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  • vor 4 Wochen
Hauptkommissar Kress - Rolf Schimpf /
Drehbuch - Ernst Josef Lauscher /
Regie - Helmuth Ashley

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Transkript
00:12Untertitelung. BR 2018
00:59Untertitelung. BR 2018
01:28Untertitelung. BR 2018
01:45Untertitelung. BR 2018
01:48Untertitelung. BR 2018
02:00Untertitelung. BR 2018
02:03Untertitelung. BR 2018
02:04Danke. Der Fisch hier ist ausgezeichnet. Wissen Sie, Fletcher ist oft sehr blauäugig.
02:12Entschuldigen Sie die Störung, meine Herren. Es ist was Schreckliches passiert. Das ist Kommissar Barthes.
02:20Herr Mabes, Ihre Tochter wurde vor etwa einer halben Stunde auf dem Heimweg von der Uni entführt.
03:02Untertitelung. BR 2018
03:03Au! Was soll denn das? Au! Au!
03:17Diese Angelegenheit wird bald erledigt sein, wenn Sie tun, was wir sagen.
03:22Wollt ihr von meinem Vater Lösegeld erpressen? Wie viel denn? Hunderttausend, Fünfhunderttausende, Millionen?
03:27Habt ihr keinen guten Fang mit mir gemacht? Meinem Vater bin ich nicht mal ein Tausender wert!
03:35Wollt ihr?
04:06Ist das alles, was wir tun können?
04:09Herumsitzen. Warten.
04:12Alle Hinweise auf den Verbleib Ihrer Tochter waren negativ, gnädige Frau.
04:22Marbis.
04:24Sie haben 24 Stunden Zeit, zweieinhalb Millionen D-Mark aufzutreiben.
04:28Keine großen Scheine.
04:29Ja, das ist eine Menge Geld und das geht nicht zu schnell.
04:34Ich, äh, ich muss erst mit der Bank reden und, äh...
04:3824 Stunden, Marbis.
04:40Hören Sie...
04:46Wir müssen unbedingt Zeit gewinnen.
04:49Herr Barz, ich werde nichts unternehmen, was das Leben meiner Tochter gefährden könnte.
05:00Malo Bess.
05:02Herr Barz, bitte.
05:03Bitte.
05:07Barz.
05:10Na ja, dachte ich mir schon.
05:12Danke.
05:15Das Gespräch war zu kurz, um feststellen zu können, woher der Anruf kam.
05:19Fahr doch mal zurück.
05:24Sie haben 24 Stunden Zeit, zweieinhalb Millionen D-Mark aufzutreiben.
05:28Keine großen Scheine.
05:31Sagt Ihnen die Stimme was?
05:32Nein.
05:34Ihnen?
05:51Woher wisst ihr, dass ich gern Pizza esse?
05:55Sag was, verdammt, noch mal! Dieses Schweigen nervt! Wer bist du?
06:01Ah!
06:08Scheiße!
06:31Marvis?
06:33Sie werden morgen persönlich mit dem Geld erscheinen, Marvis. Wann und woher fahren Sie noch?
06:38Zweieinhalb Millionen, keine großen Scheine, falls Sie es vergessen haben sollten.
06:42Ich möchte erst mal mit meiner Tochter sprechen.
06:45Aber gern.
06:48Mama, Vater, es geht mir gut, aber bitte sorgt dafür, dass die Polizei sich nicht einmischt.
06:52Sonst bringen die mich um.
06:55Ich hab Angst.
06:56Ich hab Angst!
06:58Ich werde alles tun, Liebes, um dich frei zu bekommen.
07:02Ich werde vollzug...
07:10Die Stimme Ihrer Tochter kam höchstwahrscheinlich vom Band.
07:13Die Hintergrundgeräusche könnten zugemischt worden sein, um uns zu täuschen.
07:19Ich muss Sie bitten, mein Haus zu verlassen und Ihre Aktivitäten einzustellen.
07:24Wahrscheinlich werden wir beobachtet.
07:26Und ich möchte nicht, dass Michelle irgendetwas zustößt.
07:29Ihre Tochter ist in Gefahr, Herr Marvis.
07:30Wir sollten jede Möglichkeit nutzen, die Entführung zu finden.
07:32Ich will darüber jetzt nicht diskutieren.
07:34Aber Theo, ist doch eine Situation, die jedes Mittel rechtfertigt.
07:38Ich glaube, Sie sollten noch mal drüber nachdenken.
07:41Ich hab darüber nachgedacht, Ute.
07:44Danke, dass Sie sich Sorgen machen.
07:46Aber Michelle ist meine Tochter und ich möchte sie lebend zurückhaben.
07:50Also, bitte.
08:02Du hättest sie nicht wegschicken dürfen, Theo.
08:06Wenn Michelle etwas passiert, machst du dir ein Leben lang Vorwürfe.
08:11Ich werde zahlen.
08:14Die Entführer kriegen ihr Geld und wir bekommen Michelle zurück.
08:19Deine Art, immer gleich wegzulaufen, wenn dir etwas missfällt.
08:24Es ist schrecklich.
08:28Marina, dieses Ereignis ist doch nicht dazu da,
08:31um sich gegenseitig Vorwürfe zu machen.
08:34Dieses Ereignis zeigt, wie weit wir uns voneinander entfernt haben, Theo.
08:39Früher haben wir schwerwiegende Fragen gemeinsam entschieden.
08:46Ich könnte fast glauben, du hättest dir diese Entführung einfallen lassen, um mir die Leviten zu lesen.
08:54Ach ja?
08:56Hätte ich die Kraft dazu, hätte ich es vielleicht getan.
08:58Was ist denn in dich gefahren, Ricky?
09:01Wir haben doch nur Michelle.
09:04Und ich bin genauso in großer Sorge wie du, dass sie etwas zustoßen könnte.
09:10Ja. Siehst du?
09:13Und genau das glaub ich dir nicht.
09:27Siehst du?
09:32Siehst du?
09:46Du?
09:53Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Tochter wohlbehalten wiedersehen.
09:56Ich danke Ihnen.
09:57In Ermittlungen der Polizei würde es sicher dienlich sein, wenn wir die Seriennummer wenigstens einiger Scheine notieren.
10:05Dazu ist doch jetzt keine Zeit mehr.
10:22Hier, Wagen 1. Es geht los.
10:35Mabesfeld Richtung Norden. Team 2 Verfolgung aufnehmen. Team 3 und 4 parallel aufrücken und Kontakt halten. Over.
10:48Mabesfeld.
10:53Mabesfeld.
11:17Hey, was ist mit dir?
11:18Räng dich ab, ist alles okay. Mach die Tür auf.
11:20Na komm.
11:24Ich hab ja Schlaftabletten gegeben.
11:53Max Starland und pack ihn auf dem Laufen.
11:56Okay.
12:05Hier Wagen 1. Team 3 hat die Verfolgung übernommen. Der Deal findet wahrscheinlich in dem Waldstück statt.
12:10Team 4 geht auf der anderen Seite in Stellung und sagt Bescheid, wenn ihr da seid.
12:14Over.
12:37Wir Team 3. Die Sache ist gelaufen. Der Fahrer hat die Geldtasche übernommen, ist weiterhin mit dem Geländemotorrad unterwegs.
12:43Kennzeichen, MAL 6763.
12:48Over.
12:59Dieses Warten ist unerträglich.
13:03Ich hab alles getan, was man tun kann.
13:06Ich hab alles getan, was man tun kann.
13:09Oh, das ist gut.
13:11Oh, das ist gut.
13:15Das ist gut.
13:15Oh, was man tun kann.
13:16Oh, was man tun kann.
13:16Oh, was man tun kann.
13:17Oh, was man tun kann.
13:19Mama.
13:20Mama.
13:22Ich.
13:24Bist du in Ordnung?
13:26Ja.
13:30Polizei!
13:32Polizei!
13:54Aktion beendet. Wir haben hier einen Toten.
13:58Kollege Barz hat die Aktion geleitet.
14:02Es ist frei. Der Tote ist einer der Entführer.
14:04Er hat das Geld übernommen.
14:05Aber wir haben bisher nichts davon gefunden.
14:07Sie kriegen noch mal einen Bericht.
14:08Ja, danke.
14:09Gute Nacht.
14:10Gute Nacht.
14:11Gute Nacht.
14:11Er heißt Georg Focke, 28 Jahre alt.
14:14Es gibt eine Telefonnummer, sie gehört einer gewissen Ruth Focke.
14:16Und dann haben wir das hier noch gefunden.
14:21Das ist ja Michelle Marbes.
14:23Es ist sie.
14:24Und der tote Entführer war offenbar mit ihr befreundet.
14:28Das ist ein Fressen für die Journalisten.
14:29Ein Fressen. Eine Bombe ist das.
14:40Das war ein schneller Tod, Leo.
14:42Genickbruch.
14:43Und da er noch nicht kalt ist, kann das Ganze nicht lange her sein.
14:47Ihr Vater ins Büro. Ich fahr zu Michelle Marbes.
14:58Diese Fotos haben wir bei einem ihrer Entführer gefunden.
15:02Der Mann ist tot, sein Name ist Georg Focke.
15:14Kann ich mit Ihrer Tochter alleine sprechen?
15:17Ja, ja, natürlich.
15:19Dann entschuldigen Sie mich bitte.
15:27Tut mir leid, Fräulein Marbes.
15:30Wieso ist er tot?
15:34Jemand hat ihm das Genick gebrochen.
15:36Oh Gott.
15:40Wir waren fast ein Jahr zusammen.
15:44Vor drei Monaten haben wir uns getrennt.
15:49Ihre Eltern haben die Verbindung wohl nicht akzeptiert?
15:55Nein.
15:57Georg hatte sein Studium abgebrochen und einen Job nach dem anderen hingeschmissen.
16:03Für meinen Vater war ein glatter Versager.
16:05Es ist deswegen auseinandergegangen.
16:07Ja.
16:10Er wollte zusammenziehen.
16:12Mein Vater hat alles getan, um uns auseinanderzubringen.
16:15Das sieht so aus, als hätte sich Georg an Ihrem Vater rächen wollen.
16:19Oder...
16:21Oder haben Sie beide gemeinsame Sache gemacht?
16:24Nein.
16:25Ich hab damit nichts zu tun.
16:27Und ich wusste auch gar nicht, dass Georg dabei ist.
16:30Wissen Sie, die Männer waren ja die ganze Zeit übermaskiert.
16:33Und...
16:33Haben auch gar nicht mit mir gesprochen.
16:36Wie viele waren es eigentlich?
16:37Zwei? Drei?
16:40Ich weiß nicht.
16:42Drei, glaub ich.
16:46Hatte Georg Focke Freunde?
16:49Wenige.
16:51Wir waren meistens allein unterwegs.
16:54Und wer ist Ruth Focke?
16:57Georgs Schwester.
16:59Ich hab sie nur zwei Mal gesehen, aber...
17:02Georg hat sehr oft von ihr gesprochen.
17:04Er hing sehr an ihr.
17:06Sie ist Geschäftsführerin in einem Restaurant.
17:10Was denken Sie?
17:12Hat Georg sich das mit der Entführung ausgedacht?
17:15Nein.
17:18Nein, das...
17:19Das passt nicht zu ihm.
17:22Ich habe nicht viel Zeit.
17:23Wir sind mitten im Betrieb.
17:26Seit wann rückt denn die Kriminalpolizei aus, wenn es Beschwerden gibt?
17:30Wir ermitteln einen Mordfall.
17:32Es tut mir sehr leid, Frau Focke. Es geht um Ihren Bruder.
17:36Was ist mit ihm?
17:38Er ist tot.
17:40Er war einer der Entführer von Michel Marbes.
17:45Ich...
17:46Ich kann das alles nicht glauben.
17:49Michel hat uns erzählt, dass Sie Ihrem Bruder sehr wichtig waren.
17:54Ich habe ihm finanziell ausgerufen, ja.
17:58Waren Sie denn mit der Beziehung zwischen Ihrem Bruder und Fräulein Marbes einverstanden?
18:05Georg war erwachsen. Er war nicht von meinem Einverständnis abhängig.
18:10Können Sie mir sagen, mit wem er verkehrt hat? Ich brauche einfach Namen.
18:13Er hat nicht viel über seine Freunde erzählt.
18:17Ich erinnere mich nur an einen gewissen Robert.
18:20Besitzer eines Fitnessclubs.
18:41Bist du wahnsinnig, hierher zu kommen?
18:47Was ist schief gelaufen, Peter?
18:50Das ist eine verdammt unangenehme Geschichte.
18:53Ja, was schaust du mich denn so an?
18:55Vielleicht hat unser Muskelmann durchgedreht.
18:57Warum sollte er?
18:59Du hast doch gesagt, auf ihn sei hundertprozentig Verlass.
19:03Mein Gott.
19:05Mord, Peter.
19:07Weißt du, was das heißt?
19:13Bitte, Peter.
19:16Sag, dass du nichts damit zu tun hast.
19:18Sag mal, spinnst du?
19:20Es war Mord.
19:22Ich hab's gehört.
19:23Der Typ wird nicht wieder lebendig, auch wenn du's ständig wiederholst.
19:27Der Typ?
19:28Georg Focke war mal mit Michelle befreundet.
19:31Ja und, das weiß ich.
19:35Das wusstest du?
19:37Mein Gott, ich hab's erfahren, als das Ding schon auf dem Weg war.
19:41Das ist doch Wahnsinn!
19:43Sag du mir nicht, was ich hätte tun sollen, ja?
19:47Mir fällt nichts mehr ein.
19:54Ute.
19:57Komm.
19:58Wir machen das schon, wir beide, hm?
20:01Das wird schon.
20:03Ganz ruhig.
20:07Fockes Tod ist etwa um 17.30 Uhr eingetreten.
20:10Für diese Art, jemanden auszuschalten, gibt es einen speziellen Griff.
20:13Fockes Kopf wurde nach links weggedreht, also war der Täter vermutlich Rechtshänder.
20:18Außerdem fand sich unter einem Fingernagel der rechten Hand fremdes menschliches Gewebe.
20:23Im Haus haben wir jede Menge Fingerabdrücke sichergestellt.
20:25Keiner davon war im Computer.
20:28Die Baracke gehörte einer pleitegegangenen Baufirma, wurde für drei Monate angemietet.
20:32Der Name des Mieters ist falsch, wie auch das Kennzeichen des Volvo und der Geländemaschine.
20:39Ah ja, die Tasche, mit der das Geld transportiert wurde, konnte sichergestellt werden.
20:44Georg Fockes, letzter Arbeitgeber, ist der Besitzer eines Fitnessclubs.
20:47Er heißt Robert Pfaff und wurde vor fünf Jahren aus dem Polizeidienst entlassen.
20:52Unehrenhaft.
20:56Gut.
21:00Ihr werdet euch jetzt um diesen Robert Pfaff kümmern und ich rede dann mit Marvis.
21:10Es ist circa drei Monate her, dass Georg für mich gearbeitet hat.
21:13Was war das denn für ein Schub?
21:16Er hat die Geräte instand gehalten, bisschen mit den Leuten trainiert.
21:20Er war so eine Art Mädchen für alles.
21:22Was war denn der Focke für ein Mensch?
21:24Er war ein netter Kerl.
21:28Unaggressiv, zuverlässig, vielleicht ein bisschen zu verträumt.
21:33Am 23. März 89, damals waren Sie noch Polizist,
21:37haben Sie bei einem Einsatz unnötigerweise geschossen und einen Mann schwer verletzt.
21:46Zeigen Sie uns doch mal, wie man jemandem das Genick bricht.
21:49Na, Sie machen mir Spaß.
21:50Sie haben doch Nahkampftechniken gelernt.
21:56Haben Sie ein Alibi für die fragliche Zeit?
21:58Soll das ein Scherz sein?
22:00Fragliche Zeit.
22:01Definieren Sie die mal.
22:02Ja, so zwischen 17 und 18 Uhr.
22:04Da war ich bei meiner Ex-Frau in der Boutique.
22:07Ja, ist gut.
22:11Es dauert noch einen Augenblick.
22:13Darf ich Sie was fragen?
22:15Bitte.
22:16Was war das für eine Beziehung zwischen Michelle und Georg Focke?
22:20Hoffnungslos.
22:22Eine typische Teenager-Affäre.
22:24Dieser Focke war ein Junge ohne jede Perspektive.
22:28Man konnte sich ausrechnen, wie lange das gut gehen würde.
22:31Ach, Sie kannten den jungen Mann persönlich?
22:34Nur vom Sehen.
22:35Ich bin den beiden mal im englischen Garten begegnet.
22:38Ach, und trotzdem wissen Sie so genau Bescheid?
22:42Michelle hat mir einiges erzählt.
22:46Entschuldigen Sie, Herr Chris, dass Sie warten mussten, bitte.
22:49Ach, solange sich das Warten lohnt. Danke.
22:53Nehmen Sie doch Platz.
22:55Ja, danke.
23:03Sie haben sehr viel Geld für Ihre Tochter bezahlt, Herr Morbus.
23:06Ja, und ich hoffe natürlich, dass es wieder auftaucht und ...
23:10Ja, wie denn?
23:12Sie haben doch den Vorschlag Ihrer Bank abgelehnt,
23:15zu diesem Zweck die Seriennummern der Scheine,
23:18oder wenigstens einen Teil der Scheine,
23:21zu notieren.
23:23Dazu war doch keine Zeit mehr.
23:26Sie haben auch versucht, die Ermittlungen der Polizei zu unterbinden.
23:30Ja, zum Schutze meiner Tochter.
23:34Wie geht's Ihrer Tochter jetzt?
23:37Gut, sehr gut.
23:39Sie hat eine starke Natur, und ich denke, sie wird ohne großen Schaden
23:43über das alles hinwegkommen.
23:47Die Entführung könnte auch ein Racheakt von Herrn Focke sein.
23:53Ein Racheakt?
23:55Ist das eine Arbeitshypothese?
23:58Haben Sie eine bessere anzubieten?
24:01Nein, da muss ich passen.
24:04Die Beziehung Ihrer Tochter zu Herrn Focke
24:07war Ihnen also ein Dorn im Auge.
24:11Ach, Kinder wissen doch oft nicht, worauf Sie sich einlassen.
24:16Untersparen Sie mir bitte ein Urteil über diesen Herrn Focke.
24:21Und wenn nun die anderen Entführer ebenfalls
24:25aus dem Bekanntenkreis Ihrer Tochter kommen?
24:28Das halte ich für ausgeschlossen.
24:31Wieso halten Sie das für ausgeschlossen?
24:33Meine Tochter verkehrt nur in seriösen Kreisen.
24:37Die Beziehung Ihrer Tochter zu Herrn Focke
24:39war also ein atypischer Unglücksfall.
24:44So könnte man sagen.
24:46Nun treten Unglücksfälle hin und wieder in der Mehrzahl auf.
24:51Worauf wollen Sie hinaus?
24:53Auf unsere Wahrnehmungen.
24:56Wir sollten Ihnen nicht allzu sehr trauen.
25:03Schönen Tag noch, Herr Marvis.
25:23Hallo, Robert.
25:26Hallo.
25:27Gut schaust du aus.
25:28Du auch?
25:30Sehr gut sogar.
25:31Danke, danke.
25:32Ich brauche deine Komplimente nicht.
25:34Wir sind geschieden.
25:37Was willst du?
25:38Gar nichts.
25:40Ich hatte Lust, dich zu sehen.
25:44Jedes Mal, wenn du diese Lust hattest, hat es mit Krach geendet.
25:50Ich weiß.
25:52Ich weiß.
25:54Ich weiß.
26:01Und weiter?
26:05Ich habe viel nachgedacht über uns.
26:07So.
26:08Und was ist dabei herausgekommen?
26:12Ich war ein Idiot.
26:14Ich war egoistisch und...
26:16Rücksichtslos.
26:18Und was sollen jetzt diese späten Geständnisse?
26:24Könnten wir nicht irgendwo anders in Ruhe darüber reden, Carola?
26:28Ein Jahr lang herrscht totale Funkstille.
26:31Dann kommst du hierher und willst mit mir in Ruhe darüber reden.
26:34Was denkst du dir eigentlich?
27:02Ja?
27:10Kannst du nicht schlafen, Michelle?
27:17Das mit Georg ist schrecklich.
27:19Du hast doch damals auch nicht zu mir gehalten.
27:22Du kennst doch Vater.
27:24Wenn er sich was in den Kopf gesetzt hat, ist mit ihm nicht zu reden.
27:29Du hast also einen Mann geheiratet, mit dem nicht zu reden ist?
27:34Und das viele Geld das Vater für mich zahlen musste?
27:37Scheidet das nicht seiner Firma?
27:39Er spricht nie über seine Geschäfte.
27:42Sag mal, worüber redet ihr eigentlich?
27:44Du bist hart mit mir, Michelle.
27:48Entschuldige.
27:50Jetzt weiß ich wenigstens, was ich ihm wert bin.
27:52Ja, hast du denn geglaubt, Vater würde nicht zahlen?
27:56Da hast du ihn aber unterschätzt, Liebes.
27:59Er kann eben nicht aus seiner Haut raus.
28:01Aber es heißt nicht, dass er dich nicht liebt.
28:04Wie leicht dir diese Lüge über die Lippen geht.
28:06Du bist ungerecht, Michelle.
28:08Du hast doch damals zugesehen, wie er auf mich eingeschlagen hat.
28:11Und du hast überhaupt nichts unternommen.
28:14Ja.
28:16Warum hast du ihn geheiratet?
28:19Er war nicht immer so.
28:22Jetzt sag doch nicht, was für ein verständnisvoller Mann er einmal gewesen ist.
28:27Gute Nacht, Liebes.
28:30Mama.
28:33Wie war Vater?
28:35Willst du es wirklich wissen?
28:37Ja.
28:39Er war ein scheuer, unsicherer Mann.
28:44Ich war sofort verliebt in ihn.
28:46Ist das wahr?
28:49Ja.
28:50Das ist wahr.
28:52Und er hat mich auf Händen getragen, wann immer ich wollte.
28:56Und später?
28:58Naja.
29:00Zu arbeiten ist ihm sicher leichter gefallen, als mich auf Händen zu tragen.
29:05Naja.
29:05Und dann später hat ihn sein bester Freund finanziell betrogen.
29:13Und ein Jahr danach hat deinem Vater jemand, wir wissen bis heute nicht wer,
29:17bei der Finanzbehörde angezeigt.
29:19Sein Prokurist.
29:21Hat er Geld unterschlagen.
29:23Theo ging knapp am Konkurs vorbei.
29:31Ja.
29:33Und dann hat er niemandem mehr über den Weg getraut.
29:38Und von mir erwartet, dass ich in der Firma mitarbeite.
29:42Aber das wolltest du nicht.
29:44Ich hab's nicht gekonnt.
29:46Ich war Lehrerin.
29:48Ich hab von Geschäften nichts verstanden.
30:04Tag, Michelle.
30:06Guten Tag.
30:07Wir würden gerne mit ihm reden.
30:09Wir würden sie sogar für eine Tasse Kaffee annehmen.
30:12Wie großzügig.
30:12Aber ich würde lieber einen Cappuccino trinken.
30:14Da drüben im Café gibt's sicher auch einen Cappuccino.
30:20Warum hat Ihr Freund da mitgemacht, Michelle?
30:28Vielleicht um ihn zu imponieren?
30:32Vielleicht.
30:34An wem könnte sein Tod imponieren?
30:40Nachdem's aus war zwischen Ihnen, hat Georg da noch versucht, mit Ihnen Kontakt zu halten?
30:47Er hat mir manchmal geschrieben.
30:49Mit falschem Absender, sonst hätte mein Vater die Briefe gelesen.
30:52Was war Ihr Freund für ein Mensch?
30:58Er fuhr gern mit seiner Maschine durch die Gegend.
31:02Einfach so.
31:04Er liebte diese Form der Einsamkeit.
31:09Waren Sie mal dabei?
31:13Nein.
31:48Wenn Sie uns das letzte Mal sahen,
31:50hatten wir Streit.
31:52hatten wir Streit.
31:54Und Georg ist einfach abgehauen, ohne auf Wiedersehen zu sagen.
31:58Worum ging der Streit?
32:00Ich hab mich dazu hinreißen lassen, ihm Vorwürfe zu machen,
32:04wegen seiner ewigen Geldschwierigkeiten.
32:08Seitdem es mit Michelle aus war, Georg sich treiben lassen.
32:13Er sagte dann mal, dass er für Geld alles machen würde.
32:21Und jetzt machen Sie sich Vorwürfe?
32:27Ja.
32:29Denn...
32:30Eigentlich war er ziemlich verloren.
32:33Und hat so viel von mir erwartet.
32:38Ich hab getan, was ich konnte.
32:41Hab versucht, ihm die Eltern zu ersetzen.
32:44Sie sind früh verstorben.
32:46Ich weiß, ein Autounfall.
32:48Vor 15 Jahren.
32:50Und Sie hatten...
32:52also tatsächlich keine Ahnung,
32:55was er vorhatte.
32:59Eine...
33:00Ahnung schon.
33:03Aber ich hab ihn nicht ernst genommen.
33:07Leider.
33:10Michelle!
33:13Michelle!
33:15So bleib doch endlich mal stehen, Michelle!
33:19Ist es denn wirklich zu viel verlangt,
33:21dass du dich einmal an Vereinbarungen hältst?
33:25Ich kann ja verstehen,
33:26dass du dir nicht immer alles vorschreiben lassen möchtest.
33:29Aber durch deine Art zwingst du mich ja fernlich dazu.
33:31Ich zwinge dich?
33:32Lass mich doch einmal in Ruhe!
33:43Du schaffst es immer wieder, mich wütend zu machen.
33:48Wenigstens das schaffe ich.
33:50Michelle, bitte.
33:52Du bist doch erwachsen.
33:53Was soll dieser ewige Kleinkrieg zwischen uns?
33:56Dieser ewige Kleinkrieg ist das Ergebnis deiner Unfähigkeit,
33:59mich zu respektieren.
34:00Michelle, ich...
34:03Ich habe Respekt vor dir.
34:06Du hast mir Georg weggenommen.
34:08Er ist tot.
34:10Ja.
34:11Und du bist zweieinhalb Millionen los.
34:13Ist es das, was du wolltest?
34:16Ich werde dieses Haus verlassen und auf eigenen Beinen stehen.
34:18Und dafür brauche ich dein Geld ganz bestimmt nicht!
34:30Wo will sie nur hin?
34:32Kannst du nicht einmal nachgiebiger sein?
34:38Warum will sie uns verlassen?
34:40Wenn du so weitermachst, wird sie es tun.
34:48Das habe ich nur falsch gemacht.
34:56Michelle!
34:57Ich muss mit dir reden, Ute.
34:59Gibt es wieder Ärger mit deinem Vater?
35:01Ja, das auch.
35:16Du kennst Vater doch schon ewig.
35:18Wenn 17 Jahre für dich eine Ewigkeit sind.
35:21Naja, du arbeitest für ihn seit ich...
35:23So bin.
35:28Hast du was mit ihm?
35:31Also...
35:32Du kannst Fragen stellen.
35:35Ja, weißt du, wenn ich euch zusammen sehe,
35:37kann ich mir das schon vorstellen.
35:39Was willst du wissen, Michelle?
35:43Ute, ich mag dich.
35:45Und ich habe dir immer vertraut.
35:47Du bist wie eine Mutter für mich.
35:51Ich weiß nicht mehr, wie das mit Vater weitergehen soll.
35:53Und Mama ist mir auch keine Hilfe.
35:55Hab ein bisschen Geduld mit ihm.
35:57Er hat es im Moment sehr schwer.
36:00Man soll ihn wohl für alles entschuldigen?
36:03Nein.
36:04Natürlich nicht.
36:06Ich habe diesen Kress was verschwiegen.
36:10Ich habe mit Georg gesprochen.
36:14Mit Georg?
36:18Wann?
36:21Kurz vor seinem Tod.
36:23Er hat mir gesagt, dass eine Frau hinter der Sache steckt.
36:26Hinter welcher Sache?
36:27Hinter meiner Entführung.
36:29Stell dir das mal vor.
36:31Und...
36:32warum hast du diesem Kress nichts davor gesagt?
36:35Ich weiß nicht.
36:37Weil er mich gefragt hat,
36:38ob ich vielleicht selbst daran beteiligt war.
36:41Hat Georg mehr über diese Frau erzählt?
36:43Nein.
36:45Er hat nur gesagt,
36:46dass sie mit einem der Entführer befreundet ist.
36:50Ute...
36:51Ist es schlimm, dass ich es verheimlicht habe?
36:54Ich weiß es nicht.
36:56Aber keine Sorge.
36:58Ich halte dich.
37:02Ja.
37:02Robert war an dem Nachmittag bei mir in der Boutique bis Ladenschluss.
37:06Warum fragen Sie?
37:08Es geht um den Fall Michel Marbes.
37:12Da gab es doch einen Toten.
37:14Da gab es einen Mord.
37:31Die Kripa hat bei mir rumgeschnüffelt.
37:33Das war doch abzusehen.
37:34Wer verdammt hat Georg auf dem Gewissen.
37:36Ey, Mann, mach mal halblang.
37:37Du fragst den Falschen.
37:38Ich mochte den Jungen.
37:40Ach, nee.
37:41Aber immerhin hat er das geil gefunden,
37:42dem Marbes die Kohle abzuknöpfen.
37:45Wer wusste sonst noch von der Sache, hm?
37:48Kümmer dich und deinen Scheiß.
37:52Was ist mit der restlichen Kohle?
38:06Peter!
38:08Hey!
38:11Was ist passiert?
38:14Könntest du vielleicht mal diese Trauermusik ausmachen?
38:21Entschuldige, Ute, aber ich bin etwas nervös.
38:24Ich habe alles Notwendige erledigt.
38:29Ich hatte gehofft, wir könnten unter geregelteren Umständen verreißen.
38:33Es wird alles gut, Peter.
38:35Du wirst sehen.
38:37Hey!
38:38Was ist los mit dir?
38:41Peter!
38:42Es ist sinnlos, sich jetzt Vorwürfe zu machen.
38:44Wir haben gewusst, worauf wir uns einlassen.
38:48Oder hast du andere Pläne?
38:49Ich? Woher denn?
38:50Du hast doch von Anfang an den Kurs bestimmt.
38:53Peter, ich brauche dich.
38:54Ach, du hast noch nie jemanden gebraucht.
38:57Du hast mich nur benutzt, das sehe ich jetzt klar.
39:00Ich habe Hilfe gebraucht.
39:04Da einmal mir folgen, dass die Täter aus dem Umfeld des Georg Focke
39:08oder der Familie Mabes kommen,
39:11haben wir 28 Personen überprüft.
39:14Alles Biografien ohne Kratzer.
39:17Bleibt Robert Pfaff.
39:18Aber der hat ja ein Alibi.
39:21Dann war es ein Außerirdischer.
39:25Ja, Chris?
39:33Kann ich Ihnen helfen?
39:35Äh, ja, ich suche Herrn Johnson.
39:37In welcher Angelegenheit?
39:39Mein Name ist Pfaff. Ich hätte eine Aussage zu machen.
39:43Kommen Sie.
39:45Herr Johnson und ich arbeiten zusammen.
39:48So, bitte, kommen Sie rein.
39:51Danke.
39:57Bitte nehmen Sie Platz.
39:59Das ist Herr Kress, er leitet die Untersuchung.
40:01Frau Pfaff.
40:02Guten Tag.
40:03Guten Tag.
40:05Guten Tag.
40:08Ja, Robert war nämlich bei mir.
40:13Robert?
40:15Ach so, das ist mein geschiedener Mann.
40:19Ach, da sind Sie ja.
40:25Herr Johnson, ich habe Sie angelogen.
40:31Ich weiß auch nicht, wenn es um den Robert geht, ticke ich offenbar nicht richtig.
40:37Also, es ist nämlich so, er war bei mir und hat mir angeboten, mir seinen Fitnessclub zu überschreiben, wenn ich
40:44ihm ein Alibi gebe.
40:46Also, den Club für ein Alibi.
40:50Ist mir dann doch etwas komisch vorgekommen.
41:04Können wir Sie einen Moment sprechen?
41:05Kommen Sie. Gehen wir hier ins Büro.
41:12Wir wollten für ein falsches Alibi Ihrer Ex-Frau diesen Fitnessclub hier überschreiben.
41:18Wie kommen Sie denn auf sowas?
41:20Aber Robert, du warst doch bei mir und hast mich...
41:22Was erzählst du denn? Ich soll bei dir gewesen sein?
41:26Frau Pfaff hat sie ein Jahr lang nicht gesehen.
41:29Was für einen Grund hätte sie denn, sich sowas auszudenken?
41:32Ich habe keine Ahnung.
41:34Also lügt sie, ja?
41:35Sie hasst mich. Sie hat immer einen Grund gesucht, mich fertig zu machen.
41:39Sie hat es nicht verkraftet, dass ich sie verlassen habe.
41:41Sag mal, was redest du denn da? Ich habe dich verlassen.
41:53Also, dahinter befindet sich eine verspiegelte Scheibe.
41:57Deshalb werden die Männer da drin Sie nicht sehen können.
41:59Sie brauchen also keine Angst zu haben, erkannt zu werden.
42:02Und wenn er nicht dabei ist?
42:04Haben wir Pech gehabt.
42:26Nehmen Sie sich ruhig Zeit, Michelle.
42:30Könnten die Männer vielleicht die Mützen abnehmen und sich umdrehen?
42:35Einmal die Mütze abnehmen und einmal umdrehen.
42:48Nummer vier.
42:50Sind Sie sicher?
42:52Absolut.
42:59Okay.
43:01Ich war mit von der Partie.
43:05Aber mit dem Mord habe ich nichts zu tun.
43:07Und?
43:09Wer war noch mit von der Partie?
43:15Herr Pfaff, Ihnen als ehemaligen Polizisten muss ich doch nicht erklären,
43:19dass es jetzt nichts mehr bringt, wenn Sie dichthalten.
43:27Sie wollen also tatsächlich alles auf sich nehmen.
43:30Alleine.
43:35Nein.
43:38Nein.
44:04Stellen Sie den Motor auf und steigen Sie aus.
44:09Sie sind vorläufig festgenommen.
44:13Nein.
44:46Wir haben bei Herrn Focke kein Geld von der Entführung gefunden.
44:50Er ist ja mit dem Haus verschwunden, das haben wir gesehen.
44:53Und er ist kurz danach umgebracht worden.
44:55Also muss der Täter, wer es auch immer war, das Geld mitgenommen haben.
45:02Herr Helbig, ich wollte gerade vertreten.
45:17Herr Helbig, ich wollte gerade sagen, dass ich mich nicht mehr vertreten kann.
45:18Henry, Bangkok, besorg uns bitte Passagierlisten von allen Flügen, die in den nächsten 48 Stunden dorthin gehen, ja?
45:41Hier liegen schätzungsweise 200.000 Mark.
45:46Das reicht für den hübschen Urlaub, Herr Helbig.
45:49Aber wo ist der Rest?
45:54Schweigen ist Gold, nicht?
45:56Aber nicht in Ihrer Situation.
46:00Wer von Ihnen hat sich denn diese Entführung einfallen lassen?
46:06Helbig.
46:08Er hat mich engagiert, weil wir uns lange kannten.
46:11Und ich Polizist war.
46:14Risikovermeidung, Sie verstehen.
46:16Hals, Maul.
46:18Und was war Herrn Helbig die Risikovermeidung wert?
46:22300.000.
46:24Davon sollte Georg die Hälfte bekommen.
46:26Ein Pappenstiel.
46:30Sie haben also Herrn Pfaff engagiert?
46:32Ja.
46:34Und er wiederum hat den Focke engagiert.
46:36Aber ich konnte ja nicht wissen, dass der mal was mit der kleinen Mabes hatte.
46:39Sonst wäre er natürlich draußen geblieben.
46:41Das stimmt.
46:42Das war ein saublöder Zufall.
46:45Warum haben Sie sich ausgerechnet Georg Focke ausgesucht?
46:49Einen völlig unerfahrenen Jungen.
46:52Er war verlässlich.
46:54Er hat Geld gebraucht.
46:56Und er war ein guter Fahrer.
46:59Diese 200.000 und ihre 300.000 ergeben zusammen aber nur 500.000.
47:05Keine Ahnung, wo der Rest geblieben ist.
47:07Wieso?
47:08Hat da vielleicht jemand mitgeschnitten?
47:10Mitgeschnitten?
47:22Tschüss.
47:25Tschüss.
47:36Michelle!
47:37Entschuldige, dass ich so spät noch komme, aber...
47:42Es ist nach halb eins.
47:44Ja, ich weiß.
47:46Ich bin den ganzen Abend rumgelaufen, wenn mir diese Frau nicht aus dem Kopf gehen will, von der Georg gesprochen
47:51hat.
47:52Worum geht es dir jetzt eigentlich?
47:55Um deinen Vater oder um diese Frau?
47:59Versteh doch.
48:01Die Kripo hat all unsere Bekannten befragt.
48:03Da gibt es eine Menge Frauen, ich kenne sie alle.
48:06Aber keine von denen kommt in Frage.
48:08In Frage wofür?
48:12Als die Frau, die hinter meiner Entführung steckt.
48:17Ich ruf dir jetzt ein Taxi.
48:27Was ist denn?
48:30Nichts.
48:32Gar nichts.
48:34Ja, hier, Rafkin.
48:36Bitte einen Wagen in die Nymphenburger 45.
48:39Danke.
48:46Okay.
48:47Okay, ich habe alles.
48:49Ja, Henrich, lass dich das rechtzeitig wissen.
48:53Mach das. Bis später.
48:55Sie ist dabei, Leo. Heute Morgen wäre sie abgeflogen.
48:59Ja, bitte.
49:05Guten Morgen.
49:06Guten Morgen.
49:08Bitte.
49:13Ich sage Ihnen gleich, ohne meinen Anwalt zeige ich keinen Ton.
49:18Nachricht von Frau Rafkin.
49:23Ich kenne keine Frau Rafkin.
49:25Das ist aber komisch.
49:27Sie haben doch mit ihr zusammen einen Flug nach Bangkok gebucht.
49:30Rückflug offen.
49:35Okay.
49:37Ute wollte nicht, dass unsere Beziehung publik wird.
49:41Warum brauchen Sie sich keine Sorgen mehr zu machen?
49:43Frau Rafkin hat sich heute Nacht das Leben genommen.
49:54Das, das kann nicht sein.
49:57Hatte Frau Rafkin etwas mit der Entführung zu tun?
50:04Ja.
50:06Sie wusste Bescheid.
50:08Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesem Wissen und ihrem Freitod?
50:14Ute...
50:16Ute war depressiv in letzter Zeit.
50:19Und das Geld aus der Entführung sollte Ihnen einen...
50:23...erholsamen Urlaub garantieren.
50:26Warum musste Georg Focke sterben?
50:32Das ist der Bericht des Pathologen Georg Focke betreffend.
50:37...
50:38...
50:38Der Knickbruch lässt in der Regel auf einen Einzeltäter schließen.
50:41Nun hat sich das Alibi von Pfaff als falsch herausgestellt.
50:45Aber dass gerade er als Nachkampfspezialist Georg Focke das Genick gebrochen haben soll, ist für mich nicht logisch.
50:56Es hat nämlich vorher einen Kampf gegeben.
50:58Und unter Fockes Fingernägeln fand sich fremdes menschliches Gewebe.
51:04Wir sind gerade dabei, es mit dem von Pfaff und selbstverständlich auch mit Ihrem zu vergleichen.
51:10Mit meinem?
51:12Wie meinst du das?
51:14Dafür genügen heute winzige Spuren. Hautabschürfungen zum Beispiel.
51:18Wie sie beim Rasieren zustande kommen.
51:23Sie wollen nicht wissen, was Ute Raffgen hinterlassen hat?
51:29Sie gibt ihrer Enttäuschung Ausdruck, dass sie sich in ihnen getäuscht hat.
51:34Und bezeichnet sie als Lügner.
51:43Die 2,5 Millionen stammen von zwei Privatkonten des Herrn Maures.
51:48Wie bist du jetzt mit den Firmenkonten aus?
51:50Drei Firmenkonten befinden sich hier bei uns.
51:53Über andere weiß ich verständlicherweise nichts.
51:56Sind die Konten gedeckt?
51:58Sie bringen mich in Verlegenheit.
52:01Angesichts seines Mordfalles halte ich ihre Verlegenheit für unangebracht.
52:11Also, die Sache ist so.
52:18Also, ich muss schon sagen, Herr Kress, dass Sie mich mitten aus einer Besprechung holen.
52:22Das passt mir überhaupt.
52:24Es geht um die endgültige Klärung des Falles, Herr Maures, wenn Sie freundlicherweise Platz nehmen sollten.
52:27Was jast du denn hier?
52:29Es geht doch um mich, oder?
52:44Herr Helbig war mit Ihrer Sekretärin befreundet.
52:48Er ist auch einer der Entführer Ihrer Tochter.
52:51Und er hat gestanden, Georg Focke getötet zu haben.
52:55Du Schwein, du Arten, Sie die Kühe!
52:58Mein Arbes, bitte!
53:01Der hatte nämlich Gewissensbisse bekommen und wollte die Sache platzen lassen.
53:06Ihre Sekretärin und Herr Helbig wollten auf unbestimmte Zeit verreisen.
53:11Leider kann Frau Raffkind das nicht bestätigen.
53:14Sie hat sich heute Nacht das Leben genommen.
53:27Frau Raffkind hat über alle Ihre Firmeninterna genau Bescheid gewusst.
53:31Herr Marbes, Sie muss auch gewusst haben, dass Sie pleite sind.
53:34Ich bin nicht pleite.
53:37Und wenn es so wäre, was hat das mit der Erpressung zu tun?
53:43Henry, mach du mal weiter.
53:45Sie haben Steuerschulden in Höhe von 6,2 Millionen Mark, Herr Marbes.
53:49Dazu kommen unbezahlte Zinsen für etliche Kredite.
53:53Die offenen Verbindlichkeiten belaufen sich insgesamt auf 10,8 Millionen Mark.
53:59Frau Raffkind war Ihnen ja seit langer Zeit sehr freundschaftlich verbunden.
54:04Nur deshalb hatte sie wahrscheinlich Verständnis dafür,
54:06dass Sie auf so ungewöhnliche Art ihren Hals retten wollten,
54:09und zwar mit 2 Millionen Mark Schwarzgeld.
54:11Mit genau 500.000 Mark sollten ja die drei Entführer abgefunden werden.
54:17Das muss ich mir ja wohl nicht bieten lassen.
54:20Das ist ja alles verrückt.
54:22Ist es nicht?
54:22Komm, Michelle.
54:24Ich habe mit Georg gesprochen, bevor er ermordet wurde.
54:28Er hat mir gesagt, dass eine Frau hinter der Entführung steckt.
54:30Lass uns gehen, Michelle, bitte.
54:31Ich habe mir den Kopf zerbrochen, wer diese Frau hätte sein können.
54:35Georgs Schwester?
54:36Mama vielleicht?
54:37Das ist doch Quatsch.
54:38Sie werden uns für heute entschuldigen müssen, Herr Kreis.
54:41Es gab nur eine Frau, die in Frage kommen konnte.
54:43Lass uns endlich gehen, Michelle.
54:44Wir würden Ihre Tochter aber gern bis zum Ende anhören.
54:48Ich habe Ute erzählt, was Georg mir gesagt hat.
54:51Und an Ihrer Reaktion gemerkt, dass sie diese Frau sein muss.
54:57Ist doch absurd.
55:00Alles absurd.
55:09Ist es richtig, dass Sie alle wichtigen Entscheidungen mit Frau Raffkin gemeinsam getroffen haben?
55:14Ich, äh, verstehe nicht, was diese Frage soll.
55:19Frau Raffkin hat sich das Leben genommen, weil sie feststellen musste, dass Ihr Liebhaber ein Mörder ist und sie selbst
55:24mitschuldig an Fockes Tod.
55:27Und weil sie es nicht ertragen hätte, sie zu belasten.
55:32Sie glauben doch nicht, dass ich etwas mit dieser, dieser Entführung zu tun habe.
55:39Du hast Ute den Auftrag gegeben, mich entführen zu lassen.
55:45Und Georg ist dabei umgebracht worden.
55:49Und wo sind die zwei Millionen?
55:54Das werden Sie nie erfahren.
56:14Das wird noch mal gesagt.
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