00:00Sie wissen alle, dass die österreichische Industrie sich bereits im dritten Jahr einer
00:04Rezession befindet. Gesamtwirtschaftlich sind wir bereits im zweiten Jahr einer Rezession.
00:09Die Industriellenvereinigung schlägt in ihrer Pressekonferenz zum Jahresbeginn Alarm. Die
00:15Arbeitslosigkeit im produzierenden Bereich ist im letzten Jahr um 17,8 Prozentpunkte gestiegen.
00:23In den letzten beiden Jahren, 2023 und 2024, haben wir zusammen 6,8 Prozent unserer industriellen
00:31Wertschöpfung hier in Österreich verloren. Das bedeutet umgelegt, unter der Annahme,
00:37dass alle Betriebe gleich groß sind, dass wir jeden 15. Betrieb in Österreich allein in den
00:44letzten zwei Jahren verloren haben. Wir dürfen uns nicht auf eine globale Situation ausreden. Nein,
00:49die Welt wächst auch 2025 mit über drei Prozent. Wir in Österreich, wir nehmen an
00:57diesem Weltwachstum nicht mehr teil, weil wir uns aus dem Markt gepreist haben.
01:03Um ein drittes Rezensionsjahr zu verhindern, seien dringende Reformen notwendig. Die künftige
01:09Regierung müsse Gegensteuern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Unter
01:13anderem müssten die Kosten gesenkt werden. Bei den Arbeitskosten, wobei hier ganz klar
01:19die Entscheidung ist, dass es eine Reduktion der Lohnstückkosten geben muss. Es geht um die
01:24Senkung der Energiekosten, das heißt Sicherstellung auf der einen Seite, aber eben auch wettbewerbsfähige
01:30Preise von Energie. Und das ist der Abbau von Bürokratie und Überregulierung.
01:35Zweite Voraussetzung für eine stabile Wirtschaftslage sei ein intelligenter und
01:40nachhaltiger Konsolidierungspfad für das heimische Budget, so Knell. Die Konsolidierung dürfe nur
01:46ausgabenseitig und nicht durch Steuererhöhungen erfolgen. Wir dürfen die Unternehmen die
01:52Wirtschaft nicht weiter, nicht zusätzlich belasten und somit ein zartes Pflänzchen des
01:57Wachstums wieder abwürgen. Und vielleicht auch dazu nochmals eine Zahl. Wir sprechen von drei
02:03Prozent Einsparungspotenzial, das diese Bundesregierung zu stemmen hat. Drei Prozent.
02:08Das ist bei einer üblichen Rechnung ein Skontobeitrag. Wir Unternehmen haben in den letzten
02:14zwei, drei Jahren 10, 15 bis 20, 30 Prozent Kosten sparen müssen, um weiterhin existieren zu
02:21können. Die Industriellenvereinigung werde die Koalitionsverhandlungen jedenfalls genau
02:26beobachten. Wichtig sei, dass sich im Programm eine klare Geschichte mit Zuversicht finde.
02:31Eine EU-Mitgliedschaft sei für Österreich essentiell, so Knell. FPÖ-Chef Herbert Kickl
02:37müsse nun zeigen, dass er auch Verantwortung übernehmen kann. Gerade vor diesem Hintergrund
02:43werden auch die Außenpolitik und eine starke Stimme in der Europäischen Union einer neuen
02:49Bundesregierung eine wichtige, eine starke Rolle spielen. Denn wir alle wissen, Österreich lebt
02:55vom Export. Wir verdienen sechs von zehn Euro im Ausland und das wird sich auch in einem
03:02Koalitionsprogramm dieser neuen Bundesregierung ganz klar widerspiegeln müssen. Knell rechnet
03:07mit einem fertigen Regierungspakt im Februar und hofft darauf, dass der Industrie das Licht
03:13nicht ganz ausgeht.
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