00:00Neo-Bildungsminister Christoph Wiederkehr von den Neos will das Quereinsteigerprogramm
00:05Klassejob für Lehrer auf Volksschulen ausweiten.
00:09Noch in seiner früheren Funktion als Wiener Bildungsstadtrat hat er ein Pilotprojekt initiiert,
00:14das mit Herbst startet.
00:17Das wird es auf jeden Fall weitergeben.
00:18Das war ein sehr erfolgreiches Projekt, das im Bildungsministerium entstanden ist.
00:25Einerseits, um Schule zu öffnen, attraktiver zu machen als Arbeitgeber und auch den Lehrerinnenmangel,
00:32den Fachkräftemangel, den es noch immer gibt, zu bekämpfen.
00:36Diese Initiative werde ich nicht nur fortführen, sondern verstärken.
00:40Wir werden eine Ausbildungsoffensive auch im Bereich der Elementarbildung und Elementarpädagogik
00:47starten, weil hier der Fachkräftemangel noch größer ist und den Quereinstieg erweitern,
00:54den es jetzt schon gab, auch auf die Volksschule mit einer guten pädagogischen Vorbereitung
01:01und Begleitung, damit wir die besten Personen in die Schule bekommen.
01:07Denn ich möchte die Besten in diesem wichtigen Beruf haben.
01:11Auch andere Projekte, die Wiederkehr so schnell wie möglich angehen will, kennt man bereits
01:16aus seiner Zeit als Wiener Bildungsstadtrat.
01:18So will Wiederkehr mit Experten über eine bundesweite Regelung für ein Handyverbot
01:24an Schulen beraten.
01:25Handys sind ein massiver Suchtfaktor und reduzieren die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder gewaltig.
01:35Mobbing ist ein täglicher Begleiter von Jugendlichen in der Schule und deshalb ist es mir wichtig,
01:42hier mit Expertinnen und Experten sehr schnell auch ins Gespräch zu kommen, schon nächsten
01:47Montag, um weitere Schritte mit dem Umgang mit den Handys zu implementieren.
01:53In Wien habe ich den Weg gewählt, dass sowohl Unterricht als auch Pause handyfreie Zeiten
01:59sind, um hier auch Freiräume für die jungen Menschen zu ermöglichen.
02:03Denn Handys sind echte Konzentrationskiller im Klassenzimmer.
02:06Ich sehe mich hier in der politischen Verantwortung.
02:09Bei Gesellschaftskonflikten, die aufkommen, und das ist ein gesellschaftspolitisch extrem
02:14konfliktrechtiges Thema, muss man nur Schulen und Eltern und Lehrerinnen fragen, wo es
02:19so unterschiedliche Meinungen gibt, hat die Politik eine Verantwortung.
02:23Und dieses Primat der Politik, das werde ich in Zukunft sehr klar wahrnehmen, nämlich
02:28auch Entscheidungen zu treffen, die notwendig sind.
02:31Denn die fachliche Evidenz ist klar, ich kenne keinen im Bereich der Psychologie oder auch
02:36der Medienpädagogik, der sagt, macht so weiter.
02:40Die Suchtfaktoren sind massiv, bei Alkohol und Zigaretten sagen wir ja auch nicht, ist
02:44ja egal, sollen die Schulen selber entscheiden, wer wann wo raucht und wo trinkt.
02:49Wir haben hier eine ernsthafte Suchtgefahr, diese muss ernsthaft auch begegnet werden.
02:56Und hier habe ich als Bildungsminister eine Verantwortung und sehe mich auch in der Verantwortung,
03:01hier Regelungen auch zu erlassen.
03:02Und gleichzeitig natürlich immer Schulautonomie mitzunehmen und mitzudenken, denn Schulautonomie
03:09ist wesentlich.
03:10Wie zum Beispiel pädagogisch mit Endgeräten gearbeitet wird, wie die Medienpädagogik
03:16forciert wird, das sind ganz, ganz wichtige Themen, die auch in Zukunft noch weiter forciert
03:21werden sollen.
03:22Auch bei den Themen Deutscherwerb und gewaltfreie Schule will Wiederkehr schnell aktiv werden.
03:27Denn für mich ist wichtig, dass alle Kinder Deutsch können, Deutsch ist nicht optional,
03:32Deutsch ist für mich Pflicht und dass Gewalt im Klassenzimmer keinen Platz hat.
03:37Das sind die Projekte, wofür jetzt schon Offensivmittel zur Verfügung stehen werden.
03:42Für mich ist wichtig, dass die Aufholjagd mit jetzt beginnt.
03:47Wir sind in einigen Bereichen zurückgefallen aus Österreich, beispielsweise Spracherwerb.
03:53Die Anzahl der außerordentlichen Schülerinnen und Schülern ist besorgniserregend.
03:58In ganz Österreich ein starker Anstieg, es wird einen starken Schwerpunkt auf die Sprache
04:04geben, denn Deutsch ist die Eintrittskarte in eine Gesellschaft, um Bildung zu erfahren
04:11und danach auch einen Beruf zu haben.
04:14Zweitens ist mir wichtig, dass wir eine gewaltfreie Schule haben, eine Schule, wo Lehrerinnen
04:20und Lehrer und auch Kinder angstfrei zur Schule gehen können.
04:24Hier gibt es insbesondere in der Suspendierung in den letzten Jahren steigende Zahlen, aber
04:33keinen zeitgemäßen Ansatz dazu, nämlich Jugendliche, wenn sie für andere in Gefahr
04:40sind, einfach wegzuschicken, ist heutzutage nicht mehr angemessen.
04:46Denn manche Jugendliche freuen sich, wenn sie nicht mehr in die Schule gehen müssen
04:49und hängen dann irgendwo im Shoppingcenter herum.
04:53Hier wird es sehr unmittelbar von mir Beratungen geben, wie wir die Schulsuspendierung neu
04:58gestalten können und auch die Gewaltprävention ausbauen.
05:03Bei den Kindergärten will Wiederkehr vieles weiterbringen, auch wenn diese eigentlich
05:07länderkompetent sind.
05:09Im ersten Schritt setzt er auf eine Ausbildungsoffensive.
05:12Als Projekt für die Langstrecke hat sich der neue Bildungsminister Änderungen bei
05:17den Kompetenzverteilungen im Schulbereich vorgenommen.
05:20Wir leben in einem sehr komplexen föderalen System in Österreich, das habe ich auch bisher
05:26als Bildungslandesrat wahrgenommen, wo sowohl Gemeinden als auch Länder als auch der Bund
05:31Zuständigkeiten im Schulbereich haben.
05:34Dadurch kommt es immer wieder zu Unklarheiten, wer wofür zuständig ist.
05:39Beispielsweise im Bereich der Sozialarbeit oder im Bereich der Freizeitpädagogik ist
05:43bis heute nicht klar, wer dann verantwortlich ist.
05:47Ich möchte in einem Staat leben, in dem klar ist, wer wofür zuständig ist und wer wofür
05:53verantwortlich ist, weil damit auch das System besser wird, effizienter wird, sparsamer wird
05:59und die Ergebnisse besser werden.
06:01Ich bin hier sehr ergebnisoffen und möchte ergebnisoffen in diese Gespräche gehen, um
06:08hier ein besseres föderales System zu schaffen.
06:12Mir sehr bewusst, das ist ein Projekt, an dem bisher schon viele gescheitert sind.
06:18Ich finde es allerdings sehr, sehr wichtig, dass wir auch als NEOS die Frage des Föderalismus
06:24in Österreich ambitioniert angehen und auch im Bildungsbereich die föderalen Fragen erneut
06:30diskutieren und auch besser regeln.
06:33Warum besser?
06:34Damit es für die Kinder und Jugendlichen in den Schulen besser wird und auch für die
06:38Lehrkräfte einfacher wird.
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