Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 2 Monaten

Kategorie

📺
TV
Transkript
00:00:00Mein Name ist Karl-Heinz Kerkeling, ich komme aus Recklinghausen, begleite meinen Sohn Hans-Peter.
00:00:05Also ich bin Hans-Peter Kerkeling, bin 13 Jahre alt und komme aus Recklinghausen.
00:00:22Hallöle!
00:00:24Ich will euch mal was sagen. Wie heißt der Art Kerkeling? Wird 60.
00:00:29Ja und weiter, weiter.
00:00:30Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Erlebe hoch, dreimal hoch.
00:00:34Ich mochte dir heute sagen, dass ich mochte etwas singen.
00:00:39Entschuldigung Herr Blanco, man sagt aber nicht mochte, man sagt möchte, möchte sein.
00:00:43Ich finde das schon eine Frechheit, wenn ich einem 18-Jährigen erklären muss, wer Habe Kerkeling ist.
00:00:48Ja, weil der Mann deutsche Fernsehgeschichte, deutsche Humorgeschichte geschrieben hat.
00:00:54Das waren Sternstunden.
00:00:55Wenn du nicht weißt, wer Habe Kerkeling ist, geh nach Hause, mach den Fernseher an und informiere dich, Pascal.
00:01:04So, ist doch Wahnsinn. Hinten vorne, das ist die Frage, wo gehen wir jetzt zuerst hin?
00:01:08Naja, er ging dahin, wo es weh tut.
00:01:10Und jetzt machen wir nämlich Eierlaufen.
00:01:29Immer wieder geguckt und auch heute noch lustig.
00:01:31Und deshalb wollte ich sagen, dass...
00:01:34Nee, jetzt geht's ganz durcheinander.
00:01:35Jetzt geht's ganz durcheinander.
00:01:36Der Infinitiv kommt immer am Ende eines Satzes.
00:01:39Man soll nicht schlicht überleiten, aber wenn er jetzt sich jemand fest will.
00:01:42Komiker haben ja alle irgendwie, glaube ich, ein Problem.
00:01:46Wer ist dir der Wichtigste in der Sendung?
00:01:48So spontan.
00:01:49Du vielleicht?
00:01:50Aha.
00:01:51Aha, aha.
00:01:52Erlaubst du mir, dass ich dir gratuliere, in meiner Muttersprache.
00:01:55Querido amigo, me gustaría...
00:01:57Nee, nee, der Spanier sagt, gustaría.
00:01:59Ja, ja.
00:02:03Unsympathisch.
00:02:05Ich bin sie noch unsympathisch.
00:02:07Wie erklären Sie sich meinen unglaublich großen Erfolg?
00:02:10Für...
00:02:12Na, vielleicht...
00:02:13Ja?
00:02:14Nee, doch nicht.
00:02:15Nee.
00:02:16Mein Leben ist die Show und das war immer so.
00:02:22Mein Leben ist die Show und das wird sich niemals ändern.
00:02:29Man fühlt sich ja stets beschenkt eigentlich.
00:02:33Er ist ein sehr scharfer und genauer Beobachter.
00:02:35Er ist was Besonderes und man kann ihn nicht so vom Tisch wischen.
00:02:39Er hat leider keine würdigen Nachfolger bisher gefunden.
00:02:41Er bleibt ihm einmalig.
00:02:42Das ganze Leben ist ein Quiz und wir sind nur die Kandidaten.
00:02:49Das ganze Leben ist ein Quiz.
00:02:52Ja, und wir raten, raten, raten.
00:02:56Denn jetzt, was ist das, was wir so gern sehen?
00:02:58Es gibt ja nur das deutsche Fernsehen.
00:03:02Meine Mutter hat mich vor den Fernseher gesetzt, weil sie irgendwie Weihnachtsvorbereitungen traf.
00:03:07Und dann habe ich halt die Weihnachtsansprache von Gustav Heinemann, musste ich mir angucken.
00:03:12Da war ich fünf, sechs und fand das faszinierend, dass da so ein Opa im Fernsehen sitzt und so warme Worte an mich richtet.
00:03:20Und da stand für mich der Entschluss fest, ich möchte auch zum Fernsehen.
00:03:24Das möchte ich auch.
00:03:28Ich habe 1983 tatsächlich das erste Scharfrichter beibekommen.
00:03:34Ich stand kurz vor dem Abitur, war also ziemlich aufgekratzt und war fest entschlossen, eine Bühnenkarriere zu machen,
00:03:44die ich dann hier in Passau, im Scharfrichterhaus, tatsächlich dann auch gestartet habe.
00:03:5540 Jahre Scharfrichterbeil.
00:03:59Wir haben auch noch das Glück, dass unser erster Scharfrichterbeilgewinner, H.P. Kerkeling, uns heute die Ehre gibt.
00:04:15Vielleicht könnte da kurz sein, dass das gar nicht so einfach war damals mit dem H.P.
00:04:19Ich bin zu diesem Wettbewerb gekommen, weil ich an den Bayerischen Rundfunk eine Kassette mit meinen Sketchen geschickt habe.
00:04:26Und die Dame, die Redakteurin, die die Kassette bekam, mir daraufhin empfahl,
00:04:31wenden sich doch an das Scharfrichterhaus, da gibt es zum ersten Mal diesen Kabarettpreis, das Scharfrichterbeil,
00:04:37und vielleicht nehmen die sie ja.
00:04:38Die haben nicht gewusst, wo sie anfangen sollen mit so einem Jungspund, haben sie gesagt, könnt ihr das brauchen?
00:04:46Dann meldete sich jemand telefonisch bei mir und sagte, ja, also wissen Sie, das ist, wir sind ja eigentlich,
00:04:52eher sind wir ja für den süddeutschen Sprachraum, gell, für Österreicher, für Bayern, Württemberger und Schweizer, jetzt sonst ja Westfale.
00:04:59Wenn wir wenigstens gesehen hätten, was er für ein fescher Kerl ist, hätten wir gesagt, na ja.
00:05:02Aber wir haben nur gehört und haben gesagt, na ja, also das klingt ein bissel kindisch, was er da so sagt.
00:05:10Und das, was sie da machen, das ist schon lustig, gell, mit dem Meerschweinchen, was sie da haben.
00:05:14Aber wir machen ja Gesellschaftskritik, gell, wir sind ja politisch, das passt nicht richtig, es tut uns leid,
00:05:19wir sind ihnen leider eine Absage gegeben, talentiert sind sie, aber gebrauchen können wir sie nicht.
00:05:24Und zufällig ist bei unserer Auswahl einer ausgefallen, der ist krank geworden.
00:05:28Da war übrigens so ein Anruf, irgendwas mit Passau. Passau? Der Wettbewerb?
00:05:35Jetzt, ob sie vielleicht doch einspringen könnten, quasi als Ersatz?
00:05:39Also haben wir ihn nicht mehr müssen.
00:05:42Dann habe ich meiner Oma gesagt, du, die wollen mich jetzt doch.
00:05:44Und dann kam mir so ein Bürschchen rein, 18 Jahre, gingen wir, mein Gott, was soll denn das werden?
00:05:49Und naja, er hat es ja auf die Bühne gestellt.
00:05:53Und zu unserer aller Überraschung hat er das Publikum begeistert.
00:06:00Er hat ganz einfache Geschichten von seiner Tante erzählt.
00:06:03Der Witz war der, er war der talentierteste, der beste.
00:06:08Und das Publikum hat er sofort im Griff gehabt.
00:06:11Mit 18 Jahren, muss man sich vorstellen.
00:06:14Jetzt sitzen wir in der Jury, kampferprobt gegen die CSU, gegen die Kirche,
00:06:22mit unserer Schablone von kämpferischen, scharfen, politischen Kabarettisten, mit dem Birscherl da.
00:06:31Wir haben zwei Stunden da heiß diskutiert in der Jury.
00:06:35Und das Ende vom Lied war, dass ich der erste Preisträger dieses Scharfrichterbeiz war,
00:06:40was ich auch Ottfried Fischer zu verdanken habe, der in der Jury saß.
00:06:43Der ist ausgeflippt und hat dann den ganzen Saal mitgezogen.
00:06:47Und insofern war der Ottfried mein Anlacher und hat mir dann auch prophezeit,
00:06:51du machst eine Karriere.
00:06:52Das ist so absurd, was du machst. Das muss erfolgreich werden.
00:06:56Er war mit Abstand der Beste.
00:06:58Und wir taten gut daran, ihm das Beil zu geben.
00:07:02Das ist ein richtig amtliches Beil.
00:07:06Eine Waffe, mit der man tatsächlich Holz hacken kann.
00:07:10Richtig heftiges Beil.
00:07:11Wir würden uns freuen, wenn Sie bei Radio Bremen auftreten.
00:07:17Eine Fernsehschuhe für junge Talente.
00:07:19Da trat ich dann auf, in der ARD, zur besten Sendezeit.
00:07:22Und fand mich dann wieder in einer Sendung mit Nena und der damals noch völlig unbekannten Madonna.
00:07:27Kennen Sie Madonna?
00:07:29Ne.
00:07:29Macht nichts.
00:07:30Nena ist auch dabei.
00:07:31Nena?
00:07:31Wir gehen gleich weiter zum nächsten Kollegen.
00:07:41Es ist von der CDU Baden-Württemberg, der Herr Lutz Stäubli.
00:07:43Herr Stäubli, wie sind Sie eigentlich zur Politik gekommen, oder?
00:07:46Ja, musst du dir gerne stolz anmischen oder auschen wir das aus.
00:07:49Weißt du, das ist schon ein Auslöser, oder?
00:07:51Weißt du, das ist schon ein Auslöser, oder?
00:07:52Weißt du, das ist schon ein Auslöser, oder?
00:07:53Kam ich zurück aus Bremen, meine Oma sagte, du, rat mal, wer angerufen hat.
00:08:06Ich sag, wer?
00:08:07Otto Walkes.
00:08:08Das hat ein Herkeling-Sender, der echte?
00:08:10Selbstverständlich.
00:08:12Für mich.
00:08:13Du spinnst.
00:08:14Der will sich mit dir treffen.
00:08:16Er sagt, Otto Walkes, dann gib mir mal die Nummer.
00:08:19Ja, die Nummer hab ich nicht.
00:08:20Ich sag, wie, die Nummer hab ich nicht?
00:08:22Ja, die Nummer hab ich nicht.
00:08:24Ich sag, von woher hat der denn angerufen?
00:08:25Ja, ich nehm an, aus Hamburg.
00:08:27Hatte keine Nummer aufgeschrieben.
00:08:29Dann hab ich also hin und her telefoniert und dann tatsächlich Kontakt zu Otto geknüpft.
00:08:34Und dann bin ich in Hamburg aufgetreten.
00:08:36Ein Otto-Imitationsbettbewerb, der wurde ausgerichtet von irgendeinem Music-Store.
00:08:41Und da war er.
00:08:42Da hat Otto mich eingeladen im Logo in Hamburg und gesagt, bitte, ich geh mal sehen.
00:08:46Bitte, ich geh mal live sehen, wie du so bist auf der Bühne.
00:08:49Und da waren ein paar Leute, es war gut besucht.
00:08:51Und er hat da seine Otto-Imitation vorgetragen.
00:08:54Da hatte ich gerade mal zehn Bühnenauftritte gemacht.
00:08:56Und dann saß Otto tatsächlich im Publikum.
00:08:58Ich war völlig aufgeregt, weil ich dachte, jetzt trete ich hier vor Otto auf.
00:09:03Und dann kam ich auf die Bühne und im Gegensatz zu all den Herrschaften, die vor mir und nach mir auftraten, lachte niemand.
00:09:09Das kam nicht so gut, die Leute hatten, glaube ich, den letzten Platz belegt.
00:09:12Ich lachte einfach nicht mehr.
00:09:14Ich dachte, das gibt es ja nicht.
00:09:15Die finden dich in Hamburg nicht witzig.
00:09:17Die finden dich doof.
00:09:18Ich fand es wirklich interessant und wirklich gut.
00:09:20Er hatte ja so, du Mutti, ja, meine Kinder.
00:09:22Und es war unglaublich authentisch.
00:09:24Aber die Leute fanden es wohl nicht so gut.
00:09:25Als der Auftritt dann beendet war, dachte ich, jo, war es.
00:09:29Das war es.
00:09:29Es war ein Versuch wert.
00:09:31Jetzt studierst du.
00:09:32Studierst du schön Spanisch und wirst Dolmetscher für Spanisch und Italienisch.
00:09:36Man muss auch kein Komiker werden.
00:09:37Dann bin ich zu ihm gegangen und hab gesagt, ich fand es gar nicht so schlecht.
00:09:41Und so kamen wir ins Gespräch.
00:09:42Ja, ist jetzt nicht so gut gelaufen.
00:09:45Ich sag, nee, ist nicht so gut gelaufen.
00:09:47Sag, ja, ich sag dir auch, warum?
00:09:49Die Leute kennen dich noch nicht.
00:09:50Die anderen machen mich alle nach.
00:09:52Du nicht.
00:09:52Du machst was Eigenes.
00:09:54Müssen sich dran gewöhnen.
00:09:55Die gewöhnen sich an dich.
00:09:56Mach mal weiter.
00:09:57Und dann hab ich ihn zu mir nach Hause eingeladen.
00:09:59Und da hat er mir einige seiner Stücke vorgetragen.
00:10:03Also insofern hab ich Otto wirklich was zu verdanken, ja.
00:10:10Kangaroo, Kangaroo.
00:10:17Den Salz vom Eden.
00:10:20Also singen und Klavier spielen kann ich nicht.
00:10:23Und was ich noch alles nicht kann, das werden sie in den nächsten 42 Minuten erfahren.
00:10:28Mich verbindet natürlich mit HP ganz viel.
00:10:30Und als wir uns kennengelernt haben, waren wir auch ratzfatz engste Freunde.
00:10:34Also in den 80er Jahren hab ich mich ja selber noch relativ jung gefühlt.
00:10:39Und dann war da auf einmal einer, der noch mal fast 10 Jahre jünger war als ich.
00:10:46Das ist 40 Jahre her.
00:10:48Wir haben uns ja sehr, sehr jung kennengelernt.
00:10:50Kennengelernt hab ich ihn ja als Parodist.
00:10:52Also Honeyline und so weiter.
00:10:54Er konnte damals schon in alle möglichen Rollen schlüpfen.
00:10:57Honeyline war das Erste, was ich von ihm wahrgenommen habe.
00:10:59Und was ich genial fand.
00:11:01Wenn die Mami mir fragt, soll ich den Popo vollhauen oder willst du in den Keller?
00:11:06Da geh ich immer in den Keller.
00:11:08Weil da ist gar nicht so schlimm.
00:11:10Und da sind so viele gelustige Sachen.
00:11:13Da sind...
00:11:13Dieses anarchische, dieses Grenzen überschreiten und sich trauen und im Grunde immer die Starken veräppeln und nach unten ziehen, das ist schon großartig.
00:11:32Und dieses subversive, anarchistische, da hat er eine ziemliche Alleinstellung in Deutschland, finde ich.
00:11:41Einmal hab ich eine Flasche offen gemacht mit ganz viel Vanillepudding drin gefunden.
00:11:47Aber der war, glaube ich, schlecht, weil der so gebrannt hat im Bauch.
00:11:53Seine Riesenbegabung, so viele Sprachen sprechen oder behaupten zu können, und oder behaupten zu können.
00:11:59Nicht nur Dialekte, sondern auch Sprachen.
00:12:02Es gibt einen Schalter bei mir im Kopf, den kann ich sehr schnell umlegen.
00:12:26Und das ist der Dialekt- und Sprachenschalter.
00:12:29Alle anderen Schalter sind eher verlangsamt.
00:12:31Aber der geht flott.
00:12:32Und jetzt das Lied weiter auf tschechisch.
00:12:34Ja Sie
00:13:02A scuola Mayatai, Julia Zaifroudi
00:13:05E poi cantiamo una canzone
00:13:07E poi c'è l'amore
00:13:09Che poi questa volta se ne va
00:13:11Quando cantamos, por favore
00:13:13Con la canzone
00:13:14I parenti onvesse d'ensegnare una canzone
00:13:18Tanto tu vuoi
00:13:19Chaque fa vivre in e peus s'enton terriva
00:13:22A chaque fois di ton z'enton
00:13:24Come on
00:13:24And take another rhythm to the beat
00:13:28And put your little tiny features to the beat
00:13:30Tu cichl
00:13:47Ab und zu geht was daneben
00:13:51Doch wozu darüber reden steckt
00:13:53Dir deine Sorgen an dir und
00:13:55Es ist auch so, wenn man auf langen Autofahrten
00:13:59von einem Bundesland zum nächsten fährt, zack,
00:14:02spricht dann nur noch das.
00:14:04Das ist einfach so.
00:14:05Wenn du quasi von Stuttgart rüberfährst,
00:14:08und du fährst quasi rüber von Böblingen,
00:14:10und dann geht's ganz leicht ins Fränkische rein,
00:14:13bis die irgendwann zu Rodenburg ab der Taube.
00:14:15Dann wird's bei Würzburg, ein bisschen Fränkischer,
00:14:17und dann kannst du wieder Richtung Süden fahren bis in Bayern.
00:14:20Und da klingt's halt ganz anders, da versteht's beinahe gar nichts mehr.
00:14:23Normalerweise, wenn kein Arsch zuhört, das ist viel einfacher.
00:14:29Das kommt ganz normal aus dem Meer raus.
00:14:31Das ist so, wie ich das gelernt habe.
00:14:34Aber es ist nicht wirklich schön.
00:14:36Alle Zielen
00:14:50An den Garten.
00:14:51An den Garten.
00:14:52An den Garten.
00:14:53An den Garten.
00:14:54Und da sind wir.
00:14:55Oh, heerlich!
00:14:56Ich liebe Amsterdam, Amsterdam ist wirklich eine ganz besondere Stadt, eine Stadt, die sich spiegelt, also sich auch immer selbst reflektiert, das haben nicht viele Städte.
00:15:23Amsterdam ist nach wie vor sehr offen, sehr tolerant, immer noch wegweisend und deswegen ist die Stadt für mich nach wie vor bedeutungsvoll.
00:15:32Ich merke richtig, dass ich hier zur Ruhe komme.
00:15:37Fast zwei Jahre habe ich hier in Amsterdam gelebt. Das erste Mal war ich hier, da war ich sechs Jahre alt mit meinen Eltern und seitdem habe ich eine ziemlich tiefe Verbindung zu dieser Stadt.
00:15:47Und dann habe ich halt durch meine genealogischen Untersuchungen festgestellt, dass ein Großteil meiner Familie tatsächlich auf beiden Seiten, auf der mütterlichen Seite und auf der väterlichen Seite aus Amsterdam stammen und hier über 300 Jahre gelebt haben.
00:16:03Helfende Hände, greifen ein.
00:16:10Wer ist denn die Hand?
00:16:11Das ist mein Mann.
00:16:14Das haben Sie ihn gesehen.
00:16:15Das ist die Herrenkracht 327. Und da oben steht das Motto, geeft, wart, zeit. Das heißt auf Deutsch übersetzt so viel wie gebt mir etwas Zeit.
00:16:36Und so heißt auch mein Buch.
00:16:39Helfed what tight war der Wappenspruch des Hutmachers Cornelis Kerkeling.
00:16:44Der gute Cornelis hatte hier einen relativ florierenden Hutmacherladen aufgemacht.
00:16:49Das heißt, er brauchte immer ein bisschen Zeit, um seine Hüte zu machen.
00:16:52Aber ich glaube, das war nicht der einzige Grund, denn die Hutmacherläden, das waren oft getarnte Bordelle.
00:16:59Und der Spruch, gebt mir etwas Zeit, stand für etwas ganz anderes.
00:17:02Ich fand die Kombi so witzig. Das ist jetzt mein Motto-Spruch.
00:17:08Von jeher war ich begeistert von der Ahnenforschung.
00:17:12Bereits als Jugendlicher widmete ich mich dem Studium der eigenen Familiengeschichte.
00:17:18Bei meiner Sippe kommt ziemlich viel genetisches Material aus Skandinavien und den Niederlanden zusammen.
00:17:25Ein bisschen Tschechien und Frankreich spielen rein, aber auch der Schwabe, Pfälzer, Slowake und der Wiener waren nicht gänzlich unbeteiligt.
00:17:32An meiner Entstehung.
00:17:34Alles in allem ist meine Ahnenreihe kunterbunt europäisch, wie übrigens bei allen Deutschen.
00:17:40Das Deutschsein im Allgemeinen lässt sich ja getrost auf die simple Formel herunterbrechen, der Deutsche kommt aus dem Ausland.
00:17:48Wir haben alle rüber gemacht oder rauf oder runter, je nach Himmelsrichtung.
00:17:51Ich habe kurz bevor die Pandemie begann so einen DNA-Test gemacht.
00:17:58Dann habe ich recherchiert und festgestellt, das war die Familie Kerke-Ring.
00:18:01Und der Goffert Kerke-Ring kam...
00:18:03Wie hieß der?
00:18:04Goffert, Goffert, der hatte viele Namen.
00:18:06Der hieß mal Goffert Kerke-Ring, dann hieß er Godewart Kerke-Ring, dann hieß er am Schluss, hieß er Gerrit Kerke-Ring.
00:18:12Kam ursprünglich aus Lübeck, 1586, ein sehr reicher, handelstreibender Adliger, der sich dann hier in Amsterdam niedergelassen hat.
00:18:22Und der dann hier an der Kaiserskracht 175 sein Palais gebaut hat.
00:18:26Und ganz oben rangt das Familienwappen und oben dieses Wappen, das habe ich mir hier auf dem Ring machen lassen.
00:18:43Die Vorfahren meiner Oma Enne Ruthers, die kommen auch aus Amsterdam.
00:18:48Und zwar zur gleichen Zeit wohnten die auf derselben Straße wie der Gerrit in der 119 und der ist ganz schnell aufgestiegen.
00:18:54Und dann eben einer der vier Regenten von Amsterdam geworden.
00:18:57Und damals gab es keine Verbindung zwischen den Familien.
00:19:00Und geheiratet haben dann meine Eltern 350 Jahre später.
00:19:04Mein Vater hat meine Mutter in der Straßenbahn getroffen.
00:19:08Da wussten die ja nicht, dass die Familien sich schon von der Kaiserskracht kannten.
00:19:12Und mal reich waren die beiden verarmten, liebestollen jungen Menschen, die sich da in dieser Straßenbahn.
00:19:18Mein Vater hatte kein Geld dabei und wurde beim Schwarzfahren erwischt.
00:19:22Und meine Mutter hat ihn ausgelöst.
00:19:24So haben die sich kennengelernt.
00:19:25Das ganze Schiff ist aus Schwarzwaldholz, nur nebenbei bemerkt.
00:19:45Das ist sehr fest.
00:19:50Das weiß ich nicht, ob es Fichte ist.
00:19:52Ich glaube, es ist Eiche.
00:19:55Ich bin mir nicht sicher.
00:19:57Ich weiß es nicht.
00:19:58Ist jetzt auch nicht relevant, gell?
00:20:00Aber schön.
00:20:00Also total normal von Radio Bremen war ein absolutes Novum.
00:20:23Sowas gab es vorher noch nicht und ist auch hinterher nie richtig gut kopiert worden.
00:20:30HP Kerkeling, Radio Bremen, total normal.
00:20:33Unsere Aktion heißt, wo bleibt die Mark?
00:20:35Jetzt habe ich eine ganz konkrete Frage.
00:20:37Ich habe hier meine Steuerabrechnung mitgebracht.
00:20:39Und zwar vom Finanzamt Drecklinghausen.
00:20:41Jetzt wollte ich Sie bitten, Herr Klein, ob wir die mal gemeinsam durchgehen könnten.
00:20:44Das hat ja nur blödsinnige Fragen gestellt.
00:20:46Ich frage mich, wo bleibt die Mark?
00:20:48Müssen wir Weihnachten den Gürtel enger schnallen?
00:20:50Geht es auf oder geht es abwärts?
00:20:52Und warum wird hier eigentlich kein Gebäck gereicht, wo wir so gemütlich zusammen sitzen?
00:20:55Das war es von mir.
00:20:56Wenn zwischendurch der Mut verlassen hat, habe ich ihn geschubst.
00:21:02Der Tonmann hat zu mir gesagt, er hätte überall blaue Flecken, weil ich ja nicht nur Harpe geschubst habe,
00:21:09sondern auch ihn nur.
00:21:10Los, mach weiter.
00:21:12Aber Harpe hat viel Mut gebracht.
00:21:14Zumal er sich ja auch die ganze Zeit immer ein bisschen lächerlich gemacht hat dabei.
00:21:20Warum fragen Sie nicht mal was?
00:21:22Weil ich, das ist nicht mein Thema und ich verstehe es auch für Ihnen.
00:21:24Ich weiß gar nicht, ich verstehe es effektiv nicht.
00:21:26Ach, Sie verstehen es auch nicht.
00:21:27Wir sind alle einer an sich, ne?
00:21:30Man sitzt und versteht nichts.
00:21:31Wieso sitzen wir dann eigentlich hier?
00:21:35Entschuldigung, von welcher Zeitung sind Sie denn?
00:21:37Ach, lassen Sie mich hin.
00:21:39Oh Gott, aber die sind alle so patzig hier.
00:21:40Haben Sie verstanden, worum es ging?
00:21:41Wo bleibt die Mark?
00:21:42Rein finanziell gesehen ist sie dem Bach untergegangen.
00:21:44Ja, das ist doch mal ne Auskunft.
00:21:48Königin Beatrix ist einer der, wahrscheinlich der populärste Gag.
00:21:51Und diese, die Unverfrorenheit da vorzufahren und sie ist einfach ne Eins.
00:21:55Ja, Beatrix ist eine tolle Limousine in Berlin.
00:21:59Sie sind nämlich ein bisschen hier an Gouda, alles öffnet die Atmosphäre.
00:22:02Die Atmosphäre, nicht Klaus.
00:22:03Ja, doch.
00:22:04Als Königin Beatrix durchzukommen, wer traut sich das heute noch?
00:22:08Kein Mensch hätte sich das getraut, keine Redaktion hätte das zugelassen.
00:22:14Während es bei uns ja sogar vom Abteilungsleiter abgesechnet war.
00:22:17Wir konnten damals machen, was wir wollten.
00:22:20Also tatsächlich war es so, dass wir in der Zeitung gelesen haben, dass Königin Beatrix, der Niederlande und Prinz Klaus auf Staatsbesuch nach Deutschland kommen.
00:22:30Und dann meinte meine Redakteurin Birgit Reckmeier, ja, du findest die doch alle so toll.
00:22:35Du bist ja immer, du findest auch Königin und so interessiert, ist doch ein Thema.
00:22:39So, Birgit, sei mir nicht böse, aber so sprichst du und so hast du gesprochen.
00:22:42Er hat wirklich einen Adelstick.
00:22:45Immer Königin, Prinzen, Prinzessin, da war er wie ein Kind.
00:22:51Und nachdem wir dann dreimal eine Absage kassiert hatten, meinte mein damaliger Unterhaltungschef Jürgen Brest,
00:22:57ja, wenn sie nicht zu dir kommt, dann fährst du zu ihr und dann bist du halt die Königin.
00:23:02Du setzt dich in die Limousine, fährst vor und versuchst dann ein Interview mit ihr zu machen.
00:23:08Das ist unsere Eskorte. Die fahren uns jetzt von Belleville ganz nett mit der Polizei.
00:23:13Ja, die hätte eigentlich hinterherfahren müssen.
00:23:17Scheiße.
00:23:18Mit diesem falschen Auto, dem falschen Kennzeichen, der falschen Fahne, der falschen Königin,
00:23:23kommen wir genau bis zur Vorfahrt, dann kommt ein wachhabender Beamter und ich sage,
00:23:30hallo, ich bin die Beatrix und der sagt, ha, ha, selten so gelacht.
00:23:35Und das sollte der Aufmacher der Show werden, also 30 Sekunden.
00:23:39Und dann wäre die Show gekommen und das wäre es gewesen.
00:23:42Stattdessen ging der Schlagbaum aber hoch.
00:23:44Dass das eine richtig heftige Nummer war, habe ich auch erst später begriffen.
00:23:48So, jetzt fahren wir vor die Belleville, da steht die Bevölkerung, so, wollen wir winken.
00:23:55Bei Beatrix habe ich zu Füßen von, habe gelegen.
00:23:59Da habe ich gesagt, Birgit, die lassen uns durch.
00:24:03Du spinnst, die lassen uns nicht durch.
00:24:05Ich sage, doch, wir sind schon durch.
00:24:08Die Soldaten marschieren auf.
00:24:10Das glaube ich nicht.
00:24:11Ich wollte sie schon hochkommen.
00:24:12Ich sage, nein, runter wieder.
00:24:14Und sie sagt, weiter, weiter, mach weiter.
00:24:16Ich sage, was soll ich denn sagen? Weit ihr nicht, mach weiter.
00:24:22Steigen wir hier aus jetzt?
00:24:24Dann ist Habraus gestiegen, ist sofort auf die Leute los und hat gesagt, hallo, ich bin die Beatrix.
00:24:32Und hat einer gesagt, mit Sicherheit nicht.
00:24:36Hallo.
00:24:36Hallo.
00:24:37Schön gesagt, hallo.
00:24:39Ich bin die Beatrix.
00:24:40Mit Sicherheit nicht.
00:24:41Hallo.
00:24:41Diese Absurdität und kann das wirklich funktionieren?
00:24:46Und um Himmels Willen, warum merkt das denn keiner?
00:24:49Das habe ich gesehen und habe mich einfach nur als Zuschauer darüber gefreut.
00:24:54Und da habe ich gedacht, was sage ich?
00:24:56Damit ich nicht in den Knast komme, damit Radio Bremen als Sender nicht von der Bildfläche verschwindet.
00:25:01Hallo.
00:25:01Hallo.
00:25:01Ich will lecker Mittagessen.
00:25:02Haben Sie kein Essen für mich?
00:25:04Ich dachte, da kannst du nichts damit falsch machen.
00:25:05Das ist sensationell.
00:25:06Also man muss daran auch Spaß haben und man muss da auch angstbefreit sein.
00:25:11Nach dem Mittagessen wollen wir lecker eben.
00:25:13Darfst du ein bisschen so schnell als möglich das Aja zu verlassen?
00:25:15Ja, wir gehen auch gleich wieder.
00:25:17Die deutsche Presse fand das, ich glaube, die fanden das überhaupt nicht witzig.
00:25:21Nur eben schnell nach der Presse einmal eben schnell winken.
00:25:24Hallo, Achtung.
00:25:25Hallo.
00:25:26Ich gehe in die Presse.
00:25:27Ich bin die Beatrix.
00:25:28Hallo.
00:25:28Und was mich gerettet hat, waren die Holländer, die dann plötzlich, als ich an dem falschen
00:25:34Portal ausstieg riefen, Bär, oh, dort ist uns Bär, Kekisch, Hurenz.
00:25:40Und die finden das witzig und das hat mich gerettet.
00:25:43Dann fand es die Deutschen mit einem Mal auch witzig.
00:25:45Ja, die Presse ist begeistert.
00:25:47Ich freue mich im Betrieb.
00:25:49Und wünsche dem Bevölkerung alles Gute und toi, toi, toi.
00:25:53Alles klar, die Presse.
00:25:54Alles gut.
00:25:54Alles gut.
00:25:54Alles gut.
00:25:55Es war sicherheitspolitisch ein Desaster, obwohl die alle sehr schnell reagiert haben, als wir denn drin waren.
00:26:07Diesen Aspekt, was bedeutet das für die Sicherheit dieses Menschen, was ist, wenn da irgendeiner sagt, die müssen wir jetzt irgendwie überwältigen oder womöglich Schlimmeres tun, das ist mir nicht in den Sinn gekommen.
00:26:22Und erst als HP das einmal erzählt hat, dass das wirklich eine ganz enge Kiste war, ist mir diese Dimension klar geworden.
00:26:29Nach außen ist es einfach ein Riesenprank, der die Leute über Jahrzehnte lachen lässt.
00:26:56Wir haben lange diskutiert, ob wir das überhaupt ausstrahlen sollen.
00:27:00Weil ich habe das gesehen mit der Bürgerin, die sagte, das ist total witzig, das senden wir.
00:27:06So etwas Witziges haben wir noch nie gesendet.
00:27:08Und ich habe gesagt, das ist nicht witzig.
00:27:09Ich sage, was ist daran witzig?
00:27:10Hallo, bin die Beatrice, lecker mit.
00:27:12Er hat gesagt, ja, doch, das ist witzig, das senden wir.
00:27:15Als der Harpel immer noch rumgemeckert hat an diesem Film, habe ich gesagt, na gut, dann zeigen wir es mal Kollegen.
00:27:22Und die fanden das alle wunderbar, die haben auch gelacht.
00:27:24Das ist ja, das ist eigentlich bei mir zu essen sein, aber...
00:27:28Warum, ich bin es nicht?
00:27:29Nein, ich bin es auch gar nicht gewesen.
00:27:32Oh, nicht?
00:27:32Stop!
00:27:33Haben Sie was zu essen?
00:27:34Ja.
00:27:35Stop, ich bin hier mit der Essen.
00:27:37Ich hole sie mir eben ab.
00:27:41Kommt so fort, eben lecker mit essen.
00:27:44Danke schön.
00:27:45Danke schön.
00:27:46Danke schön.
00:27:47Danke schön.
00:27:47Alles gut.
00:27:49So, haben wir lecker, danke schön.
00:27:51Oh, lecker mit der Essen bekommen.
00:27:53Toll, danke schön.
00:27:54Schöne Grüße an die Frau.
00:27:55Hallo, aus Berlin.
00:27:56Toll, danke schön.
00:27:58Eine ganz tolle Bevölkerung hier in Berlin.
00:28:01Klaus, ich will sie auch ein bisschen abweichen.
00:28:03Was ich unglaublich sympathisch fand, dass Richard von Weizsäcker, der damalige Bundespräsident,
00:28:09mich dann nochmal eingeladen hat.
00:28:10Er hat gesagt, jetzt zeige ich ihm mal, wie das hier aussieht.
00:28:12Was ich von Beruf bin, müsste ich jetzt im Personalausweis nachgucken.
00:28:24Gelernt habe ich tatsächlich nichts.
00:28:26Ich habe ein ganz gutes Abitur gemacht und bin dann ins Leben gestürzt.
00:28:30Und das Leben hat mir die Lektionen beigebracht.
00:28:33Ich habe von Anfang an immer geschrieben.
00:28:36Ich habe all meine Sketche selber geschrieben.
00:28:38Ich habe meine eigenen Theaterstücke verfasst.
00:28:41Und insofern war ich in allererster Linie eigentlich immer der Autor von zum größten Teil komischen Werken.
00:28:48Komiker, es trifft es wahrscheinlich am allerersten.
00:28:51Ich habe drei Weinen bestellt, ja, und eine Cola und zwei Wasser.
00:29:14Warum?
00:29:15Weiß ich, wann die wiederkommt.
00:29:17Was berührt dich bei deinem neuesten Buch am meisten?
00:29:22Abgesehen davon, dass das Buch auch durchaus komisch ist, aber wahrscheinlich berührt mich die Geschichte meiner Großmutter,
00:29:28die immer um ihre Herkunft wusste und es ein Leben lang für sich behalten hat,
00:29:34weil sie sich gedacht hat, das glaubt mir eh keiner.
00:29:36Die halten mich für bekloppt, wenn ich das erzähle.
00:29:39Ich erzähle es niemandem.
00:29:40Behalt es für mich.
00:29:42Jetzt erzähle ich es an ihrer Stelle und werde an ihrer Stelle für bekloppt gehalten.
00:29:46Aber sei es drum, ich tue es für Sie.
00:29:52Das Sommerwetter des Jahres 1903 ist im böhmischen Marienbad wieder ganz famos, mild und verträglich.
00:30:00Sollte es unerwartet einmal etwas wärmer werden als gewöhnlich, sorgen der dichte Laubwald und die glitzernden Bachläufe auch jetzt im August immer noch für die nötige Abkühlung.
00:30:10Hallo, ist es gesund?
00:30:22Sehr gesund, denke ich.
00:30:25Wissen Sie, wofür das ist?
00:30:27Ne, ich probier's.
00:30:29Kaiser und Könige nippten hier schon an den Schnabeltassen mit dem heilsamen Wasser.
00:30:36Chopin und Goethe gaben sich in Westböhmen dem Müßiggang hin.
00:30:41Ein besonders beliebter Gast ist der Herr Albert.
00:30:44In der Regel trifft der feine Herr immer einige Tage vor seinem offiziellen Anreisedatum im Hotel Weimar ein.
00:30:52Das gibt ihm die Gelegenheit zur echter Entspannung.
00:31:07Schönen Urlaub.
00:31:14Ah ja.
00:31:17Da ist er, Edward der Siebte.
00:31:19Von mäßig begabter Hand gemeint.
00:31:22Das hätte ich an einem Wochenende besser gemacht.
00:31:24Wow, das ist toll.
00:31:28König Edward der Siebte war zwischen 1897 und 1909.
00:31:33Jedes Jahr als Prinz von Wales fing er an und als König von England kam er dann immer wieder.
00:31:38Hat hier gekurt und er war im Sommer des Jahres 1903 hier.
00:31:43Neun Monate später wurde meine Großmutter Bertha hier im Ort als uneheliches Kind geboren.
00:31:48Und dann habe ich angefangen zu recherchieren, wer war denn ihr Vater.
00:31:53Und bin nach gut zweieinhalb Jahren Recherche darauf gestoßen, dass König Edward der Siebte von England mein Urgroßvater war.
00:32:00Und meine Urgroßmutter eine Liebschaft mit ihm hatte.
00:32:03Edward der Siebte hieß eigentlich Albert und sein Spitzname war Berti.
00:32:07Und meine Urgroßmutter hat quasi als Wink mit dem Zaunpfahl ihre Tochter Bertha genannt.
00:32:15Wie bin ich mit König Charles verwandt?
00:32:17Von meiner Großcousine ist Charles der Sohn.
00:32:21Insofern ist er mein Großcousin Neffe.
00:32:24Also sagen wir mal so, man ist so eng verwandt, dass man zu Hochzeiten und Beerdigungen eigentlich noch eingeladen werden müsste.
00:32:30Aber ansonsten hält man sich Verwandtschaft wie mich lieber vorm Leib.
00:32:34Und dabei wird es wohl auch bleiben.
00:32:37Wo stehe ich in der Thronfolge? Das bin ich auch schon gefragt worden.
00:32:41Auf Platz 111. Da stehe ich.
00:32:43Platz 111 wäre in den deutschen Musikcharts wirklich der künstlerische Tod.
00:32:48Das ist nicht mal Top 100. Also insofern aussichtslos.
00:32:50Wusste Bertha denn nun, wer ihr leiblicher Vater war oder nicht?
00:32:58Diese Frage hat mich natürlich während der Arbeit an meiner Familiengeschichte sehr beschäftigt.
00:33:04Wenn ich tief in mich hineinhorche und auf das Leben und Wirken meiner geliebten Großmutter zurückschaue,
00:33:11würde ich sagen, ja, sie wusste es.
00:33:20Dann sind die besten Jahre vorbei im Leben. Ich glaube, dass es das war.
00:33:41Also beschwören kann ich es nicht, dass das der Laden war, aber es müsste etwa auf der Höhe gewesen sein.
00:33:46Und von der Größe und von allem kommt es hin. Von der Optik war es, es war netter, 1970.
00:33:54Wie reden die Leute hier?
00:33:56Ja, was die leben, wie der schnell gewachsen ist, wie der so kommt.
00:34:01Also nicht so ganz so deutlich, kann es auch schon mal sein, dass du nicht so verstehst, was die Leute sagen.
00:34:07Und, was ist?
00:34:08Ich wollte fragen, ob Sie jetzt wissen, wo Ihr Haus war.
00:34:11Nee, wir sind am Suchen.
00:34:13Nein, dann sag ich Ihnen jetzt.
00:34:14Oh, ich bin mir nicht sicher, wo das war. Irgendwie glaube ich, das war es nicht. Aber war es weiter vorne?
00:34:21Ist abgerissen. Der Geschichtskreis hat versucht, sie zu erreichen.
00:34:25Ehrlich? Wirklich? Ist abgerissen?
00:34:27Ja, ist abgerissen.
00:34:27Deswegen, wir sind hier rauf und runter gefahren und habe ich gedacht, sag mal, bin ich bekloppt?
00:34:31Da ist jetzt so eine, Autos werden da verkauft. Das ist an der Poststraße. Und zwar, wenn Sie von der Poststraße stehen, rechts.
00:34:39Da war das Geschäft von Ihrer Oma.
00:34:42Ja, haute Kerke.
00:34:43Hallo.
00:34:44Spielen Sie mal bei mir, Lotto?
00:34:47Machen wir, äh, ja, machen wir gleich ein Jahreslos.
00:34:50Ja.
00:34:51Ja, hallo.
00:34:51Ja, hallo, willkommen.
00:34:53Freut mich, hallo.
00:34:54Ja, hallo.
00:34:55Hallo.
00:34:55Hallo.
00:34:56Hallo.
00:34:56Schön, dich live in den Fabeln zu sehen.
00:34:58Ja, machen wir ein Foto, oder?
00:34:59Ja, gerne.
00:35:01Boah, das gibt es ja nicht.
00:35:02Ja, das mag er, wenn Menschen ihn ansprechen, vor allen Dingen aus der alten Heimat.
00:35:07So oft passiert das nicht, ja. Ich finde das, dass Menschen so herzlich auf einen zukommen, ja. Also, wenn das jetzt 140 Leute wären, weiß ich nicht.
00:35:16Aber wenn das zwei so nette Frauen sind, doch, ja, freue ich mich drüber.
00:35:20Ja, sehr schön.
00:35:21Ja, ich freue mich auch.
00:35:22Total.
00:35:22Und du machst jetzt doch mal so eine kleine Zeitreise.
00:35:24Eine kleine Zeitreise.
00:35:26Hans-Peter, willst du ein Pferd?
00:35:30Was?
00:35:30Ob du ein Pferd willst?
00:35:33Ja.
00:35:34Ja, ich habe wirklich mit meiner Familie insgesamt großes Glück gehabt. Und die ersten sieben, acht Jahre meiner Kindheit waren extrem wohlbehütet.
00:35:43Ich war umsorgt. Es war immer jemand da. Ich merke, dass jetzt im gesetzteren Alter, ich spüre, dass da auch viel von meinem Selbstvertrauen herkommt.
00:35:54Julius Weckauf war natürlich für den Film Der Junge muss an die frische Luft. Ein absoluter Glücksgriff.
00:36:06Wir haben einen Laden, einen Einzelhandel auf dem Dorf. Und dann kamen die ganzen WDR 5 Omas rein und Opas. Und die haben alle gehört im Radio, dass sie da den jungen Kerkeling suchen.
00:36:17Die kannten mich natürlich. Ja, dann haben die gesagt, Julius passt, der muss da unbedingt mal hinfahren zu diesem Casting.
00:36:25Dass da so ein Kind irgendwo rumläuft, der so ohne Angst und ohne irgendwas einfach das vor der Kamera macht. Das ist so Wahnsinn. Da muss irgendeine Seelenverwandtschaft sein.
00:36:36Da kommt eine Frau vom Jugendamt. Wenn sie merkt, dass ich kaum laufen kann. Du bleibst einfach immer sitzen.
00:36:41Und wenn sie merkt, dass ich kaum was siehst. Das üben wir auch an.
00:36:45Guten Tag, Herr Gerkeling. Guten Tag, kommen Sie rein.
00:36:48Carolin Link hat immer wieder so von Castings erzählt und sagte, ja, da ist ein Junge, den haben wir jetzt schon das dritte Mal eingeladen.
00:36:56Und irgendwie taut der nicht auf. Und nachdem er aber das vierte Mal da war und schon genervt war und das Team kannte, ist er aufgetaut.
00:37:03Ja, das kam aber auch erst nach sechs, sieben oder sogar acht Castingrunden zustande. Es war wirklich lange.
00:37:09Und irgendwann rief sie mich an und sagte, du, ich glaube, wir haben den Jungen. Es ist auch nur dieser eine.
00:37:15Beim Casting selbst, ich durfte Gummibärchen essen in der Szene, das war ganz gut.
00:37:20Ich war schwer beeindruckt. Und es ging gar nicht so sehr darum, dass der Junge mich spielen kann, sondern von diesem Talent war ich schwer beeindruckt.
00:37:29Und offensichtlich hat weder Carolin noch ich haben uns da getäuscht. Das ist schön.
00:37:34Hast du gesehen, wie viel Eierligör die gekippt hat?
00:37:36Was denn? Das waren doch höchstens drei Gläschen.
00:37:41Ich nehme gern noch ein Eierligörchen, wenn ich darf. Das Leben muss ja irgendwie weitergehen.
00:37:48Ganz.
00:37:49Man hat den Eindruck, das ist genauso passiert und ich habe das Glück, dabei zu sein.
00:37:56Und das nimmt mich so mit, dass mir dann streckenweise auch die Tränen runterlaufen.
00:38:04Hans-Peter?
00:38:05Ich gehe schlafen. Du kannst so lange fernsehen, wie du willst.
00:38:08Das sind ja Ferien.
00:38:09Kommt Papa?
00:38:10Der ist auf Nachtschicht. Der kommt nun.
00:38:11Gute Nacht, Mama.
00:38:16Gute Nacht.
00:38:19Kindheit ist halt immer die Basis von allem.
00:38:22Und wenn man solche Schicksalsschläge miterlebt in so jungen Jahren, dann das Ventil Comedy zu benutzen und zu versuchen, da alles reinzulegen.
00:38:31Und unbedingt den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, vielleicht, weil man es selbst so dringend braucht, das geht schon sehr ans Herz.
00:38:40Jetzt schauen Sie sich das mal an.
00:38:43Hier kommt sie, die schwebende Jungfrau aus Wuppertal.
00:38:47Das haben sie noch nicht gesehen.
00:38:49Na, gucken Sie, was?
00:38:52Boah, ist das anstrengend.
00:38:53Ich habe ja in meinen Büchern gar nicht mal so bewusst mich immer mit Tabubrüchen beschäftigt.
00:39:02Also in Der Junge muss an die frische Luft habe ich über den Suizid meiner Mutter geschrieben.
00:39:06Auch das eigentlich ein schlimmer Tabubruch, der aber vielleicht bei vielen dazu geführt hat, dass man dem Thema jetzt aufgeschlossener gegenübersteht.
00:39:16Also Depressionen und potenzieller Suizid.
00:39:19Ich war natürlich fassungslos, wie man als Kind wohl sowas überlebt, also wie man das schafft.
00:39:28Ich habe mit meiner Mutter gelebt, die eben schwere Depressionen hatte, was mich auch dafür geschützt hat, selber welche zu bekommen.
00:39:36Papa, der Mama geht es gar nicht gut.
00:39:42Margret? Margret? Margret, was ist?
00:39:46Wie viel Vertrauen verliert ein Mensch, wenn die Mutter sagt, ich gehe mal schon mal ins Bett und sie kommt aus diesem Raum nie wieder raus?
00:40:05Jedes Mal, wenn ich schreibe, ich gehe immer an so eine Grenze und denke mir, kann ich das einem Leser zumuten?
00:40:13Will ich, dass ein Leser das von mir weiß?
00:40:16Aber eigentlich, das sagen berufenere Autoren als ich, wird es da interessant, wo es anfängt, einem selbst Schmerzen zu bereiten.
00:40:24Lapidar vor sich hinschreiben, Dinge, die einen selber nicht berühren, können andere Menschen auch nicht berühren.
00:40:29Und deswegen ist es immer so ein Stück auch Therapie für mich und hoffentlich auch anscheinend Therapie für meine Leser.
00:40:37Sag mal, was zieht sich der Hans-Peter so gern so eine Fungel an?
00:40:40Was ihm Spaß macht.
00:40:45Wenn er später mit dem Ethyl losgeht, dann wird er den Quatsch lassen.
00:40:48Der Hans-Peter bleibt Junggeselle, hast du das verstanden?
00:40:51Ich sag das nur, damit du nicht vor dem Jungen irgendein Blödsinn rittest.
00:40:56Ich war erstaunt und habe dann gedacht, er kann sich öffnen.
00:41:09So können wir nicht reden.
00:41:11Wieso?
00:41:12Der versteht uns doch nicht.
00:41:14Ist das Essen lecker?
00:41:16Hey!
00:41:18Fickfrosch.
00:41:19Olaf!
00:41:21Siehste, wir können reden.
00:41:22Zum Beispiel über Sex.
00:41:23Da hat er so ein Making-of gedreht und da falle ich ihm um den Hals und sage einen Satz, den ich eher so in den 80ern verorte.
00:41:30Jetzt komm her, du willst es doch auch.
00:41:33Ich habe Anke Engelke.
00:41:34Anke Engelke saß heute ganz nah an Steven Spieger.
00:41:37Du willst es doch auch!
00:41:39Ganz nah an Steven Spieger dran.
00:41:43Anke, hast du was getrunken?
00:41:45Ja!
00:41:48Fuss.
00:41:48Man hat einfach komische Dinge gemacht früher.
00:41:51Dich habe ich am allerliebsten von allen.
00:41:52Komm her!
00:41:53Ich möchte, dass du jetzt nicht mehr kriegst.
00:41:55Vielen Dank.
00:41:56Ich bin doch nur ein Abendfeuer für dich.
00:41:58So mit 17, 18 war vielleicht 19, 20 war so meine Sturm-und-Drang-Zeit.
00:42:05Also ich wurde mir der Tatsache bewusst, dass ich schwul bin und schwul ausgehen in Recklinghausen.
00:42:10Ja, das kann man versuchen, aber ist dann auch zum Scheitern verurteilt.
00:42:16Und das ging halt in Düsseldorf sehr unproblematisch.
00:42:19Und insofern war Düsseldorf für mich auch der natürliche Ort als Großstadt, wo man das eben sehr problemlos sein konnte.
00:42:27Also fast problemlos, auch in den späten 80ern.
00:42:31Mein Name ist Hans-Peter Kerrbrinkel und wir haben heute Abend unseren ersten Auftritt.
00:42:39Als ich anfing, 1984, unmittelbar nach dem Abitur und ich relativ schnell zum Fernsehen kam,
00:42:46habe ich mir wenig Gedanken darüber gemacht, was das bedeuten könnte, dass ich homosexuell bin
00:42:53und dass das unter Umständen ein Problem sein würde.
00:42:56Das war es auch. Das war ein massives Problem.
00:42:59Ich konnte mit niemandem darüber sprechen.
00:43:01Und als ich dann beim WDR, meinem ersten großen Arbeitgeber war und mit den Verantwortlichen sprach,
00:43:07kam sehr schnell die Idee auf, man sollte doch so tun, als wäre ich eben heterosexuell.
00:43:13Als wir uns dann so eng angefreundet haben und uns eine Affäre angehängt wurde in der Presse,
00:43:19wir haben auch nicht dementiert. Wir waren dauernd zusammen und wir haben uns geliebt und es war okay.
00:43:26Ich hatte immer so das Gefühl, nein, ich hatte nicht das Gefühl.
00:43:29Ich wusste, es wird von mir erwartet, dass ich die Klappe halte und einfach schweige über das, was ich bin.
00:43:35Nach knapp zwei Jahren der mehr oder minder erfolgreichen Zusammenarbeit
00:43:39setzt mich der WDR sang- und klanglos vor die Tür.
00:43:43Das nehme ich zwar nicht persönlich, aber doch als homophobe Spitze.
00:43:47Kein Danke, kein Bitte, kein Auf Wiedersehen.
00:43:50Im Rückblick ein ziemliches Unding.
00:43:52Genau genommen erfahre ich aus dem Kölner Express, dass ich raus bin.
00:43:56All das werde ich später einmal im Kinofilm kein Pardon verarbeiten.
00:44:00Wir sprechen auch über eine Zeit, die weit mehr als 40 Jahre zurückliegt.
00:44:05So war das halt. Man hatte sich einzurichten.
00:44:07Man wusste, man ist in der Gesellschaft nicht erwünscht und man muss gucken, wie weit man da kommt.
00:44:13Das ist Gott sei Dank heute nicht mehr so, wird aber langsam wieder so. Es ist kompliziert.
00:44:191982 war ich 18, als die Aids-Krise gerade begann in Europa und Schwulsein war da nicht so wahnsinnig populär in Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern nicht.
00:44:32Aber in Amsterdam und in den Niederlanden insgesamt war man halt immer deutlich toleranter und man konnte hier schon relativ frei leben.
00:44:39Kann das auch heute noch immer noch besser auch als in Deutschland.
00:44:42Ich meine, die 80er Jahre, die haben uns alle durchgeschüttelt, wenn wir in der Schwulenszene verkehrt haben. Das habe ich auch. Die Leute sind weggestorben wie die Fliegen.
00:44:50Ich hatte einen Freund hier. Wir waren zwei Jahre zusammen und er ist dann nach zwei Jahren leider an Aids verstorben auf dem Höhepunkt der Aids-Krise.
00:44:58Ich habe das hautnah miterlebt und in Deutschland konnte ich damals so nicht darüber sprechen.
00:45:03Auch Jahre später habe ich darüber nicht gesprochen und habe dann jetzt so festgestellt, dass das doch ein so wesentlicher Bestandteil meiner Biografie ist.
00:45:12Dass ich es aufschreiben wollte. Und ich wollte vor allem an diese große Liebe, die ich damals erleben durfte hier in Amsterdam, erinnern.
00:45:20Nachdem ich die Katastrophe des Suizids meiner Mutter erlebt hatte, war das so die zweite große Katastrophe in meinem Leben.
00:45:27Ich war 24, das Leben fing gerade an und dann findet das auf einmal abrupt ein Ende und wir waren eigentlich ein Jahr damit beschäftigt, uns darauf vorzubereiten, dass er stirbt.
00:45:38Das war schon starker Tobak.
00:45:42Ich meine, ich habe ja im Prinzip das aktive Showgeschäft verlassen und dementsprechend bin ich auch nicht mehr so im Blickpunkt der Öffentlichkeit, auch nicht mehr so im Blickpunkt der Presse.
00:45:53Und deswegen traue ich mich jetzt auch über Dinge zu reden, über die ich vorher öffentlich so nicht gesprochen habe, weil sie immer schlagzeilenträchtig gewesen wären.
00:46:01Das hätte mir eine irrsinnige Schlagzeile in der Bild-Zeitung verpasst und falsche Kommentare, falsches Mitleid, sensationslösterne Journalisten, die sich draufstürzen.
00:46:11All das muss man ja immer mitdenken. Und das ist belastend und unangenehm.
00:46:17Und deswegen habe ich das bisher zurückgehalten, weil ich auch nicht das Gefühl hatte, es gehört in die Öffentlichkeit.
00:46:22Jetzt denke ich, es gehört in die Öffentlichkeit, auch nachdem wir wieder eine Pandemie durchlebt haben, die ähnlich dramatisch war wie eben die Aids-Pandemie, die ja immer noch weiter andauert,
00:46:32aber gegen die es zumindest jetzt Medikamente gibt.
00:46:41Der Mann, der gleich bei Explosiv hier auf dem heißen Stuhl Platz nehmen wird, der fordert, deckt das geheime Sexleben der homosexuellen Prominenten auf.
00:46:48Rosa von Braunheim, Deutschlands schrillster Filmemacher, will so allen zeigen, dass auch unter Wirtschaftsgrößen, Showgrößen, Politikern und, und, und Schwule sind.
00:46:56Also man muss vielleicht die Vorgeschichte sagen, dass Outing eine Sache war, die in Amerika schon üblich war.
00:47:01Wo schwule Aktivisten Prominente geoutet haben, um so eine Solidarität einzufordern in der Aids-Krise.
00:47:08In der Aids-Krise, in der eben sehr viele Homosexuelle diskriminiert wurden.
00:47:16Hallo Bio!
00:47:17Hallo Känguru!
00:47:19Jetzt machen wir Platz für Onkel Bio, da will sie auch hinsetzen.
00:47:22Komm!
00:47:23Bitte Onkel Bio, setz dich hin.
00:47:26Bitte schön.
00:47:26Mein lieber Mann, so einen bequemen Platz habe ich drüben in meiner Sendung nicht.
00:47:31Biolek kannte ich und wusste von seiner Homosexualität.
00:47:35Bei Harpe kannte ich nur das Gerücht und hatte ihn am Nachmittag vor der Sendung angerufen und habe ihn gefragt, ob er sich als schwul in Zukunft outen würde.
00:47:45Und dann sagte er vorerst nicht.
00:47:47Aber das war für mich eine Bestätigung, dass er schwul ist.
00:47:51Aber im Angesicht dieser Schrecken, ich habe ja nun hunderte von Freunden an Aids verloren und so weiter, war mir das unheimlich wichtig, da einen Stein zu werfen.
00:48:00Wir haben ja in der Zeit in einem Haus gewohnt, in Düsseldorf am Rheinufer.
00:48:06Ich habe unten gewohnt und HP hat oben gelebt und wir haben es natürlich sofort zusammengesetzt.
00:48:12Der hat gesagt, stell dir mal vor, ich habe eine Warnung bekommen, heute Abend soll beim heißen Stuhl ein Outing stattfinden.
00:48:19Und dann haben wir natürlich geguckt.
00:48:20Wie müsste ein Vorbild aussehen, dass die Schwulenszene wirklich jetzt nach vorne, Entschuldigung, die Lesbenszene auch nach vorne bringt?
00:48:27Ich denke zum Beispiel, Harpe Kerkeling hätte zum Beispiel eine Vorbildfunktion.
00:48:33Der ist jung, der ist hübsch, der ist ein Sympathieträger.
00:48:36Ich denke, dass Harpe Kerkeling, das ist eine Aufforderung, an ihn zu sagen, bekenn dich, sein Vorbild.
00:48:43Da war ich etwas erschrocken.
00:48:45Ich fand das eine Unverschämtheit.
00:48:48Die Tatsache, dass er unfreiwillig geoutet wurde, ist so übergriffig und persönlichkeitsverletzend,
00:48:54dass das einfach, das geht halt überhaupt gar nicht und überschreitet jede Grenze.
00:49:01Ich habe Rosa von Braunheim verachtet für seine Aktion, weil es ihn nichts angeht.
00:49:08Ich hätte es richtiger gefunden, wenn Harpe oder Alfred Biolek das selber gemacht hätten.
00:49:13Ich wusste, dass meine Handlung unanständig war, dass das ein Stein war, den ich geworfen habe, der auch wehtut.
00:49:20Ich war natürlich in Sorge und ich fand das dann so bewundernswert, wie er darauf reagiert hat.
00:49:26Er hat dann einfach nur wieder die Flucht nach vorne gemacht, hat das mit einem unglaublichen Humor und einer Komik gemacht,
00:49:31dass wir also zwei Tage später schon uns gekugelt haben vor Lachen.
00:49:34Ich glaube, es hat Biolek oder Harpe nicht geschadet, aber es hat genutzt nur Rosa von Braunheim.
00:49:47Wenn schon Rosa von Braunheim nicht reinzieht, dass das scheiße war, kann er hoffentlich gut damit leben.
00:49:53Das war ein ziemlich schlimmes Versteckspiel zeitweise und auch mit Angst behaftet.
00:49:59Was passiert, wenn das an die große Glocke gehängt wird?
00:50:03Insofern war dieses Zwangsouting, so unangenehm, so doof das auch war, am Ende für mich ein Glücksfall,
00:50:10auch wenn es nicht gut gemeint war von der anderen Seite, weil ich quasi in die Öffentlichkeit gezwungen wurde.
00:50:16Vielleicht auch jetzt im Nachhinein konnte ich als Vorbildfunktion agieren,
00:50:19weil natürlich habe ich ihn auch als schwulen Mann wahrgenommen und habe gesagt, ah toll, da ist jemand ganz, ganz doll berühmt
00:50:29und so großartig macht das, was ich gerne machen würde und ist auch noch schwul, wundervoll.
00:50:35Und es passiert nichts, das ist ja das Tolle.
00:50:39Ja, wenn das für Menschen hilfreich war, dass sie erfahren haben, dass ich homosexuell bin
00:50:45und dass ich damit für mich gut umgehe, dann freut mich das natürlich sehr,
00:50:51weil es gibt keinen Grund, damit zu hadern, daran zu verzweifeln.
00:50:57Es macht einen nicht zu einem besonderen Menschen.
00:51:00Homosexualität ist etwas völlig Normales, mitunter auch was sehr Langweiliges.
00:51:04Also es ist der Blick der Gesellschaft, der halt, der ist pervers.
00:51:09Es hat Rosa von Braunheim eigentlich ganz gut damals gesagt, nicht der Homosexuelle ist pervers,
00:51:14sondern wer die anderen oder wie war das nochmal?
00:51:17Die Gesellschaft, ja eben.
00:51:20Aber Viktor, ich glaube es nicht.
00:51:22Ich glaube es gerade nicht.
00:51:35Wie, du hast den Witz nicht verstanden?
00:51:37Also nochmal, treffen sich zwei Schwule, sagt der eine zum anderen,
00:51:40du hör mal, stell dir mal vor, mir ist gestern Nacht ein Kondom geplatzt.
00:51:45Im Ernst? Nein, im Detlef.
00:51:50Hast du immer noch nicht verstanden?
00:51:52Anyway, Darling, ich muss jetzt Schluss machen.
00:51:55Nein, nicht mit dir.
00:51:56Ich bin hier im Café Korten.
00:51:59Korten, ich kann hier nicht so laut brüllen, hier sind so viele Kunden.
00:52:04Nein, Viktor, heute nicht.
00:52:07Heute nicht.
00:52:10Viktor, ich kann kaum noch laufen.
00:52:12Ich muss ganz ehrlich sagen, seitdem ich 1991 geoutet wurde, mache ich mir nicht mehr so die Hosen voll und bin etwas angstfreier geworden.
00:52:29Witzigkeit kennt keine Ränzen.
00:52:31Witzigkeit kennt keine Ränzen.
00:52:32Witzigkeit kennt keine Ränzen.
00:52:35Witzigkeit kennt keine Ränzen.
00:52:40Das ist natürlich ein super Motto gewesen.
00:52:41Das hat genau meine Humorschiene sozusagen angeschlagen.
00:52:47Der ist von 1993, der ist also jetzt über 30 Jahre alt und erschafft es in einer Schärfe und Klarheit, dass deutsche Unterhaltungswesen, und zwar nicht nur eben im Vordergrund, was dann da im Fernsehen zu sehen ist,
00:53:05sondern was hinter den Kulissen passiert, in einer Art und Weise zu persiflieren, zu karikieren, aber auch eben zu offenbaren, dass ich sagen muss, das ist ein absolutes Meisterwerk.
00:53:18Das wird vielleicht nicht jeder nachvollziehen können, der eben nicht diesen Job macht, aber das ist einfach absolut großartig.
00:53:27Liebe lustige Glückshase, gebt mir mal das Briefchen.
00:53:31Was, was, was ist, was ist, ja, wo, wo, wo, wo, wo ist dann das Briefchen, hä?
00:53:43Also so kann ich nicht arbeiten.
00:53:45Wo hat denn unser dummes, lustiges Glückshäschen wieder das Briefchen gelassen, hä?
00:53:51Ich hab ihn vergessen!
00:53:56Und gute Nacht.
00:53:57Opportunismus, hysterisch sein, sich ducken, Angst haben, keinen Rückgrat zu zeigen, all das, was im Fernsehen tatsächlich jeden Tag vorkommt,
00:54:13das hat er wunderbar dargestellt.
00:54:17Eine Katastrophe!
00:54:19Also ich bin nur für die Musik zuständig.
00:54:21Wahnsinn, alles Wahnsinn!
00:54:23Es wirkt ja übersteigert, es wirkt überzogen, es wirkt übertrieben im Einzelnen und, aber er trifft immer den Kern der Sache.
00:54:37Ja, genau so ist es.
00:54:38Ja, liebe Zuschauer.
00:54:40Herr Programmdirektor, haben wir gesehen?
00:54:44Sie fanden es fantastisch, ja.
00:54:48Ja, wir auch.
00:54:50Ein frisches Gesicht.
00:54:52Ja, meine Damen und Herren, was soll ich sagen?
00:54:55Ich hab ihn entdeckt, ja.
00:54:56Diese Detailverliebtheit, diese absolute Hingabe, auch in Figuren aufzugehen und Menschen eine gute Zeit zu bereiten und komplett aufzugehen in diesen Figuren, das war unglaublich und hat mich nachhaltig berührt und fasziniert.
00:55:16Klub Las Piranjas beispielsweise, das hab ich gar nicht für mich geschrieben, das hatte ich für Dieter Krebs geschrieben.
00:55:32Ich wollte, dass Dieter Krebs meine Rolle spielt.
00:55:36Und der Sender hat mich die ganze Zeit im Glauben gelassen, sie würden Dieter Krebs dafür nehmen.
00:55:41Und dann stand irgendwann zur Debatte, entweder sie spielen's oder wir drehen's nicht.
00:55:46Da wird man dann so ein bisschen erpresst.
00:55:48Fernsehen kann ja auch gemein sein.
00:55:49Und er hat gesagt, gut, bevor es nun gar nicht gemacht wird, spiele ich es.
00:55:53Und wer bist du?
00:55:55Ich bin die B.
00:55:57Wer bist du?
00:55:58Ich bin der Edwin.
00:56:00Angelika Milster war eigentlich auch immer gesetzt als meine charmant-dove Mitarbeiterin Biggie.
00:56:11Mann, wo bleiben die denn?
00:56:16Wenn wir Glück haben, werden sie entführt.
00:56:18Als ich das erste Mal das Drehbuch gelesen habe, ich war so begeistert.
00:56:22Mein Name ist Soxerina Lasse Wenger.
00:56:24Hab ich umgedacht, wenn das Judy Winter spielen würde.
00:56:27Schön, dass Sie da sind.
00:56:29Vielleicht sollten wir erstmal auf Ihren Urlaub anstoßen.
00:56:31Ich bin der Clubdirektor Dr. Hennart Wenger.
00:56:32Es war das erste Mal, dass ich als Hoteldirektorin immer betrunken war.
00:56:39Und seitdem spiele ich wirklich oft Rollen, die immer angeschickert sind.
00:56:46Aber es macht auch Spaß.
00:56:48Unser Club-T-Shirt.
00:56:50Unsere Club-Uniform.
00:56:53Alle anderen waren immer ganz scharf drauf.
00:56:56Griechische Nacht, griechischer Wein.
00:56:59Es ist so, wie es ist, dass er alles beobachtet im Leben.
00:57:27Dass er interessiert ist an Menschen, das sagt es aus.
00:57:33Weißt du, was Ripoli heißt?
00:57:35Ähm, nee.
00:57:36Das würde ich gerne wissen.
00:57:38Durchfall.
00:57:39Durchfall.
00:57:41Ja, auch das gehört zu einer dieser Lieblingserinnerungen an Harpe.
00:57:45Da hat er eine junge Moderatorin wahnsinnig irritiert und verunsichert.
00:57:50Sie hat gar nicht so schlecht reagiert, aber sie hatte keine Chance.
00:57:53Warum ist sie darauf reingefallen?
00:57:56Weil wir das als Legende wahnsinnig gut gebaut haben.
00:57:59Es gab ein Video und es gab offizielle Chartplatzierungen in Finnland.
00:58:03Also die Sache war sehr glaubwürdig.
00:58:04In Finnland kannst du nur zwei Sachen machen.
00:58:07Fischen und Fischen.
00:58:11Fischen und Beischlafen.
00:58:13Und das, was Harpe und sein Kollege da abgezogen haben, war einfach erstklassig.
00:58:18Das war was, wo man auf dem Teppichboden lag.
00:58:21Ja, herrlich.
00:58:22Oh!
00:58:23Spitzelabend!
00:58:24Stop that!
00:58:27Stop that!
00:58:28Ich glaube, ganz ruhig, ihr dürft euch wieder dort hinsetzen.
00:58:33Die Leute, denen gegenüber wir uns übrigens schlecht benommen haben, die gehörten zu unserem Team.
00:58:38Also die wussten, dass sie beispielsweise ein Bier über den Kopf kriegen oder so.
00:58:42Das waren alles Edelkomparsen und Schauspieler.
00:58:45Der Mann, was hat der Mann gesagt?
00:58:47Welcher Mann?
00:58:48Der Mann.
00:58:48Ja, Fräulein!
00:58:49Ja, bitte.
00:58:50Fräulein!
00:58:51Ja, also sowas Grasliches.
00:58:52Wiederschön!
00:58:54Wiederschön!
00:58:55Oh mein Gott!
00:58:56Das ist immer...
00:58:58Oh ja.
00:58:59Sie kriegt ein T-Shirt geschenkt.
00:59:02T-Shirt geschenkt.
00:59:06Brutal.
00:59:07Ja.
00:59:08Das ist natürlich auch diese Art, gleichzeitig fühlt man mit und es ist eben dieser Mut, doch auch Grenzen zu überschreiten, weil es ist Live-TV.
00:59:17Und die Moderatoren werden natürlich auch damit einfach konfrontiert und man weiß nicht, wie es ausgeht.
00:59:25Dann sag ich hier in die Regierin, ich spreche das ab und dann gehe ich da rauf und sage Tschüss. Das war's jetzt einfach.
00:59:30Das war's doch.
00:59:33Aber andererseits kann sich ja genau diese Situation auch als jemand, der so in so ein Studio geht und teilweise auch doof sein will oder auch damit klarkommen muss, dass so eine Sendung im Allgemeinen ziemlich blöde ist.
00:59:45Und so eine Moderatorin im Grunde sich sehr oft durchgehangelt hat, eigentlich gar nicht wusste, wer ist denn der Künstler, der jetzt reinkommt.
00:59:51Da guckt man schnell auf den Namen, okay, welche Platte.
00:59:53So und dann wurden da so ein paar belanglose Fragen hin und her gefeuert.
00:59:57Und genau mit der Nummer ist bei ihm als finnischer Rapper natürlich völlig Endstation gewesen.
01:00:03Das war hart, das tut mir auch im Nachhinein ein bisschen leid mit Milka, wobei die Nummer an sich gut war.
01:00:26Und wir möchten einen Freund grüßen, H.P. Kerkeling von Darüber Lacht, die Welt von Sat.1.
01:00:33Ah, sind ihr gegrüßt? Ich möchte nochmal einen riesengroßen Applaus für...
01:00:38Rippoli? Du siehst genau... Oh mein Gott!
01:00:41Rippoli? Du siehst du, mein Gott!
01:00:53Warum muss so was mir passieren?
01:01:04Ausziehen, alle ausziehen und schwupp sind die Kleider weg.
01:01:10Das hat sehr viel Spaß gemacht.
01:01:11Ausziehen, alle ausziehen, ausziehen und dann ran an den Speck.
01:01:20Ausziehen, alle ausziehen und schwupp sind die Kleider weg.
01:01:27Das sind halt, ja, wie so Spionage-Aktionen, Mischung aus Hochstapelei und Spionage, unangenehm
01:01:34auch.
01:01:35Das war gar nicht meine Art, so was zu machen, also so verdeckt und hintenrum, das bin ich
01:01:40nicht.
01:01:41Ich bin eigentlich jemand, der gerne mit offenem Visier arbeitet, aber diese Arbeit hat mir das
01:01:45verboten, musste ich auch jedes Mal über meinen Schatten springen.
01:01:47So gerne ich dann auch das Ergebnis manchmal gesehen habe, gerne gemacht habe ich das
01:02:17nicht.
01:02:18Das kann ich nicht wirklich behaupten, dass das, nein.
01:02:20Ich bin dann mal weg.
01:02:25Viel mehr habe ich meinen Freunden eigentlich nicht gesagt, bevor ich gestartet bin.
01:02:29Ich wandere halt mal ebenso durch Spanien.
01:02:33Dabei könnte ich jetzt bei einer heißen Tasse Kakao und einem saftigen Stück Käsekuchen
01:02:39gemütlich zu Hause auf meiner roten Lieblingscouch liegen.
01:02:42Ich wusste, er muss weg.
01:02:44Es ging ihm nicht gut.
01:02:46Und er rief mich an und hat gesagt, du, ich nehme jetzt meinen 10 Kilo Rucksack.
01:02:51Ich gehe auf den Jakobsweg.
01:02:52Meine Gallenblase musste raus.
01:02:53Gott, das passiert im Leben.
01:02:55Wenn man mal verfettet ist und ein Glas zu viel trinkt, da muss halt die Gallenblase
01:03:00raus.
01:03:01Die kam bei mir raus, das ist bei mir aber auch genetisch.
01:03:03Meine ganzen holländischen Vorfahren hatten auch alle Galle.
01:03:06Und ich hatte einen Hörsturz.
01:03:08Es kam parallel zu einer Lebensveränderung einfach, auf die er Antworten finden musste,
01:03:13auf diese vielen Fragen, die man dann in sich hat.
01:03:16Hier suchen also jedes Jahr zahllose Menschen nach Antworten.
01:03:19Ich persönlich suche noch nach der passenden Frage.
01:03:22Typisch für HP ist eben nicht sitzen zu bleiben, uns im Sofa zu versinken,
01:03:29wissend, dass er auch eine Mutter hatte, die an starken Depressionen gelitten hat.
01:03:35Und das Leben nicht mehr aushalten konnte.
01:03:38Das wird ihm nicht passieren, weil er dann auf die Reise gehen wird.
01:03:45Immer wieder in seinem Leben wird er das tun.
01:03:47Ich habe es schon zu meiner Schulzeit gehasst, in Jugendherbergen zu schlafen.
01:03:52In meinem hellsichtigen Reiseführer steht, dass jeder Pilger auf der Reise mindestens einmal weinen wird.
01:04:00Aber bitte nicht gleich am ersten Tag.
01:04:06Ich habe das Urvertrauen, dass ich mich diesem Menschen, der mir da medial begegnet, einfach ausliefern kann.
01:04:15Dass er den Mut hat, Stilbrüche zu begehen, auch allein dieses Buch über den Jakobsweg rauszuhauen,
01:04:21wo er sich nicht auf das verlässt, wofür er bekannt ist.
01:04:24Es hat mich überrascht, weil er sich keiner Tricks bedient, weil es nichts Reißerisches an sich hat.
01:04:33Und es geschieht auch nicht besonders viel, außer dass da ein normaler Typ diesen Weg entlang läuft und sich da Gedanken macht.
01:04:41Gestatten? Hans, Peter, Wilhelm, Kerkeling, 36 Jahre.
01:04:47Deutscher, Schütze, Aszendenzstier, Walrheinländer, Künstler, Raucher, Drache im chinesischen Sternzeichen,
01:04:55Schwimmer, Autor, Kunde, Komiker, Wähler, Zuschauer, Leser, Hörer und Pilger.
01:05:02Dass ich tatsächlich am Ziel ankomme, das habe ich am allerwenigsten erwartet.
01:05:12Erkenntnis des Tages, Pilgern tut weh.
01:05:15Ich habe wirklich gedacht nach zwei, drei Tagen, nein, das schaffe ich nicht, das ist viel zu anstrengend,
01:05:19das ist psychisch zu anstrengend, körperlich zu anstrengend.
01:05:22Aber irgendwann hat mich dann auch sowas wie ein Ehrgeiz gepackt und ich wollte es dann auch schaffen.
01:05:27Mittag.
01:05:32Also ich bin dann mal weg, sollte nie ein Buch werden.
01:05:37Ich habe das Tagebuch tatsächlich für mich geschrieben und für niemanden anderen.
01:05:42Und dann saß ich eben bei Frau Maischberger in einer Talkshow.
01:05:45Sie sind sechs Wochen lang zu Fuß 650 Kilometer gelaufen, quer durch Europa.
01:05:51Das war meine erste Überraschung und die zweite war, es ist auch noch eine Pilgerreise gewesen.
01:05:55Also war es jetzt eine sportliche Herausforderung oder haben Sie so ein religiöses Motiv gehabt, das zu machen?
01:06:00Also das Motiv war eher ein spirituelles, aber es wurde dann in der Tat eine sportliche Herausforderung.
01:06:05Und am nächsten Tag riefen drei Verlage an, ob ich da wohl ein Tagebuch geführt hätte.
01:06:10Das würde ja interessant klingen. Das würden wir gerne veröffentlichen.
01:06:13Und dann der Rest ist Geschichte. Das Ding hat sich dann knapp fünf Millionen Mal verkauft. Unglaublich.
01:06:19Es ist das meist verkaufte Buch, glaube ich, nach Mein Kampf.
01:06:24Danke für das schöne Kompliment.
01:06:28Ich habe ihn nie als aufdringlich erlebt, dass er da unbedingt so seine Meinung jetzt auch noch in die öffentliche Debatte hohen musste.
01:06:35Ich wollte kein politischer Kabarettist werden. Das war nicht mein Ziel, sondern ich wollte klassisch Komiker werden.
01:06:41Aber wenn es ans Eingemachte ging, ist er, glaube ich, da gewesen.
01:06:49Da hat er sehr klare Statements gesetzt und das ist natürlich toll, weil Menschen ihm zuhören.
01:06:56Als ich zugesagt habe, die Laudatio zu halten für Agnes Strack-Zimmermann, da waren das ja noch ganz andere Voraussetzungen.
01:07:08Aber dass sich die Lage seit dem 7. Oktober so dramatisch zuspitzt und jüdisches Leben in Deutschland tatsächlich wieder existenziell bedroht ist, das schnürt einem ja wirklich den Hals zu.
01:07:23Spätestens seit diesem denkwürdigen Tag ist auch jüdisches Leben in Deutschland wieder existenziell bedroht.
01:07:33Und das dürfen wir als deutsche Zivilgesellschaft nicht zulassen.
01:07:41Für mich ist es eine große Ehre, dass ich heute hier stehen darf, um die Laudatio auf Sie zu halten.
01:07:47Und das an einem so besonderen Ort wie der Synagoge der Stadt Düsseldorf, jener Stadt, die für mich Heimat ist und der ich fast 30 Jahre gelebt habe.
01:07:58Liebe Frau Dr. Strack-Zimmermann, Sie sind eine Persönlichkeit und Politikerin, die Antisemitismus nachhaltig bekämpft.
01:08:05Ihre Gradlinigkeit, ihre Offenheit und ihr Mut in der politischen Debatte sind für mich persönlich vorbildlich.
01:08:14Warum haben Sie sich Happe Kerkeling gewünscht?
01:08:17Weil ich diese Mischung, den täglichen Irrsinn mit großem Humor darzustellen, ich sehr schätze, ich habe auch viel Humor, kann darüber wirklich lachen.
01:08:26Gleichzeitig ist er aber kein Clown, sondern ernsthaft, politisch engagiert und ich finde diese Mischung wohltuend.
01:08:34Und deswegen freue ich mich sehr.
01:08:36Der Verdrehung und Verfälschung von Tatsachen müssen wir mit Entschlossenheit entgegentreten.
01:08:42Und wenn Täter sich zu Opfern stilisieren, müssen wir konsequent für die Wahrheit eintreten.
01:08:49Mir war das damals sehr wichtig, diese Rede zu halten. Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt auch noch keine vergleichbare Rede gehalten.
01:09:03Deswegen ist es mir auch durchaus schwer gefallen, da die richtigen Worte zu finden.
01:09:07Für mich persönlich hat das bedeutet, sehr viel Zuspruch von Menschen, die ähnlich denken, der mir sehr viel wert ist und sehr viel wert war.
01:09:18Aber eben nicht nur Zuspruch, sondern auch unvorstellbare Anfeindungen, die ich mir so gar nicht hätte ausmalen können, sodass also auch der Staatsschutz aktiv wurde.
01:09:30Das ist beängstigend. Weiß ich auch nicht, wohin das führt. Ich schaue für mich persönlich sehr optimistisch in die Zukunft. Für dieses Land leider nicht besonders optimistisch.
01:09:42Der Wolf, das Lamm auf der grünen Wiese.
01:09:47Hurt.
01:09:48Also erstmal als die kamen und sie wollten zum, glaube ich, das war das 750-jährige Stadtjubiläum von Recklinghausen, einen Comedypreis kreieren mit dem Namen Hurtz.
01:10:15mit dem Namen Hurtz, war ich mir nicht so sicher, ob das so eine gute Idee ist.
01:10:19Aber dann hat der Bürgermeister mich doch überzeugt, diesen Preis erstmal einmalig zu vergeben.
01:10:25Herzlich willkommen und offene Arme für Achim Hagemann und Harpe Kerkeling.
01:10:29Das ist die herrlichste Karikatur des hochgestochenen Kulturbetriebes.
01:10:49Aus Polen Piotr Stjaneck am Flügel und Miroslav Lem Tenor.
01:10:56Der Wolf!
01:10:59Das Lamm!
01:11:10Auf der grünen Wiese!
01:11:14Hattest du Noten?
01:11:16Nee.
01:11:18Habt ihr das gewusst?
01:11:20Das war wild drauf losgespielt.
01:11:22Auch kein Text.
01:11:22Jedes Mal anders.
01:11:23Doch, der Text war immer, maybe we could repeat it from the first phrase.
01:11:26Da wüsste ich, warte so lange bis die Zeile kommt, hause raus.
01:11:32Und das Unverschämte war, dass wir den Leuten eigentlich immer ein und dasselbe Stück vorgespielt haben.
01:11:38Also die wirkliche Aufzeichnung war etwa eine halbe Stunde.
01:11:41Die war länger als dieser Sketch.
01:11:42Und er war jedes Mal, war die Musik anders.
01:11:46Wo ich mir gedacht habe, hoffentlich merkt es keiner.
01:11:48Das Lamm schreit.
01:11:56Hurtz!
01:12:00Kampf!
01:12:01Der Wolf, das Lamm, Hurtz!
01:12:09Eine Nummer wie Hurtz ist nicht abfällig oder so oder nicht eklig irgendjemandem gegenüber.
01:12:19Er sieht bescheuert aus und er singt Quatsch.
01:12:21Zunächst ist erstmal er da, der Depp.
01:12:22Es ist einfach nur absoluter Unsinn.
01:12:26Und dann so zu tun, als müsste man da drin was lesen.
01:12:29Weil die Leute sich da nicht die Blöße geben können, dass sie vielleicht irgendwas nicht verstehen an dieser Sache, wird höflich Applaus gegeben.
01:12:38Maybe we could repeat the first phrase with the introduction.
01:12:42Maybe we could play the introduction.
01:12:47Völlig anders.
01:12:51Der habicht
01:12:52Die Gegenwart
01:12:56Sie sagten, als es um die Tiere ginge, das hat so etwas von einer Fabel.
01:13:05Das sind ja nun zwei verschiedene Dinge noch.
01:13:08Eine Fabel, eine traditionelle Fabel zumindest, hat ja auch immer eine Intention.
01:13:14Wolf und Lamm, das hat ja eine lange Geschichte, dieser Kampf.
01:13:18Und in diesem Thema Wolf und Lamm liegt ja auch immer die Vision einer möglichen Versöhnung am Ende der Zeit.
01:13:25Liegt da auch so eine Intention in dem Stück?
01:13:28Selbst wenn ich auch nur ansatzweise das Talent hätte, so eine Nummer zu bringen, wie Harper das da gemacht hat,
01:13:34ich hätte nach spätestens 30 Sekunden selber anfangen müssen zu lachen.
01:13:37Wenn ich dort gesessen hätte, während dieses Vortrags, dann hätte ich mich vielleicht auch genötigt gefühlt, etwas Kluges dazu zu sagen.
01:13:45Ich hätte gesagt, ja, das erzählt viel über unsere Gesellschaft.
01:13:48Denn Hurz als einsilbige Äußerung ist ja nichts anderes als ein kaltes Nein.
01:13:55Weiß nicht, ich hätte auch irgendwie Bullshit gelabert.
01:13:56Es war der Habicht.
01:14:01Jetzt kommt der Lacher.
01:14:04So, da war er auf der Kippe, da war es auf der Kippe.
01:14:08Ich habe es aus dem Augenwinkel gesehen und habe gedacht, guck nicht hin, guck nicht hin.
01:14:13Wollen Sie das sagen, dass das klassische Musik ist?
01:14:15Das ist zeitgenössische, klassische Musik, dann unterstelle ich, dass da kein intellektueller Zugang.
01:14:27Das können Sie recht haben.
01:14:30Aber es muss doch erlaubt sein zu sagen, ich kann damit nichts anfangen.
01:14:36Deswegen müssen Sie nicht sagen, dass ich weniger intellektuell wäre als Unumut.
01:14:41Da warst du richtig frech, ne?
01:14:43Du wolltest die aber auch ein bisschen kitzeln, glaube ich.
01:14:45Ja, das tut mir im Nachhinein auch ein bisschen leid.
01:14:48Also die Dame war ja danach bundesweit bekannt.
01:14:53Und das war also, das war, das war, das war, also das ehrlich, das hat mir leid getan.
01:15:00Wir haben mir auch einen fetten Blumenstrauß geschickt.
01:15:02Das ganze Leben ist ein Quiz und wir sind nur die Kandidaten.
01:15:14Das ganze Leben ist ein Quiz und wir raten, raten, raten.
01:15:24Und an dieser Stelle darf ich auch gleich meinen Orchesterchef vorstellen.
01:15:37Meine Damen und Herren, heißen Sie mit mir.
01:15:38Ganz recht herzlich willkommen, Achim Hegemann.
01:15:41Hegemann, Hegemann.
01:15:42Achim und ich kannten uns bereits aus der Grundschule.
01:15:56Der Achim war in der dritten Klasse neu dazugekommen.
01:15:59Und dann sind wir gemeinsam auf das Marie Curie Gymnasium gegangen,
01:16:04was ich im Übrigen auch nicht meinem guten Zeugnis zu verdanken hatte.
01:16:08Denn das war in dem Jahr, als meine Mutter sich das Leben genommen hatte
01:16:11und ich dementsprechend in der Schule so runtergegangen bin,
01:16:16meine Lehrerin sehr verständnisvoll war.
01:16:18Und eigentlich, dem Zeugnis nach, hätte ich auf eine Hauptschule gemusst.
01:16:23Und dann haben sich aber Achims Eltern dafür eingesetzt,
01:16:26dass ich eben doch aufs Gymnasium kam.
01:16:28Und siehe da, innerhalb eines Jahres
01:16:30habe ich mich dann zum besonders guten Schüler gemausert.
01:16:33Dieses Gymnasium hat mir einfach nur gut getan.
01:16:35Seit langer Zeit versuche ich schon zu sagen, es ist aus.
01:16:44Es auszusprechen fiel mir schwer, drum singe ich es frei heraus.
01:16:51Ja, das ist ganz schön.
01:16:53Ich hatte bis dahin nur Mädchen als Freunde.
01:16:57Das passte meiner Klassenlehrerin, Frau Klöker, nicht.
01:17:00Die fand das immer so ein bisschen doof,
01:17:01dass ich immer nur mit den Mädchen beim Seichen springe.
01:17:05Und ich mochte halt nicht mit den Jungs Fußball spielen.
01:17:07Und dann kam der Achim auf die Schule
01:17:09und dann zitierte sie mich in der Pause zu sich und sagte,
01:17:12so Hans-Peter, du kümmerst dich jetzt um diesen Jungen.
01:17:15Und daraufhin waren wir vom ersten Tag an beste Freunde.
01:17:17Die haben sich gegenseitig die Bälle zugeworfen
01:17:43und als ich den das erste Mal gesehen habe, wusste ich, ich will die beide haben.
01:17:47Ich hab mal richtig ausgepackt.
01:17:52Es wird einen wirklich dicken Scheck.
01:17:56Hab erzählt von Suff und Kokain
01:18:01und der Affäre mit Roy Bracken.
01:18:06Ja, toll.
01:18:07Sag mal, hast du nicht mehr alle.
01:18:09Von mir für dich, klein und ganz spontan.
01:18:11Ja, Wahnsinn.
01:18:11Sag mal, so kriegen wir doch nie im Leben eine Samstagabendshow.
01:18:13Du alter Hackfresse, du darfst auch wohl nicht wahr sein.
01:18:17Die beiden als Duo waren ein Traum.
01:18:21Ja, einen zauberhaften guten Abend, Herr Eken.
01:18:23Unsere Aktion Fernsehen.
01:18:24Zum Anfassen dürfen wir reinkommen.
01:18:25Das Dörfchen Kufstein
01:18:29Hey, Eken.
01:18:30In Kufstein, Tirol.
01:18:34Jawohl.
01:18:34Ja, dieses Dörflein
01:18:39Ja, das kennst du wohl
01:18:43Ja, das Dörfchen Kufstein
01:18:49In Kufstein, Tirol
01:18:53Ich weiß nicht, ob Achim das so gerne hören würde,
01:18:57dass er den Soundtrack meines Lebens geschrieben hat.
01:19:00Das würde ihm wahrscheinlich nicht gerecht werden,
01:19:02weil am Ende hat er den Soundtrack seines Lebens geschrieben.
01:19:05Und das auch sehr stark.
01:19:07Aber wenn ich mich entscheiden müsste für einen Soundtrack,
01:19:11dann wäre es wahrscheinlich auch die Musik von Achim,
01:19:14die natürlich mein Soundtrack wäre.
01:19:15Pizza, wow, wow, pizza
01:19:19Wer hat dir Pizza Margherita bestellt?
01:19:26Pizza, wow, wow, pizza
01:19:29Viel Mehl und Wasser und das für wenig Geld
01:19:35Wow, wow, wow, wow
01:19:38Ich glaube, dieser Mann hat so viele Teile.
01:19:40Wenn er noch ein Talent hat, dann flippe ich aus.
01:19:42Er kann auch schön singen.
01:19:45Ich bin auch Sänger, ja, ich bin Sänger.
01:19:47Das bin ich auch.
01:19:47Aber das bin ich nun wirklich hobbymäßig.
01:19:50Warum bin ich Sänger?
01:19:51Ich bin seit der 5. Klasse bin ich...
01:19:54Nein, ich bin Sänger.
01:19:55Mein Mann guckt schon wieder.
01:19:56Aber ich muss aufpassen, ich darf mir nicht schlecht machen.
01:19:58Ich bin ein Supersänger.
01:19:59Warum bin ich ein Supersänger?
01:20:00Bin ich doch, oder?
01:20:01Kann ich sagen.
01:20:02Ich bin ein großartiger Sänger.
01:20:04Felicità
01:20:05Du und ich, Mann und Frau, das ist alles nur Schau und nicht.
01:20:09Felicità
01:20:09Doch deine Power ist auch nicht von Dauer.
01:20:13Felicità
01:20:14Und du bist Italiener, doch leider kein schöner.
01:20:17Oh, Felicità
01:20:18Felicità
01:20:21Felicità
01:20:23Ich kann das verstehen, doch ich kann dich nicht sehen.
01:20:27Felicità
01:20:27Du kannst nur singen, mehr kannst du nicht bringen.
01:20:30Oh, Felicità
01:20:31Ich bin hübsch, hässlich, doch du musst ins Gräschlich.
01:20:35Felicità
01:20:36Felicità
01:20:39Hans-Peter, hast du einen Bezug?
01:20:42Ich muss immer aufpassen, dass ich nicht Harpe sage.
01:20:44Ganz ruhig, so heiße ich auch.
01:20:46Ich reagiere auf beides.
01:20:47Ich reagiere auf Hans, ich reagiere auf Peter, ich reagiere auch auf Harpe, nur auf Harpe.
01:20:53Da reagiere ich nicht.
01:20:54Wenn die Leute in Sachsen, Harpe, bist du Harpe?
01:20:57Da reagiere ich nicht.
01:20:58Ich bin der Harpe oder der Hans oder der Peter oder der Hans-Peter.
01:21:04Auch der Willi, das ist mein dritter Name.
01:21:07Wie man es macht.
01:21:08Horst und Horst?
01:21:09Horst, doch, reagiere ich auch drauf.
01:21:11Doch, doch, Horst reagiere ich drauf.
01:21:13Schlemmer, gebe ich ehrlich zu, ist meine Lieblingsfigur.
01:21:17Ich glaube, es gibt niemanden, der Horst Schlemmer nicht liebt.
01:21:21Da werfe ich mich weg.
01:21:24So etwas wie Horst Schlemmer hatte es vorher nicht gegeben.
01:21:26So eine auch körperlich raumfüllende Persönlichkeit zu kreieren, das ist, glaube ich, super schwer.
01:21:35Herr Schlemmer, für uns sind Sie ja weitgehend alterslos.
01:21:38Korrigieren Sie mich, wenn ich irre, 48 Jahre sind Sie aus Grevenbruch, das ist bekannt, stellvertretender Chefredakteur und Chefreporter in Personalunion.
01:21:51Immer knallhart nachgefragt.
01:21:53Ich hatte keine Ahnung, was daraus entsteht.
01:21:56Man kann sich ja diesem Typen, Horst Schlemmer, überhaupt nicht erwehren.
01:22:01Sie haben angegeben, dass Sie derzeit Single sind.
01:22:04Wie dürfen wir das verstehen?
01:22:05Ja, weil ich lande bei Gerti Kofus nicht.
01:22:08Ich bin ja auch, hallo Schützelein.
01:22:12So konnte er mir morgens schon einen Kaffee anspringen, das ist so, da würde der Tag gerettet sein.
01:22:17Dieses duodezartige Auftreten, dass er also die Situation hier schon beherrscht und du, ich erkläre dir mal die Welt etc.
01:22:25Und in Wirklichkeit ja eine ganz kleine graue Maus ist.
01:22:30Daraus ist ja der Witz entstanden.
01:22:33Und was der Typ sich eben einfach getraut hat, bis hin auch zu sexuellen Anzüglichkeiten gegenüber Frauen.
01:22:40Ist die Praktikantin hier?
01:22:45Also ich Telefonnummer von dir machen.
01:22:48Machen wir nachher.
01:22:50Derzeit Single?
01:22:51Ja, aber nicht mehr lange habe ich in einem Bereich.
01:22:53Dieses zu tatschige, also das kennen wir ja alle, die irgendwie mal Interviews gegeben haben.
01:23:03Da weißt du, es gibt Reporter, wo du einfach sagst, bitte stell mir gar keine Frage, ich möchte hier raus.
01:23:09Und dann brauchen wir noch einen Spendenzweck von Ihnen.
01:23:13Ja, das Geld dient zur Absicherung meines Lebensarmes.
01:23:18Ja, passt zu der entsprechenden Figur.
01:23:33Ist ein richtig guter Gag.
01:23:35Er ist ja ohnehin jemand, der diese spontane Reaktionsfähigkeit hat, diesen schnellen Witz, dieses Absurde.
01:23:43Und ich glaube, das sind auch Dinge, die ihm dann absolut spontan einfallen.
01:23:48Das muss der sich vorher nicht überlegen.
01:23:50Ich meine, der wäre gefedert.
01:23:53Ja, ich sitze hier besser.
01:23:55Ja, ja.
01:23:56Ich sitze hier besser.
01:23:58Ich sehe aber keinen Unterschied.
01:24:01Ja, Sie haben ja gar keine Antworten, nichts hier stehen.
01:24:03Ich sage Ihnen, nein, nein.
01:24:04Da können Sie ruhig tun, das macht nichts.
01:24:06Ja, ja.
01:24:06Ich bleibe hier sitzen.
01:24:07Ja, ja.
01:24:10Ich würde gerne hier, ich kann da nicht sitzen.
01:24:12Ich habe einen Artifft dabei.
01:24:13Ich habe auch Rücken.
01:24:16Ich bleibe hier sitzen.
01:24:19Und so hat er das hingekriegt, dass er mich zum peinlich berührten Gefragten gemacht hat.
01:24:25Und er im Grunde die Moderation der Sendung übernommen hat.
01:24:29Ist sicherlich in 25 Jahren, Wer wird Millionär, eine der witzigsten Sendungen und vor allen Dingen Szenen gewesen.
01:24:38Ja, Herr Joch, jetzt wollen wir dich mal grillern.
01:24:41Und jetzt bist du dran.
01:24:45Ja, liebe Zuschauer, wenn Sie jetzt eingeschaltet haben, bei Wer wird Millionär mit Horst Schlemmer.
01:24:52Sie denken auch zu Hause, weißt du?
01:24:54Nein, dem Jauch geht es gut.
01:24:57Der Jauch ist nicht krank und gar nichts.
01:24:58Der Jauch rät.
01:24:59Ich finde schon, dass das absolut seine Berechtigung hat, auch heute noch.
01:25:03Als ich klein war, das fand meine Oma schon lustig, als ich noch gar nicht geboren war.
01:25:10Horst Schlemmer dürfte echt gerne nochmal wiederkommen.
01:25:12Ehrlich gesagt ist es mir lieber, dass die Leute sagen, schade, dass er weg ist, als dass die Leute sagen, ach, wann geht er denn endlich?
01:26:19Es gibt halt keinen Loriot, es gibt halt keinen Harpe mehr, wie er früher war.
01:26:27Er macht eine Serie und er macht dies und er spielt.
01:26:30Aber das, wo er wirklich genial ist, das fehlt mir ein bisschen.
01:26:35Ja, ich verstehe das Wehklagen, die Traurigkeit der Menschen, wenn er sagt, jetzt ist mal Schluss, jetzt bin ich wirklich mal weg.
01:26:43Ich wünsche mir natürlich genau das Gegenteil, dass er wieder in Rollen schlüpft, dass er uns den Spiegel vorhält vor unserer eigenen Spießigkeit und dass er uns weiter zum Lachen bringt.
01:27:07Klar wünsche ich mir das, aber ich hätte großes Verständnis, wenn er sich dagegen entscheidet.
01:27:14Das hatte ich mir leichter vorgestellt, als es ist. Das ist nicht so leicht, wie ich dachte.
01:27:18Weil dazu habe ich den Beruf doch tatsächlich zu sehr geliebt, liebe ihn auch immer noch.
01:27:23Ich vermisse es nicht, habe mich jetzt dran gewöhnt, aber ich bin auch froh, dass ich es gemacht habe. Es war aber, es war nicht so leicht.
01:27:31Puh.
01:27:31Es gibt halt niemanden, dem ich mich so verbunden fühle und der mich so geprägt hat, auch was diesen Weg angeht.
01:27:51Ich fand einfach, es war genug. Ich wollte das Schicksal nicht weiter herausfordern. Ich habe so ein unverschämtes Glück gehabt, wirklich.
01:28:01Ich liebe den HP. Ich hätte ihn gerne mal angefasst. Ich fand ihn ganz toll.
01:28:07Ich würde sagen, HP gehört zu unserem kollektiven Gedächtnis.
01:28:10Am Ende war vielleicht niemand so überrascht von dieser Karriere, die ich machen durfte, wie meine Großmutter Bertha, die das ja auch noch miterlebt hat.
01:28:20Und schön war, als sie dann irgendwann zu mir kam, da war sie schon so 85, 86 und sagte, Hans-Peter, seitdem du im Fernsehen bist, muss ich beim Arzt nicht mehr warten.
01:28:31Der holt mich immer gleich ins Sprechzimmer. Das ist toll.
01:28:35Ja, das Leben rast nur so an einem vorbei. Schön, dass ich alles richtig gemacht habe.
01:28:54Und wer witzig ist, der hat nun Lage. Und darum geht's in diesem Sonn. Witzigkeit kennt keine Grenze.

Empfohlen