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  • vor 6 Wochen
Nach anhaltender Flaute steuert die österreichische Wirtschaft auf leichte Erholung zu, erklärt Wifo-Chef Gabriel Felbermayr im ausführlichen Gespräch. Doch auch die Risiken seien weiterhin erheblich.

Podcast-Moderation: Daniel Retschitzegger; CVD: Zsolt Wilhelm

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Transkript
00:00Es geht aufwärts mit Österreichs Wirtschaft, zumindest vorsichtig und mit Vorbehalten.
00:05Denn während die Konjunktur etwas besser anzieht als ursprünglich prognostiziert,
00:09bleibt die Inflation und das Defizit hoch und auch internationale Verwerfungen
00:14könnten das kleine Konjunkturpflänzchen schnell wieder zertreten.
00:18Wir sprechen heute mit WIFO-Chef Gabriel Felbermayr über die Entwicklungen in der
00:22österreichischen Wirtschaft und was die Politik jetzt dringend unternehmen müsste.
00:27Ich bin Daniel Retschitz-Ecker, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast des Standards.
00:36WIFO-Chef Gabriel Felbermayr ist heute hier. Grüße Sie, Herr Felbermayr.
00:40Hallo, Herr Retschitz-Ecker.
00:41Herr Felbermayr, Konjunkturprognose heute vom WIFO und vom IHS.
00:47Fangen wir mit dem Positiven an. Sie haben gleich die Pressekonferenz damit begonnen,
00:50dass Sie Licht am Ende des Tunnels für Österreichs Wirtschaft sehen.
00:54Ein leichtes Wachstum. Inwiefern? Auf was können wir uns freuen?
00:57Na ja, zunächst einmal ist es so, dass das Jahr 25 kein Rezessionsjahr mehr ist.
01:02Das war ja in der Mitte des Jahres nicht ganz sicher, aber wir sind jetzt leicht gewachsen,
01:07so wie es aussieht, um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 24.
01:10Das heißt aber, wirklich von der Null ist das noch nicht verschieden.
01:13Darum sagen wir, wir sind eigentlich noch im Tunnel.
01:15Aber dann, das Jahr 26 und das Jahr 27 bringen Wachstumsraten jenseits der 1%.
01:221,2 und dann 1,4. Ist das viel? Nein.
01:27Also im historischen Vergleich sehr misslsüchtig, auch im Vergleich dazu, wie andere Länder wachsen,
01:32die USA oder so, wenig.
01:34Aber immerhin besser als die doch lange andauende Rezession und deswegen liegt.
01:40Wir sind aber noch im Tunnel, weil das halbe Prozent von 2025 sollte man also nicht wirklich mit Wachstum verwechseln.
01:48Also eher Kategorie besser als nichts, wenn ich Ihnen da jetzt so richtig zugehört habe.
01:52Was sich als Frage natürlich ergibt ist, was hat sich geändert, dass Sie diese Konjunkturprognose leicht verbessern mussten
01:59im Vergleich eben zu Mitte des Jahres?
02:01Denn international gesehen bleibt ja die Lage weiterhin extrem angespannt.
02:05Ja, das stimmt. Und die Risiken sind auch erheblich.
02:08Also wir haben in unserer Prognose jetzt zum zweiten Mal, das haben wir erst sehr kurz eingeführt,
02:13eine Abschätzung der Unsicherheit drinnen.
02:15Und das Jahr 2027 kann durchaus auch, wenn die Dinge wirklich zusammengehen,
02:20alle dummen Dinge auf einmal passieren, ein Rezessionsjahr sein.
02:23Also das ist im Möglichkeitenraum.
02:26Wir halten es nicht für wahrscheinlich gegeben, das was wir wissen,
02:29aber wir können ja nicht ausschließen, dass der Herr Trump nochmal einen Zahn drauflegt,
02:34dass sich in der Ukraine irgendetwas Hässliches ereignet
02:37und wir vielleicht möglicherweise echt Kriegsgefahr mitten in Europa haben,
02:40nicht nur an der Außengrenze zu Russland sozusagen.
02:42Wir haben Risiken auf den Kapitalmärkten.
02:45Es gibt ernstzunehmende Warnungen von Analysten, die sagen,
02:50die KI-Blase in den USA ist reif.
02:56Reif zum Platzen, meine ich.
02:57Reif zum Platzen, ja.
02:58Da tut man sich immer schwer, sozusagen zu sagen, wann das passiert,
03:01aber dass die Börsen auch wieder nachgeben werden
03:03und auch so nachgeben werden, dass das realwirtschaftliche Effekte hat.
03:06Das ist möglich und all diese Unsicherheiten sind in unserer Prognose verpacken.
03:12Aber was hat sich geändert?
03:14Im Sommer waren wir noch sehr unter dem Eindruck von Liberation Day Tariffs aus den USA.
03:20Das war der 2. April.
03:23Und jetzt müssen wir sagen, naja, wir haben zwar die höheren Zölle,
03:26aber wir sehen auch, dass es Ausnahmen gibt.
03:29Wir sehen, dass andere Länder teilweise höhere Zölle haben als wir,
03:32sodass, was die USA angeht, sozusagen dieses zollpolitische Szenario
03:37nicht so schlimm ist, wie wir das gedacht haben.
03:40Wir sehen außerdem, dass die Industrie sich doch schneller wieder,
03:45sozusagen aus dem Tal der Tränen herausbewegen kann.
03:50Wir sehen das bei den Investitionen vor allem.
03:52Die sind im dritten Quartal gut gewachsen, besser als wir gedacht haben.
03:55Und so, dass diese Kleinigkeiten dann doch in Summe für das laufende Jahr
04:00ein bisschen mehr Wachstum liefern, statt 0,3, 0,5.
04:03Und dann auch für das Jahr 26, da haben wir auch um ein Zehntel oder zwei Zehntel nach oben revidiert.
04:08Also viel hat sich eh nicht verändert.
04:10Aber eine Aufhellung, die etwas auf festeren Beinen steht,
04:15als das noch im Oktober der Fall war.
04:19Dieses Podcast ist ja auch natürlich zu verstehen, zu lernen.
04:22Vielleicht ganz kurz, wie Sie diese nicht vorhersehbaren Ereignisse,
04:25die Sie jetzt angesprochen haben, rein prognostizieren.
04:28Denn Sie haben es schon angesprochen, KI-Blase, alles Mögliche.
04:31Was fällt Donald Trump übermorgen im Weißen Haus wieder ein?
04:33Wir wissen es alle nicht.
04:34Prognosen sind schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen.
04:37Wie groß ist der Anteil dieser Unsicherheitsfaktoren in Ihrer Prognose?
04:40Wie ergibt sich das genau?
04:42Ja, also da könnte man sehr lange sehr vieles erzählen.
04:46Die Unsicherheit betrifft dummerweise ja nicht nur die Zukunft,
04:49sie betrifft auch die Vergangenheit.
04:51Das ist vielleicht etwas, das interessant ist,
04:53weil das statistische Material, das wir bekommen von der Statistik Austria,
04:59von Eurostat, von den amerikanischen, chinesischen Statistikbehörden usw.,
05:03dieses Material wird typischerweise auch im Nachgang noch korrigiert.
05:08Das heißt, wir haben jetzt eigentlich das dritte Quartal 2025 im Kasten,
05:12würden wir sagen.
05:13Wir wissen aber jetzt schon, dass das bei der nächsten Veröffentlichung von Statistik Austria korrigiert werden wird.
05:19Ein bisschen mehr vielleicht, ein bisschen weniger, manchmal stark anders.
05:23Diese Unsicherheit, die resultiert aus dem statistischen System,
05:30aus den dort auch existierenden Strukturbrüchen,
05:33aus unterschiedlichen Meldeverhalten.
05:35Man meldet ein großer Industriebetrieb nicht.
05:38Das kann passieren.
05:38Man kann ja denen nicht die Polizei schicken,
05:40dass sie die Zahlen abliefern.
05:41Das sind auch Risiken drin, die waren in den letzten Jahren hoch.
05:46Wenn man uns fragt, was hat sozusagen zu Fehlprognosen geführt,
05:50war das ein erheblicher Bestandteil.
05:52Nicht, dass unsere Modelle falsch waren,
05:53sondern sie wurden mit falschen Daten gefüttert.
05:55Daten, die sich dann ein halbes Jahr später oder ein Jahr später
05:57als inkorrekt herausgestellt haben.
06:00Deutschland musste jetzt eingestehen,
06:03dass die Jahre 2023, 2024 Rezessionsjahre waren.
06:06Die haben zwei Jahre lang geglaubt,
06:08dass das Jahre der Stagnation waren.
06:10Wir haben geglaubt, wir sind das absolute Schlusslicht in der Eurozone.
06:13Jetzt sagen wir, nein, ist gar nicht so.
06:16Die Deutschen waren 2023, 2024 genauso schlecht wie wir.
06:20Das hat aber zwei Jahre ganz anders ausgesehen.
06:22Diese Unsicherheit, die gibt es.
06:24Dann müssen wir mit den großen Unsicherheiten natürlich umgehen,
06:28die in der Zukunft liegen.
06:29Wir haben aber dort Indikationen von den Märkten.
06:33Also zum Beispiel die Frage, wie geht es weiter mit den französischen Staatsfinanzen.
06:38Das hat durchaus ein Potenzial, wenn die nicht und nicht dazu kommen,
06:42einen glaubwürdigen Konservierungskurs einzuschlagen,
06:45dass in Frankreich die Zinsentwicklung nach oben geht,
06:47dass auch die ganze Eurozone an Glaubwürdigkeit verliert,
06:50zumal jetzt auch Deutschland ja deutlich auf das Schuldenmachen setzt.
06:54Das heißt, ob das makroökonomisch sinnvoll ist, kann man auch besprechen,
06:58aber zunächst einmal müssen sich die Märkte mit den Risiken beschäftigen
07:01und die preisen die ein.
07:02Und das sieht man zum Beispiel an den Anleihenkursen,
07:06an den impliziten Renditen.
07:08Und da können wir etwas lernen über Unsicherheit
07:10oder wir können etwas lernen über die Notationen von Gaspreisen,
07:15Ölpreisen, Goldpreisen.
07:16Da ist der Markt sozusagen mit seinen Aktivitäten in der Lage,
07:22diese Risiken zu beziffern, zu quantifizieren.
07:26Und das können wir nutzen.
07:27Und dann haben wir natürlich immer Szenarienrechnungen.
07:30Wir sagen es nicht dem Finanzminister,
07:34dass die Wirtschaftsleistung nächstes Jahr zwischen 0,2 und 3,5 Prozent liegt.
07:41Damit kann er nichts anfangen.
07:42Der braucht einen Punktschätzer und der liegt bei 1,2.
07:44Aber wir haben natürlich, um das Intervall, das wir dann ja auch zeigen,
07:47dieses sogenannte Fan-Chart, das sind in Wahrheit Szenario Rechnungen.
07:51Was passiert, wenn?
07:52Was passiert zum Beispiel, wenn der Impuls, den wir aus Deutschland erwarten,
07:57die Deutschen geben sehr viel mehr Geld aus für Infrastruktur,
08:00noch nicht heuer, nächstes Jahr zögerlich, im 27. Jahr deutlich.
08:05Was ist, wenn das nicht kommt?
08:06Was ist, wenn Karlsruhe sagt, es geht doch alles nicht?
08:09Also das Verfassungsgericht.
08:11Oder was ist, wenn wir jetzt dann doch nochmal eine Megaeskalation bei den Zöllen sehen mit den USA.
08:17Oder was ist, wenn wir eine Euro-Schuldenkrise 2.0 erleben.
08:22Da können wir Modelle rechnen dazu und können dann ungefähr abschätzen, was das bedeutet.
08:27Aber niemand kann uns wirklich die Wahrscheinlichkeiten sagen.
08:29Das sind dann Expert Judgements.
08:31Mit welcher Wahrscheinlichkeit kommt es zu einer echt heftigen Börsenkorrektur im nächsten Jahr?
08:36Die Wahrscheinlichkeit halten wir für gering.
08:38Aber sie ist von Null unterschiedlich.
08:40Sie ist nicht Null, aber sie ist jetzt auch nicht 30 oder 40 Prozent.
08:45Da tut man sich sehr, sehr schwer, wirklich präzise Wahrscheinlichkeiten dahinter zu legen.
08:50Weil das so ist, ist immer, wenn dann so ein Risiko eintritt, die Prognose falsch.
08:54Wenn es zu einer Korrektur der Märkte kommt, dann müssen wir wahrscheinlich nach unten revidieren.
09:02Das wird dann einer dieser Zeitpunkte sein, wo wir Sie wahrscheinlich erneut für einen Podcast anfragen,
09:07weil dann wird es wieder viel zu besprechen geben.
09:09Sie haben jetzt gerade schon mehrfach Deutschland in Ihrer Antwort angeführt.
09:13Der gerade für die Industrie ja sehr wichtige Markt, auch für Österreich.
09:17Jetzt haben Sie schon gesagt, die Deutschen nehmen mehr Geld in die Hand, investieren mehr,
09:20allen voran in Infrastruktur ein großes Problem bei unseren Nachbarn, auch für die Industrie.
09:26Wie sehr ist denn eine positive Trendumkehr hierzulande überhaupt möglich,
09:30wenn Deutschland erst einige Jahre braucht, bis quasi Sie aus diesem Tal der Tränen rauskommen?
09:35Naja, historisch wäre die Antwort aus dem kleinen Österreich gewesen,
09:41wenn Deutschland sich nicht dreht, dann ist auch bei uns keine Wende möglich.
09:45Aber die letzten 20 Jahre sind Jahre der Emanzipation gewesen.
09:52Die Osterweiterung der Europäischen Union hat es Österreich erlaubt,
09:58sich ein Stück weit von der deutschen Konjunktur abzukoppeln.
10:00In den Jahren vor Corona war das dramatisch beobachtbar,
10:05denn die deutsche Industrie ist seit 2017 in einer Rezession.
10:10Die österreichische Industrie hatte 2018, 2019 Superjahre.
10:15Dann kam Corona, aber dann auch die Post-Corona-Phase.
10:19Da gab es in Österreich starkes Wachstum, in Deutschland nicht.
10:22Also wir haben uns offenbar wegdiversifiziert ein Stück weit.
10:27Das sieht man auch in der Außenhandelsstatistik.
10:28So dass wir nicht mehr so runtergezogen werden, wenn Deutschland schlecht wächst.
10:35Das ist immer noch nicht gut für uns natürlich, im Gegenteil.
10:39Aber wenn wir sehen, dass Osteuropa gut läuft,
10:41wenn die mittel- und osteuropäischen Länder hohe Wachstumsraten haben,
10:44das hatten sie in den letzten Jahren und das bleibt auch so,
10:46dann hilft uns das.
10:47Vor ein paar Jahren wäre das noch in dieser Deutlichkeit nicht in Österreich spürbar gewesen.
10:53Herr Fellmermeier, wenn wir über Deutschland sprechen und über Österreich und über die Industrie,
10:59dann müssen wir natürlich auch über den Automarkt sprechen.
11:01Da gab es diese Woche sehr interessante Entwicklungen rund um die Europäische Kommission,
11:05denn das Verbrenner aus W2035 ist jetzt nur noch ein Verbrenner-Häuschen, könnte man vielleicht sagen.
11:12Zumindest ist es abgeschwächt worden.
11:14Die genauen Details haben wir auch in einem eigenen Podcast besprochen.
11:17Ich glaube, auf das müssen wir jetzt nicht ganz im Detail eingehen,
11:20aber trotzdem, wie sehr wirkt sich denn das auf die Prognosen und auch auf den Wirtschaftsstandort aus,
11:24wenn die Autoindustrie erneut eigentlich nicht weiß, was in den nächsten Jahren Sache ist?
11:29Schlecht.
11:30Also ich finde, diese Zick-Zack-Kurse sind in jeder Hinsicht nicht förderlich.
11:35Sie führen zu Verunsicherung bei den Verbrauchern, Verbraucherinnen.
11:39Was jetzt? Elektroauto oder doch Hybrid oder doch noch den guten alten Dieselmotor.
11:44Aber von vornherein würde ich sagen, ist diese ganze Diskussion um das Verbrenner-Out fehlgeleitet gewesen.
11:51Denn was es braucht in Europa, ist eine klare Ansage, das wird dekarbonisieren
11:56und das Leitinstrument dafür muss der CO2-Preis sein.
12:01Der dann auch dafür sorgt, dass das, was man für den Verbrenner-Motor braucht,
12:06Diesel und Benzin, eben auch perspektivisch immer teurer werden.
12:10So, dass man dann 2045 oder 2050 spätestens, wenn man in Europa dekarbonisiert sein will,
12:17sofern das die Ziele sind, dann, dass man dort dann eben keine Emissionsrechte mehr hat
12:22und dann müssen dann die Preise für Diesel und Benzin so sein,
12:25dass keiner mehr, dass es sich für niemanden mehr rechnet,
12:29außer wir vielleicht für ganz Oldtimer-Liebhaber und so weiter,
12:33wirklich einen Verbrenner zu fahren.
12:34Das wäre sehr viel besser, als wenn jemand ordnungspolitisch befiehlt,
12:38bis dorthin darf Verbrenner und dann muss verboten werden.
12:41Ich meine, das sind Methoden der Planwirtschaft, die die Menschen unmündig machen.
12:46Ich würde sehr viel mehr Freude haben, wenn wir das über CO2-Preise machen,
12:53die kompatibel sind mit unseren Dekarbonisierungsplänen
12:56und dann könnte man sich dieses fürchterliche Hin und Her sparen.
13:00Das ist ordnungspolitisch ein Sündenfall gewesen, überhaupt den Verbrenner.
13:04Das ist angeblich ein Verbot, das ja auch nie ein wirkliches Verbot war.
13:06Klingt nur um Neuzulassung.
13:07Ja, genau. Es ist alles hypertrophiert und unsinnig diskutiert worden
13:13und hat dann kreisegezogen, hat geeitert, würde ich fast sagen,
13:16Menschen verunsichert.
13:18Analysten haben Schwachsinn geschrieben über diese Themen.
13:21Das ist ja alles nicht nützlich.
13:24Die ganze Episode hätten wir uns sparen sollen, würde ich sagen.
13:28Aber gut, Ex-Post kann man gut reden, weil es sollte eine Lehre sein.
13:31So macht man nicht Industriepolitik, so macht man nicht Klimapolitik.
13:35Viel wichtiger wäre Kurshalten bei den Instrumenten, die wirklich zentral sind.
13:40Das wäre die CO2-Bepreisung.
13:42Einige Experten in diesem Zusammenhang sprechen ja auch davon,
13:44dass man sich Zeit erkauft hätte in der Autoindustrie.
13:47Das heißt, man hat jetzt noch vielleicht ein paar gute Jahre,
13:49wo man eben Verbrenner produziert, weiterentwickelt etc.
13:52Und dann geht es bergab.
13:52Ist das ein Verschieben der Probleme in die Zukunft?
13:57Schauen Sie, der Automarkt ist in einem massiven Umbruch.
14:02Da treten neue Spieler auf.
14:05Wir werden in Zukunft chinesische Marken haben,
14:09die einfach auf der Basis des enorm großen Heimatmarktes mitreden werden.
14:15Und es ist abzusehen, dass das Elektroautos sind.
14:19Wir können absehen, dass in vielen Schwellenländern, Indien zum Beispiel,
14:24in denen jetzt wieder aktuell die Luft ohnehin schon nicht atembar ist.
14:29Also Neu-Delhi wird sicherlich eine Stadt sein,
14:33der ganze Großraum, der nur mit Elektromobilität funktioniert.
14:37Da wohnen drei, viermal mehr Menschen als nur in Österreich.
14:42Auf einem Ort.
14:44Das heißt, die technologische Entscheidung,
14:47während ich das einschätzen kann, die ist entschieden.
14:52Warum ist das so wichtig?
14:53Weil das heißt, dass kaum ein vernünftiger Autokonzern
14:56heute im Jahr 2026 noch unsummen Geld in die Hand nehmen wird,
15:02um die Technologie der Vergangenheit noch um ein paar Zehntelprozent effizienter zu machen.
15:08Also was das bringt, ist, dass man vielleicht mit Basis der alten Modelle
15:12noch ein paar Jahre länger Profite machen kann.
15:16Die Gefahr ist aber, dass die Verspätung die Europa hat im Bereich der Elektromobilität
15:25und was dazugehört, also autonomes Fahren und viele dieser weiteren Dinge,
15:29dass wir diese Verspätung noch vergrößern.
15:31Also insofern ist die ganze Episode, finde ich, eine entbehrliche gewesen.
15:35Klare Ansagen, bis 2045 zum Beispiel gibt es keine CO2-Emissionen mehr netto
15:41auf unseren Straßen.
15:44Dass man da Autos fahren kann mit Verbrennermotoren,
15:49die netto aber kein CO2 ausstoßen, sollte erlaubt sein.
15:52Da gibt es null Problem dagegen, wenn das sozusagen biogene Kraftstoffe sind.
15:57Mehr braucht es eigentlich nicht.
15:59Und durch diese Überregulierung und Überdimensionierung von klimapolitischen Ansätzen
16:03mit dieser Entmündigung von Konsumenten und Industrie schafft man am Ende nur Probleme.
16:08Und das sehen wir jetzt.
16:10Das hat, glaube ich, der Sache, den Klimaschutz nicht genutzt
16:14und das hat der Automobilindustrie in Europa nicht genutzt.
16:17Also never again, würde ich sagen.
16:19Das ist keine Episode guter europäischer Industrie- oder Wirtschaftspolitik.
16:26Never again, sagen Sie.
16:27Ich würde vorschlagen, an dieser Stelle wechseln wir zu einem Thema,
16:29das ebenso emotional diskutiert wird wie das Verbrenner aus.
16:32Und danach kommen wir noch einmal zu österreichischen Werten, nämlich Mercosur.
16:36Sie haben vor kurzem in einem Kommentar im Standard erneut dazu aufgerufen,
16:40für Mercosur zu stimmen.
16:43Es gibt sehr viel Widerstand gegen dieses Projekt.
16:45Ich glaube, Sie haben vorhin geschrieben, es eitert.
16:47Ich glaube, das könnte man Mercosur auch dazu sagen.
16:50Warum sind Sie so für dieses Abkommen noch dazu in einer Welt,
16:56die ja gefühlt etwas weniger globalisiert wird
16:59oder sich zumindest in diese Richtung hin entwickelt?
17:03Also zum einen ist das, das ist nun wirklich mein Stammthema als Wissenschaftler.
17:09Ich arbeite 30 Jahre lang an Globalisierungsthemen,
17:13muss zu vielen Sachen mich äußern,
17:15aber da kenne ich mich, würde ich mal sagen, wirklich aus.
17:17Ich kenne Literatur, ich kenne die Diskussionen.
17:20Nicht nur zu Mercosur, sondern zu den 50 anderen Freihandelsabkommen
17:24oder Handelsabkommen, wo es immer Streit gab.
17:28Also da glaube ich, kann ich schon aus dem Vollen schöpfen.
17:32Davon gehe ich aus.
17:33Und ja, was dort sozusagen so weh tut,
17:39ist, dass wir in einer Welt sind, die ja global ist.
17:42Wenn wir über die Umweltproblematik reden,
17:44dann reden wir über ein globales Thema.
17:46Wenn wir über Terrorismus oder Unsicherheit reden,
17:49dann ist das etwas Globales.
17:50Wenn wir darüber reden, dass es uns angeht,
17:53wenn in den USA die Tech-Bubble platzt,
17:56dann reden wir über ein globales Thema.
17:58Also wir können ja nicht sagen,
18:00die Globalisierung ist in der Krise
18:01und jetzt sind wir nicht mehr globalisiert.
18:03Das ist Unsinn.
18:04Die Frage ist, was ist die Governance
18:06dieser globalisierten Welt?
18:08Das ist die Frage.
18:09Wie sind die Regeln und Institutionen für diese globalisierte Welt gemacht?
18:13Da kann man schon sagen, dass es eine Phase gegeben hat,
18:15wo man wahrscheinlich hyperglobalisiert war,
18:17wo man zu viel zu schnell gemacht hat.
18:20Das Thema Investitionsschutz,
18:22ich glaube, da hat sich tatsächlich auch die Herde ein bisschen vergalobiert.
18:26Und darum wird es auch jetzt dort eher zurückgedreht.
18:30Und das ist, finde ich, auch akzeptabel.
18:33Aber im Bereich des Handels wissen wir,
18:35wir werden aus Südamerika Rohstoffe brauchen für unsere Klimapolitik.
18:39Wir werden die südamerikanischen Länder unterstützen wollen,
18:42wenn die dekarbonisieren mit unserer Technologie,
18:45sprich mit unseren Industrieprodukten.
18:46Da ist Kooperation auf Augenhöhe, auf Vertragsbasis,
18:50so viel besser, als die Dinge offen zu lassen
18:53und diskretionär mal so, mal so,
18:56wie die Machtverhältnisse gerade liegen, auszubuchstabieren.
18:59Deswegen, in einer Welt, die sich deglobalisiert,
19:02weil manche Governance-Systeme in der Krise sind,
19:04wie die Welthandelsorganisation,
19:06brauchen wir Strukturen, auf die man sich verlassen kann.
19:08Und das macht man am besten mit Verträgen.
19:10Deswegen, Kooperationsverweigerung ist für,
19:16jemand wie wir in Österreich und Europa,
19:19die Kooperationsbereitschaft wünschen.
19:21Auf der anderen Seite, einfach eine schlechte Politik.
19:25Jetzt wissen Sie natürlich,
19:26wahrscheinlich viel besser als ich,
19:27dass der Widerstand gegen Mercosur sehr viele Ursprünge hat.
19:30Das sind die Landwirtschaft,
19:31das sind Umweltschützer, Tierschützer etc.
19:33Was können Sie diesen Gruppen quasi jetzt hier im Podcast ausrichten,
19:37um Ihnen quasi die Angst
19:39und vielleicht auch nicht ganz berechtigte Punkte zu nehmen?
19:44Also zunächst einmal,
19:45lohnt der Blick auf Handelsabkommen,
19:48bei denen wir ähnliche Diskussionen hatten,
19:50die aber abgeschlossen wurden.
19:51Das Abkommen mit Kanada zum Beispiel.
19:54Da würde ich mir wünschen,
19:55dass all die, die sagen,
19:56dieses Abkommen wäre schädlich gewesen für die Landwirtschaft,
19:59die gab es vor fünf, sechs Jahren,
20:00diese Leute, dass wir dir jetzt zeigen,
20:01schau her, so ist es eingetreten.
20:03Das können die nicht.
20:04Die Evidenz ist ganz anders.
20:05Dieses Abkommen hat für die europäische Landwirtschaft
20:08Vorteile gebracht, netto, nicht Nachteile.
20:11Das ist relativ klar sichtbar in der Evidenz, die uns vorliegt.
20:16Es ist auch nicht so gekommen,
20:18dass die Qualität unserer Lebensmittel abgestürzt wäre.
20:21Das kann man alles nicht behaupten.
20:22Im Gegenteil, durch den engeren Dialog mit Kanada
20:25können wir unsere europäischen Vorstellungen
20:28von nachhaltiger Landwirtschaft
20:29dort auch in Ottawa in die Diskussionen besser einbringen.
20:32Also ich wünschte mir sehr,
20:34dass man aus den Episoden,
20:36die wir schon hinter uns gebracht haben,
20:38lernt und nicht so tut,
20:40als müsste man immer alles neu erfinden,
20:43könnte man die Vorwürfe immer neu auf den Tisch legen
20:45und immer neu das Feuer anzünden,
20:48wo wir doch schon längst eigentlich Klarheit hätten.
20:50Das Zweite ist,
20:51dass dieses Mercosur-Abkommen
20:52seit 30 Jahren diskutiert wird,
20:54seit mehr als 25 Jahren verhandelt wird.
20:56Immer wieder gab es Texte
20:58und dann haben die Europäer gesagt,
20:59nein, die Landwirtschaft braucht noch diese und jene Absicherung
21:02und wir brauchen dies und jenes noch,
21:04um sicherzustellen,
21:04dass durch mehr Handel
21:06nicht Amazonasflächen gerodet werden.
21:08Und man hat alle Barriere wieder,
21:11das Abkommen nachgeschärft.
21:13Am Ende aus einem Freihandelsabkommen,
21:16das Wort frei herausgenommen,
21:18das ist kein Freihandelsabkommen,
21:19es gibt keinen Freihandel bei Rindfleisch durch Mercosur.
21:22Wir werden weiterhin Zölle haben.
21:24Statt 50% Importszölle 7,5,
21:26aber nur für eine Quote.
21:27Die 1,5% des europäischen Rindfleischkonsums ausmacht.
21:33Und wenn das zu Problemen führt,
21:36weil die Preise stärker sinken
21:38oder die Mengen stark zunehmen,
21:39dann sollen Safeguard-Mechanismen eintreten.
21:42Dann untersucht die Kommission
21:43und kann dann sozusagen
21:44diese Liberalisierungsschritte wieder zurücknehmen.
21:47Also es ist kein Freihandel,
21:48es gibt Sicherheitsventile.
21:50Das geht alles viel weiter,
21:51als das in allen Abkommen,
21:52die wir bisher hatten, gemacht wurde.
21:54Also ich denke, da ist die Kommission mit ihrer Verhandlung
21:59den Bauern sehr weit entgegengegangen.
22:02Zu weit?
22:02Na ja, nein.
22:05Ich würde sagen,
22:06das ist ein politischer Aushandlungsprozess gewesen.
22:09Zu weit.
22:10Die Industrie würde wahrscheinlich sagen, zu weit.
22:12Weil natürlich die Mercosur-Länder sagen,
22:13okay, wenn ihr uns nur so wenig Marktchancen gebt
22:16für unser Rindfleisch,
22:17und dieses Rindfleisch muss ja den europäischen
22:19Sanitär- und Hygiene- und Gesundheitsstandards genügen.
22:23Das ist ja nicht irgendein Rindfleisch.
22:25Aber wenn uns die Tür nur so weit aufmacht,
22:27nur ein kleines Stücklein,
22:29na dann werden wir unseren Automarkt
22:30für euch auch nicht so weit öffnen.
22:32Und darum wird es jetzt 10, 15 Jahre dauern,
22:34bis der Automarkt,
22:35wenn das Abkommen überhaupt unterschrieben wird,
22:37bis der südamerikanische Automarkt
22:39für unsere Produkte geöffnet wird.
22:41Das heißt, wir müssen ja für das alles einen Preis bezahlen.
22:44Und irgendwo gibt es dann da ein Gleichgewicht.
22:46Und ich denke, man muss jetzt, wenn man sagt,
22:52und Lula hat ja schon so gelungen,
22:53der brasilianische Präsident,
22:55ja, wenn die Europäer noch mehr wollen,
22:57noch mehr Schutz,
22:59am Ende vielleicht überhaupt keine Importe
23:00aus Südamerika im Bereich,
23:03außer Sojabohnen,
23:03die brauchen wir ja in großen Mengen,
23:05damit wir die überhaupt produzieren können.
23:07Von denen redet ja keiner.
23:08Also, Importe, um das geht, wollen wir nicht.
23:11Dann werden die Brasilianer sagen,
23:13ja gut, aber dann mit euren Maschinen,
23:16mit euren Dienstleistungen,
23:17mit euren Autos,
23:18dürft ihr dann aber nicht in unseren Markt.
23:20Dann ist aber,
23:21das ist dann kein Abkommen mehr,
23:23sondern dann hat man halt
23:25am Ende etwas unterzeichnet,
23:27das überhaupt keinen Effekt mehr hat.
23:28Also, ich glaube,
23:29dass jetzt der Punkt gekommen ist,
23:31wo man das Maximum herausgeholt hat,
23:35sodass es in so den Märkten
23:37gerade noch zustimmungsfähig ist.
23:39Wenn man noch mehr verlangt,
23:39dann ist das Abkommen ganz weg.
23:42Wir werden verfolgen,
23:43wie sich das weiterentwickelt.
23:44Kommen wir an dieser Stelle
23:45vielleicht noch einmal ganz kurz nach Österreich,
23:47denn Sie haben ja heute
23:48nicht nur die Konjunkturzahlen präsentiert,
23:50sondern auch andere Werte.
23:52Und ein Wert,
23:53der sehr viele Österreicherinnen und Österreicher
23:55jeden Tag beschäftigt und betrifft,
23:57das sind die Verbraucherpreise.
23:592025 3,5 Prozent,
24:012026 wird es etwas weniger,
24:03aber an den gewünschten Wert von 2 Prozent
24:06werden wir auch laut Ihren Prognosen
24:07bis 2027 wohl nicht ganz herankommen.
24:10Was läuft da falsch in Österreich?
24:11Was lief falsch, muss man sagen,
24:14denn wir leiden noch immer unter einer Anstoßinflation,
24:19die sich vor allem im Jahr 2023 aufgebaut hat
24:21und die sich dann in unsere Systeme hineingefressen hat.
24:24Zum Beispiel über die dann folgenden
24:25sehr hohen Lohnabschlüsse.
24:27Hohe Lohnabschlüsse heißen dann,
24:29mit einem Jahr Verspätung,
24:30aber doch,
24:31dass die Kosten in den Dienstleistungssektoren steigen.
24:34Dort machen ja die Löhne das Gros der Kostenbasis aus.
24:38Und wenn dort die höheren Löhne zu höheren Preisen führen,
24:43dann heißt das wieder Inflation.
24:44Diese Inflation bedeutet dann
24:46bei den nächsten Kollektivvertragsverhandlungen wieder,
24:49dass natürlich legitimerweise jeder Verhandler
24:52auf der Gewerkschaftsseite versucht,
24:54die Kaufkraft zu erhalten,
24:55wenigstens zu erhalten.
24:56Jetzt sieht man,
24:57dass die Reallöhne unter,
24:59also dass die negativ sich entwickeln,
25:01also die Lohnsteigerungen,
25:03die Inflation nicht ganz kompensieren können.
25:05Aber das ist ein langsamer Prozess.
25:07Und erst wenn man diesen initialen Inflationsschock
25:11verarbeitet hat,
25:11sind wir wieder bei den 2%.
25:14Das dauert.
25:14Was noch dazukommt in Österreich,
25:16ist, dass der Staat selber die Inflation immer wieder anzündet.
25:19Also zum Beispiel jetzt,
25:20im Anfang des Jahres 2025,
25:22durch das abrupte Auslaufen lassen
25:25aller Strompreishilfen.
25:28Das hat dann die Inflation sofort nach oben geschoben,
25:30für das ganze Jahr.
25:31Jetzt geht das automatisch Anfang des Jahres 2026 wieder zurück.
25:34Wenn wir dann vergleichen,
25:35wir ja 26er Werte mit 25er Werten,
25:38wo die Aufhebung der Strompreisbremse schon enthalten ist.
25:41Aber wir gehen davon aus,
25:42dass nächstes Jahr 0,7, 0,8% Punkte in der Teuerung
25:45allein durch Gebühren und Abgabenerhöhungen zustande kommen.
25:50Weil überall Städte, Gemeinden, Länder
25:53ihre Abgaben erhöhen.
25:56Und nicht um 2% oder 3%,
25:59sondern gleich um 30% oder so.
26:00Diese Größenwertungen.
26:01Das heißt, da gibt es auch noch einen Preistreiber,
26:04der über die Budgetkonsolidierung hereinkommt.
26:08Und das bedeutet halt dann in Summe,
26:10dass man anders als andere Länder
26:12noch etwas länger an dem Problem laborieren.
26:16Die Maßnahmen, die man dagegen unternehmen könnte,
26:19die erfordern oft das Mitwirken Europas.
26:22Zum Beispiel die viel besprochenen territorialen Lieferbeschränkungen.
26:27Das wäre gut, wenn wir die nicht hätten.
26:28Das wäre für die Integrität des Binnenmärktes gut.
26:31Brauchen wir aber Mehrheiten in der Europäischen Union.
26:34Strommarktdesign.
26:35Wir haben eine andere Strompreiszone als die Deutschen.
26:37Bei uns ist der Strom teurer.
26:39Andere Lösungen wären wahrscheinlich günstiger.
26:41Brauchen wir eine europäische Lösung.
26:42Und in Österreich selber mehr Wettbewerb in allen Bereichen.
26:46Und da gibt es natürlich immer dort,
26:47wo Wettbewerb droht,
26:49in Anführungszeichen,
26:51auch Widerstand.
26:52Ganz schön zu sehen,
26:53auch eben an dem Mercosur-Abkommen.
26:55Ja, der Rindfleischpreis ist auf historischen Höchstpreisen,
26:59Geflügelpreis auch.
27:01Wenn man da liberalisiert,
27:02die Zölle senkt,
27:03wir haben 50 Prozent ungefähr effektiven Außenzoll beim Rindfleisch,
27:06na, dann würde das Rindfleisch billiger werden.
27:08Das würde die Lebensmittelinflation,
27:10von der viele so reden, senken.
27:12Aber die Art von Senkung wollen wir ja nicht.
27:14Da wollen wir ja hohe Preise.
27:16Also man müsste sich auch an ein paar Stellen ehrlich machen
27:19und sagen,
27:20wenn wir niedrigere Preise wollen,
27:22weniger Preissteigerung,
27:24dann brauchen wir vor allem mehr Wettbewerb.
27:26Und da muss man den auch zulassen.
27:27Und kann nicht nur sagen,
27:29ja, Wettbewerb schon,
27:30aber dort nicht, da auch nicht.
27:31Und oh, da regen sich die Bauern auf.
27:33Und am Ende bleibt man beim Status Quo
27:35oder verschlimmert die Situation sogar.
27:38Sie haben jetzt in Ihrer Pressekonferenz heute,
27:40glaube ich, auch den Wettbewerb
27:41Wettbewerb oder Sie haben mehr Wettbewerb gefordert,
27:43auch beim Strom,
27:45also im Industrie,
27:47im Energiebereich, pardon.
27:49Wie kann da mehr Wettbewerb überhaupt entstehen
27:51in einem Markt, der ja fast schon,
27:53ich sage jetzt nicht,
27:54ich verwende jetzt nicht das Wort Monopol,
27:56aber es ist,
27:57wenn man es sich von außen ansieht,
27:58erweckt es zumindest den Eindruck,
27:59dass es ein Sphär.
28:00Nein, man müsste die Wahlmöglichkeiten
28:03der Konsumenten erweitern.
28:04Es müsste möglich sein,
28:06dass ich hier in meiner Wiener Wohnung
28:08Strom von der Tiwag in Tirol einkaufe.
28:11Viel Glück bei dem Versuch aktuell natürlich.
28:13Genau, das geht nicht.
28:16Das heißt,
28:16da ist dem Wettbewerb ein Riegel vorgeschoben,
28:19der nicht da sein sollte.
28:21Und der Tiroler Strompreis ist halt günstiger.
28:24Also würden sehr viele natürlich
28:25auf diese Angebote zurückgreifen.
28:27Also da hilft das Deregulieren,
28:30das Abreißen von solchen Schranken,
28:32damit die Wahlmöglichkeiten auch ernsthafte sind.
28:35Wir wissen,
28:36dass die Österreicher und Österreicher wenig wechseln,
28:38obwohl das wertvoll wäre,
28:39also auch Geldbrächte,
28:42also ich meine den Anbieter wechseln.
28:45Das hat natürlich auch damit zu tun,
28:46dass die Anbieter,
28:47dass die Abstände zwischen den Angeboten
28:49halt dann doch nicht groß genug sind,
28:50weil halt die Wahl eingeschränkt ist.
28:53Eine andere Sache,
28:54wo man sich in Österreich sicherlich
28:55Gedanken machen müsste,
28:57ist im Bereich des Einzelhandels.
29:00Der ist schwierig.
29:01Wir haben andere kulturelle Gepflogenheiten.
29:05Die Österreicher geben mehr Geld fürs Essen aus
29:06als die Deutschen.
29:07Wir essen besser,
29:08wollen auch bessere Lebensmittel haben.
29:10Das Shoppingerlebnis ist in Österreich scheinbar wichtiger.
29:13Wir wollen nicht in die Super-Hard-Discounter gehen,
29:15wo nur Kartons herumstehen.
29:18Wir mögen gerne schöne Geschäfte,
29:20haben sehr viel mehr Quadratmeter pro Kopf.
29:23All das treibt die Kosten.
29:24Aber was wir auch haben,
29:26ist eine starke Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel.
29:28Die ist entstanden,
29:31die ist auch durchaus in vielerlei Hinsicht hilfreich,
29:35weil große Ketten günstiger einkaufen können
29:37als kleine Spieler.
29:39Aber das Gefühl,
29:40dass man da regional zumindest
29:42doch hohe Konzentration hat
29:45und damit dann auch wenig Wettbewerb,
29:46dieses Gefühl, glaube ich, ist da
29:48und lässt sich auch belegen.
29:50Da ist die Bundeswettbewerbsbehörde ja auch dabei.
29:52Aber das ist auch so ein Element,
29:53wo man aktiver dran arbeiten könnte,
29:56wenn jetzt wieder ein Einzelhändler aufgibt
29:58und da gibt es immer wieder,
29:59es gibt noch ein paar neben den großen Vieren.
30:02Österreich, Oberösterreich hat Unimarkt aufgegeben
30:05und das wird wieder aufgeteilt zwischen den Platzhirschen.
30:08Besser wäre es, wenn da ein neuer Anbieter,
30:10eine französische Kette oder so nach Österreich herein käme,
30:14um aufzumischen.
30:15Wir sehen zum Beispiel in Frankreich,
30:17da drängen eigentlich schon seit Jahren massiv
30:20die deutschen Discounter in den Lebensmittelmarkt hinein,
30:22vor allem Lidl.
30:23Und das hat enorme Effekte,
30:26was die Lebensmittelpreisinflation in Frankreich angeht.
30:30Die sind deutlich unter unseren Raten
30:32und das hat was damit zu tun,
30:33dass da ein großer Spieler,
30:34ein echt Wumms aus dem Ausland
30:37in den Markt hineingeht
30:38und für Wettbewerbs sorgt.
30:39Andere Segmente sehen wir das auch,
30:41wie das funktioniert im Automobilmarkt.
30:42Schlecht für die Premium-Markenhersteller in Deutschland,
30:47aber der Druck aus China,
30:49der senkt bei uns die Preise.
30:50Es ist der Wettbewerb
30:51und davon mehr wäre gut,
30:54wenn man wirklich in Österreich
30:56die Inflation in den Griff bekommen möchte.
31:00Eine weitere Zahl,
31:01die damit auch irgendwo zusammenhängt,
31:03vor allem bei einer Forderung,
31:04die Sie heute aufgestellt haben,
31:05nämlich bei den Gebührensenkungen,
31:07die ja in weiterer Folge
31:08wieder die Inflation anheizen könnten,
31:10ist das Budgetdefizit,
31:11das wir in Österreich haben,
31:124,6 Prozent 2025.
31:15Nächstes Jahr soll es laut Ihrer Prognose
31:16nur um einen Zehntelpunkt weniger werden.
31:19Das heißt,
31:19wir haben immer noch
31:20ein zu hohes Defizit.
31:21Ich glaube auch 2027
31:22liegen wir noch deutlich drüber.
31:25Da stellt sich natürlich ganz banal die Frage,
31:27warum geht da nichts weiter?
31:28Es wird ja eingespart,
31:30wo es nur geht.
31:31Nein,
31:32ich meine,
31:32so ist es nicht.
31:33Es wird nicht eingespart,
31:35wo es nur geht.
31:36Gefühle zumindest.
31:36Ja, genau.
31:38Das ist ein gefährliches Gefühl,
31:39weil es mit der Realität
31:41so ohne weiteres nicht zusammengeht.
31:46Wir haben ein Doppelbudget,
31:4826, 27,
31:50wo versucht wurde,
31:52so zu sparen
31:53und auch den Budgetentwurf
31:55so zu schreiben,
31:56dass die Konjunktur
31:57nicht zu Tode getreten wird.
31:59Das ist erfolgreich.
32:01Das sehen wir jetzt ja auch.
32:02Die Konjunktur kommt
32:03schön langsam wieder ins Laufen.
32:05Hätte man jetzt von vornherein
32:06so einen Knüppel aus dem Sack
32:08das 4,5 Prozentpunkte-Defizit
32:11auf 2,5 runtergeprügelt,
32:13dann wäre wahrscheinlich
32:14Österreich in einer Rezession.
32:16Also insofern ist es schon in Ordnung,
32:18dass man sich bei der Budgetkonsolidierung
32:19in Zeiten Rezession
32:21Zeit gelassen hat.
32:23Jetzt erholt sich die Konjunktur,
32:24jetzt kann man einen Zahn zulegen,
32:26weil es nicht mehr nur
32:28den Staatskonsum gibt,
32:29der die Wirtschaft am Laufen hält,
32:31sondern eben auch
32:32der private Konsum
32:33wieder zaghaft zurückkommt,
32:34vor allem die Investitionen,
32:35auch im Export
32:36wieder mehr Dynamik ist.
32:38Daher meine ich,
32:39dass man dann im nächsten
32:40vielleicht Doppelbudget,
32:41das ist noch nicht so ganz klar,
32:42aber dann für die Jahre 27, 28,
32:45dass man dort auch wirklich zusieht,
32:48dass man das Ziel der 3 Prozent
32:50auch erreicht.
32:52Und wenn man einen Prozentpunkt
32:54mehr oder weniger
32:55noch konsolidieren muss,
32:57dann sind das Größenordnungen,
32:59die durchaus anstrengend sein werden.
33:01Wir haben ein BIP von ungefähr
33:02500 Milliarden Euro.
33:05Wenn ich nur auf die 3 Prozent
33:06zurückkommen will,
33:07brauche ich schon,
33:08weiß ich nicht,
33:086, 6, 6,5 Milliarden.
33:10Und wenn ich dann ein bisschen
33:10Sicherheitsbuffer auch mache,
33:12dann sind wir bei Größenordnungen
33:14von 9, 10.
33:14Das ist dann schon sehr viel
33:16und das wird die Herausforderung sein,
33:20im Sommer dieses Jahres,
33:21schätze ich mal,
33:21für das Budget 27, 28,
33:24also im Sommer des 26er Jahres,
33:26dann für 27, 28
33:28eben Pläne auf den Tisch zu legen.
33:30Und die low-hanging fruit,
33:32was so leicht ging,
33:32Klimabonus abschaffen und so,
33:34die sind halt gepflügt.
33:36Jetzt geht es dann tatsächlich um Reformen.
33:38Wir haben eben in Ihrer Pressekonferenz
33:40heute auch von einer
33:41ausgabenseitigen Sanierung gesprochen.
33:44Ich meine,
33:44mir fällt zumindest
33:45mindestens eine Partei
33:46in der aktuellen Regierung ein,
33:47die mit dieser Aussage
33:48wohl wenig Freude haben wird.
33:50Vielleicht auch ganz kurz
33:51zur Erklärung
33:51für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer,
33:53warum ausgabenseitig,
33:54warum nicht mehr einnehmen?
33:56Weil wir
33:57einnahmenseitig in Österreich
33:59schon ziemlich am Limit sind
34:01bei vielen Dingen.
34:01Wir haben eine
34:02Staatseinnahmenquote,
34:04die bei den 50 Prozent
34:05des BIP schon liegt.
34:06Das ist schon sehr, sehr, sehr viel,
34:08auch im OECD-Durchschnitt.
34:10Hohe Steuern haben ja Effekte,
34:12die wirtschaftliche Dynamik mindern.
34:15Je höher der Grenzsteuersatz
34:17beim Faktor Arbeit ist,
34:18das liegt bei uns in Österreich
34:19schnell bei 50 Prozent
34:20oder bei 42,
34:21da muss man noch gar nicht viel verdienen.
34:23Das ist schon sehr hoch.
34:26Oder die Belastung
34:28durch Sozialversicherungsbeiträge,
34:30die ist sehr, sehr hoch.
34:31Der Faktor Arbeit,
34:32da sind wir im OECD-Vergleich,
34:34glaube ich, auf Platz drei.
34:36Von 60 Ländern.
34:37Also wir haben da schon
34:38ziemlich den Plafond erreicht.
34:42Und jetzt sehen wir,
34:43die Konjunktur kommt
34:44ein bisschen besser als erwartet.
34:46Das heißt,
34:47das Argument,
34:47das wir bisher hatten,
34:49auch ausgabenseitig
34:51bei der Budgetkonsultierung
34:53vorsichtig zu sein,
34:55weil man sonst
34:55die Konjunktur zertritt,
34:56dieses Argument
34:57bröckelt jetzt ein Stück weit weg.
34:59Deswegen würde ich meinen,
35:00wenn nicht jetzt,
35:01wann denn dann ausgabeseitig?
35:02In der nächsten Rezession
35:03würden wir es nicht empfehlen.
35:04Jetzt haben wir ein bisschen
35:05Wachstum,
35:06jetzt müsste man es auch
35:06ausgabenseitig ein bisschen
35:08ernsthafter machen.
35:09Ich bin sehr dafür,
35:11dass man zum Beispiel
35:12im Bereich der sozialen
35:13Sicherung
35:14genau fragt,
35:15was sind
35:16zielgerichtete,
35:18zweckdienliche Programme,
35:19die tatsächlich
35:20die sozialen Härten
35:22mindern,
35:22die die sozialpolitischen
35:24Ziele,
35:25die wir haben,
35:26umsetzen.
35:27Wir haben aber
35:28sehr hohe
35:29Streuverluste.
35:29Wir haben viele
35:30gut gemeinte
35:32sozialpolitische
35:33Projekte,
35:35die am Ende
35:36auch denen,
35:38die gut verdienen,
35:41diese Vorteile
35:42zuschanzen,
35:43die sie aber gar nicht
35:43brauchen.
35:44In dem Sinne wäre
35:45ausgabenseitig
35:47durch eine Konzentration
35:48auf das,
35:49was man eigentlich will,
35:51das wirkliche
35:52Wegpacken
35:53der berühmten
35:54Gießkanne
35:55wäre sehr hilfreich.
35:56Das kann man
35:57in der sozialpolitischen
35:59Debatte machen,
36:01das muss man aber
36:01genauso gut
36:02bei der Förderpolitik
36:03bei Unternehmen machen.
36:04Auch da wäre
36:05dringend,
36:06da haben wir
36:06sozusagen die zweite
36:07Hälfte dessen,
36:08was man ausgabenseitig
36:09machen kann.
36:10Viele Doppelungen
36:11oder gar
36:11Dreigleisigkeiten,
36:12viele Programme,
36:13von denen wir nicht
36:14wissen, ob sie funktionieren
36:15oder doch funktionieren,
36:16aber natürlich jeder,
36:17der Geld überwiesen
36:17kriegt, nimmt es gern,
36:19aber erreichen diese
36:20Programme ihre Ziele,
36:21das gehört dringendst
36:22ordentlich evaluiert,
36:24sodass man all die
36:25Programme,
36:26die viel Geld kosten,
36:27aber wenig bringen,
36:29einstellen kann.
36:30Und die kann man dann
36:30auch wirklich einstellen,
36:31weil sie
36:32volkswirtschaftlich
36:33die Nützlichkeit
36:36nicht entfalten,
36:37die man ihnen vielleicht,
36:38als sie erfunden wurden,
36:39zugeschrieben hat,
36:39aber man hat nie überprüft,
36:41ob das wirklich passiert.
36:43Und das wären zwei
36:43Achsen, die
36:44großkoalitionär
36:45verbindbar sind.
36:48Zielgerichtetheit
36:48im Bereich Sozialpolitik
36:49verbessern,
36:51Wirksamkeit
36:51bei den Förderungen,
36:53da, denke ich,
36:55sind große
36:56Volumene
36:57erhebbar.
36:58Wir haben es uns genauer
36:59angesehen,
36:59zum Beispiel im Bereich
37:00der Arbeitslosenversicherung,
37:02da haben wir zwei
37:02Missstände,
37:03viele Dinge,
37:04die wir diskutieren,
37:05aber zwei Missstände.
37:07Zum einen das
37:08viel
37:08berichtete
37:10Parken in der
37:11Arbeitslosigkeit,
37:12wo jemand,
37:12ich weiß nicht,
37:13vor Weihnachten
37:13gekündigt wird,
37:15mit der festen Zusage
37:16nach Weihnachten
37:16wieder anzustellen.
37:17Also da wird
37:18sozusagen
37:19Beschäftigungsrisiko
37:21oder die normale
37:22Volatilität,
37:23kann man sagen,
37:23eines Geschäftsmodells
37:24in den
37:26Sozialstaat
37:29ausgelagert.
37:30Andererseits,
37:30und das ist auf der
37:31Arbeitgeberseite ein Thema,
37:32andererseits haben wir
37:33auf der Arbeitnehmerseite
37:34das Thema,
37:34dass gerade bei den
37:35Besserverdienenden
37:36es sehr häufig der Fall ist,
37:37dass man von einem
37:38guten Job
37:38zu einem besseren Job
37:40wechselt und
37:41dazwischen
37:41nach einer
37:43einvernehmlichen
37:43Kündigung ein paar
37:44Monate
37:44Sebeizikel einbaut.
37:46Bezahlt doch die
37:47Arbeitslosenversicherung.
37:48Das ist auch nicht
37:49im Sinne
37:51des Systems
37:53und im Geiste
37:53der Erfinder.
37:54Und wenn man
37:54einen Weg findet,
37:55wie man beide
37:56dieser Probleme
37:58abschaltet,
37:58dann kann man
37:59den Arbeitslosenversicherungsbeitrag
38:01deutlich absenken.
38:02Für die Arbeitgeber,
38:03für die Arbeitnehmer,
38:04wie man will,
38:05oder man kann auch
38:05die Ersatzrate,
38:07die jetzt bei 55% ist,
38:08ein bisschen anheben.
38:09Also da sind
38:09Win-Wins möglich
38:10und Einsparungen
38:12für das Budget auch.
38:13Also diese Art
38:14von Reformen
38:15muss man angehen,
38:15aber so,
38:17dass sie nicht
38:17unsozial sind,
38:18so dass sie
38:19ausgeglichen sind,
38:20so dass die großen
38:20gesellschaftlichen Gruppen
38:21alle beitragen,
38:22Arbeitnehmerseitig,
38:23Arbeitgeberseitig.
38:25Ich glaube,
38:25da gibt es Möglichkeiten
38:26und an die
38:28sollten wir jetzt
38:29praten.
38:30Auch da kann man fragen,
38:31jetzt haben wir
38:32eine große Koalition
38:33mit Beteiligung der NEOS,
38:34aber doch im Kern
38:35eine große Koalition.
38:37Das ist das Konstrukt,
38:38das genau diese Art
38:39von Deals einfädeln kann.
38:40Wenn die das nicht können,
38:41wer denn dann?
38:42Und wenn das
38:43jetzt nicht gelingt,
38:44dann habe ich die Sorge,
38:45dass in der nächsten
38:45Legislatur sehr viel
38:48extremere und dann
38:49auch einseitigere
38:50Reform,
38:51der Anführungszeichen,
38:52dann Reformschritte
38:53kommen, die
38:53sozusagen die Einheit
38:56und den Konsens
38:57im Land
38:58unterminieren könnten.
39:00Bis dahin ist
39:00allerdings noch etwas
39:01Zeit, eben genau
39:03das Jahr 2026,
39:04in dem ja auch
39:05keine Wahlen stattfinden,
39:06vielleicht tatsächlich
39:06ein guter Zeitpunkt,
39:08um mal wirklich
39:08die großen Brocken
39:09anzugehen.
39:10Herr Felbermeyer,
39:10vielleicht abschließend,
39:11ich würde Sie um Ihre
39:13ganz persönliche
39:14Prognose bitten,
39:16wenn wir in die berühmte
39:17Glaskugel schauen und in das
39:19Jahr 2026 gehen,
39:20zum selben Zeitpunkt wie
39:21jetzt, Sie stellen die
39:22nächste Prognose vor,
39:24eben für 2027,
39:252028 dann,
39:27in diesem Fall,
39:27also in den Dezember
39:282026 gehen.
39:30Gehen Sie davon aus,
39:31dass Sie in den nächsten
39:33Jahren in Ihrer Tätigkeit
39:35tatsächlich bessere
39:37Nachrichten für die
39:38Österreicherinnen und Österreicher
39:39haben, dass Sie sagen können,
39:40es geht wirklich aufwärts
39:42und nicht,
39:42es geht leicht aufwärts,
39:44aber international
39:45und in Österreich
39:47sind so viele Sachen
39:48ungewiss,
39:49dass es sein kann,
39:50dass wir noch einmal
39:50nach unten revidieren
39:51müssen.
39:52Ja, also
39:53eine sichere Prognose
39:55für den Dezember
39:562026,
39:57die gibt es natürlich
39:58nie, ja.
39:59Naja, doch,
40:00eine kann ich schon geben,
40:01nämlich, dass wir
40:01revidieren werden müssen.
40:04Also das ist in jeder
40:05Prognose so,
40:06wir haben ja eben
40:07die berühmte
40:07Glaskugel nicht,
40:09beziehungsweise haben wir
40:09keine Glaskugel,
40:10die wirklich die Zukunft
40:11vorhersagt,
40:12das haben wir nicht,
40:12Gott sei Dank haben wir
40:13das nicht.
40:14Deswegen werden wir
40:15im Dezember 26
40:16uns ein bisschen
40:18an die Brust klopfen
40:19und sagen,
40:20im Dezember 25
40:21waren wir dort und da
40:22vielleicht zu pessimistisch
40:23oder zu optimistisch,
40:25das ganz sicher.
40:26Was wir auch
40:27ganz sicherlich
40:28im 26er Jahr
40:29auch haben werden,
40:31die Bäume
40:31wachsen nicht mehr
40:32so in den Himmel,
40:33wie das in den
40:3490er Jahren
40:35der Fall war
40:36oder wie das
40:372017,
40:3718,
40:3819 der Fall war
40:38in Österreich,
40:39warum nicht?
40:40Wir sind seit 2025
40:42in Österreich
40:43in einer Phase,
40:43wo die Erwerbsbevölkerung
40:45schrumpft.
40:4625 schon um 10.000 Leute,
40:4827 um 20.000 Leute,
40:50das nimmt rapide zu.
40:51Wir werden also jetzt
40:52wirklich schnell
40:53älter
40:54und die Menschen,
40:55die im Arbeitsmarkt
40:55zur Verfügung stehen,
40:56werden weniger.
40:57Jetzt kann man mehr
40:58davon aktivieren.
40:59Wir werden auch diverser.
41:00Wir werden diverser.
41:01Das hat alles
41:02auch Vorteile.
41:04Wir können mehr Menschen
41:04in das Erwerbsleben
41:05aktivieren,
41:07Frauen,
41:07die länger arbeiten,
41:08weil das
41:09Pensionsantrittsalter
41:10steigt,
41:11Menschen,
41:12die zugewandert sind,
41:13besser und schneller
41:14integrieren.
41:14Da gibt es Potenziale,
41:15große Potenziale,
41:17aber das
41:18trifft dann irgendwann
41:20halt auch
41:20auf gläserne Decken.
41:22Dann ist die
41:23Erwerbsbeteiligung
41:25so hoch
41:25wie in Schweden,
41:26dann kann man sie kaum
41:26noch wirklich
41:27drüber steigern.
41:29Also deswegen
41:29müssen wir uns
41:30darauf einstellen,
41:31dass das sogenannte
41:31Potenzialwachstum,
41:33wenn wir
41:34Dreiviertelprozent
41:35haben,
41:36dann ist das
41:37wahrscheinlich,
41:38wenn die Bevölkerung
41:38stagniert,
41:39wir reich
41:40und satt sind
41:41in vielerlei Hinsicht,
41:42die Weltwirtschaft
41:44geprägt ist
41:44von Rivalitäten,
41:46von Großmächten.
41:47Europa ist leider
41:48keine Großmacht.
41:50Also da werden wir
41:51uns einrichten müssen
41:51und das meine ich
41:53ist auch eine
41:53relativ sichere
41:54Prognose,
41:55dass wir kaum
41:56mehr nachhaltig
41:57über Wachstumsraten
41:58berichten werden können,
41:59die irgendwo bei
41:59drei oder gar
42:00vier Prozent liegen.
42:02Diese Zeiten sind
42:02wahrscheinlich wirklich
42:03vorbei und ein
42:04Kerndreiber dahinter
42:06ist die Demografie.
42:09Gabriel Felbermayr
42:10war das.
42:10Vielen Dank,
42:11wie immer,
42:11für Ihre wahnsinnig
42:12spannenden Analysen.
42:13Alles Gute.
42:13Sehr gern.
42:14Dankeschön.
42:15Und wenn Ihnen
42:16diese Folge gefallen hat,
42:17dann abonnieren Sie
42:18unseren Kanal,
42:19lassen Sie uns
42:19eine Bewertung da
42:20oder schreiben Sie
42:20uns einen Kommentar.
42:22Das hilft bei der
42:22Verbreitung unserer
42:23journalistischen Arbeit.
42:25Ich bin Daniel
42:25Retschizäcker,
42:26vielen Dank fürs
42:26Dabeisein,
42:27bis zum nächsten Mal.
42:32Dabeisein,
42:33bis zum nächsten Mal.
42:34Dabeisein,
42:34bis zum nächsten Mal.
42:35Dabeisein,
42:35bis zum nächsten Mal.
42:36Dabeisein,
42:38bis zum nächsten Mal.
42:39Dabeisein,
42:40bis zum nächsten Mal.
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