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  • vor 2 Tagen
In ihrer Heimat gehört sie fast schon zu einer Randgruppe: Nur noch drei von zehn Menschen ihrer Altersgruppe sehen sich als Teil einer religiösen Gemeinschaft.

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Transkript
00:03Für mich ist Jesus jemand, der immer bei dir ist, egal wo du bist.
00:06Er wohnt in deinem Herzen. Und bei allen schwierigen Dingen, aber auch allen schönen Dingen, ist er da.
00:13Josefine Pell ist 22 und zeigt uns heute, was es für sie bedeutet, gläubige Protestantin zu sein.
00:19In ihrer Heimat in Niederlanden gehört sie fast schon zu einer Randgruppe.
00:22Nur noch drei von zehn Menschen aus ihrer Altersgruppe sehen sich selbst als Teil einer religiösen Gemeinschaft.
00:30Früher fühlte ich mich mit meinem Glauben öfter allein, weil es um mich herum in der Schule nicht so viele
00:35Menschen gab, die auch gläubig waren.
00:37Ich war zwar auf einer christlichen Grundschule und einer christlichen Sekundarschule, aber trotzdem war ich die Einzige, die wirklich religiös
00:43war.
00:48Josefine studiert Erziehungswissenschaft in ihrer Heimatstadt Utrecht.
00:53Jeden Sonntagmorgen, wenn ihre Kommilitoninnen vielleicht noch in den Betten liegen, besucht sie den Gottesdienst.
01:07Ein protestantischer Gottesdienst folgt einer festen Form.
01:10Dazu gehören Lieder, Gebete und eine Predigt.
01:13Jeder kann kommen, wie er ist.
01:15Einen Dresscode oder sonstige Vorschriften gibt es nicht.
01:23Auch keine prunkvollen Symbole und Bilder wie in katholischen Kirchen üblich.
01:27Hier ist der Kirchenraum schlicht und einfach gehalten.
01:32Der Protestantismus ist ja eine Form des Christentums.
01:35Wir glauben an Jesus und dass er am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist und dass Jesus der Sohn Gottes
01:40ist.
01:41Bei Josefine zu Hause sieht es aus wie bei einer typischen niederländischen Studentin.
01:46Ein Kreuz an der Wand oder andere Symbolik? Fehlanzeige.
01:50Dabei kam Josefine schon als Kind mit dem Glauben in Berührung.
01:56Diese Fotos stammen aus der Zeit, als ich getauft wurde.
02:00Meine Eltern haben sich dafür entschieden, mich als Baby taufen zu lassen.
02:03Und das bedeutet eigentlich, dass man sagt, ja, ich gebe mein Kind wirklich auch Gott.
02:07Später habe ich dann angefangen, selbst darüber nachzudenken, wer Gott wirklich ist und wer Jesus für mich ist.
02:13Und dann habe ich mich bewusst dafür entschieden, mein Leben für Jesus zu geben.
02:19Der Protestantismus ist durch die Reformation im 16. Jahrhundert entstanden.
02:23Diese christliche Erneuerungsbewegung kritisierte verschiedene Glaubensinhalte und Praktiken der katholischen Kirche.
02:30Bis heute gibt es große Unterschiede.
02:33Im Protestantismus dürfen auch Frauen Kirchenämter ausüben.
02:36Es gibt keine Pflicht zur Ehelosigkeit für Geistliche.
02:40Vor knapp 100 Jahren waren 44 Prozent der niederländischen Bevölkerung protestantisch.
02:45Heute sind es gerade noch 13 Prozent.
02:48Seit einigen Jahren ist Josefine Teil einer christlichen Studentenvereinigung.
02:53Hier studiert sie die wichtigste Grundlage des Protestantismus und des Christentums überhaupt.
02:57Die Bibel.
02:58In kleinen Gruppen vertieft sie sich regelmäßig in einzelne Abschnitte des Buches und diskutiert, was gemeint sein könnte.
03:06Es geht immer wieder um Gut und Böse und um ein sinnvolles Leben.
03:10Und was passiert, wenn man stirbt?
03:11Das sind wichtige Themen, die einfach bleiben, denke ich, in jedem Menschen.
03:15Auch wenn die Bibel vor mehr als tausend Jahren geschrieben wurde, auch wenn heute vieles ganz anders ist.
03:20Trotzdem bleiben diese Themen.
03:22Und die Menschen sind immer auf der Suche nach Antworten oder nach Hoffnung oder Sinn, denke ich.
03:27Auch Musik gehört für Josefine zum Glauben dazu und zum Protestantismus überhaupt.
03:33Einer seiner Vordenker aus dem 16. Jahrhundert, Martin Luther, sang leidenschaftlich gern und verfasste Kirchenlieder.
03:40Er wusste, dass Musik Menschen direkt berühren kann.
03:47Wenn ich singe oder musiziere, allein oder mit anderen Menschen zusammen, dann spüre ich noch mehr die Art von Verbundenheit,
03:55die man auch im Gebet finden kann.
03:56Ich selbst finde Musik eine sehr schöne Art und Weise, zu Gott zu kommen.
04:03Aber beim Glauben geht es natürlich nicht nur um das Leben im Hier und Jetzt, sondern auch um die ganz
04:09großen Fragen.
04:11Ich weiß nicht genau, was nach dem Tod ist, aber ich glaube, dass es noch etwas danach gibt.
04:16Dass es nicht nur das Leben hier auf der Erde gibt, dass man nicht allein dafür geboren wird, sein Leben
04:20zu leben und zu sterben.
04:21Und das war es dann.
04:23Sondern, dass es noch etwas danach gibt.
04:25Dass es noch eine Ewigkeit gibt, wo eigentlich alles viel schöner ist als hier auf Erden.
04:29Und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm.
04:30Dann habe ich das zumindest geglaubt.
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