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00:29Untertitelung des ZDF, 2020
00:59Untertitelung des ZDF, 2020
01:00Herr Tauber, weg, Zeit!
01:03Herr Tauber, weg, Zeit!
01:08Herr Tauber?
01:36Herr Tauber, weg, Zeit!
01:38Herr Tauber, Sie interessiert doch nicht meine Sehnsucht, sondern lediglich, wie es zwischen uns steht.
01:42Und?
01:44Wie steht's?
01:45Sie sind wirklich unvergesslich.
01:47Nein, schicksalsinteressiert.
01:49Das ist auch eine schöne Formulierung.
01:53Sie haben sich getrennt, gell?
01:57Na gut, da ich eh gleich weg bin.
01:59Ja, wir haben uns getrennt, zufrieden.
02:02Na, erschüttert.
02:04Aber jede Trennung ist erschütternd.
02:08Ihr Telefon klingelt.
02:12Ja?
02:14Morgen, Herr Lind.
02:16Na, Gott sei Dank, es heißt doch da, ich habe eine große Bitte an Sie.
02:20Gerade hat der Herr Hansen angerufen, der hockt in Sydney am Flughafenfest wegen einem Lostersteig.
02:24Kann erst übermorgen kommen, was ich jetzt fragen wollte.
02:27Können Sie noch zwei Tage dranhängen?
02:29Also, ich habe gerade mit Ihren Kollegen in Hamburg telefoniert, die könnten Sie entbehren.
02:33Gut, ich sag's Ihnen.
02:34Ich denke schon.
02:35Ach, wunderbar, da fällt mir die Stein vom Herzen.
02:37Vielen Dank.
02:38Ich hoffe, Sie kriegen keinen Ärger mit Ihrer Lebensgefährtin.
02:42Ich glaube nicht, nein.
02:43Gut, wo ist denn der Herr Hofer?
02:45Keine Ahnung, Herr.
02:45Es gab ein Laich, und zwar im Apartmenthaus in der Orléansstraße Nummer 36.
02:50Ja, Frau Stockel, wo ist denn der Herr Hofer?
02:52Der ist noch nicht da.
02:53Das sehe ich auch, den rufen wir jetzt gleich an.
02:56Noch mal vielen Dank, gell?
02:57Keine Ursache.
03:00Wo ist denn der Allerweiner da?
03:02Herr Schäfer, ich bin bei den Autoschlüssel nicht.
03:04Geht ihr nicht auf dem Fensterbrettl?
03:06Nein, aus dem Nachtkassel auch nicht, und auf dem Küchentisch auch nicht.
03:09Hast du deine Hosen gewechselt?
03:11Na, wieso, wir haben doch noch gar nicht Weihnachten.
03:13In der Nackendusche noch das auch schon geschaut.
03:15Freilich habe ich das auch schon nachgeschaut.
03:17Herr Schäfer, was gibt's?
03:19Herr Hofer, wo bleibst denn? Wir haben einen Fallen reingekriegt.
03:21Ist gut, ich bleibe da. Was ist mit dem Länd?
03:23Der Herr Länd, der fährt heute.
03:25Oh, wie das auch noch stimmt.
03:27Ja, und der Herr Achtziger möchte Sie gerne sprechen, gell?
03:30Äh, Frau Stockl, die Überstörung, ich höre Sie gar so schlecht.
03:33Herr Hofer, hier Achtziger.
03:35Frau Stockl, ich höre Sie nicht mehr.
03:37Ich höre Sie auf, gell? Servus.
03:39Unterbruch?
03:40Der ruft sicher wieder an.
03:44Entschuldigung, meine Sack noch.
03:46Du musst mich fahren.
03:47So vielleicht spielst du jetzt ganz...
03:49Ja, musst du nicht aussteigen.
03:50Na, vergiss es, so geh nicht aus dem Haus.
03:52Jetzt denken wir doch mal nach.
03:53Hast du den Schlüssel zuletzt gesehen?
03:55Was muss ich?
03:57Du musst ihn vielleicht stecken lassen.
03:59Ach so, ein blödsinn, stecken werden lassen.
04:01Okay, das klappt das selber nicht.
04:03Vielleicht nimmst du ihn so lange, hier wie.
04:05Okay, nimm jetzt ihn so lange.
04:09Morgen, Willi.
04:11Wie war die Adresse nochmal?
04:14Orléansstraße Nummer 36.
04:16Danke.
04:16So, Herr Moor.
04:17Wo ist es?
04:18Ein Fall?
04:19Herr Leich.
04:20Ja, was sonst? Auf geht's.
04:22Jetzt kannst du doch mal ein Scheiter-Kaffee bringen, bitte.
04:28Ja?
04:30Frau Stockl, ich fahre direkt zum Tatort.
04:32Geben Sie doch bitte mal die Adresse durch.
04:35Orléansstraße Nummer 36, Herr Hofer.
04:37Danke.
04:38Geben Sie doch bitte.
04:40Frau Stockl, ich verstehe Sie gerade so schlecht.
04:42Herr Hofer.
04:43Frau Stockl, ich glaube, ich bin im Funkloch.
04:45Ich habe ein schlechtes Netz, Sie verstehen nichts.
04:46Hier ist 80er.
04:48Also, pfährt seiner bis später.
04:51Nein, da fällt mir jetzt gerade noch.
04:53Schon wieder.
04:54Das darf ja wohl nicht wahr sein.
04:56Also, den rufen Sie jetzt weiter an.
04:58Und wenn er da ist, dann will ich ihn unbedingt sprechen.
05:01Selbstverständlich.
05:03Ja?
05:04Ah, guten Morgen.
05:05Ich habe gerade den Herrn Moor mit dem Herrn Lind gesehen.
05:07Wollte der nicht heute zurück nach Hamburg fahren?
05:10Verschoben, der Hansen verspätet sich um zwei Tage.
05:13Den Herrn Lind zieht's eh nicht zurück nach Hamburg.
05:15Wie kommt's jetzt dort ab?
05:18Na ja, er hat sich endgültig von seiner Frau Ruloff getrennt.
05:21Ach was?
05:21Tatsächlich?
05:22Ja, das hat er mir vorhin gesagt.
05:24Na, sauber.
05:26Frau Ortmann, letzter Ausweg.
05:35Wie letzter Ausweg?
05:37Ihre Chance.
05:41Frau Stockel, wann geht das endlich in Ihren Kopf rein?
05:43Mit dem Herrn Lind, da war nie was und da wird auch nie was sein.
05:45Das sind alles nur Gerüchte und Schnee von gestern.
05:47Aha.
05:48Und warum waren Sie dann so grätzig zu ihm?
05:54Servus, Antisch.
05:55Servus, Kobinian.
05:59Servus, Bernan.
06:00Morgen, Herr Kommissar.
06:01Grüß dich, Franzi.
06:03Servus, Anemir.
06:04Grüß dich, Kobinian.
06:05Gleich liegt der Prinz.
06:06Danke.
06:08Ah, ich habe gesagt, Sie werden schon leben in Hamburg.
06:11Nein, Herr Hansen verspätet sich leider und der 80er hat mich gebeten, noch ein bisschen zu bleiben.
06:14Wenn es Ihnen recht ist.
06:15Das freut mich sogar.
06:17Also.
06:18Und der Tote heißt Lothar Tauber und die 47 Leute.
06:21Grüß Gott, Frau Doktor.
06:23Hallo.
06:23Woran ist er denn gestorben?
06:24Ja, es gibt keine äußeren Verletzungen.
06:26Wahrscheinlich Herzversagen.
06:28Hier, wo ist es gefunden?
06:29Herztabletten.
06:30Mhm.
06:30Warum sind wir dann hier?
06:31Der Portier von der Apartmentanlage.
06:33Der den Tod noch gefunden hat?
06:34Ja, Herr Mohr.
06:35Ja.
06:36Er meint irgendwas Ungewöhnliches bemerkt zu haben.
06:38Und das wäre?
06:39Wollte ich ihn gerade fragen.
06:41Ich sollte den Herrn Tauber wecken.
06:43Aber weil er nicht abkommen hat, hat er ihn auch geschaut.
06:44Sie haben uns angerufen, weil er Ihnen irgendetwas Spanisch vorgekommen ist.
06:48Ja.
06:49Gestern Abend ist der Herr Tauber mit einer jungen Frau gekommen.
06:51Kennen Sie die Frau?
06:52Nein.
06:53Wann war das genau?
06:54Gleich.
06:55Da.
06:56Es ist auf der Überwachungskamera.
06:58Um 23.12 Uhr.
07:00Dann, dass sie wieder gegangen ist, und das fand ich schon seltsam.
07:03Ich meine aber, schauen Sie selber.
07:08Es war so 2.36 Uhr.
07:10Ich habe hinter dem Tresen vom Indus, da höre ich ein Geräusch.
07:13Und sehe gerade noch, wie jemand aus dem Einkommen huscht.
07:15Ich habe zurückgespult, ja.
07:16Und da schauen Sie selber.
07:19Das ist doch mehr als verdächtig, oder?
07:21Halt.
07:22So, ich bringe jetzt die Tabletten ins Labor.
07:25Schön.
07:26Da fehlt da irgendwas.
07:27Wie meinst du das?
07:28Da oben im Appartement.
07:30Nein, da fehlt nichts.
07:31Geld und Papiere sind da angesucht, hat auch keiner was.
07:33Auf Wiederschauen.
07:3440.
07:36Was wissen Sie so über Herrn Tauber?
07:38Dass er Geschäftsführer der Lothar-Farm war.
07:40Das ist eine Pharmafirma gleich in der Nähe.
07:42Und dass er verheiratet war.
07:43Seine Frau wohnt am Chiemsee.
07:46Haben die beiden getrennt geliebt?
07:47Das war sie nicht.
07:48Hat er öfters mal Frauen mit auf sein Appartement genommen?
07:51Der hat nichts anbrennen lassen.
07:52Sauber.
07:53Gut, dann schauen wir uns mal die Firma an.
07:55Das machen wir.
07:56Ach, und wir bräuchten eine Kopie von diesem Band.
07:58Ihr schickt es ins Präsidium.
07:59Wir lassen es abholen.
08:15Fangen wir doch mal, Dr. Tauber, an.
08:17Nein, wir warten noch.
08:25Herr Dr. Schelling, draußen ist jemand von der Polizei.
08:29Sie entschuldigen mich.
08:41So, das sind die Herrschaften.
08:44Danke.
08:45Guten Tag, Dr. Bernd Schelling ist mein Name.
08:47Hauptkommerer Linskripp Rosenheim.
08:49Mein Kollege, Herr Hofer.
08:50Grüß Gott.
08:51Sie haben welchen Posten hier?
08:53Ein Posten? Ich bin der Geschäftsführer.
08:54Ich dachte, Herr Tauber wäre der Geschäftsführer.
08:57Auch.
08:58Herr Dr. Tauber hat die Firma gegründet, aber wir sind beide Geschäftsführer.
09:01Was kann ich denn für Sie tun?
09:02Meine Zeit ist knallgemessen.
09:04Herr Dr. Tauber ist tot.
09:13Herr Dr. Tauber war verheiratet?
09:20Ja.
09:20Und hat er in Trennung gelebt?
09:23Nein, wieso?
09:24Naja, weil er anscheinend nicht bei seiner Frau am Kimse gewohnt hat.
09:27Doch.
09:29Sein Apartment, ich nehme an, auf das beziehen Sie sich.
09:31Hat berufliche Gründe.
09:33Er arbeitete oft bis spät in die Nacht und wollte dann nicht jedes Mal noch nach Hause fahren.
09:38Wie ist der Herr Dr. Tauber...
09:40Wie läuft Ihre Firma?
09:42Gut.
09:43Die Zahlen sind erfreulich, die Banken investitionswillig und die Mitarbeiter überaus engagiert.
09:48Apropos Mitarbeiter, wie war das Verhalten von Herrn Tauber zu seinen Mitarbeitern?
09:53Sehr teamorientiert.
09:55Und sonst? Irgendwelche Komplikationen, Spannungen?
09:59Keine ernstzunehmenden Reibungsverluste.
10:02Und Sie? Wie war Ihr Verhältnis zu Herrn Tauber?
10:05Ja, wir gingen nie zusammen ein Bier trinken, aber wir haben uns ganz der Arbeit verschrieben
10:10und pflegten einen ergebnisorientierten Kommunikationsstil.
10:14Wir würden uns ganz gerne sein Büro ansehen, ja?
10:16Ja.
10:17Und wenn Sie bitte dafür sorgen könnten, dass Ihre Mitarbeiter zur Befragung bereitstehen.
10:22Die übernimmt dann der Polizeibermeister Moor.
10:24Da steht er übrigens.
10:26Dürfte ich jetzt vielleicht erfahren...
10:28Entschuldigung, Hofer Kripp-Rosenheim.
10:30Mein Kollege Lind, guten Tag.
10:32Wie ist Ihr Name?
10:34Silvia Krabowski.
10:36Sie arbeiten hier?
10:38Ja, in der Buchhaltung.
10:40Wo waren Sie gestern Abend zu gegen Transmarsiva?
10:44Bei Herrn Dr. Tauber.
10:46Was haben Sie da gemacht?
10:48Wir sind das Quartal durchgegangen.
10:51Es gab da einige...
10:52Sie haben gearbeitet?
10:53Ja.
10:55Und dann?
10:56Dann bin ich gegangen.
10:58Und Herr Tauber hatte noch gelebt, als Sie gegangen sind?
11:01Ist er...
11:09Michi, ich bin der Herr Schelling, der Geschäftsführer der Weitenscheid, dass du die Mitarbeiter befragst.
11:14Darf ich den auch befragen?
11:15Ja, freilich.
11:15Den sollst du sogar befragen.
11:17Mich würde interessieren, wo er zur möglichen Tatsache war.
11:20Ja, ist recht.
11:20Was sind das für Unterlagen?
11:22Na ja, Auftragsbücher, Buchhaltung, alles, was eine Firma ausmacht und uns Freude.
11:26Schön.
11:26Schelling.
11:27Schelling.
11:28Ja.
11:29Und, was meinen Sie?
11:31Sie lügt.
11:32Denke ich auch.
11:33Wissen Sie was?
11:35Ich fahre jetzt zur Vertrauber.
11:37Dass Sie so klaglos die Todesnachricht überbringen?
11:39Nehmt es einfach als Selbstbestrafung für mein zu spät Kommen.
11:43Bis dann.
11:51Also, als Sie Herrn Trauber verlassen haben, war er noch am Leben.
11:59Sie sind dann mit dem Lift heruntergefahren und dann?
12:03Bin ich gegangen.
12:05Wie sind Sie gegangen?
12:06Wie meinen Sie das jetzt?
12:08Ja, so wie ich es gesagt habe.
12:09Wie sind Sie gegangen?
12:19Wie sind Sie gegangen?
12:46So geht jemand, der sich davonschleichen will.
12:49Dir was zu verbergen hat.
12:51Vielleicht was Schlimmes getan hat.
12:56Ich habe ihn nicht umgebracht.
12:58Wir kommen der Sache schon näher.
13:01Ich höre.
13:06Während wir gearbeitet haben, hatte er einen Herzanfall.
13:09Ich geriet in Panik und bin abgehauen.
13:11Lügen Sie mich nicht an.
13:12So war es.
13:13Wenn Sie gearbeitet haben, warum lagen keine Arbeitspapiere auf dem Tisch?
13:16Warum haben wir einen Damenparfum gefunden, das vermutlich Ihnen gehört?
13:20Und warum lag Herr Trauber nackt im Bett, als wir ihn gefunden haben?
13:23Und erzählen Sie mir jetzt nicht, Sie hätten Ihnen Panik ausgezogen.
13:27Frau Trauber, wo waren Sie letzte Nacht zwischen 23 Uhr und 3 Uhr morgens?
13:31Hier.
13:33Ich habe auf der Terrasse gesessen, ein Glas Wein getrunken und Musik gehört.
13:38Allein?
13:40Ja, allein.
13:47Als mein Mann starb, war da eine Frau bei Ihnen?
13:53Herr Trauber, wieso stellen Sie diese Frage?
13:57Hat Ihr Mann öfters andere Frauen?
14:02Was anderes, Ihr Mann war herzfrag.
14:06Mein Mann litte unter einer Aortenismus-Stenose, einer angeborenen Verengung der Herzschlagader.
14:13Dadurch kam es in den Jahren zu einem Verschleiß der Herzklappe.
14:16Das hört sich schlimm an.
14:18Ja, es stand nicht gut um ihn.
14:21Durch seinen hohen Blutdruck rechnete er immer mit einem Hirn- oder Herzschlag.
14:25Ja, dieses Leiden prägte seinen Charakter.
14:29Wie meinen Sie das?
14:30Wer weiß, dass eine Tage gezählt sind, der lebt anders.
14:34Entweder ängstlich und vorsichtig oder verschwenderisch.
14:42Er wollte sein Leben noch in vollen Zügen genießen.
14:48Wir wollten miteinander schlafen.
14:52Und dann fasste er sich plötzlich an die Brust.
14:55Es ging alles sehr schnell.
14:57Warum haben Sie sich den Notarzt gerufen?
14:58Ich war in Panik.
15:05Sie sind verheiratet?
15:07Ja.
15:08Mein Mann arbeitet auch bei Lothar Farm.
15:11Ach so, in welcher Funktion?
15:12Als stellvertretender Vertriebsleiter.
15:15Deshalb bin ich auch abgehauen.
15:17Ich wollte nicht, dass er davon erfährt und mit reingezogen wird.
15:20Also, deswegen haben Sie die notwendige Hilfe unterlassen.
15:23Wissen Sie, was das bedeutet?
15:24Ja.
15:26Aber er war schon tot.
15:28Wie lange ging das schon mit Herrn Tauber?
15:30Gerade mal eine Woche.
15:35Herr Dr. Shelley?
15:36Ja, bitte.
15:37Was ist gut?
15:38Morgen, Kripo, Rosenheim.
15:40Ich wüsste gerne von Ihnen, wo Sie gestern abends zwischen 23.12 Uhr und 2.36 Uhr gewesen sind.
15:48Zu Hause, im Bett.
15:49Ich bin früh schlafen gegangen.
15:51Und alleine.
15:52Na schon.
15:53Danke.
15:55Herr Dr. Schilling, hätten Sie vielleicht noch Zeit für eine kurze Frage?
16:00Für eine kurze Antwort, ja.
16:02Danke.
16:07Meine Befragungen Ihrer Mitarbeiter und speziell Ihrer Mitarbeiterinnen hat ergeben, dass der
16:13Herr Dr. Tauber, wie soll ich das jetzt sagen, ohne dass es respektlos klingt, dass der
16:18Herr Tauber im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht eine rege Aktivität an den Tag legte?
16:22Nein, schöner hätte ich es nicht formulieren können.
16:26Hattest du Beschwerden gegeben?
16:28Sie meinen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz?
16:30Genau so nennt man das.
16:32Nein.
16:33Das fand alles außerhalb der Geschäftsräume statt und mit Einwilligung der sexuellen
16:37Zielpersonen.
16:38Herr Tauber handhabte seine Neigung dezent und diskret.
16:41Dezent und diskret.
16:44Ja.
16:46Sind wir dann fertig?
16:47Nein.
16:49Eine dieser sexuellen Zielpersonen soll auch Ihre Frau gewesen sein.
17:00Meine Ex-Frau, wir sind geschieden.
17:03Wegen dem Herrn Tauber?
17:04Wegen meiner Frau.
17:05Wer sie eingewilligt hat?
17:06Wir hatten schon vorher Probleme.
17:09Und da hat es nie irgendwelche Auseinandersetzungen gegeben zwischen Ihnen und dem Herrn Tauber?
17:14Hat Ihnen einer meiner Mitarbeiter das erzählt?
17:16Nein.
17:18Na sehen Sie.
17:20Herr Schilling, betrogen werden ist kein Kinderforschen.
17:24Gut, dann lassen Sie es mich präziser formulieren.
17:27Meine Frau war die treibende Kraft.
17:30Und?
17:31Nichts und.
17:32Mehr werden Sie von mir dazu nicht hören.
17:33Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte.
17:34Ich habe zu tun.
17:35Selbstverständlich.
17:38Danke.
17:43Und dann hat er gesagt, meine Frau war die treibende Kraft gewesen.
17:47Der war eiskalt bis in die Knochen.
17:49Da friert es die richtig.
17:50Danke.
17:50Hat die Befragung der Mitarbeiter noch etwas ergeben?
17:53Nein, gar nichts.
17:55Danke.
17:55Und gibt es irgendwelche Ergebnisse von der Spusi?
17:58Nein, gar nichts.
17:59Tja, nach allem, was Sie bisher wissen, würde ich sagen, können wir den Fall zu den Akten liegen.
18:04Herr Tauber ist an Herzversagen gestorben und Frau Krabowski kann man höchstens unterlassene Hilfeleistung vorwerfen.
18:09Herr Lind, nicht so schnell mit den jungen Pferden.
18:12Das ist der Bericht vom Labor.
18:14Die Tabletten waren allesamt ohne Wirkstoff.
18:16Ohne Wirkstoff?
18:17Placebos?
18:18Ja, weiß ich.
18:19Das ändert natürlich die Sachlage.
18:21Oh ja.
18:22Michi, du sammelst jetzt alle Tabletten ein, die der Herr Tauber besessen hat.
18:25Schaust in seinem Haus, in seinem Büro, im Handschuhfakt, in seinem Auto nach und so weiter.
18:29Was?
18:29Herr Michi, wenn du bei seinem Haus bist, dann befragst du gleich einmal die Nachbarn.
18:33Ich möchte alles über den Lebenswandel von der Frau Tauber wissen.
18:35Ja, das ist echt.
18:36Herr Michi, das war alles.
18:38Danke.
18:40Tja, wenn das wirklich stimmt und jemand dem die Placebos untergeschoben hat.
18:45Dann war es ein Mord auf Raten.
18:47So könnte man es nennen.
18:48Wieso?
18:49Mord auf Raten?
18:51Na ja, wenn ein Herzkranker seine Tabletten absetzt, weiß man natürlich nicht, wann der Infarkt eintritt.
18:55Das kann Wochen dauern, Monate.
18:56Das heißt, der Mörder muss da ein großes Maß an Geduld aufbringen.
19:00Richtig.
19:00Interessante Mordvariante.
19:02Was ist mit anderen Tabletten?
19:05Der Mord sammelt sie ein.
19:06Werden mal untersucht.
19:08Gut, also auch die Schachtel wie die Finger drücken.
19:11Ja, und Alibis sind in diesem Fall ja auch völlig irrelevant.
19:14Ja klar, es gibt ja keine Tatzeit in dem Sinne.
19:17Gut, meine Herren, das war es schon.
19:19Sie halten mich auf dem Laufen.
19:25Ja.
19:26Ja?
19:28Du wolltest nicht sprechen?
19:30Ja.
19:32Nicht, dass du gehst und ich dich verpasse.
19:34Nie zu verpassen hat dich bisher nicht sonderlich gestört.
19:38Ich weiß.
19:41Ich wollte dir nur sagen, dass ich es bedauere, wie ich reagiert habe.
19:46Damals und auch in letzter Zeit.
19:48Ich habe dir einfach gar keine Chance gegeben, es wieder einzurenken.
19:52Okay.
19:56Aber nicht, dass du denkst, dass ich mich jetzt...
20:00Jetzt auch mal weniger kompliziert.
20:06Bleibst du jetzt in Hamburg?
20:08Erstmal schon, ja.
20:11Dann sehe ich weiter.
20:14Und...
20:16Wir auch.
20:18Ja, wir auch.
20:30Na, geh.
20:32Getrennt.
20:32Aus.
20:33Finito.
20:34Der Arme, wie geht es ihm jetzt?
20:36Mei, man kann nicht reinschauen.
20:38Irgendwie schaut, gell, Frau Stockl.
20:40Du lädst den Lind für heute Abend zum Essen ein.
20:43Wieso jetzt das?
20:44Damit er nicht allein ist in der schweren Stunde.
20:46Ich meine, eine schwere Stunde, der packt dich schon.
20:48Wir laden ihn ein.
20:50Schau, das kommt ja schon von der Frau Ortmann.
20:52Von Weg in Schnee von gestern.
20:54Herr Lind.
20:55Hey.
20:56Hallo.
20:57Da Sie jetzt noch zwei Tage länger bleiben, habe ich mir gedacht, ich lade Sie für heute Abend zum Essen
21:01ein.
21:02Einfach so?
21:03Ja, einfach so. Wieso?
21:05Nun, weil Frau Stockl neben Ihnen steht.
21:07Nicht einen gewissen Zusammenhang, vermute.
21:09Jetzt legen Sie mal schön Ihren Kriminaler ab und kommen zu Giger, sagen wir, 19 Uhr, mit einem leeren Magen.
21:13Verstanden?
21:13So, und ich muss jetzt endlich zum Herrn 80er.
21:15Widerschauen.
21:16Widerschauen.
21:18Was haben Sie ihr erzählt?
21:22Nur das Nötigste.
21:33Danke.
21:34Bitte.
21:35Also, Frau Tauber hat die Todesnahme mich ganz ungerührt aufgenommen.
21:38Ja, das war ja schon fast wurscht, habe ich den Eindruck gehabt.
21:41Ja, ja, so demor ist er end.
21:45Habt ihr was?
21:46Allerdings.
21:46Das Haus, das Boot, das Vermögen, sogar das Apartment, einfach alles.
21:52Und, ähm, gibt's dann Ihr Papa?
21:54Ja.
21:55Aber im Falle einer Trennung, hätte sie nur eine monatliche Appanage bekommen.
21:59Haus, Boot, Vermögen, so weiter, alles bei ihm haben geblieben.
22:01Nein, weil wir es gerade von Trennung haben.
22:04Also, ich meine ja, das könnte ein mögliches Motiv sein.
22:06Ja, also, allein schon wegen dem Haus.
22:08Ich hab das Gefühl gehabt, dass die Klinik dort wohnt.
22:10Wo wohnen Sie denn, wenn Sie wieder in Hamburg sind?
22:13Ein Traum, das Haus.
22:15Das ist wirklich wunderschön, muss ich sagen.
22:17Fragt sich nur, ob der Tauber sich von seiner Frau trennen wollte.
22:19So eine Trennung, gell, das geht halt so schnell, gell?
22:22Also, sie sagt nein.
22:23Wobei es nicht heißen muss.
22:25Bei dem, was es der Michael alles über seine Affären erzählt hat,
22:28glaube ich nicht, dass es da dort besonders harmonisch zugegangen ist.
22:32Sind wirklich sehr gut, die Rouladen.
22:35Danke.
22:37Lass mir morgen mal den Grabowski vornehmen.
22:38Wenn er das wusste von deiner Frau und Tauber, dann hätte er ein Motiv.
22:41Allerdings.
22:42Und ich fühl nur mit der Frau Tauber auf den Zahn.
22:44Also, bei der Motivlage liegt die bei mir ganz oben auf der Liste.
22:49Na, wie wolltest du das nicht den Nachtisch holen?
22:53Nachtisch ist gut.
22:55Ja, gern.
23:03Danke, übrigens.
23:04Verbrust dir.
23:05Ja, dass Sie das Gesprächsthema so gut beaufsichtigen.
23:08Na, das wird beim Nachtisch so weitergehen.
23:11Danke.
23:12So, Herr Lind.
23:14Apfelkücher.
23:16Moin.
23:17Isst es, Herr Stauf?
23:27Zu Herrn Grabowski geht es hier entlang.
23:31Entschuldigung, Sekunde.
23:35Ja, Herr Mohr?
23:36Ja, ich lieb, das bin ich.
23:38Äh, also folgendes.
23:39Wir haben es jetzt auch amtlich.
23:41Sämtliche Herztabletten vom Herrn Tauber waren alle miteinander nur Placebos.
23:46Also doch.
23:46Wo ist Herr Hofer?
23:48Der Herr Hofer, der ist auf dem Weg zur Frau Tauber.
23:50Hat die Befragung der Nachbarn noch was ergeben?
23:52Ja, es schaut so aus, als hätte die Frau Tauber in ihrer Ehe nicht besonders gelicken.
23:56Also darunter, dass ihr Mann so viel herum, äh, ja, dass er so viele sexuelle Zielpersonen gehabt hat.
24:03Sie war mindestens einmal die Woche in Bad Wiese im Spielcasino.
24:06Und die Wochenenden, die hat sie sich versüßt mit Wellness im Hotel Alpenblick.
24:12Und da wurde sie speziell von einem italienischen Masseur regelmäßig aufgelockert.
24:16Auflockern, ja.
24:18Gut, danke Ihnen erst mal. Bis dann.
24:21Sagen Sie, hat Frau Tauber sehr unter den sexuellen Eskapaden Ihres Mannes gelitten?
24:25Darüber kann ich mir kein Urteil erlauben, Herr Lind.
24:28Eine Vermutung?
24:30Sie machte den Eindruck, als kämmen Sie damit ganz gut zurecht.
24:33Sie scheinen auch ganz gut damit zurechtgekommen zu sein.
24:37Wie ich Ihrem Kollegen schon darlegte, meine Frau und ich, wir hatten schon vorher Probleme.
24:42Die Affäre mit Herrn Tauber war für mich nur die Konsequenz aus dieser Situation.
24:47Der Tauber mal erwähnt, dass er sich von seiner Frau trennen wollte?
24:50Immer wieder.
24:51Warum hat er es nicht gemacht?
24:55Bequemlichkeit, aber das ist auch nur eine Vermutung.
25:01Herr Krabowski, guten Morgen.
25:03Das ist Hauptkommissar Lind, der hat ein paar Fragen an Sie.
25:10Guten Tag.
25:11Ja, Herr Krabowski, es geht um Folgendes.
25:15Danke, Herr Schellinger.
25:20Wissen Sie, dass Ihre Frau vorgestern Nacht bei Herrn Tauber war?
25:25Ja, sie hat mir alles erzählt.
25:27Wirklich alles?
25:28Ja.
25:30Haben Sie gewusst von der Affinität der beiden zueinander?
25:34Nein.
25:35Dann waren Sie also völlig ahnungslos?
25:37Ja.
25:39Dürfte ich mich ein wenig umsehen?
25:41Bitte.
25:41In Ihrem Schreibtisch?
25:42Bitte.
25:43Danke.
25:54Ich würde mir gerne mal die Fotos ansehen.
25:57Das ist privat.
25:58Ich weiß, aber Sie erlauben uns doch trotzdem, oder?
26:01Ich weiß, was will ich mir einen sagen.
26:03Dann hole ich mir einen richterlichen Beschluss.
26:06Bitte.
26:19Nicht gewusst.
26:21Sie haben die beiden doch fotografiert.
26:24Ja.
26:29Darf ich?
26:30Ich denke, ein Nein wird Sie nicht aufhalten.
26:33Nein.
26:35Nein.
26:47Sie haben da ja ein wirklich schönes Anwesen.
26:51Ich habe gehört, Sie geben hier öfters private Empfänge.
26:54Musikalische Sorien, Literaturabende und dergleichen.
26:57Ja.
26:58Die Wochenenden verbringen Sie meistens im Hotel Alpenblick und lassen dort Körper und Seele baumeln.
27:05Ja.
27:06Ein italienischer Masseur soll Sie da ja sehr beim baumeln unterstützt haben.
27:10Lassen Sie Massimo in Frieden.
27:11Ich will nicht, dass er Ärger mit seiner Frau bekommt.
27:14Er ist nur ein Zeitvertreib für mich.
27:17Ja, wir müssen jeder Sache nachgehen.
27:21Worauf wollen Sie hinaus, Herr Hofer?
27:23Dass ich mein Leben genossen und nicht Trübsal geblasen habe, weil mein Mann ständig anderen Frauen hinterher gestiegen ist?
27:29Na ja, laut Ehevertrag hätten Sie alles hier verloren, wenn er sich von Ihnen getrennt hätte.
27:32Das hat er aber nicht.
27:34Es stand aber im Raum.
27:35Das sagen Sie.
27:36Das sag ich.
27:37Entschuldigung.
27:39Gut.
27:39Gut.
27:41Also, Herr Tauber wollte sich von seiner Frau trennen, hat es aber wohl aus Bequemlichkeit immer wieder hinausgeschoben.
27:47Also, sagt zumindest Dr. Schelling.
27:49Tauscher, Herr.
27:50Ja.
27:51Und dann noch was.
27:53Der Grabowski hat Tauber heimlich fotografiert.
27:55Ich bringe die Bilder mit, ja.
27:56Ist gut.
27:57Bis gleich.
27:58Dann bis später.
28:02Ich habe Sie eben erfahren, dass Ihr Mann sich doch von Ihnen trennen hat wollen.
28:07Haben Sie deshalb die Tabletten gegen Placebos vertauscht?
28:10Was?
28:11Die Tabletten waren Placebos?
28:13Ja, und zwar alle.
28:14Die in Ihrem Haus, in seinem Apartment, in seinem Büro und die in seinem Magen.
28:18Und dann wurde er...
28:20Vergiftet, genau.
28:22Quasi.
28:23Das Ganze ist von langer Hand geplant worden und Sie hatten ein Motiv, so vorzugehen.
28:27Und wie soll ich das Ihrer Meinung nach gemacht haben?
28:30Wie meinen Sie das?
28:31Ja, ganz praktisch.
28:32Wie mache ich sowas?
28:36Der Grabowski hat über 3000 Fotos von Tauber gemacht.
28:40Meistens, wenn er mit Frauen unterwegs war, aber auch beim Golfspielen, beim Tennis, beim Essen.
28:46Also, verstehe ich nicht.
28:48Hören Sie mir zu?
28:49Ne.
28:50Ich meine, wenn jemand einen Beweis dafür sucht, dass seine Frau fremd geht, dann beschränkt
28:54er sich doch darauf, oder?
28:56Er spielte doch nicht gleich das ganze Leben seines Nebenbruders aus.
28:59Mhm.
29:00Aber genau das hat Grabowski gemacht.
29:02Irgendwie müsste er mehr dahinter stecken.
29:05Was meinen Sie?
29:07Was?
29:08Wo sind Sie denn die ganze Zeit?
29:11Nur angenommen, Sie nehmen Tabletten.
29:14Ich nehme Tabletten.
29:15Aha.
29:15Welche?
29:15Das ist nicht so einfach, jemanden Placebos unterzuschieben.
29:18Da kann man nicht einfach irgendwelche nehmen.
29:20Die müssen genauso ausschauen wie die Originale.
29:23Ist das so schwer?
29:24Nicht, wer mit dem Mittel dazu hat.
29:26Aber die Frau Tauber, wie soll die so die Tabletten herstellen?
29:29Wobei, wenn es ums direkte Herstellen geht, dann bietet sich natürlich Grabowski an.
29:34Der arbeitet in der Firma, da stehen die Maschinen.
29:36Richtig.
29:37Und warum hätte der Grabowski schon vor einem halben Jahr anfangen sollen, dem Tauber die
29:41Placebos unterziehen?
29:44Weiß ich nicht.
29:45Michi, Arbeit.
29:46Jawohl.
29:49Hat die Sichtung der Auftragsbücher schon was ergeben?
29:51Nein.
29:52Noch einmal sichten lassen im Bezug auf Herztabletten, die sie herstellen.
29:55Insbesondere auf die Marke, die der Tauber benutzt hat.
29:58Ich besage es derweil einen Torsierungsbeschluss für die Pharmafirma.
30:01Ach ja.
30:02Ja, du fährst schon mal hin und bereitest alles vor.
30:03Ja.
30:04Michi, ich brauche eine Dokumentation aller Maschinen.
30:07Insbesondere der Formen, in denen Tabletten gestanzt werden.
30:10Und ich möchte es mal anschauen.
30:11Die Tabletten?
30:12Die Maschinen.
30:13Ja.
30:13Und ich möchte den Leuten sprechen, die dann arbeiten.
30:16Gut.
30:16Aus.
30:17Ja.
30:44Das ist unser Maschinenpark.
30:47Ich möchte Ihnen leider keine Auskünfte geben, da wir uns in einer laufenden Ermittlung befinden.
30:52Ich verstehe einfach nicht, was Taubers Tod mit unseren Fabrikationsprozessen zu tun haben soll.
30:56Das müssen Sie auch nicht.
30:58Dafür sind wir zuständig.
30:59Und Sie sind sicher, dass Sie in die richtige Richtung ermitteln?
31:02Ja.
31:07Und Sie sind sicher, dass Sie sich in der Nähe von der Frau und Herrn Tauber was angebahnt haben.
31:15Wie sonst lässt sich erklären, dass Sie ihn beschattet haben?
31:18Was mich allerdings wundert, wenn man seine Frau verdächtigt, fremd zu gehen, dann beschattet man normalerweise Sie und nicht den
31:25Liebhaber.
31:25Sie aber haben Herrn Tauber beschattet.
31:28Ich wollte wissen, was das für einer ist.
31:32Sehen Sie, meine Frau und ich, wir leben in einer offenen Ehe.
31:37Das heißt, wenn sich einer von uns für jemand anders interessiert, dann ist das seine Sache.
31:41Aber Tauber war unser Chef.
31:43Das hätte Komplikationen geben können.
31:46Was, Sie wollen mir allen Ernstes verkaufen, dass Sie Ihre Frau schützen wollten?
31:50Ja, nicht nur Sie.
31:52Auch mich.
31:54Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass Herr und Frau Grabowski für die Firma nicht mehr tragbar sind.
32:00Sie wollen die beiden kündigen. Warum?
32:03Schon seit geraumer Zeit hege ich einen Verdacht.
32:06Ob er valide genug ist, das müssen Sie beurteilen.
32:09Ich höre.
32:10Herr Tauber hat die beiden eingestellt.
32:12Und dabei haben die körperlichen Vorzüge von der Frau Grabowski eine entscheidende Rolle gespielt, nehme ich an.
32:18Korrekt.
32:20Wir sind erst seit ein paar Monaten in dieser Firma.
32:22Ich bin im mittleren Management, habe gute Aufstiegschancen.
32:25Meine Frau befindet sich etwas weiter unten auf der Karriereleiter.
32:28Sie ist nur Buchhalterin.
32:32Moment, verstehe ich Sie richtig?
32:34Sie haben befürchtet, dass das Verhältnis der beiden Ihre Karrierechancen beeinträchtigen könnte?
32:39Ja.
32:40Ja.
32:41Tauber war in Casanova.
32:44Es war nur eine Frage der Zeit, bis er sich für jemand anderes interessieren würde.
32:47Was denn?
32:48Was hätte das für Konsequenzen für mich?
32:51Herr Grabowski ist sehr ehrgeizig, wobei ich Ehrgeiz nicht als Makel darstellen möchte, aber Ehrgeiz hat auch seine Grenzen.
32:59Eines Tages stellte ich fest, dass er mich fotografierte.
33:02Treschei?
33:02Und wo?
33:05Das erste Mal fiel es mir auf, als ich aus dem Gerichtsgebäude kam.
33:09Da hatte ich mich gerade von meiner Frau scheiden lassen.
33:11Ja.
33:13Dann machte mir seine Frau erworsten.
33:16Und dass Ihre Frauenbegriff war, fremd zu gehen, das störte Sie nicht die Bohne, oder wie?
33:21Unangenehm ist so etwas immer.
33:23Aber wie gesagt, wir führen eine offene Beziehung.
33:28Was haben Sie denn so herausgefunden, lieber Herr Tauber?
33:31Nicht viel, ich war ja erst am Anfang.
33:34Bei 3000 Bildern waren Sie erst am Anfang.
33:37Ich bat Frau Grabowski, das Flirten zu unterlassen, und ich stellte Herrn Grabowski wegen seiner Fotografiererei zur Rede.
33:42Und?
33:44Zunächst stritt er es ab.
33:46Jedenfalls wurde ich ab da nicht mehr belästigt.
33:49Wo sind die Fotos jetzt?
33:52Ich habe ihn gezwungen, sie zu löschen.
33:55Und dann?
33:58Dann fiel mir auf, dass Frau Grabowski sich Herrn Tauber zuwandte.
34:03Ja, das stimmt. Wir führen eine offene Ehe.
34:06Und Ihr Mann hat Ihnen nicht erzählt, dass er Herrn Tauber beschattet hat?
34:09Nein, das habe ich erst gestern von ihm erfahren.
34:12Nachdem bekannt wurde, dass Sie und Herr Tauber zusammen waren?
34:15Ja.
34:19Sie nehmen mir das nicht ab?
34:21Nein.
34:22Das widerspricht Ihrer gängigen Vorstellung von Beziehung.
34:25Nein, das widerspricht meiner Erfahrung.
34:27Ich glaube, dass Sie Ihren Mann decken wollen.
34:31Überlegen Sie doch mal.
34:33Sie sagten mir, dass Herr Tauber an Herzversagen starb,
34:35weil ihm falsche Tabletten untergeschoben wurden, richtig?
34:38Ja.
34:40Würde so ein eifersüchtiger Ehemann vorgehen?
34:42So umständlich?
34:44So unsicher?
34:46Das müsste doch Ihrer Erfahrung widersprechen.
34:52Sie können jetzt gehen.
34:56Mit meinem Mann?
34:58Bitte.
34:59Bitte.
35:04Also, dass Herr Kapowski den Tauber beschattet hat
35:07und nicht seine Frau spricht für seine Erklärung.
35:09Ja, aber irgendwas passt da nicht.
35:12Objektiv nicht oder Ihnen nicht?
35:14Ach, Herr Lindh, Herr Hansen hat angerufen.
35:17Er sitzt bereits im Flieger.
35:18Übermorgen wird er wieder hier sein.
35:20Sie sind also erlöst.
35:21Aber bis dahin, meine Herren, bin ich überzeugt,
35:23haben Sie den Fall bereits gelöst.
35:29Geheißte Fasanenleber auf Brockenlisspitzen,
35:31eingebettet in Kürbisperrier auf botanische Art.
35:34Jetzt schau, was ist denn das schon für einen Pseudoschmacher?
35:37Wenn es wenigstens wirklich feine Küche wäre.
35:39Das ist was Feins.
35:41Aber nichts für einen Panasen wie für dich.
35:42Geh, das klingt doch bloß wichtig.
35:44Ich habe wirklich hofft, dass auch der Joe einmal vernünftig wird
35:47und so etwas Feines wie eine gute, gefüllte Kopfschmacher zu schätzen weiß.
35:51Er ist eben genauso stur wie Sie.
35:52Das merke ich mir.
35:55Mei, was der Bauer kennt, das gibt es im Rosenbier.
35:58Weißt du was?
35:59Bringst mir einen Toast Hawaii.
36:02Oder besser zwei, weil die Portionsgrößen.
36:04Und ein Bier, das noch ein Bier erinnerte.
36:07Normales Bier gibt es in meinem Privatbestand und deshalb mit Aufpreis.
36:10Du, den leiste ich mir.
36:12Und du?
36:13Zwei Toast Hawaii und ein Bier mit Aufpreis.
36:16Verräter.
36:18Also die Krabowskis haben das gleiche Spiel schon mit Schellings probiert.
36:21Du hast dich nur, was dahintersteckt.
36:22Und das werde ich morgen schon rauskriegen.
36:25Ich glaube nicht, dass die beiden den Zaubergen grüßen haben.
36:28Ja, willkommen.
36:29Tinta.
36:30Bis kurz vor Ort, Mann.
36:31Na.
36:33Sind Sie vorabredet?
36:34Noch nicht.
36:36Entschuldigung.
36:40Ist das Zufall oder?
36:42Absicht.
36:43Essen wir zusammen.
36:44Gern.
36:48Sind Sie böse, wenn ich...
36:50Wie kommen wir dazusetzen?
36:51Ein Scherz.
36:54Jetzt können Sie den Lappling herbeizustauern und alleine essen.
36:58Und?
36:59Wann fährst du?
37:00Übermorgen, Anna.
37:01Kommt Herr Hansen wieder.
37:02Ach ja.
37:04Wie kommst du eigentlich mit ihm aus?
37:06Gut.
37:07Wieso?
37:08Nein, ich frage nur, weil...
37:09Weil?
37:10Ja, man hört so einiges.
37:12Was sagt denn Frau Stockel?
37:14Dass ihr euch permanent in den Haaren liegt.
37:17Permanent ist übertrieben.
37:18Ist doch schön, was ich liebte, es nickt sich.
37:22Sag mal, ich teile bei Eifersucht.
37:24Ach, Quatsch.
37:26Es wäre doch schön, wenn es bei einem von uns beiden klappen würde.
37:31Zwischen uns hätte es geklappt.
37:34Hast du schon bestellt?
37:36Äh, Toast Hawaii.
37:38Soll ich nochmal umbestellen?
37:39Ne, nehme ich auch.
37:40Sie können meine beiden haben.
37:42Tja, und das Bier kannst du wieder heute stellen.
37:44Ich habe eine Verabredung im Rosenthal.
37:51Ich will jetzt die Wahrheit hören.
37:55Das hat keinen Zweck mehr, Harjo.
37:57Wir müssen es ihm sagen.
37:58Ja.
38:00Also gut.
38:02Eigentlich habe ich es Ihnen ja schon gesagt.
38:04Ich wollte weiterkommen.
38:07Mit der Hilfe meiner Frau.
38:09Sie beide haben das geplant?
38:11Ja.
38:13Mir ist natürlich nicht verborgen geblieben,
38:15wie Schelling und Tauber meine Frau angesehen haben.
38:18Wir haben es dann zuerst bei Schelling versucht.
38:21Aber die ist nicht darauf angesprungen.
38:23Dann haben wir es bei Tauber probiert.
38:27Was haben Sie sich davon versprochen?
38:29Vorteile.
38:31Firmen interner Informationen,
38:33die für meine Karriere entscheidend sein könnten.
38:36Und, äh,
38:37ja, eine gewisse Bevorzugung.
38:40Und Sie haben sich dafür entspannen lassen?
38:43Man muss heute mehr tun für ein gutes Leben, Herr Lind.
38:48Hydrochlorothiazid.
38:49Hydrochlorothiazid.
38:50Faisatan.
38:53Metoprolosukinat.
38:54Hm.
38:55Hoffentlich findet die Ordnung los.
38:57Und, haben Sie irgendwelche Firmen interner erfahren?
39:03Das Tauber Schelling loswerden wollte.
39:06Warum das?
39:07Er traute ihm nicht mehr.
39:09Er befürchtete, dass Schelling eine Gefahr für ihn werden könnte.
39:12Wieso?
39:15Tauber hat mit Schellings Frau geschlafen.
39:20Meine Herren, ich glaube, ich hab da was.
39:23Schön, was denn?
39:24Herr Ordnung, bitte erlösen Sie.
39:27Hier.
39:28Ein Forschungslabor, das regelmäßig Herztabletten von Lothafarn bezieht,
39:32hat vor einem halben Jahr 10.000 Tabletten ohne Wirkstoff bestellt
39:36für einen medizinischen Doppelblindversuch.
39:38Lothafarn hat die Tabletten wie gewohnt hergestellt,
39:40nur eben dieses Mal ohne Wirkstoff.
39:42Verpackung, Versendung, alles gleich.
39:45Sehen Sie, hier gehen die Tabletten aus dem Lager.
39:48Ich hab bei dem Forschungslabor angerufen.
39:51Die haben nie so eine Bestellung aufgegeben
39:52und die Tabletten sind auch nie dort angekommen.
39:55Und wie hat die Bestellung gearbeitet?
40:10Grüß Gott.
40:12Herr Schelling, Sie sind vor allem festgenommen,
40:14wegen des Deringens den Tatvertrags Lothar Tauber ermordet zu haben.
40:17Ich darf meinen Anwalt anrufen.
40:19Dürfen Sie.
40:21Nur zu Ihrer Informationen, wir lassen auch gerade Ihr Haus durchsuchen.
40:24Und hat Sie schon was gefunden?
40:25Durchaus.
40:26Eine Palette mit Herztabletten.
40:28Und zwar genau solche, wie sie auch Herr Tauber genommen hat.
40:30Ich bin sicher, die Untersuchung wird zeigen, dass Sie ohne Wirkstoff sind.
40:34Dr. Grandauer, Herr Schelling hier.
40:36Ich benötige Ihren Beistand.
40:38Kommen Sie bitte in die Firma.
40:39Besser ins Kommissariat.
40:41Oder besser ins Kommissariat.
40:42Kommen Sie mal, was war eigentlich Ihr Motiv?
40:45Dass der Herr Tauber ja eh zerstört hat, oder dass er Sie observieren wollte?
40:49Beides.
40:50Da haben Sie ihn observiert.
40:52Mord auf Raten.
40:54Wie haben Sie es eigentlich geschafft, Herrn Tauber die Placebos unterzuschieben?
40:58Ich wusste, dass er immer am Monatsanfang seine Tabletten bekommt.
41:01Die habe ich abgefangen und ausgetauscht.
41:03Schlau.
41:04Zwar wussten Sie nicht, wann der Exitus eintreten wird, aber das ist früher oder später passiert.
41:09Das weiß ich.
41:10Und ausgeschaltet ist wie ein ganz normaler Herzinfarkt.
41:12Und keiner wäre auf die Idee gekommen, sich die Tabletten anzuschauen.
41:15Eigentlich perfekt.
41:18Pech war nur, dass der Herr Tauber unter so merkwürdigen Umständen gestorben ist, dass wir Nachforschungen anstellen mussten.
41:23Tja.
41:24Michi, abfüllen.
41:26Herr Schelling, wenn Sie bitte mitkommen möchten.
41:32Ja, und Pech war auch, dass ich an zwei so aufgewirkte Kommissare wie Sie geraten bin.
41:37Wir pflegen eben auch einen ergebnisorientierten Kommunikationsstil.
41:41Hm.
41:43Ab und zu.
41:43Vielen Dank.
41:46Vielen Dank.
41:47Vielen Dank.