00:00In Innsbruck hat die Polizei eine seit Juli 2024 vermisste 34-jährige Frau aus Syrien und deren 10-jährige Tochter
00:08tot in einer Wohnung der Tiroler Landeshauptstadt gefunden.
00:12Bei einer Pressekonferenz am Dienstag hat die Polizei weitere Details zu dem Fall bekannt gegeben.
00:18Akribische Ermittlungen der Tiroler Polizei führten elf Monate nach einer Abgängigkeitsanzeige im Juni diesen Jahres
00:26zur Festnahme von zwei Tatverdächtigen eines Kapitalverbrechens, wobei der Verbleib der Opfer eines Verbrechens
00:37eine 34-jährige syrische Frau und deren 10-jährige Tochter zu diesem Zeitpunkt unbekannt war.
00:45Vergangenen Freitag konnten die Leichen der beiden Personen in Kühltruhen verstaut,
00:51hinter einer Riegebswand einer Wohnung in Innsbruck versteckt vorgefunden werden.
00:57Die Abgängigkeit der Frau und ihrer Tochter wurde von einem in Deutschland wohnenden Cousin der 34-Jährigen gemeldet.
01:04Die ersten Erhebungen führten zum Ergebnis, dass die junge syrische Frau mit ihrer Tochter
01:09alleine in einer Wohnung in Innsbruck gewohnt hat, einer festen Arbeit nachging
01:16und ihrem Freundes- und Bekanntenkreis als sehr verlässlich galt, sie also regelmäßig Kontakt zu ihnen hielt.
01:25Sie unterhielt eine Beziehung mit einem Arbeitskollegen, der der letzte war,
01:29der sie am 21. Juli 2024 gesehen hatte und zu berichten wusste,
01:37dass sie mit ihrer Tochter auf eine längere Reise zu ihren Eltern in die Türkei begeben wollte.
01:43Auch wurde unmittelbar nach dem letzten persönlichen Kontakt mit der Abgängigen ihre Arbeitsstelle gekündigt
01:51und zwei Bezahlungen mit ihrer Bankomatkarte wurden durchgeführt.
01:57Aufgrund der verdächtigen Umstände wurde indes auch international intensiv ermittelt.
02:03Schließlich hat sich der Tatverdacht gegen den 55-jährigen Arbeitskollegen und dessen 53-jährigen Bruder erhärtet.
02:09Und zwar waren das Verhalten dieser beiden Beschuldigten, die sich sowohl schon vor der Tat als auch nach der Tat ereignet haben
02:18und das waren verschiedene Maßnahmen bzw. verschiedene Ermittlungsergebnisse.
02:24Einige Tage vor dem Verschwinden mietete zum Beispiel der Beschuldigte in Innsbruck einen Lagerraum für sechs Monate,
02:30wo dann auch sein Bruder folglich eine neue Kühltruhe in diesen Lagerraum einbrachte
02:35und diese Kühltruhe mittels Stahlkette und Vorhangschloss vor dem Öffnen eines Dritten verschlossen worden war.
02:43Unmittelbar nach dem 21. wurde auf dem Bruder des Beschuldigten mehrere neue Rufnummern aktiviert
02:49und von diesen Rufnummern wurden zwei ausschließlich zur Kommunikation zwischen diesen zwei Brüdern eine geraume Zeit verwendet.
02:57Zwei Tage nach dem Verschwinden der Opfer bot der Beschuldigte zum Beispiel Inventar aus der Wohnung
03:04auf einer Online-Verkaufsplattform zum Verkauf an, löschte aber am 25.07. diese Inserate wieder.
03:10Ebenso verkaufte er kurz nach dem Verschwinden bei einer privaten Goldankaufsstelle Schmuck,
03:16ebenfalls in einer vierstelligen Höhe.
03:18Und das Opfer hatte zum Beispiel während ihres Deutschlandsaufenthaltes kurz davor Goldschmuck erworben
03:24und dieser konnte nicht in der Wohnung aufgefunden werden.
03:27Die Ergebnisse dieser Maßnahmen konnten so weit verdichtet werden,
03:30dass zwar noch immer der Verbleib der beiden Abgängigen unklar war,
03:35jedoch schließlich der Tatverdacht derart erhärtet war,
03:39dass die Staatsanwaltschaft Innsbruck eine Anordnung zur Festnahme gegen beide Beschuldigte erließ,
03:45welcher mit 19. Juni bzw. 20. Juni 2025 in Innsbruck durch Kräfte des Landeskriminalamtes
03:53gemeinsam mit Kräften der Schnellen Interventionsgruppe vollzogen wurde.
03:59Daraufhin wurden Hausdurchsuchungen und weitere Sicherstellungen durchgeführt,
04:05was jedoch weiterhin keinen Hinweis auf den Verbleib der beiden Abgängigen erbrachte.
04:11Als im Rahmen einer Vernehmung vom 12. November diesen Jahres äußerte sich der Beschuldigte erstmals zu den Vorwürfen
04:19und räumte ein Unfallgeschehen sowie die Aufbewahrung der Leichen in zwei Tiefkühltruhen ein.
04:28Diese konnten nun bei einer Hausdurchsuchung am letzten Freitag in der Wohnung seines Bruders
04:33sehr gut hinter einer eigens durch die Beschuldigten errichteten Rehgipswand aufgefunden werden.
04:41Der genaue Tategang konnte noch nicht geklärt und auch die Todesursache vorerst nicht abschließend festgestellt werden.
04:48Die beiden Männer sind in den Justizanstalten in Innsbruck bzw. Salzburg in Untersuchungshaft.
04:53Untertitelung des ZDF für funk, 2017
Kommentare