00:001935 folgte eine Professionalisierung der antijüdischen Gesetzgebung.
00:06Das wurde aber erst auf dem Reichsparteitag in Nürnberg bekannt gegeben.
00:10Den Auftakt machte der 21. Mai mit dem Wehrgesetz.
00:14Damit wurden alle jüdischen Soldaten vom aktiven Wehrdienst ausgeschlossen.
00:19Fünf Tage später, am 26. Juni, gab es dann das Gesetz für den Reichsarbeitsdienst.
00:25Damit wurden Jüdinnen und Juden auch von diesem Dienst ausgeschlossen.
00:28Am 6. Juli folgte dann ein Aufnahmestopp für jüdische Studierende an deutschen Hochschulen und Fachhochschulen.
00:36Und am 22. Juli der Ausschluss von der Juristenausbildung für jüdische Studierende.
00:42Der nächste größere Paukenschlag, der einigen vielleicht bekannt sein wird, war der 15. September auf dem Nürnberger Parteitag.
00:50Dort wurden die Rasse- und Reichsbürgergesetze verkündet.
00:54Nach dem Gesetz zum Schutz deutschen Blutes und deutscher Ehre waren Ehen zwischen Juden und Nichtjuden fortan verboten und wurden
01:03für ungültig erklärt.
01:05Und Jüdinnen und Juden durften keine arischen Hausangestellten mehr beschäftigen, die unter 45 Jahre alt waren.
01:12Diese Regelung bedienste vermutlich das anti-jüdische Plysset, das viele aus dem Stürmer einer Hetzzeitschrift der Nazis von Julius Streicher
01:20herausgegeben, den Kopf hatten.
01:22Dass vor allen Dingen Jüdisch Flüstlinge wären, die ihre Arischen, also solchen Angestellten, sich fessuell belästigen würden.
01:31Außerdem war ihnen verboten, die Reichsflagge zu zeigen.
01:35Und nach dem Reichsbürgergesetz waren Juden nur noch Staatsangehörige ohne Rechte.
01:39Heutzutage werden beide Begriffe Staatsangehöriger und Staatsbürger in der gleichen Bedeutung, also als Synonyme, verwendet.
01:47Aber im Dritten Reich wurde ein folgreicher Unterschied zwischen beiden Begriffen eingezogen.
01:52Staatsangehöriger war grundsätzlich jede Person, die nach dem Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913, also schon im Kaiserreich, die deutsche
02:01Staatsangehörigkeit gewaßt, unabhängig davon, welcher Rasse, die zugehörig war.
02:08Reichsbürger in Regel, oder Staatsbürger, wie man heute sagen würde, konnten nur diejenigen sein, die Deutsche, also nach der rassischen
02:16Definition der Nazis, oder Artverwandten sind es waren.
02:19Die mussten durch ihr Verhalten die Loyalität zum NS-Staat beweisen.
02:23Und auch nur diese Reichsbürger konnten die vollen politischen Rechte genießen, wie Wahlrecht und das Recht auf öffentliche Ämter.
02:32Damit wurde eine Zweiklassengesellschaft geschaffen.
02:34Zum einen die Reichsbürger mit allen vollen Rechten und dann die einfachen Staatsangehörigen, die Juden oder den deutschen Nicht-Artverwandten.
02:44Das schuf die Basis für eine weitere Ausgrenzung.
02:48Am 14. November folgte dann schon direkt die erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz mit einer Definition, wer eigentlich Jude war, also
02:57kein Arier sein konnte.
02:58Danach galt zunächst die Religionszugehörigkeit der betreffenden Person, aber es wurde auch rassisch begründet.
03:04Wenn man von drei volljüdischen Großeltern, also keinen Mischlingen, abstammte, war man selber auch Jude.
03:10Alle weiteren Einschränkungen und Regelungen, die Juden betreffend, bauten dann natürlich auch auf diesen sogenannten Rassegesetzen auf.
03:181936 traten zumeist Verschärfungen der Nürnberger Gesetze in Schrapp.
03:23Deswegen habe ich die hier nicht aufgenommen.
03:25Wie gesagt, es ist nur eine repräsentative Auswahl.
03:29Deswegen habe ich für 1937 auch nur ein Gesetz.
03:32Vom 5. November das Gesetz über erbrechtliche Beschränkungen wegen gemeinschaftswidrigem Verhalten.
03:38Darin wurde geregelt, dass Jüdinnen und Juden kein Erbe von deutschen Staatsangehörigen, also den Arian, antreten konnten.
03:45Das galt auch für Deutsche, die in einer Mischehe lebten.
03:48Also es gab meistens von diesen ganzen Regelungen Ausnahmen.
03:52Zuerst für Jüdinnen und Juden, die im ersten Weltkrieg gekämpft haben, Frontkämpfer.
03:58Und Juden, die noch mit einem Aria, also einem Deutschen oder einer Deutschen verheiratet waren.
04:03Die waren auch lange noch vor Deportationen geschützt.
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