- vor 12 Stunden
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LernenTranskript
00:12Herzlich willkommen zum Talk auf dem gelben Sofa der Kampagne Jede Wohnung zählt.
00:17Auch heute haben wir wieder einen sehr interessanten Gast bei uns,
00:21nämlich den Vorstandssprecher der Siedlungsaktiengesellschaft Hamburg,
00:25kurz Saga, Herrn Dr. Thomas Krebs.
00:28Lieber Thomas, schön, dass du bei uns bist.
00:30Ich freue mich, dass wir heute mal uns über den Wohnungsbau in Hamburg,
00:34die Probleme und alles, was auf dem Markt so besonders ist, unterhalten können.
00:38Die erste Frage ist eigentlich erstmal zur Darstellung.
00:43Was ist eigentlich der Auftrag der Saga in Hamburg?
00:47Wie lange gibt es sie schon und wie viele Wohnungen?
00:49Also über 100 Jahre. Wir haben 140.000 Wohnungen.
00:53Und unser ersatzungsgemäßer Auftrag ist die Versorgung von unteren und mittleren Einkommensschichten.
00:58Aber auch breiten Schichten der Hamburger Schöckerung.
01:00Dann eben mit bezahlbarem Wohnraum.
01:03Wir sind ein sozialer Quartiersentwickler.
01:05Und zur Quartiersentwicklung gehört für uns immer auch dem sozialen Quartiersmanagement die bauliche Entwicklung.
01:11Das geht von der Instandhaltung über die Modernisierung und natürlich auch den Neubau in den Quartieren.
01:16Wenn ihr eure Quartiere plant, was ist für euch eigentlich das Entscheidende dabei?
01:21Seid ihr gerne zusammen mit anderen Entwicklern?
01:24Macht ihr lieber eure eigenen Quartiere, die ihr selbst komplett zu 100 Prozent im Blick habt?
01:29Oder wie steht ihr zu dem übrigen Markt in Hamburg?
01:31Also ich sage ja immer, das Lernen ist immer Zeit von Intelligenz.
01:36Und die Saga hat jetzt eben diese 100-jährige Geschichte.
01:39Und ich erinnere immer gerne daran, dass es mal in den 80er Jahren einen Hamburger ersten Bürgermeister gab,
01:43Hans-Urrich Klose, der ernsthaft überlegt hat, ob man Großversiedlungen abreißen muss,
01:48weil sie aus der Kontrolle, so in der Kontrolle waren.
01:51Und das haben wir alles gut in den Griff bekommen durch professionelles Quartiersmanagement.
01:56Aber die Erfahrung aus der Geschichte ist, dass wir lebenswertig stabile Nachbarschaften brauchen.
02:01Und die bekommen wir nur, wenn wir richtig belegen, gut managen und vor allem, wenn die Quartiere immer durchmischen.
02:08Und deswegen sind wir auch der festen Überzeugung als Saga,
02:11dass der Drittelmix aus dem Bündnis für das Wohnen eine absolute Errungenschaft ist.
02:15Und das sorgt für ein gutes Miteinander von freifinanziertem Wohnen, von gefördertem Wohnungsbau,
02:21aber dann natürlich auch von Eigentumswohnungsbau.
02:24Und so sollten wir es in der Stadt halten.
02:27Tatsächlich habe ich mal irgendwo mitbekommen, dass es frühere Zeiten gab,
02:31wo die Saga sogar Wohnungen an ihre Bewohner verkauft hat.
02:34Gab es das mal?
02:36Ja, es gab ja eine ganz bewegte Zeit.
02:39Ende der 90er, da stand die Saga nicht gut da.
02:42Und zwar, wie in vielen Kommunen, eigentlich ein Abwicklungsfall wirtschaftlich.
02:46Dann hat man einen Neustart gemacht, hat Saga und GDG zusammengeführt,
02:50hat die Saga ein Stück weit neu erfunden.
02:53Und die Idee dieser neuen Saga war eben, die Frage zu beantworten,
02:58wie kriegen die soziale Quartiersentwicklung eigentlich zusammen mit wirtschaftlichem Erfolg,
03:01weil es auch ganz klar war, dass die Saga alles, was sie da tut in den Quartieren,
03:05und vor allem auch das Bauen in den Quartieren, selber finanzieren muss, refinanzieren muss.
03:09Und vor dem Hintergrund haben wir dann eben unser Geschäftsmodell neu entwickelt
03:13und eben auch sozusagen unsere Philosophie neu erfunden.
03:17Und daher kommt dann eben auch Neuausrichtung im Konzert.
03:22Der Bedarf an Wohnraum, insbesondere an günstigen Wohnraum, ist ja riesig in der Hansestadt.
03:27Merkt ihr das bei euch, dass ihr tatsächlich Bewerber habt ohne Ende?
03:31Wie viel baut ihr denn eigentlich?
03:32Also es ist hochdramatisch. Die Fluktuationsrate ist inzwischen unter 5%.
03:38Wir haben 4% Fluktuationsrate. Als ich angefangen habe bei Saga, GDG,
03:44hatten wir noch so um die 10% Fluktuation knapp.
03:47Wir hatten übrigens damals eine ganz andere Marktlage.
03:502% Leerstand in Hamburg, 25% Leerstand in den Großwohnsiedlungen,
03:54kann man sich heute gar nicht vorstellen.
03:56Und wir lösen die Probleme in den Metropolregionen.
03:59Das ist ja eine soziale Frage, natürlich nur bei Angebotspolitik.
04:02Ich glaube, da sind wir uns alle einig.
04:04Wir müssen bezahlbaren Wohnraum schaffen.
04:07Und deswegen haben wir uns vorgenommen, immer im Durchschnitt 2.000 Wohnungen.
04:11Das ist ja ein Ziel, das zu binden, für das Wohnen.
04:12In der Krise haben wir schon auch einen mitbekommen, muss man sagen.
04:16Wie viele? Da ist das mal ein Stück weit runtergegangen.
04:18Aber in diesem Jahr werden wir wahrscheinlich wieder auf 1.200 Baubeginne kommen.
04:22Und in den nächsten zwei, drei Jahren sind wir wieder bei 2.000 Wohnungen.
04:25Und das wollen wir dann auch müde verstetigen.
04:27Ihr seid ja wahrscheinlich der größte Abnehmer von Fördermitteln hier in Hamburg, von der IFB.
04:33Weil eins muss man ja sagen, auch wenn ihr günstige Wohnungen baut, preisgünstige,
04:37ohne Förderung wäre das ja gar nicht möglich.
04:39Nein, also das könnten wir natürlich nicht leisten.
04:42Wir brauchen die 1% Zins, wir brauchen die Zuschüsse.
04:45Ganz klar, sonst können wir natürlich diese Mieten gar nicht darstellen.
04:49Eingangsbeten und immer so 7,40 Euro.
04:52Das ist übrigens auch die Durchschnittsbeten der Sache.
04:55Interessanterweise ist ja unsere Politik, unsere Geschäftspolitik.
04:58Nein, ohne Förderung gilt das nicht.
05:00Das ist mir ganz klar.
05:01Nun ist es ja letztendlich so, dass ihr einen großen Bestand habt in Hamburg.
05:05Und auch der ist natürlich preisgebunden, keine Frage.
05:08Aber auch da rühren ja nicht unerhebliche Probleme her.
05:11Nämlich die ganzen Aufwendungen, die jetzt notwendig sind, um diesen Bestand zukunftssicher zu machen.
05:17Insbesondere CO2-arm.
05:19Was macht ihr da alles?
05:21Wie kommt ihr da voran?
05:22Genau, also wir haben jetzt so einen, man kann sagen, so einen Doppelbind.
05:25Wir alle Hamburger Bestandshalter die Neubauherausforderung.
05:29Das ist natürlich schon gewaltig, auch 2.000 Wohnungen zu bauen.
05:31Aber wir müssen unseren Bestand natürlich auch regelhaft nicht nur instand setzen, sondern modernisieren.
05:38Und die energetische Modernisierung ist natürlich ein wesentlicher Bestandteil.
05:42Wir haben eine 4-Sorien-Klimaschutzstrategie entwickelt.
05:44Also die Idee ist, das folgt dann, glaube ich, jetzt auch zu den Erkenntnissen der Wissenschaft,
05:49im Sinne des Klimafahrts, CO2-Reduktion in Berlin, zu sagen,
05:53erst mal gehen wir auf Dekarbonisierung der Wärmeversorgung,
05:56dann gehen wir auf Solarisierung, dann versuchen wir Energie einzusparen.
05:59Wir haben geringe Investitionenmaßnahmen, smarte Thermostate, vieles mehr.
06:02Und das, was uns fehlt, das machen wir im Gebäude.
06:05Und im Moment gehen wir davon aus, dass wir ungefähr mit 1% energetischer Sanierungsrate so klarkommen.
06:11Warum?
06:12Weil die Saga schon in den 20 Jahren zuvor sehr, sehr viel am Bestand gemacht hat.
06:16Wir haben sehr, sehr viele Höhenmodernisierung gemacht
06:18und haben also schon eine überdurchschnittliche energetische Sanierungsrate.
06:23Aber gleichwohl, wenn man beides zusammennimmt,
06:25Neubau und Modernisierung werden wir jetzt in der mittelfristigen Perspektive
06:29auf eine Milliarde Euro Investitionswohnung pro Jahr aufwachsen.
06:33Und das sind natürlich schon gewaltige Herausforderungen, das muss man ganz klar sagen.
06:37Was sagst du denn in dem Zusammenhang zum Hamburger Zukunftsentscheid?
06:41Der ist ja nun gerade für an alle Wahlberechtigten verteilt worden.
06:44Da werden wir ja die Klimaschutzziele auch 2040 nochmal fünf Jahre vorziehen,
06:49obwohl Hamburg oder Deutschland ja schon fünf Jahre früher klimaneutral sein will als die Europäische Union.
06:56Was sagst du dazu?
06:57Also ich halte nichts viel davon.
06:59Und zwar deswegen, weil es hier um Nachhaltigkeit geht.
07:02Und ich will das mal erklären.
07:03Wir haben auch eine dezidierte Nachhaltigkeitsstrategie.
07:06Und viele wissen das ja gar nicht.
07:08Es geht ja bei Nachhaltigkeit darum, verschiedene Dimensionen übereinander zu bringen.
07:12Es geht um soziale Verantwortung, ökonomische Verantwortung, ökologische Effizienz.
07:17Und Hamburg hat schon einen sehr ambitionierten Klimaplan.
07:20Wir sind ja ein bisschen schon schärfer als der Bund.
07:23Und ich würde mal sagen, das ist im Sinne von Nachhaltigkeit ambitioniert, aber machbar.
07:27Jetzt nochmal vorzuziehen würde allein bei der Saga,
07:30wir werden das die Zentrum von 1,5 Billiarden Euro auslösen,
07:33weil wir müssen Maßnahmen im Bestand beschleunigen.
07:35Mal abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass das der Markt ausnimmt.
07:39Also wir haben das ja zum Beispiel beim hebrausischen Abkaufslauf der Verordnungslage.
07:42Wir sehen, der Markt ist gar nicht da, die Handwerker sind gar nicht da.
07:45Schafft man gar nicht auf der Zeitachse.
07:47Es ist natürlich auch nicht nachhaltig.
07:49Um das vielleicht nochmal zu verdeutlichen, im Sinne einer Nachhaltigkeitsstrategie.
07:53Ich könnte natürlich sagen, ab jetzt nur noch 4 Euro Miete für jeden Hamburger, whatever it takes.
08:00Ich könnte natürlich auch sagen, ab 2030 Klimaneutralität, es gibt nur noch Plus-Energie-Holse.
08:05Und ich könnte natürlich auch sagen, ab jetzt Rendite über alles und es gibt keine Mietenregulierung mehr
08:12und jeder kann jetzt durchgreifen.
08:14Und da versteht man schnell, jedes für sich macht gar keinen Sinn.
08:18Wir müssen das übereinander bringen.
08:19Wir müssen sozialverantwortlich, refinanzierbar, ökologisch sinnvoll und effizient die Zielkonflikte jetzt aussteuern.
08:26Das war der Hamburger Klimaplan, der war in Ordnung.
08:30Und das, was jetzt gefordert wird, ist nicht umsetzbar und polarisiert auch diese Stadt.
08:34Das muss man ganz klar sagen.
08:35Es wirkt für ganz viel Unfrieden und von daher bin ich da sehr, sehr unglücklich mit der Entwicklung.
08:41Ja, das geht ja für die meisten, die bei uns auch im Verband tätig sind.
08:46Letzten Endes sind wir alle bestrebt, klimaneutral zu werden.
08:49Und jedes Unternehmen macht das auf seine Weise.
08:51Die Frage ist zum Beispiel ja an dem Zusammenhang auch, was machen wir mit dem Neubau?
08:55Der Neubau ist ja auch aus den Fugen geraten, viel zu viele Anforderungen.
08:59Wir hatten Professor Wahlberg hier schon auf dem gelben Sofa.
09:01Der hat uns erklärt, was wir in den letzten 10, 15 Jahren alles falsch gemacht haben,
09:05wo wir versucht haben, das letzte Quäntchen rauszuholen und noch zu optimieren.
09:11Und mittlerweile sind wir da, an einer Stelle, wo es kaum mehr bezahlbar ist,
09:15den Neubau zu regulieren oder überhaupt abzuwickeln.
09:18Was macht ihr? Wie seid ihr dabei, um auch den Neubau für die Zukunft wieder zurückzustutzen auf ein Maß,
09:24dass es zwar verträglich ist für alle, also trotzdem gesunde Wohnverhältnisse,
09:29normale, gute Wohnverhältnisse da sind, aber auch der Preis bezahlbar bleibt?
09:32Ja, also wir haben ja zwei Probleme.
09:34Das ist ja immer die Grundstücksfrage.
09:36Dazu wird es ja bestimmt auch noch Fragen.
09:38Und wir haben natürlich die Baukostenfrage.
09:39Die Baukostenfrage ist natürlich auch im geförderten Wohnungsbau ein Problem.
09:42Wir haben eine sehr, sehr gute Förderung im bundesweiten Vergleich, exzellent.
09:45Das kostet den Hamburg-Synat.
09:50Gleichwohl haben wir natürlich überwohrende Regulierung.
09:52Das ist, glaube ich, auch in der Immobilienblase noch ein Stück weit weiter aufgewachsen.
09:56Jetzt macht man sich Gedanken, wir als Saga machen das schon seit zehn Jahren.
09:59Wir haben schon 2015 einen Saga-Systembaukasten entwickelt.
10:03Das ist ein Saga-Systemhaus-Typen genehmigt.
10:05Das ist ein Modulhaus.
10:07Wir haben noch ein Effizienzhaus entwickelt.
10:11Und jetzt kommt der Hamburg-Standard.
10:12Das ist sozusagen nochmal eine Weiterentwicklung.
10:15Wir finden das richtig.
10:16Wir finden das wichtig.
10:17Und ich hoffe sehr, dass es auch in der Kommunalpolitik ankommt.
10:20Und dass wir es auch durchsetzen können, auch wenn der Markt wieder anzieht.
10:24Das wird ja eine interessante Frage sein.
10:26Gelingt uns das allen miteinander?
10:28Wir haben ja auch noch mietrechtliche Fragen, welches mehr miteinander zu klären und zu lösen.
10:32Auch im Verkauf wird das sicherlich im Vertrieb auch noch eine Rolle spielen,
10:36wie wir die ganzen darunterliegenden Probleme miteinander abräumen.
10:40Aber die Richtung, die stimmt.
10:42Und wenn wir bezahlbaren Wohnraum in Größenordnungen realisieren wollen
10:46und vor allem auch nachhaltig realisieren wollen,
10:47bis dann eben der Markt wieder ausgeglichen ist, brauchen wir natürlich die Kostenreduktion.
10:52Du hast die Vorlage schon geliefert.
10:56Grundstückskosten, Grundstücksverfügbarkeit.
10:57Das ist ja ein Thema in einer Großstadt wie Hamburg.
10:59Wären die Grundstücke knapp und teuer, sind sie insbesondere geworden.
11:03Habt ihr Vorteile?
11:04Bekommt ihr den direkten Zugriff auf Grundstücke der Stadt?
11:07Wie ist das bei euch?
11:08Rechnet ihr mit einem festen Preis?
11:10Erklär doch mal vielleicht.
11:11Ja, was viele nicht wissen, das ist auch ein bisschen eine Besonderheit
11:14aus der historischen Entwicklung der Saga.
11:16Wir sind kein öffentlicher Auftrag hier.
11:18Es ist ja eine Aktiengesellschaft im Markt.
11:20Aber der Gesellschaft ist die Freien Landesstift Hamburg.
11:23Das ist schon so.
11:24Das heißt, wir müssen uns also genauso um Grundstücke bewerben.
11:27Wie alle anderen im Grundsatz.
11:29Die Nachverdichtung auf eigenen Grundstücken.
11:32Da würde ich mal sagen, da sind ja die niedrig hängenden Früchte,
11:34wie bei allen, schon mal in den letzten zehn Jahren.
11:38Also wird ein bisschen komplizierter.
11:39Da wird sicherlich ein Thema in der Überschneidung mit den klimapolitischen Themen,
11:43was Performing Buildings, das Thema Abrissneubau werden.
11:46Da sehen wir schon auch voraus.
11:47Das ist sogar eine riesen Herausforderung.
11:48Das ist auch ein bisschen Erzugsketten organisieren.
11:50Also das ist jetzt nicht trivial.
11:52Und da muss ich dir jetzt leider sagen, jetzt musst du stark sein.
11:54Wir sind Krisengewinnler.
11:56Wir sind nämlich Krisengewinnler, weil wir uns vorbereitet haben.
11:59Und das Platzen der Immobilienplase, die bewussten, damit was in Bewegung kommt.
12:03Und dann gehen wir auf Einkaufstouren.
12:05Das haben wir dann mit so einer Hand hin vorbereitet.
12:06und haben jetzt immerhin so eine Ankaufspipeline in den letzten zweieinhalb Jahren von 1,3 Milliarden.
12:13Kaufen Grundstücke, Projektentwicklung, kaufen auch Schlüsselfertig,
12:16kaufen viele gestrandete Projekte, planen die um, wenn es geht, auch befördert.
12:21Und da kommt uns jetzt natürlich die Krise ein Stück weit zu gut.
12:24Übrigens, das ist auch interessant, sage ich auch immer,
12:26wir sind auch Krisengewinnler im Bereich der Personalakquisition.
12:30Jetzt wird natürlich Personal freigesetzt, sehr hochqualifiziertes Personal,
12:34weil schon aus Projekten wird, dann wird man immer für die Kollegen und Kollegen leid,
12:38aber auch aus vielen Wohlsunternehmen.
12:39Und das heißt, wir können jetzt natürlich das Personal, was wir brauchen,
12:43können wir jetzt natürlich von dabei am Markt einkaufen.
12:45Ja, toll für euch und für die Stadt Hamburg, dass ihr aus der Krise gestärkt hervorgeht.
12:49Zum Glück gibt es auch einige andere Unternehmen in Hamburg.
12:52Gerade die familiengeführten, traditionsreichen Wohnungsunternehmen
12:56sind alle gut durch die Krise gekommen.
12:59Und der überhitzte Markt, den wir vorher hatten,
13:01das war ja vielleicht auch nicht ganz verkehrt, dass der mal wieder zurechtgestutzt wurde,
13:06weil in den Marktverhältnissen, da kann man sich nicht ewig aufhalten.
13:08Und jetzt müssen wir wieder richtig kämpfen und arbeiten, wo wir dabei sind.
13:12Insgesamt ist ja aber nochmal zu betrachten,
13:14was müssen wir denn tun aus deiner Sicht,
13:16um den Wohnungsmarkt mal wieder richtig in Belebung zu bekommen?
13:19Also, dass mal wieder Umzüge möglich werden,
13:22dass wir auch tatsächlich, ja, nicht Leerstandsquoten,
13:25aber zumindest Umzugsquoten haben,
13:27damit jemand, der in diese Stadt zieht
13:28oder einfach eine andere größere Wohnung benötigt,
13:31auch wirklich eine finden kann.
13:32Was sind alles die Themen, damit wir den Wohnungsmarkt wieder in Gang bringen?
13:35Also, wir reden hier über Angebungspolitik.
13:38Und das heißt, wir müssen natürlich jetzt die stärken und die bauen.
13:41Das ist so.
13:42Dazu gehört natürlich im gefördersten Bereich eine gute Förderung, das ist klar.
13:46Was, glaube ich, unterschätzt wird in der Diskussion,
13:48jetzt auch neben dem Thema der Regulierung im Baubereich,
13:51ist Psychologie,
13:53weil die Zinsen sind ja jetzt auch an höherem Niveau.
13:56Aber als ich angefangen habe, das kennst du auch,
13:58haben wir ja von 7% Zinsen geredet.
13:59Das war ja vor 30 Jahren.
14:01Das ist völlig normal.
14:02In der Tat.
14:02Junge Leute können sich das gar nicht vorstellen,
14:05dass das mal Normalität war.
14:07Und diese Psychologie hat mich deswegen für ganz wichtig,
14:09weil sich im Moment verschiedene Entwicklungen auch übereinander legen.
14:14Das heißt, wir haben gesamtwirtschaftlich eine ganz schwierige Lage,
14:19sicherheitspolitisch eine schwierige Lage,
14:20ganz viel Unsicherheit natürlich auch am Markt,
14:22kommt ganz viel Unsicherheit natürlich auch aus Berlin,
14:24muss man auch sagen.
14:25Also allein die Förderpolitik,
14:27das Heizungsprojekt,
14:29wie geht es weiter mit dem GEG,
14:31was passiert denn mit Förderung?
14:33Und das verunsichert ja viele, viele Menschen.
14:35Das sehen wir übrigens auch an den energetischen Sanierungsquoten.
14:37Also wir bräuchten ja eigentlich 3% Sanierungsquote.
14:40Wir sind jetzt bei 0,6% fallen.
14:43Das tut ja genau neben dem in Stocken geratenen Neubau
14:47jetzt diese ganz große Unsicherheit aus.
14:49Also wir bräuchten von der Politik Sicherheit,
14:51Klarheit, Transparenz.
14:52Was passiert jetzt?
14:53Wie geht es jetzt eigentlich weiter,
14:56damit dann diejenigen, die investieren,
14:58auch wieder investieren können?
15:00Deine nächste Frage würde sicherlich sagen,
15:02wie machen wir das mit Mietenregulierung?
15:04Da würde ich sagen, wir müssen bauen,
15:06wir müssen schnell bauen.
15:08Und natürlich wird die Mietpreisbremse
15:10jetzt nicht abgeschafft werden
15:11in so einer schwierigen Situation.
15:12Das wäre, glaube ich, naiv,
15:13das zu wünschen oder zu fordern.
15:15Aber ich glaube, wir sollten vorsichtig sein,
15:18oder Politik sollte vorsichtig sein,
15:19immer weiter zu verschärfen.
15:21Also das Extrem ist ja das,
15:22was wir im Berliner leben
15:23und im Berliner Wohnungsmarkt,
15:24wenn man natürlich Investoren sagt,
15:25und jetzt überlegen wir mal,
15:27ob wir vielleicht alle mal miteinander enteignen,
15:30dann muss man sich natürlich nicht wundern,
15:32dass viele aus der Asset-Klasse rausgehen
15:33und sagen, da mache ich gar nichts mehr.
15:35Und zwar, das ist mir viel zu riskant.
15:37Also da muss man auch behutsam mit Investoren umgehen.
15:41Ja, das glaube ich auch.
15:42Insofern, das hast du genau richtig,
15:43auch aus unserer Sicht,
15:45wie wir gegeben,
15:45ich glaube,
15:46wir müssen einfach den Markt in Bewegung bringen
15:47und dann ist auch das Mietenthema nicht mehr das Große,
15:49weil wenn der Markt funktioniert,
15:51regulieren sich ja auch die Mieten.
15:53Insofern müssen wir sehen,
15:54dass wir da hinkommen.
15:55Und letztes Stichwort dazu von mir,
15:57was sagst du denn zu dem Thema Gemeinsinn?
16:00Wir stellen immer wieder fest,
16:01dass auch unsere Bürgerinnen und Bürger in der Stadt,
16:04ich weiß nicht,
16:04wie das in euren Beständen ist,
16:05doch sehr hohe Erwartungen haben.
16:08Einerseits soll der Mietpreis gering sein.
16:10Zweitens sollen alle Vorschriften eingehalten werden,
16:13egal welche sie da sind.
16:14Drittens,
16:15ich möchte auf keinen Fall irgendwas hören vom Nachbarn,
16:17auch wenn ich im Mehrfamilienhaus wohne und so weiter und so fort.
16:20Auch da gehört es ja wieder dazu,
16:22dass jeder sich so ein bisschen ein Stück weit zurücknimmt
16:24und einfach sagt,
16:25ja gut, es gehört dazu,
16:27wenn ich in der Großstadt mit vielen Menschen lebe,
16:29dass ich auch von denen was mitkriege.
16:31Das ist ja auch das soziale Geflecht,
16:33was wir haben
16:33und ich denke auch,
16:34was wir auch wollen.
16:35Aber ich glaube,
16:37da muss auch das Thema Gemeinsam
16:38doch ein bisschen anders noch wieder herausgearbeitet werden.
16:41Was sagst du dazu?
16:42Ja, das ist, glaube ich,
16:43ein ganz wichtiges Thema.
16:44Das ist übrigens auch eine Aufgabe für Politik,
16:45meines Erachtens.
16:46Also wir erleben ja eine Inflationierung von Ansprüchen,
16:49eine sehr starke Rückbesinnung
16:51auf eigenes Wohlbefinden,
16:53auf eigene Interessenlagen
16:55und wir verlieren dann manchmal eben aus dem Blick,
16:57dass es ja um das Miteinander geht
16:59und Miteinander heißt natürlich auch Kompromisse schließen
17:01für vielleicht auch übergeordnete Themen
17:04und übergeordnete Problemlösung
17:08und dann dürfen wir auf keinen Fall polarisieren.
17:10Also es darf kein Gegeneinander geben,
17:12also es darf auch nicht der Mieter gegen den Investor
17:14eigentlich auch für eine ganz schwierige Positionierung.
17:18Und die Lösung wäre eigentlich dann eben das,
17:20was wir erfolgreich praktiziert haben,
17:23auch eine kooperative Wohnungsbohrpolitik,
17:25wo wir uns gemeinsam,
17:27also nicht mehr verbandsübergreifend,
17:28sondern auch alle Investoren
17:30mit verschiedenen Vertriebssegmaten
17:31sich gemeinsam Gedanken machen,
17:33wie können wir gute Lösungen schaffen mit Politik
17:35und dieses gemeinsam,
17:37das dürfen wir auf keinen Fall in der Kooperation,
17:39das dürfen wir auf keinen Fall aufs Spiel setzen.
17:41Das war eine ganz große Errungenschaft,
17:42das Bündnis des Bundeswohnen.
17:44Wir sind ja nicht umsonst ein Vorbild
17:46in der ganzen Bundesrepublik.
17:47Also das ist eine wertvolle Errungenschaft,
17:50die man pflegen muss und hegen muss.
17:52Und da müssen aber auch beide Seiten sich einbringen
17:54und beide Seiten auch Zugeständnisse machen.
17:56Das heißt, ich finde das wichtig.
17:57Das war schon ein tolles Schlusswort.
17:59Insofern wünschen wir,
18:00dass die Saga weiter so erfolgreich arbeiten wird.
18:03Wir sind froh, dass die Saga in Hamburg da ist.
18:05Das ist ein toller Partner,
18:07mit dem auch die freien Wohnungsunternehmen
18:08gern zusammenarbeiten.
18:10Insofern drücke ich die Daumen,
18:11dass wir gemeinsam den Markt wieder in Belebung kriegen.
18:14Herzlichen Dank für das Gespräch.
18:15Auf die weitere Kooperation.
18:16Vielen Dank.
18:16Danke dir auch.