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  • vor 23 Stunden

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Transkript
00:00Und liegt der Fall auch noch so schwer?
00:03Wir bleiben cool und denken quer.
00:07Dann kommen wir drauf, dann drehen wir auf
00:12und aus dem Wind wird ein Arkan.
00:15Wir fegen los die Straßen lang.
00:19Wir finden jeden Mister unbekannt.
00:24Ob kleine Fische, ob großes Moos,
00:27ist die Soko Visma Paraglose.
00:46Moin, Herr Miriam.
00:48Morgen.
00:49Heute sind wir mal nicht die Ersten.
00:52Gestern, als ich gegangen bin, war Frau Gerber auch noch da.
00:55Ja.
00:55Sie ist die Richtige, habe ich doch gesagt.
01:01Bitte.
01:02Danke.
01:12Zu Hause alles okay?
01:14Ja.
01:19Das mit den Bremers, das müssen wir heute erledigen.
01:22Ja, ja, auf jeden Fall.
01:24Ich müsste einmal schnell nach meinem Handy schauen.
01:28Wenn ich es hier nicht vergessen habe, bin ich aufgeschmissen.
01:32Genau so machen wir das.
01:33Ich muss noch nicht, bin ich doch immer, sonst, ach Gott, immer hier.
01:40Frau Blum?
01:42Ähm, wir müssen die Polizei rufen.
01:44Nicht nötig.
01:45Ich habe es gefunden.
01:50Ist alles in Ordnung?
01:55Frau Gerber?
01:57Ja, ich glaube, sie ist tot.
02:00Ja.
02:04Oh mein Gott.
02:16Moin, Rosi.
02:17Moin.
02:18Hey, Berghant.
02:18Morgen.
02:20Na, kannst du schon was sagen?
02:21Ja.
02:22Also, laut Ausweis heißt sie Katrin Gerber, geboren 1986 in Wismar und sie hat in der Firma gearbeitet.
02:30Helene ist übrigens schon in der Rechtsmedizin.
02:32Ja, Helene hat mich eben schon angerufen.
02:34Also, Opfer ist wohl seit 10 bis 12 Stunden tot.
02:37Das heißt, die Tatzeit war gestern Abend zwischen 19 und 21 Uhr.
02:40Wissen Sie, was die Frau Gerber gestern Abend hier noch alleine im Büro gemacht hat?
02:45Sie war die letzten Tage immer lang hier.
02:48Muss ich ja einarbeiten.
02:50Ah, was ist denn Ihre Funktion hier im Unternehmen?
02:52Sie sollte meine Nachfolgerin werden.
02:54Als Firmeninhaberin?
02:56Ja, ich habe die Firma vor 33 Jahren gegründet.
02:59Da wird es langsamer Zeit, abzutreten.
03:03Und wahrscheinlich hat sie schon vorher hier im Unternehmen gearbeitet.
03:06Nein, ich habe eine Spezialistin für die Suche meiner Nachfolge beauftragt.
03:10Und die hat sie Ihnen dann vermittelt?
03:13Das hier ist vermutlich die Tatwaffe.
03:16Sehr ungewöhnlich.
03:18Aber außergewöhnlich schönes Stück.
03:20Bei der Poröser Kalkstein, da finde ich keinen vernünftigen Fingerabdruck.
03:24Ah, schade.
03:26Na ja, aber diese Schnecke passt natürlich ganz gut zur Größe der Wunde, ne?
03:29Äh, Ammonit.
03:31Ja.
03:31Helene, müsst ihr davon bitte mal einen Abgleich machen?
03:34Ja.
03:35Sonst noch was?
03:37Ja, Zugang zur Firma erfolgt über Schlüsselkarte.
03:40Jede Benutzung wird registriert.
03:41Ich habe die Daten schon angefordert.
03:47Das heißt, Frau Gerber war jetzt hier die Chefin?
03:51Na, nicht so ganz.
03:52Also wir haben vor vier Wochen einen Übernahmevertrag unterzeichnet.
03:56Wir leiten die Firma ein Jahr zusammen und dann steige ich aus.
04:00Und wie lief das?
04:01Alles reibungslos?
04:03Ja, ich war sehr zufrieden.
04:04Also keine Konflikte?
04:07So eine neue Chefin, die macht vielleicht das ein oder andere Ding auch ein bisschen anders.
04:10Nein, nein, nein, nein, nein, nein.
04:12Alles bleibt, wie es ist.
04:13Das ist die Bedingung.
04:14Ja, dafür habe ich nun wirklich zu viel Herzflut und so viel Zeit in die Firma gesteckt.
04:18Was produzieren Sie eigentlich genau?
04:23Industriefilteranlagen weltweit.
04:25Ab Gas, Abwasser.
04:26Hier, das war mein erstes Patent.
04:29Das ist ein Mehrschichtfilter mit vulkanischem Granulat.
04:33Vom Wirkungsgrad doppelt so hoch wie bei damals üblichen Filtern.
04:38Und mittlerweile haben wir 18 Patente für verschiedene Filtersysteme.
04:43Vereindruckend.
04:44Ja.
04:45Wissen Sie, ob Frau Gerber Probleme hatte?
04:47Privat oder bei Ihrem vorherigen Arbeitgeber?
04:50Nein, das tut mir leid, aber sie ist ja auch erst vor drei Wochen aus England hierher gezogen.
04:55Ah, was hat sie da gemacht?
04:56Da war sie CEO bei irgendeinem Chiphersteller.
04:59Bei einem Chiphersteller?
05:01Und jetzt Filtersystem.
05:02Das ist ja schon was anderes.
05:04Ja, aber sie hatte sich für unser erstes Treffen so viel Fachwissen angelesen.
05:08Das hat mich beeindruckt.
05:12Herr Mehring, wann haben Sie denn gestern das Haus verlassen?
05:16Gegen 15 Uhr.
05:18Entschuldigung, Herr Mehring?
05:19Ja.
05:20Ist okay?
05:21Ja, ja.
05:22Würden Sie mal kurz mitkommen, bitte?
05:23Ich, ähm...
05:24Na klar.
05:28So, Herr Mehring.
05:29Tun Sie mir bitte mal einen Gefallen und gucken Sie sich hier ganz genau um.
05:32Ich will nicht.
05:33Ja, vielleicht fällt Ihnen ja irgendwas auf.
05:35Vielleicht fehlt Ihnen ja auch irgendwas.
05:44Nee.
05:46Ich glaube nicht.
05:47Was ist mit dem Handy hier?
05:49Oh, ich schätze, das ist Kathrins.
05:51Achso, und hier, diese Schnecke.
05:53Gehört die auch hier ins Büro?
05:55Äh, Ammonit.
05:56Keine Schnecke.
05:57Ammoniten sind Kopffüßer.
05:59Ja.
06:00Die gehören zur Familie der heutigen Kraken.
06:03Den, den hab ich gefunden, da war ich zwölf.
06:05Der lag immer hier auf dem Schreibtisch.
06:11Ah, vorgärme Angehörige?
06:13Ach Gott, ja.
06:14Henry, ihr Sohn.
06:18Was wird denn jetzt mit ihm?
06:19Der, der saß 16 und sie war alleinerziehend.
06:22Ja, wir kümmern uns.
06:24Intelligenter Junge.
06:25Weiß viel über Fossilien.
06:27Sehr interessiert.
06:27Der war auch ab und zu mal hier.
06:29Mhm.
06:30Was ist mit Henrys Vater?
06:31Ich glaube, da gibt es keinen Kontakt.
06:34Sagen Sie, Frau Blum, wann sind Sie denn gestern gegangen?
06:3618.30 Uhr.
06:38Frau Gerber meinte, ich soll ruhig schon gehen.
06:42Wie war denn so die Stimmung unter den Mitarbeitenden zum Chefwechsel?
06:48Wir waren alle ziemlich überrascht.
06:51Ah ja?
06:52Ja, keiner hat damit gerechnet, dass Mehring wirklich aufhört.
06:55Ich auch nicht.
06:57Wie ist er denn so, der Chef?
07:00Mehring hat ja sehr viel erreicht.
07:02Ich meine, das muss ihm erst mal einer nachmachen.
07:05Aber.
07:05Na, er ist ein harter Hund.
07:08Ich meine, er ist hart, aber fair.
07:09Er ist zu allen gleich.
07:11Verlangt aber auch viel.
07:13Und was für einen Eindruck hatten Sie von Frau Gerber?
07:16War sehr freundlich.
07:18Auch zugänglich.
07:20Aber irgendwas stimmt nicht mit dir.
07:22Hm?
07:23Müssen Sie mir erklären.
07:25Oh, ich will da echt nichts Falsches sagen.
07:28Und über Tote spricht man ja auch nicht schlecht.
07:33Aber irgendwie ist sie mir nicht ganz geheuer.
07:38Hatte hier eigentlich irgendjemand Angst vor Entlassung?
07:41Sie hat gesagt, sie behält uns alle.
07:46Und wer von den Mitarbeitenden war gestern Abend noch hier?
07:50Als ich gegangen bin, da war noch unser IT-Leiter da.
07:54Und Erkan, der ist Ingenieur.
07:57Die gehen meistens gegen 19 Uhr.
07:58Gegen 19 Uhr.
07:59Können Sie mir da mal Namen und Vornamen aufschreiben?
08:02Ja, klar.
08:03Gerne.
08:03Frau Blum.
08:04Ich schätze mal, Sie kriegen hier ziemlich viel mit.
08:06Ist Ihnen irgendwas gestern aufgefallen?
08:09Irgendwas, was anders war als sonst?
08:11Also, es war der Paketzusteller da.
08:15Mhm.
08:15Und Oliver, der Sohn vom Chef.
08:17Ah, der Sohn vom Chef arbeitet auch hier?
08:18Nee.
08:19Nee, Oliver ist mit Erkan befreundet.
08:22Und er kommt eigentlich nur, wenn sein Vater nicht da ist.
08:26Wieso?
08:27Ach, die sind sich nicht so grün, die beiden.
08:29Hm.
08:30Wie das manchmal eben so ist.
08:33Und wann ist Oliver gegangen?
08:36Kurz vor halb sieben?
08:37Da waren nur zehn Minuten da.
08:39Fällt Ihnen irgendjemand ein, der mehr über Katrin Gerber wissen könnte?
08:42Naja, höchstens Nina Radke.
08:44Sie hat uns Katrin ja vermittelt.
08:46Okay.
08:48Nina Radke ist die Headhunterin?
08:50Genau, ja.
08:52Herr Mehring.
08:54Ihr Sohn wollte die Firma nicht weiterführen?
08:58Oliver ist kein Unternehmertyp.
09:01Kein Ehrgeiz.
09:03Ihm standen alle Türen offen, aber der segelt lieber den ganzen Tag.
09:10So.
09:10Und was nun?
09:13Ja, also wir sind soweit durch.
09:15Sie hören von uns.
09:17Ich fahr mal in die Wohnung der Toten.
09:18Vielleicht wartet Ihr Sohn ja schon auf Sie oder sucht schon nach ihr.
09:21Soll ich mitkommen?
09:22Nö, danke.
09:23Ich melde mich, wenn ich Dich brauche.
09:25Alles klar, Lars.
09:26Aber du.
09:27Immer.
09:28Und jederzeit gern.
09:44Chef?
09:45Ja?
09:45Hauler und ich haben jetzt alle Wismarer Schulen abtelefoniert.
09:48Kein Henry.
09:49Nix.
09:51Vielleicht trägt er den Nachnamen des Vaters?
09:54Wir haben nach allen Schülern gefragt, die zuletzt angemeldet wurden.
09:57Keiner passt.
09:57Leute, Henry war leider nicht zu Hause, aber jetzt wissen wir wenigstens, wie er aussieht.
10:06Aha.
10:07Was sagt denn das Meldesystem?
10:10Da ist Katrin Gerber noch nicht registriert.
10:13Hm.
10:14Wir müssen den Jungen finden.
10:15Er kommt doch aus England.
10:17Vielleicht ist er hier auf einer internationalen Schule.
10:20Hm.
10:21Da kümmere ich mich drum.
10:21Ich habe das Jugendamt informiert, dass die sich kümmern.
10:24Okay.
10:25Was mit Angehörigen?
10:27Die Tote stammt ja hier aus Wismar.
10:29Ja, keine Geschwister.
10:31Mutter ist tot.
10:32Vater ist im Pflegeheim.
10:33Schwere Demenz.
10:34Was mit dem Vater des Jungen?
10:36Vielleicht finden wir den übers Standesamt.
10:38Ich habe mir mal die Vita von Katrin Gerber geben lassen.
10:41Also, wenn Henry 16 Jahre alt ist, dann müsste er in Schweden geboren worden sein.
10:47Guck mal hier.
10:48Stockholm, Basel, London.
10:51Unternehmensberatung, Controlling, Senior Management, CEO.
10:55Alle zwei Jahre eine neue Stufe auf der Karriereleiter.
10:57Ja, ne?
10:58Und nebenbei hat sie noch ein Kind großgezogen.
11:00Paula, du stellst mal eine Anfrage in Schweden und bei dem letzten Wohnort London.
11:06Hier, komm mal mit.
11:07Wir tragen das alles nochmal zusammen.
11:18Also, Leute, was haben wir?
11:21Die Gerber sollte die Firma übernehmen.
11:24Ja.
11:24Ralf Mehring sagt, sie wollte wohl schon länger ihre eigene Firma leiten.
11:28Ja, und war es wohl auch einfach leid, mit ihrem Sohn alle paar Jahre umziehen zu müssen.
11:32Den Mehring kenne ich schon lange.
11:34Der war zu Wendezeiten in der Umweltpolitik aktiv.
11:39Und hat ein paar Monate im Knast gesessen, erinnere ich mich, wegen irgendwelcher Umweltaktivitäten zu DDR-Zeiten.
11:49Hat die Tat irgendwas mit der Firmenübernahme zu tun?
11:54Also, angeblich war da alles geregelt.
11:56Die Mitarbeiter, die gestern Abend noch im Büro waren, die sind um 18.45 Uhr gegangen.
12:01Da hat Katrin Gerber aber noch gelebt.
12:02Gut.
12:03Gab es irgendwelche Konkurrenz wegen der Firmenleitung?
12:07Also, laut Mehring keine Konflikte.
12:09Aber Frau Blum hat mir gesagt, dass die Mitarbeitenden schon ziemlich erstaunt waren, dass Mehring jetzt ernsthaft verkauft.
12:14Wieso?
12:15Die haben gedacht, der macht das für immer.
12:17So wie du, Chef.
12:18Lass gut sein, Lars.
12:21Von der Familie wollte keiner die Firma übernehmen.
12:24Es gibt einen Sohn.
12:25Der war auch gestern Abend kurz im Büro.
12:27Aber Mehring scheint nicht so viel von dem zu halten.
12:30Wieso das denn?
12:30Frau Blum sagt, Mehring ist alte Schule, sehr streng.
12:34Und der Sohn ist Segellehrer und es scheint ihm irgendwie nicht zu passen.
12:38Keine Ahnung.
12:38Da bleibst du mal dran.
12:40Noch was?
12:42Warum ist Katrin Gerber jetzt genau aus England weg?
12:45Hm.
12:45Ja, vielleicht einfach wirklich nur, weil sie nicht mehr umziehen wollte.
12:48Oder gibt es vielleicht Stress mit dem Vater ihres Sohnes?
12:51Wisst ihr was?
12:51Ich spreche mal mit dieser Expertin, die Gerber an Mehring vermittelt hat.
12:54Vielleicht weiß die ja irgendwas.
13:01Danke.
13:02Äh.
13:04Kein Henry an der internationalen Schule in Rostock.
13:07Hm.
13:07Mit 16 ist er ja auch eigentlich nicht mehr schulpflichtig.
13:10Ja, aber Mehring war sich wirklich sicher, dass er hier irgendwo zur Schule geht.
13:14Paula, befrag doch nochmal die Nachbarn von Katrin Gerber.
13:16Mhm.
13:17Ja.
13:18Ah, und hast du schon mit ihren ehemaligen Arbeitgebern gesprochen?
13:21Ja, die waren gar nicht gut, auf sie zu sprechen.
13:24Nee?
13:24Ja, die war wohl eiskalt.
13:26Hat etliche Mitarbeitenden entlassen und der Umgang mit ihr war wohl eher schwierig.
13:31Ja gut, also als Chefin musst du natürlich auch manchmal unpopuläre Entscheidungen treffen.
13:34Ja, aber Mehring war sich sicher, dass sie die Firma in seinem Sinne weiterführen wird.
13:38Hm.
13:39Also ich hatte bisher ehrlich gesagt den Eindruck, dass sie hier in Wismar eigentlich alle ganz nett fanden.
13:43Oh.
13:44Na ja, zu ihrem Sohn konnten sie mir auch nichts sagen.
13:47Geburtsregister in Schweden?
13:48Bin ich dran.
13:49Ich spreche nochmal mit Mehring.
13:51Jo, bis später.
13:57Moin, Frau Radtke.
13:58Ja.
13:59Moin, Lars Pöhmann.
14:00Guten Tag.
14:01Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen.
14:02Ja, na klar.
14:03Gehen wir ein paar Meter?
14:04Bitte, gell.
14:05Also Sie kümmern sich um Unternehmensnachfolge, ja?
14:08Genau.
14:09Mhm.
14:10In den nächsten Jahren werden über 100.000 ihre Unternehmen abgeben.
14:14Handwerksmeister, Mittelständler.
14:15Besonders in Ostdeutschland.
14:17Und warum ist das so?
14:18Mir gab's nach der Wende besonders viele Neugründungen.
14:20Die kommen jetzt alle ins Rentenalter.
14:23Ja, so viel Mehring, ne?
14:24Ja.
14:25Gut, Frau Blum, dann schicken Sie mir die Datei eben nochmal.
14:28Nein, das war jetzt keine Frage.
14:30Einfach machen.
14:31Danke.
14:33Nicht so schlecht hier, Homeoffice hier draußen.
14:36Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
14:38Als Chef ist man immer im Dienst.
14:42Die Ostsee tut mir gut.
14:45Haben Sie eigentlich schon einen neuen Nachfolger im Blick?
14:49Katrin war genau die Richtige.
14:51Das hat gepasst.
14:53Ich hatte auch schon Pläne.
14:55Was denn für Pläne?
14:57Fossilenexkursionen in Argentinien.
14:59Im Fundgebiet der Dinosaurier.
15:01Das ist ein Kindheitstraum von mir.
15:03Und Ihr Sohn kommt gar nicht in Frage.
15:05Oliver, der ist seit 15 Jahren Segellehrer.
15:11Also Ihr Verhältnis ist nicht so gut?
15:14Nein.
15:18Ich kann das einfach nicht ertragen, wie der seine Zeit und sein Talent so vergeudelt.
15:24Vielleicht macht Ihnen das Segeln einfach glücklich?
15:26Ja.
15:27Kann man zusehen, was auf der Welt passiert und sich nicht engagieren.
15:30So wie Sie.
15:31Ich habe damals in der DDR gegen das Gift in der Ostsee demonstriert.
15:35Dafür bin ich sogar in den Knast.
15:37Das ist ein hoher Preis.
15:39Und meine Firma, die habe ich gegründet, um was für die Umwelt zu tun.
15:43Das habe ich, Oliver, vorgelebt.
15:45Das sind ganz schön große Fußstapfen für so einen Sohn.
15:49Ich muss das mit ihm in den Griff kriegen.
15:50Das habe ich meiner Frau versprochen.
15:56Ihre Frau lebt nicht mehr, oder?
16:00Nein.
16:02Die ist vor zwei Jahren gestorben.
16:13Parfür.
16:14Vulkanisches Gestein.
16:16Davon gibt es hier Tausende.
16:20Wissen Sie, das tut mir einfach gut, so etwas in der Hand zu haben, was schon vor Millionen Jahren hier
16:26war.
16:29Und wie stellen Sie sicher, dass die Bewerber Ihnen die Wahrheit über sich erzählen?
16:33Networking.
16:34Ich kenne viele.
16:36Idealerweise weiß ich im ersten Gespräch schon mehr, als in der Vita steht.
16:38Ja?
16:39Was wussten Sie über Katrin Gerber?
16:41Sie war klug.
16:43Ehrgeizig.
16:44Bereit, über Grenzen zu gehen.
16:46Auch eiskalt?
16:47Also im Sinne von Mitarbeiter entlassen, um dem Profit zu steigern?
16:51So klingen MitarbeiterInnen, die sich ungerecht behandelt fühlen.
16:56Wissen Sie irgendwas von Konflikten in den vorherigen Jobs?
16:59Nein.
17:00Oder vielleicht von dem Partner oder dem Vater Ihres Sohnes?
17:03Nein, aber das ist ja auch privat.
17:07Also ehrlich gesagt, Herr Mehring, habe ich mich ja schon ein bisschen gewundert, dass Sie sich ausgerechnet Katrin Gerber als
17:13Nachfolgerin ausgesucht haben.
17:14Warum?
17:17Ich habe ein bisschen recherchiert.
17:20Frau Gerbers Spezialität war ja eher Profitmaximierung und Rationalisierung.
17:26Und Sie sind ja schon am Erhalt Ihrer Firma interessiert, oder?
17:29Wo das eine geht, wohl nicht mehr ohne das andere.
17:35Und nach Vertragsabschluss hätten Sie so gar keinen Einfluss mehr gehabt?
17:38Nein, es gibt einen Übernahmevertrag, da sind diese Dinge geregelt.
17:44Wieso fragen Sie mich das?
17:46Ich versuche mir einfach nur einen Überblick zu verschaffen.
17:49Wem Katrin Gerber im Weg gestanden haben könnte.
17:59Der ist aber auch schön.
18:02Ha!
18:03Ein Seeigel.
18:04Sie haben wirklich einen Blick für ungewöhnliche Strukturen.
18:06Darf ich mal?
18:21Wann hatten Sie denn das letzte Mal Kontakt zu Frau Gerber?
18:23Sie hat mich gestern Abend noch angerufen und mir erzählt, wie glücklich sie ist.
18:26Ja, wann war das?
18:28Muss ich nachgucken.
18:3118.50 Uhr.
18:33War Sie da alleine?
18:35Ich denke, ja.
19:08Tod, es tut mir leid.
19:12Aber wie kann ich da helfen?
19:13Ich kannte Sie eigentlich gar nicht.
19:15Aber Sie waren gestern Abend im Büro, oder?
19:17Ja, aber höchstens zehn Minuten.
19:19Und weshalb waren Sie gestern Abend im Büro?
19:21Ich war mit meinem Kumpel Erkan verabredet.
19:25Musste ihm aber absagen.
19:28Warum führen Sie eigentlich nicht die Firma Ihres Vaters weiter?
19:31Ich bin Segeltrainer.
19:33Und die Firma interessiert Sie gar nicht?
19:36Nein.
19:38Das Verhältnis zu Ihrem Vater ist ziemlich angespannt, oder?
19:43Warum ist das wichtig?
19:44Naja, Ihr Vater hat ganz schön hohe Erwartungen.
19:46Stell ich mir nicht so leicht vor.
19:49Ist das ein Verhör oder eine Therapie?
19:52Also, Sie hatten kein Problem mit Katrin Gerber?
19:55Nein.
19:56Im Gegenteil.
19:57Ich habe mich gefreut, dass mein Vater Sie gefunden hat.
20:01Aber Ihr Vater hat Sie so gar nicht in Betracht gezogen.
20:03Also, ich wäre da wahnsinnig sauer.
20:07Mein Vater und ich machen viele Dinge anders.
20:09Was denn zum Beispiel?
20:10Ich verbringe Zeit mit meinen Töchtern.
20:11Ich lasse sie ihren eigenen Weg gehen, bin aber immer da.
20:14Keine abschätzlichen Kommentare.
20:16Ich akzeptiere Ihre Meinung.
20:17Lauter so wilde Sachen.
20:20Was haben Sie stattdessen gestern Abend gemacht?
20:23Meine Tochter hatte Probleme mit ihrem Boot.
20:25Ich hatte versprochen, das zu reparieren.
20:27Deshalb habe ich Erkan abgesagt und war gestern Abend hier.
20:29Wie lange hat das gedauert?
20:31Ich musste das halbe Boot zerlegen und war erst nach 23 Uhr wieder zu Hause.
20:39Das Bild hängt auch im Büro Ihres Vaters.
20:47Sommer 1990.
20:48Da haben wir gerade die Ostsee umsegelt.
20:49War eine Umweltaktion.
20:51Das war die beste Zeit mit meinem Vater.
20:54Danach hat er die Firma gegründet.
21:08Mein Freund Dr. Storbeck.
21:10Und was haben wir?
21:12Moin.
21:15Ein wirklich schöner Ammonit, nicht wahr?
21:18Mhm.
21:19Ja, und der hat nun Millionen von Jahren überdauert.
21:23Und das nur, damit jemand einen anderen Menschen damit erschlagen konnte.
21:28Also der ist wirklich die Tatwaffe?
21:31Eindeutig.
21:32Hier die markante Struktur des Ammoniten.
21:36Die findet sich als Negativabdruck auf der Kopfhaut des Opfers.
21:41Okay, sonst sagen wir es neid.
21:43Tja, die Todeszeit konnte ich jetzt sogar eingrenzen auf eine Stunde.
21:49Kathrin Gerber ist zwischen 19 und 20 Uhr gestorben.
21:52Also nichts Überraschendes.
21:56Wie man es nimmt.
21:59Ich habe bei ihr eine Hypoplasie des Uterus festgestellt.
22:03Also ihre Gebärmutter ist nicht vollständig ausgebildet.
22:07Hat das irgendwas mit ihrem Tod zu tun?
22:10Sie kann unmöglich ein Kind zur Welt gebracht haben.
22:15Das heißt ja, Henry ist gar nicht ihr Sohn.
22:19Nicht ihr Leiblicher.
22:20Vielleicht hat sie ihn adoptiert.
22:22Das ist ja ein Ding.
22:25Gut, danke, Helene.
22:27Immer gerne.
22:28Weißt du doch.
22:34Ja, super.
22:35Vielen Dank.
22:36Ja, auf Wiederhören.
22:38Tschüss.
22:40Chef, ich glaube, ich habe einen Hinweis auf den Jungen.
22:42Ah ja?
22:43Ja, ein Nachbar hat Henry am Hundestrand gesehen.
22:45Da fahren die Jugendlichen immer mit ihren Mofas illegal rum.
22:49Ja, das ist super.
22:50Ja, ich gucke mal, welches Henry.
22:54Chef, guck mal, wenn wir draußen aufgesammelt haben.
22:58Ah.
22:59Wir konnten Katrin Gerbers Handy auslesen.
23:01Ach super.
23:01Das ist auch sicher die Nummer von Henry gespeichert, oder?
23:03Ja, da habe ich auch schon angerufen.
23:05Aber es hat sich keiner gemeldet.
23:07Paula ist schon unterwegs.
23:08Sie hat einen Tipp gekriegt, wo der Junge sein könnte.
23:12Übrigens, Helene meint, der Junge kann nicht der leibliche Sohn von Katrin Gerber sein.
23:17Was?
23:18Ist er adoptiert worden?
23:19Ich habe die Ortung der Handynummer schon beantragt.
23:22Hast du noch was?
23:23Ja, das Protokoll der Schließanlage bei Mehringen.
23:26Letzte Türöffnung per Karte erfolgte 17.03 Uhr.
23:29Raus aus dem Gebäude kommt man ohne Karte.
23:31Es gibt eine Fluchttür.
23:32Und hier sind die Daten vom Handy des Opfers drauf.
23:35Sie hat gestern zweimal mit Henry telefoniert, dann noch mit einem Makler und eine Stunde
23:39vor ihrem Tod mit Nina Radtke.
23:4118.50 Uhr für 21 Minuten.
23:43Genau, das hat Nina Radtke erzählt.
23:45Katrin Gerber hat ja wohl gesagt, wie toll sie es in der Firma findet.
23:4821 Minuten lang?
23:51Ja.
24:10Ja.
24:11Ja.
24:12Ja.
24:12Ja.
24:14Ja.
24:16Ja.
24:28Moin. Hi. Wir lassen unsere Maschinen nur den schönen Ausblick genießen. Wir würden
24:36niemals am Strand fahren. Ehrlich. Ich bin nicht deswegen hier. Ich suche Henry Gerber.
24:41Bist du das? Noch nie gehört, nee. Oder? Das bist doch du. Sieh ich aus wie ein Idiot?
24:52Henry, ich bin nicht hier, um euch Ärger zu machen. Wir müssen dir was Wichtiges mitteilen.
24:56Ich bin nicht irgendein Henry. Hier. Mein Name ist Paul. Paul Grieswald.
25:14Ich muss dich trotzdem bitten, mitzukommen. Ehrlich jetzt? Ehrlich jetzt.
25:29Ich hatte früher so einen Erdkundelehrer. Der war völlig besessen von Steinen.
25:33Wie der Ralf Mehring, ja? Jeden Wandertag mussten wir Steine klopfen. Ich fand's so langweilig.
25:39Und heute nicht mehr? Naja. Na, aber komm. So ein schöner Hühnergott. Gesammelt Sonntagnachmittag am Strand.
25:46Das sind die mit dem Loch, oder? Ja, die sind bis mal angekommen. Man muss es zugeben.
25:49Nach acht Jahren. Ja. Da ist so ein Strandspaziergang am Sonntag. Ganz nett.
25:58Ach, jetzt habe ich Heimweh. Aber hier hast du auch was? Hm?
26:03Die beste Kollegen der Welt? Hm? Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm.
26:28Und du bist ja sicher, dass das nicht, Henry, ist.
26:32Chef, ich habe mit der Schule gesprochen.
26:34Das hier ist Paul Grieswald.
26:35Der geht seit Jahren aufs Goethe-Gymnasium.
26:42Was ist denn da bloß los?
26:44Pssst.
26:46Darf ich?
26:54Willst du was trinken?
26:57Paula?
27:00Also der schöne Ausweis ist echt.
27:01Willst du mit deinen Eltern eben sprechen?
27:03Mach ich.
27:03Super, danke dir.
27:05Moin!
27:08Du fährst Motocross, ja?
27:11Ja.
27:12Ich starte in zwei Wochen beim Jugendcup.
27:14Cool.
27:15Also, Paul, der ist jedenfalls echt.
27:18Logisch.
27:18Wir haben mit deiner Schule schon gesprochen.
27:21Wir haben auch jetzt die Nummer von deinen Eltern, meine Kollegin, versucht...
27:23Was soll das?
27:25Wir müssen rausfinden, was du mit Katrin Gerber zu tun hast.
27:28Ja?
27:29Ich habe den Namen noch nie gehört.
27:30Paul, das ist wichtig.
27:32Okay?
27:39Wie kommt dieses Foto von dir in Katrin Gerbers Wohnung?
27:47Keinen Plan, vielleicht habe ich einen Doppelgänger.
28:07Diese Nummer ist unter Henry in Katrin Gerbers Kontaktliste gespeichert.
28:10Dazu musst du mir doch irgendwas sagen können.
28:12Dann fragen Sie sie doch!
28:13Katrin Gerber ist tot.
28:15Was?
28:16Wieso?
28:17Nein, scheiße, ich habe nichts gemacht.
28:18Ja, Moment.
28:19Ich habe seine Mutter erreicht.
28:21Ja?
28:21Sie ist gerade in Bremen und meinte, seine Tante soll sich um ihn kümmern.
28:24Okay.
28:25Dann ruf gerne die Tante an.
28:26Vielleicht möchtest du das lieber machen.
28:28Hä?
28:32Das ist seine Tante?
28:34Mhm.
28:43Wow.
28:46Ich habe hier die Handydateien von Katrin Gerber.
28:49Schau mal.
28:52Was ist das?
28:54Sie hat offenbar gestern Abend ihren Bildschirm im Büro abfotografiert.
28:57Lauter vertrauliche Dateien.
29:00Patente, Kundenlisten von Mehring.
29:04Und sie hat sie auch an irgendjemanden weitergeleitet?
29:09Ich glaube, ich weiß auch an wen.
29:19Paolo muss sich nicht selbst belasten, ja?
29:24Lars?
29:24Ja.
29:26Ah.
29:26Hallo.
29:28Moin, Frau Radke.
29:29Ja, danke, dass Sie mich angerufen haben.
29:31Bitte.
29:31Deine Mutter macht sich echt Sorgen.
29:38Ihr Neffe hat sich als Henry Gerber ausgegeben.
29:46Wahrscheinlich im Auftrag von Katrin Gerber.
29:49Aber wir fragen uns jetzt natürlich, was haben Sie mit der ganzen Sache zu tun?
29:54Ich.
29:55Frau Radke, das ist Ihr Neffe Paul, richtig?
29:57Äh, ja.
29:59So, und wir gehen davon aus, dass Paul in einen Betrug verwickelt ist.
30:04Und du bist strafmündig, ja?
30:15So.
30:15Ich kann nur sagen, nehmen Sie sich einen Anwalt.
30:17Äh, also, Moment mal.
30:19Äh, Moment mal.
30:19Also, ich, ich habe, ich habe keine Ahnung, was Paul gemacht hat.
30:22Ja, aber, äh, er wird nicht gewusst haben, was er tut.
30:26Du wolltest doch, dass ich mich als Henry ausgebe, um diesen Fossilien-Heini zu beeindrucken.
30:30Äh, Paolo!
30:31Die haben mir eine neue Krossmaschine versprochen.
30:34Was soll denn das?
30:36Ich will einen Anwalt.
30:37Und meine Mutter soll kommen.
30:51So.
30:55Ein Kollege hat den Paul nach Hause gebracht und wartet mit ihm dort auf seine Mutter.
31:00Wusste die Mutter eigentlich von dem Betrug?
31:03Sie muss sich nicht wundern, dass er auf dumme Ideen kommt, wenn sie ihn dazu zwingt, sein Motorrad selbst zu
31:07verdienen.
31:07Ah, ja.
31:09Aber der Paul wird doch kaum von selbst auf die Idee gekommen sein, den Henry zu spielen.
31:16Oder?
31:18Katrin brauchte einen Sohn.
31:20Ich habe ihr einen organisiert.
31:22Bitte?
31:23Sie wollte diesen Job unbedingt.
31:26Ja, wozu der Sohn?
31:28Mehring liebt Fossilien.
31:30Katrin wusste von dieser Leidenschaft.
31:32Es ist irgendwie passiert.
31:33Sie hat ihm von ihrem Sohn erzählt, der zufälligerweise großer Fossilien-Fan ist.
31:39Und diese Lügengeschichte sollte gut gehen?
31:41Wieso nicht?
31:43Mehring ist voll drauf angesprungen.
31:44Er wollte Henry unbedingt kennenlernen.
31:47Damit hatten wir ihn.
31:48Er hat sich für Katrin entschieden.
31:50Ja, und Sie?
31:51Was haben Sie davon?
31:53Katrin war mir sympathisch.
31:55Und ich wollte nicht ewig auf meine Provision warten müssen.
31:58Ich glaube, es ging Ihnen wohl eher um das hier.
32:04Sie wollten verkaufen.
32:07Was soll das sein?
32:09Fotos von Patenten und Kundenlisten hat Katrin Gerber Ihnen gestern gemailt.
32:16Das ging versehentlich an mich.
32:18Ja.
32:18Deswegen hat sie mich ja angerufen, dass ich die Mail lösche.
32:21Frau Radke, wo waren Sie gestern Abend zwischen 19 und 21 Uhr?
32:30Ich habe ein Online-Seminar gehalten.
32:40Wirtschaftsethik.
32:42Das werden wir überprüfen.
32:43Gerne.
32:45Ist sonst noch was?
32:49Offensichtlich nicht.
32:51Dann empfehle ich mich die Herren.
32:53Schönen Tag noch.
32:58Stecken Katrin Gerber und Nina Radke unter einer Decke?
33:02Also du meinst, die beiden wollten zusammen die Patente für die Filtersysteme von Mehring verkaufen?
33:06Na, finanziell lohnt sich das auf jeden Fall.
33:09Ja, aber damit würde doch die Gerber die Firma zerstören, die sie mal haben wird.
33:13Ja, aber vielleicht war das der Planschef, das illegal zu machen, bevor Mehring dahinter kommt.
33:17Also immerhin haben die beiden Frauen einen vermeintlichen Sohn erfunden, um an den Job zu kommen.
33:21Also wenn der Mehring dahinter gekommen ist, hätte er einen Motiv, seine Nachfolgerin umzubringen.
33:28Aber Leute, wir müssen auch bitte unbedingt nochmal das Alibi von Nina Radke überprüfen.
33:31Was ist denn mit der Funkzellenauswertung von Mehring? Bringt die uns vielleicht weiter?
33:36Check ich.
33:38Ich habe eine Nachricht von Henry, also Paul, an Katrin Gerber gefunden.
33:43Ich glaube, wir sind aufgeflogen, er war am Strand und hat mich so komisch angestarrt.
33:49Meint der Mehring?
33:50Möglich, oder?
33:54Warum wollte die junge Frau ausgerechnet und unbedingt die Firma von Mehring?
34:00Ja, aber Chef, ich glaube, die wollte gar nicht die Firma, die waren nicht an der Firma interessiert.
34:04Die wollte da alles rausholen, was Wert hat. Und mit Patenten kannst du schnell und viel Geld machen.
34:10Also sie hat ihren ehemaligen Kollegen gegenüber immer wieder gesagt, mit 40 möchte sie sich zur Ruhe setzen.
34:16Und hättet ihr für ihn kaufgenommen, Mehrings Lebenswerk zu zerstören?
34:21Ja, ne?
34:27Hallo, Herr Mehring.
34:30Ja, ich bin's wieder.
34:34Begleiten Sie mich bitte aufs Revier.
34:48Henry ist gefunden worden.
34:50Das freut mich.
34:52Wie geht's ihm?
35:00Gut.
35:02Gut.
35:03Weil seine Mutter gar nicht tot ist und er in Wahrheit Paul heißt.
35:09Wie bitte?
35:10Katrin Gerber hat Paul als ihren Sohn engagiert, um ihr Vertrauen zu erschleichen, Herr Mehring.
35:15Nein.
35:16Tja, das ist ausgeschlossen.
35:17Ah, ich fürchte doch.
35:20Nina Radke hat einen Neffen.
35:22Das ist Paul.
35:24Und gestern haben Sie begriffen, dass Sie betrogen worden sind.
35:27Stimmt doch, Herr Mehring.
35:28Nein, das...
35:29Ich weiß doch gar nicht, was das hier alles soll.
35:31So, und warum hat Paul Katrin Gerber sofort getextet, dass Sie ihn erkannt haben, als er mit seinen Freunden Motocross
35:38am Strand gefahren ist?
35:39Ach, Henry war auch dabei. Ich meine, Paul.
35:41Ja, und Sie haben ihn angestarrt.
35:44Aber ich hab ihn doch gar nicht erkannt. Mein Gott, ich war sauer, weil die da den Strand zerstören.
35:49Haben Sie Katrin Gerber gestern im Büro zur Rede gestellt?
35:52Na, wie?
35:53Sie hat Fotos von Ihren Patenten gemacht und an Nina Radke weitergemailt.
35:59Sie hat was?
36:00Ja.
36:01Ich denke mal, der Plan war, die Patente von Mehring-Filter-Systeme zu stehlen und weiter zu verkaufen.
36:07Ja, das...
36:09Das...
36:09Das zerstört meine Firma.
36:12Das kann...
36:13Das kann ja un...
36:18Mein Gott.
36:19Mein Gott, war ich naiv.
36:28Wo waren Sie gestern zwischen 19 und 20 Uhr?
36:31Da war ich mit dem Freund Essen.
36:38Warum war Ihr Handy in Ihre Firma eingeloggt?
36:42Wir waren im See, Igel. Das ist eine Straße weiter.
36:49Karo, Nina Radke hat gestern Abend ohne Pause Ihr Seminar gehalten.
36:56Wollt Ihr einen Zwischenstand zu meiner Hintergrundrecherche haben?
36:59Oh ja, gerne.
37:00Unbedingt.
37:01Also, Oliver Mehring hat als Segellehrer Top-Bewertung.
37:04Und?
37:06Geduld.
37:08Eins ist auffällig.
37:09Auf Social Media ist er in einer Gruppe für MBA-Studierende beigetreten.
37:13Und das heißt was?
37:14Ich hab bei der Uni angerufen.
37:16Der hat da gerade seinen Abschluss gemacht.
37:18Schwerpunkt Technologie-Management.
37:21Also hat er sich doch für die Firma seines Vaters interessiert.
37:24Ja, aber wie ist er denn wieder ins Büro gekommen?
37:26Ich meine, Rosi hat uns das doch erklärt mit der Schließanlage.
37:29Sie meinte, gegen 17 Uhr hätte zum letzten Mal jemand das Gebäude betreten.
37:33Hm.
37:41Es kann keiner von draußen reingekommen sein und es gibt keine Einbruchspuren.
37:45Ja, danke.
37:48Okay, also muss die Tatperson schon vorher da gewesen sein, ja?
37:51Die zwei Mitarbeiter, die zuletzt gegangen sind, die haben ein Alibi.
37:54Die waren ab 19 Uhr beim Kneipen-Quiz zusammen.
37:58Laut System waren alle Räume abgeschlossen, nur das Chefbüro war offen.
38:02Hm.
38:03Warte mal, aber die Toiletten und die Küche sind frei zugänglich.
38:05Hast du da irgendwas gefunden?
38:08Pff, altes Parkticket und neben dem Waschbecken lag ein altes Armband aus Gummi.
38:16Hm.
38:22Das ist eine Methode aus der Verhaltenstherapie.
38:30Damit kann man sich einen Anker setzen gegen Stress, negative Gedanken, hilft bei Prüfungsangst.
38:35Und Oliver Mehring hat so eins?
38:36Ja.
38:38Ist aber ein dünnes Indiz.
38:41Nicht, wenn hier seine DNA dran ist, oder?
38:43Und wieso sollte er sie erschlagen haben?
38:46Um an die Firma zu kommen.
38:49Ja, aber warum hat er seinem Vater dann nicht einfach gesagt, dass er die Firma übernehmen will?
38:52Oder hat er händeringend nach dem Nachfolger gesucht?
38:54Ja und nein.
39:07Ich wusste gar nicht, dass du das auch hier hängen hast.
39:15Weißt du, ihr wart mit den Mädchen lange nicht mehr bei mir.
39:23Ja, klar, dass es mal wieder nur um dich geht.
39:27Oliver.
39:32Herr Mehring, würden Sie uns mal kurz mit Ihrem Sohn alleine lassen, bitte?
39:37Er soll ruhig alles hören.
39:40Warum wollte Ihr Vater eigentlich eine Fremde als Nachfolgerin, jetzt wo Sie Ihr Studium abgeschlossen haben?
39:45Was?
39:48Ich hab's ihm nicht gesagt.
39:50Warum nicht?
39:51Ich wollte ihm zeigen, dass ich's durchziehen kann.
39:53Und dass ich's wert bin.
39:54Mensch, das bist du!
39:58Ich hab mit 20 ein Praktikum bei meinem Vater gemacht.
40:01Vom ersten Tag an konnte ich ihm nichts recht machen.
40:04Ja, ich wollte ihn motivieren.
40:05Er hatte so viel Potenzial.
40:06Und seine Zeit verschwendet.
40:07Ich war ein ganz einfacher Student.
40:09Ich wollte auch einfach nur ein bisschen Spaß haben.
40:11Herr Mehring, warum haben Sie es Ihrem Vater denn jetzt nicht gesagt?
40:14Wo Sie den Abschluss hatten?
40:16Wollte ich.
40:19Aber dann fängt er an, von seiner tollen Nachfolgerin zu schwärmen.
40:22Ich wollte nicht mehr, dass die Firma zwischen uns steht.
40:25Warum hast du mich nicht einfach mal gefragt?
40:28Hä?
40:32Wir haben so ein Gummiband im Bad der Firma Ihres Vaters gefunden.
40:36Ich bin mir ziemlich sicher, dass da Ihre DNA dran ist.
40:39Haben Sie sich da versteckt und gewartet, bis alle weg sind, damit Sie Katrin Gerber aus dem Weg räumen können?
40:43Sie dachte, alle wären weg.
40:45Sie hat telefoniert.
40:48Sie wollte die Patente verkaufen und damit Millionen machen.
40:51Was ist nach dem Telefonat passiert?
40:54Ich habe ihr gesagt, sie soll das Gebäude verlassen oder ich rufe meinen Vater an.
40:58Dann hat sie ihr angeboten, mich zu beteiligen.
41:00An den Betrug an Ihrem Vater?
41:04Das wäre die Gelegenheit, mich an meinem Vater zu rächen, hat sie gesagt.
41:09Ich habe gedroht, die Polizei zu rufen.
41:10Und warum hast du mich nicht angerufen?
41:16Sie hat gesagt, dass ich keine Beweise hätte.
41:18Wenn ich nicht mitmache, ruft sie die Polizei und sagt, dass ich sie bedroht hätte und lügen würde, weil ich
41:23eifersüchtig bin.
41:25Dann haben Sie den Ammoniten genommen und zugeschlagen.
41:31Ich konnte sie doch nicht die Firma kaputt machen lassen.
41:37Ich weiß doch, wie viel sie dir bedeutet.
41:48Oliver, es tut mir leid.
41:57Ja, ich auch.
42:08Also ich hoffe echt, wir machen da einen besseren Job.
42:13Als Eltern.
42:19Das hoffe ich auch, ja.
42:22Na ja, als Kollegin.
42:25Bist du eine Eins.
42:34Wollen wir los?
42:35Ich wollte noch ganz kurz meinen Sohn anrufen.
42:51Ich wollte nur mal hören, was du so treibst.
42:52Okay.
42:55Musik
43:25Musik

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