- vor 22 Stunden
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SpaßTranskript
00:08Untertitelung. BR 2018
00:54Ah!
01:08Bleib!
01:09Bleib hier!
01:26Komm!
01:27Komm!
02:14Guten Abend!
02:17Bernd!
02:18Guten Abend, Kerstin!
02:20Besser gesagt, guten Morgen!
02:22Guten Morgen!
02:23Der Tote heißt Jens Tuchner, 42.
02:26Er wohnte ca. 2 km von hier auf dem Tuchnerhof.
02:30Allein?
02:31Nein, in so einer Hofgemeinschaft.
02:34Todesursache?
02:36Stumpfe Gewalt!
02:37Guten Morgen, Frau Dr. Engel!
02:38Morgen, Reuter.
02:39Sehr viel Stumpfe Gewalt.
02:42Bis später mehr.
02:44Tatwaffe?
02:45Haben wir leider noch nicht.
02:46Moin!
02:47Hallo, Herr Fischer!
02:49Die zwei Mädels waren hier so gegen Mitternacht am rumknutschen.
02:52Irgendwann haben sie Autoscheinwerfer gesehen und wenig später einen Schrei gehört.
02:55Dann sind sie hierhergekommen und haben die Leiche gefunden.
02:57Der Parkplatz da vorne ist voller Reifenspuren.
02:59Und da ist überhaupt nichts Verwertbares dabei.
03:01Frau Dr. Engel hat Erde unter seinen Fingernägeln gefunden.
03:04Ah ja.
03:05Ja, der hat fast eine ganze Flasche Wodka getrunken.
03:07Da wundert mich gar nichts, dass der irgendwann angefangen hat, am Boden rumzuscharen.
03:12Na, auch betrunken haben Ihre Gründe, Herr Fischer.
03:15Meinen Sie, der hat da irgendwas gegraben?
03:18Vielleicht.
03:21Wir graben hier weiter.
03:48Entschuldigung.
03:52Hallo.
03:55Guten Tag.
03:58Hauptkommissarin Klar, das ist mein Kollege Fischer.
04:01Wohnen Sie hier?
04:04Lia Graf, mir gehört der Hof.
04:06Das ist meine Freundin Usha Patel.
04:09Was kann ich für Sie tun?
04:10Es geht um einen Jens Tuchner.
04:12Der wohnt ja auch hier, oder?
04:14Richtig.
04:15Ja, es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass er gegen Mitternacht tot aufgefunden wurde.
04:22Auf einer Waldlichtung, ungefähr zwei Kilometer von hier.
04:27Vincent.
04:35Haben Sie ein Tuchner das letzte Mal gesehen?
04:37Äh, gestern Abend.
04:38Beim Essen.
04:40Haben Sie eine Idee, was er da im Wald gesucht hat?
04:43Mitten in der Nacht.
04:44Keine Ahnung.
04:45Aber er kannte sich in der Gegend aus.
04:47Er ist hier aufgewachsen.
04:49Ihm hat der Hof früher gehört.
04:50Gibt's Angehörige?
04:52Einen Bruder, Stefan.
04:54Was hat er eigentlich beruflich gemacht?
04:56Er war Landwirt.
04:57Und nachdem er den Hof verkauft hat, ist er unser Hausmeister.
05:04Und Sie?
05:04Was machen Sie?
05:05Ich bin Architekt.
05:07Ich habe eine Likörmanufaktur.
05:11Wer wohnt sonst noch auf dem Hof?
05:13Marc.
05:14Marc Menzel.
05:15Er ist in der Stadt einkaufen.
05:22Hier ist es deutlich zu sehen.
05:25Multiple Schädelfrakturen durch stumpfe Gewalteinwirkung.
05:29Der Täter hat mehrfach zugeschlagen.
05:31Mit massiver Wucht.
05:32Oh.
05:35Er wollte töten.
05:37Nur, dass das Opfer nicht mehr viel davon mitbekommen hat.
05:39Es hatte mindestens 2,8 Promille Alkohol im Blut.
05:46Und wir waren Jens' Familie.
05:48Er hat ihr Wohnrecht genossen, nachdem die Brüder an mich verkauft haben.
05:53Die Landwirtschaft hat sich nicht mehr gerechnet.
05:55Obwohl das Jens' Bruder anders gesehen hat.
05:58Der Hof war hoffnungslos verschuldet.
06:02Hatte der Bruder eigentlich ein Problem damit, dass der Hof verkauft wurde?
06:08Das muss Ankes Kaution sein.
06:10Wer ist Anke?
06:11Anke Wiebold, Jens' Ex-Freundin.
06:13Sie hat hier mit uns gewohnt.
06:15Das sind um die 10.000 Euro.
06:17Ist ein bisschen hoch für eine Kaution, finden Sie nicht?
06:20Mir ist es wichtig zu wissen, wie ernst es den Menschen um mich herum ist,
06:23Teil dieses besonderen Lebens zu sein.
06:27Verstehe.
06:30Das ist Marc.
06:34Guten Tag.
06:35Herr Menzel?
06:37Hallo.
06:39Was ist passiert?
06:40Wie ist Jens?
06:41Er ist erschlagen worden.
06:44Wo waren Sie gestern alle gegen Mitternacht?
06:47Gestern hatten wir Spieleabend.
06:49Das machen wir mal jeden Montag.
06:51Aber Herr Tuchner hat nicht mitgespielt. Warum?
06:54Er hat gesagt, er fühlt sich nicht wohl.
06:55Klar, hier.
06:56Ich nehme an, er ist auf sein Zimmer gegangen.
06:59Max?
06:59Das war die Spurensicherung.
07:01Wir müssen los.
07:02Vielen Dank, wir kommen wieder.
07:13Hallo, grüßt euch.
07:15Moin.
07:17Moin.
07:21Der hat noch eine Leiche gegraben.
07:25Den Armreif hatte der tote Armandgelenk.
07:29Das sind Wolfsköpfe.
07:31Und auf der Innenseite ist eine Gravur.
07:346.09.1970.
07:37Wie tut es das weiter?
07:39Bisher nicht.
07:40Können wir mit dem zweiten Toten an die Presse?
07:44Da behalten wir noch mal ein bisschen den Deckel drauf.
07:47Hat irgendjemand von Tuchners Tod profitiert?
07:50Es gibt kein Testament.
07:52Das Vermögen beläuft sich auf ungefähr 40.000 Euro.
07:55Ja, das ist doch nicht gerade eine Riesensumme, oder?
08:01Was wissen wir über die Hofbehörde?
08:03Hier.
08:06Das ist Lia Graf, geboren in Prag,
08:09millionenschwere Witwe eines Zeitschriftenverlegers.
08:12Und dann wohnt da Vincent Urban, zweiter Ex-Mann von Lia Graf.
08:17Architekt ohne Aufträge, versucht sich als bildender Künstler.
08:20Er wird finanziell von Lia Graf unterstützt.
08:22Dann Marc Menzel.
08:25Früher Surfprofi, kümmert sich jetzt um Haus und Garten
08:28und arbeitet für freie Kost und Logis.
08:31Und die vierte ist Usher Patel.
08:33War früher in Frankfurt Personalvermittlerin,
08:35hat eine Privatinsolvenz hinter sich.
08:37Jetzt setzt sie Liköre an und vertreibt die über den Hofladen.
08:40Wird sie auch von Lia Graf unterstützt?
08:42Ja, aber hallo.
08:44Und dann gibt es noch eine ehemalige Mitbewohnerin,
08:47Anke Wiebold, die Ex-Freundin von Jens Tuchner.
08:50Sie hat ungefähr vor einem Jahr den Hof verlassen.
08:52Sie ist die einzige, die ihre Kaution bar bezahlt hat.
08:5510.000 Euro.
08:56Ging alles über Jens Tuchner.
08:58Und jetzt kommt's.
09:0014 Minuten vor seinem Tod hat er noch mit ihr telefoniert.
09:12Geben Sie einfach regelmäßig die Tabletten und dann haben wir die Entzündung bald im Kopf.
09:15Super, vielen Dank. Bis dann.
09:17Wiedersehen.
09:18Was kann ich für Sie tun?
09:19Frau Wiebold?
09:22Kurz vor seinem Tod hat Herr Tuchner Sie angerufen.
09:25Worüber haben Sie gesprochen?
09:28Über gar nichts.
09:30Also das Gespräch hat knapp zwei Minuten gedauert. Das ist ganz schön lang für gar nichts.
09:36Das war kein Gespräch.
09:39Jens hat geleilt. Er war total betrunken.
09:41Ich habe überhaupt nicht verstanden, was er von mir wollte.
09:46Wann haben Sie sich eigentlich getrennt von Herrn Tuchner?
09:49Vor einem guten Jahr.
09:52Und warum haben Sie Schluss gemacht?
09:56Jens hat jemanden gebraucht, der ihm ein Nest hinstellt. Der alles in die Hand nimmt.
10:00Ah. Und diese Rolle hat dann Frau Graf übernommen, ja?
10:06Wissen Sie, wie die sich nennt?
10:08Nein.
10:11Eine Sammlerin schöner Seelen.
10:14Und was bedeutet das?
10:16Das bedeutet, dass alles nach Ihrem Kommando geht.
10:18Ah, verstehe.
10:20Bei Ihrem Einzug hat Herr Tuchner Ihre Mietkaution bezahlt. 10.000 Euro.
10:25Hat er das Geld für Sie ausgelegt?
10:27Jens? Der hatte doch nichts.
10:30Was haben Sie getan, um mehr Geld zurückzubekommen?
10:32Ich habe Jens immer wieder hinterher telefoniert.
10:34Aber er hat nie reagiert. Ein ganzes Jahr lang nicht.
10:37Am Ende habe ich Stefan gebeten, dass er was unternimmt.
10:40Stefan. Stefan Tuchner, der Bruder.
10:45Moin. Stefan Tuchner?
10:47Ja, der ist...
10:51Frank und ich waren zusammen auf der Schule.
10:54Deswegen hat sie mich gefragt, ob ich was mache.
10:57Letzte Woche oder so.
11:00Und? Was haben Sie gemacht?
11:03Ich wollte mich da nicht einmischen.
11:05Mit meinem Bruder bin ich durch.
11:08Wann haben Sie Ihren Bruder zum letzten Mal gesehen?
11:10Beim Notar. Vor drei Jahren. Zur Grundumschreibung.
11:16Warum haben Sie eigentlich Ihren Teil des Hofes verkauft?
11:20Er hatte doch gar keine Wahl.
11:23Wäre das dann zu Zwangsverstreiberungen gekommen.
11:26Dann hätten wir viel weniger bekommen, als das, was die Frau Grafter hingelegt hat.
11:30So waren wir wenigstens schuldenfrei.
11:35Ein bisschen Geld ist auch für uns übrig geblieben.
11:38Aber...
11:38Aber damit sind Sie nicht glücklich.
11:45Wenigstens habe ich meine Luna zurück.
11:49Weißt du, dass der Tuchner hat auch Ihren Hund unterschlagen?
11:51Weil er dachte, ich komme dann zu ihm zurück.
11:54Unglaublich, oder?
12:00Am Ostersonntag habe ich sie mir zurückgeholt.
12:03Am frühen Morgen, weil ich dachte, um die Zeit sind die ja eh alle noch im Bett.
12:05Aber die standen alle auf dem Hof herum.
12:08Am Wochenende, um 6 Uhr in der Früh.
12:10Naja.
12:11Meine Kleine ist gleich auf mich zu und ich habe sie mitgenommen.
12:13Ohne Diskussion.
12:15Und Ihr Ex-Freund hat nicht versucht, das irgendwie zu verhindern?
12:22Er war so ein Feigling.
12:25Mein Bruder ist ja auf dem Hof wohnen geblieben.
12:27Warum Sie eigentlich nicht?
12:31Ich wollte doch nicht Gast im Haus meiner Eltern sein.
12:38Ich bin Landwirt.
12:40Na gut, jetzt mache ich mir hier den Rücken kaputt, aber...
12:46Jens hat unser Zuhause verkauft.
12:49Wenn er sich nicht zu schade gewesen wäre, jeden Tag um 5 aufzustehen, dann...
12:53Sie meinen, das hätte ich am baroten Hof gerettet?
12:58Er hat es ja nicht mal versucht.
13:02Wo waren Sie gestern um Mitternacht?
13:05Zuhause.
13:07Allein.
13:09War es das so?
13:10Wollen Sie noch?
13:16Es geht Ihnen nicht sonderlich nahe, der Tod Ihres Bruders, oder?
13:21Wer mir wirklich leid tut, das ist Anke.
13:29Herr Fischer?
13:33Frau Fischer, Sie wollten unbedingt ein Kind von Herrn Tuchner.
13:39Ich wollte ein Kind, ja.
13:41Wollte Herr Tuchner das auch?
13:42Wir haben es versucht, aber es hat nicht geklappt.
13:47Vor einer Woche haben Sie Stefan Tuchner um Vermittlung wegen ihrer 10.000 Euro gebeten.
13:53Bei dieser Gelegenheit haben Sie erfahren, dass Ihr Partner ihn verschwiegen hat, dass er zeugungsunfähig ist.
13:58Und dabei hat er so getan, als wäre er ganz begeistert von der Idee.
14:03Ich kann mir vorstellen, dass Sie ziemlich wütend waren.
14:06Ich habe erst mal nur geweint und dann wollte ich ihn zur Rede stellen.
14:11Bevor Sie das tun konnten, hat Herr Tuchner Sie aber angerufen gestern Abend?
14:15Ja, ich habe ihn angeschrien und er hat einfach nur rumgeheult.
14:21Sind Sie dann noch zu ihm gefahren?
14:24Nein, ich bin zuhause geblieben.
14:30Zwischen dem Anruf und dem Auffinden der Leiche liegen 14 Minuten.
14:33Wie weit ist es denn von Anke Wiebold zum Tatort?
14:36Circa 20 Kilometer von Wiesbaden in den Rheingau.
14:39Muss ja ganz schön Gas gegeben haben.
14:41Habt ihr sonst noch was?
14:43Stefan Tuchner ist sauer auf seinen Bruder, weil der ihn im Stich gelassen hat und sie deswegen den Hof verscherbeln
14:48mussten.
14:48Außerdem gab es auf einem Dorffest in Butzbach eine Bierzeltschlägerei und eine Anzeige wegen Körperverletzung.
14:54Es gab mehrere Zeugen, darunter Usher Patel.
14:58Jens Tuchner hat sich da geprügelt mit einem Ludwig Lengsfeld. Das ist ein direkter Nachbar des Tuchnerhofs.
15:04Ach ja, das ist eine blöde Geschichte.
15:07Das macht gar nichts. Erzählen Sie mal.
15:13Die Usher Patel, die wusste, ich kenne mich aus mit dem Brennen von Schnäpsen, Herstellung von Likören, liegt in der
15:20Familie.
15:23Und als ich mitbekommen habe, die Usher will das auch machen, da habe ich ihr meine Hilfe angeboten.
15:29Ah. Und Frau Patel hat die Hilfe dann angenommen?
15:34Ich war dann viel auf dem Tuchnerhof und, äh, naja, dabei habe ich mich in sie verliebt. Ja, blöd, weil
15:42ich nicht gemerkt habe, die Usher will nichts von mir.
15:45Ach, weil sie vielleicht an Jens Tuchner interessiert war?
15:48Später habe ich mitbekommen, dass auch der Jens bei der Usher nicht landen konnte, aber das wusste ich damals nicht.
15:52Und er auch nicht.
15:53Ah. Das heißt, Herr Tuchner war ein Konkurrent und deswegen haben Sie sich mit ihm geprügelt.
15:58Mein Gott, wir waren im Bierzelt. Die Stimme war aufgeheizt.
16:01Haha, verstehe. Wo waren Sie gestern Abend vor Mitternacht?
16:05Beim Stammtisch, im Jägerwirt.
16:07Männliche Leiche, 70 bis 80 Jahre. Der Leichnam lag dort etwa ein halbes bis dreiviertel Jahr.
16:14Auffällig ist die stark vernachlässigte Gebisspflege.
16:18Das können Hinweise auf sein soziales Umfeld sein, hm?
16:21Kann, aber muss nicht. Zur Abklärung der Identität hilft nur ein DNA-Abgleich.
16:28Lassen Sie sich schmecken.
16:29Dankeschön.
16:29Fahren Sie vorsichtig.
16:30Mach ich, danke.
16:31Hallo Herr Reuter.
16:32Hallo Herr Schiller. Gibt es bei Ihnen jetzt auch Take-away?
16:34Ne, das ist eine Kundin, die vor einem Jahr in den Rheingau gezogen ist.
16:38Aber auf mein legendäres Lamm-Argo-Provencial will sie nicht verzichten.
16:42Das verstehe ich. Meinen Sie gern Espresso?
16:43Ja, gerne.
16:4420 Kilometer fertig vor. Stell sich das mal vor.
16:47Also die weiten Wege, wenn man auf dem Land lebt, das wäre nichts für mich.
16:51Ich brauche Leben um mich herum, Bewegung und meine Heimat.
16:54Obwohl, Heimat ist auch so ein Wort. Was heißt das schon?
16:58Herr Schiller.
17:07Moin.
17:09Hallo.
17:09Hallo.
17:11Herr Reuter.
17:13Wir wissen immer noch nicht, wer der zweite Tote ist.
17:16Können wir damit jetzt endlich mal in die Presse?
17:19Nein, Herr Fischer, damit warten wir noch, weil ich nicht möchte, dass wir unseren kriminal- taktischen Vorteil verspielen, okay?
17:25Und was ist mit Frau Wiebold?
17:26Sie fährt tatsächlich gerne schnell. So schnell, dass sie es bis zum Tatort geschafft hätte.
17:31Ah. Die Kollegen haben mir sogar vor ein paar Wochen einen Führerschein gezwickt.
17:35Ah.
17:35Die Frage ist, ob man sich wegen einem eingezogenen Führerschein von einem Mord abhalten lässt.
17:42Gute Frage, hm?
17:55Das ist also Ihr Laden?
17:57Mhm.
17:58Klasse.
18:00Wie sind Sie denn hier gelandet?
18:02Sie sind doch eigentlich Personalvermittlerin gewesen, oder?
18:06Naja, das hat mich nicht ausgefüllt.
18:08Ich hab was gesucht, womit ich mich identifizieren kann.
18:11Ein Neuanfang.
18:14Ja, und Lia hat das erkannt und mir diese Möglichkeit gegeben.
18:22Jens hat diesen Garten geliebt.
18:25Gerade im Herz, wenn die Früchte reif sind.
18:32Er ist bei uns.
18:35Ich spüre ihn, sein Geist.
18:41Sie helfen, Frau Patel, bei der Dekörmanufaktur.
18:47Und Ihrem Ex-Mann helfen Sie auch. Und Herrn Menzel helfen Sie.
18:52Warum helfen Sie diesen Menschen?
18:53Das ist meine Berufung.
18:55Sie ist wirklich toll. Eine Freundin, eine Mentorin.
19:02Wollen Sie einen Schluck?
19:03Nee, nee, danke.
19:05Das heißt, Frau Graf hatte die Idee, dass Sie Likör herstellen?
19:09Nein, das war meine.
19:11Aber ich hab auch noch was Alkoholfreies.
19:13Schledensaft.
19:14Okay.
19:19Das ist mein Sehnsuchtsort.
19:23Lange bevor ich wusste, dass es ihn überhaupt gibt.
19:27Und diese Menschen...
19:30Das ist meine Familie.
19:32Was ist eigentlich mit Ihrer Familie aus der Sie ursprünglich kommen?
19:35Meine Mutter ist früh gestorben.
19:37An Krebs.
19:39Und kurz vorher hatte uns mein Vater verlassen.
19:42Das tut mir leid. Das war sicher nicht einfach für Sie.
19:45Ich war zehn.
19:47Danach bin ich zur Familie meiner Patentante gekommen, dort aufgewachsen.
19:51Und so hab ich früh erfahren, was wirklich wichtig ist im Leben.
19:55Und das wäre?
19:57Es lohnt mich an der Vergangenheit festzuhalten.
20:00Man muss einen Schnitt machen.
20:02Und immer, immer wieder von neuem anfangen.
20:06Das verbindet mich mit meiner Abalfamilie.
20:08Diese Menschen, ich hab sie mir nicht ausgesucht.
20:10Sie sind mir...
20:11Wie soll ich das sagen?
20:14Mir zugeflogen.
20:15Träumer.
20:17Idealisten.
20:19Schöne Seelen.
20:44Noch einen?
20:46Jens Tuchner war in Ihnen interessiert. Stimmt's?
20:50Ähm...
20:50Ja.
20:52Wie sind Sie damit klargekommen?
20:54Ach Gott.
20:56Ich bin doch schon alle mal unglücklich verliebt.
20:57Ich hab das jetzt nicht so ernst genommen.
20:59Er war ja auch gerade frisch von Anke getrennt.
21:01Hat er Sie gestorben?
21:04Es gab hin und wieder unangenehme Situationen.
21:09Das zerrissene Band zwischen den Brüdern konnte ich natürlich nicht flicken.
21:13Jens.
21:14Er brauchte eine Aufgabe.
21:16Haben Sie die schräge Vase in seinem Zimmer gesehen?
21:19Nein.
21:20Die hat er getöpfelt. Das war sein Hobby.
21:23Also hab ich ihm angeboten, das Töpferhandwerk zu erlernen.
21:25Ich hab ihm sogar hier eine eigene Werkstatt eingerichtet.
21:28Und? Hat er das Angebot angenommen?
21:31Man muss genau hinsehen, um zu wissen, was der andere wirklich braucht.
21:37Erst dann kann man helfen.
21:41Was mir helfen würde, wäre eine Idee, wer ein Interesse daran gehabt haben könnte, dass Herr Todner stirbt.
21:47Herr Reuter, damit kann ich Ihnen leider nicht dienen.
22:13Jens hat es an Leichtigkeit gefehlt, diese gewisse Leichtigkeit, die es braucht für ein gelungenes Leben.
22:20Sie können sich offensichtlich sehr gut in Menschen einfühlen, Frau Garf.
22:24Man sagt es mir nach.
22:26Und so wie Sie über Herrn Todner sprechen, müssten Sie ihn sehr gut gekannt haben.
22:31Da frage ich mich natürlich, warum haben Sie keine Vermutung, aus welchem Grund Herr Todner zu Tode gekommen ist?
22:38Diese Frage beschäftigt mich die ganze Zeit. Und ich glaube, ich habe versagt.
22:44Was meinen Sie damit?
22:46Ich dachte, ich würde ihn erkennen, würde sehen, wer er wirklich ist.
22:50Aber irgendwas habe ich übersehen. Sonst wäre er nicht tot.
22:59Ich liebe den Duft von Quitten.
23:02Kommen Sie uns doch mal besuchen.
23:03Wir freuen uns immer über die Gesellschaft von kultivierten Menschen.
23:10Danke.
23:13Danke für die Einladung.
23:23Herr Urban?
23:25Ja.
23:26Guten Tag, mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft Wiesbaden.
23:29Grüßen Sie.
23:31Schlimme Sache, ja.
23:32Ja.
23:33Gibt es denn schon was Neues?
23:34Leider nein.
23:36Ja, wir hier vom Hof, wir können uns einfach nicht erklären, warum...
23:43Ich habe mit Ihrer Ex-Frau gesprochen.
23:46Ja, Lia ist unglaublich. Finden Sie nicht auch?
23:49Ja, was für eine tolle Frau.
23:53Sie sind geschieden.
23:57Lia hat sich neu orientieren wollen.
23:59C'est la vie.
24:03Höre ich mich an wie ein verliebter Trottel?
24:05Ach, was?
24:06Ja, Urban, überhaupt nicht.
24:07Ich meine, wenn alle Männer so freundlich über ihre Ex-Partnerinnen sprechen würden, wäre die Welt eine bessere, glaube ich.
24:15Entschuldigen Sie mich, Moment.
24:24Marc!
24:26Mach die Augen auf!
24:32Manchmal hat Marc den Blust, dann stellt er sich die perfekte Welle vor.
24:39Was sich gefährlich ausmacht, hat er es öfter?
24:56Alles ist gut.
24:58Du bist nur ein wenig traurig.
25:00Und es ist normal.
25:01Du bist ein wunderbarer Junge.
25:10Wir sind nicht in der Welt.
25:11Guten Tag, Herr Mönsel.
25:12Mein Name ist Reuter, Stadtanmerstadt Wiesbaden.
25:15Können wir uns im Moment ganz ungestürt unterhalten?
25:26Also laut Terminkalender Ihres Bruders haben Sie ihn im Juni getroffen.
25:30Uns haben Sie gesagt, Sie haben ihn das letzte Mal vor drei Jahren gesehen.
25:35Herr Tuchner?
25:39Jens wollte unbedingt mit mir reden.
25:41Ich hab gedacht, ja gut, soll er kommen?
25:44Sag ihm endlich mal, was ich von ihm halte.
25:47Wusste er das nicht?
25:49Nee.
25:51Ich hab ihm nie Vorhaltung gemacht. Ich bin nicht so gestrickt.
25:54Warum wollte er sich mit Ihnen treffen?
25:59Früher, wenn was war, dann hat Jens bei mir Rat gesucht und...
26:05Er hat gesagt, er hat Scheiße gebaut und...
26:09Er weiß nicht mehr weiter und...
26:13An seinen Händen klebt Blut.
26:15Was könnte er damit gemeint haben?
26:18Weiß nicht.
26:21Ich hab ihn nicht mehr zu Wort kommen lassen. Ich hab ihn angebrüllt.
26:24Dann haben Sie ihm endlich mal gesagt, was Sie von ihm halten.
26:31Aber ich war nicht da für ihn.
26:37Ich war nicht da für meinen Bruder.
26:40Sie schämen sich.
26:44Deshalb haben Sie uns auch nichts von dem Treffen erzählt.
26:50Wenn ich ihm zugehört hätte, dann wäre er vielleicht noch am Leben, oder?
27:06Herr Menzel, ich hatte gerade das Gefühl, dass es irgendetwas gibt, was Ihnen so auf der Seele brennt.
27:11Ist das richtig?
27:12Das ist alles so viel größer, als Sie denken.
27:16Was meinen Sie damit?
27:33Ich glaube, ich hab das eben nicht verstanden.
27:36Was ist größer?
27:41Wenn man auf einer Welle zurft, dann ist man ganz oben.
27:46Der King.
27:50Aber das Meer erwartet nur darauf, einen zu verschlängen.
27:54Und ja,
27:56mir ist es passiert.
27:59Mich hat das Meer verschlungen.
28:08Sie waren Zerflehrer.
28:10Warum haben Sie damit aufgehört?
28:23Das habe ich einem Hai zu verdanken.
28:31Das tut mir sehr leid.
29:11Sie interessieren sich für die Geschichte der Wikinger?
29:13Mir ist die Widmung aufgefallen.
29:15Das ist ein Geschenk meiner Mutter.
29:16Zu meinem neunten Geburtstag.
29:19Und geschenkt meint Sie das Buch auch?
29:20Das war Ihr Fachgebiet.
29:22Kann ich noch was für Sie tun?
29:24Nein, danke, Frau Graf.
29:27Einen schönen Tag noch.
29:40Nein, danke, Frau Graf.
29:58Danke, ciao.
30:00Neue Kaffeesorte?
30:01Von einer Rösterei hier aus der Region.
30:03Ah, schmeckt gut.
30:04Ja, Heimat.
30:06Apropos, ich habe nur mal nachgedacht.
30:09Ich glaube, Heimat, das ist nicht ein Ort oder ein Ding,
30:12sondern eher ein Zustand.
30:14Also wenn man ganz bei sich ist, dann ist man zu Hause.
30:17Und wenn man nicht ganz bei sich ist?
30:20Dann hat man seine Heimat eben noch nicht gefunden.
30:23Ja, das ist jetzt aber ein bisschen zu einfach, Herr Schiller.
30:25Oder man ist auf der Flucht.
30:27Also innerlich.
30:30Aber wovor?
30:58Ist alles in Ordnung?
31:08Schau mich an.
31:12Du musst lernen, dich zu entspannen.
31:15Was ist denn?
31:16Was denn, Usha?
31:23Wir sind doch Familie, oder?
31:28Und Familie hält zusammen.
31:30Richtig?
31:31Ja.
31:32Familie ist füreinander da.
31:34Auch in schweren Zeiten.
31:43Ich könnte Hilfe in der Küche gebrauchen.
31:48Vincent.
32:00Das ist alles zu viel.
32:06Ich weiß.
32:08Ich weiß.
32:10Ich weiß.
32:30Stefan Tuchner hat sich diesen Sommer mit seinem Bruder Jens getroffen.
32:34Jens soll ihm erzählt haben, dass an seinen Händen Blut klebt.
32:38Wie bitte?
32:39Stefan Tuchner hat auch keine Ahnung, was er damit gemeint haben könnte.
32:44Das könnte natürlich im Zusammenhang mit der nicht identifizierten Leiche stehen.
32:49Dann war ich bei der Praxis von Anke Wiebold.
32:52Da stand ihr Wagen.
32:53Führerschein weg, aber Kühlerhaube warm.
32:56Und wir haben die Aussagen von zwei Landwirten, die haben gesagt, dass Anke Wiebold in den letzten Tagen mit dem
33:01Wagen dort war.
33:04Und das Beste, in der Tatnacht hat eine Streife Anke Wiebold mit stark erhöhter Geschwindigkeit erwischt.
33:11Auf der Landstraße zum Waldstück.
33:13Zehn Minuten nach der Tat.
33:16Sehr schön.
33:18Aber Wiebold, Sie haben gestern eine Falschersage gemacht.
33:21Am Tatamt waren Sie nicht allein mit Ihrem Unserhaus.
33:25Nach dem Anruf von Herrn Tuchner wollten Sie so schnell wie möglich zu ihm.
33:31Ich könnte mir vorstellen, dass Sie außer sich waren vor Wut.
33:35Immerhin ist es erst ein paar Tage her, dass Sie erfahren hatten, dass Ihr Ex-Freund verschwiegen hatte, dass er
33:41keine Kinder zeugen kann.
33:48Haben Sie Herrn Tuchner umgebracht?
33:52Stimmt.
33:53Ich bin zu ihm.
33:57Aber nicht, weil ich...
33:59Ich wollte ihm nichts Böses.
34:01Ich wollte ihm helfen.
34:03Wie wollten Sie ihm dann helfen?
34:06Ihn da wegholen.
34:08Und rauszubringen.
34:13Das heißt, Sie sind zu diesem Waldstück gefahren?
34:16Ja.
34:18Und dann habe ich die Lichter von der Polizei und dem Notarzt gesehen.
34:22Die an der Stelle gehalten haben, die Jens mir beschrieben hatte.
34:26Und...
34:26Ich bin einfach weitergefahren und in die Kontrolle geraten.
34:37Warum haben Sie mir gestern nicht die Wahrheit gesagt?
34:39Weil ich gewusst habe, dass ich so in Verdacht komme.
34:42Ich habe doch einfach nicht mehr klar denken können.
34:46Gut, Frau Ebert.
34:49Sie können gehen.
34:50Danke.
35:07Schaut mal.
35:10Das ist Jana Graf, die Mutter von Via Graf.
35:13Frau Graf war Historikerin.
35:15Sie hatte dann noch in Prag eine Professur.
35:17Professur, frühes Mittelalter, Spezialgebiet Wikinger.
35:20Am 6. September 1970 hat sie ihren Mann Pavel geheiratet.
35:256. September 1970.
35:27Das ist das Datum, das in diesen Armreif eingraviert ist.
35:30Und die Wolfsköpfe sind Wikinger-Symbole.
35:34Du glaubst also, die unbekannte Leiche ist die von Pavel Graf?
35:38Ja.
35:39Die Kollegen in Prag haben ein DNA-Abgleich gemacht.
35:42Und die Identität bestätigt.
35:45Noch etwas.
35:47Pavel Graf war aktenkundig.
35:49Er ist jahrelang als Wohnungsloser durch halb Europa gezogen.
35:52Und im März wurde er hier in Wiesbaden festgenommen.
35:54Wegen Ladendiebstahl.
35:56Hm.
35:57Mutter stirbt früh, Vater haut ab.
36:02Was sind das eigentlich für Familienverhältnisse?
36:05Ja, klar.
36:06Das macht was mit rein.
36:09Das macht Schramm auf der Seele.
36:30Erkennen Sie diesen Armreif wieder?
36:35Ich weiß nicht.
36:38Wer haben Sie den?
36:42Frau Graf, wir haben im Wald, ganz hinter Nähe der Stelle, an der Jens Tuchner getötet wurde, eine weitere Leiche
36:49gefunden.
36:49Und wir wissen, dass diese Leiche Ihr Vater ist.
36:55Was?
36:56Und wir wissen auch, dass Ihr Vater die vergangenen 18 Jahre ohne Wohnsitz war.
37:01Und dass er davor in Niederösterreich eine Spedition betrieben hat, mit der er pleite gegangen ist.
37:07Mein Gott.
37:10Das wusste ich nicht.
37:13Aber wie ist mein Vater im Wald gelandet?
37:17Und was hat Jens?
37:21Hat Ihr Vater in all den Jahren niemals versucht, Kontakt zu Ihnen aufzunehmen?
37:24Nein.
37:25Aber hören Sie, das kann doch kein Zufall sein, dass man meinen Vater hier findet, neben der Leiche von Jens.
37:34Wissen Ihre Mitbewohner eigentlich über Ihre Familienverhältnisse Bescheid?
37:38Na sicher.
37:41Und Jens hat mal gesagt, Familie ist das Wichtigste.
37:43Und ich sollte doch wenigstens versuchen, meinen Vater zu finden.
37:51Was haben Sie ihm geantwortet?
37:54Das ist Vergangenheit.
37:56Man muss die Dinge hinter sich lassen, wenn man neu anfangen will.
38:01Und? War er tot oder mit dieser Antwort zufrieden?
38:06Und wenn Jens versucht hat, meinen Vater zu finden?
38:11Auf eigene Faust, verstehen Sie?
38:15Warum hätte er das tun sollen?
38:18Er hatte doch selber ein enges Verhältnis zu seiner Familie.
38:21Und vielleicht dachte er, er könnte mir damit helfen.
38:25Ach so, Sie meinen, Herr Tuchner hat den Vater gesucht und dann auch gefunden, weil er Ihnen helfen wollte, dass
38:30Sie mit Ihrer Vergangenheit Frieden schließen können?
38:32Ich muss mit meiner Vergangenheit keinen Frieden schließen.
38:35Vergangenheit ist...
38:37Vergangen.
38:39Mhm.
38:42Ja, ja, klar. Das ist richtig.
38:44Zumindest im Wortsinn.
38:46Was halten Sie von meiner These?
38:51Interessant.
38:54Ich frage mich natürlich, wie erklärt das den gewaltsamen Tod Ihres Vaters?
39:03Ich weiß nicht.
39:05Sehen Sie?
39:07Ich auch nicht.
39:10Ich weiß nicht.
39:16Ich weiß nicht.
39:26Danke euch.
39:28Tschüss.
39:37Auf, Jens.
39:39Auf, Jens.
39:42Auf Jens.
39:46Auf Jens.
39:47Auf Jens.
40:13Auf Jens.
40:39Unsere Eltern haben da abends gemeinsam gesessen und mit uns Kindern
40:45Karten gespielt. Mit der Mutter am Tisch. Ich habe ihr zugesehen, wie sie für uns Pullover
40:55für den Winter gestrickt hat. Unser Vater hat da drüben gesessen, wenn er seine Buchhaltung
41:02gemacht hat. Er hatte immer vier steile Falten auf der Stirn gehabt. Warum ist Jens tot?
41:17Was hat er getan? Was habt ihr getan?
41:42Was hat er getan?
42:01Wir haben zwei Obdachlose gefunden, die sich an Pabbel erinnern.
42:03Ah, sehr gut. Wie lange war er denn in Wiesbaden?
42:06Ca. 10 Tage. Soll ziemlich aufgedreht gewesen sein. Wollte anscheinend seine Tochter besuchen.
42:12Also doch. Und warum hat das dann nicht getan?
42:16Wann genau haben die Obdachlosen ihn zum letzten Mal gesehen?
42:19Zu Ostern.
42:21Ostern? Bist du sicher?
42:23Pavel wollte sich mit einem der Obdachlosen zum Ostermarkt treffen. Aber der ist einmal
42:27zwei Wochen vor Ostern. Der Zeuge kann sich daran erinnern, dass Pavel sehr enttäuscht
42:32darüber war.
42:34Frau Wiebold wollte Ostern ihren Hund vom Tuchnerhof abholen.
42:46Frau Wiebold noch mal zu diesem Ostersonntag. Erzählen Sie mir doch noch mal genau, was
42:50Sie da gesehen haben.
42:52Ich habe Ihnen doch schon gesagt, die standen da rum.
42:55Morgens um sechs?
42:56Ja.
42:57Und alle waren da?
42:59Jens, Lia, Vincent, Usher, Marc. Alle.
43:02Was haben die gemacht? Die können doch nicht einfach so da rumgestanden haben.
43:05Doch. Die standen da rum, als ob sie auf etwas warten würden.
43:09Haben Sie eine Idee, was das gewesen sein könnte?
43:13Vielleicht, dass ich wieder gehen würde?
43:14Könnte doch sein nach all dem, was Sie mir erzählt haben.
43:19Das Auto.
43:20Ja?
43:23Der Pick-up von Vincent.
43:27Ich komme in den Innenhof und...
43:35Komm.
43:36Komm.
43:37Komm.
43:39Komm.
43:40Komm.
43:41Komm.
43:41Komm.
43:42Komm.
43:43Komm.
43:44Komm.
43:45Komm.
43:50Komm.
43:53Komm.
43:53Komm.
43:54Off'n.
43:56Komm.
44:07Ja, ich»
44:19»Alrighter nie.«
44:20Ich erinnere mich wieder.
44:22Wir wollten früh raus.
44:25Wir wollten zum Picknick.
44:42Kerstin, gibt's was Neues?
44:44Anke Wiebold oder Marc Menzel.
44:47Einer lügt.
44:49Ja, das ist aber keine Frage, oder?
44:50Einzel und Tuchner haben den Pkw von Vincent Urban gereinigt.
44:54Warum? Warum um 6 Uhr früh?
44:56Am Ostersonntag?
44:57Kurz nachdem Pavel Graf das letzte Mal lebend gesehen wurde?
45:00Gut.
45:01Also wenn es stimmt, dass Pavel Grafs Leiche
45:03auf der Ladefläche von Vincent Urbans Wagen lag,
45:05dann müssen wir den Ruckzug beschlagen haben.
45:07Ich besorge einen Durchsuchungsbeschluss, ja? Bis später.
45:10Gut, bis dann.
45:18Sie bestreiten also die Zeugenaussage?
45:20Welche Zeugenaussage?
45:23Die Geschichte, die Ihnen Frau Wiebold erzählt hat,
45:25ist das Fabrikat Ihrer lebhaften Fantasie.
45:32Ich bitte Sie.
45:35Anke Wiebold ist eine zutiefst uneerliche Person.
45:38Das sollten Sie doch mittlerweile erkannt haben.
45:41Frau Graf,
45:43seit ungefähr drei Minuten schauen Sie mir unverwandt in die Augen.
45:46In der Regel machen das Menschen, die anderen Menschen ins Gesicht lügen wollen.
45:56Ich glaube Ihnen nicht.
45:59Aber vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben.
46:05Sehr gerne.
46:07Ach, noch etwas, Frau Graf. Wundern Sie sich bitte nicht, wenn Sie nach Hause kommen.
46:11Ich habe veranlasst, dass der Pick-up von Herrn Urban beschlagen hat wird.
46:15Ich verstehe.
46:17Und ich danke Ihnen.
46:19Wofür?
46:22Dafür, dass Sie alles tun, den Tod meines Vaters aufzuklären.
46:25Und natürlich den von Jens.
46:28Auf Wiedersehen.
46:31Auf Wiedersehen.
46:34Mann, Mann, Mann, Mann, Mann.
46:44Wann bekomme ich die Karre zurück?
46:45Ich wollte nächste Woche in den Urlaub nach Ligurien damit.
46:49Tja, das tut mir leid, dass unsere Mordermittlungen Ihre Urlaubspläne durchkreuzen.
47:01Wir haben Blutspuren auf der Ladefläche gefunden.
47:04Sie sind circa ein halbes Jahr alt.
47:06Aha.
47:06Laut vorläufiger Ergebnisse der DNA-Untersuchung hat er entweder Pavel oder seine Leiche gelegen.
47:14Da stellen wir uns natürlich die Frage, was hat der Tod von Pavel Graf mit dem Tod von Jens Tuchner
47:19zu tun?
47:22Das ist mir wirklich ein völliges Rätsel.
47:26Das ist Ihr Wagen und Sie haben keine Ahnung, wie das Blut von Pavel Graf auf die Ladefläche gekommen ist.
47:31Nein, ich habe keine Ahnung.
47:33Sie haben doch Ostern beobachtet, wie Jens Tuchner und Mark Menzel die Ladefläche ihres Wagens gesäubert haben.
47:40Wer erzählt sowas?
47:42Nein, das habe ich nicht.
47:44Und wieso hätten die beiden das tun sollen?
47:48Wir haben eine Zeugin.
47:50Anke, sie lügt.
47:53Frau Graf, nennen Sie mir doch bitte einen einzigen Grund, warum Frau Wiebold Sie eingelogen haben sollte.
48:00Da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen.
48:07Sie bleiben bei Ihrer Aussage?
48:10Wie oft denn noch, ja?
48:15Gut, kommen wir zu Jens Tuchner, der ein gutes halbes Jahr nach Pavel Graf getötet wurde.
48:21Er wusste doch wie Sie und alle anderen Hofbewohner, was mit Herrn Graf passiert ist, oder?
48:27Also was Jens wusste oder nicht wusste, das weiß ich doch nicht.
48:31Ihre Mitbewohner setzen Sie unter Druck, oder? Sie haben Angst zu reden.
48:36Aber ich kann Ihnen versichern...
48:37und man setzt mich unter Druck und ich habe auch keine Angst.
48:44Herr Menzel, ich sehe doch, dass es Ihnen nicht gut geht.
48:49Ihre Nummer vorgestern auf dem Geländer?
48:57Ich glaube, Sie haben sich in eine Situation gebracht, aus der Sie allein nicht mehr herauskommen.
49:04Und Schuld ist ein Gefühl, dass man am besten los wird, wenn man darüber redet.
49:10Sie angeln? Ich beiß nicht an.
49:22Schickt sie nach Hause.
49:25Kerstin, wir haben gegen diese Leute nichts in der Hand. Absolut nichts.
49:29Wir haben noch nicht mal eine Tatwaffe, weder für den einen noch für den anderen an Bord.
49:33Bis morgen.
49:34Tschüss.
49:39Ich könnte jetzt echt einen Drink gebrauchen.
49:43So ein Likörchen vom Tuch nach Hof.
49:46Richtig doch.
49:48Ich muss jetzt alle wieder fluken.
49:49Ich bin zugegen.
49:56Oh!
50:02Ich bin zugeknüpft.
50:06Ich bin zugeknüpft.
50:09Ich bin zugeknüpft.
50:14Ich bin zugeknüpft.
50:44Untertitelung des ZDF, 2020
51:00Untertitelung des ZDF, 2020
51:22Untertitelung des ZDF, 2020
51:44Nach Aktenlage gehe ich davon aus, dass zwei Morde von jeweils mindestens zwei Personen verübt worden sind.
51:49Und ich bin davon überzeugt, dass Sie an beiden Morden beteiligt waren.
51:56Aber leider weiß ich noch nicht genau, was da überhaupt passiert ist.
52:02Aber das ist noch eine Frage der Zeit, bis ich Sie wegen Mordes anklagen werde.
52:06Und dann können Sie sich schon mal auf lebenslänglich vorbereiten.
52:13Herr Menzel, ich würde Ihnen gerne einen Vorschlag machen.
52:18Wenn Sie mir als Kronzeuge helfen, diesen Fall aufzuklären, bekommt Sie Strafminderung.
52:23Das heißt, bei guter Führung sind Sie nach ungefähr sieben Jahren wieder draußen.
52:35Sie müssen dieses Angebot nicht annehmen, das ist ganz allein Ihre Entscheidung.
52:39Dann würde ich halt zu Frau Graf gehen oder zu Frau Patel oder zu Herrn Orban.
52:45Und der, der zuerst redet, erspart sich lebenslänglich die anderen.
52:57Sie sind übrigens der Erste, dem ich dieses Angebot mache.
53:07Okay, und warum ausgerechnet ich?
53:12Weil ich glaube, dass Sie da in etwas reingeschlittert sind,
53:15das sehr viel größer ist als alles, mit dem Sie umgehen können.
53:19Hm?
53:24Papel Graf war auf dem Hof.
53:26Und bei allem, was dann passiert ist, waren Sie alle Zeugen.
53:32Woher wissen Sie?
53:36Warum sonst sollten Sie am nächsten Morgen um sechs die Ladefläche des Pickups reinigen,
53:41auf der die Leiche von Papel Graf gelegen hatte?
53:45Und im Übrigen haben Sie es mir gerade bestätigt.
53:53Okay.
54:01Samstag vor Ostern.
54:04Lias Vater kam zu uns.
54:06Wir waren gerade beim Abendessen.
54:09Er war völlig zerknirscht.
54:12Er meinte, es tut ihm leid, dass er
54:14Lia und ihre Mutter im Stich gelassen hat.
54:19Dann fragte er nach Geld.
54:22Wie hat Frau Graf reagiert?
54:24Er hat kein Wort gesagt.
54:28Der Alte wurde ungeduldig und meinte, sie soll sich nicht so anstellen
54:33und schon gar nicht glauben, dass sie was Besseres wäre.
54:37Sie ist immer noch seine Tochter.
54:48Sie nahm das Vorlegemesser und stach ihm einfach in die Brust.
54:55Ganz kühl und einfach so.
55:00Wie haben Sie reagiert?
55:02Wir waren schockiert.
55:04Der Alte lag da, hat noch geatmet.
55:07Ich wollte den Notarzt rufen, aber Lia hielt mich fest und meinte, nein.
55:12Der hat meine Mutter auf dem gewissen, dass das Schwein ausbluten muss.
55:23Und dann haben Sie Herrn Graf ausbluten lassen.
55:29Verstehen Sie denn nicht?
55:33Lia hat uns so viel gegeben.
55:38Wie ging es dann weiter?
55:42Am nächsten Morgen war er tot.
55:46Vincent gab uns seinen Wagen.
55:49Dann habe ich mit Jens die Leiche vergraben.
55:54Ich nehme an, der Toner ist mit einem nicht richtig klargekommen, oder?
55:58Er hat zu Lia gesagt,
56:01was er zum Grab von Pavel muss.
56:05Vincent rief Usher und mich.
56:09Er meinte, wir müssen Lia helfen.
56:11Da sind wir ihr schuldig.
56:18Vincent hat eine Schaufel dabei.
56:25Und dann hat er von uns allen verlangt.
56:33Von jedem von uns.
56:41Von jedem von ihm.
56:44Das war's.
57:36Und wieder ein neuer Anfang.
57:47Jens Tuchner hatte etwas, von dem Sie noch nicht mal eine Vorstellung haben.
57:54Ein Gewissen.
57:57Und daran sind Sie gescheitert.
58:01Das war's.
58:05Das war's.
58:06Das war's.
58:07Das war's.
58:11Das war's.
58:38Das war's.
58:39Das war's.
58:40Das war's.
58:40Das war's.
58:41Das war's.
58:41Das war's.
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