00:01Hunderte Migranten sind in jüngster Zeit von Marokko aus in die benachbarte spanische
00:06Exklave Ceuta in Nordafrika geschwommen und überfordern damit laut örtlichen Behörden
00:11den Grenzschutz. Nach Angaben des Regierungschefs von Ceuta, Juan Jesús Vivas, haben in den
00:18vergangenen Tagen mehr als 1500 Migranten die Exklave auf dem Seeweg erreicht, Erwachsene
00:23und auch Minderjährige. Viele schlafen im Freien, weil die Aufnahmezentren völlig überlastet sind.
00:30Beim Versuch, auf See die Grenze nach Ceuta zu überqueren, sind laut Vivas auch schon Menschen
00:34ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr seien 60 Leichen im Meer entdeckt worden. Dass so viele
00:40Migranten jetzt nach Ceuta schwimmen, könnte mit einem Urteil des spanischen obersten Gerichtshofs
00:45von Anfang Juli zu tun haben. Dieses besagt, dass Migranten, die auf dem Seeweg kommen,
00:50nicht sofort ohne ein ordnungsgemäßes Verfahren nach Marokko zurückgeschickt werden dürfen.
00:55Für diejenigen, die auf dem Landweg kommen, beispielsweise indem sie den Grenzzaun überklettern,
01:00nicht. Der Präsident der Marokkanischen Menschenrechtsvereinigung bezweifelt hingegen, dass das Urteil
01:05eine Rolle spielt. Die meisten Marokkaner wüssten nichts davon. Ihn erinnert der Ansturm, der
01:11auf ein Treffen des spanischen Ministerpräsidenten mit dem algerischen Präsidenten vergangene Woche
01:15folgte, an die Grenzkrise von Mai 2021. Damals waren innerhalb von zwei Tagen mehr als 8000
01:22Migranten nach Ceuta geströmt.
Kommentare