Wie wurden Jüdinnen und Juden im NS-Staat systematisch ausgegrenzt und verfolgt? Dieses Video beleuchtet die erschütternde Chronologie der NS-Gesetze, die ihnen Stück für Stück ihre Rechte nahmen und ihr Leben unerträglich machten. Erfahrt, wie Berufsverbote, Ausgangssperren, die Kennzeichnungspflicht mit dem gelben Stern, Enteignung und Reise- sowie Ausreiseverbote Teil eines stufenweisen Prozesses der Ausgrenzung und Vorbereitung der Deportation waren. Ein wichtiger Einblick in die Mechanismen der Verfolgung. #geschichte #juden #gegenrassismus #wirsindmehr #gedenken #gegendasvergessen #history #jewishhistory #mutzurwahrheit
Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung:
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/juedisches-leben-in-deutschland-304/7687/1933-1945-verdraengung-und-vernichtung/
Und zu den "Rechtsprinzipen" des Dritten Reichs:
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/532737/rechts-prinzipien-des-nationalsozialistischen-staates-am-beispiel-der-verfolgung-andersdenkender/
Zur Quellenedition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945":
https://zeithistorische-forschungen.de/2-2021/5968
Das sind meine Themen:
00:00 Intro
00:08 Berufsverbote für Zahn- , Tierärzte & Apotheker
00:33 Verbot von Schlaf & Speisewagen für Juden
00:42 Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden
01:13 Reichsvereinigung der Juden in Deutschland
01:56 Besitz von Radios wird verboten
02:38 Ausgangssperre für Jüdinnen und Juden
03:06 Kündigung der Telefonanschlüsse
03:16 Benutzung von Bibliotheken verboten
03:24 Juden müssen gelben Stern tragen
05:33 Wohnort nicht mehr ohne Genehmigung verlassen
05:58 Auswanderungs- und Ausreiseverbot
06:41 Verbot freundschaftlicher Kontakte zwischen Juden und Nicht-Juden
07:27 Regeln für Deportationen
08:02 Beschlagnahmung von Schreibmaschinen, Fahrrädern, Kameras & Ferngläsern
08:12 Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft & Enteignung
08:59 Verbot Telefonzellen zu benutzen
09:40 Beschlagnahmung von Pelz- und Wollsachen, Skiern, Ski- und Bergschuhen
10:04 Kuchenverkaufverbot
10:21 Haustierverbot
10:54 Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel verboten
11:19 Verbot Zeitungen & Zeitschriften zu beziehen
11:30 Schwarzer Stern an Eingangstür
11:42 Verbot von Tabakwaren
12:02 Verbot der jüdischen Schulen
12:10 Kennzeichnung der Lebensmittelkarten von Juden
12:42 Verbot des Kaufs von Büchern in Buchhandlungen
12:48 Entzug der ordentlichen Gerichtsbarkeit für Juden
13:30 Anordnung Vernichtung der "Entjudungsakten"
Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung:
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/juedisches-leben-in-deutschland-304/7687/1933-1945-verdraengung-und-vernichtung/
Und zu den "Rechtsprinzipen" des Dritten Reichs:
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/532737/rechts-prinzipien-des-nationalsozialistischen-staates-am-beispiel-der-verfolgung-andersdenkender/
Zur Quellenedition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945":
https://zeithistorische-forschungen.de/2-2021/5968
Das sind meine Themen:
00:00 Intro
00:08 Berufsverbote für Zahn- , Tierärzte & Apotheker
00:33 Verbot von Schlaf & Speisewagen für Juden
00:42 Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden
01:13 Reichsvereinigung der Juden in Deutschland
01:56 Besitz von Radios wird verboten
02:38 Ausgangssperre für Jüdinnen und Juden
03:06 Kündigung der Telefonanschlüsse
03:16 Benutzung von Bibliotheken verboten
03:24 Juden müssen gelben Stern tragen
05:33 Wohnort nicht mehr ohne Genehmigung verlassen
05:58 Auswanderungs- und Ausreiseverbot
06:41 Verbot freundschaftlicher Kontakte zwischen Juden und Nicht-Juden
07:27 Regeln für Deportationen
08:02 Beschlagnahmung von Schreibmaschinen, Fahrrädern, Kameras & Ferngläsern
08:12 Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft & Enteignung
08:59 Verbot Telefonzellen zu benutzen
09:40 Beschlagnahmung von Pelz- und Wollsachen, Skiern, Ski- und Bergschuhen
10:04 Kuchenverkaufverbot
10:21 Haustierverbot
10:54 Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel verboten
11:19 Verbot Zeitungen & Zeitschriften zu beziehen
11:30 Schwarzer Stern an Eingangstür
11:42 Verbot von Tabakwaren
12:02 Verbot der jüdischen Schulen
12:10 Kennzeichnung der Lebensmittelkarten von Juden
12:42 Verbot des Kaufs von Büchern in Buchhandlungen
12:48 Entzug der ordentlichen Gerichtsbarkeit für Juden
13:30 Anordnung Vernichtung der "Entjudungsakten"
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00:08Das erste Gesetz ist vom 17. Januar. Das ist die achte Verordnung zum Reichsbürgergesetz.
00:13Also ihr merkt, diese ganzen Verordnungen zu diesem Reichsbürgergesetz sollten dann die Ausnahmen, die es noch gab, die man noch
00:20ausnutzen konnte, sozusagen die Schlupflöcher schließen.
00:23Das war das Berufsverbot für Zahn- und Tierärzte, also der letzte Bereich, wo jüdische Ärzte und Ärztinnen noch arbeiten
00:30konnten, und für Apotheker.
00:32Am 23. Februar folgte dann ein Verbot der Schlaf- und Speisewagen für Jüdinnen und Juden. Also sie durften noch
00:40mit Zügen fahren.
00:41Am 30. April folgte dann das Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden.
00:46Danach konnten jüdische Mieter einfach ohne das Kündigungsrecht zu beachten aus der Wohnung gekündigt werden.
00:54Und es war auch schon die erste Maßnahme, um die späteren Deportationen leichter zu machen und zu organisieren.
01:00Denn jüdische Mieter mussten zwangshalig in die Judenhäuser umziehen.
01:05Das heißt, einige Häuser von jüdischen Familien wurden zu einem Judenhaus gemacht, wo halt mehrere Familien dann unterkommen mussten.
01:13Am 4. Juli gab es dann die 10. Verordnung zum Reichsbürgergesetz.
01:17Damit wurde die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland gegründet.
01:22Und sie sollte zunächst die Immigration von Juden fördern.
01:26Also man versuchte weiterhin, die Juden eher aus dem Deutschen Reich herauszubringen.
01:31Sie kümmerte sich auch, weil natürlich der Staat sich nicht mehr darum kümmerte, um die jüdischen Angelegenheiten, wie zum Beispiel
01:38das Schulwesen.
01:39Jüdinnen und Juden durften ja schon keine deutschen Schulen mehr besuchen, sondern nur an speziell jüdischen Schulen lernen.
01:48Und auch das Wohlfahrtswesen wurde halt im eingeschränkten Maße von dieser Reichsvereinigung der Juden versucht aufrechtzuerhalten.
01:56Am 20. Dezember folgte dann wieder ein Verbot, was natürlich die Leute wieder einschränken sollte.
02:02Juden wurde der Besitz von Radios verboten.
02:04Also die Jüdinnen und Juden, die schon ein Radio besaßen, was ja sicherlich die meisten waren, was damals noch kein
02:11Fernsehen gab, deren Radios wurden natürlich eingezogen.
02:14Oder sie mussten die Radios selber abgeben.
02:16In den Jahren 1940 bis 1944 folgten eigentlich nur noch Gesetze, die besonders widerlich waren und eigentlich nur darauf abzielten,
02:25den Juden das Leben so unerträglich wie möglich zu machen,
02:27die späteren Deportationen zu erleichtern, indem man halt die Kennzeichnungspflicht der Juden immer weiter verschärfte, um sie im öffentlichen Raum
02:36besser erkennen zu können.
02:37Den Auftakt macht 1940 der 4. Mai mit einer Ausgangssperre für Jüdinnen und Juden.
02:44Im Winter durften sie sich von 20 bis 6 Uhr nicht mehr draußen aufhalten und im Sommer von 21 bis
02:515 Uhr.
02:52Das heißt, zu bestimmten Zeiten konnte man sich wirklich, weil man ja auch als Jute schon gekennzeichnet war, draußen nicht
02:59mehr aufhalten.
03:00Und das galt natürlich auch alles immer in Österreich und natürlich jeweils auch immer in den besetzten Gebieten.
03:06Am 29. Juli wurden Jüdinnen und Juden dann zum 30. September die Telefonanschlüsse gekündigt.
03:13Das heißt, sie mussten auch ihre Telefone abgeben.
03:16Am 2. August wurden Jüdinnen und Juden die Benutzung von öffentlichen Bibliotheken untersagt.
03:21Also sie konnten keine Bücher mehr ausleihen.
03:23Am 1. September gab es dann die Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden.
03:28Nun mussten Jüdinnen und Juden auch tatsächlich einen gelben Stern tragen.
03:32Also es war nicht mehr nur in ihrem Pass ein J und dieser Zwangsname eingetragen, den man halt bei Polizeikontrollen
03:39sehen konnte.
03:40Sondern halt auf der Kleidung konnte man auch direkt erkennen, wer Jude war und wer nicht.
03:45Und dann kam ja, glaube ich, 1940 oder 1941 ein Befehl ergangen, dass die Juden den gelben Stern tragen mussten.
03:56Und den durften sie natürlich auch nicht verdecken.
04:00Und ich sah nun den Vater, den kannte ich von Ansehen und sah den nun kommen, von der Arbeit kommen
04:08und er verteckte den gelben Stern mit der Aktentasche.
04:14Er wollte natürlich verhindern, dass die Leute da sich auf ihn stürzten oder sonst was.
04:18Also es war pure Angst, die dahinter steckte.
04:21So, und ich nun da war neun oder zehn und ich denke, das darf der ja nicht.
04:27So, und da habe ich dann einen Spottvers rübergerufen über die Straße.
04:31Ich weiß nur den Anfang noch, Itzig, Itzig, Judenschwein.
04:36Itzig war also auch ein Spottname für jüdische Mitbürger.
04:43Itzig, Itzig, Judenschwein.
04:45Den Rest habe ich, ich kann fast sagen, zum Glück vergessen.
04:50Und da hatte ich dann plötzlich eine Hand im Nacken.
04:54Und das war der Sohn unseres Hauswirts.
04:58Der war vielleicht zwei, drei Jahre älter als ich.
05:01Und er sagte, das musst du nicht tun.
05:05Das sind doch auch Menschen.
05:07Und ich habe mich in dem Moment zutiefst geschämt.
05:13Und diese Scham ist mir geblieben.
05:15Die wird mich bis an mein Lebensende begleiten.
05:19Sie durften auch keine Orden- oder Erbzeichen mehr tragen.
05:23Also es gab ja jüdische Bürger, die im Ersten Weltkrieg gekämpft hatten.
05:28Und die hatten ja vielleicht auch Orden bekommen.
05:30Die durften sie halt nicht mehr tragen.
05:32Und was viel schlimmer war, sie durften den Wohnort nicht mehr ohne schriftliche Genehmigung der Polizei verlassen.
05:38Also man sieht, man versuchte sich schon an einem Ort zu konzentrieren.
05:42Zuerst mit diesen Judenhäusern.
05:44Und jetzt halt auch noch damit, dass man immer den Aufenthaltsort der Juden weiß.
05:50Also sie durften sich abends nicht mehr draußen aufhalten.
05:53Waren dann halt in der Wohnung, sodass man sie auch abends gut erreichen konnte.
05:57Und dann folgte schließlich am 23. Oktober ein Auswanderungs- und Ausreiseverbot für die Jüdinnen und Juden.
06:04Also sie saßen jetzt wirklich in der Falle und konnten, auch wenn sie noch Vermögen haben sollten, nicht mehr auswandern.
06:11Also man sieht, es ist stufenweise.
06:14Man nimmt ihnen zuerst das Vermögen weg, dass sie halt schwerer emigrieren können.
06:18Bei der Immigration nimmt man ihnen natürlich auch noch Geld weg, aus irgendwelchen Gründen.
06:25Und mit diesem Auswanderungs- und Ausreiseverbot ist es dann endgültig vorbei.
06:30Ich meine, im Krieg ist es sowieso schwierig, weil viele keine Flüchtlinge aufnehmen.
06:33Aber wenn halt ein Ausreiseverbot besteht, hat man halt wirklich keine Möglichkeit mehr, das Land zu verlassen.
06:40Und dann einen Tag später, weil es halt wohl immer noch nicht bei allen Deutschen angekommen war,
06:46dass die Jüdinnen und Juden das neue Feindbild schlechthin sind.
06:50Und Staatsfeind Nummer 1, 24. Oktober, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Juden und sogenannten Deutschblütigen,
06:58also Nichtjudenverboten Deutsche könnten tatsächlich, wenn ein schwerwiegender Fall vorlag,
07:04in ein KZ eingewiesen werden und ansonsten kamen sie nur für unbestimmte Zeit in Schutzhaft,
07:11wenn halt jemand sie denunzierte oder zufällig öffentlich wurde,
07:16dass sie immer noch mit Jüdinnen und Juden befreundet waren.
07:20Die Freunde, also die jüdischen Freunde, kamen natürlich sofort in ein Konzentrationslager.
07:26Ja, dann am 4. November begann dann die Deportation von Juden,
07:31die nicht in volkswirtschaftlich wichtigen Betrieben tätig waren.
07:36Juden durften bei diesen unfreiwilligen Ausreise nur 100 Reichsmark mitnehmen.
07:42Das würde heute 490 Euro entsprechen, also ungefähr dem Betrag, den man als Bürgergeld heute hätte.
07:51Und sie durften nur 50 Kilogramm Bepäck pro Person behalten.
07:57Der Rest des Vermögens und der Besitz wurde eingezogen.
08:02Am 13. November kam dann schließlich die Beschlagnahmung von Schreibmaschinen,
08:07Fahrrädern, Kameras und Fernlasern aus jüdischen Haushalten.
08:11Am 25. November kam dann die 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz.
08:16Man sieht, man erweitert sich sehr stark darin ab.
08:19Nun wurde schlussendlich die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt
08:23und die Enteignung wurde offiziell gemacht.
08:26Jüdisches Vermögen konnte jetzt offiziell ohne irgendwelche vorgeschobenen Gründe eingezogen werden.
08:32Also vorher musste man irgendwie kommunistische Betätigung,
08:35es gab auch immer diese schwammige Formulierung,
08:38die Wiesen vergehen.
08:39Also wenn Juden emigrieren wollten, gab es dann den Vorwurf,
08:43dass man irgendwie Geld ins Ausland schaffen wollte,
08:46was natürlich auch der Fall war,
08:47weil man ja im Ausland nicht blank stehen wollte.
08:49Jedenfalls jetzt war es offiziell möglich, ohne Angabe von Gründen,
08:54nur weil Jüden und Jüdinnen Juden waren, ihr Vermögen einzuziehen.
08:59Und am 12. Dezember kam dann, falls es überhaupt noch nötig sein sollte,
09:03ein Verbot für Jüdinnen und Juden, Telefonzellen zu benutzen.
09:06Und wie gesagt, diese Maßnahmen konnte man auch relativ leicht durchsetzen
09:11und man konnte auch relativ leicht denunzieren,
09:13weil durch diese Kennzeichnung entweder im Pass oder später dann mit dem gelben Stern
09:17oder Judenstern, konnte man auch sehr genau erkennen, wer Jude war und wer nicht.
09:22Am 20. Januar gab es ja die Wannsee-Konferenz,
09:26auf der beschlossen wurde, dass die Juden nicht nur deportiert,
09:29sondern auch vernichtet werden sollten.
09:31Und andere Maßnahmen, wie gesagt, waren wieder darauf ausgerichtet,
09:34das Leben für die Juden ja so schlimm wie möglich zu machen
09:38und die Lebensumstände immer mehr einzuschränken.
09:40Den Auftakt machte der 4. Januar mit der Beschlagnahmung von Pelz, Wollsachen,
09:46Skiern, Ski und Bergschuhen aus jüdischen Haushalten.
09:50Und man muss halt bedenken, der Krieg war voll im Gange 1942.
09:541941 hatte Hitler sich entschlossen, den Pakt mit Russland zu brechen
09:59und Russland anzugreifen.
10:00Und diese Sachen wurden halt hauptsächlich an die Ostfront geschickt.
10:04Am 14. Februar folgte dann ein Kuchen-Verkaufsverbot an Juden und Polen.
10:10Also Jüdinnen und Juden konnten nicht mehr in der Bäckerei Kuchen oder Teilchen kaufen.
10:14Man muss auch bemerken, es ist der Valentinstag,
10:17also ein sehr kranker Humor der Nazis hier.
10:21Einen Tag später, am 15. Februar,
10:24durften die Jüdinnen und Juden dann keine Haustiere mehr halten,
10:27was für viele sicherlich am schlimmsten war.
10:30Also ich erinnere mich an die Tagebücher von Plemperer,
10:33der das Leben und die Einschränkungen von Jüdinnen und Juden im Deutschen Reich
10:38damals sehr gut beschrieben hat.
10:41Also er hat dann auch geschildert, wie er halt seine arme Katze umgebracht hat.
10:45Weil das wurde halt auch alles natürlich kontrolliert.
10:47Man wusste ja, wo jüdische Haushalte sind.
10:50Und dann kam halt wirklich die Polizei und hat die Tiere mitgenommen.
10:53Einen Tag später, am 16. Februar,
10:57durften Juden und Jüdinnen dann schlussendlich auch keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen.
11:02Also zuerst wurden ihnen die Fahrzeugfabriere weggenommen,
11:05dass sie nicht mehr mit dem Auto fahren konnten,
11:07wenn sie überhaupt ein eigenes Auto besaßen.
11:09Dann wurde eingeschränkt, dass sie Speise und Schlafwagen nicht benutzen durften.
11:14Und jetzt durften sie halt wirklich gar keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.
11:18Am 17. Februar folgte dann für Jüdinnen und Juden das Verbot,
11:23Zeitungen und Zeitschriften zu beziehen.
11:25Also man konnte keine Abos mehr für Zeitungen abschließen.
11:29Und am 13. März mussten Jüdinnen und Juden an der Eingangstour einen schwarzen Stern anbringen.
11:36Also man wollte es offensichtlich noch leichter machen, die jüdischen Wohnungen zu erkennen.
11:41Am 12. Mai gab es dann ein Verbot, für Jüdinnen und Juden Tabakwaren zu beziehen.
11:47Und das konnte man so perfide durchziehen.
11:49Es gab ja im Krieg Lebensmittelkarten und für Rauchwaren, die halt besonders waren,
11:55gab es eine Raucherkarte und die wurde dann halt einfach nicht an die Jüdinnen und Juden ausgegeben.
12:01Am 1. Juli folgte dann ein Verbot und eine Auflösung der jüdischen Schulen.
12:06Also jüdische Kinder konnten jetzt gar nicht mehr zur Schule gehen.
12:09Am 18. September wurden dann die Lebensmittelkarten von Jüdinnen und Juden
12:14nochmal besonders gekennzeichnet und Rationen wurden kürzt.
12:19Insbesondere für jüdische Kinder.
12:21Jüdinnen und Juden konnten keine Fleischprodukte mehr erhalten, keine Eier und keine Milch mehr.
12:26Also das lag auch daran, weil mit Fortschreiten des Krieges gab es natürlich eine immer schlechtere Versorgung mit Lebensmitteln.
12:34Und diese Produkte, die halt besonders waren und besonders selten, waren halt dann nur noch Aryan vorbehalten.
12:41Am 9. Oktober folgte dann ein Verbot des Kaufs von Büchern in Buchhandlungen für Jüdinnen und Jüdinnen.
12:47Und das letzte Gesetz, was ich vorstellen will, ist von 1943.
12:52Das ist vom 1. Juli die tatsächlich schon 13. Verordnung zum Reichsbürger gesetzt.
12:59Nun wurde auch geregelt, dass den Jüdinnen und Juden die ordentliche Gerichtsbarkeit entzogen wurde.
13:05Ihr müsst bedenken, 1943, die Deportationen waren schon längst im Gange.
13:10Auschwitz gab es schon längst.
13:12Jeden Tag wurden schon Jüdinnen und Juden ins Gas geschickt oder halt durch Arbeit langsam getötet.
13:19Das war nur noch eine Formalität.
13:22Rechtlich wurde dann jetzt auch geregelt, dass nach dem Tod das Vermögen der Juden dem Reich zugute kam.
13:29Und dann 1945, als man wirklich sah, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war, wurde am 16. Februar dann
13:38nochmal formal darauf hingewiesen, dass sogenannte Entjudungsaktungen vernichtet werden sollten.
13:45Also man wollte die Beweise für den massenhaften Mord und die Ausgrenzung vorher der Juden, dass das nicht in die
13:52Hände des Feindes fiel.
13:53Und deswegen gibt es auch zum Beispiel Lücken in den Registern in Auschwitz.
13:59Dank einiger jüdischer Häftlinge und polnischer Häftlinge, die dieser Akt versteckten, gibt es überhaupt Geburts- und Sterberegister von Auschwitz.
14:09Wusste natürlich, dass sie dafür für ihre Taten natürlich zur Rechenschaft gezogen würden.
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