- vor 2 Tagen
Hauptkommissar Herzog - Walter Kreye /
Drehbuch - Albert Sandner /
Regie - Marcus Ulbricht
Drehbuch - Albert Sandner /
Regie - Marcus Ulbricht
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TVTranskript
00:14Ich lasse mich von niemandem und nichts in die Knie zwingen, ganz gewiss nicht, weil ich in meinem Leben jeden
00:24Kampf angenommen habe und mich auch gegen diesen Angriff zur Wehr setzen werde.
00:29Wer führen will, muss im richtigen Moment Härte zeigen und dem Gegner die Stirn bieten. Und genau das werde ich
00:35tun.
00:36Aktion und Reaktion. Wenn ich für mich, ist es gegen mich.
00:41Na, das werden wir noch sehen. Das werden wir noch sehen.
01:11Dr. Färber.
01:12Guten Abend, Regina.
01:17Überstunden. Und das, obwohl da jemand auf Sie wartet.
01:22Die Zusammenstellung für einen potenziellen Großkunden.
01:25Ja, das liebe Geld. Wie steht es damit bei Ihnen? Privat?
01:34Na ja.
01:35Ich weiß, wo mir den Kredit bei der Bank. Keine kleine Summe. Und dann die Zinsen. Aber Sie sind an
01:44der Kämpfer Natur. Wie Ihr Vater. Pflichtbewusst und zielstrebig. Das gefällt mir.
01:51Danke.
01:53Genau so jemanden brauche ich.
01:56Jemanden, der die Nerven behält und eine Sache gegen jeden Widerstand zu Ende bringt. Erfolgreich. Gegen Honorar natürlich. Steuerfrei.
02:14Verstehen Sie das, wenn es Anzahlung? Am Ende dürfte eine Summe herausspringen, die Ihnen etwas Luft verschaffen wird.
02:25Aha.
02:27Na, Sie wollen doch gerne hier weiterarbeiten.
02:30Ja, ja, natürlich.
02:31Nee, und Sie möchten doch auch, dass alles so bleibt, wie es ist?
02:34Sicher.
02:35Dann können Sie jetzt etwas für sich und die Firma tun.
02:40Mit was für uns alle.
03:16So früh schon auf?
03:19Ich dachte, du schläfst noch.
03:22Überraschung.
03:25Ich muss schnell was erledigen.
03:28Bis später.
03:41Ein Herr Pilgram wartet auf Sie.
03:43Ja, ich weiß. Danke.
03:47Wir waren für zehn Uhr verabredet.
03:50Ein Problem in der Fertigung hat mich aufgehalten.
03:54Entscheidungen mussten sofort getroffen werden.
03:57Wie das nun mal so ist, wenn man eine Firma führt.
04:01Bitteschön.
04:04Aber ich führe Sie ja nicht mehr lange.
04:07Sehe ich das richtig?
04:08Ich bin nicht Ihr Feind.
04:10Ihr Feind sind die Umstände.
04:11Die Umstände? Ja, ja.
04:13Hinter diesen Umständen steckt doch jemand.
04:16Mit ganz eigenen Interessen, oder?
04:37Dürfte ich den Zettel, bitte?
04:43Bar oder mit Kreditkarte?
04:46Bar.
04:50Bitteschön.
05:17Was denn, du kommst jetzt schon wieder?
05:19Ich muss mir nur schnell was anderes anziehen.
05:21Ich bin gleich wieder weg.
05:24Galerie Massimo der Rollt.
05:27Wollen die dich ausstellen?
05:30Unter meinem Niveau.
05:35Unter deinem Niveau.
05:38Und die Mahlungen auch?
05:45Ich verkaufe mir nicht unter Wert.
05:52Und deinen Wert kennt keiner besser als du, ja?
06:01Wie bist du heute drauf?
06:03Kennst du auch die Spielregeln in diesem Geschäft?
06:05Nur Geduld zahlt sich aus.
06:07Ja.
06:08Ja.
06:09Entschuldige.
06:10Ich bin heute ein bisschen angespannt.
06:14Du weißt doch, was ich wert bin.
06:19Bin ich jetzt.
06:24Muss wohl wirklich wichtig sein.
06:27Kochst du heute Abend was für uns?
06:29Der Kühlschrank ist leer.
06:33Steaks und Tayatelle?
06:35Steaks sind immer gut.
06:42Ziemlich viel Brares.
06:44Ja, aber das gehört nicht mehr.
06:46Soll er was erledigen für Dr. Färber.
06:49Aber er zahlt ganz gut.
06:51Ich glaube, der will uns helfen.
06:53Das sollten wir doch feiern.
06:55Da müssen allerdings noch ein paar richtig gute Flaschen Wein her.
07:07Das wird ein Abend, den du nie vergisst.
07:12Niemand hier braucht zu wissen, wer ich wirklich bin.
07:14Und Sie bleiben weiterhin der Chef.
07:17Nur bei dem Unterschied, dass ich nichts mehr zu sagen habe.
07:20Das muss dem Betrieb ja nicht unbedingt schaden.
07:22Ich danke für das Gespräch.
07:23Kann ich Ihnen noch etwas anbieten?
07:25Sie können mir nichts anbieten, was ich nicht schon hätte.
07:28Vielleicht sollten wir noch ein paar Details durchgehen.
07:31Wir sehen uns ab jetzt noch oft genug.
08:10Ich komme zum Abholen.
08:13Was abholen?
08:15Die Unterlagen.
08:26Was für Unterlagen?
08:28Für die Bank.
08:29Bank? Was für eine Bank?
08:31Meine Bank.
08:32Man hat mir gesagt, das ist alles zum Abholen bereit.
08:34Herr Pilgrim ist nicht da.
08:35Ich habe keine Anweisungen.
08:39Und ich habe nicht viel Zeit.
08:43Schon gemerkt, dass es kalt ist?
08:53Was für eine Bank?
08:55Sie kennen doch wohl die Bank von Ihrem Chef.
08:58Bankhaus Wagner.
09:00Also, und jetzt hätte ich gerne die Unterlagen.
09:02Unterlagen für was?
09:05Für die Aktien, die er zeichnen will.
09:07Die Frist läuft heute Nachmittag ab.
09:09Deswegen bin ich auch persönlich hier.
09:19Er hat nichts hingelegt.
09:21Vielleicht hat Ihr Chef ein Arbeitszimmer.
09:25Warten Sie hier.
09:55Ich habe Ihnen doch gesagt, Sie sollen draußen warten.
09:57Nicht in diesem Ton, bitte.
09:59Ihr Chef kann froh sein, dass wir uns persönlich bemühen.
10:10Kein Umschlag, keine Notiz.
10:14Hier ist nichts.
10:16Ja, dann hat er Pech gehabt.
10:18Können Sie nicht warten, bis er nach Hause kommt?
10:21Sie sind gut.
10:21Ich muss noch zu zwei anderen Kunden.
10:23Also, die Zeit hätte ich mir wirklich sparen können.
10:25Bemühen Sie sich nicht.
10:26Ich finde selber raus.
10:42Hallo?
10:44Hallo?
10:47Hallo.
10:53Hast du neuerdings ein Mädchen, oder?
10:55Die war von der Bank.
10:59Was ist denn für eine Bank?
11:19Hallo? Ich hab's geschafft. Ich war drin. Die Sender sind alle an ihrem Platz und der Empfänger klebt am Stromkasten
11:27bei der Bahnunterführung.
11:29Sehr gute Arbeit. Danke.
11:54Frau Wolf? Die sind ungewöhnlich früh dran heute.
12:01Sie bekommen in diesem Gebäude alles mit, oder?
12:09Nein.
12:12Lassen Sie sich nicht aufhalten.
12:35Also wirklich. Ihr macht euch ja die Augen kaputt.
12:38Danke, Mama.
12:40Axel ist schon weg. Der müsste zum Zahnarzt.
12:43Und ich hab hier auch nicht mehr wirklich was zu tun.
12:45Die Schicht ist aber trotzdem noch nicht vorbei.
12:48Ich weiß. Ich wär's nur schön, wenn ich einmal pünktlich hier rauskomme.
12:52Ja, dann musst du dich ja nur noch ein paar Minuten gedulden.
12:57Herzog?
13:00Ja?
13:03Wo?
13:03Jetzt sagt er gleich sofort.
13:08Sofort.
13:11Sofort.
13:18Frau Wolf?
13:20Herzog ist mein Name. Mein Kollege Heimann.
13:25Er liegt oben.
13:27Er liegt oben.
13:27Wer liegt oben?
13:28Mein Freund.
13:31Er hat keins. Wir wohnen da oben zusammen.
13:35Er hat...
13:36Er hat die Wohnungsschlüssel noch in der Hand.
13:54Er wollte vermutlich gerade die Tür aufschließen.
14:00Sieht so aus, als wurde er erschlagen.
14:01Ja, von hinten.
14:03Er hatte nicht mal Zeit, sich umzudrehen.
14:11Frau Wolf!
14:13Haben Sie Ihren Freund genau so vorgefunden?
14:16Ja.
14:17Und dann sofort die Polizei verständigt?
14:20Nein, das war sie.
14:23Wer sind Sie?
14:24Liane Hartwig.
14:26Ich wohne hier vorne bei der Aufgangstreppe.
14:29Gut, dann schlage ich vor. Wir setzen das Gespräch bei Ihnen fort.
14:34Nein, ich hab's nicht, Kleiner.
14:39Quittung.
14:41Danke.
14:56Sorry.
15:06Ich wollte gerade weggehen. Meine Kamera muss zur Reparatur.
15:10Das heißt, Sie waren tagsüber zu Hause?
15:13Das bin ich meistens. Ich arbeite hier. Ich bin Fotografin.
15:17Frau Wolf! Wo kamen Sie denn hier?
15:21Von der Arbeit. Ungewöhnlich früh.
15:24Wo arbeiten Sie?
15:27Bei der Firma Färber. Im Marketing.
15:32Das sind meine Kollegen!
15:34Geben, waren Sie nach oben.
15:36Einen Moment.
15:41Axel!
15:42Ja?
15:43Wir sind hier!
15:45Du, äh, läutet doch mal in den Türen im Gebäude und stell fest, ob irgendjemand was mitbekommen hat, hm?
15:50Mach ich.
15:50Danke dir.
15:55Frau Hartwig, haben Sie vielleicht ein Glas Wasser für mich?
15:58Selbstverständlich.
15:59Danke.
16:03Sie kamen also heute früher nach Hause als gewöhnlich. Hatte das einen Grund?
16:11Ich habe in den letzten Tagen rund um die Uhr gearbeitet.
16:14Aus welchem Grund?
16:18Eine wichtige Präsentation.
16:22Können Sie diese Fragen im Moment bitte beiseite lassen?
16:26Ja.
16:27Ja.
16:27Ja, natürlich.
16:29Ich sehe mal nach Frau Hartwig.
16:33Frau Hartwig, da Sie anscheinend so gut informiert sind, haben Sie vielleicht auch etwas mitbekommen über den Freund von Frau
16:39Wolf?
16:40Das ließ sich nicht vermeiden.
16:45Er war ja auch meistens zu Hause.
16:47Sie mochten ihn nicht?
16:48Er hat sich von ihr aushalten lassen.
16:51Punkt.
16:52Kein Dank.
16:54Es gab Streitereien ums Geld. Sie hatten finanzielle Schwierigkeiten.
17:00Können Sie mir sonst irgendetwas über ihn erzählen?
17:03Ich weiß nur, dass er Maler ist. In letzter Zeit wohl auch nicht mehr sehr gefragt.
17:08Sie muss alle Kosten allein getragen haben.
17:22Und?
17:23Ich weiß jetzt, wo sie wohnt.
17:26Ja, und was sonst noch?
17:27Mehr waren nicht zu machen.
17:32Ist mir zu wenig.
17:48Sein Schlüsselbund. Ansonsten hatte er nur loses Geld in der Tasche.
17:52Wir brauchen da noch seine Papiere. Die sind wahrscheinlich oben.
17:56Ja, ja.
17:58Holen Sie, was Sie wollen.
18:00Kommen Sie bitte mit.
18:04Ich komme gleich nach.
18:07Das war's. Servus.
18:10Und? Erschlagen? Von hinten? Stumpfer Gegenstand?
18:13Bei euch kommt man sich manchmal wirklich überflüssig vor. Weißt du das?
18:18Werner hat bereits die Todeszeit bestimmt.
18:20Wie das?
18:21Der Mann hatte eine Einkaufstüte in der Hand.
18:24Die fiel bei dem Schlag auf den Boden.
18:26Dabei ging eine Weinflasche zu Bruch.
18:28Der Wein floss zum Treppenabsatz und trockte hier herunter.
18:32Und du hast festgestellt, wie lange der Wein braucht, um bis zur Treppe zu fließen.
18:36Ja. Und ich wette, der lag noch keine fünf Minuten, als er gefunden wurde.
18:40Ja. Mehr kann ich im Moment auch nicht sagen.
18:43Setz.
18:45Axel, hat jemand angetroffen?
18:47Ja. Hat aber niemand was mitgekriegt.
18:50Dann musst du dich um die angrenzenden Häuser kümmern.
18:52Mhm. Mach ich.
18:56Mord.
18:57Es war Mord.
18:58Das haben wir auch schon festgestellt.
19:01Ach, ich meine doch was anderes.
19:02Ich bin da unten gerade in so einen Typen reingelaufen.
19:05Der war völlig schwarz gekleidet. Mittleres Alter.
19:08Und mir kam sein Gesicht bekannt vor.
19:10Jetzt weiß ich auch wieder, woher ich es kenne.
19:11Aus einer Akte.
19:12Na dann ferns Präsidium. Aktensichten. Jetzt gleich.
19:15Schon unterwegs.
19:28Ja.
19:29Sag mal, können ihr mich ein Stück mitnehmen?
19:30Ja. Kein Problem.
19:32Okay.
19:40Die Beifahrertür ist offen.
19:43Ja.
19:51Das ist sein Personalausweis.
19:55Ja.
19:55Er hat doch sicher auch ein Bankkonto.
19:57Ja.
20:06Hier.
20:12Es ist übersichtlich.
20:14Dieses Loft hier.
20:16Gehört das Ihnen beiden?
20:18Also, er hat es gekauft, aber...
20:20Gehören tut es der Bank.
20:21Ah ja. Und Sie zahlen den Kredit ab.
20:24Ah ja. Und Sie zahlen den Kredit ab.
20:26Was, die Erfrau hab ich.
20:28Ja. Ich zahle dir die Kredite ab.
20:31Er hat nicht viele Bilder verkauft.
20:34Für Sie war das sicher auch nicht so einfach.
20:39Er konnte mit mir machen, was er wollte.
20:43Ich hab ihn machen lassen.
20:46Ich bin nicht von ihm losgekommen.
20:50Hört sich das so an, als sei ich irgendwie froh.
20:53Ja.
20:54Fast.
20:55Ja.
21:02Er war ein schwieriger Mensch.
21:06Aber ohne ihn wollte ich nicht leben.
21:10Ich hab nichts mit seinem Tod zu tun.
21:13Ja gut, aber...
21:14Haben Sie vielleicht eine Erklärung?
21:17Eine Vermutung?
21:20Verdacht?
21:23Entschuldigung.
21:28Wolf?
21:29Ich habe gehört, was passiert ist.
21:32Ihr Freund ist tot.
21:33Tun Sie nichts, sagen Sie nichts.
21:36Ich denke, es war eine Warnung.
21:38Die wissen, wo Sie wohnen.
21:42Ich glaub, Sie haben sich verwählt.
21:49Falsche Nummer?
21:50Ja.
21:52Zurück zu Ihrer Frage.
21:54Ich habe keine Ahnung.
21:56Ich habe keine Vermutung oder Verdacht.
21:59Ja, ja, haben Sie vielen Dank.
22:01Oh.
22:03Vielleicht können Sie mir weiterhelfen.
22:05Ich habe da ein paar Schlüssel.
22:10Vielleicht können Sie mir sagen, wofür die sind.
22:17Also, das ist Haustürschlüssel.
22:19Das ist Briefkasten und das für seine Schublade.
22:22Schublade?
22:23Ja.
22:23Darf ich die sehen?
22:25Natürlich.
22:33Hey.
22:57Haben Sie davon gewusst?
23:00Wie viel ist das?
23:02Na, vielleicht...
23:04... 10.000?
23:09Ich dachte...
23:13Die ganze Wahrheit war das noch lange nicht.
23:16Sie waren mit den Nerven im Ende.
23:19Und dieser Anruf, der hat ja fast den Rest gegeben.
23:22Sag mal, konntest du die Nummer feststellen?
23:25Ja, ja, ich habe sie noch im Kopf. Ich bin schon online.
23:29Äh, Rufnummer Rückverfolgung.
23:33Ja, das haben wir gleich.
23:36Ja, ja, die Technik heutzutage.
23:39Nimmt einem die ganze Spannung, was?
23:42Mhm.
23:43Und?
23:44Das ist eine Durchwahl innerhalb der Firma Ferro.
23:48Der Anruf kam aus der Firma, in der sie arbeitet?
23:51Ja.
23:52Sollen wir sie nochmal fragen?
23:55Nein, nein, das bringt jetzt nichts.
23:57Fürs Erste genügt es zu wissen, dass sie nicht die Wahrheit sei.
24:02Was mich jetzt interessiert, ist was ganz anderes.
24:12Axel, machst du Fortschritte?
24:14Fortschritte?
24:15Fortschritte mache ich bis jetzt nur beim Kaffee.
24:17Da bin ich inzwischen bei der zweiten Kanne.
24:19Aber ich habe noch nichts gefunden über keinen der beiden Männer.
24:23Seit wann sind es denn zwei Männer?
24:26Seit ich vorhin aus dem Haus gegangen bin.
24:28Da stand plötzlich wieder einer da.
24:31Ein sehr viel älterer diesmal.
24:32Er war ebenfalls in schwarz.
24:33Und er kam mir irgendwie bekannt vor.
24:36Warum hast du nicht gefragt, wer er ist?
24:38Ging nicht.
24:39Beim zweiten Hinschauen war er nicht mehr da.
24:41Du, ich weiß, wie das klingt.
24:43Ich weiß aber auch, was ich gesehen habe.
24:44Oder denkst du jetzt, ich bin verrückt geworden?
24:46Nicht, wenn du mir bis morgen früh zwei Fotos lieferst.
24:49Dazu ist die Nacht ja da.
24:51Ciao.
24:54Hast du das eben mitbekommen?
24:55Er sieht überall Verdächtige.
24:57Die klassische Berufskrankheit erwischt uns alle mal.
25:03Frau Hartwig?
25:05Darf ich mit Ihnen reden?
25:08Vertraulich?
25:10Wenn Sie mit uns reden, ist das immer vertraulich.
25:13Es gibt da was, das ich Ihnen nicht erzählt habe.
25:17Ich habe etwas beobachtet, bevor es passiert ist.
25:22Was haben Sie denn beobachtet?
25:24Ich stand hier und wollte gerade gehen.
25:28Da hörte ich, wie jemand zur Haustür hereinkam.
25:32Herr Kainz.
25:34Ich kenne das Geräusch seiner Schuhe.
25:36Er ging nach oben.
25:39Und dann hörte ich nichts mehr.
25:44Hätten Sie denn erwartet, dass Sie was hören?
25:48Ja, normalerweise höre ich, wie die Haustür wieder ins Schloss fällt.
25:51Aber dieses Mal haben Sie nichts gehört.
25:54Genau.
25:56Deshalb habe ich rausgeschaut.
25:59Und da war...
26:02Ja.
26:04...ein Mann.
26:10Er muss nach Herrn Kainz ins Haus gekommen sein.
26:14Ich habe die Tür einen Spalt aufgemacht.
26:18Und ihn gesehen.
26:20Nur von hinten.
26:22Und dass er schwarz angezogen war.
26:28Warum haben Sie vorhin nichts davon erwähnt?
26:32Ich hatte Angst.
26:34Ich habe sie immer noch...
26:35Angst wovor?
26:37Dass dieser Mann erfährt, dass ich ihn gesehen habe.
26:40Ich glaube nicht, dass ich mir das einbilde.
26:44Als diese schwarze Gestalt durchs Treppenhaus schlich,
26:46da habe ich eine Angst gespürt, wie noch nie.
26:49Ich habe sie, wie noch nie.
26:55Ich habe sie gegessen.
27:10Ich hab sie mit einem Gefahren hinein.
27:14Er hat nichts da.
27:35Wundern.
27:41Wundern.
27:55Sie wollen uns alles nehmen, Rudelund.
27:59Alles, was wir aufgebaut haben.
28:04Aber die werden sich noch wundern.
28:07Die werden sich noch wundern, wie wir uns wehren.
28:23Morgen.
28:25Morgen.
28:30Was suchst du da?
28:33Den Hund von Baskerville?
28:35Ich vergleiche den Kassenzettel mit der Liste der Gegenstände,
28:38die bei dem toten Bernhard Kainz gefunden wurden.
28:42Da fehlt was.
28:43Und was?
28:45Eine Flasche Wein.
28:47Die lag doch dort. Sie war zerbrochen.
28:50Ja.
28:51Eine.
28:52Ja, da wird zwei gekauft.
28:55Die gleiche Sorte. 98er Bordeaux.
28:58Mit einer vollen Flasche kann man ganz schön kräftig zuschlagen.
29:00Das ist eine gute Tatwaffe.
29:02Zerbricht so eine Flasche nicht, wenn sie auf den Schädel trifft?
29:06Kommt drauf an, die kräftig das Glas ist.
29:08Sag mal, wie stellst du dir den Hergang der Tat vor?
29:20Darf ich dich mal kurz erschlagen?
29:23Du machst nichts zu gewohnertes.
29:25Also, du stehst vor der Tür,
29:27in der einen Hand die Einkaufstüte,
29:31in der anderen den Schlüssel, um aufzusperren.
29:34Ich komm von hinten,
29:37greif in die Tüte,
29:38nehm die Flasche
29:40und schlag sie dir über den Nacken.
29:43So ein Ablauf ist unwahrscheinlich.
29:46Warum?
29:47Ja, überleg doch mal.
29:48Er müsste dir zuerst die Flasche aus der Tüte ziehen.
29:52Also, was merkst du doch und drehst dich um.
29:54Aber der Keins wurde von hinten erschlagen.
29:58Also halten wir nur mal fest, was wir ganz genau wissen.
30:01Es fehlt eine Flasche Wein.
30:05Versuch mal festzustellen, von wo genau aus der Firma Färber
30:08gestern dieser Anruf kam.
30:13Und?
30:14Hat sich deine nächtliche Recherche gelohnt?
30:17Ich weiß jetzt, dass ich mich getäuscht habe.
30:20Mhm.
30:22Es ging nicht um Mord.
30:24Sondern?
30:25Es ging um Totschlag.
30:28Hier.
30:32Martin Bleifeld hat seine Frau im Affekt erschlagen.
30:35Vor 14 Jahren.
30:36Deswegen bin ich nicht gleich drauf gekommen.
30:39Er ist also der erste der beiden Männer in schwarz?
30:41Ja, den habe ich fast umgerannt.
30:43Und wahrscheinlich hast du den zweiten auch schon gefunden, oder?
30:47Nein.
30:50Aber?
30:52Aber?
30:54Ich habe ihn zeichnen lassen.
30:58Nie gesehen.
30:59Ich schon.
31:00Ich weiß allerdings noch nicht genau, wo.
31:03Na, wenigstens einen Namen haben wir.
31:06Diesen Herrn Bleifeld.
31:08Sollten wir mal dringend zu einem Gespräch bitten.
31:10Bin schon weg.
31:12Das machst du nicht alleine.
31:14Komm.
31:17Ich weiß jetzt, von wo in der Firma der Anruf kam.
31:21Und? Von wo?
31:23Aus dem Chefbüro.
31:30Dr. Färber.
31:32Sie kommen in die Firma.
31:34Nach allem, was passiert ist.
31:36Nehmen Sie Urlaub. Sie brauchen Urlaub.
31:39Mein Freund ist tot.
31:41Sie haben gesagt, es war eine Warnung.
31:44Es tut mir schrecklich leid, dass ich Sie da mit hineingezogen habe.
31:48Fahren Sie weg.
31:50Irgendwohin, wo Sie niemand kennt.
31:53Ich kann doch jetzt nicht einfach wegfahren.
31:54Das würde die Polizei nie zulassen.
31:58Sie haben am Telefon gemeint, ich soll nichts tun und ich soll nichts sagen.
32:03Auch nicht der Polizei.
32:03Nein, nein, sagen Sie niemand was.
32:06Nicht bevor ich mehr weiß.
32:08Mia, worüber denn?
32:13Vorgestern, als Sie mir den Auftrag gegeben haben, habe ich gedacht, Sie wollen die Konkurrenz aushorchen. Aber, aber das ist
32:18es nicht, oder?
32:23Man will mir die Firma nehmen.
32:26Wer denn? Wer will das?
32:28Das muss ich noch herausfinden.
32:30Auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass es Leute sind, die von nichts zurückschrecken. Nicht mal vor Mord.
32:38Vielleicht sollte ich doch die Polizei einschalten.
32:39Vergessen Sie die Polizei, die hilft uns nicht.
32:42Der Exekutive exekutiert, mehr nicht.
32:46Und was soll ich jetzt machen?
32:48Sie müssen weg von hier.
32:50Gehen Sie heim.
32:52Heim?
32:53Aber Sie haben gesagt, die wissen, wo ich wohne.
32:55Ich kann nicht heim, da bin ich doch nicht sicher.
32:57Hier sind Sie es noch weniger.
32:58Und trauen Sie niemandem.
33:01Niemandem.
33:10Niemandem.
33:25Niemandem.
33:54Untertitelung. BR 2018
34:22Untertitelung. BR 2018
34:44Bleifeld wohnt hier?
34:46Da passen wir es nicht zusammen. Der Mann ist gelernter Fleischer.
34:49Vielleicht hat er ja im Lotto gewonnen.
34:50Und draußen am Schild stand Pilgram.
34:54Guten Tag, Herr Pilgram.
34:57Mein Name ist Richter. Das ist mein Kollege Riedmann.
35:00Guten Tag.
35:01Wir würden gern mit Herrn Bleifeld sprechen.
35:03Er ist unterwegs. Und ich bin es auch gleich.
35:05Was liegt an?
35:07Das würden wir ihm gerne persönlich sagen.
35:09Wo finden wir ihn bitte?
35:10Von welcher Abteilung sind Sie denn überhaupt?
35:12Oder können Sie das auch nur ihm persönlich sagen?
35:16Mordkommission.
35:44Der Bleifeld ist bei Ihnen angestellt.
35:48Er kümmert sich um das Haus. Mir fehlt die Zeit dazu.
35:51Warum?
35:52Was machen Sie denn beruflich?
35:53Ich bin Unternehmensberater.
35:55Ich bin viel unterwegs.
35:57Was will denn die Mordkommission von ihm?
36:01Ja, ja, ich weiß.
36:02Sie stellen hier die Fragen.
36:05Es geht um einen Vorfall.
36:06Gestern am Nachmittag.
36:08Wissen Sie, wo er da war?
36:11Unterwegs?
36:12Das ist er anscheinend gerne.
36:17Vorfall heißt bei Ihnen Mord.
36:20Sehe ich das richtig?
36:22Wer wurde ermordet?
36:24Ein Mann? Eine Frau?
36:26Seine Vorgeschichte ist Ihnen offenbar bekannt.
36:29Wir stemmen aus der gleichen Nachbarschaft.
36:34Er hatte Pech im Leben.
36:36Pech?
36:37Er hat seine Frau erschlagen.
36:39Diese Frau war das Schlimmste, was ihm passieren konnte.
36:42Es hat ihr Spaß gemacht, um die Beherrschung zu rauben.
36:45Das heißt, Sie haben Ihnen groß Mitleid eingestellt?
36:48Mitleid?
36:50Nein.
36:51Er ist mein Freund.
36:53Wie lange ist er denn schon bei Ihnen?
36:55Ich glaube, es hat seine Entlassung aus dem Gefängnis.
36:57Haben Sie eine Ahnung, wo er sich jetzt gerade auffällt?
36:59Oder wie wir ihn erreichen können?
37:01Nein.
37:01Er ist ein eigener Herr.
37:03Mir läuft die Zeit davon.
37:04Bitte.
37:05Aber ich gehe davon aus, dass er heute Abend hier sein wird.
37:12Ja?
37:13Guten Tag.
37:14Wir suchen den Firmenchef, Dr. Färber.
37:17Ja, der bin ich.
37:20Wer sind Sie?
37:23Warum sehen Sie mich so an?
37:26Verzeihen Sie, Sie erinnern mich an jemanden,
37:28den ich vor kurzem gesehen habe.
37:30Herzog ist mein Name, Kripo München.
37:32Das ist mein Kollege, Herr Heimann.
37:34Darf ich?
37:35Ja, natürlich.
37:38Nicht jeder ist der, der hervorgibt zu sein.
37:41Sie können gerne im Präsidium anrufen.
37:43Schon gut.
37:45Worum geht es?
37:47Haben Sie Zeit für ein paar Fragen?
37:49Wenn es nicht so viele sind?
37:51Es sind mehr, als ich bislang dachte.
38:19Ja?
38:20Ja.
38:24Moment. Moment, ich höre dich nicht.
38:48Sie wollen wissen, was ich gestern um 19 Uhr gemacht habe?
38:52Ja.
38:54Könnte es sein, dass Sie hier gewesen sind?
38:56Hier? Ja, könnte sein. Warum?
39:00Weil Sie um 19 Uhr ein Telefongespräch von hier aus geführt haben.
39:04Und mit wem soll ich gesprochen haben?
39:06Mit einer Ihrer Angestellten. Mit Frau Wolf. Haben Sie?
39:13Ich verstehe den Zweck der Frage nicht.
39:15Es geht nicht um den Zweck. Es geht nur um Ja oder Nein.
39:19Nein. Und eine halbe Stunde vor diesem Anruf waren Sie vor dem Gebäude, in dem Frau Wolf wohnt.
39:29Wir wissen, dass Sie dort waren. Gab es einen Grund dafür?
39:36Ich wollte sehen, ob es hier gut geht.
39:39Hatten Sie denn Grund zur Annahme, dass es hier nicht gut geht?
39:42Sie drehen mir die Worte um.
39:45Ich sage nichts mehr.
39:46Dann müssen Sie davon ausgehen, dass wir uns noch öfter sehen, Herr Dr. Färber.
39:54Also fassen wir doch mal zusammen, was wir bisher haben.
39:59Erstens, wir wissen jetzt, wer die beiden Männer sind.
40:02Zweitens, einer von denen hat sogar zugegeben, dass er tatsächlich dort war.
40:06Ich will so schnell wie möglich, so viel wie möglich über ihn wissen.
40:09Frag mich doch einfach.
40:11Seit ich weiß, wer er ist, weiß ich auch, woher ich ihn kenne.
40:14Ich habe sein Foto mal in einem Wirtschaftsmagazin gesehen.
40:17Das war ein Nachruf.
40:18Ein Nachruf?
40:19Ja, das ist seine Frau. Die ist im letzten Jahr gestorben.
40:22Die beiden haben die Firma gemeinsam aufgebaut.
40:24Ich denke allerdings, dass Sie die treibende Kraft waren.
40:27Jetzt leitet er den Betrieb allein?
40:28Scheint so. Ich gucke mal, ob ich noch was über ihn finde.
40:31Ja, ja, mach das.
40:33Und ihr zwei, wir holen Frau Wolf.
40:35Ja.
40:36Wir wissen ja jetzt, wer sie angerufen hat.
40:38Vielleicht verrät sie uns ein bisschen mehr als er.
40:40Gut.
40:41Und du?
40:43Was machst du?
40:44Ich?
40:46Ich mache eine Liste.
40:48Von all den Dingen, die ich nicht verstehe.
40:50Zum Beispiel?
40:52Warum hat dieser Kainz so viel Geld in seiner Schublade?
40:56Und warum fehlt bei seinen Einkäufen nur diese eine Weinflasche?
41:00Ich habe hier auf Anhieb jede Menge Treffer für Färberküchen.
41:04Steht darauf, wer den Betrieb leitet?
41:07Färber allein ist eine GmbH und er ist alleiniger Gesellschafter.
41:11Hier gibt es auch eine Seite mit Bewertungen.
41:15Allerdings nicht so toll.
41:17Inwiefern?
41:23Herzog?
41:25Ja, in Ordnung.
41:27Ja, wir sind da.
41:29Wer kommt denn?
41:30Ein Herr Pilgram und ein Herr Bleifeld.
41:35Bleifeld?
41:36Ja.
41:36Der kommt hierher?
41:39Freiwillig?
41:40Na, das spricht doch für ihn, oder?
41:42Sag mal, inwiefern sind die Bewertungen nicht gut?
41:45Färber hat den Anschluss verpasst.
41:48Ja.
41:53Herr Bleifeld?
41:55Herr Pilgram?
41:57Herzog ist mein Name.
41:59Wir kennen uns ja schon.
42:01Da kein Grund, misstrauisch zu sein.
42:02Wir haben Ihnen ein paar Ermittlungen abgenommen.
42:05Außerdem möchte ich keine Anzeige erstatten.
42:07Was für eine Anzeige?
42:09Hausfriedensbruch.
42:11Begangen von einer gewissen Regina Wolf.
42:19Sie suchen Frau Wolf, die Wirtin der Firma sein.
42:22Woher wissen Sie das?
42:23Sie ist heute früh aus dem Haus gegangen, zur selben Zeit wie immer.
42:27Wenn sie mittlerweile zurückgekommen wäre, dann wüssten Sie das?
42:32Ja, dann wüsste ich das.
42:36Sagen Sie uns bitte Bescheid, wenn sie nach Haus kommt.
42:40Und Sie haben keine Ahnung, was Frau Wolf mit diesem Besuch bei Ihnen bezweckt hat?
42:44Nein, aber es wäre schön, wenn Sie das für uns klären könnten.
42:46Ja, ja, immer der Reihe nach.
42:49Ich würde gern zuerst klären, wie Sie herausgefunden haben, wer sie ist und wie sie heißt.
42:57Als ich aus dem Haus gelaufen bin, habe ich sie noch gesehen.
43:01Ich bin ja dann gefreut, bis zu ihrem Gebäude.
43:03Und dann?
43:05Habe ich sie kurz aus den Augen verloren.
43:07Ich habe nicht mitgekriegt, in welchen Eingang sie reingegangen ist.
43:10Dann wussten Sie ja immer noch nicht, wer sie ist.
43:13Ich bin später in der Nacht dann nochmal hingefahren und habe mir die Namen aufgeschrieben an den Türen.
43:18Heute Morgen bin ich dann in die Firma Faber gefahren und habe überprüft, ob eine Regina Wolf dort arbeitet.
43:23Was haben Sie mit der Firma Faber zu tun?
43:26Ich saniere das Unternehmen seit gestern.
43:28Deshalb war sein Gedanke gar nicht so verkehrt, dass jemand von dort mit der Sache bei mir zu tun hatte.
43:33Wieso haben Sie die Firma Faber dann heute früh mit keinem Wort erwähnt?
43:36Ich hatte keine Ahnung, dass es von Belang ist.
43:39Da wusste ich ja noch gar nicht, was Herr Bleifeld in der Zwischenzeit herausgefunden hat.
43:43So, und jetzt finden Sie bitte heraus, was Frau Wolf eigentlich bei mir wollte.
43:49Ja, ja, das werden wir tun. Vielen Dank.
43:59Heimann?
44:02Wolf hier.
44:03Ja, Frau Wolf, wo sind Sie denn?
44:06Warum wollen Sie das wissen?
44:08Wir suchen Sie.
44:10Warum suchen Sie mich?
44:12Es haben sich Fragen ergeben.
44:14Was denn für Fragen?
44:16Das sage ich Ihnen lieber persönlich.
44:19Können Sie mir versprechen, dass Sie mich schützen?
44:22Schützen? Wovor?
44:24Sind Sie in Gefahr?
44:27Mann ist hinter mir her.
44:29Wer ist Mann?
44:31Ich weiß es nicht genau.
44:32Aber ich habe gehört, es zieht sich bis in die höchsten Kreise.
44:36Frau Wolf, wo sind Sie denn?
44:38Sie können mir vertrauen.
44:41Ich kenne Sie doch überhaupt nicht.
44:44Also gut, dann gehen Sie ins Polizeipräsidium.
44:47Das ist ein sicherer Ort.
44:49Gut. Gut, da komme ich hin.
45:02Sie wissen nicht, wo Sie uns führen.
45:04Ah, Sie fahren zu sich nach Hause?
45:06Ja.
45:07Gut, dann kommen wir mit.
45:08Warum denn?
45:09Ja, ich würde mir gerne vor Ort zeigen lassen,
45:12wie sich der Besuch von Frau Wolf bei Ihnen abgespielt hat.
45:15Ja, warum nicht?
45:22Was ist denn los?
45:24Vielleicht sehen wir das ja alles viel zu kompliziert.
45:27Tatsache ist doch, Regina Wolf ist unter falschem Vorwand bei den beiden eingedrungen
45:30und hat den Bleifeld ziemlich an der Nase herumgeführt.
45:34Totschlag im Affekt würde ich dem durchaus zutrauen.
45:37Ja, vielleicht, aber ich glaube, du siehst da was.
45:39Was denn?
45:42Regina Wolf hat ihren Freund tot aufgefunden, als sie nach Hause kam.
45:45Bleifeld ging ihr hinterher.
45:47Er kann nicht vorher da gewesen sein.
45:49Das gilt aber nur, wenn es war, was die beiden uns gesagt haben.
45:52Also, wenn das eine Lüge war, dann war das die ausgefallenste, die ich je gehört habe.
46:12Also, wenn das nicht so, ist das nicht so, ist das nicht so.
46:19Ja, vielleicht, wir sind alle in die Welt.
46:26Ja. So, so viel steht jedenfalls fest, dieses ganze Gerede, wegen Bank und Unterlagen abholen, das war nur ein Vorwand,
46:35um hier irgendwie reinzukommen.
46:36Sie sagte jedenfalls dafür, dass Sie ständig abgelenkt wurden durch die Suche nach den Unterlagen. So konnten Sie sie nicht
46:42im Auge behalten.
46:43Außerdem ist sie mir nachgedankt. Hier, bis ins Arbeitszimmer. Obwohl ich ihr gesagt habe, dass Sie hier draußen warten sollen.
46:50Was hat sie denn im Arbeitszimmer gemacht? Nichts. Sie kam einfach bis hierher und da stand sie dann einfach oben.
46:59Mitgenommen hat sie nichts, das hätte ich gemerkt.
47:02Also, wenn sie nichts mitgenommen hat, dann bleibt ja eigentlich nur das Gegenteil.
47:08Sie hat was hergebracht.
47:37Dr. Färber, sind Sie das?
47:40Sie werden hier nichts hören, was ich Ihnen nicht genauso gut ins Gesicht sagen könnte.
47:55Dr. Färber, sind Sie das?
48:30Das war ich, Dr. Färber.
48:33Sie?
48:34Sie haben recht.
48:37Die sind überall.
48:39Ich kann nicht mehr nach Hause.
48:41Ich kann auch nicht mehr in die Firma.
48:43Ich weiß nicht mehr, wohin.
48:45Ganz bestimmt nicht zu mir.
48:48Das war keine Chloé-Idee.
48:54Es steht schlimm um die Firma.
48:56Wissen Sie das?
48:58Ja, das ist offensichtlich.
48:59Soll ich Ihnen sagen, warum?
49:02Man sabotiert mich.
49:04Man will mich weghaben.
49:07Aber das kann ich nicht zulassen.
49:09Ich muss mich wehren.
49:10Ich muss!
49:12Ich muss!
49:16Dann lassen wir uns erst mal hin.
49:17In aller Ruhe.
49:21Vielleicht ist das eine gute Idee?
49:23Wissen Sie, was das Schlimmste ist?
49:25Man will mir einreden, dass ich selber an allem schuld bin.
49:30Das ist das Bösartigste, was man einem Menschen antun kann.
49:34Das Bösartigste!
49:38Das wusste ich nicht.
49:39Natürlich nicht.
49:41Das weiß niemand außer mir.
49:46Ich bin allein.
49:50Haben Sie eine Ahnung, in der sich das anfühlt?
49:53Wenn man so allein ist wie ich.
49:58still.
50:00Bleiben Sie ganz still.
50:03Die gehen schon wieder.
50:06Sie kommen, um uns zu holen.
50:09Aber sie werden uns nicht finden.
50:12Niemand wird uns finden.
50:22Wenn Sie stehen.
50:28Dr. Färber, Sie brauchen Hilfe.
50:32Ach.
50:34Sie gehören auch dazu?
50:38Herr Dr. Färber.
50:42Dass Sie dazugehören, wundert mich nicht weiter.
50:45Herr Dr. Färber, ich weiß von Ihren Schwierigkeiten.
50:50Vielleicht können Sie mir helfen, ein paar offene Fragen zu beantworten?
50:54Ich rede mit keinem von euch.
51:00Wer steuert Sie?
51:02Wer steuert das alles?
51:05Das muss doch jemand steuern!
51:12Danke sehr.
51:14Gerne.
51:17Sie sanieren die Firma?
51:19Ja.
51:21Und im Zuge dessen musste Dr. Färber seine Handlungsvollmacht an mich abgeben.
51:25Er musste? Warum denn?
51:27Er hat im letzten Jahr gelinde gesagt, miserabel gewirtschaftet.
51:30Und seit dem Tod seiner Frau ist er nicht mehr zurechnungsfähig.
51:32Die Banken, über die seine Kredite laufen, trauen ihm nicht mehr.
51:37Und deshalb hat man mich eingesetzt.
51:39So, als Aufpasser?
51:42Sozusagen.
51:45Das heißt, er ruiniert die Firma und Sie versuchen, sie zu wetten?
51:51Schön formuliert.
51:53Aber er sieht das leider nicht so.
51:56Dr. Färber leidet unter einer schweren Psychose.
52:00Er hält sich für das Opfer einer Verschwörung.
52:03Na, und dachte, dass er dieser Verschwörung auf die Spur kommt, indem er Sie bei mir Wanzen installieren lässt.
52:10Vielen Dank, Herr Pilgrim.
52:13Frau Wolf.
52:16Alles Gute.
52:19Und, äh, die Anzeige?
52:22Ach, vergessen ist.
52:30Verfolgungswahn.
52:33Der hat mich damit angesteckt.
52:39Ja.
52:41Nur was?
52:43Ich verstehe immer noch nicht, warum hat der Bernhard umgebracht?
52:48Ich glaube nicht, dass er es war.
52:52Ich glaube, die Lösung liegt woanders.
53:00Frau Hartwig.
53:02Ich denke, wir wissen jetzt Bescheid über den Mann, den Sie gesehen haben.
53:06Was wissen Sie denn?
53:07Dürfen wir reinkommen?
53:09Natürlich.
53:13Wissen Sie, mir ist da etwas aufgefallen.
53:21Ein 98er-Bautor.
53:24Die ist für besondere Gelegenheiten.
53:27Das Etikett ist ein bisschen verfärbt.
53:30Ganz so, als ob diese Flasche in einer Tüte mit blutigen Steaks gelegen hätte.
53:36Dürfen wir Sie mitnehmen?
53:37Nein.
53:38Herr Kainz hat gestern genau so eine Flasche gekauft.
53:45Es würde mich nicht wundern, wenn seine Fingerabdrücke drauf wären.
53:52Ich dachte, Sie wollten mir etwas über den Mann erzählen.
53:54Von dem Mann, den Sie die Treppe hochgehen sahen?
53:56Vor dem Sie solche Angst hatten?
53:59Ja.
54:01Frau Hartwig.
54:02Ich, dieser Mann existiert nicht.
54:05Sie haben ihn erfunden.
54:08Von hier aus kann man jedes Wort hören, das im Flur gesprochen wird.
54:13Mein Kollege stand jenseits der Tür, als er von seiner Begegnung mit dem Mann im Schwarz erzählte.
54:19Das haben Sie mitbekommen und benutzt, um uns auf die falsche Fährte zu führen.
54:24Ich sehe, Sie neigen zum Affekt.
54:38Sie hatten ein Verhältnis mit Herrn Kainz.
54:43Das ist zu viel gesagt.
54:46Er kam gelegentlich zu mir.
54:48Sie haben ihn finanziell unterstützt, als Gegenleistung.
54:55Was war gestern?
54:58Sie hörten Herrn Kainz zur Tür hereinkommen.
55:03Was dann?
55:06Ich habe ihn Haare eingebeten.
55:10Aber er freute mich.
55:13Er hat gesagt...
55:15Es ist vorbei.
55:19Vorher wissen Sie das.
55:24Vor kurzem hat er viel Geld bei Frau Wolf gesehen.
55:26Sie hat ihm gesagt, dass er ab jetzt für den Chef persönlich arbeitet.
55:32Da hat er wohl angenommen, dass er Sie nicht mehr braucht.
55:36Er hat gesagt, meine Zeit sei vorbei.
55:40Und dass er keine Lust mehr hat, sich mit mir abzugeben.
55:45Das wollten Sie nicht glauben.
55:48Und folgten ihm nach Rom, bis zu seiner Wohnungstür.
55:55Da hat er nochmal gesagt, es ist vorbei.
56:00Und dann gab er mir die Flasche.
56:05Er gab sie Ihnen.
56:07Ja.
56:08Er hat sie mir in die Hand gedrückt.
56:13Er hat gesagt, mach dir einen schönen Abend.
56:18Und dann hat er sich umgedreht, als wäre ich Luft.
56:25Und dann habe ich zugeschlagen.
56:28Und dann habe ich zugeschlagen.
56:52Er hat sie mir in die Hand gedrückt.
57:23Er hat sie mir in die Hand gedrückt.
57:45Vielen Dank.
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