalen, stumpfen Einwirkung aus.
00:08:50Schlag.
00:08:51Starke Verfärbung.
00:08:52Und am Hinterkopf Abschürfungen und eine offene Wunde.
00:08:56Und was sagt Ihnen die Wunde, Dr. Leicher?
00:09:01Der Mann ist tot.
00:09:03Ob diese Verletzung Todesursache war, kann ich noch nicht sicher sagen.
00:09:07Aber ist durchaus möglich.
00:09:08Der Schädelknochen an der Stelle ist verhältnismäßig dünn.
00:09:12Vorstellbar wäre auch eine Blutung im Gehirn.
00:09:14Dann dazu der Aufschlag auf dem Asphalt.
00:09:17Gibt's Kampfspuren?
00:09:19Das weiß ich erst nach der Funktion.
00:09:22Und dieser Schlag erfolgte womit?
00:09:24Haben Sie schon eine Idee?
00:09:26Ich sehe auch keine Tatwaffe.
00:09:30Könnte sowas wie ein Baseballschläger gewesen sein.
00:09:34Aber wir haben bisher noch nichts derartiges gefunden.
00:09:36Aber wir haben sein Handy, werden wir auslesen.
00:09:38Wäre auch eine Faust möglich?
00:09:42Rein theoretisch ja.
00:09:43Aber ich will mal so sagen, die täte dem Täter jetzt noch weh.
00:09:47Und wie lange täte die schon weh?
00:09:51Der Mann ist seit mindestens zwei Stunden tot.
00:09:55Also ist es zwischen ein und zwei Uhr passiert?
00:09:59Also spätestens.
00:10:02Also eher ein bisschen früher.
00:10:06Wenn wir weitere Ergebnisse haben, melde ich mich bei euch.
00:10:09Glaubst du, das ist ein Mord?
00:10:14Ich weiß nicht recht.
00:10:16Wir stehen hier vor einer Kneipe.
00:10:18Es könnte genauso gut eine tragische Kneipenschlägerei gewesen sein.
00:10:20Die sind gerne laut.
00:10:21Da könnte jemand etwas gehört haben.
00:10:25Es gibt zwei Leute, die wissen genau, wie man jemanden gegen die Schläfe hauen muss.
00:10:28Also, um zu töten.
00:10:30Entscheidend ist genau das, Fräulein.
00:10:32Also, die Tötungsabsicht, das muss man kennen.
00:10:36Und das erfordert eine enorme Härte.
00:10:39Jetzt befragen wir erstmal die Dame, die dich angerufen hat.
00:10:42Gut.
00:10:42Entschuldigung.
00:10:51Ja?
00:10:51Das ist die Frau Ehrling.
00:10:53Sie war mit dem Toten verabredet.
00:10:55Los Gott.
00:10:57Ich hab drin gewartet, aber er kam nicht.
00:10:59Und dann...
00:11:02Schrecklich.
00:11:04Woher kennst du dich?
00:11:05Wir sind Kollegen.
00:11:06Also er ist mein Chef.
00:11:08Wir arbeiten zusammen in der Küche vom Tanoshimi.
00:11:10Ist das Sushi Togau in der Müllerstraße?
00:11:12Nein.
00:11:13Wir haben bis halb zwölf noch gearbeitet.
00:11:16Ja, und wer will, geht dann halt hier noch auf den Absacker.
00:11:19Und heute wollte Dober kommen, also hatte Lust.
00:11:21Sind Sie nicht zusammengekommen?
00:11:23Nee, ich hab ja meinen Roller und bin auch früher fertig.
00:11:26Patisserie.
00:11:29Desserts.
00:11:30Ah.
00:11:33Könnt ihr einen Kaffee haben, bitteschön?
00:11:35Kaffeemaschine ist schon geputzt.
00:11:37Und warum haben Sie den Harald angerufen?
00:11:38Weil mir sonst niemand eingefallen ist, den ich hätte anrufen können.
00:11:411-1-0, die Polizei?
00:11:43Der Harald ist doch die Polizei.
00:11:45Ja, stimmt.
00:11:47Also Milena, pass auf.
00:11:49Du bist also raus zum Rauchen und hast den Maximilian Koch auf dem Parkplatz liegen sehen?
00:11:52Maximilian Dobeck, Beruf Koch.
00:11:54Danke, Angelika.
00:11:54Du hast den Koch draußen auf dem Parkplatz liegen sehen.
00:11:57Was war sonst noch zu sehen?
00:11:58Na, nix.
00:11:59Zuerst, da hab ich niemanden gesehen.
00:12:02Ich hab mir einen angezündet und einfach so vor mich hingeschaut.
00:12:04Und da haben Sie nix gehört oder bemerkt beim vor sich hinschauen.
00:12:09Schwer zu sagen.
00:12:10Ein verdächtiges Auto vielleicht.
00:12:11Oder Stimmen.
00:12:12Oder ein Wildbiesler.
00:12:14Wie Biesel keiner wild.
00:12:16Da war mein Auto auf dem Parkplatz, der Kleine, der E-Roller von der Sandra und ja, der Wagen vom Chef, der Große.
00:12:23Gut, Milena, oder hast du vielleicht jemanden gesehen, der Sie draußen rumgetrieben hat?
00:12:27Na, ich hab niemanden gesehen.
00:12:29Ich hab einfach nur geraucht.
00:12:30Einfach nur rauchen, das geht doch gar nicht.
00:12:32Da denkt man doch was.
00:12:33Da schaut man sich doch um und sieht irgendwas.
00:12:34Rauchen Sie?
00:12:35Nein.
00:12:37Dann wissen Sie auch nicht, wie das ist.
00:12:39Wenn ich rauche, ja?
00:12:40Wenn ich immer rausgehe und eine rauche, dann will ich nix sehen und nix denken oder sonst irgendwas.
00:12:45Dann will ich einfach nur rauchen.
00:12:46Weil das ist dann Entspannung pur.
00:12:48Entspannung.
00:12:49Das Rauchen.
00:12:50Das ganze Gift.
00:12:51Angelika.
00:12:51Nix, Angelika.
00:12:52Da draußen liegt ein toter Mann.
00:12:53Der ist wahrscheinlich ermordet worden und sie steht da beim Rauchen und sieht und checkt nix.
00:12:57Das gibt's doch nicht.
00:12:58Vielleicht was trinken zur Abkühlung.
00:12:59Könnte ich bitte einen Kaffee haben?
00:13:00Klar.
00:13:01Dann will ich aber bitte auch einen.
00:13:02Stärkt meine Wachsamkeit.
00:13:03Du bist doch eh schon super wachsam, Angelika.
00:13:06Gut, ähm, Melina.
00:13:08Also, irgendwann hast du da draußen den Mann liegen sehen und vorher hast du gar nix bemerkt.
00:13:13Niemand, der weggerannt ist oder war da irgendein Geräusch?
00:13:16Nein.
00:13:17Nix.
00:13:33Kameras brauche ich nicht.
00:13:36Ich spioniere meinen Gästen nicht hinterher.
00:13:39Überwachungskameras haben nix mit Spionieren zu tun.
00:13:41Die dient der Sicherheit.
00:13:42Ja, das sagen Sie als Polizistin.
00:13:49Ich als Bürger und Wirz hab da eine ganz andere Meinung.
00:13:54Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut in unserer Gesellschaft.
00:13:57Haben Sie vollkommen recht.
00:13:58Was wir von der Polizei allerdings auch schätzen, das sind Aussagen von Zeugen, Herr Thal.
00:14:02Und Sie sind ein Zeuge.
00:14:03Also, haben Sie was gesehen oder nicht?
00:14:05Wie soll ich hier vom Tresen dann sehen, was da hinten auf dem Park was passiert?
00:14:07Mit einer Videokamera.
00:14:08Ich dien der Sicherheit.
00:14:21Der Mann ist ziemlich sicher hier gestorben.
00:14:23Und keiner hat was mitgekriegt.
00:14:25Das kann doch irgendwie nicht sein.
00:14:27Bis jetzt ist es so.
00:14:29Keine Bus- oder Bahnhaltestelle weit und breit.
00:14:32Taxi.
00:14:34Das große Auto ist vom Wirt.
00:14:36Und das rote ist von der Bedienung.
00:14:39Also, deiner Melanie.
00:14:41Meine Melanie.
00:14:42Die heißt Milena.
00:14:44Die hat halt mich angerufen, statt am Notruf.
00:14:46Wie intensiv kennst du die Frau, Harald?
00:14:48Nein, von früher halt.
00:14:50Die Frau ist keine 30.
00:14:52Ein früher gibt's immer.
00:14:53Wie?
00:14:54So intensiv?
00:14:56Also, wenn ich für euch jetzt befangen bin, dann müsst ihr allein weitermachen.
00:14:59Reiß dich zusammen, Harald.
00:15:00Wir machen alles gemeinsam.
00:15:02So wie immer.
00:15:03Das ist wirklich brutal.
00:15:29Auf sowas kann man sich gar nicht vorbereiten.
00:15:34So plötzlich und weg.
00:15:38Sandra hatte heute Nacht versucht anzurufen.
00:15:39Ich hab's nicht gehört.
00:15:41Gerade eben hat sie's mir gesagt.
00:15:44Ja, Herr Penckhofer, wir haben nur einige Fragen an Sie bezüglich Herrn Dobeck.
00:15:47Auch wie sein Verhältnis zu Ihnen war und zu allen anderen hier.
00:15:51Können wir vielleicht irgendwo in Ruhe...
00:15:54Freilich.
00:15:55Folgen Sie mir.
00:15:56Kommt ihr kurz.
00:16:02Für unser Geschäft ist es natürlich eine Katastrophe.
00:16:07Sie, Moment...
00:16:08Kolleginnen, Kollegen.
00:16:09Entschuldigung.
00:16:10Kommt ihr bitte kurz.
00:16:11Ich hab leider eine üble Nachricht zu verkünden.
00:16:15Wie ich von unserer Sandra und gerade eben von den beiden Herrschaften von der Kripo erfahren habe,
00:16:18ist unser Chefkoch heute Nacht zu Tode gekommen.
00:16:24Die Umstände sind noch unklar.
00:16:27Aber wir alle müssen leider von einem Verbrechen ausgehen.
00:16:30Ja, genau.
00:16:30Ich bitte deswegen um einen Moment der Besinnung für unseren lieben Freund Max Dobeck.
00:16:36Danke.
00:16:56So, wir werden heute schließen, aber wir sollten für unsere Gesellschaft am Wochenende vorarbeiten.
00:17:01Deshalb folgende Struktur für heute und die kommenden Tage.
00:17:03Olli, du benimmst die Leitung.
00:17:07Das kannst du.
00:17:08Das hast du früher schon gemacht und du bist ein Meister deines Fachs.
00:17:12Das ist deine große Chance.
00:17:15So.
00:17:16Und wer heute lieber gerne frei machen möchte, der kann heimgehen.
00:17:20Da habe ich volles Verständnis für.
00:17:21Äh, Moment.
00:17:22Niemand macht hier frei, ohne vorher mit uns gesprochen zu haben.
00:17:25Das bitte abwarten.
00:17:26Das läuft jetzt so ab, wie wir das sagen, Herr Penkhofer.
00:17:28Das sind polizeiliche Ermittlungen.
00:17:30Müssen wir extra aufmalen, was das bedeutet.
00:17:32Wir reden jetzt erst einmal allein.
00:17:33Wo?
00:17:36Und Sie warten hier, bitte.
00:17:46Bitte.
00:17:46Bitte.
00:17:46Hatte der Herr Dobeck Streit mit irgendwem aus der Küche?
00:17:55In der Hektik fallen schon mal garstige Worte.
00:17:57Alles schnell vergessen.
00:17:58Private Konflikte?
00:18:00Keine Ahnung.
00:18:02Er hat sich schon gerne eingemischt, muss man schon sagen.
00:18:04Wo hat er sich eingemischt?
00:18:05Beim Kochen?
00:18:06Beim Kochen?
00:18:07Er ist ja Koch.
00:18:08Nein.
00:18:09Er hat die anderen gern getratzt.
00:18:11Beschreiben Sie es bitte genauer, das Tratzen vom Herrn Dobeck.
00:18:14Beziehungstechnisch.
00:18:17Er ist halt ein rechter CIS-Mann und andere im Team sind sehr offen in so Sachen.
00:18:22In so Sachen?
00:18:24Was für Sachen, Herr Penkhofer?
00:18:25Also CIS, des FIS, jetzt werden Sie mal konkret.
00:18:28Ein CIS-Mann ist halt sehr heterosexuell.
00:18:30Das weiß ich schon.
00:18:32Wir ermitteln in einem Mordfall, Herr Penkhofer.
00:18:34Es tut mir auch sehr leid.
00:18:37Sagen wir so, er hat nichts anbrennen lassen.
00:18:40Beziehungstechnisch?
00:18:42Frauentechnisch.
00:18:42Und von den anderen wollte er immer wissen, bist du hetero oder bist du...
00:18:47Non-binär.
00:18:49Und da gab es nie Probleme mit jemandem.
00:18:52Wie hoch war sein Ansehen als Koch?
00:18:54Den Dobeck habe ich in mein Team geholt, weil er ein Profi ist.
00:18:57Und außerdem kann ich in diesen Zeiten jeden gebrauchen, der sein Handwerk einigermaßen gut versteht
00:19:01und nicht am zweiten Tag vor Erschöpfung zusammenklappt.
00:19:03Nach der Pandemie ist es wirklich schwierig geworden, Köche zu finden.
00:19:06Viele haben den Beruf gewechselt.
00:19:08Wir sind gleich bei Ihnen.
00:19:09Und der ist jetzt der neue Chefkoch.
00:19:19Olli.
00:19:19Ja, Oliver Gerk.
00:19:21Den kenne ich schon seit seiner Jugend.
00:19:23Der war früher in der gehobenen Gastronomie im Glockenbachviertel junges Talent.
00:19:26Aber, ja, manchmal läuft es halt nicht so wie gedacht.
00:19:29Beruflich.
00:19:30Und da war Frieden in der Küche.
00:19:32Bei zwei Alpha...
00:19:33Köchen.
00:19:37Na klar.
00:19:38Es gibt ja eine Hierarchie.
00:19:39Zum Glück habe ich den Gerk.
00:19:40Der muss jetzt übernehmen, das Team leiten.
00:19:42Jetzt, wo der Dobeck weg ist, ist unfassbar.
00:19:46Aber der schafft es.
00:19:48Das ist interessant, Doktor Leicher.
00:19:50Und was den Todeszeitpunkt betrifft...
00:19:54Ludwig.
00:19:55Ja.
00:19:56Wo sind denn die anderen?
00:19:57Brotzeit.
00:19:58Ja.
00:19:58Gut, Doktor Leicher.
00:20:02Ja.
00:20:03Ja.
00:20:04Schönen Tag.
00:20:05An diesem Tag ist überhaupt nichts schön.
00:20:06Rein gar nichts.
00:20:07Er ist in keinster Weise schön.
00:20:09Guten Morgen, Helmut.
00:20:11Was an dem Tag ist denn keinerweise schön?
00:20:13Jetzt hörst du mir zu, ich sag's dir.
00:20:15Das würde ich gern, Helmut.
00:20:16Aber ich muss gleich eine wichtige Befragung durchführen und dort genau zuhören.
00:20:21Nein, musst du nicht.
00:20:22Das reicht vollkommen aus, wenn du mir zuhörst.
00:20:25Ihr seid raus aus dem Fall.
00:20:27Das ist überhaupt kein Fall.
00:20:28Ich hab's gehört, Helmut.
00:20:32Du fantasierst.
00:20:35Ihr könnt euch doch eure Mordfälle nicht selber raussuchen.
00:20:40Haben wir auch nicht.
00:20:41Wie ich dir erklärt habe, hat sich der Mordfall uns ausgesucht.
00:20:45Beziehungsweise den Kollegen Neuhauser, der einen Notruf erhalten hat.
00:20:48Ach, Notruf, Pfiffkass.
00:20:50Es geht um Kollegialität und Hierarchien und darum, dass man sich angemessen verhält.
00:20:55Kommissariat 11 hier, Kommissariat 12 hier.
00:21:01Darüber der Staatsanwalt und ihr seid's Kommissariat 0.
00:21:06Helmut, sag dem Staatsanwalt, Kommissariat 0 klärt den Fall Maximilian Dobeck auf.
00:21:13Er muss sich keine Sorgen machen.
00:21:15Hier bin ich, Herr Schaller.
00:21:16Sie können's mir auch persönlich sagen.
00:21:20Lukas Benedikt.
00:21:21Staatsanwaltschaft München 1.
00:21:22Grüß Gott.
00:21:23Grüß Gott.
00:21:23Herr Schaller, haben Sie schon erste Hinweise auf einen Täter?
00:21:52Die Ermittlungen laufen.
00:21:55Sie sind ganz zufällig hier unten vorbeigekommen, Herr Staatsanwalt.
00:22:02Ich hab die Tötungsmeldung gelesen.
00:22:04Max Dobeck, ein Koch aus dem Tanoshimi.
00:22:07Kannten Sie den Mann, Herr Benedikt?
00:22:09Ich kenne das Lokal und weiß, wie er gekocht hat.
00:22:13Und ich muss sagen, gar nicht gut in letzter Zeit.
00:22:16Woher wissen Sie das, Herr Benedikt?
00:22:19Also, wenn Sie mich da als Gast fragen, da stimmt etwas in der Küche nicht.
00:22:22Vielleicht zu viele Köche.
00:22:24Checken Sie das mal genauer.
00:22:25Und natürlich das persönliche Umfeld des Opfers.
00:22:28Aber, was rede ich?
00:22:30Das tun Sie ja sowieso bestmöglich.
00:22:31Nicht wahr?
00:22:32Ich wollte nur mal kurz Hallo sagen.
00:22:34Ich dachte mal, Benedikt gehört zu den genauesten und besten der Staatsanwalt.
00:22:37Doch, doch, doch.
00:22:38Und deswegen bestmögliche Mittel.
00:22:41Haben wir uns verstanden?
00:22:43Wir doch immer, Helmut.
00:22:44Ich begleite Sie noch kurz nach oben, Herr Benedikt.
00:22:46Ja.
00:22:57Die Handyauswertung.
00:23:00Man dankt.
00:23:05Bi, Angelika, nicht non-binär.
00:23:07Das eine ist sexuelle Orientierung, das andere ist sexuelle Identität.
00:23:11Ja, weiß ich doch.
00:23:12Jetzt aber bitte keine Vorurteile.
00:23:14Ich habe doch keine Vorurteile.
00:23:16Sie waren öfter zusammen aus, Sie haben jeden Tag hier zusammen gearbeitet.
00:23:20Gestern auch.
00:23:21Ja, Sie stehen am Weg.
00:23:22Und trotzdem wissen Sie nicht, was er gestern vorhatte.
00:23:24Nein, wir waren Kollegen, Herr Neuhauser, mehr nicht.
00:23:27Sie haben gestern hier gearbeitet, bevor Sie in die Rolandsklausel gefahren sind.
00:23:31Ja, klar.
00:23:33Obacht.
00:23:34Entschuldigung.
00:23:36Ist nicht doch irgendwas vorgefallen?
00:23:37Was weiß denn ich, mit mir ist nichts vorgefallen.
00:23:39Jetzt denken Sie halt noch mal nach.
00:23:41Also, nach der Arbeit gehen Sie mit den Kollegen manchmal einen Absack ertrinken.
00:23:45Und der Herr Dobeck hat Sie gestern kurzfristig versetzt.
00:23:48Obwohl er sogar noch bis zur Rolandsklausel gefahren ist.
00:23:51Ja.
00:23:51Wie?
00:23:52Wie, was?
00:23:53Na, wie ist er da hingekommen?
00:23:56Keine Ahnung.
00:23:57Gast hat sich beschwert gestern, direkt beim Dobeck.
00:23:59Den hat der Dobeck dann kurze Zeit später noch draußen gesehen und hat.
00:24:03Ist egal.
00:24:05Nee, nee, Moment.
00:24:07Nix ist egal.
00:24:08Sie waren also nur mit dem Herrn Dobeck verabredet.
00:24:11Hallo?
00:24:12Ich bin aber der Einzige, der es gesehen hat.
00:24:14Was denn?
00:24:15Hat ihm eine reingehauen, aufs Auge.
00:24:17Genau.
00:24:20Hat ihm eine reingehauen, aufs Auge?
00:24:21Ja.
00:24:23Herr Schaller?
00:24:25Und dann?
00:24:25Keine Ahnung, bin sofort wieder reingegangen.
00:24:28Ja?
00:24:28Haben Sie den Vorfall dem Chef gemeldet?
00:24:30Nee, mit dem Dobeck wollen Sie keinen Ärger.
00:24:33Ach so.
00:24:33Und dann zum Feierabend haben Sie da mit jemandem drüber gesprochen.
00:24:37Da habe ich mich verabschiedet und Servus.
00:24:39Wie heißt der?
00:24:40Und dann, wo sind Sie denn hin?
00:24:41Na, wohin schon, nach 13 Stunden Arbeit, hä?
00:24:44Wo ist der hin?
00:24:45Heim.
00:24:45Hab zwei Bier gezischt und gute Nacht.
00:24:49Gut, machen wir gleich, ja.
00:24:52Servus.
00:24:52Und warum haben Sie mir nicht erzählt, dass Sie auch mit einem Herrn Fellner verabredet waren?
00:25:01Wer?
00:25:02Das kommt nicht gut, wenn Sie sich blöd stellen.
00:25:03Mach ich doch gar nicht.
00:25:04Doch.
00:25:05Also, war ich doch gar nicht verabredet mit dem Herrn Fellner.
00:25:08Aber der Herr Dobeck, der Herr Fellner hat anscheinend den Herrn Dobeck abgeholt, um mit ihm zur Klause zu fahren.
00:25:14Zu Ihnen.
00:25:15Kann sein.
00:25:16Wusste ich nicht.
00:25:17Ach.
00:25:18Ja, der Tim, das ist ein Freund, der hat ein Auto.
00:25:22Praktisch.
00:25:23Und der Herr Dobeck hat kein Auto?
00:25:24Nein, also keinen Führerschein mehr.
00:25:27Das sind genau die Freunde, die man braucht, gell?
00:25:39Und, kommen Sie voran?
00:25:40Passt schon, danke.
00:25:44Dass Ihr Koch gestern mit einem Gast vor der Tür Schlägerei angefangen hat, das wisst Ihr schon, oder?
00:25:48Wie kommen Sie denn darauf?
00:25:50Der Gast hat sich beschwert, hat das Lokal verlassen, ohne zu zahlen und dann draußen vor der Tür vom Dobeck eine verpasst bekommen.
00:25:57Das klingt für mich völlig absurd.
00:26:00Wieso sollte er das machen?
00:26:01Nein, weil er sich aufgeregt hat.
00:26:04Kennen Sie den Gast?
00:26:05Bist du's dem Namen?
00:26:06Nein.
00:26:08Wir machen mittags keine Reservierung und der war nur ab und zu mittags da.
00:26:19Wir müssen schauen, ob er Anzeige wegen Körperverletzung gegen den Dobeck eingegangen ist.
00:26:23Und keiner hat's gesehen.
00:26:24Ich glaube eh, dass der andere Koch lügt.
00:26:26Wieso?
00:26:27Weil der alles viel zu leicht abgetan hat.
00:26:29So als wäre ihm der Tod vom Dobeck völlig egal.
00:26:33Er profitiert halt krass davon, dass der Dobeck tot ist.
00:26:36Die Sandra Erling ist auch nicht ganz koscher.
00:26:38Die ist ganz komisch geworden, als ich den Fellner erwähnt habe.
00:26:40Wer ist der Fellner?
00:26:42Arbeitet der auch da?
00:26:43Na, ich erzähl's dir im Auto.
00:26:45Da fahren wir jetzt hin.
00:26:46Und deine Freundin, wie ehrlich ist die so?
00:26:49Das ist nicht meine Freundin.
00:26:50Das ist nicht meine Freundin.
00:27:20Das ist nicht meine Freundin.
00:27:50Ja, worum geht's?
00:27:57Jetzt?
00:28:08Nur weil deine Regenbogenfahne hängt, heißt das nicht, dass dir nur Schwule verkehren.
00:28:11Verkehren tut dir sowieso niemand, dass das klar ist.
00:28:15Und ich bin nicht zum 7. Dezernat.
00:28:18Schon klar.
00:28:18Aber ich weiß doch, was Sie denken.
00:28:21Was denke ich? Was denken Sie?
00:28:24Dass wir ja was wissen müssen. Aber wir wissen nichts.
00:28:28Ich würde gerne eine Holundersaftschäule nehmen.
00:28:32Hab nur Johannesbär.
00:28:34Der Herr Tobik hat sich gestern Mittag angerufen.
00:28:38Was wollte er denn von Ihnen?
00:28:40Der wollte den Tisch reservieren.
00:28:43Am Werktag für Mitternacht in einer Kneipe Klausel.
00:28:48Danke, Herr Thal, Sie haben völlig recht.
00:28:51Am Werktag für Mitternacht in einer Klausel einen Tisch bestellen.
00:28:55Sind Sie sicher?
00:28:57Na, weil er aufgeregt.
00:28:58Warum war er aufgeregt?
00:29:00Das wissen Sie doch bestimmt schon so akribisch, wie Sie arbeiten.
00:29:02Na zu.
00:29:02Der Herr Penko hat den Frau rausgeschmissen.
00:29:06Gekündigt.
00:29:07Ah, das ist sehr interessant.
00:29:11Und Sie kannten sich so gut, dass er in einer solchen Situation Sie angerufen hat?
00:29:16Ja, um einen Tisch zu reservieren.
00:29:20Ganz ehrlich, so viele kannte der nicht.
00:29:21Noch weniger, die er in einer solchen Situation anrufen konnte.
00:29:24Mochten Sie ihn nicht?
00:29:25Der Tod von Marx tut mir sehr leid.
00:29:27Deswegen habe ich auch extra eine Kerze dahingestellt.
00:29:29Aber ein netter Kerl war der nicht.
00:29:33Was bin ich, Würde?
00:29:344,60.
00:29:35Ach, äh, für wie viele hat er den Tisch denn bestellt?
00:29:49Der alten Vierertisch.
00:29:50Wer war Nummer 4?
00:29:53Wer kam denn sonst zum Absacker mit?
00:29:55Na, unterschiedlich.
00:29:56Der Drobek, die Sandra, der Olli, der Tim.
00:29:59Manchmal der Hetfeld.
00:30:01Wer ist der Herr Hetfeld?
00:30:03Der Freund vom Tim und der Ex vom Gerg.
00:30:05Hat er einen Schallplattenladen im Glockenbachviertel?
00:30:09Na, dann kennen Sie ihn ja.
00:30:11Akribische Arbeit.
00:30:12Alles unter der Regenbogenfahne.
00:30:15Mir ist dann eine liberale Klausel hier, ja?
00:30:17So soll es sein.
00:30:35Herr Fellner?
00:30:39Herr Fellner?
00:30:40Tim Fellner?
00:30:42Sind Sie gestern mit dem Max Dobeck in die Rolandsklausel gefahren?
00:30:45Nein.
00:30:47Lügen ist nicht gut, Herr Fellner.
00:30:48Ich, ich lüge nicht.
00:30:51Ich wollte erst hinfahren, aber dann ging es mir nicht gut.
00:30:55So war das.
00:30:56Hat der Max Dobeck nicht auf Sie gewartet?
00:30:59Wie gewartet?
00:31:00Ja, gewartet.
00:31:00Dass Sie ihn mitnehmen.
00:31:01Er hatte kein Auto.
00:31:03Ach so, nein.
00:31:04Das war ganz anders.
00:31:06Eigentlich wollte ich hin.
00:31:08Aber dann hatte der Olli keine Lust mehr.
00:31:10Und mir ging es ja eh nicht gut.
00:31:12Aber die Sandra wollte unbedingt noch hin.
00:31:13Welcher Olli?
00:31:14Der Olli Gerg, der Koch.
00:31:15Ja, ja, aber der hatte ja keine Lust mehr.
00:31:19Und dann habe ich gesagt, dann soll der Max, Max Dobeck, soll der sich ein Taxi nehmen.
00:31:24Ich fahre jedenfalls nicht.
00:31:27So war es.
00:31:29Der Max Dobeck ist jetzt tot?
00:31:31Nein.
00:31:32Doch.
00:31:33Aber wieso?
00:31:34Wieso ist er tot?
00:31:35Weil er tot ist.
00:31:37Kann es jemand bezeugen, dass Sie gestern daheim geblieben sind?
00:31:41Ja, mein Freund.
00:31:43Was gab es zum Abendessen?
00:31:45Wieso?
00:31:46Sie fragen aber oft, wieso.
00:31:48Wieso?
00:31:48Ich koche gern.
00:31:50Ach so.
00:31:52Brot mit Aufschnitt und Gurken.
00:31:53Wieso?
00:31:54Ja, mein Freund.
00:31:55Ja, mein Freund.
00:31:56Untertitelung des ZDF, 2020
00:32:26Hallo Schatz
00:32:28Die Herrschaften sind von der Polizei
00:32:29Du, der Doback ist tot
00:32:32Und die beiden wollen jetzt wissen, wo ich...
00:32:33Frau Melinda selber, danke
00:32:34Sind Sie der Herr Hetfeld?
00:32:37Ja, Sascha bitte
00:32:38Kommen Sie doch rein
00:32:40Der Doback wie tot?
00:32:48Ganz tot
00:32:48Ist es wie erladen hier?
00:32:53Kauft überhaupt noch jemand Schallplatten?
00:32:54Oh ja, seit Corona wieder mehr
00:32:57Was wollen Sie denn wissen?
00:33:00Ja, dass ich gestern Abend...
00:33:01Lass uns das, Herr Felner
00:33:02Er war gestern hier
00:33:04Hier im Laden?
00:33:06Quasi, wir wohnen zwei Stockwerke drüber
00:33:08Von wann bis wann?
00:33:12Gestern Abend, die ganze Nacht
00:33:14Gut, Angelika, geh mal
00:33:20Ihre Nummer hammer
00:33:22Wenn wir nur was brauchen, melden wir uns
00:33:23Was gab's zum Abendbrot?
00:33:32Brot mit Aufschnitt
00:33:33Und Gürkchen
00:33:35Gut, dass wir Ihren Namen das gleiche essen
00:33:52Was für eine Überraschung
00:34:17So früh am Morgen
00:34:19Ich habe auf Sie gewartet
00:34:20Staatsanwalt Benedikt
00:34:23Das ist Oberkommissarin Flirr
00:34:26Grüß Gott
00:34:26Sehr erfreut
00:34:28Ich soll Ihnen Grüße ausrichten von Ihrem Onkel
00:34:30Danke, von welchem?
00:34:32Ich habe ja drei
00:34:33Vom Polizeipräsidenten natürlich
00:34:37Aber der hat nichts damit zu tun
00:34:39Wenn ich bitten darf
00:34:41Guten Morgen, Herr Staatsanwalt
00:34:43Der Polizeipräsident erwartet wie ich saubere Arbeit
00:34:46Sehr gut
00:34:47Dann machen wir uns doch gleich sauber an die Arbeit
00:34:51Wie gewohnt
00:34:52Akribisch
00:34:53Bevor Sie weitermachen, würde ich noch gerne einen Blick
00:34:56In den Stand Ihrer Ermittlungen werfen
00:34:58Die Akte
00:34:59Bitte?
00:35:00Sie haben mich schon verstanden, Herr Schaller
00:35:01Sie bekommen einen Bericht?
00:35:04Online war bisher nichts zu sehen
00:35:05Also, die Akte
00:35:06Ah, ich sehe, Sie sind schon mitten in der Kommunikation
00:35:11Das freut mich
00:35:12Und es gibt auch schon Ergebnisse
00:35:15Dann wäre jetzt ein Rapport angezeigt
00:35:17Wir rapportieren, wenn wir so weit sind, Helmut
00:35:20Wie immer
00:35:21Der Staatsanwalt hat das Recht
00:35:24Den Stand der Ermittlungen zu wissen
00:35:25Was ist das jetzt?
00:35:26Also, wir haben eigentlich nichts zu verbergen
00:35:29Weil verbergen, das tun ja immer nur die anderen
00:35:31Die Verdächtigen
00:35:32Sie sollten anerkennen, dass ich als zuständiger Staatsanwalt
00:35:37Sie nicht unter Druck setzen möchte
00:35:39Sondern erleichtern
00:35:40Die Last der Verantwortung
00:35:41Mit seinem Vorgesetzten teilen zu dürfen
00:35:43Sollte Sie freuen
00:35:44Wie ein Privileg
00:35:45Ach
00:35:48Oliver Gerg
00:35:50Also, ich kenne nur einen Oliver Gerg
00:35:52Und der hinkt da jetzt tatsächlich wieder mittendrin, ja?
00:35:55Der Koch Oliver Gerg
00:35:56Wie mein, Herr Staatsanwalt?
00:35:58Das ist derselbe, der vor ein paar Jahren seinen Chef und Mentor ertränkt hat
00:36:02Und der ist da jetzt wieder mittendrin, Herr Sauer
00:36:05Also, von mittendrin kann überhaupt keine Rede sein, Herr Lukas
00:36:09Benedikt
00:36:09Lukas Benedikt
00:36:12Ja?
00:36:14Oliver Gerg ist ein Zeuge
00:36:15Mehr nicht
00:36:17Bis jetzt
00:36:18Das Opfer, Dobek Maximilian, ist homosexuell?
00:36:24Hallo, wollt's dem Staatsanwalt mal antworten?
00:36:26Nach allem, was wir bisher wissen, war das Opfer ausgesprochen heterosexuell
00:36:30Und es gibt keinen Hinweis darauf, ob die Tat...
00:36:31Einen sexuellen Hintergrund hat, ich hab schon verstanden
00:36:34Rufen Sie den Gerg an und bringen Sie ihn dann zu mir
00:36:37Den vernehme ich persönlich
00:36:39Das ist Oberkommissar Neuhauser
00:36:44Der Gerg taucht wieder im Umfeld eines Gewaltverbrechens auf
00:36:47Das ist kein Zufall, Mensch
00:36:48Den Gerg zu mir, verstanden?
00:36:51Und zwar, ASAP
00:36:52Herr Staatsanwalt
00:37:01Waren Sie vorgestern im Tanoshimi-Esten?
00:37:04Wieso?
00:37:06Herr Neuhauser?
00:37:07Hauser, nur so
00:37:08Ich bin dort häufiger zum Mittagstisch, wenn das etwas zur Sache tut
00:37:12Tut's?
00:37:18Dass Sie diesen Fall an sich gerissen haben, das wird ein Nachspiel haben, Herr Hauser
00:37:22Was für ein Nachspiel, Herr Staatsanwalt?
00:37:29Hey, Sepp, gell?
00:37:30Ich, äh...
00:37:35Wir stehen das gemeinsam durch
00:37:37Ihr könnt sich auf mich verlassen
00:37:39Also bei dem Staatsanwalt friert's mich irgendwie
00:37:47Er ist sie
00:37:48Der Dobek, unser Opfer
00:37:50hat am Tag seines Todes
00:37:52unserem Staatsanwalt das Feilchen verpasst
00:37:54Wie kommst du denn darauf?
00:37:56Intuition
00:37:57Und Wahrscheinlichkeit
00:37:59Dobek ist just am Tag seines Todes von seinem Chef gefeuert worden
00:38:06Vielleicht ja genau deshalb, weil er dem Staatsanwalt eine eingeschenkt hat
00:38:09Das wäre auf jeden Fall ein ausreichender Grund
00:38:13Was hat denn der mit dem Gerg für ein Problem?
00:38:14Musik
00:38:44Musik
00:39:14Musik
00:39:44Herr Neuhauser, komm jetzt mit.
00:40:08Was denken Sie sich eigentlich dabei, uns nicht zu erzählen, dass Sie den Dobek am Tag seines Todes gefeuert haben?
00:40:13Habe ich glatt vergessen.
00:40:14Muss ich verarschen?
00:40:16Ich habe den ja gar nicht richtig gekündigt, ich habe ihm nur klar gesagt, dass er sich eine neue Stelle suchen soll.
00:40:20Den Unterschied muss ich jetzt nicht kapieren, oder?
00:40:21Den gibt's aber.
00:40:23Kennst du den? Ist es der Gast, der vorgestern Mittag ihr Essen nicht mochte und der sich beschwert hat?
00:40:28Das ist er.
00:40:29Hatte der eine Verletzung im Gesicht, als er hier war?
00:40:32Keine, die ich bemerkt hätte.
00:40:34Das da, Herr Penkofer, das ist der ermittelnde Staatsanwalt in unserem Fall. Und wissen Sie was? Der hat jetzt ein Feigerl.
00:40:41Was hat der?
00:40:41Ein fettes, blaues Auge. Und er möchte Ihren Koch, den Gerg, höchstpersönlich und selbst vernehmen.
00:40:48Wenn Sie also weiterhin hier lügen und Hinweise vertuschen und auslassen, dann geht das alles hier ganz knusprig den Bach runter.
00:40:55Also, gab Streit wegen Dobecks Kündigung?
00:40:59Nein, gab es nicht. Alles lief ganz normal. Keiner hat gestritten. Nicht mehr als sonst in einer Küche.
00:41:05Wie sollen das jetzt verstehen? Sie kündigen von zwei Köchen einen, den anderen befördern und dann denken Sie, die beiden arbeiten ganz friedlich miteinander weiter.
00:41:11Der Gerg wusste doch erst gar nichts von der Kündigung. Außerdem ist er auf Bewährung. Der riskiert nichts. Gar nichts.
00:41:17Ich habe dem Dobeck gesagt, er soll sich eine neue Stelle suchen. Und bis dahin kann er weiterarbeiten. Und drüber stillschweigen. Bin doch nicht blöd.
00:41:26Und wie kam es zur Kündigung?
00:41:28Ist eine längere Geschichte. Aber der Schlusspunkt war vorgestern mit diesem Typen da auf ihrem Foto.
00:41:32Ja?
00:41:45Ja? Sind Sie sicher?
00:41:50Okay.
00:41:52Ja. Danke. Servus.
00:41:56Das war die letzte Taxigesellschaft.
00:41:57Keine Fahrt von Schwabing zu Rolandsklausel nach 22 Uhr. Das Opfer ist also nicht mit dem Taxi gekommen.
00:42:05Jemand hat den Maximilian Dobeck privat chauffiert.
00:42:09Vielleicht gibt der ominöse Hedfeld seinem Freund ja ein falsches Alibi. Und er ist der Vierte.
00:42:15Ob der Mann ominös ist, müssen wir noch herausfinden, bis er ist nichts an ihm ominös. Er ist nicht mal nervös.
00:42:27Was haben Sie denn mit Ihrer Hand gemacht?
00:42:34Das habe ich schon lange. Es war ein Unfall, quasi.
00:42:37Herr Gerg, ich muss Ihnen dringend empfehlen, nur die Wahrheit zu sagen.
00:42:42Wer sagt eigentlich, dass der Dobeck dem Staatsanwalt eine reingekommen hat und nicht Sie?
00:42:48Wegen der Hand jetzt, oder was?
00:42:49Ich bin doch nicht wahnsinnig. Ich habe gerade erst meine Freiheit wieder und Sie glauben im Ernst, ich zünde dem Staatsanwalt, der mich damals in den Knast gebracht hat, eine?
00:42:57Sie haben sich nie schuldig bekannt. Vielleicht war eine nach einer Revanche für Ihre Vorurteilung.
00:43:01Ich sage Ihnen mal was. Wenn Sie eine Tat nicht begangen haben und Sie sitzen dafür im Knast, Ihr ganzes Leben ist zerstört.
00:43:08Ihr Beruf, Ihre Liebe geht andere Wege.
00:43:10Jeder Verurteilte, den ich bisher getroffen habe, hat mir hoch und heilig versichert, dass er unschuldig im Gefängnis war.
00:43:16Das Kapitel können wir jetzt überschränken.
00:43:17Ihre Liebe geht andere Wege. Ihre engsten Freunde werden zu Fremden. Das überleben Sie nur, wenn Sie sich jeden Tag darauf vorbereiten, nach dem Knast ein Leben zu leben, in dem Sie jeden Tag nutzen.
00:43:26Sonst gehst du drauf, Kommissar. Ich schwör's dir. Rache ist nur was für Blöde und Amis. Nichts für mich.
00:43:33Trotz Bewährung, Herr Gerk, würden Sie unter Eid aussagen, dass der Dobeck dem Staatsanwalt eine reingekommen hat?
00:43:43Lieber ohne Eid, ich will keinen ärgern, hab mich da extra rausgehalten.
00:43:47Als Dobeck plötzlich auf den Typen zuging und gesagt hat, dem hau ich einer rein, hab ich mich umgedreht und bin reingegangen.
00:43:54Aber wenn der Herr Benedikt jetzt ein Feichen hat, dann ist es vom Dobeck.
00:43:58Was ist los, Harald? Du sagtest, eine neue Spur.
00:44:24Meine Intuition hatte recht. Benedikt. Staatsanwalt Benedikt.
00:44:30Was ist mit dem?
00:44:32Am Todestag vom Dobeck war der Benedikt hier zum Mittagstisch und hat sie beschwert. Heftig beschwert.
00:44:37Die beiden sind so aneinander geraten, dass der Penkofer den Dobeck gefeuert hat.
00:44:41Und der ist daraufhin raus auf die Straße und hat dem Staatsanwalt mit der Faust ins Gesicht schlagen.
00:44:46Dann ist er ja befangen.
00:44:48Oder verdächtig.
00:44:49Gut. Aber zuerst machen wir Einzelbefragungen. Mal schauen, ob Sie alle vom selben Abend erzählen.
00:44:56Sie bringen mich ständig raus, Frau Fleur. Ich hab schon alles gesagt, mehr kann ich Ihnen nicht bieten.
00:45:05Sie sind also heimgegangen.
00:45:06Nochmal? Ja, ich bin nach Hause gegangen.
00:45:08Wie?
00:45:09Was? Ich möchte, dass Sie das nochmal wiederholen, was Sie gerade gesagt haben.
00:45:13Haben Sie eine Störung im Kopf? Ich wiederhole gar nichts.
00:45:16Nicht brech werden, Frau Ehrling. Ich möchte nur hören, ob Ihre Aussagen alle übereinstimmen.
00:45:19Es fällt mir halt schwer zu glauben, dass Sie nach einem langen Arbeitstag einfach so heimgehen, ohne mit Ihren Kollegen noch irgendwo einen Absacker zu trinken.
00:45:27Das macht man doch so.
00:45:28Ja, das machen wir so. Manchmal. Aber an dem Abend nicht.
00:45:32Warum nicht, Herr Gerk?
00:45:33Ich hatte halt keinen Bock.
00:45:35Bringen Sie das bitte zur Anrichte da?
00:45:41Also, Dienstschluss.
00:45:44Und jetzt ästhetisch die Essenz dazu.
00:45:48So.
00:45:4923.30 Uhr.
00:45:58Weiter.
00:46:02Der Olli ist zur U-Bahn gegangen, da vorn, hinter der Straßenkreuzung.
00:46:09Weiter.
00:46:11Ende der Geschichte.
00:46:11Und Sie haben gesehen, wie er runtergegangen ist.
00:46:20Der Oliver Gerk. In die U-Bahn-Station.
00:46:23Sind wir jetzt soweit.
00:46:23Oliver Gerk. Der verurteilte Totschläger streitet sich mit einem Kollegen wegen der Entlassung.
00:46:29Kurz darauf ist der Kollege tot.
00:46:31Wer war's?
00:46:33Der vorbestrafte Gerk. Wer sonst?
00:46:35Ich will Ihnen doch nichts anhängen, aber wir müssen noch die Alibis überprüfen.
00:46:39Alibis überprüfen, klar. Muss sein.
00:46:41Diesmal aber nicht, Herr Neuhauser. Diesmal werden Sie und Ihre Kollegen den armen Mann nicht verschaukeln, so wie damals.
00:46:45Frau Flörl, halten Sie mich doch nicht für naiv. Ein Alibi nützt allen Scheiß, wenn längst feststeht, wer der Täter sein soll.
00:46:51Unser Freund Oliver wird nicht noch einmal von eurer Justiz für etwas verknackt, was er nicht getan hat, okay?
00:46:55Nehmen Sie es zu, Frau Flörl. Ich bin euer Hauptverdächtiger von Anfang an gewesen.
00:47:00Einer wie ich ist immer der Hauptverdächtige. Einmal Täter, immer Täter.
00:47:05Hat Ihnen das der Staatsanwalt nicht erklärt?
00:47:07Eure Gerechtigkeit ist nämlich für ein Arsch.
00:47:09Natürlich nicht. Warum sollte der Gerk einen Konkurrenten beseitigen, der längst gefeuert ist?
00:47:14Nein, hat er nicht?
00:47:15Ähm, kennen Sie den Staatsanwalt? Oder wen meinen Sie?
00:47:19Das wissen Sie doch. Das war der, dem der Dobrik einer eingeschenkt hat.
00:47:23Ich bin doch nicht blöd.
00:47:27So, Sir!
00:47:30Warte, warte!
00:47:31Aber danke, ich unterhalte mich gern mit dem Sofa weiter.
00:47:41Dobrik und Gerk kennen Sie von früher.
00:47:43Im Drei Prinzen, wo der Olli Oliver vor seinem Prozess gearbeitet hat, der war der Chefkoch.
00:47:48Einer der Jüngsten in der Stadt, in ganz Bayern.
00:47:51Hochgeschätzter Junge.
00:47:52Der Dobek hat damals unter dem Gerk gearbeitet.
00:47:55So gut war Gerk?
00:47:57Ganz ehrlich, der Gerk in Topform ist fast ein Sternekoch. Genial.
00:48:02Dobek in Topform dagegen?
00:48:04Bleibt der Dobek.
00:48:08Und dann wurde Herr Gerk wegen Mord verurteilt.
00:48:12Ein Witz.
00:48:14Die haben sich da was zusammengereimt, Herr Staatsanwalt und die Richterin. Unglaublich.
00:48:19Waren Sie denn in der Nacht zum Dienstag bei Dienstschluss noch hier vor Ort?
00:48:25Nein.
00:48:25Ich bin vorher gegangen.
00:48:27Ich bin morgens der Erste hier, sonst hält man das nicht durch.
00:48:29Einmal Täter, immer Täter, hat der Gerk gesagt.
00:48:38So ein Schmarrn.
00:48:40Was denkt denn der von uns?
00:48:42Jeder hat eine zweite Chance verdient.
00:48:45Fairness und Objektivität, das ist es, was die Leute von uns erwarten.
00:48:49Die Freunde vom Gerk, die tun gerade so, als würde irgendwas mit unserem ganzen System nicht stimmen.
00:48:53Also mit dem Rechtssystem praktisch.
00:48:59Ja?
00:48:59Herr Schaller, ist Oberkommissarin Flirr bei Ihnen?
00:49:02Ich bin hier, ich fahr.
00:49:04Wo bleibt Gerk? Ich warte.
00:49:06Wir sind unterwegs, wir arbeiten.
00:49:08Ja, mit dem Mann. Verstehen Sie kein Deutsch, Flirr?
00:49:11Das gibt's ja nicht.
00:49:13Also, äh, ich verstehe ausgezeichnet Deutsch.
00:49:16Wir melden uns wieder, Herr Staatsanwalt.
00:49:18Tschöder, Herr.
00:49:20Hallo?
00:49:23Wir sind doch keine Laufburschen, für den geht's noch?
00:49:26Der ist recht keine Laufburschenin.
00:49:28Was machen wir jetzt mit dem? Der steckt doch knietief drin.
00:49:31Die Füße stillhalten. Und zuerst...
00:49:33Schauen wir uns den alten Fall an. Unbedingt.
00:49:37Sehr richtig, Frau Laufler. Sehr richtig.
00:49:41Ja, grüß Sie Gott, Herr Polizeipräsident.
00:49:44Benediktier.
00:49:45Ja, es geht wieder um den Fall Dobeck.
00:49:48Ja, ich habe den Eindruck, die drei spielen nach Ihren eigenen Regeln.
00:49:51Und das gehört sich ja nicht, nicht wahr?
00:49:53Es wäre schon angebracht, dass Sie da mal intervenieren.
00:49:56Sozusagen innerfamiliär.
00:49:59Ja.
00:50:01Ja.
00:50:01Ich danke Ihnen, Herr Fleur. Wir hören uns. Ein Gruß an die Gattin.
00:50:19Scheiße!
00:50:20Ich danke Ihnen.
00:50:21Ich danke Ihnen.
00:50:26Ich danke Ihnen.
00:50:27Ja, sicher. Meine Rede.
00:50:52Wir sind voll kooperativ mit dem Staatsanwalt, Herr Dr. Führer.
00:50:55Aber wir alle kennen ja den Neuhauser. Sicher.
00:51:07Gut, dass wir uns verständlich haben. Bis die Tage. Ja, sicher. Danke.
00:51:16Läuft da gerade irgendwas an mir vorbei?
00:51:20Hundertprozentig, Sandra. Lange dauert es nicht mehr.
00:51:22Dir wird nichts passieren. Hab einfach Vertrauen.
00:51:26Hey, wir sind deine Freunde.
00:51:29Hat der Penkofer gesehen, wie der Dobek nach der Arbeit weggegangen ist?
00:51:41Hat er nicht.
00:51:42Ja, Angelika Führer. Onkel August, servus.
00:51:55Ja, also wir haben wenn schon überhaupt mehrere Verdächtige.
00:52:01Ja, aber dafür fehlen uns halt total die...
00:52:06Ja, ich sag's Ihnen.
00:52:12Gut, servus.
00:52:14Was wollte der Polizeipräsident?
00:52:16Wir sollen den Gerd behandeln wie jeden anderen Verdächtigen oder Zeugen.
00:52:21Machen wir doch.
00:52:22Ja, aber wir sollen geschmeidig vorgehen.
00:52:25Was heißt denn das, geschmeidig?
00:52:27Das klingt irgendwie nach Tricksen.
00:52:28Ich trick's doch nicht. Ich bin Kommissarin, ich bin Oberkommissarin.
00:52:32Du bist eine schneidige Oberkommissarin.
00:52:34Passt das mit dem Essen so?
00:52:37Der Appetit ist wieder gegangen, Fräulein Flörl.
00:52:40Aber herzlichen Dank.
00:52:42Aber apropos gegangen.
00:52:44Gerd behauptet, er sei zu Fuß nach Hause gekommen.
00:52:47Und Frau Ehrling behauptet, sie habe den Gerd zur U-Bahn gehen sehen.
00:52:52Jemand lügt ihr.
00:52:54Warum dauert diese scheiß Fugzellenabfrage so lang?
00:52:57Und der Klettermax war bei seinem Liebhaber.
00:53:00Dem Herrn Hetfeld.
00:53:01Und es gab Gürkchen.
00:53:04Wo gehst du hin und weg?
00:53:31Ciao.
00:53:32Ciao.
00:53:34Ich hab nicht damit gerechnet, dass du noch mal kommst.
00:53:51Wie geht's dir?
00:53:54Beschissen.
00:53:56Wir sind immer noch hinter dir.
00:53:57Hinter wem sonst?
00:54:03Du hast nichts getan.
00:54:05Du warst es nicht.
00:54:06Lass es nicht zu.
00:54:07Diesmal nicht.
00:54:14Hast du was zu trinken?
00:54:15Servus.
00:54:21Servus.
00:54:21Rüstet ihr ist aus.
00:54:25Kenne dich schon im Witz.
00:54:28Wollen wir mal in den alten Fall mal reinschauen?
00:54:53Hier?
00:54:53Ja.
00:54:54Ja.
00:54:54Ja.
00:54:54Ja.
00:54:55Hat alles dabei.
00:54:56Wollt daheim mal reinschauen.
00:55:00Habt ihr kein Büro?
00:55:02Doch.
00:55:02Zwei Bier.
00:55:03Polizei gehen hinten und verhalte dich ruhig.
00:55:29Herr Schaller, ich hab eigentlich schon längst zu.
00:55:39Oder sind Sie dienstlich hier?
00:55:41Immer dienstlich, Herr Heldfeld.
00:55:43Die Putzfrau hat den Mann gefunden.
00:55:52Den Chef aus dem Hotel Drei Prinzen im Glockenbach-Viertel.
00:55:56Sylvester Jäckel lag tot in seinem Jacuzzi in der Wohnung.
00:55:59Die Putzfrau findet den Mann.
00:56:00Verständigt die Polizei.
00:56:01Der Gerichtsarzt stellt ein Hämatom am Hinterkopf fest.
00:56:04Die Kollegen fangen an zu ermitteln.
00:56:06Und zwei Tage später.
00:56:10Festnahme Gerg Oliver, Chefkoch im Hotel Drei Prinzen.
00:56:13Die haben Sie krass schnell festgelegt auf den Gerg.
00:56:16Zwischen den beiden Männern gab es öfter Streit.
00:56:18Es ging ums Geld.
00:56:21Irgendwelche Versprechungen für ein Apartment.
00:56:24Ein Gutachten wurde erstellt.
00:56:25Muss ich gleich mal reinschauen.
00:56:27Warte mal.
00:56:30So.
00:56:31Der Olli.
00:56:31Schaut Sie euch den alten Feier an.
00:56:34Glückwunsch.
00:56:34Gute Entscheidung.
00:56:35Der Mann ist verurteilt worden ohne Beweise.
00:56:39Sechs Jahre und fünf Monate.
00:56:40Ein Irrsinn.
00:56:42Und schlagartig alles kaputt.
00:56:43Beruf, Leben, Beziehung.
00:56:45Vom ersten Tag an hat der Gerg seine Unschuld beteuert.
00:56:47Aber keine Sau hat ihm geglaubt.
00:56:51Und der Staatsanwalt schon überhaupt nicht.
00:56:52Offensichtlich haben die Kollegen andere mögliche Verdächtige von Anfang an ausgeschlossen.
00:57:03Nach einer unvoreingenommenen Ermittlung klingt das für nicht.
00:57:06So was darfst du nicht geben, Harald.
00:57:08Gerg hat zugeschlagen, steht da.
00:57:11Der Hotelier fiel ins Wasser und ist ertrunken.
00:57:13Gerg habe jegliche Fürsorgepflicht aufgrund eigener Interessen ignoriert.
00:57:19O-Ton Staatsanwalt Benedikt.
00:57:22Was für eigene Interessen meinen die?
00:57:24Was für Freihäute.
00:57:26Ja, aber daheim drehe ich durch.
00:57:29Das wäre ein Wodka-Tonik.
00:57:31Klar.
00:57:39Die haben immer behauptet, der Oliver wäre wütend auf den Jackel gewesen.
00:57:42Weswegen soll er denn wütend gewesen sein?
00:57:46Wegen zu niedrigem Gehalt.
00:57:49Und dann haben sie gesagt, der Jackel hatte Oliver sein Penthouse versprochen.
00:57:53Also wollte es auf ihn überschreiben lassen.
00:57:56Ist aber rausgekommen, dass es jemand anders bekommen hat.
00:58:00Angeblich ein Liebhaber.
00:58:02So ein Schwachsinn.
00:58:03Ganz ehrlich, Oliver hat sich um den schwer verletzten Mann gekümmert.
00:58:06Wissen Sie wahrscheinlich, Jackel hatte einen Fahrradunfall.
00:58:09Ist von einem Auto überfahren worden.
00:58:10Hatte mehrere schwere Knochenbrüche.
00:58:13Und Oliver hat Jackel gepflegt.
00:58:15Aufopferungsvoll.
00:58:17Aber die Richterin hat am Ende alles geglaubt, was der Staatsanwalt hier souffliert hat.
00:58:22In der Regel soufflierten Staatsanwälte nicht, Herr Hedfel.
00:58:28Naja, ich komme ursprünglich aus Berlin und ich kann ehrlich behaupten, dass in Bayern so einiges anders läuft als anderswo in Deutschland.
00:58:36Auch in der Justiz.
00:58:36Jemanden wegen Totschlags zu verurteilen, ohne handfeste Beweise, ohne ein Motiv, ohne ein Geständnis, ist eine Schande.
00:58:46Der Mann ist stigmatisiert fürs Leben.
00:58:49Dem Gericht lag ein Gutachten vor.
00:58:51Die Indizien wurden als ausreichend eindeutig und schwerwiegend beurteilt.
00:58:56Einer seiner Lieblingssänger.
00:59:00Also von Oliver.
00:59:04Wir wollten ein Kind adoptieren.
00:59:07Heiraten.
00:59:08Ein Leben führen gemeinsam.
00:59:10Wurde Ihr Ex-Partner gelegentlich aggressiv?
00:59:16Hat er sich zu unüberlegten Reaktionen hinreißen lassen, wenn er überfordert oder gestresst wurde?
00:59:23Was soll die Frage, Herr Kommissar?
00:59:25In solche Situationen kommt jeder irgendwann. Jeder einigermaßen sensible Mensch.
00:59:29Jeder.
00:59:40Der Gutachter hat damals geschrieben, dass die Hämatome unmöglich nur von dem Sturz des Opfers herrühren können.
00:59:59Da muss es eine zusätzliche Einwirkung gegeben haben. Mutmaßlich ein Schlag, schreibt der Gutachter.
01:00:04Das Opfer war unter Alkoholeinfluss und Drogen.
01:00:07Und die Tatzeit, schau mal, hier steht zwischen 17 Uhr und 18.30 Uhr und später hat sich dann der Staatsanwalt auf 16.30 Uhr festgelegt.
01:00:15Moment.
01:00:18Aber zwischen fünf und halb sieben war der Gerg definitiv wieder beim Arbeiten in der Küche. Steht da.
01:00:25Was haben die Kollegen da gemacht, Harald?
01:00:28Die haben nichts gemacht.
01:00:30Und der Staatsanwalt, der hat es übersehen. Oder er hat es bewusst so laufen lassen.
01:00:34Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich dazu sagen soll.
01:00:36Das darf es doch gar nicht geben bei uns.
01:00:48Machst du mir noch mal Bier?
01:00:50Ja, komm sofort.
01:00:50Was willst du?
01:01:03Warum mauern hier alle? Das kann schlimm ausgehen.
01:01:06Behinderung von Polizeiarbeit. Falschaussage. Beihilfe zu...
01:01:09Beihilfe zu was, ha?
01:01:10Ihr wollt's den Olli unbedingt drankriegen und geht's dafür über Leichen? Ihr spinnt's doch!
01:01:14Jetzt reiß dich mal zusammen, Milene.
01:01:16Das ist eine unterschiedliche Unterstellung.
01:01:17Da draußen ist ein Gast von euch getötet worden und ihr tut so, als wäre das Wichtigste, dass der Gerd nicht verdächtigt wird.
01:01:22Das ist auch das Wichtigste.
01:01:24Lass sie.
01:01:27Weil zweimal, da wird der Olli nicht von euch verarscht.
01:01:30Forst mich!
01:01:30Wir verarschen hier niemand. Wir machen sorgfältig unsere Arbeit.
01:01:33Genau.
01:01:34Frau Kraus hier wie die drei Affen aufzutreten, ist ein großer Fehler.
01:01:38Und wenn's doch anders war, dann fällt euch das gewaltig auf die Füße.
01:01:42Ich hab niemanden gesehen. Nur den Toten. Und den Olli. Den hab ich schon gar nicht gesehen.
01:01:47Das ist ja das Komische. Der Dobeck reserviert einen Vierertisch. Die Sandra Erling ist da.
01:01:52Der Dobeck plötzlich tot. Aber keiner ist hier angekommen. Das ist doch merkwürdig, oder nicht?
01:01:59Lass mich in Ruhe, die Justizklarin.
01:02:01Wie bitte? Du kannst froh sein, dass ich Polizistin bin!
01:02:10Die würde ich gern kaufen. Ist die für Sie persönlich?
01:02:14Mhm.
01:02:16Die Platte schenke ich Ihnen. Aber holen Sie Oliver endlich, endlich aus dieser ewigen Justizmühle heraus. Und zwar für immer.
01:02:25Stimmt so, Herr Hetfeld.
01:02:28Und danke, dass Sie extra noch mal aufgesperrt haben.
01:02:54Danke.
01:02:54Schorler?
01:03:17Herein!
01:03:17Servus, Beinand. Neue Zettel mit brandheißen Informationen. Telefondings und schöne Fotos aus unserer schönen Stadt.
01:03:27Danke, Kollege.
01:03:31Sonst alles okay?
01:03:33Feilig.
01:03:33Du, gestern Nacht, da haben wir einen unbeleuchteten E-Scooter-Fahrer im Englischen Garten angehalten.
01:03:40Weißt schon, E-Scooter sind ja verboten.
01:03:42Und was sagt der, der E-Rollerer? Was sagt der?
01:03:48Der sagt gar nichts. Der ruft sofort seinen Anwalt an.
01:03:54E-Scooter-Fahrer. Im Englischen Garten. Unbeleuchtet.
01:03:58Ich mein, da zahlst du der Strafe im Gurtes, oder?
01:04:03Und er?
01:04:04Der ruft den Anwalt an.
01:04:06Haben wir dreiviertel Stunde warten müssen, bis der da war, der Anwalt.
01:04:11Im Dunkeln.
01:04:11Ist ja unfassbar.
01:04:16Das kannst du singen, Kollege.
01:04:18Servus.
01:04:22Vielen Dank.
01:04:24Das sind sehr aufschlussreiche Auskünfte.
01:04:27Auf Wiedersehen, Herr Penkofer.
01:04:30Wo bleibt das Fräulein Flöhr so lang?
01:04:32Was ist mit dem Penkofer?
01:04:33Später, Harald. Fräulein Flöhr?
01:04:35Die ist bei ihrem Bekannten, dem Professor, wegen dem Gutachten, also der Simulation, die ich erwähnt habe.
01:04:39Seit wann hat Fräulein Flöhr einen Professor als Bekannten?
01:04:44Genau genommen ist es ein Bekannter von ihrem Onkel, wenn ich das heute Nacht richtig verstanden habe.
01:04:49Ja, schön, dass ich euch antreffe.
01:04:51Ach du Scheiße.
01:04:52Flöhr, wo?
01:04:54Was geht's, Helmut? Wir sind in Eile.
01:04:57Der Staatsanwalt tobt.
01:04:59Der Mörder von dem Koch läuft immer noch frei rum, obwohl es Verdächtige gibt, wie ich euren rudimentären Nachrichten nennen kann.
01:05:06Also, was ist der Stand?
01:05:07Exakt, das ist auch meine Frage.
01:05:09Herr Zwangel, ich fasse mal zusammen, Kollegen.
01:05:13Erstens, Sie missachten meine Anweisungen und dann beschäftigen Sie sich mit einem Verfahren, das zweitens längst abgeschlossen ist.
01:05:20Und zwar vollständig, samt gerichtlichem Urteil im Namen des Volkes.
01:05:24Was für Verfahren?
01:05:24Hey, hey, hey.
01:05:25Hey, hey, hey, gibt es hier schon mal gar nicht, Herr Neuhauser?
01:05:27Der alte Fall Gerg geht uns sauber was an.
01:05:29Der alte Fall Gerg betrifft Sie für den neuen Fall Gerg genau 0,0.
01:05:34Haben Sie das kapiert?
01:05:34Und im neuen Fall hängen Sie selber doch auch mit drin.
01:05:37Wie bitte?
01:05:39Laut Ihrer Auskunft verkehren Sie regelmäßig im Tanoshimi, wo Maximilian Dobbeck gearbeitet hat und Oliver Gerg.
01:05:47Immer noch arbeitet der Staatsanwalt.
01:05:50Ein Zufall?
01:05:50Möglicherweise, lieber Herr Schaller, weniger Zufall als vielmehr ein Glücksfall.
01:05:56Denn der Dobbeck und der vorbestrafte Gerg, das waren keine Freunde.
01:06:00So viel kann ich Ihnen aus eigener Anschauung versichern.
01:06:03Sie waren am Todestag des Opfers in einem heftigen Streit mit täglicher Auseinandersetzung mit dem späteren Opfer verwickelt.
01:06:09Was? Wie kommen Sie denn darauf?
01:06:10Sie haben sich beim Dobbeck übers Essen beschwert.
01:06:12Das ist doch lächerlich.
01:06:13Dafür haben wir Zeugen. Und deshalb haben Sie dann vom Dobbeck dieses blaue Auge erhalten.
01:06:17Wenn Sie das noch einmal behaupten, waren Sie den letzten Tag Oberkommissar, Herr Oberkommissar.
01:06:25Ach so? Von wem kommt dann der Gruß aus der Küche?
01:06:29Das geht Sie einen Scheißdreck an!
01:06:33Aber bitte.
01:06:35Ich bin daheim, tragischerweise, gegen einen Türrahmen gelaufen.
01:06:39Nachts, im Dunkeln. Und jetzt, Obacht, was Sie sagen.
01:06:43Wir haben begründeten Zweifel an der damaligen Verurteilung von Oliver Gerg.
01:06:45Ach, Sie haben Zweifel. Er hat Zweifel. Wissen Sie, was Sie haben? Einen kapitalen Realitätsverlust.
01:06:51Das sind keine Zweifel. Das sind pathologische Verirrungen.
01:06:54Das geht jetzt entschieden so weiter, Benedikt. Der Neuhauser ist nicht krank.
01:06:58Ihre Expertise ist hier ebenfalls nicht gefragt, Herr Zangel.
01:07:01Das ist Defetismus eines Oberkommissars unwürdig.
01:07:04Im eigenen Hause einen Vertreter der Justiz anzuschwärzen, das wird Konsequenzen haben.
01:07:08Ich werde Ihre Versetzung beantragen. So schnell können Sie das Wort Zweifel gar nicht buchstabieren, Herr Neuhauser.
01:07:13Haben Sie das jetzt wenigstens verstanden?
01:07:15Zweifel zu haben, ist der Motor unseres Berufes, Herr Staatsanwalt Benedikt.
01:07:20Meiner nicht.
01:07:22Was ungeklärt ist, wird geklärt.
01:07:24So arbeitet die Justiz, nicht wahr?
01:07:26Manchmal wohnt die Gerechtigkeit in einem Zimmer, zu dem die Justiz keinen Schlüssel besitzt.
01:07:41In einer Stunde sitzt der Gerg vor meinem Schreibtisch. In einer Stunde!
01:07:46Sonst haben Sie keinen Schlüssel mehr zu Ihrem Büro. Inklusive Ihnen, Herr Zangel.
01:07:50Spinnt der? Spinnst du?
01:08:00Sie spinnen ja sowieso.
01:08:03Der Oliver Gerg wurde vermutlich zu Unrecht verurteilt.
01:08:06Tiefkass.
01:08:06Lass dir nicht alles von dem Staatsanwalt gefallen, Helmut.
01:08:09Ich lass mir überhaupt nichts gefallen.
01:08:11Aber sag mal, diesen Spruch da mit dem Zimmer und dem Schlüssel und der Justiz, das kannst du einem Staatsanwalt nicht sagen.
01:08:16Zitat eines Schriftstellers.
01:08:19Von einem Russischen?
01:08:20Wir müssen zusammenhalten, Helmut.
01:08:22Die Tapete brennt.
01:08:25Was für Tapete?
01:08:28Ah, die Frau Oberkommissarin gibt es auch mal wieder die Ehre.
01:08:31In einer Stunde. Fünfter Stock. Zimmer 501.
01:08:37Schön, dass Sie da sind, Frau Herr Flirr.
01:08:42Leider haben Sie den Staatsanwalt verpasst.
01:08:45Ein Event?
01:08:47Ich hab was, Herr Schaller.
01:08:49Das ist echt wichtig.
01:08:50Ich hab's, Herr Schaller.
01:09:20Ich lass dich nicht im Stich.
01:09:28Diesmal nicht.
01:09:29Das ist die Badekappe. Also die Mütze. Nur damit ihr euch das vorstellen könnt.
01:09:50Ich bin das Opfer mit Mütze, aber ich bin auch der Täter, also der mutmaßliche Täter, natürlich, dann halt ohne Mütze.
01:10:01Was meinen Sie mit mutmaßlich und natürlich, Frau Herr Flirr?
01:10:05Äh, gleich, Herr Schaller.
01:10:06Also, das ist das Jacuzzi. Und darin badet das Opfer der Herr Seckel.
01:10:11Sylvester Jekyll.
01:10:12Danke, Herr Schaller.
01:10:13Also, das Opfer hat kein Gips mehr nach dem schweren Radelunfall.
01:10:21Dann kommt angeblich ein zweiter Mann. Das soll der Koch Gerd gewesen sein.
01:10:25Laut den Kollegen kommt's zum Streit.
01:10:27Der Jekyll steht auf in der Wanne. Dann Handgemengel.
01:10:36Der Täter, also angeblich der Gerg, schlägt zu, weil er wahnsinnig wütend ist.
01:10:42Also...
01:10:42Angeblich?
01:10:43Genau. Angeblich wahnsinnig wütend auf seinen Chef, schlägt er zu.
01:10:47Der Jekyll fällt mit dem Kopf voraus, neben das Jacuzzi.
01:10:54Aber er kommt nochmal hoch und plumpst das Wasser.
01:11:03Also, nach dem Schlag vom angeblichen Täter haben die Kollegen so behauptet.
01:11:09Und der Staatsanwalt, der Lukas Benedikt, der hat so übernommen und in die Anklage geschrieben.
01:11:16Und jetzt Obacht.
01:11:18Nach der Computersimulation, die der Justus, also der Professor Mack gemacht hat.
01:11:24Also, der Professor Mack sagt, dass die Hämatome am Kopf vom Opfer eindeutig von einem normalen Sturz sind.
01:11:31Zwanglos nennt er das. Zwanglos vom Sturz. Und nicht von einem Schlag.
01:11:34Das beweist die Computersimulation eindeutig, auch wegen der Lage der Leiche.
01:11:38Der ist also im Jacuzzi aufgestanden, ausgerutscht, mit dem Kopf am Rand aufgeschlagen.
01:11:51Alles in Ordnung, Herr Gillik. Kann man vielleicht was trinken?
01:11:56Na danke, passt schon.
01:11:58Ja, und dann ist er ertrunken.
01:12:00Der Gutachter damals hat völlig oberflächlich gearbeitet, sagt der Professor Mack.
01:12:05Also, inoffiziell, nur zu uns.
01:12:07Der Gerg war nicht der Täter. Es gab überhaupt keinen Täter. Nur das Opfer eines tragischen Unfalls.
01:12:15Du bist ja eine leibhaftige KI, Angelika.
01:12:17Ich mach nur meine Polizeiarbeit.
01:12:23Und wenn wir jetzt noch ein thermodynamisches Gutachten einholen, wegen der Wassertemperatur und wegen dem Alibi,
01:12:28dann können wir eindeutig beweisen, dass der Gerg zum Zeitpunkt des Todes vom...
01:12:33Silvester Jeckel.
01:12:34Genau. Dass der Gerg zum Zeitpunkt des Todes vom Silvester Jeckel gar nicht in der Wohnung war.
01:12:43Wir haben ein Problem, Fräulein.
01:12:47Was denn für ein Problem?
01:12:57Aber das muss ja nichts heißen, dass der Gerg auch da war.
01:13:00Alle drei waren es da.
01:13:01Der Fellner, der Gerg und die Sandra Erling sowieso.
01:13:04Und alle haben uns angelogen.
01:13:06Aber jetzt haben wir den Beweis, weil ihre Handys rund um die Roland-Klausel eingeloggt waren.
01:13:10Guten Appetit.
01:13:33Die Lügerei hat doch keinen Zweck mehr.
01:13:35Ich bin zu Fuß nach Hause gegangen.
01:13:37Ihr Handy war vor der Rolandsklausel eingeloggt.
01:13:39Zur Tatzeit.
01:13:40Der Tim Feldner war auch dabei.
01:13:43Es muss ein technischer Fehler sein.
01:13:54Ich habe genau gesehen, wie er in die U-Bahn gegangen ist.
01:13:56Und ich bin dann zur Klausel gefahren mit meinem Roller.
01:13:59Frau Erling, Sie müssen doch jetzt mal aufhören zu lügen.
01:14:01Ich lüge doch überhaupt nicht.
01:14:02Sandra!
01:14:04Sie waren in der Nacht nicht allein.
01:14:09Lüge.
01:14:10Lüge.
01:14:13Schlüssel.
01:14:23Miriam, da bist du.
01:14:24Schuhe hast du dabei?
01:14:25Hab ich.
01:14:26Und viel Spaß.
01:14:26Danke dir.
01:14:30Hallo.
01:14:32Servus.
01:14:32Guten Tag.
01:14:39Guten Tag.
01:14:40Tim Fellner?
01:14:41Ja, das bin ich.
01:14:42Weißt du, was ich mich die ganze Zeit frage?
01:15:02Hä?
01:15:02Die Kollegen ermitteln.
01:15:06Es gibt aber Fehler in der Beweisführung.
01:15:09Der Staatsanwalt erhebt trotzdem Anklage.
01:15:13Und der Gerg kommt vor Gericht.
01:15:15Und das Gericht verurteilt den Gerg trotz der dünnen Beweislage.
01:15:19Wie war das möglich?
01:15:19Nein, schlechter Verteidiger plus pragmatisches Gericht.
01:15:26Ja, aber wem nutzt denn sowas, so ein einseitiges Verfahren?
01:15:31Der Karriere von wem.
01:15:33Du, das ging ganz schnell, alle haben es applaudiert, voll ad acta.
01:15:38Aber das wäre doch, also, das wäre doch ein totaler Irrsinn.
01:15:44Ja, das wäre doch ein totaler Irrsinn.
01:15:53Oder das ist einer.
01:16:13Fräulein Flehrl?
01:16:14Sie nehmen den Verhuller.
01:16:18Harald!
01:16:20Muss ich da mitfahren?
01:16:20Muss ich da mitfahren?
01:16:24Ich warte.
01:16:24Kann ich nix.
01:16:25Untertitelung. BR 2018
01:16:55Keine Frage.
01:16:58Keine Frage.
01:17:20Ich liebe ihn noch. Ich liebe ihn noch.
01:17:23Ich konnte ihn nicht vergessen, all die Jahre.
01:17:31Ich liebe ihn noch. Ich konnte ihn nicht vergessen, all die Jahre.
01:17:35Aber er ist jetzt mein Mann. Du hast ihn gehen lassen damals. Ihr zwei seid vorbei.
01:17:39Wir sind nicht vorbei. So ist das nicht.
01:17:41Du kannst nicht einfach wieder hier auftauchen und alle aus dem Weg räumen. So läuft es nicht.
01:17:45Ich räume nichts aus dem Weg.
01:17:47Doch du drängst dich rein. Du bist mein Job und sein Mann. Natürlich tust du das.
01:17:51Du bist besoffen, du, Beck.
01:17:52Voll wie ein Eimer.
01:17:54Ich hab dich nicht rausgeschmissen, also gib mir nicht die Schuld.
01:17:56Ich lass mir nicht den Kerl ausspannen. Ich bin nicht die Episode.
01:18:03Lass die Finger von meinem Mann.
01:18:29Dann rede doch mal mit deinem Mann da drüber.
01:18:34Wir sind doch nicht im Mittelalter.
01:18:36Ich warne dich.
01:18:37Wenn du den weiter anbargerst, ich brech dir die Hände.
01:18:40Du Mörder.
01:18:41Du Monster.
01:18:42Wie soll man dich überhaupt lieben?
01:18:44Ja, genau.
01:18:45Du warst damals nicht dabei, Tim.
01:18:48Aber der hat unseren Chef eiskalt ertränkt.
01:18:52Danach ist an aller Ruhe runter in die Küche gegangen, als wäre nichts gewesen.
01:18:56Ich hab ihn nicht umgebracht.
01:18:58Ich verschwinde aus unserem Leben.
01:19:00Du bringst nur Ärger und Schmerz, du Zecke.
01:19:04Hey, Jungs, hört auf. Hey, Jungs, hört auf.
01:19:05Topeck?
01:19:24Topeck?
01:19:27Sie, Frau Sandra, haben alles weitere organisiert.
01:19:32Sie haben den Männern Anweisungen gegeben.
01:19:35Ihr haut jetzt ab und fahrt zum Heidfels.
01:19:44Ihr seid nie hier gewesen.
01:19:46Komm.
01:20:00Dann gingen sie wieder rein, als wäre nichts passiert.
01:20:05Wegen Olli.
01:20:14Alles wegen unserem Olli.
01:20:15Sie wissen es.
01:20:25Herr Gerk, Sie stehen im Verdacht, Herrn Topeck durch einen Schlag an die Schläfe tödlich getroffen zu haben.
01:20:32Es war ein Unfall.
01:20:33Niemand wollte dem Topeck was zu leide tun.
01:20:35Aber dem Team wollten Sie schon einen Schlag verpöffen.
01:20:39Ich hab ihn nicht angezeigt.
01:20:40Es war einfach ein Streit zwischen uns.
01:20:42Und dann hauen Sie einfach ab.
01:20:43Was haben Sie für Ihr Rechtsbewusstsein?
01:20:45Und die Polizei?
01:20:46Wenn ihr dafür sorgt, dass jemand unschuldig angeklagt wird und jahrelang ins Gefängnis kommt.
01:20:50Wo bleibt nah die Gerechtigkeit?
01:20:52Anklagen sind nicht unser Geschäft.
01:20:53Ja, das kann man sich natürlich einreden.
01:20:55Fakt ist, du hast dich mitschuldig gemacht, Tim Fenner, basta.
01:20:58Ja.
01:21:01Ja.
01:21:05Scheiße.
01:21:06Das war ein Reflex, war das.
01:21:07Was denn sonst?
01:21:09Sie waren nicht dabei, Frau Erling?
01:21:11Nein, war ich nicht, das stimmt.
01:21:12Aber ich weiß trotzdem, dass es so war und Sie wissen gar nichts.
01:21:14Ja, ich hab schon ein schlechtes Gewissen.
01:21:19Aber so schlecht auch wieder nicht.
01:21:22Wo waren Sie in der besorgten Nacht, Herr Hittfeld?
01:21:25Zu Hause.
01:21:27Aber nicht allein.
01:21:29Zuerst schon.
01:21:31Dann kamen die beiden.
01:21:33Ich dachte, es gibt vielleicht Streit, aber...
01:21:36Sie waren so seltsam erschöpft.
01:21:39Und Sie, Herr Gerk, haben Ihrem ehemaligen Lebenspartner erzählt,
01:21:43was Sie kurz zuvor getan haben?
01:21:49Nein.
01:21:51Ich hab nur gesagt,
01:21:53geht mir nicht gut.
01:21:57Interessiger Tag.
01:22:00Wieder Ärger mit Nobeck.
01:22:06Dann haben wir alle ein bisschen geredet.
01:22:10Irgendwann bin ich mit dem Taxi heim.
01:22:13Und das ist die Wahrheit.
01:22:15Die haben alle
01:22:41Loyals zum Gerd gehalten.
01:22:43Da muss man fast Respekt haben.
01:22:47Muss man nicht von und von.
01:22:50Da hat die Loyalität
01:22:51ein Loch.
01:22:57Sie haben sich schuldig gemacht,
01:22:59der Klettermaxel.
01:23:00Und die Köchin.
01:23:03Aber die Milena hat wirklich nichts gesehen.
01:23:04Die hat extra dich angerufen in der Nacht.
01:23:08Und nicht die Polizei.
01:23:09Nur um Zeit zu schinden.
01:23:10Glaub's mir, Harald.
01:23:10So blieb dem Gericht aufgrund der vorgelegten Beweise und des Geständnisses des Angeklagten
01:23:24keine andere Möglichkeit, als den Angeklagten Oliver Gerk wegen Körperverletzung mit Todesfolge
01:23:30im Namen des Volkes zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und vier Monaten zu verurteilen.
01:23:35Herr Angeklagter, Sie haben das letzte Wort.
01:23:38Frau Richterin, Sie haben mich schon einmal verurteilt.
01:23:43Mir mein Leben genommen, meine Liebe, meine Zukunft.
01:23:47Diesmal können Sie mir nichts nehmen.
01:23:49Ich gehe heim in den Strafvollzug.
01:23:50Furchtlos.
01:23:52Da kenne ich mich inzwischen bestens aus.
01:23:55Für die Welt draußen bin ich nicht mehr kompatibel.
01:24:20Ich gehe heim in den Strafvollzug.
01:24:50Und dieselbe Richterin.
01:24:55So, eine Überraschung.
01:24:57Sagst du mal, ich habe gerade mit unserem Pressesprecher telefoniert.
01:25:00Journalisten behaupten, es gäbe ein neues Gutachten, im alten Fall Gerk, so ein Computer-Dings.
01:25:05Computer-Simulation.
01:25:07Genau, und so ein Thermo-Dings.
01:25:09Thermodynamisches Gutachten.
01:25:11Auch.
01:25:12Und ein Wiederaufnahmeverfahren wird es auch geben, todsicher.
01:25:16Wenn es für den alten Fall ein Wiederaufnahmeverfahren gibt,
01:25:18dann müsste doch der Gerk jetzt auch schon was davon haben.
01:25:21Was ist denn das jetzt wieder für eine Frage, Frau Flerl?
01:25:23Ja, ich meine ja nur Haftverkürzung, Hafterlass, Schmerzensgeld wegen dem Fehlurteil.
01:25:28Es war doch von Anfang an klar, dass er einen getötet hat.
01:25:30Einmal Täter, immer Täter.
01:25:32Acta finita.
01:25:34Ja, du mich auch.
01:25:35Na, das gibt mich jetzt alles nichts mehr an.
01:25:37Denn ich begebe mich auf neue Wege.
01:25:39Du gehst weg?
01:25:42Nicht weg, Ludwig, sondern hin, dahin, wo ich hingehöre, ins Ministerium des Inneren.
01:25:48Hat das mein Onkel arrangiert?
01:25:50Es ist ja wurscht, wer da was arrangiert hat.
01:25:51Auf jeden Fall werde ich ganz oben erwartet.
01:25:53Gipfel, ich komme.
01:25:55Ist es dann wirklich ein Aufstieg oder sind Sie praktisch aufgestiegen worden?
01:25:59Pff, Pfiff, Kass.
01:26:00Ach, und eins noch, Frau Flerl, das hat mir Onkel ebenfalls erzählt.
01:26:03Der Staatsanwalt Benedikt, der wird in drei Monaten Oberstaatsanwalt.
01:26:09Laut der Erfolgsgeschichten in der bayerischen Justiz.
01:26:14Das gibt's doch gar nicht.
01:26:16Wenn es damals ein Fehlurteil war, dann ist der Oberstaatsanwalt ruckzuck wieder ohne Ober.
01:26:20Aber wenn der Herr Zangel jetzt ein Oberzangel wird, wer kommt denn dann zu uns?
01:26:27Ah, Abschiedsfeier braucht man nicht, weil ich euch weiter im Blick habe.
01:26:32Nur von weiter oben.
01:26:33Beim Wiederaufnahmeverfahren entscheiden andere Staatsanwälte und Richterinnen.
01:26:47Der Mann ist jetzt verurteilt worden, aber von der ersten Tat wird er im Nachhinein möglicherweise freigesprochen.
01:26:55Hoffentlich.
01:26:56Sag's mal, Herr Zangel ist doch in Wahrheit weggelobt worden, oder?
01:27:00Weil wir nicht geschmeidig genug waren.
01:27:03Weg ist er ja nicht, der Helmut, obwohl er befördert wurde.
01:27:13Und wann werd ich befördert?
01:27:14Doe of ich zu sagen?
01:27:15Das war's.
01:27:16Doe呦變
01:27:22W、 denn?
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