00:00Wir sind heute nach Graz gekommen, um unter anderem mit dem Landeshauptmann zu sprechen
00:07und natürlich mit der Bürgermeisterin von Graz und einigen anderen Kollegen zu treffen.
00:16Die Gespräche waren, wie soll ich sagen, einerseits natürlich von dem Schrecken,
00:25von dem Horror geprägt, den wir gestern alle erlebt haben.
00:30Aber andererseits wurde der Polizeieinsatz sehr gewürdigt.
00:36Es ging schnell, es hätte schlimmer kommen können, so furchtbar das auszusprechen ist.
00:44Die anderen Bundesländer haben sich schon gemeldet, um mit Rat und Tat
00:52und vor allem mit entsprechenden Personaleinsatz zur Seite zu stehen, wo immer notwendig ist.
01:00Aber es stellen sich darüber hinaus natürlich Fragen für die Zukunft.
01:04Eine Frage betrifft, dieser 21-Jährige hatte Waffen für den Einsatz bereit.
01:17Ist die Rechtslage wirklich so, dass sie modernen Anforderungen genügt?
01:26Das wird zu prüfen sein.
01:29Und das Zweite ist, vielleicht noch wichtiger, wie kann die Sicherheit von Schulen und Kindergärten,
01:37was das anlangt, besser garantiert werden.
01:43Garantiert ist vielleicht das falsche Wort.
01:45Einfach besser gesichert werden, weil 100%ige Sicherheit wird es nie geben.
01:51Ich habe mir heute bei den kurzen Wegen durch die Stadt gedacht, theoretisch könnte jemand aus einem Fenster schießen
01:59oder aus dem fahrenden Auto.
02:01Also 100%ige Sicherheit wird es nicht geben.
02:03Aber der Schock über die toten Kinder und Jugendlichen, der sitzt natürlich ganz, ganz tief.
02:13Das hat es in Österreich in diesem Ausmaß noch nie gegeben.
02:18Und ich verstehe, dass Graz trauert, aber es trauert auch die ganze Steiermark, es trauert ganz Österreich.
02:24Und wir haben sehr, sehr viele, wie soll ich sagen, mitfühlende Botschaften aus dem europäischen Ausland vor allem bekommen,
02:39die alle entsetzt sind über das, was hier passiert ist.
02:44Natürlich, das sind unsere freundschaftlich verbundenen Nachbarn in der Europäischen Union.
02:50Alle nehmen das sehr ernst, was hier passiert ist.
02:54Und wir werden darüber nachdenken müssen, wie wir ein bisschen mehr tun können,
02:59um den Lehrern und Lehrerinnen, um den Schülerinnen und Schülern das Gefühl von mehr Sicherheit zu geben.
03:07Jeder reagiert anders, glaube ich, auf diese Situation.
03:12Manche, oh Gott, Schule ist gefährlich.
03:15Andere, nein, ich will jetzt wieder in die Schule gehen, da fühle ich mich gut aufgehoben.
03:19Das ist individuell ganz unterschiedlich.
03:21Sowohl was die Schüler und Schülerinnen betrifft, wie was die Lehrerinnen und Lehrer betrifft.
03:27Das verstehe ich auch.
03:29Also, Graz ist leider im Fokus.
03:35Es ist eine wunderschöne Stadt, die wir sehr gern mögen.
03:38Es ist halt leider hier passiert.
03:41Aber wir werden zusammenstehen und wir werden zusammen alles tun, um dieses Leid irgendwie, irgendwie...
03:50Was hätte ich gesagt, im Griff zu behalten, ist auch der falsche Ausdruck.
04:00Aber Ihnen beizustehen, so gut es irgendwie geht, das kann ich, glaube ich, für ganz Österreich versprechen.
04:06Wenn ich mir vorstelle, dass einer meiner Söhne in die Schule gegangen wäre und zu Mittag nicht mehr heimkommt,
04:28was soll ich den Eltern sagen, das ist schrecklich, schrecklich einfach.
04:33Das ist eine neue Diskussion zum Thema Waffenrecht.
04:43Das ist etwas, was gerade überall diskutiert wird.
04:45Es wird ein bisschen vorgebrochen.
04:46Es sei zu liberal in Österreich.
04:48Was wird da jetzt angestoßen seitens der Politik?
04:50Das werden wir uns sicher, also wir, das werden sich Politikerinnen und Politiker sowohl auf Bundes- wie auf Landesebene mit Sicherheit anschauen.
05:00Wie ist es möglich, dass ein 21-Jähriger Kurz- und Langwaffe besitzt und die Möglichkeit hat,
05:08entsprechende Munition zu kaufen und damit dieses grässliche Unheil anzurichten.
05:14Also ich habe auch schon Medien entnommen, dass Österreich angeblich ein liberales Waffenrecht hat.
05:20Aber unabhängig von dieser Frage, wie können wir die Wahrscheinlichkeit solcher Morde in Zukunft verhindern.
05:30Nicht zu 100 Prozent, das wird nie möglich sein.
05:33Aber die Wahrscheinlichkeit verringern, dass so etwas vorkommen kann.
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