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Tritt Kanada der EU bei? Kanada und die Europäische Union nähern sich gerade wieder an. Vor allem der Mann im Weißen Haus hat daran seinen Anteil, der ja gerade bei jeder Gelegenheit nach seinen nördliche Nachbarn schlägt und einen Handelsstreit nach dem anderen vom Zaun bricht. Auch einigt Europa und Kanada eine gemeinsame Werte- und Sicherheitspolitik. Wir stellen daher heute die Frage, ob Kanada tatsächlich der EU beitreten könnte und wenn nicht, welche alternativen Modelle es geben könnte.
Foto: AFP, Flagge Ki Grafik
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NewsTranskript
00:00Sollte Kanada der EU beitreten? Die Union und Kanada nähern sich zumindest derzeit wieder an.
00:05Und gemeinsame Gegner gibt es ja so einige. Das seien beispielsweise die USA, Russland, aber auch China.
00:13Welche Chancen, aber auch welche Hürden in einer engeren Zusammenarbeit stecken und ob das wohl die letzte Allianz des Freien
00:19Westens sein könnte, darüber sprechen wir heute.
00:21Ich bin Daniel Retschitz-Ecker, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast der Standards.
00:30Erik Freierleiter und der Redakteur beim Standard heute hier im Podcast.
00:33Erik, werden aus 27, möglicherweise bald 28, könnte Kanada tatsächlich der EU beitreten?
00:41Also nein, Kanada wird sicher nicht ein EU-Mitglied werden. Das ist allein schon geografisch ein bisschen schwer.
00:48Da wäre es schon wahrscheinlicher, dass Kanada der 51. Bundesstaat der USA wird, so wie das Donald Trump ja seit
00:54langem fordert.
00:56Aber auch das ist sehr unwahrscheinlich. Kanada ist einfach ein Land, das sich seiner Eigenständigkeit sehr bewusst ist.
01:04Nationale Identität in Kanada und die ist ja kompliziert, weil es gibt ja ein riesiges Land.
01:09Es gibt ja sehr unterschiedliche Lebensformen zwischen den großen Städten, zwischen dem großen Westen, dem Westen, der viel dünner besiedelt
01:19ist.
01:19Vancouver, das schon sehr stark asiatisch geprägt ist. Montreal und Quebec, wo französisch die Sprache ist.
01:26Aber was bringt die Kanadier eigentlich alles zusammen?
01:29Das ist das Bewusstsein, wir sind nicht US-Amerikaner.
01:33Wir sind etwas anderes.
01:34Und das ist ja zum Teil auch das, was Trump eigentlich so irritiert und ihn so aggressiv gegenüber diesem eigentlich
01:40sehr friedlichen Land, Nachbarland macht.
01:43Also deswegen, Kanada wird weder den USA beitreten, noch wird es der EU beitreten.
01:49Aber angesichts der jetzigen Situation, wo sich Kanada so massiv unter Druck sieht von der Trump-Regierung,
01:57ist das, was ohnehin schon seit einigen Jahren, seit einem Jahrzehnt im Gange ist,
02:01nämlich ein Versuch, vor allem die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Kanada und der EU zu verstärken, bekommt er neuen Auftrieb.
02:10Jetzt stellt sich aber die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch hin zu ihrer großen Rede
02:16und spricht davon, dass Kanada ein sogenanntes assoziiertes Mitglied der EU werden soll.
02:23Was ist das genau und wo würde da der Unterschied liegen zu einer tatsächlichen Vollmitgliedschaft?
02:28Also es gibt bisher noch kein assoziiertes Mitglied.
02:32Dadurch gibt es auch keine Definition davon.
02:34Genau, es ist ein neuer Begriff.
02:37Oder eine neue Vorstellung.
02:39Es gab schon verschiedene Vorstellungen, als Großbritannien ausgetreten ist, hat man auch gesagt,
02:43naja, vielleicht könnten wir assoziiert bleiben.
02:47Wollte die damaligen britischen Regierungen nicht.
02:51Es gibt ja verschiedene Assoziierungsabkommen auch der EU mit verschiedenen Ländern.
02:56Es gibt auch ein Beispiel, zum Beispiel mit Israel gibt es relativ enge Beziehungen,
03:01vor allem im Bereich Wissenschaft, Forschung und da, die über die normalen Drittstaatenbeziehungen hinausgehen.
03:09Also da gibt es sicher absolut Möglichkeiten, dass man die jetzigen Beziehungen, die ja eigentlich nur auf zwei Säulen beruhen.
03:19Das eine ist, dass die meisten EU-Staaten auch NATO-Mitglied sind, so wie Kanada.
03:25Also da gibt es auf der Verteidigung schon eine enge Zusammenarbeit, aber nicht mit der EU, sondern innerhalb der NATO,
03:32mit den verschiedenen Mitgliedstaaten.
03:34Und es gibt ein Handelsabkommen seit neun Jahren, CETA genannt, das zum Großteil, aber nicht komplett in Kraft ist.
03:42Und auf dem lässt sich einiges auch aufbauen.
03:45Da ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
03:49Und das lässt, kann man dann assoziierte Mitgliedschaft nennen, wenn man es will.
03:54Warum würde man es so nennen wollen?
03:55Eigentlich vor allem, um den USA, der Trump-Regierung, so eine Art von Signal zu schicken.
04:02Hallo, wenn du deine Nachbarn, wenn ihr euren Nachbarn so behandelt, praktisch in einer Art schon Wirtschaftskrieg gegen sie eröffnet,
04:12dann stehen wir Europa, die ja auch von den USA massiv unter Druck stehen, bereit, dann schließen wir uns zusammen.
04:18Ein bisschen auch gegen euch.
04:20Aber ist das so vergleichbar eventuell mit dem Status, den beispielsweise die Schweiz hat oder Norwegen?
04:26Also keine dezidierten EU-Mitglieder, aber man erkennt sehr viele Regeln gegenseitig an beispielsweise.
04:32Auch das ist nicht wirklich vorstellbar.
04:33Aber ich glaube, dazu sind die Märkte auch zu unterschiedlich.
04:36Und Norwegen ist ja ein Teil des europäischen Wirtschaftsraumes, de facto des Binnenmarktes.
04:43Die Schweiz ist das zwar nicht, aber hat über die bilateralen Verträge versucht,
04:47sehr vieles sich da gegenseitig anzuerkennen und sehr nahe zu kommen.
04:56Beide Länder sind ja auch Teil des Schengen-Abkommens.
05:00Und ja, es wäre vorstellbar, dass man sagt, wenn ein Flugzeug aus Toronto dann in Paris landet,
05:08gibt es keine Passkontrolle mehr.
05:10Solche Sachen wären vielleicht möglich, dass man da eine Art von so Luftschengen schafft.
05:15Aber sehr viel würde das ja auch nicht wirklich verändern.
05:18Also wirklich, ich glaube, da gibt es mit diesen europäischen verschiedenen Formen der Annäherungen der EU,
05:27wird das kaum vergleichbar sein. Dazu sind die Distanzen zu groß und auch, glaube ich, die Interessen auch zum Teil
05:34auch zu unterschiedlich.
05:35Erik, jetzt haben wir schon besprochen, dass Kanada nicht unbedingt als Nachbarstaat der EU möglicherweise durchgeht.
05:42Dafür ist der Atlantik vielleicht doch etwas zu breit.
05:45Ich habe vorhin nachgesehen, wenn wir beide jetzt nach Toronto fliegen wollen würden,
05:48Non-Stop-Flug sind es von Wien neun Stunden.
05:50Das heißt, es ist ein bisschen Zeit.
05:52Jetzt hast du vorher schon angesprochen und kurz skizziert, warum es diese Annäherung gibt.
05:57Aber gehen wir dann nochmal ins Detail.
05:58Warum sucht man sich von Seiten der kanadischen Regierung und auch von Seiten der EU-Kommission
06:03jetzt einen Verbündeten, der relativ weit weg liegt?
06:06Naja, man liegt geografisch relativ weit weg.
06:09Aber wenn sich die Europäer überlegen, welche Länder außerhalb ihres Kontinents sind eigentlich den europäischen
06:19und vor allem den westeuropäischen Staaten ähnlich, ja dann kommt man sehr schnell auf Kanada.
06:24Das andere Land, das irgendwie sich auch so ein bisschen ähnlich wäre,
06:30weil es auch von europäischen Siedlern besiedelt wurde, ist Australien.
06:34Das ist noch weiter weg.
06:35Also wirtschaftlich, kulturell, technologisch, im Lebensstandard und so sind die beiden,
06:44also Europa und Kanada sind eigentlich doch relativ eng verbunden.
06:47Und wenn man dann plötzlich, es war immer eigentlich, war die Nähe und die Verbindung zur USA
06:54das noch viel Wichtigere für die Europäer.
06:57Aber da das jetzt so brüchig wird, ist plötzlich Kanada ein interessanter Partner,
07:03wenn es auch darum geht, dass man sagt, naja, mit den USA können wir jetzt im Augenblick nicht so gut.
07:09Die verwenden hier das, was jahrzehntelang eigentlich die Grundlage unseres Verhältnisses war,
07:15der freie Handel, die verwenden das jetzt als Waffe gegen uns.
07:19Was die Kanadier jetzt noch mehr spüren, nachdem ja Trump hier massive Zölle gegen Kanada ausgesprochen hat
07:27und jetzt sogar damit droht, dass er ganze wichtige Produkte, Produktbereiche überhaupt boykottiert
07:35und gar nicht mehr zulässt, dass die in die USA kommen, inklusive der sehr beliebten Bombardier mittelgroßen Flugzeuge.
07:45Und dadurch ist plötzlich auch einfach aus strategischen Gründen, sagt man, naja, versuchen wir die Länder,
07:53die eigentlich immer ein Teil der westlichen Allianz waren und sind, aber jetzt von Trump auf diese Weise behandelt werden,
07:59versuchen wir näher zusammenzurücken.
08:01Wir haben ja ohnehin genügend Ähnlichkeiten.
08:04Und diese Ähnlichkeiten gehen ja noch ein bisschen weiter.
08:07Kanada ist ein bisschen das europäischste Land am amerikanischen Kontinent.
08:14Es ist das Land, das eine staatliche Gesundheitsversorgung hat,
08:21so ähnlich wie es eigentlich alle europäischen Staaten haben, die USA aber nicht.
08:25Es hat ein gewisses Bildungssystem, andere Bereiche, Sozialsystem,
08:30sind alle zum Teil ähnlicher dem, was man auch in Kontinentaleuropa findet
08:36oder auch in Großbritannien, als unbedingt in den USA.
08:40Und dadurch sind auch hier Möglichkeiten, dass man sich hier auch findet.
08:46Und vergessen wir nicht, der Premierminister von Kanada, Mark Carney,
08:50in einer früheren Zeit war er der Präsident der Notenbank von Großbritannien.
08:56Das heißt, er war in Europa, er kennt Europa unglaublich gut,
09:00er sieht sich auch teils ein wenig auch als Europäer
09:03und auch dadurch entsteht hier auch eine gewisse Nähe,
09:08wo sich hier noch Möglichkeiten gibt, auch noch leichter näher zusammenzurücken.
09:14Reden wir vielleicht aber auch ganz kurz über die Verbindung,
09:16bevor wir dann quasi über den Jetzt-Zustand reden
09:20und die vielen Probleme, die es zwischen den USA und Kanada gibt.
09:24Aber historisch gesprochen, die beiden Länder sind sich ja sehr nahe,
09:27ich meine, sie teilen sich eine sehr lange Grenze miteinander.
09:29Sie haben auch oft zusammengearbeitet.
09:30Man vergisst beispielsweise recht gerne, wie viele kanadische Soldaten
09:33im Zweiten Weltkrieg auf Seiten der Alliierten gekämpft haben.
09:35Da wird gerne nur von den Amerikanern gesprochen.
09:37Aber was verbindet diese Länder oder was hat sie verbunden?
09:40Naja, Kanada hat ja diese unglaublich lange Grenze mit den USA.
09:46Es ist ein bisschen ein Verhältnis, könnte man sagen,
09:49natürlich anders historisch entstanden,
09:51so wie zwischen Österreich und Deutschland.
09:53Zum Großteil die gleiche Sprache, eine ähnliche Kultur, eine ähnliche Lebensart.
09:59Aber zum Beispiel in gewissen Sportarten sind es gemeinsame Ligen zwischen Kanada und den USA.
10:08Also es sind wirklich Sachen, wo sie sehr, sehr eng sind.
10:11Die Universitäten in Toronto und so und auch in Montreal mit den amerikanischen,
10:19eine ganz, ganz enge Verflechtung.
10:21Und die Wirtschaft ist ganz eng verflochten.
10:24Also es gibt zwar, zum Teil sind die Verkehrswege zwischen Kanada und den USA
10:29gar nicht so gut, wie man es eigentlich erwarten würde,
10:32weil es fehlt auch an Brücken oder jetzt gerade wurde erst eine neue Brücke,
10:35erst eröffnet eine ganz wichtige.
10:37Aber die Lieferketten zwischen Kanada und den USA,
10:40sowohl wenn, ob es um Energie- oder Industrieprodukte,
10:43aber auch im Finanzwesen und überall sind ganz, ganz eng.
10:48Und gleichzeitig aber, wie ich gesagt habe,
10:50für die Kanadier war es immer wichtig zu sagen, wir sind anders.
10:54Die Amerikaner haben das immer ein bisschen ignoriert.
10:56Für die war Kanada so eigentlich eine Art von Anhängsel.
10:59Und ich habe, als ich in den 1980er Jahren Student in den USA war,
11:04hatte ich einen kanadischen Freund,
11:06mit dem ich damals auch auf der Uni-Zeitung zusammengearbeitet habe.
11:09Und wir haben uns oft darüber ausgetauscht,
11:11wie ähnlich eigentlich das Gefühl ist von ihm,
11:15von den Amerikanern als nicht als Ausländer wahrgenommen zu werden
11:20oder als jemand, der ein bisschen anders ist.
11:22Und wie ähnlich das auch zwischen Österreichern und Deutschen ist,
11:25wo die Deutschen auch immer das Gefühl haben,
11:26naja, Österreich gehört ja eh eigentlich zu uns.
11:31Historisch ein bisschen problematisch.
11:32Historisch natürlich problematisch.
11:34Diese Erfahrung hat Kanada zum Glück noch nicht gehabt.
11:37Also auch wenn, und das ist wiederum ganz interessant,
11:40wenn man sich so überlegt,
11:41diese Annexionsforderungen,
11:46die jetzt Trump sofort aufgestellt hat,
11:50nachdem er ins Weiße Haus eingezogen ist,
11:52und jetzt verbunden mit starken Wirtschafts- und Handelsrepressalien,
11:58ist etwas, und ich will den Vergleich jetzt nicht zu weit ziehen,
12:00aber etwas, was Österreich 1933 genauso erlebt hat,
12:05als Hitler zuerst erklärt hat, dass er an die Macht kam,
12:08ich möchte den Anschluss an Österreich,
12:11und dann innerhalb von Monaten die sogenannte 1000-Marktsperre verhängt hat,
12:15wo deutsche Touristen sehr viel Geld deponieren mussten,
12:20bevor sie nach Österreich auf Urlaub fahren konnten.
12:24Also da gibt es eine Erfahrung von kleinen Ländern,
12:29und Kanada ist bevölkerungsmäßig in einem ähnlichen Verhältnis
12:33wie Österreich zu Deutschland,
12:36wo man dann sagt,
12:37Naja, ich weiß, der Große findet eigentlich,
12:41der Unterschied ist nicht da,
12:42oder gehört eigentlich weg,
12:44aber wir werden darauf bestehen,
12:47dass wir anders und selbstständig sind.
12:49Ich verstehe es trotzdem noch nicht so ganz, Erik,
12:51warum Donald Trump Kanada derzeit so am Kicker hat.
12:54Eben, du hast schon diese Übernahmefantasien von ihm angesprochen,
12:57und jetzt auch eben dieser Handelsstreit.
13:00Vielleicht noch einmal,
13:01warum schießt er sich so dermaßen auf seinen eigentlicher
13:04sehr freundlich gesinnten Nachbarn ein?
13:05Ja, das versteht niemand.
13:06Also von allen Pathologien,
13:10die da eigentlich jetzt im Weißen Haus herumschwirren,
13:12ist dieser, und man kann wirklich sagen,
13:14Hass auf Kanada ein ganz besonders starker und seltsamer.
13:21Meine Erklärung ist genau,
13:24dass Kanada, indem es eine Art von liberalem,
13:29vielleicht kann man sogar sagen woken Gegenmodell
13:32zu dem republikanischen Mager-Amerika ist,
13:37ihn dort ganz besonders irritiert.
13:40Und da diese geografische Nähe auch dazu führt,
13:46dass Trump das besonders nicht aushält,
13:48dass da ein Land so nahe liegt und eigentlich zeigt,
13:52dass man es auch anders machen kann,
13:54dass man ein Sozialsystem haben kann,
13:56dass man auch weiterhin eine, doch eine halbwegs liberale,
13:59zumindest eine kluge Einwanderungspolitik führt,
14:03dass man ein gewisses Sozialsystem hat,
14:08auch eine kulturelle Vielfalt,
14:09auch aufgrund der französisch sprechenden Minderheit in Quebec.
14:15Ja, andere Erklärungen habe ich dafür eigentlich nicht.
14:20Die Wirtschaft, die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Staaten
14:25sind ja ganz interessant.
14:27Trump spricht ständig davon,
14:29vom riesigen Außenhandelsdefizit,
14:32das die USA gegenüber Kanada haben.
14:36Allerdings betrifft das immer nur die Waren.
14:39Wenn es um Dienstleistungen geht,
14:40und die sind inzwischen ja in der modernen Wirtschaft genauso wichtig,
14:45dort hat Kanada das Defizit und die USA den Überschuss.
14:50Und das war ganz interessant,
14:52noch in der ersten Amtszeit gab es ein Treffen
14:55zwischen Trump und dem damaligen Premier Justin Trudeau,
15:01wo sie darüber geredet haben,
15:03über die Handelsbeziehungen,
15:04und Trump hat dauernd vom eigenen Defizit geredet
15:07und Trudeau hat vom kanadischen Defizit geredet
15:11und haben gesagt, Moment einmal, was ist da eigentlich los?
15:14Und sie haben es einfach anders definiert,
15:15wobei ich sagen muss,
15:17in dem Fall haben die Kanadier recht,
15:19weil man die Dienstleistungen genauso dazu zählen muss.
15:22Und amerikanische Banken haben zum Beispiel
15:24sehr große Geschäftsfelder in Kanada
15:26und viele andere Bereiche,
15:28inklusive Hollywood-Filme und alles andere,
15:31was die Amerikaner produzieren
15:34und nach Kanada exportieren,
15:35ist auch sehr, sehr viel wert
15:38und gleicht das aus, was die Kanadier verkaufen.
15:41Das sind LKWs und Flugzeuge
15:43und auch sehr viel Energie und andere Rohstoffe.
15:47Es klingt ein bisschen so,
15:48und korrigiere mich da gerne,
15:50dass diese Wut von Donald Trump auf Kanada
15:53irgendwo daher rührt,
15:55dass Kanada einfach womöglich das bessere Land ist.
15:59Also es klingt jetzt absurd zum Leben,
16:00aber ich meine, die Lebenserwartung ist höher,
16:01es gibt ein Gesundheitssystem,
16:03das Bildungssystem,
16:04es gibt solche Dinge wie,
16:07weiß ich nicht,
16:09Schusswaffenverletzungen oder Tote dadurch,
16:10einfach aufgrund des steringeren Waffengesetzes.
16:12Also eben wie du gesagt hast,
16:13es ist einfach ein bisschen europäischer
16:14und da muss man jetzt draufhauen.
16:16Es ist das kleine Europa in der Nähe
16:18und auf das haut man ordentlich drauf.
16:20Okay.
16:21Jetzt hat eben dieses Verhalten von Donald Trump
16:24dazu geführt,
16:24dass man sich mit diesem Nachbarn
16:26nicht mehr so gut versteht
16:27und eben in Richtung EU annähert.
16:29Aber wie stark oder wie viel Potenzial
16:31siehst du in einer unter Anführungszeichen
16:33Allianz EU-Kanada?
16:34Denn international steht ja die freie westliche Welt
16:38stark unter Druck
16:38und zumindest die EU und Kanada
16:41halten das ja weiterhin aufrecht.
16:42Ja, also es geht hier einfach um zum Teil
16:45um eine symbolische
16:47oder eine von der grundsatzpolitische Einstellung.
16:51Wir, die EU und Kanada und auch Australien
16:55und wahrscheinlich auch Japan und Südkorea,
16:58das sind die anderen westlichen,
17:02also westlichen oder westlich orientierten Industriestaaten,
17:05reiche Staaten.
17:07Wir halten uns auch,
17:10wir halten doch die regelbasierte Weltordnung,
17:13Wirtschaftsordnung halten die aufrecht.
17:14Wir unterstützen die UNO,
17:16wir unterstützen die Welthandelsorganisation,
17:19wir versuchen gemeinsam den Klimawandel zu bekämpfen.
17:23Also da ist diese Allianz,
17:26dieser Ziele hier, glaube ich,
17:28ist einmal ganz wichtig,
17:29dass die Staaten sagen,
17:30wir halten hier zusammen.
17:33Und es gibt vielleicht noch einen Bereich
17:34und da geht es auch um China.
17:36China, das ja eine wirtschaftliche Herausforderung
17:40für alle stellt.
17:42Und da ist jetzt die USA,
17:43sind hier völlig unberechenbar geworden,
17:45weil Trump einmal einen Tag so
17:47und dann den nächsten Tag anders wieder redet.
17:49Kanada hat,
17:50nachdem der Handelskrieg mit den USA
17:52so wirklich eskaliert ist,
17:55hat Kanada ein besonders enges Handelsabkommen
17:59oder Wirtschaftsabkommen mit China geschlossen,
18:01was auch ein bisschen umstritten war,
18:02ob sie sich hier nicht zu sehr
18:04auch den Chinesen ausliefern.
18:05Aber wenn die Kanadier mit den Europäern
18:08gemeinsam eine Linie finden würden,
18:10wie man mit chinesischen,
18:11mit dieser unglaublichen Export,
18:13mit dem Exportdruck umgehen kann,
18:15haben sie auch eine bessere Verhandlungsposition.
18:17Gut, der eigene Nachbar will einen nicht mehr,
18:19man richtet sich jetzt eben in Richtung EU,
18:21aber wie könnte diese vertiefte Zusammenarbeit,
18:23auch wenn man es schon mal skizziert hat,
18:24wenn man vielleicht nochmal jetzt genau aussehen?
18:26Ja, zum Beispiel,
18:27es gibt so Bereiche,
18:29wo man die Beziehungen vertiefen könnte.
18:32Das ist in der Wissenschaft,
18:35in der Forschung,
18:36auch wenn es um die ganze Forschungsförderung geht.
18:40Es ginge auch zum Beispiel,
18:42wenn es um das,
18:42ich hätte so eine Idee,
18:44warum kann man nicht das europäische Erasmus-Programm,
18:47wo Studierende in ein anderes Land gehen,
18:49das könnte man ja relativ leicht auf Kanada ausdehnen.
18:51Ich glaube, das wäre sehr attraktiv
18:53und genauso umgekehrt.
18:54Also das sind so die Bereiche,
18:56die glaube ich sehr praktisch sind,
18:57wie man sagt,
18:58so die niedrig hängenden Früchte,
19:00die man relativ leicht holen könnte.
19:01Ein schwieriges Thema wird sein,
19:04politisch schwierig ist,
19:05dass dieser Handelsvertrag,
19:07CETA-Vertrag,
19:08der wurde ja nur zum Teil in Kraft gesetzt,
19:10also der Bereich,
19:11der keine Einstimmigkeit erfordert.
19:16Es gibt einen zweiten Teil dieses Vertrages
19:18und das ist der Investitionsschutz.
19:21Und der ja in Europa auch sehr umstritten ist,
19:24weil man dort statt,
19:25weil man, wenn es einen Streit zwischen Unternehmen
19:29und einer Regierung gibt,
19:31es dann die Möglichkeit geboten wird,
19:33dass man nicht vor das nationale Gericht des Landes ziehen muss,
19:38wo viele das Gefühl haben,
19:39dort werden sie ja als Ausländer
19:41dann eigentlich schon einmal schlecht behandelt
19:43oder haben keine Chance,
19:45Recht zu bekommen,
19:46sondern vor sogenannten Schiedsgerichte,
19:49also eine Art von privater Justiz.
19:52Und dieses Thema,
19:54das schon zwischen,
19:55das damals bei dem TTIP-Abkommen,
19:57das damals auch fallen gelassen wurde,
19:58wahrscheinlich zum Großteil über dieses Thema
20:01zwischen USA und Europa,
20:03das zu Fall gebracht hat,
20:05diesen Versuch,
20:06dort ein starkes Abkommen zu schließen,
20:09wurde dann bei CETA ganz bewusst ausgeklammert
20:12und ist bis heute noch nicht in Kraft getreten.
20:15Ich befürchte,
20:17selbst wenn jetzt die Kommission sagt,
20:19jetzt versuchen wir CETA zu vervollständigen,
20:21auch das wird nicht so leicht sein,
20:23weil es irgendwo in gewissen europäischen Staaten
20:25dagegen Widerstand geben wird.
20:27Also das,
20:27was am logischsten wäre,
20:31zu erfüllen,
20:32um hier einen schon bestehenden Rahmen
20:35hier auch wirklich zu vervollständigen
20:38und endgültig zu schaffen,
20:41das könnte auch an innereuropäischen Konflikten dann scheitern.
20:44Erik,
20:45ich bin ein bisschen enttäuscht von dir,
20:46du hast nämlich den wichtigsten Punkt
20:48der europäischen Integration zu Kanada jetzt vergessen.
20:52Was ist der wichtigste Punkt?
20:54Kanada wird beim Song Contest dabei sein.
20:57Das ist nämlich ebenfalls vor ein paar Monaten verkündet worden.
20:59Das ist ganz recht.
21:00Das habe ich ja schon beschrieben.
21:01Habe ich ja schon erwähnt.
21:04Natürlich nur ein symbolischer Akt,
21:05aber passt irgendwie in diesem Fall ganz gut rein.
21:07Nein, nein, du hast absolut recht.
21:08Das ist genau die Sache.
21:10Nachdem,
21:12und was wir schon im nächsten Jahr erleben werden,
21:15ist, dass in Bulgarien,
21:17wo dann der nächste Europäische Song Contest stattfindet,
21:20dass dort nicht nur Australien dabei sein wird,
21:23dass er schon seit vielen Jahren daran teilnimmt,
21:26sondern erstmals auch Kanada.
21:27Genau.
21:28Und das wird sicher Leuten davon zu Bewusstsein bringen,
21:31dass hier Kanada
21:32ein sehr wohl auch ein Teil
21:34eines europäischen Kulturraumes ist.
21:36Das ist eine schöne Formulierung.
21:38Ich glaube, Kulturraum, das passt sehr gut.
21:40Erik,
21:40jetzt haben wir,
21:41hast du Kinder schon angesprochen,
21:43und ich würde da auch gerne nochmal
21:44auf Ursula von der Leyen zu sprechen kommen.
21:46Die hat ja eben am Mittwoch
21:47ihre Rede zur Lage der Union gehalten
21:50und da spricht sie auch
21:52dieses extreme Handelsdefizit an,
21:54das du vorher schon skizziert hast.
21:55Und ich würde dir da gerne was zitieren,
21:57was sie nämlich gesagt hat.
21:59Manche sagen,
22:00Moment,
22:00manche sagen,
22:01der zweite China-Schock steht bevor,
22:03aber er ist bereits da.
22:05Er zeigt sich in unseren Gemeinden
22:07und Fabriken in der gesamten Union.
22:09Wie würdest du das einordnen?
22:11Geht Europa jetzt auf Handelskonfrontationskurs
22:14mit China?
22:16Europa ist schon seit vielen, vielen Jahren
22:18verfolgt eine gemischte Strategie,
22:21Kooperation und Konfrontation,
22:24aber wobei lange Zeit immer noch
22:26die Kooperation im Vordergrund stand,
22:28auch weil viele europäische Konzerne,
22:31zum Beispiel die deutsche Automobilindustrie,
22:34in China sehr gute Geschäfte gemacht haben.
22:36Jetzt sind zwei Sachen passiert
22:38die letzten Jahre.
22:39Erstens einmal,
22:40die chinesische Wirtschaft schwächelt.
22:44Die Binnennachfrage wird immer schwächer.
22:46Das heißt,
22:47immer weniger europäische Produkte
22:50lassen sich dort verkaufen,
22:52weil die Leute das Geld nicht haben
22:53oder es auf die Seite legen und sparen.
22:56Und gleichzeitig hat China,
22:58um die eigene Wirtschaft anzukurbeln,
23:00versuchen sie diese Exportstrategie,
23:03die sie ja schon seit Jahrzehnten verfolgen,
23:05und wo sie immer schon gewusst haben,
23:07das müssten sie eigentlich einmal wieder zurückfahren
23:09und doch eine stärkere Binnennachfrage ersetzen.
23:13Stattdessen tun sie jetzt noch einmal noch stärker
23:15in die Exporte hineingehen.
23:17Und dazu kommt noch die Handelsstranken in den USA.
23:20Bisher waren die USA der wichtigste Abnehmer
23:23chinesischer Produkte.
23:25Und seit Trump da vieles geschlossen hat
23:28oder schwieriger macht,
23:29durch die Zölle in den USA zu verkaufen,
23:32kommen noch mehr Produkte in den europäischen Raum hinein.
23:35Und ja, auch wenn davon europäische Konsumenten
23:39ja profitieren,
23:40und da sieht man ja daran,
23:41wie viel da zum Beispiel online,
23:44in diesen Online-Händlern auch gekauft wird,
23:48für ganz bestimmte Industrien
23:50und auch für Regionen,
23:52für gewisse Städte,
23:53die halt sehr stark von diesen Industrien abhängig sind.
23:56Und da ist wiederum die Automobilindustrie
23:57in Deutschland und indirekt dann auch
24:00die Zulieferindustrie in Österreich
24:02ganz stark getroffen.
24:04Für die ist das ein tatsächlicher Schock.
24:06Etwas, womit Länder auch politisch
24:10und gesellschaftlich nicht umgehen können.
24:12Und da ist logisch die erste Reaktion,
24:14wir versuchen diese Welle,
24:18diesen Ansturm von chinesischen Produkten,
24:21die da kommen,
24:22zumindest zu bremsen,
24:23damit wir eine Chance haben,
24:25hier auch mit denen besser in Zukunft
24:27auch im Wettbewerb zu treten
24:29und uns auch daran anzupassen.
24:34Ob das eine kluge Strategie ist,
24:36darüber wird heftig diskutiert.
24:37Es gibt auch genügend Stimmen,
24:39die sagen, das bringt nichts,
24:41dass man sich versucht,
24:42hier abzuschotten.
24:43Zum Beispiel war vor,
24:45und das ist schon einige Jahre her,
24:49gab es damals,
24:50ich glaube in den 2000en,
24:53sind die Chinesen
24:54mit ihren Solarpanelen gekommen,
24:56die deutlich billiger waren
24:57als die, die in Europa produziert wurden.
25:00Die europäische Solarpanelindustrie
25:03hat Schutzzölle verlangt,
25:05haben es dann nicht wirklich bekommen,
25:07obwohl das schon sehr nah dran war.
25:09Und heute muss man sagen,
25:11ohne diese billigen chinesischen Solarpanelen
25:13wäre die Solarenergie nicht so günstig,
25:17dann wäre die ganze Klimapolitik,
25:18die wir jetzt doch,
25:19das was wir erreicht haben,
25:20nicht möglich gewesen.
25:21Und das gleiche wird letztlich
25:23bei den E-Autos auch so sein.
25:25Wir brauchen die Umstellung
25:26von den Verbrennern zu den E-Autos.
25:30Die Leute wollen gerne zum Beispiel
25:32auch die BIDs und so kaufen,
25:34weil die qualitativ gut sind
25:36und günstiger sind.
25:37Aber wenn man die jetzt heraus,
25:39aus dem Markt heraushält,
25:40um die deutschen oder französischen
25:44Automobilhersteller zu schützen,
25:46dann wird diese Umstellung
25:47auf die E-Mobilität,
25:49die wir so dringend brauchen,
25:50wahrscheinlich viel langsamer gehen.
25:52Und es gibt wahrscheinlich auch keinen Anlass
25:54der europäischen Autohersteller
25:55dann tatsächlich ebenfalls
25:56in die Technologieoffensive zu gehen,
25:58also geschützte Werkstätten in Europa.
26:00Ja, also es ist schon,
26:00Sie sagen,
26:01wir brauchen einfach mehr Zeit,
26:02es hat keinen Sinn,
26:03wenn wir da innerhalb von Monaten
26:05unseren ganzen Markt verlieren,
26:06dann gehen wir pleite.
26:07Davon hat man auch nichts.
26:09Die Frage ist immer,
26:10wird diese Zeit richtig genutzt
26:11oder wird sie einfach nur dazu verwendet,
26:13dass man weiter so macht,
26:14wie bisher in der Erwartung,
26:16dass der Schutz erhalten bleibt.
26:17Gut, meine Meinung dazu behalte ich jetzt für mich,
26:20weil ich kann mir vorstellen,
26:21wie tatsächlich die Strategie dann aussieht.
26:23Aber wie soll da jetzt Kanada ins Spiel kommen?
26:26Sollen jetzt, keine Ahnung,
26:28mehr VWs in Toronto auf den Straßen fahren?
26:30Oder wie können wir uns das vorstellen?
26:31Ich glaube,
26:32zwischen die Handels,
26:35auch durch das CETA-Abkommen,
26:37sind die Zölle zwischen der EU und Kanada
26:41sind sehr niedrig
26:41und die Handelsbeziehungen sind so eng,
26:43wie es nur geht.
26:47Kanada könnte
26:51verschiedene,
26:52also sowohl Flüssiggas
26:53als auch Öl nach Europa exportieren,
26:55aber in Wirklichkeit brauchen wir die,
26:57eigentlich müssen wir uns von dieser Abhängigkeit
26:59auch befreien.
27:01Das weiß ich nicht genau,
27:02ob da noch viele,
27:03ob da ein großer Wachstum dort möglich ist.
27:07Nein, ich glaube,
27:09die Handelsbeziehungen sind so gut,
27:10wie sie sein können.
27:12In der Industrie kann man vielleicht
27:14noch gewisse Kooperationen finden,
27:16wobei das wird auch nicht von Kani
27:18und von der Laien entschieden,
27:19sondern von den Unternehmen,
27:21die da beteiligt sind.
27:23Hier geht es sicher zum Großteil
27:25um Geopolitik
27:26und hier um politische Signale
27:28auch sowohl an Washington
27:31als auch an Peking.
27:33Wie sieht es denn überhaupt
27:34mit dem Thema
27:36Sicherheitspolitik aus?
27:37Geopolitik bereits angesprochen,
27:39da gibt es ja derzeit
27:40sehr viele Themen,
27:41hybride Angriffe,
27:42tatsächliche Kriege
27:43in Europa.
27:45Kannst du dir da
27:45irgendetwas vorstellen?
27:46NATO-Mitglied ist man ja schon
27:48und das sind auch sehr viele EU-Mitglieder.
27:50Ja, NATO-Mitglied ist man.
27:52Verteidigung sollte ja eigentlich
27:54in der NATO
27:55auch dort
27:58seine Basis haben.
28:00von der Laien hat in ihrer Rede
28:02zwar auch eine verstärkte
28:04europäische oder EU-Zusammenarbeit
28:06in der Verteidigung angesprochen,
28:08aber man weiß,
28:09das stößt sie auch auf Widerstand
28:10innerhalb der Europäischen Union,
28:12weil gewisse Staaten sagen,
28:14wir wollen hier unbedingt
28:15auf der NATO-Schiene bleiben.
28:18Und da geht es nicht nur darum,
28:21dass man diese enge Beziehung
28:22zu den USA
28:23nicht verlieren möchte.
28:25Man hofft ja auch darauf,
28:26dass Trump
28:27wird ja nicht ewig Präsident bleiben
28:29und vielleicht wird sich nach seiner Präsidentschaft
28:31wieder etwas ändern.
28:32Aber es geht auch um Großbritannien,
28:34ein ganz wichtiger Spieler
28:36und Faktor
28:37in der europäischen
28:39Verteidigungspolitik.
28:40Und Großbritannien
28:42ist nicht mehr in der EU,
28:43aber sehr wohl
28:44in der NATO
28:45und ist sehr wohl bereit,
28:46hier eng zusammenzuarbeiten.
28:48Es gibt einen Bereich,
28:50wo es um,
28:51bei der Sicherheit,
28:53wo ich schon eine
28:54verstärkte Zusammenarbeit
28:55mir vorstellen könnte,
28:56und das ist in der Arktik,
28:58in der Arktis,
29:00weil das wissen wir,
29:02das wird so in den nächsten
29:0310, 20 Jahren
29:04zu einem
29:07Schlüsselbereich
29:07in der Frage
29:08sowohl von Handel gehen,
29:10wenn es um die
29:13möglicherweise schon
29:14eisfreien Seewege geht,
29:16aber auch die Frage
29:18von Bedrohungen
29:20durch China,
29:20durch Russland
29:21und eine Absicherung
29:22dort
29:23der eigenen
29:27Bereiche.
29:27Jetzt würde man
29:28davon ausgehen,
29:29dass man das mit den USA
29:30zusammen machen könnte,
29:32nur die,
29:32wie wir wissen,
29:33Trump schaut auf die Arktis
29:34und sagt,
29:35was kann ich mir
29:36unter den Nagel reißen?
29:38Grönland,
29:38vielleicht Island,
29:39Kanada ohnehin,
29:41also denen sich da
29:42auf einen Tisch zu setzen,
29:44ist nicht ganz so leicht,
29:45wenn man nicht weiß,
29:47ob man da nicht
29:47mit leeren Taschen
29:48dann wieder aufstehen wird.
29:50Und da ist Kanada
29:51ein ganz, ganz wichtiger Partner.
29:53Es gibt neben Russland
29:55kein anderes Land
29:56der Welt,
29:56das so nahe
29:58mit so viel Fläche
29:59in der Arktis ist.
30:03Erik,
30:04jetzt gibt es diesen Wunsch
30:06von Seiten der Europäischen
30:07Kommission,
30:08eben mit Kanada
30:09engere Beziehungen zu führen.
30:10Jetzt wissen wir allerdings,
30:11dass sich Europa
30:12derzeit politisch stark
30:13nach rechts hin entwickelt.
30:15Und man könnte sicher denken,
30:16dass in näherer Zukunft
30:18eine Mehrheit
30:18der europäischen Länder
30:20oder der EU-Mitglieder
30:21ja eher diesen harten
30:23unter Anführungszeichen
30:24Kerl im Weißen Haus
30:25gut finden,
30:27als diese unter Anführungszeichen
30:28woken, verweichtlichen
30:29europäischen Kanadier,
30:30um das jetzt mal
30:31mit den Worten
30:32dieser Parteien zu sagen.
30:33Wie, sagen wir so,
30:35wie dauerhaft
30:36wird denn diese gute Beziehung sein?
30:38Ja, wie dauerhaft
30:40ist etwas,
30:41ist im Moment
30:41die große Frage.
30:42Wie dauerhaft
30:43sind die Magerleute
30:45in Washington?
30:46Auch Kanada
30:48könnte wieder drehen.
30:49Kanada war,
30:50hatte seit vielen,
30:52vielen Jahren,
30:52war die liberale Partei,
30:54war dort an der Regierung,
30:55aber sie hätten
30:56die letzten Wahlen
30:57ganz klar verloren
30:58und dann wäre
30:59eine konservative Partei
31:01an die Macht gekommen,
31:01die Konservativen,
31:02die viel mehr
31:03auch in ähnlicher
31:05den amerikanischen
31:06Republikanern sind,
31:07wenn nicht Trump
31:08gekommen wäre
31:09und erklärt hätte,
31:10eigentlich will ich
31:10Kanada haben
31:11und gleichzeitig
31:13der Wechsel
31:13von Justin Trudeau
31:15zu Mark Carnival,
31:17der viel populärer ist
31:18und diese Bedrohung
31:19durch die USA
31:20dazu genutzt hat,
31:21um hier die Wahlen
31:23zu gewinnen.
31:25Sicher,
31:29wenn in Europa
31:31die Rechtsextremen
31:33und Rechtspopulisten
31:34an die Macht kommen,
31:36dann ist nicht nur
31:37das Verhältnis
31:38der EU
31:38zu Kanada bedroht,
31:39dann ist die EU
31:41an sich bedroht.
31:42Aber so weit
31:43sind wir ja noch nicht
31:44und es ist immer
31:45die Frage,
31:46von welchen Parteien
31:47und von welchen Ländern
31:48reden wir.
31:48Wir haben ja gesehen,
31:49dass Giorgio Meloni,
31:51die ja aus einer
31:52postfaschistischen Partei
31:53führt,
31:55eigentlich dann doch
31:56sehr stark
31:56auf die europäische
31:57Karte setzt
31:58und ich glaube,
31:58da kein Problem hat
32:00mit der Ernährung
32:01zu Kanada,
32:01auch weil sie sich
32:02inzwischen mit Trump
32:03ja völlig zerstritten hat,
32:04weil der sie ja auch
32:05vorgeführt hat
32:07und wirklich
32:09desavouiert hat
32:10und interessant wird sein,
32:12die AfD in Deutschland,
32:14die ja wirklich
32:14das Schreckgespenst ist
32:16für alles,
32:17was europäisch
32:18und liberal ist,
32:19sie steht noch nicht
32:20vor einer
32:20tatsächlichen
32:21Machtübernahme,
32:22so weit sind wir noch nicht.
32:23Das nächste Land,
32:24wo auf das man achten muss,
32:25ist Frankreich
32:26und dort ist es
32:28sehr wohl realistisch,
32:29dass Marine Le Pen
32:30die nächste Präsidentin wird
32:32und das wird interessant sein,
32:34weil es kann auch gut sein,
32:35dass Le Pen
32:36zu Kanada
32:37vor allem auch
32:38wegen der französischen,
32:40dem starken französischen Element
32:42in Kanada,
32:43in Québec,
32:44dadurch eher
32:44auch eine freundschaftliche
32:45Beziehung hat.
32:46Also ich würde das
32:47nicht ganz ausschließen,
32:48deshalb bevor,
32:50wir haben schon viel,
32:52es gibt viele Gründe,
32:53um sich in Europa
32:54über den Rechtsruck
32:55Sorgen zu machen,
32:56wenn man ein Europäer ist
32:58und die europäische Integration
32:59als etwas unglaublich
33:00Wertvolles sieht,
33:02aber ich glaube,
33:03dieses Verhältnis
33:05zu Kanada
33:05ist nicht das Erste,
33:06was hier geopfert werden würde.
33:08Gut, dass noch andere Sachen
33:09davor geopfert werden.
33:11Super Aussicht, Merik.
33:12Vielen Dank trotzdem
33:13für deine Zeit heute
33:14und alles Gute weiterhin.
33:15Ja, sehr gerne, Daniel.
33:17Und wenn euch Thema
33:17des Tages gefallen hat,
33:18dann abonniert den Kanal
33:19auf der Podcast-Plattform
33:20eurer Wahl
33:21oder auch auf YouTube.
33:22Da sind wir immer öfter
33:23mit Videopodcasts vertreten.
33:24Einfach Kanal abonnieren
33:25und nicht vergessen,
33:26Glocke drücken.
33:27Ich bin Daniel Retschitz-Egger,
33:28vielen Dank fürs Dabeisein,
33:29bis zum nächsten Mal.
33:32Ich bin Daniel Retschitz-Egger,
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