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00:01:36Herr Simmel, ist das wirklich nötig beim Autofahren?
00:01:39Wieso ist doch nicht verboten, während der Fahrt zu essen?
00:01:41Nein, ist es nicht. Aber unbedingt. Rote Grütze.
00:01:45Wieso eigentlich?
00:01:47Wieso eigentlich was?
00:01:48Na, wieso heißt die Rote Grütze?
00:01:50Ja. Also da Brombeeren drin und schwarze Johannisbeeren sind doch eher schwarz als rot.
00:01:56Sieht aber ziemlich rot aus, Ihre Grütze.
00:01:58Ja, Frau Bann, manche Dinge sind nicht so, wie Sie aussehen.
00:02:01Weiße gesprochen.
00:02:05Aber vielleicht ist das ja gar keine echte rote Grütze.
00:02:07Vielleicht ist das ja unechte rote Grütze, also eigentlich schwarze Grütze, aber klingt nicht.
00:02:12Man sagt rote Grütze.
00:02:14Hauptsache es doch, dass Ihnen schmeckt, Herr Simmel, und dass Sie sich dabei beim Autofahren nicht ablecken lassen.
00:02:28Hey, was machst du da?
00:02:31Oh, Frau Brandt!
00:02:35Frau, Frau Brandt!
00:02:41Natürlich ist er, haben Sie gesehen, wie der weggebraust ist, der hat, also ist das doch getunt, das Teil.
00:02:45Ganz sicher ist er mitgebracht.
00:02:48Englisch war nicht sein Lieblingsfach.
00:02:52Weil?
00:03:07Ja, Herr Schauffer...
00:03:35Das Ordnungsamt schickt zwei Mann.
00:03:37Ja, ganz bestimmt.
00:03:38Meinen Sie nicht?
00:03:39Doch, doch.
00:03:40Herr Simmel, wenn Sie ein Graffiti entdecken auf einer Mauer von einem berühmten Künstler,
00:03:44sagen wir Bengtschi.
00:03:45Hier in Köln.
00:03:46Warum denn nicht?
00:03:48Würden Sie dann auch wollen, dass es entfernt wird?
00:03:52Rand?
00:03:55Mhm.
00:03:59Oh.
00:04:02Ja, ja, ist gut.
00:04:04Wir sind unterwegs.
00:04:05Danke.
00:04:06Herr Simmel, wir müssen...
00:04:12Es gibt einen Toten im Köln-Haus der Kunst.
00:04:27Moin.
00:04:28Moin.
00:04:30Tina, Moin.
00:04:30Nice.
00:04:32Ich drehe Sie um.
00:04:38Lassen Sie mich mal schauen.
00:04:41Wir hatten Ihnen das angetan, hm?
00:04:45Sie erwarten jetzt keine Antwort von der Leiche auf Ihre Frage, oder?
00:04:49Tara Heller, hallo.
00:04:52Einer meiner Professoren hat immer mit seinen Leichen gesprochen.
00:04:55Das hat irgendwie auf mich abgefärbt.
00:04:57Mich hat heute auch was abgefärbt bei ihm.
00:05:00Naja.
00:05:02Haben Sie noch nie die Seele eines Toten gespürt, bevor sie aus dem Körper gegangen ist?
00:05:07Äh, nein, nein.
00:05:09Na, manchmal wollen Sie ja auch nicht gehen.
00:05:11Gerade wenn Sie getötet worden sind, dann klammern sich die Seelen noch an Ihren toten Körper fest.
00:05:16Und manchmal, dann liefern Sie mir Hinweise darauf, was mit Ihnen passiert ist.
00:05:23Kleiner Ausgleich zum schnöten Mordalltag.
00:05:25Was haben Sie bisher?
00:05:28Bei dem Toten handelt es sich um Markus Kohl, dem Direktor des Museums.
00:05:33Todeszeitpunkt zwischen 22 und 0 Uhr gestern Nacht.
00:05:36Er wurde hinterrücks erschossen aus zwei Metern Abstand.
00:05:40Vermutlich mit einer Handfeuerwaffe, Kaliber 9 oder ähnliches.
00:05:43Und die Kugel ist nicht wieder aus der Brust ausgetreten.
00:05:47Ich glaube, er war nicht überrascht, als sein Mörder plötzlich vor ihm stand.
00:05:5142 Jahre, sagen Sie, ja?
00:05:53Da haben Sie mal genau, weil hier ist ja nicht mehr viel.
00:05:56Da könnte ja eher die Konfektionsgröße sein, meinen Sie nicht auch?
00:05:58Vielen Dank, Frau Heller.
00:06:03Krull ist tot und ich habe die Polizei gerufen.
00:06:06Ich bin fix und fertig, verstehst du das?
00:06:08Ich kann jetzt nicht weg hier.
00:06:10Wie stellst du dir das vor?
00:06:12Ja, ich weiß, dass die Zeit drängt, aber ich kann jetzt nicht telefonieren.
00:06:16Ich weib mich später.
00:06:31Was war das denn für eine Nummer?
00:06:33Vielleicht hat sie das dritte Auge.
00:06:35Mein drittes Auge sagt nur, dass die Rechtsmedizinerin nicht ganz normal ist.
00:06:38Ja, aber wer ist das schon, Herr Simmel?
00:06:45Guten Tag, Marie Brand, Kripo Köln, das ist mein Kollege Jürgen Simmel.
00:06:49Hallo, und Sie sind wer?
00:06:51Anita Finteisen.
00:06:52Ich arbeite für Herrn Krull.
00:06:55Also habe ich bisher, bevor.
00:06:58Ich habe ihn gefunden.
00:06:59Kommen Sie mal weg.
00:07:00Heute Morgen, kurz nach Öffnung des Museums.
00:07:05Da steht drauf, Anita C. C. Finteisen.
00:07:08Da bin ich froh, dass Sie keine Fliege sind, nicht?
00:07:10Anita Chantal Claudel Finteisen.
00:07:12Sie haben französische Wurzeln.
00:07:14Meine Mutter stammte aus der Romandie.
00:07:16Oh, das ist die französische Schweiz.
00:07:17Oui, exactement.
00:07:19Ma mère, meine Mutter, sie ist vor einem Jahr gestorben.
00:07:25Krebs.
00:07:26Oh.
00:07:28Seit der Beerdigung war ich nicht mehr dort.
00:07:29Mon dieu, das tut mir leid.
00:07:31Ist so schön da.
00:07:33Mhm.
00:07:35Äh, ähm, die Kunst, die hier überall rumschätzt.
00:07:37Hier kommen ja keine Besucher hin.
00:07:39Wie, wie, wie können die das sich denn anschauen?
00:07:41In unserem Depot lagern derzeit mehr als tausend Exponate.
00:07:45Unsere laufenden Ausstellungen können die Besucher in den Räumen oben sehen.
00:07:48Mhm.
00:07:50Das heißt, hier unten haben tatsächlich nur Mitarbeiter Zugang.
00:07:53Mhm.
00:07:53Mhm.
00:07:54Äh, wie viele sind das?
00:07:56Außer den beiden freien Kuratoren, der Putzfrau, der Security und der Elektrikerin.
00:08:01Im Prinzip nur ich und Herr Krull.
00:08:03Und unser Facility Manager.
00:08:05Ui, das ist der Ausmeister.
00:08:07Genau.
00:08:08Aber der war gestern auch schon weg, als ich gegangen bin.
00:08:11Herr Krull war da noch da.
00:08:12Alleine.
00:08:13Der Direktor Krull war gerade dabei, eine neue Ausstellung vorzubereiten.
00:08:17Mhm.
00:08:17Für die er eine Reihe der bekanntesten Kölner Kunstsammler als Leihgeber gewinnen konnte.
00:08:22Und das zu organisieren, ist natürlich eine Wahnsinnslogistik.
00:08:26Ja.
00:08:26Ja, ja.
00:08:27Kunst ist so wunderschön manchmal.
00:08:30Das ist so bereichernd und inspirierend.
00:08:33Nicht wahr?
00:08:33Das ist manchmal wirklich viel Arbeit, wenn man Intuit ist.
00:08:37Nein.
00:08:38Wenn Sie wüssten.
00:08:40Meine Beziehung ist wegen Direktor Krull in die Brüche gegangen.
00:08:43Oh, mon dieu.
00:08:46Wer mit der Kunst verheiratet ist, hat mein Freund gesagt.
00:08:51Der kann keine Beziehung führen.
00:08:54Das war's dann.
00:08:56Danach habe ich ihn nie wieder gesehen.
00:08:58Oh.
00:08:58Also Ex-Freund.
00:08:59Für Sie.
00:09:00Falls Sie mal Ihr Talent austesten wollen.
00:09:02Humor.
00:09:04Vis-a-vis.
00:09:05So ist das Leben.
00:09:07Merci.
00:09:10Der ganze Murks ist zu sehen.
00:09:12Murks?
00:09:13Also, Sie haben einen Ton am Leib.
00:09:16Der Typ kommt rein.
00:09:17Und Peng.
00:09:18Peng?
00:09:19Das ist doch kein Videospiel hier.
00:09:21Ja.
00:09:22Und holt irgendwas raus.
00:09:23Aber was?
00:09:25Es scheint eine Art Sockel zu sein.
00:09:28Vielleicht könnte eine Skulptur.
00:09:32Können Sie noch mal kurz zurückgehen?
00:09:41Danke.
00:09:42Kann weitergehen.
00:09:45Das ist jetzt die Kamera, die den Mord aufgezeichnet hat.
00:09:53Da.
00:09:54Die Waffe ist doch in der Plastetüte, oder was?
00:09:57Um die Schmauchspuren zu vermeiden.
00:09:59Moment.
00:10:00Nochmal ein Stückchen zurück, bitte.
00:10:03Und ein bisschen vergrößern.
00:10:08Was sagt er da wohl, Herr Siebel?
00:10:11Keine Ahnung.
00:10:12Bin ich hellseher?
00:10:12Oder was ist das?
00:10:13Ich meine, das Video ist ohne Ton.
00:10:14Nochmal ein kleines Stück zurück.
00:10:18Ich weiß, dass Sie nicht echt...
00:10:23Frau Brandt, das kann man nicht erkennen.
00:10:25Das könnte genauso gut heißen, ich weiß, dass Sie ein Specht ist.
00:10:29Das Opfer geht den Täter verbal direkt an.
00:10:32Das heißt, die kannten sich.
00:10:33Ist möglich, dass Frau Heller mit ihrer Theorie recht hatte?
00:10:36Welche Theorie?
00:10:36Na, dass Krull nicht überrascht war.
00:10:39Ja, oder es waren Mitarbeiter aus dem Museum.
00:10:41Von der Größe her könnten wir...
00:10:43Nicht?
00:10:44Größer.
00:10:46Ich war gestern mit meiner Mutter in der Oper, wenn sie das interessiert.
00:10:52Auf dem Video überleiten nur eine Art Sockel zu ecken.
00:10:54In dem Tresor wurde keine Kunst gelagert.
00:10:56Herr Krull hat die nur für Geschäftsunterlagen genutzt.
00:10:58Trotzdem hatte er darin einen Gegenstand deponiert, der jetzt verschwunden ist.
00:11:01Haben Sie Zugang zu dem Tresor?
00:11:03Ja, aber ich bin nicht befugt.
00:11:05Aber ich, ich, ich befug sie.
00:11:20Sagt Ihnen der Name Daniel, sag's etwas?
00:11:23Wer soll das sein?
00:11:25Sehr geehrter Herr Direktor Krull, wiederholt ersuche ich Sie um ein Treffen in der Causa Nase.
00:11:29Ich werde in der Woche vom 20. dieses Monats in Köln sein.
00:11:32Ich erwarte, dass das Treffen nicht wieder abgesagt wird.
00:11:34Das ist ausgesprochen wichtig.
00:11:36Anderenfalls werde ich zu härteren Maßnahmen gezwungen sein.
00:11:39Daniel Sachs.
00:11:40Das ist von der New Yorker Anwaltskanzlei.
00:11:44Das könnte mit Nase gemeint sein.
00:11:45Vielleicht.
00:11:46Vielleicht.
00:11:47Beginner Schnupfen.
00:11:48Na, möglicher Sinne.
00:11:50Und alles ist nur von hinten zu sehen?
00:11:53Wie, was heißt das erschossen?
00:11:57Wie, einfach Peng und Krull war tot?
00:12:02Ja, nein, nein, nein, nein.
00:12:04Das ist schrecklich, ja.
00:12:06Aber danke, dass du's mir gesagt hast, Darling.
00:12:10Ja, ich muss mich jetzt erstmal von dem Schock erholen.
00:12:15Nein, kein Arzt, nein.
00:12:17Bei mir hilft da nur was Hochprozentiges.
00:12:20Ja.
00:12:22Ja, ja, danke.
00:12:24Tschö.
00:12:25Tschö.
00:12:29Tschö.
00:12:32Ah.
00:12:37Ah.
00:12:40Ah.
00:12:43Ah.
00:12:44Ah.
00:12:44Ah.
00:12:47Ne, also zur Körpergröße und Gewicht kann ich so nichts Fundiertes sagen.
00:12:51Zum Glück können wir ja diverse DNA am Tatort sicherstellen können.
00:12:54Die Auswertung dauert halt. Wie lange?
00:12:57Frau Brandt, ich weiß, es wirkt manchmal so, aber ich kann nicht hexen.
00:13:00Vier Tage?
00:13:00Einer, drei, zwei. Das ist ein fairer Kompromiss.
00:13:03Okay, thank you and au revoir, Madame.
00:13:07Eine Französin?
00:13:08Wieso?
00:13:09Nein. Quatsch, das war die Mitarbeiterin der New Yorker Anwaltskanzlei von Daniel Sachs.
00:13:13Sie hat bestätigt, was die Bundespolizei uns auch schon gesagt hat.
00:13:15Er ist vor drei Tagen nach Deutschland gekommen. Und zwar per Business Class.
00:13:20Und Sie haben ihn in einem Superior-Zimmer gebucht in der fünften Jahreszeit hier in Köln.
00:13:23Ich finde, wir sollten uns mal schleunigst mit dem Mann unterhalten, weil der hat ein Problem mit dem Toten.
00:13:28Das ist eine gute Idee, Herr Simmel.
00:13:41Hallo.
00:13:43Den Schlüssel, bitte. Den Schlüssel, bitte.
00:13:46Oh.
00:13:59Wow.
00:14:00Wow.
00:14:02Wie sich so manchmal der Blick auf Kunst ändert, wenn man in diesem Milieu zu tun hat, nicht wahr?
00:14:06Das ist Ganesha, ein Glücksbringer im Hinduismus, Herr Simmel.
00:14:09Der räumt Hindernisse aus dem Weg, geistige wie materielle.
00:14:12Ach so.
00:14:20Ja, ist kaputt.
00:14:24Frau Brandt, Herr Simmel?
00:14:26Ja.
00:14:27Bitte, kommen Sie rein.
00:14:28Danke.
00:14:37Sie können sich sicher vorstellen, dass ich war sehr aufgeregt, als ich die anonyme Schreiben bekam.
00:14:45Ja, Mr. Sachs. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie interessiert sind zu erfahren, dass die Giacometti-Plastik Ihres Großvaters wieder
00:14:51aufgetaucht ist.
00:14:52Sie wird demnächst im Haus der Kunst in Köln ausgestellt. Der Direktor dort ist Markus Kroll. Beste Grüße.
00:14:58A.Friend.
00:15:01Was macht Sie so sicher, dass es sich dabei tatsächlich um das verschollene Kunstwerk Ihres Großvaters handelt?
00:15:07Well, nichts. Deswegen wollte ich ja mit Director Kroll sprechen.
00:15:12Aber er hätte mir wieder abgesagt. Deswegen dachte ich, ich bin auf die richtige Spur.
00:15:17Das heißt, Sie sind Herrn Kroll noch nie begegnet. Auch gestern Nacht nicht.
00:15:21Ich bin Anwalt. Ich bringe keine Leute um. Ich bringe sie vor Gericht.
00:15:26Ja, das wollte ich damit ja auch gar nicht sagen.
00:15:28Wenn die Skulptur seit 1939 verschwunden ist, wieso taucht sie ausgerechnet jetzt wieder auf?
00:15:34In einem Kölner Museum.
00:15:38Bitte.
00:15:39Danke.
00:15:45Mein Großvater ist 1939 nach Amerika emigriert.
00:15:51Und es war gerade noch rechtzeitig, bevor die Nazis die Flucht unmöglich gemacht haben.
00:15:58Seine jüngere Schwester und seine Eltern sind in Deutschland geblieben.
00:16:01Sie sind alle ermordet worden.
00:16:10Vor der Show besaß mein Großvater zwei Galerien in Köln und in Düsseldorf.
00:16:16Er war wirklich erfolgreich.
00:16:19Und als er in die USA ankam, war er superarm.
00:16:31Das ist sie.
00:16:36Die Skulptur von Alberto Giacometti.
00:16:40Ich war total überrascht, weil es gab überhaupt keine Hinweise, wo die Skulptur die ganze Jahrzehnte gewesen ist.
00:16:49Und dann kam der Brief.
00:16:51Giacometti ist einer der bedeutendsten Bildhauer im 20. Jahrhundert.
00:16:55Haben Sie eine Idee, woher Ihr Großvater diese Skulptur hatte?
00:16:59Meine Mutter hat mir erzählt, dass mein Opa viel Kunst in Paris in die 30er Jahre gekauft hat.
00:17:07Also sie geht davon aus, dass sie beiden sich kannten.
00:17:10Die Skulptur hat eine ziemlich lange Nase.
00:17:12Wie Pinocchio, der hat ja auch.
00:17:14Kennen Sie das Lügenmännchen?
00:17:17Weil deswegen heißt der Werk ja auch Pinocchio.
00:17:20Wirklich?
00:17:21Hey, aber der Film kam doch erst in den 70ern raus.
00:17:24Nachher her sehen wir.
00:17:25Pinocchio 1, um genau zu sein.
00:17:28Pinocchio 2 oder auch Lenné wurde erst gerade von einem Kryptomilliardär für 78 Millionen bei Sotheby's versteigert.
00:17:36Nicht Ihr Ernst?
00:17:37Wer gibt dann so viel Geld dafür aus?
00:17:39800 RM, also Reichsmark.
00:17:43Könnte das der Verkaufspreis sein?
00:17:45Well, selbst wenn es sich formal um einen Kaufpreis handelt, jeder Jude, der zu dieser Zeit noch etwas an die
00:17:52Nazis gegeben hat, musste es weiter unter Wert verkaufen.
00:17:55Und alle haben das gewusst.
00:17:59Ja, das Kürzel ER, könnte das der Käufer sein?
00:18:02Mein Großvater hat nicht viel über den Verkauf von dem Kunstwerk gesprochen.
00:18:07Und auch nicht so viel über seine Zeit in Nazi-Deutschland, nach seiner Immigration.
00:18:13Er wollte nur noch vergessen, die Vergangenheit.
00:18:15Leider verständlich.
00:18:20Sie können sich sicher vorstellen, es ist sehr wichtig für mich, dieser Kunstwerk zu finden.
00:18:27Ganz unabhängig von seinem materiellen Wert.
00:18:32Also vom rechteckigen Sockel her könnte es passen.
00:18:35Sollte das Museum tatsächlich Eigentümer dieses verschollenen Kunstwerks sein, dann hätte der rechtmäßige aber trotzdem Anspruch auf Rückübereignung der Raubkunst.
00:18:43Hä, warum?
00:18:44Weil bei öffentlichen Sammlungen Verjährung nicht greift.
00:18:47Aber warum würde jemand Daniel Sachs in einem anonymen Brief ihn über den angeblichen Aufenthaltsort der Skulptur informieren?
00:18:54Naja, vielleicht weil die oder derjenige aus dem engeren Umfeld des Museums stammt und mich als Verräter darstellen würde.
00:19:01Danke.
00:19:03Oh, vielen Dank.
00:19:04Sehr, sehr gerne.
00:19:07Schönen Tag.
00:19:08Danke.
00:19:43Findeisen, hallo?
00:19:44Brand hier, Frau Findeisen. Ich würde gerne nochmal mit Ihnen sprechen. Es haben sich ein paar Fragen ergeben.
00:19:49Was denn für Fragen?
00:19:51Vielleicht könnten Sie einfach ins Museum kommen. Dann sprechen wir hier.
00:19:55Okay, ich komme vorbei.
00:19:57Danke.
00:19:59Danke.
00:20:18Was?
00:20:23Von wann ist das Video?
00:20:26Das ist zwei Wochen her.
00:20:33Sie ist wunderschön.
00:20:35Aber gesehen haben Sie die Skulptur hier im Museum sicher nicht.
00:20:39Nein, Giacometti ist sich Millionen wert. Das wäre eine Sensation. Also, wer behauptet, dieser hier im Museum, der muss verrückt
00:20:45sein.
00:20:46Ist denn vielleicht möglich, dass Direktor Kohle die Skulptur in seinem privaten Tresor aufbewahrt hat, bevor sie gestohlen wurde?
00:20:53Frau Brand, es gibt da noch ein Video.
00:20:57Ja.
00:20:58Ja.
00:20:59Ja.
00:21:01Ja.
00:21:22Ich meine, die streiten sich doch, oder nicht?
00:21:24Das kannst du mir nicht antun.
00:21:27Ich weiß, wer das ist. Das ist Dieter Roskopf. Ein einflussreicher Galerist und Sammler. Jeder in der Szene kennt ihn.
00:21:35Er ist in der Kölner Kunstwelt bestens vernetzt. Ein klassischer Fall von Kölschem Klüngel.
00:21:40Wissen Sie vielleicht auch, worum es bei diesem Streit ging?
00:21:43Ja. Wissen Sie das?
00:21:45Nein.
00:21:46Nein, ich weiß sie nicht.
00:21:58Sie wünschen?
00:22:00Marie Brand, Kripo Köln. Ich würde gerne mit Herrn Roskopf sprechen.
00:22:17Wie kann ich Ihnen helfen?
00:22:26Was genau ist denn passiert?
00:22:28Über Ermittlungsdetails darf ich nicht sprechen.
00:22:31Markus war mein Freund. Er war mehr als das. Wir haben gerade zusammen eine neue Ausstellung geplant. Was aussehenderregend ist.
00:22:42Was ist denn gestohlen worden?
00:22:44Wie kommen Sie darauf, dass was gestohlen wurde?
00:22:48Einige meiner Kunstwerke befinden sich momentan im Museum. Ich werde meine Leihgaben abholen lassen.
00:22:54Da werden Sie leider auf den Abschluss unserer Ermittlungen warten müssen.
00:22:58Warum?
00:23:00Herr Roskopf, können Sie mir das hier erklären?
00:23:06Ach, das. Wann war das? Kann ich mich schon gar nicht mehr daran erinnern. Vor zwei, drei Wochen?
00:23:14Worum ging es bei dem Streit?
00:23:15Eine fachliche Auseinandersetzung.
00:23:19Markus wollte Max Ernst und Josef Fassbender für die Ausstellung zusammen in einem Raum unterbringen.
00:23:24Stellen Sie sich das mal vor. Was für ein Blödsinn. Da muss man doch aus der Haut fahren.
00:23:28Was ist daran so abwegig? Beide entstammen dem rheinischen Expressionismus.
00:23:35Ernst ist viel psychotischer in seiner Arbeit und Fassbender viel weniger surreal. Beides passt nun mal nicht zusammen.
00:23:44Herr Roskopf, kennen Sie diese Skulptur?
00:23:53Giacometti. Die einen halten ihn für genial, die anderen für maßlos überschätzt. Ich beteilige mich nicht an dieser Diskussion. Ich
00:24:01halte sie für verlogen und letztendlich sinnlos.
00:24:04Sagt Ihnen der Name Daniel Sachs irgendwas?
00:24:07Sollte er?
00:24:08Er hat Ihrem Freund Kult geschrieben wegen des Giacometti. Sachs ist angeblich der rechtmäßige Besitzer der Skulptur.
00:24:14Das ist doch schön für ihn.
00:24:15Nur, dass diese Skulptur bisher noch nie jemand gesehen hat.
00:24:18Das ist doch schön.
00:24:59Hallo?
00:25:05Rainer!
00:25:07Bien sûr, c'est moi.
00:25:10Ça va?
00:25:11Was ist denn los?
00:25:13Nichts.
00:25:14Es ist alles gut.
00:25:16Wir müssen nur ein bisschen vorsichtig sein. Es gab ein paar Nachfragen wegen einer Skulptur, aber alles gut. Nur ein
00:25:22bisschen vorsichtig.
00:25:25Alors?
00:25:26Hm.
00:25:27C'est bien.
00:25:28C'est nouveau, hein?
00:25:30J'aime, j'aime, j'aime.
00:25:32C'est bien.
00:25:33Das ist sehr, sehr gut.
00:25:37Mein Vater, Ludwig, mein Onkel Hans und mein Großvater Eberhardt.
00:25:44Darf ich mal?
00:25:45Ja.
00:25:47Mein Onkel hat meinen Vater gehasst.
00:25:50Durfte umgekehrt nicht anders gewesen sein.
00:25:53Waren beide schon als Kinder total versessen auf Kunst und kunsthistorisches Wissen.
00:25:58Ja, jeder wollte im Auge des Vaters bestehen.
00:26:02So, jetzt dürfte ich Sie aber doch bitten zu gehen.
00:26:06Hätten Sie etwas dagegen, uns eine DNA-Probe zu überlassen?
00:26:09Oh, da muss ich Sie leider enttäuschen.
00:26:11Ich gebe grundsätzlich nichts aus der Hand, wenn ich es nicht unbedingt muss.
00:26:15Das ist so ein Prinzip von mir, mit dem ich mir in den letzten Jahrzehnten erfolgreich eine Kunstsammlung aufbauen konnte.
00:26:21Und so halte ich es natürlich auch mit meinen persönlichen Daten.
00:26:23Und ich schließe Ermittlungsvorgänge gerne sauber ab.
00:26:27Das ist so ein Prinzip von mir.
00:26:30Und von meinem Kollegen Jürgen Simmel.
00:26:39Die Herrschaften würden sich hier gerne ein bisschen rumsehen.
00:26:44Das ist ein Durchsuchungsbeschluss Paragraf 33 SDPO mit der Begründung des zuständigen Richters.
00:26:51Die da wäre?
00:26:52Sie hatten kürzlich eine tägliche Auseinandersetzung mit dem Opfer.
00:27:02Okay, geht zurück und du gehst nach oben.
00:27:09Die können doch nicht hier irgendwie in Reinkommen mit einer Armee von Leuten und irgendwie zwischen dieser Kunst hin-
00:27:14und herlaufen.
00:27:16Ich weiß nicht, was es kostet, die zu versichern.
00:27:18Ich weiß nicht, was sie im Monat bekommen.
00:27:20Das ist auf jeden Fall ein Vielfaches davor.
00:27:26Herr Simmel?
00:27:28Ein Stummer mehr oder weniger im Aschenbecher würde doch niemandem auffallen, oder?
00:27:31Wenn Sie gerade darüber nachdenken, sich die DNA von Dieter Rosskopf ohne richterlichen Beschluss anschaut...
00:27:37Frau Brandt, aber verstehen Sie das?
00:27:38Hausdurchsuchung, ja, DNA, nein.
00:27:40Sie wissen doch genau, dass wir das für ein Gericht eventuell nicht verwerten können.
00:27:43Gut, aber es wäre sowas wie ein, ein, ein Wissensvorsprung.
00:27:47Wir gewinnen auch ohne Vorsprung.
00:27:52Sagen Sie bitte.
00:28:10Dieses ganze Nazi-Zeit, das ist doch doch einfach nur widerlich.
00:28:14Seine Familie kann man sie eben nicht aussuchen.
00:28:16Ja, da haben Sie recht.
00:28:17Aber man muss sie sich doch nicht noch als Trophäe extra auf den Wohnzimmertisch stellen.
00:28:21Sagt Ihnen Eberhard Rosskopf etwas?
00:28:23Ja, klar, haben wir ja gerade befragt.
00:28:25Nein, den meine ich nicht, das ist der Enkel Dieter.
00:28:27Ich meine Eberhard Rosskopf, Professor für Bildhauerei und Kunstsammler.
00:28:31Auf den Fotos der Mann mit den Hakenkreuzen.
00:28:34Frau Brandt, vorher wissen Sie also was.
00:28:35Ich mag Kunst.
00:28:37Frau Brandt, ich liebe Kunst, ich bin kunstbesessen.
00:28:39Also, aber das bedeutet doch noch lange nicht, dass ich alles darüber weiß.
00:28:48Dieses, dieses Foto vom alten Sachs mit dem Giacometti.
00:28:51Da war doch auf der Rückseite ER, stand doch da.
00:28:53Das ist Eberhard Rosskopf.
00:28:56Ja, das könnte Zufall sein, aber durchaus denkbar.
00:29:02Tut mir leid, keine Waffe und auch sonst nichts, was der Mann mit dem Mord in Verbindung bringen könnte.
00:29:07Achso, und auch keine Spur von einem Giacometti, da ist sich unser Sachverständiger sicher.
00:29:11Danke, Tina.
00:29:33Eberhard Rosskopf, geboren, 1897 in Köln, gestorben, 71.
00:29:37Eben dort war ein renommierter deutscher Professor und Sachverständiger für die Eliminierung entarteter Kunst im Dritten Reich.
00:29:45Wegen seiner besonderen Verdienste von Adolf Hitler mit dem goldenen Parteiabzeichen der NSDAP ausgezeichnet.
00:29:52Ein Orden für geraubte jüdische Kunst und für Vertreibung jüdischer Künstler, das ist das, das war gruselig.
00:29:57Wissen Sie, ich mache den Job hier völlig freiwillig, seit meiner Pensionierung.
00:30:06Silvertalents im Ehrenamt nennt sich das, naja, irgendjemand muss ja dafür sorgen,
00:30:13dass die Vergangenheit nicht unter einer dicken Staubschicht verschwindet.
00:30:19Mh-hm.
00:31:01Das ist die NSDAP-Mitgliedskarte Nummer 802-731.
00:31:12Wer eine solche niedrige Karte hatte, der ist dieser Dreckspartei bis spätestens Ende 1931 beigetreten.
00:31:27Mh, ja.
00:31:29Das ist einer von einer ganz schnellen Sorte, der Professor, was?
00:31:34Military Government of Germany.
00:31:38Oh ja.
00:31:39Ja, so ist das.
00:31:49In der Berufung wurde Rostkopf in seinem Entnazifizierungsprozess letztlich als Mitläufer eingestuft,
00:31:59weil man ihm keine nationalistische oder judenfeindliche Gesinnung nachweisen konnte.
00:32:06Ja.
00:32:07Aber gehen Sie mal davon aus, dass das meiste, was da drin steht, nicht der Wahrheit entspricht.
00:32:15Hier Emil, verzeihen Sie bitte.
00:32:18Darf ich?
00:32:22Ich war Richter, Frau Brand.
00:32:25Ich kann Gerichtsakten lesen.
00:32:28Daran zwar für mich keinen Augenblick, aber wissen Sie, ich lese sehr schnell.
00:32:31Und das ist manchmal bei alten Akten recht hilfreich.
00:32:34Na bitte.
00:32:35Bitte.
00:32:47Man gewöhnt sich dran.
00:32:56Hey.
00:32:57Was ist denn?
00:32:58Sorry, ich wollte Sie nicht erschrecken.
00:33:00Was wollten Sie denn?
00:33:01Ich hab's eilig.
00:33:02Wait.
00:33:03Sie arbeiten hier in diesem Museum, right?
00:33:05Möglich.
00:33:07Der Direktor wurde ermordet.
00:33:10Darüber möchte ich nicht reden.
00:33:12Okay, sorry.
00:33:14Und wenn ich Ihnen sage, dass ich bin der Erbe von einem millionenschweren Kunstwerk, das sich in Ihrem Museum versteckt?
00:33:19Wir verstecken nichts.
00:33:22Sorry, ich bin Daniel Isaacs.
00:33:27Das ist mein Großvater mit der Skulptur.
00:33:31Ein Giacometti.
00:33:34Die Nazis haben sich von ihm gestohlen, aber sie sind Experten, right?
00:33:38Sie kennen diese Geschichten.
00:33:40Bei uns versteckt sich kein Giacometti.
00:33:42Das weiß auch die Polizei.
00:33:45Was ist denn eigentlich passiert?
00:33:47Ich weiß auch nicht, der Direktor hatte Streit mit Herrn Roskopf und die Polizei glaubt, dass es vielleicht um die
00:33:52geplante Ausstellung gegangen ist.
00:33:54Roskopf?
00:33:56Ein bekannter Kölner Kunstsammler.
00:34:04Danke.
00:34:16Sehr aufschlussreich, Herr Emil. Danke.
00:34:19Herr Simmel, in den Akten findet sich der Hinweis eines Zeugen, der tatsächlich eine Verbindung herstellt zwischen Eberhard Roskopf und
00:34:26dem jüdischen Kunsthändler Benjamin Ben Sachs.
00:34:29Also Daniels Großvater.
00:34:31Die beiden kannten sich.
00:34:32Ja, sieht so aus. Und auf Roskopf's Betreiben wurde Ben Sachs 1935 aus der Reichskulturkammer ausgeschlossen und mit einem generellen
00:34:40Berufsverbot belegt.
00:34:42Seine Kunstsammlung wurde in der Folge von den Nazis konfisziert und 1939 im Auktionshaus Lehnberg versteigert.
00:34:48Laut eines weiteren Belastungszeugen ebenfalls auf Initiative von Eberhard Roskopf.
00:34:53Ah, und der wurde dann noch freigesprochen.
00:34:55Das war doch eine reine Mitläuferfabrik damals. Aus einem belasteten zweiten Grades wurde ein minder belasteter dritten Grades.
00:35:04Und nach der Revision war der nur noch ein Mitläufer.
00:35:07Ja, hier.
00:35:09Die Spruchkammer Köln beurteilt Professor Roskopf als minder belastet im Sinne des Entnazifizierungsverfahrens.
00:35:15Ihm wurde eine durchaus regimekritische Gesinnung von Leumundszeugen bescheinigt.
00:35:20Unter anderem, weil er seine Geliebte, die Halbjüdien Hertha Lomp, während des NS-Regimes vor den Nazis versteckte, gezeichnete Rechtsanwalt
00:35:27Dr. Alpha.
00:35:28Da hatte doch eine Krähe der anderen kein Auge aus.
00:35:34Ist doch mal wieder typisch. Nazi der ersten Stunde und mit einem Persilschein zurück in Amt und Würden.
00:35:40Also aber nicht, bevor man irgendwie die Juden beklaut hat, ohne mit der Wimper zu zocken.
00:35:43Ist doch kein Wunder, dass die Skulpturen eine lange Nase bekommen und bei dieser ganzen Lügerei.
00:35:47Tja, Herr Simmel, da sagen Sie was.
00:35:57Stadtarchiv Köln.
00:35:58Hallo, hier ist Daniel Sachs. Sie kennen mich wahrscheinlich nicht.
00:36:02Ich weiß sehr wohl, wer Sie sind, Herr Sachs.
00:36:07Okay, great. Listen, ich brauche ein paar Informationen von Ihnen.
00:36:12Es geht um einen Herrn Roskopf Eberhard.
00:36:18Kaspar ver-
00:36:32Musik
00:36:58Sehr geehrter Herr Roskopf, der Kollege, der uns auf den Verkäufer des Giacometti aufmerksam gemacht hat,
00:37:04ist der Schweizer Kunsthändler und Sachverständige Rainer Finteisen, ein ausgewiesener Experte.
00:37:10Mit freundlichen Grüßen, Urs Hütli.
00:37:13Du dummest du Arschloch!
00:37:21Musik
00:37:28Schauen Sie mal, das ist der Auktionskatalog von 1939.
00:37:30Ah, und? Wurde damals der Giacometti versteigert?
00:37:34Das kann ich Ihnen so genau nicht, hier diese krakelige Schrift, das ist...
00:37:37Söterlin, geben Sie her.
00:37:40Sie können sowas lesen?
00:37:41Ja.
00:37:51Wie könne dir Giacometti in das Museum gelangt sein, so wie dieser anonyme Brief behauptet?
00:37:58Ich verstehe gar nicht, warum alle auf einmal einem Phantom hinterherjagen.
00:38:03Ist es nicht vielleicht eher ein Phantom aus der Vergangenheit, die Sie gerade einholt?
00:38:10Ich habe diesen Brief nicht geschrieben.
00:38:20Ihr Großvater Eberhard hat, wie ich mittlerweile erfahren habe, Geschäfte mit meinem Großvater gemacht.
00:38:26Wobei man an dieser Stelle wohl sagen sollte, dass die Geschäftsbeziehungen eher einseitig waren.
00:38:32Über die Geschäfte meines Großvaters ist bereits genug schwadroniert worden.
00:38:35Und jetzt möchte ich Sie bitten zu gehen.
00:38:38Ich erwarte die Rückführung eines meiner Kunstwerke, das bei dem Transport beschädigt wurde.
00:38:43Ein Otto Dix.
00:38:45Das verstehen Sie sicher.
00:38:47Was bilden Sie sich ein?
00:38:50Ihr Großvater hat für die Nazis gearbeitet.
00:38:53Er hat systematisch Judenberaubten ins Unglück gestürzt.
00:38:57Was bilden Sie sich ein?
00:39:00Sie kommen mir in mein Haus, erzählen mir was von irgendwelchen Briefen
00:39:05und behaupten, mein Großvater war ein Nazi-Schwein.
00:39:08Mein lieber Herr Roßkopf,
00:39:10weil ich dem Tier Ihr Großvater erinnerte, darüber möchte ich wirklich nicht urteilen.
00:39:14Ich habe nur gesagt, dass er ein Nazi war.
00:39:17Und ich bilde mir da auch gar nichts ein.
00:39:21Ich will einfach nur mein Eigentum zurück.
00:39:26Hätte ich den Giacometti,
00:39:29ich würde Ihnen den bestimmt nicht geben.
00:39:33Das werden wir noch sehen.
00:39:55Im Dezember 1939 wurde in diesem Auktionshaus kein Giacometti versteigert,
00:40:00dafür aber einige andere Werke aus der Sammlung Sachs.
00:40:04Aber vielleicht hat sich der alte Roßkopf die Skulptur
00:40:06noch vor der offiziellen Beschlagnahmung durch die Nazis unter den Nagel gerissen.
00:40:12Dieter Roßkopf hat kein eindeutiges Motiv
00:40:14und wir haben keinen Hinweis auf die Tat bei ihm gefunden.
00:40:18Vielleicht sprechen wir doch einfach mal mit seiner Cousine Emilia.
00:40:21Ja, Pouement Schuh.
00:40:22Was heißt Schuh?
00:40:23Schatz.
00:40:42Emilia, hast du einen Brief an einen New Yorker Anwalt beschrieben?
00:40:45Guten Tag erst mal, Cousin Kackei.
00:40:49Emilia Roßkopf-Rühle ist die Cousine von Dieter Roßkopf.
00:40:53Beide gemeinsam sind die Erben der umfangreichen Kunst am Neuen des Großvaters Eberhard Roßkopf.
00:40:58Was weißt du von meinem Giacometti?
00:41:01Dein Giacometti?
00:41:03Ist ja interessant.
00:41:05Ich dachte, er gehört einem New Yorker Juden.
00:41:07Tu doch nicht so scheinheilig.
00:41:09Ohne deinen Teil des Erbes legst du heute in der Gosse, Dieter.
00:41:13Wohingegen bei euch ja bereits dein Vater schon zu blöd war,
00:41:16sich mit seinem Geld Werke von wahrem künstlerischen Wert anzuschaffen.
00:41:21Masse statt Klasse zieht sich unverkennbar durch euren Teil der Familie, meine Liebe.
00:41:26Wer so aus dem Maul stinkt wie du, der sollte es nicht so weit aufreißen.
00:41:30Treib es nicht so weit.
00:41:31Das rate ich dir auch.
00:42:11Marie-Brandt, guten Tag, mein Kollege Jürgen Simül, Krippow-Köln.
00:42:14Wir hatten telefoniert.
00:42:15Hi, Anna.
00:42:16Guten Tag.
00:42:17Ja, bitte.
00:42:19Natürlich habe ich, wie übrigens auch mein Cousin vom Sammeleifer unseres Großvaters, profitiert.
00:42:26Und ich kann Ihnen versichern, ein Giacometti ist nicht dabei gewesen.
00:42:31Ist es denn möglich, dass der andere Zweig der Familie die Skulptur geerbt hat?
00:42:34Es gibt eine umfangreiche Bestandsliste der Sammlung.
00:42:38Kein Giacometti.
00:42:40Und wenn der Giacometti existiert, aber nicht auf der Liste stand?
00:42:43Ausgeschlossen.
00:42:45Es gibt viele andere bedeutende Werke, die mein Großvater, wie er sich selbst versicherte,
00:42:51vor der Vernichtung durch die Nazis bewahrt hat.
00:42:54Ein Giacometti hätte er ganz sicher nicht verschwiegen.
00:42:56Vor den Nazis bewahrt?
00:42:58Ein bemerkenswerter Euphemismus.
00:43:00Ja, nicht wahr?
00:43:03Oh, was machen Sie denn da?
00:43:05Was mache ich denn hier?
00:43:07Das ist, ich habe ein Blatt am Schuh.
00:43:09Das ist eine Installation.
00:43:13Entschuldigung.
00:43:23Bitte.
00:43:25Letztlich konnte ich erst durch meine Leidenschaft zur modernen Kunst aus diesem dunklen Concon,
00:43:32in den die Raubkunst meines Großvaters mich hüllte, schlüpfen und etwas Großes, Eigenständiges machen.
00:43:40Das dürfte die Schande meines Vorfahren zwar nicht mildern,
00:43:43aber der Menschheit wenigstens ein wenig Trost spenden.
00:43:48Gut, hier geht es weiter zur Sammlung meines Großvaters, zu den großen Klassikern, wenn Sie so wollen.
00:44:06Sehr aufschlussreich, danke.
00:44:09Soweit ich weiß, ist die Herkunft einiger Bilder Ihres Großvaters höchst umstritten.
00:44:14Was soll ich Ihrer Meinung nach tun, Sie zurückgeben?
00:44:18Die Erben der rechtmäßigen jüdischen Besitzer würden sich sicher sehr freuen.
00:44:23Sofern Sie überhaupt noch leben.
00:44:25Aber das würde der Sammlung einen unermesslichen Schaden zufügen.
00:44:28Schade eigentlich, ne?
00:44:30Das kann man freilich nur verstehen, wenn man zumindest einen Hauch Gespür für die Kunst hat.
00:44:35Aber manchen Menschen fehlt der leider gänzlich. Schade eigentlich.
00:44:38Frau Roskopf-Röhler, sagen Sie, würden Sie uns eine DNA-Probe von sich geben?
00:44:42Das würde uns ja helfen.
00:44:43Nein.
00:44:44No.
00:44:45No.
00:44:45Ja, dann auf Wiedersehen, Frau Roskopf-Röhler. Danke.
00:45:13Das dürfte Sie interessieren.
00:45:14Was ist das?
00:45:16Dieter Roskopf hat heute seiner Versicherung einen Kunstschaden angezeigt.
00:45:20Der Verlust eines Giacomedi.
00:45:23Versicherungssumme 53 Millionen Euro.
00:45:25Woher haben Sie die Information?
00:45:28Well, es gibt nicht so viele Versicherungen auf die Welt, die so teuer Kunst versichern.
00:45:32Und ich bin gut vernetzt.
00:45:39Herr Simmel, holen Sie bitte Dieter Roskopf ins Präsidium.
00:45:44Die Anzeige wegen des Giacometti-Diebstahls aus dem Museum ist mir bekannt.
00:45:48Mhm.
00:45:49Ich hätte gerne ein paar Informationen über dieses Kunstwerk.
00:45:52Tja, hätte ich auch gerne.
00:45:55Ein millionenschweres Kunstwerk verschwindet aus dem Museum und die Polizei weiß nicht wohin.
00:45:59Bisher wissen wir noch gar nicht, ob der Giacometti überhaupt jemals dort war.
00:46:05Also, ich verfüge hier über den Einlieferungsbeleg des Sicherheitsunternehmens, das die Skulptur im Museum abgeliefert hat.
00:46:12Mit einer Unterschrift von Herr Direktor Krull.
00:46:15Es ist auch nicht täglich so, dass meine Versicherung sich damit konfrontiert sieht,
00:46:18einem Versicherungsnehmer 53 Millionen auszuzahlen.
00:46:2350 Zentimeter Nase.
00:46:27Das ist nicht der Giacometti, den wir suchen.
00:46:30Was?
00:46:30Hier bitte.
00:46:36Das ist das Original.
00:46:38Und Sie sehen, was Sie meinen.
00:46:48Das ist absolut unglaublich.
00:46:55Ich hatte Sie Markus bereits im Vorfeld als Leihgabe überlassen.
00:46:59Warum haben Sie gelogen?
00:47:02Sie hatten mich nach einem Giacometti gefragt.
00:47:06Nicht nach meinem.
00:47:10Wann hatten Sie vor, uns über den Verlust Ihres Kunstwerkes in Kenntnis zu setzen?
00:47:14Im Zusammenhang mit dem Diebstahl Ihres Kunstwerkes ist ein Mensch getötet worden.
00:47:19Ja.
00:47:21Und das ist ganz schrecklich.
00:47:25Laut Versicherungspolize haben Sie die Skulptur erst vor kurzem erworben.
00:47:29Richtig.
00:47:30Und ich habe es geheim gehalten, weil mein Freund Markus Krull und ich eine Ausstellung planten,
00:47:36in der der Giacometti als große Attraktion präsentiert werden sollte.
00:47:40Ein bis heute verschollenes Werk des großen Meisters.
00:47:44Und da kommt Ihnen der New Yorker Anwalt Daniel Sachs mit seinen Erbansprüchen in die Quere?
00:47:49Dass durch meinen Großvater Juden während der Nazizeit übervorteilt wurden.
00:47:53Das ist kein Geheimnis.
00:47:55Aber diese Geschichte mit der Raubkunst bei Giacometti,
00:47:58das ist ein Gerücht, das Ben Sachs damals durch einen Brief an meinen Großvater in die Welt gesetzt hat.
00:48:03Was denn für ein Brief?
00:48:04So ein Brief aus den 50ern, in dem der alte Sachs meinen Großvater bittet, ihm den Giacometti zurückzugeben.
00:48:10Das ist totaler Bullshit.
00:48:12Diese Skulptur hat mein Großvater nie besessen.
00:48:43So, pünkt dich auf die Schmerzen.
00:48:49Sie haben gesagt, ich liefere die Ergebnisse in zwei Tagen und das ist jetzt.
00:48:58Hallo.
00:49:00Hoi.
00:49:01Äh, sagen Sie, ich wollte zu Frau Finteisen.
00:49:05Ach so?
00:49:05Ja.
00:49:06Wieso?
00:49:08Na, sie hat mir diesen Flyer gegeben und hat gesagt, wenn ich mal Lust habe, könnte ich vorbeikommen.
00:49:12Und naja, ich war gerade zufälligerweise nicht in der Gegend und da dachte ich, naja, vielleicht entfesselt sie mal heute
00:49:16mein Talent.
00:49:17Der hat heute frei.
00:49:20Oh, ich habe immer noch so einen frechen Tonanleip.
00:49:24Okay.
00:49:39Okay.
00:49:50Musik
00:50:15Das bedeutet, dass wir neben den DNA-Spuren des Opfers und der Mitarbeiter noch zwei weitere Spuren im Keller des
00:50:20Museums gefunden haben.
00:50:21Eine weibliche, eine männliche DNA.
00:50:23Und das Interessante daran ist, dass diese Spuren zu 93 Prozent übereinstimmen.
00:50:27Das heißt, die beiden sind verwandt?
00:50:29Zum Beispiel Cousin und Cousine?
00:50:32Roskopf.
00:50:33Dieter Roskopf war häufiger im Museum und auch im Depot, aber seine Cousine Emilia, was hat die da gemacht?
00:50:40Wer hat was gemacht?
00:50:44Na, nein.
00:50:57Stolziert hier rum wie die Königin von Saba.
00:51:00Was denn? Sie hat alles ihrem verbrecherischen Großvater zu verdanken. Verdanken!
00:51:05Und Sie sind sicher, dass Sie keinen Anwalt wollen?
00:51:07Ich habe mein juristisches Examen mit Prädikat beendet.
00:51:11Ich regle meine Angelegenheiten immer selbst.
00:51:13Schön.
00:51:14Wir werden zunächst eine DNA-Probe von Ihnen nehmen.
00:51:17Der Ermittlungsrichter hat dem Antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben.
00:51:21Aber wieso?
00:51:22Ich habe nichts gemacht.
00:51:23Sie stehen im Verdacht, Markus Krüll getötet zu haben.
00:51:26Wir haben Ihre mutmaßliche DNA im Depot im Museum gefunden.
00:51:29Und nun bräuchten wir eine Vergleichsprobe.
00:51:32Würden Sie bitte Ihren Mund öffnen?
00:51:33Die Finger weg.
00:51:36Ja klar, ich habe derzeit.
00:51:37Ja, weg!
00:51:38Ich kann auch unmittelbaren Zwang anwenden lassen.
00:51:44Natürlich war ich dort.
00:51:46Unten im Depot bei Markus.
00:51:49Wir haben diverse Beziehungen miteinander geführt.
00:51:52Private wie auch geschäftliche.
00:51:54Markus hatte in Erwägung gezogen, sich mit einer Galerie selbstständig zu machen.
00:51:58Und ich habe ihm finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt.
00:52:02Und auch sonst Unterstützung.
00:52:08Das heißt, die letzte Silbe im Wort Depot haben Sie wörtlich genommen?
00:52:13Wir haben gefögelt.
00:52:14Auf dem Schreibtisch, auf dem Fußboden.
00:52:17Die Picassos haben uns zugesehen.
00:52:18Und Direktor Krull hat Ihnen verraten,
00:52:20dass Ihr Cousin mit einem angekauften Giacometti eine Sensation plant.
00:52:24Ja, ich konnte es einfach nicht glauben,
00:52:30dass Dieter zu sowas imstande sein soll.
00:52:33Da haben Sie sich gedacht,
00:52:34okay, dann streue ich einfach mal noch ein bisschen Sand ins Getriebe
00:52:36und hetze Daniel Sachs auf ihn,
00:52:39weil der glauben sollte,
00:52:40dass Ihr Cousin die Statue seines Großvaters ausstellen würde.
00:52:44Oder haben Sie sich überlegt,
00:52:45den Giacometti lieber gleich zu stehlen?
00:52:46Und deswegen Krull erschossen?
00:52:48Nein, ich habe niemanden umgebracht.
00:52:50Was ist denn das für ein irrer Scheiß hier?
00:52:52Sie haben kein Alibi für die Tatzeit.
00:52:53Und diese Waffenbesitzkarte ist auf Ihren Namen ausgestellt?
00:52:56Mit so einer 9mm-Pistole wurde Krull erschossen.
00:53:05Gut.
00:53:07Ich werde jetzt keine weiteren Aussagen machen,
00:53:09da ich mich sonst erst belasten könnte.
00:53:16Herr Wolfgang,
00:53:17Sie können Frau Roskamp-Föhler jetzt in die Arrestzelle bringen,
00:53:20aber Sie nehmen ja vorher die DNA ab.
00:53:23So, dann bitte jetzt.
00:53:31Das sollte reichen.
00:53:40Frau Brandt?
00:53:42Mhm?
00:53:43Emilia hat die Wahrheit gesagt.
00:53:44Sie und Krull hatten ein intimes Verhältnis.
00:53:48Das ist jetzt eine Aufnahme aus dem Keller vom Museum.
00:53:51Das ist aber schon sieben Wochen alt.
00:53:56Hä?
00:53:59Na, ah.
00:54:02Boah.
00:54:15Anita?
00:54:24Anita?
00:54:28Anita?
00:54:29Anita!
00:54:30Anita!
00:54:31Anita!
00:54:32Nein! Nein, nein, nein.
00:54:35Es kann nicht sind!
00:54:37Nein, nein!udos
00:54:43Allied
00:54:43oder
00:54:44Aber bitte, nein, Masein, nein!
00:54:47Nein, nein, nein, nein, nein, nein!
00:54:51Das ist nicht Masein, nein!
00:55:17Guten Abend.
00:55:20Hallo.
00:55:25Guten Abend, Jan.
00:55:26Guten Abend.
00:55:30Was ist das hier alles, Frau Brand?
00:55:31Guten Abend.
00:55:40Möglicherweise hatte Anita Find Eisner ein Talent, von dem wir bisher nichts wussten.
00:55:45Ein Schuss frontal in den Thorax, Steckschuss, Projektil im Körper verbleibend.
00:55:50Todeszeitpunkt zwischen 9 und 11 Uhr heute Morgen.
00:55:54Hallo.
00:55:55Hallo.
00:55:57Und du, meine Kleine, hm? Wie geht's denn dir?
00:56:03Frau Brand, wenn die jetzt wieder mit ihrem Fängsschuh her anfängt, dann verliere ich die Konsonanz.
00:56:07Wir sind ja alle Profis, Herr Simmel, jeder auf seine Weise.
00:56:12Mon Schuh?
00:56:15Was?
00:56:18Anita hat sie sehr gebraucht, Herr Simmel.
00:56:21Sie dürfte neben der Skulptur gestanden haben, als sie von dort aus erschossen wurde.
00:56:27Mhm.
00:56:30Sie können sie jetzt mitnehmen.
00:56:32Okay.
00:56:52Sie können sie jetzt mitnehmen.
00:56:57Und nur bei Toten?
00:56:59Und Sie haben offenbar nicht so viele Vorurteile gegenüber wissenschaftlich Unerklärlichen wie Ihr Kollege, Frau Brand.
00:57:04Je mehr man weiß, desto weniger weiß man.
00:57:16Sie können sie mitnehmen.
00:57:16Diese Geschwindigkeit.
00:57:19Frau Brand, Sie sind viel zu schnell.
00:57:20Aber nie schnell genug.
00:57:21Aber nie.
00:57:37Wie geht's?
00:57:39Wie geht's?
00:57:39Alles gut?
00:57:52Sind Sie sicher, dass wir nicht ins Krankenhaus wollen?
00:57:56Ja.
00:58:02Anita, sie ist meine Stieftochter.
00:58:05Stieftochter? Und Sie haben sie gefunden?
00:58:07Ja.
00:58:10Ich habe mich sehr um sie gekümmert, seit dem Tod ihrer Mutter vor einem Jahr.
00:58:16Agro-Jawis.
00:58:20Die Skulpturen, die Anita angefertigt hat, die erinnern sehr stark an Giacometti, Arp, Moor.
00:58:27Lauter sehr bekannte Bildhauer.
00:58:30Ja.
00:58:32Ja. Ja, das mag schon sein, ja.
00:58:36Jeder hat seine Hobbys, nicht wahr?
00:58:38Ja. Und das war Anitas Hobby?
00:58:41Wie bitte?
00:58:43Also, wenn Sie nicht in ein Krankenhaus möchten, Herr Findeisen, dann muss ich Sie bitten, uns zu begleiten.
00:58:49Wozu?
00:58:50Na, Ihre Stieftochter wurde ermordet. Und um den Täter zu finden, wäre jeder Hinweis hilfreich.
00:58:55Je früher, desto besser.
00:58:57Ja. Ja. Ja, klar.
00:59:04Anita war eine herausragende Absolventin der Rheinischen Hochschule für Bildende Künste.
00:59:09War ausgebildete Bildhauerin, Meisterklasse.
00:59:13Mhm.
00:59:14Dann frage ich mich aber, wieso hat sie als Kuratorin gearbeitet in einem kleinen Museum unter einem neurotischen Chef für
00:59:20ganz wenig Thaler?
00:59:26Der Job schien Ihnen ja zu gefallen.
00:59:29Sie leben ja eigentlich in Zürich, Herr Findeisen. Haben Sie Ihre Tochter, Ihre Stieftochter häufiger in Köln besucht?
00:59:40Verzeihung. Ja, ja, natürlich.
00:59:44Sie arbeiten als Kunsthändler und Kunstsachverständiger in der Schweiz und in anderen europäischen Ländern.
00:59:49Laut Bundespolizei sind Sie vor sechs Tagen mit der 17.20 Uhr Maschine aus Zürich nach Köln gekommen.
00:59:54Was haben Sie seitdem hier gemacht?
00:59:59Geschäfte.
01:00:00Könnte es sein, dass Ihre Geschäfte etwas mit Anitas Hobby zu tun haben?
01:00:07Besitzen Sie eine Waffe?
01:00:12Ja. Ich besitze eine Waffe.
01:00:17Eine 9mm Beretta.
01:00:20Sie ist in der Schweiz.
01:00:24Herr Finteisen, erkennen Sie eine dieser Skulpturen?
01:00:29Nein.
01:00:38Das ist ganz und gar unglaublich.
01:00:45Und das? Sollte das eine Art werden?
01:00:50Nur.
01:00:52Lauter exzellente Fälschungen.
01:00:54Und was ist mit der Skulptur, die Dieter Rosskopf kürzlich erboben hat?
01:00:58Das halte ich momentan eher für ein kleineres Problem.
01:01:01Wieso klein?
01:01:03Sie haben ja keine Ahnung, was da für eine Katastrophe auf uns zurollt.
01:01:07Eine Lawine.
01:01:09Frau Bödy, wir haben zwei Tote.
01:01:11Mehr Katastrophe geht kaum.
01:01:12Die Kunstwelt wird eine Erschütterung erfahren, die in einem Erdbeben gleich kommt.
01:01:16Ich habe ja keine Vorstellung, an wen alles diese Schweizer Quelle Kunst verkauft hat.
01:01:20In ganz Köln, drüber hinaus.
01:01:21Wir reden hier von Summen im dreistelligen Millionenbereich.
01:01:25Ich muss in Frischluft.
01:01:30Immerhin haben Sie für die Vermittlung des vermeintlichen Giacometti 1,5 Millionen Schweizer Franken erhalten, Herr Rüdli.
01:01:37Das ist durchaus die übliche Cortage für Kunstdeals in dieser Höhe.
01:01:40Ihre angeblich so unzweifelhafte Provenienz, die Sie mir am Zug kommen lassen, hätten Sie sich für 1,5 Millionen Vermittlungsgebühr
01:01:46auch mal ein bisschen genauer anschauen können.
01:01:48Natürlich.
01:01:49Wo Sie doch selbst eine exzellente Expertise vorgelegt haben.
01:01:53So immer mit der Ruhe, ja?
01:01:54So kommen wir nicht weiter.
01:01:56Herr Rüdli, wie oft haben Sie in der Vergangenheit Kunstverkäufe getätigt, bei denen Rainer Findeisen als Vermittler aufgetreten ist?
01:02:02Das ist durchaus einige Male vorgekommen, dass Herr Findeisen beratend zur Verfügung gestanden hat.
01:02:08Und das hat Sie nicht irgendwann misstrauisch gemacht?
01:02:10Wo? Rainer Findeisen ist gerade hierzulande auf dem Markt etabliert.
01:02:15Und gerade was den Giacometti angeht.
01:02:17Das ist ja quasi schweizerisches Tafelsilber, wenn ich mal so sagen darf.
01:02:22Gibt es denn eine Auflistung der Kunstverkäufe, die unter Zusammenarbeit mit Rainer Findeisen zustande gekommen sind?
01:02:28Ja, so eine Liste könnte ich Ihnen schon besorgen, Frau Brandt.
01:02:32Im Übrigen ist ein beachtlicher Anteil dieser Werke über Ihre Versicherung abgesichert worden, Frau Bölig.
01:02:39Ja, die Lawine setzt sich gerade in Bewegung.
01:02:52Herr Simmel. Hallo Tina.
01:02:54Hallo.
01:02:56Anita Findeisen's Atelier war eindeutig eine Fälscherwerkstatt.
01:03:00Was?
01:03:01Was?
01:03:02Ja.
01:03:04So.
01:03:05Gut und schlechte Neuigkeiten.
01:03:07Wie gut kann die denn sein, ne?
01:03:10Kaliber und ballistische Spurenbild der Waffen, die bei den beiden Morden verwendet wurden, ist gleich.
01:03:14Das heißt, es handelt sich definitiv um dieselben Waffen.
01:03:18Spricht also auch viel dafür, dass es sich um denselben Täter handelt.
01:03:21Aber dann kann das Emilia nicht gewesen sein.
01:03:24Die war hier auf dem Präsidium, als Anita erschossen wurde.
01:03:26Genau.
01:03:27Und was ist die gute Nachricht?
01:03:29Das war die gute.
01:03:31Die schlechte ist, dass wir bisher leider keinerlei DNA-Spuren am Tatort sichern konnten.
01:03:35Außer den von Anita und von ihrem Stiefvater.
01:03:39Der Täter ist leider sehr geschickt vorgegangen.
01:03:42Ja, Brand hier.
01:03:43Emilia Roskopf-Fröhler kann entlassen werden.
01:03:45Sie kommt als Täterin nicht in Frage.
01:03:47Ja, danke.
01:03:48Ja, danke.
01:03:55Ja, danke.
01:04:10Tür.
01:04:16Ja.
01:04:16Ja.
01:04:20Ja, guten Tag.
01:04:22Hier bei Frau Dr. Wimmer.
01:04:23Ja, guten Tag.
01:04:24Kunstversicherung Böhlich.
01:04:25Richten Sie der Hausherrin bitte auf die Kanzlerin.
01:04:26Richten Sie bitte der Bürgermeisterin aus, dass ich Sie dringend wegen Ihres jüngsten Erwerbs des, ähm, Picasso sprechen muss?
01:04:36Richten Sie bitte der Bürgermeisterin aus, dass Sie sich dringend mit mir in Verbindung setzen soll?
01:04:41Selbstverständlich geht um den jüngsten Erwerb für das Kölner Rathaus, den Kolb... die Kolbitz.
01:04:47... haben sich einige Probleme ergeben.
01:04:50Ja, nicht nur bezüglich der Provenienz, das ist, ähm, wichtig.
01:05:00Kunstversicherung Böhlich.
01:05:01Ja, das habe ich auch gehört.
01:05:03Ja, das ist ärgerlich.
01:05:04Ja, wirklich.
01:05:06Können Sie so sagen.
01:05:06Die Kunstversicherung Böhlich.
01:05:09Die Kunstversicherung Böhlich.
01:05:10Die Kunstversicherung Böhlich.
01:05:12Die Kunstversicherung Böhlich.
01:05:16Kunstversicherung Böhlich.
01:05:17Ja, ist ärgerlich.
01:05:22Staatskanzlei, persönliche Referent des Ministerpräsidenten Werner, guten Abend.
01:05:26Ja, Kunstversicherung Böhlich.
01:05:27Es geht um den Rodin, also vor allem um den Rodin und eventuell auch um einige andere Kunstankräufe der Staatskanzlei
01:05:36in letzter Zeit.
01:05:37Einen Moment bitte, ich verbinde.
01:05:40Ja.
01:05:42Werner.
01:05:43Uh.
01:05:44Herr Ministerpräsident.
01:05:46Wer ist denn da überhaupt?
01:05:47Kunstversicherung Böhlich.
01:05:49Meine Versicherung ist da einem Betrug auf die Spur gekommen.
01:05:53Wir übernehmen uns natürlich sehr energisch um Aufklärung.
01:05:56Geben Sie mal eine Sekunde.
01:05:58Ja.
01:05:58Ich muss erst mal in meine persönlichen Nachrichten gucken.
01:06:06Okay, was zum ...
01:06:12Guten Morgen, hier sehen wir.
01:06:14Morgen.
01:06:31Ich wollte wirklich so einen Kurs machen. Wollte ich wirklich.
01:06:34Was für ein Kurs?
01:06:36Bildende Künste Modul 1 bietet grad die Volkshochschule an.
01:06:40Was hindert Sie daran, es zu versuchen?
01:06:41Ja.
01:06:43Ich weiß ja gar nicht, ob ich genug Talent dafür habe.
01:06:48Sie mochten Anita Fenteisen, hm?
01:06:51Ja.
01:06:52Ich finde, sie hat ein großes Herz.
01:06:54Für Menschen und für die Kunst.
01:06:57Und sie hatte eine große Gabe, die sie letzten Endes vergeudert hat.
01:07:04Wenn wir einen Zusammenhang zwischen den Morden an Anita und dem Direktor nachweisen wollen,
01:07:09dann müssen wir ihren Stiefvater zu einem Geständnis bezüglich der Fälschungen bringen.
01:07:20Herr Finteisen, wir werden dieses Gespräch hier aufzeichnen.
01:07:23Sind Sie damit einverstanden?
01:07:29Herr Finteisen nickt mit dem Kopf, er ist einverstanden.
01:07:34Das hier sind die Kunstverkäufe der letzten zehn Jahre,
01:07:38die unter ihrer Mitwirkung in Europa, Amerika und auch in Japan zustande gekommen sind.
01:07:43Das ist eine beachtliche Liste.
01:07:45Ja.
01:07:48Das einzigartige Kunstgeschäft.
01:07:51Sie streiten also nicht ab, an diesen Geschäften beteiligt gewesen zu sein und davon profitiert zu haben.
01:07:57Ich bin Sachverständiger und Kunsthändler.
01:07:59Das ist mein Beruf.
01:08:01Beruf?
01:08:02Ein Beruf, bei dem Sie Ihre Stieftochter ausgebeutet haben.
01:08:06Die jetzt tot ist.
01:08:09Sie verfügen in der Schweiz über ein beachtliches Vermögen, Herr Finteisen.
01:08:13Ihre Stieftochter hat Kunstwerke gefälscht, die Sie gewinnbringend auf den Markt gebracht haben.
01:08:18Uns interessiert die Skulptur von Dieter Roskopf, die er mit Ihrer Hilfe kürzlich erworben hat.
01:08:24Leider können wir nicht beweisen, dass das eine Fälschung ist, weil das Werk ist nicht auffindbar.
01:08:28Herr Finteisen, ohne Ihre Hilfe können wir Anitas Mörder nicht zur Rechenschaft ziehen.
01:08:32Also bitte.
01:08:32Wenn Sie kooperieren, dann ist der Staatsanwalt bereit, sich für eine mildere Strafe gegen Sie einzusetzen.
01:08:38Immerhin geht es um Betrug im dreistelligen Millionenbereich.
01:08:59Sie haben es uns so leicht gemacht. Die Gier der Sammler.
01:09:07Sie ist so groß, dass wenn Ihnen ein vermeintlich günstiges Werk eines hochdotierten Künstlers angeboten wird, Sie nicht mehr klar
01:09:16denken können.
01:09:17Aus welchen Gründen auch immer, aber der Verstand fällt da einfach aus dem Bitterer.
01:09:26Manchmal hatte ich das Gefühl, als würden Sie mich geradezu darum bitten, Sie zu betrügen.
01:09:32Ihnen immer wieder ein neues Märchen aufzutischen, das Sie nur zu gerne glaubten, um noch ein weiteres Kunstwerk zu ergattern.
01:09:40Und Anita diesen Strom nie abeppen lassen?
01:09:43Anita war begnadet. Ein Stern. Ein Wunder.
01:09:48Als ich sie kennenlernte, war sie elf Jahre alt und eine bereits vollendete Künstlerin.
01:09:53Elf Jahre? Sie haben sie ausgebeutet.
01:09:56Ich habe es zum Höhepunkt geführt.
01:09:59Und der Giacometti.
01:10:06Ja, dafür habe ich mir eine ganz besondere Historie zurechtgelegt.
01:10:12Vor ein paar Jahren ist ein Buch über Giacomettis Frühwerk erschienen.
01:10:16Mit der These, dass Giacomettis Bruder die Skulpturen, die dem Künstler missfielen, davor rettete, dass der Meister sie zerstörte.
01:10:25So konnten angeblich bis heute unbekannte Werke die Zeit überdauern und plötzlich wieder auftauchen.
01:10:34Anita fertigte keine einfachen Kopien an. Ihr Talent war es, eine Interpretation, eine Ergänzung des Oeuvre herzustellen. Sie schuf die
01:10:44Werke, die der Künstler selbst noch nicht geschaffen hatte.
01:10:48Herr Findeisen, können Sie uns sagen, ob eines dieser Werke hier von Anita stand?
01:10:55Ja, das hier.
01:10:58Der Zeuge Findeisen zeigt auf das Bild B das von Dieter Rostkopf kürzlich erworbene Werk.
01:11:05Das andere ist höchstwahrscheinlich in originalen.
01:11:08Ja, das nehmen wir auch an.
01:11:10Mir bitte.
01:11:21Sie ist wunderschön.
01:11:24Wo ist sie?
01:11:27Das weiß bislang niemand.
01:11:31Herr Findeisen, welchen Beweis können Sie uns liefern, dass Sie uns dieses Mal die Wahrheit sagen?
01:11:38Vor dem eigentlichen Guss in Bronze wird Ihnen eine Gipsskulptur hergestellt.
01:11:42Diese wird anschließend entsorgt.
01:11:45Sollen Sie vermuten, dass die Gipsvorlage von, von Anisas Giacometti da drin ist, oder was?
01:11:49Ich kann Ihnen helfen.
01:11:50Nein, danke. Nur aus der Ferne.
01:12:07Frau Brandt?
01:12:10Hervorragend.
01:12:14Haben Sie aus Ihren vorigen Versuchen mich dranzukriegen nichts gelernt, Frau Brandt?
01:12:19Sie haben nichts gegen mich in der Hand.
01:12:24Ich würde jetzt gerne mal meine Anwältin anrufen.
01:12:26Dazu werden Sie noch Gelegenheit haben.
01:12:28Wissen Ihre Vorgesetzten eigentlich, was das hier alles kostet?
01:12:47Finden Sie nicht auch, Frau Brandt, dass die Nase dieser Gipsfigur irgendwie länger aussieht als vom Original?
01:12:51Entschuldigung, vielleicht ist die Nase ja gewachsen.
01:12:55Ah.
01:12:57Herr Roskopf, Sie stimmen uns doch sicher zu, dass dieses Gipsmodell exakt so aussieht wie Ihre Giacometti-Skulptur, die aus
01:13:04dem Kölner Haus der Kunst gestohlen wurde.
01:13:06Wissen Sie, wir fragen uns gerade, wie dieser Gipskopf aktuell unter Baustrukt eines Kölner Hinterhofs gelangen kann.
01:13:12Ich meine, wo Giacometti doch schon jetzt 50 Jahre tot ist.
01:13:15Mhm.
01:13:18Herr Roskopf, wo ist die Skulptur, die man Ihnen angeblich gestohlen hat?
01:13:26Ja, Brandt.
01:13:28Herr Emil, hallo.
01:13:30Ich dachte, es interessiert Sie vielleicht, Frau Brandt.
01:13:34Es hat nämlich noch jemand nach Eberhard Roskopf und seiner damaligen Geliebten, die Tänzerin Hertha Lomm, gefragt.
01:13:44Daniel Sachs, der Enkel von dem jüdischen Kunsthändler Sachs.
01:13:59Ja, das interessiert mich natürlich, Herr Simmel.
01:14:03Ja, ja, ich höre.
01:14:05Ich hab da noch ein bisschen weitergekramen und bin noch auf ein anderes Spruchkammerverfahren gestoßen,
01:14:13in dessen Zusammenhang der Name Roskopf auftaucht.
01:14:18Ja?
01:14:18Da geht es um die Beurteilung eines nationalsozialistischen Ballettmeisters, der jüdische Tänzerinnen verraten hat,
01:14:30nachdem die versucht haben, sich nach ihrem Berufsverbot bei Kollegen zu verstecken.
01:14:36Eberhard Roskopf hat damals wohl vielleicht versucht, die Tänzerin zu retten, indem er einen rangohen SS-Offizier bestochen hat.
01:14:47Also hat Eberhard Roskopf die Mädchen gerettet?
01:14:49Nein.
01:14:50Roskopf konnte sich einer Anklage entziehen. Die jungen Mädchen wurden alle deportiert und ins Gas geschickt.
01:15:01Und Hertha Lomb war dabei?
01:15:03Nein, sie war seine Geliebte.
01:15:06Na ja, vielleicht hat der Leumann-Zeuge von damals ja wirklich die Wahrheit gesagt und Roskopf hat Hertha Lomb gerettet.
01:15:11Sie wissen ja, was ich von diesen Spruchkammerverfahren halte. Aber nichts ist unmöglich. Oder?
01:15:19Ja, vielen Dank. Danke, Herr Emil.
01:15:21Bitte, tschüss.
01:15:29Frau Brand?
01:15:30Das ist ja.
01:15:34Wer benutzt heutzutage denn noch einen Fax?
01:15:37Wir. Die Polizei.
01:15:39Das ist von Emil.
01:15:43Wenn Hertha Lomb aber die Nazis überlebt hat, was ist denn aus ihr geworden?
01:15:49mit dem
01:16:48Untertitelung. BR 2018
01:16:49Frau Lampen.
01:16:54Ich bin...
01:16:57Mein Name ist Daniel Sachs.
01:17:01Mein Großvater war Kunsthändler hier in Köln.
01:17:06Ben Sachs hieß er.
01:17:10Er hat mir eine Skulptur von Giacometti besessen.
01:17:15Er musste sie verkaufen, als die Nazis an der Macht waren, bevor er seine Heimat verlassen musste.
01:17:23Aber ich glaube, ein Mann namens Eberhard Roskopf hat sie von ihm genommen.
01:17:33Ich weiß schon, wer sie sind.
01:17:39Ich habe immer gehofft, dass jemand kommt und sie nach Hause holt.
01:17:52Nach Hause.
01:17:55Warum er das ist?
01:17:58Meine Mutter hat immer vom gelobten Land Israel geschwärmt.
01:18:07Aber dahin ist sie nie gekommen.
01:18:26Eberhard Roskopf hat sie wirklich geliebt, Frau Lampen, oder?
01:18:31Deswegen hat er sie beschützt.
01:18:32Er war nicht nur schlecht.
01:18:42Würden Sie bitte...
01:18:44Was?
01:18:46Ich würde gern wissen, wie Sie aussehen.
01:18:51Sie sind gut.
01:18:57Okay.
01:18:58Okay.
01:19:03Okay.
01:19:30Bringen Sie sie heim.
01:19:55Mein Pinocchio.
01:19:59Mein Pinocchio.
01:20:16Jetzt ist gut.
01:20:21Baruch HaMashiva avidah laver Lea.
01:20:28Machen Sie es gut.
01:20:31Herr Lomb.
01:20:32Danke.
01:20:52Hertha Lomb.
01:21:19Hertha Lomb.
01:21:22Er wohnt im Bergweg 18 bis 20 in Zagrabienhaus.
01:21:25Das ist ein Seniorenheim.
01:21:28Wirklich?
01:21:39Herr Sachs.
01:21:40Was ist?
01:21:40Geben Sie sie mir.
01:21:42Ich möchte mein Eigentum zurück.
01:21:44Das ist lächerlich.
01:21:45Ihr Großvater hat von meinem Großvater die Skulptur gestohlen.
01:21:49Mein Großvater hatte überhaupt keine andere Wahl, weil er sonst nicht überlebt hätte.
01:21:52Ist das nicht kurios?
01:21:53Ich lasse Ihnen nämlich auch keine andere Wahl.
01:21:56Also, her damit.
01:21:58Nein.
01:22:01Her damit.
01:22:02Waffe runter.
01:22:03Waffe runter habe ich gesagt.
01:22:06Auf Boden die Waffe.
01:22:07Auf den Boden.
01:22:08Auf den Boden.
01:22:08Ja.
01:22:10Zurücktreten.
01:22:14Kommen Sie.
01:22:16Ja.
01:22:21Kommen Sie bitte.
01:22:22Würden Sie mich bitte alleine gehen?
01:22:24Ja, dann gehen Sie alleine.
01:22:28Der Giacometti gehört in unsere Sammlung.
01:22:30Ganz sicherlich.
01:22:36Danke.
01:22:42Es gehört in meine Sammlung.
01:22:46So, ich hab' dir was.
01:22:47Ich geh' alleine, danke.
01:22:49Es geht schon.
01:22:50Danke.
01:22:58Hallo.
01:22:59Hallo.
01:23:01Marie Brand.
01:23:02Das ist mein Kollege Jürgen Siemel.
01:23:04Hey.
01:23:05Heute krieg' ich aber viel Besuch.
01:23:08Ja.
01:23:09Hey.
01:23:10Wir wollten nur ganz kurz was fragen.
01:23:12Da hat sie gestanden.
01:23:20Und auf die haben Sie 80 Jahre lang aufgepasst, ja?
01:23:25Heute dürfen alle nach Hause gehen.
01:23:40Danke.
01:23:42Das Original hat also wieder zu seinem rechtmäßigen Besitzer zurückgefunden.
01:23:46Ja.
01:23:46Fragt sich nur, wo die Fälschung ist.
01:23:47Der wird die ganze Zeit hinterherjagen.
01:23:50Rosskopf und seine Cousine, hassend ich.
01:23:51Die würden alles tun, um sich das Leben gegenseitig schwer zu machen.
01:23:54Sie meinen in die Pfanne hauen?
01:23:56Ja, das auch.
01:23:56Und das machen wir uns zunutze, Herr Himmel, wenn wir beweisen wollen, dass Dieter Rosskopf
01:23:59nicht unser Täter ist.
01:24:16Ja, Herr Rosskopf.
01:24:18Wenn Sie uns nicht sagen wollen, wo Sie die Fälschung versteckt haben, dann wird es Ihre Cousine Emilia tun.
01:24:31Ich mach dich fertig!
01:24:33Ich mach dich fertig!
01:24:34Ich mach dich fertig!
01:24:35Zurück!
01:24:36Zurück!
01:24:42Zurück!
01:24:43Ja, so wie es aussieht, hat Ihre Cousine Sie in den letzten Wochen ziemlich genau beobachtet
01:24:47mit dem, was Sie so tun.
01:24:48Was soll das heißen?
01:24:50Emilia hat Sie systematisch ausspioniert.
01:24:52Sie hat sogar einen Brief nach New York geschickt, wegen Ihres angeblichen Giacomettis.
01:25:03Noch mal, Herr Rosskopf, wenn Sie nicht kooperieren, Ihre Cousine wird.
01:25:14Das wird dem Recht aber nicht gefallen.
01:25:28Okay.
01:25:31Ich zeig Ihnen, wo es ist.
01:25:35Ja, Krull hat sehr schnell erkannt, dass sich ein Betrug aufgesessen war.
01:25:40Er wollte mir helfen, indem er noch ein weiteres Gutachten einholte.
01:25:43Ja, das wollten Sie natürlich verhindern.
01:25:44Ja, aber wenn nämlich rausgekommen wäre, dass es sich bei Ihrer Erwerbung um eine Fälschung handelt,
01:25:48dann wären Ihre 53 Millionen Futsch gewesen.
01:25:51Also haben Sie beschlossen, Ihren Freund Markus Krull zu töten.
01:25:53Nein!
01:25:54Ich wollte verhindern, dass er die Skulptur an einen Gutachter weitergibt.
01:26:00Aber da war Herr Krull ganz anderer Meinung.
01:26:03Herr Krull verachtet Fälscher.
01:26:05Ja, und deswegen haben Sie ihn erschossen.
01:26:07Aber warum Anita?
01:26:08Ich wusste zuerst gar nicht, dass Krulls Kuratorin in die Sache verwickelt war.
01:26:13Dass Sie die Fälscherin war.
01:26:15Und der Schweizer Makler, der mir den Kauf vermittelt hat.
01:26:18Herr Rüdli.
01:26:19Ja, Herr Rüdli.
01:26:20Mhm.
01:26:20Hat mir Rainer Finteisen als Sachverständigen bei dem Geschäft genannt.
01:26:25Und dann habe ich herausgefunden, dass es den anonymen Schweizer Verkäufer gar nicht gab.
01:26:30Und da ist Ihnen klar geworden, dass Rainer Finteisen hinter diesen Betrug stellt?
01:26:33Ja, mit ein bisschen Recherche bin ich auf das Atelier gestoßen.
01:26:36Ich wollte die junge Frau zur Rede stellen, aber...
01:26:38Wollten Sie ihn nicht.
01:26:39Sie haben eine Zeugin aus dem Weg geräumt.
01:26:40Es ist eskaliert.
01:26:42Ich bedauere das alles.
01:26:44Außerordentlich.
01:26:45Bedauern.
01:26:47Bedauern.
01:26:48Hier.
01:26:49Hier ist es.
01:26:58Hier.
01:27:00Hier.
01:27:10Vielen Dank, die Herren.
01:27:11Dankeschön.
01:27:14Ja, ihr Simmel.
01:27:15Das ist eindeutig das Original.
01:27:18Das ist wohl eindeutig eine originale Fälschung, oder?
01:27:20Ein Originalfinteisen, Anita.
01:27:22Für mich?
01:27:23Ja.
01:27:25Sie können den Herrn mitnehmen.
01:27:26Wir haben, was wir brauchen.
01:27:28Emilia.
01:27:30Falsche Schlange.
01:27:31Wir wissen gar nicht, ob Emilia Ihnen in der Nacht hierhin gefolgt ist, Herr Roskopf.
01:27:35Aber es lag doch im Bereich des Möglichen, oder?
01:27:40Verdammte Scheiße!
01:27:42Sie haben mich reingelegt!
01:27:52Glauben Sie, Daniel Sachse schon am Flughafen?
01:27:54Bestimmt.
01:27:56Das heißt, in diesem Falle müsste ich Ihnen mein Jackett gar nicht geben?
01:27:59Nein, er ist Ihnen.
01:28:00In diesem Fall nicht.
01:28:01Glauben Sie, das ist eine große Konstruktion.
01:28:05Und all this confusion
01:28:11Es ist nur ein Delusion
01:28:19Es ist nur ein Delusion
01:28:23Und all this confusion
01:28:28Es ist nur ein Delusion
01:28:37Could it be a picture in my mind