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Was wäre, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte? | Doku
6. Sept. 2025 · Die Doku erkundet die faszinierende aber auch beängstigende kontrafaktische Geschichte und stellt sich die Frage, ob Hitler und das Dritte Reich den Zweiten ..

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Kurzfilme
Transkript
00:09Die Geschichte ist keine einspurige Straße. Ihre Wege sind nicht vorherbestimmt.
00:15Sie entsteht aus Strukturen und Entscheidungen, Wechselwirkungen und Zufällen.
00:22Es gibt nichts Alternativloses.
00:24Manchmal bestimmen Sekunden, manchmal Millimeter den Verlauf von Geschichte.
00:30Die Was-wäre-wenn-Frage hat immer das Potenzial, ins Paradies oder in die Hölle zu führen.
00:36Um zu verstehen, warum Dinge geschehen sind, muss gefragt werden, warum anderen nichts geschahen.
00:44Die konterfaktische Methode ist kein Hexenwerk. Die ist eigentlich das, was alle Historiker machen.
00:51Manche tun es bewusst, andere tun es unbewusst, aber alle tun es.
00:54Die Frage nach Alternativen erschließt uns die Vergangenheit.
01:00Um zu verstehen, was die kontrafaktische Geschichte bedeutet, muss man erstmal die reale Geschichte verstanden haben.
01:06Ein Experten-Team unterzieht die Nazi-Herrschaft einem Geschichtsexperiment.
01:14Was wäre gewesen, wenn Hitler den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätte?
01:18Bei einem deutschen Sieg wären die Aussichten extrem unschön gewesen.
01:23Doch wie realistisch war ein deutscher Sieg?
01:27Und umgekehrt? Was wäre gewesen, wenn Hitler getötet worden wäre?
01:33Es war wirklich absoluter Zufall, dass eben irgendjemand, der an den Tisch ran wollte, für den die Aktentasche, die Stauffenberg
01:40da platziert hat, im Weg war, die dann mit dem Fuß ein Stück beiseite geschoben hat.
01:44Bis heute setzt sich auch die Populärkultur mit den Schrecken der NS-Zeit auseinander.
01:49Ist es die Faszination am absolut Bösen?
01:54Die Verbrechen des Nationalsozialismus waren so unfassbar, dass sich die Menschen fragen, wie konnte so etwas überhaupt passieren?
02:03Hätten die Nazis die Weltherrschaft erringen können? Und was würde das für uns heute bedeuten?
02:25München, 8. November 1923.
02:28Der noch kaum bekannte Politiker Adolf Hitler, Führer einer rechtsradikalen Splitterpartei, will Geschichte schreiben.
02:38Die nationale Revolution ist ausgebrochen. Ich werde das Deutsche Reich regieren. Die Regierung in Berlin ist abgesetzt.
02:49Hitler will die Macht an sich reißen und die verhasste Republik von Weimar zerschlagen.
02:56Der junge Staat geht aus dem verlorenen Ersten Weltkrieg hervor. Viele machen die Republik für die Niederlage verantwortlich.
03:03Und viele trauern dem Kaiser nach.
03:08Die Demokratie von Weimar war im Grunde ein oktroyiertes System. Das war ein sogenannter Regime-Change, der von den Amerikanern
03:19damals gefordert worden war.
03:22Sozusagen als Voraussetzung für Friedensverhandlungen mit den Deutschen.
03:27Vielen Deutschen bleibt die Demokratie fremd. Viele leiden unter Armut und dem Gefühl, fremd beherrscht zu sein.
03:37Und nicht wenigen erscheinen die Konservativen und Rechtsextremen als eine Alternative.
03:46Die demokratischen Parteien sind von 1920 bis 1933 in der Minderheit gewesen. Das war eine sehr wackelige Demokratie.
03:56Am 9. November 1923 kommt es vor der Feldherrenhalle auf dem Münchner Odeonplatz zum Putschversuch von rechts.
04:04Der Odeonplatz ist zu der Zeit abgeriegelt von der Polizei.
04:09In der ersten Reihe der Putschisten marschieren Göring, Ludendorff, Hitler und Schäubner Richter, zu der Zeit Hitlers außenpolitischer Berater.
04:21Als die Putschisten versuchen, die Polizeiabsperrung zu durchbrechen, kommt es zu einem Schusswechsel.
04:28Angeschossen wird Göring, getötet wird Schäubner Richter.
04:32Ludendorff und Hitler, die zwischen den beiden, marschierend bleiben, merkwürdigerweise, überraschenderweise unverletzt.
04:42Nach dem Putschversuch wird Hitler verhaftet und zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt.
04:48Doch für die NSDAP wird die scheinbare Niederlage zum Wendepunkt.
04:54Vor 1923 war Hitler eine rein auf Bayern begrenzte lokale Größe.
05:02Mit dem Prozess nach dem Putschversuch 1923 erhält er praktisch ein Forum der Selbstdarstellung im Gerichtssaal.
05:16Nun werden sehr viele Menschen erst auf ihn aufmerksam.
05:20Er stilisiert sich zum Erlöser Deutschlands, zum Retter Deutschlands.
05:26Nach seiner Entlassung ändert Hitler seine Strategie.
05:29Er sucht das Bündnis mit den Konservativen.
05:32Legal will er nun an die Macht kommen.
05:38Wir werden das Volk auf sie hetzen.
05:40Dann werden wir endlich gemeinsam ein neues Deutschland aufbauen können.
05:44Und zwar ohne diesen demokratischen Schwindel.
05:49Und tatsächlich wird Hitler am 30. Januar 1933 Reichskanzler.
05:55Keine zehn Jahre nach dem gescheiterten Putsch hat es der Nazi-Retner aus München bis an die Spitze des Staates
06:01geschafft.
06:02Die Tage der Weimarer Republik sind damit gezählt.
06:05Hitler hatte schon im März 1923 verkündet, er werde dafür sorgen, dass die Reichsregierung in Berlin an die Laternenpfähle vor
06:17den Reichstag kommen.
06:19Kaum an der Macht setzt Hitler seine Drohungen um.
06:23Die Nazis schaffen Freiheiten und Rechte ab, verfolgen ihre Feinde.
06:28Vor allen Dingen die Juden werden zum Objekt ihres Hasses.
06:33Zielstrebig führt Hitler das Reich in den nächsten Krieg.
06:37Mit katastrophalen Folgen.
06:44Doch hätte alles auch ganz anders kommen können?
06:48Wäre ohne den Nazi-Diktator der Krieg vermieden worden?
06:55Und was wäre aus der Weimarer Republik geworden, wenn beim Putsch 1923 ein bayerischer Polizist ein paar Zentimeter weiter nach
07:04links gezielt hätte?
07:06Weimar hat keinen Fehler in der DNA.
07:09Wir dürfen uns Weimar nicht kleinreden, weil es letztlich in Folge von historisch nicht vorauszusehenden Ereignissen
07:17untergegangen ist.
07:19Wäre der Republik mehr Zeit geblieben, hätte eine demokratische Kultur wachsen können.
07:26Irgendwann wären die wirtschaftlichen Folgen des Ersten Weltkriegs überwunden worden.
07:31Mehr und mehr Menschen hätten von einem Aufschwung profitiert.
07:36Sogar die Autobahnen hätte es ohne Hitler gegeben.
07:39Die Pläne dafür stammen aus der Zeit der Republik.
07:45Die Beziehungen zu den Weltkriegsfeinden Frankreich und Großbritannien hätten sich mit der Zeit normalisiert.
07:52Vielleicht wäre Weimar sogar zum Motor einer europäischen Einigung geworden.
08:01Wäre das die Zukunft eines Europas ohne Hitler gewesen?
08:07Ich denke, wenn Hitler 1923 getötet worden wäre beim Putschversuch an der Feldherrnhalle,
08:12dann wäre wahrscheinlich seine Partei, die NSDAP, auseinandergefallen oder sie wäre in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.
08:21Aber der springende Punkt für mich ist eigentlich, dass die Krise der Weimarer Republik dennoch gekommen wäre.
08:26Es gibt einfach sehr viele Leute, die sehr unzufrieden mit dieser neuen Republik dann sind.
08:34Das Strohfeuer der Goldenen Zwanziger ist 1929 vorbei.
08:401929 erfasst die Weltwirtschaftskrise auch die Weimarer Republik.
08:45Die Folgen sind katastrophal. Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger.
08:50Der Druck auf die ungeliebte Demokratie nimmt zu.
08:55Das Problem ist, dass die demokratischen Parteien nicht zusammenfinden, sondern dass die sich untereinander bekämpfen.
09:00Und das bereitet dann eigentlich erst den Extremisten von rechts und links die Bahn.
09:05Die Kommunisten lehnen die Weimarer Demokratie als kapitalistisch ab.
09:11Sie wollen einen Staat nach sowjetischem Vorbild.
09:18Wenn ohne Hitler die NSDAP nicht in Deutschland an die Macht gekommen wäre,
09:26wären dann vielleicht die Kommunisten an ihre Stelle getreten?
09:34Unwahrscheinlich ist es nicht, dass die Kommunisten auch versucht hätten, zur Macht zu gelangen in Deutschland.
09:44Aber es wäre sehr schwer geworden.
09:47Die Demokratie ist von rechts, sie ist von links massiv attackiert worden.
09:51Wobei letzten Endes die Attacke von rechts wesentlich gefährlicher war,
09:56weil Deutschland als Land bereits industriell dermaßen weit entwickelt gewesen ist,
10:00dass es ein sehr starkes Bürgertum gehabt hat.
10:03Die kommunistische Herausforderung hat nur zu beigetragen, dass das Bürgertum dann nach rechts gedriftet ist.
10:06Man kann nicht voraussagen, was daraus geworden wäre,
10:11aber dass die Republik sich zu einem autoritären System entwickelt hätte, ist sehr wahrscheinlich.
10:19Die erste Demokratie auf deutschem Boden hatte schlechte Karten.
10:24Doch ohne Hitler wären die Chancen ungleich größer gewesen,
10:28dass es nicht zu einem Zweiten Weltkrieg und insbesondere nicht zum Holocaust gekommen wäre.
10:46Mit dem Angriff auf Polen am 1. September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg.
10:53Die Wehrmacht erobert in den nächsten Monaten halb Europa.
10:59Nach dem Fall Frankreichs im Juni 1940 steht Hitler auf dem Höhepunkt seiner Macht.
11:08Die Niederlage Frankreichs verändert die strategische Situation komplett.
11:14Deutschland hat plötzlich sehr viel mehr Optionen, Britannien sehr viel weniger.
11:18Die Deutschen sind verbündet mit Italien, mit der Sowjetunion, mit Japan.
11:23Frankreich ist besiegt und die Vereinigten Staaten sind neutral.
11:28Es ist kaum zu verstehen, warum die Briten glaubten, sie könnten gewinnen.
11:34Hitler plant den Angriff auf den letzten Gegner in Westeuropa.
11:39Die Luftwaffe soll die deutsche Invasion der Insel vorbereiten.
11:45Die sogenannte Luftschlacht um England beruht auf einer doppelten Fehleinschätzung.
11:52Die britische Regierung hält die Luftwaffe für sehr viel stärker, als sie ist.
11:56Die deutsche Regierung hält die Royal Air Force für sehr viel schwächer, als sie tatsächlich ist.
12:02Und so entwickelt sich der Kampf.
12:04Man startet zunächst mal in einer mehr oder weniger ausgeglichenen Basis, aber es erweist sich sehr, sehr schnell, dass Deutschland
12:13mit den Verlusten nicht umgehen kann.
12:15Die britische Luftfahrtindustrie ist einfach besser aufgestellt.
12:19Die produzieren mehr Flugzeuge in kürzerer Zeit.
12:22Die haben einen sehr viel tiefer gestaffelten Pool von Piloten, auf den sie zurückgreifen können.
12:28Und wirklich behält die Royal Air Force die Oberhand.
12:33Die deutschen Invasionspläne sind damit gescheitert.
12:36Großbritannien bleibt frei.
12:38Churchill triumphiert.
12:40Und Hitler muss seine erste Niederlage einstecken.
12:43Ausgerechnet gegen die Briten.
12:46Das Verhältnis Hitlers zu England war im Grunde eine enttäuschte Liebe.
12:52Hitler bewunderte das britische Empire, hatte aber von der britischen Kultur und auch von der britischen politischen Elite keine Ahnung.
13:04Der Diktator muss seine Pläne ändern.
13:09Am 22. Juni 1941 beginnt der Angriff auf die Sowjetunion.
13:16Das Ziel? Moskau.
13:18Hitler rechnet mit einem schnellen Sieg.
13:21Doch wieder verkalkuliert er sich.
13:26Bereits Ende August 1941 sahen viele deutsche Generäle, dass der Krieg an der Ostfront außer Kontrolle geriet.
13:38Der Angriff auf Moskau scheitert.
13:41Und im Dezember 1941 schlägt die Rote Armee zurück.
13:46Die Niederlage in Stalingrad, ein Jahr später, bedeutet das Ende für Hitlers Eroberungspläne.
14:00Doch hatten die Deutschen eine Chance, den Krieg zu gewinnen?
14:03Hätte die Wehrmacht Russland erobern?
14:06Oder die Briten schlagen können?
14:13Was wäre gewesen, wenn die Deutschen die Luftschlacht um England gewonnen hätten?
14:19Ein US-Propagandafilm, der 1943 in die Kinos kam, um die amerikanische Kriegsbegeisterung zu schüren, zeigt dieses Szenario.
14:30Nach der siegreichen Luftschlacht setzen die Deutschen über, erobern die Insel und nehmen schließlich London ein.
14:41Was wäre aus der Hauptstadt und aus Großbritannien geworden, wenn die Nazi-Invasion 1940 erfolgreich gewesen wäre?
14:54Hätte Hitler dann ganz Europa unter seine Herrschaft gebracht?
14:59Hätte er die Lufthoheit über England erobern können, dann hätte er natürlich einen gewaltigen Zuwachs an Prestige erlebt.
15:08Dann hätte nach 1066 zum ersten Mal eine realistische Chance bestanden, England zumindest anzugreifen, eine Invasion tatsächlich zu starten.
15:19Ich habe meine großen Zweifel, ob diese sogenannte Luftschlacht von der Deutschen Luftwaffe hätte gewonnen werden können.
15:24Aber nehmen wir mal an, das wäre der Fall gewesen. Und dann wäre möglicherweise auch die Invasion in Großbritannien, die
15:30Besetzung Großbritanniens möglich gewesen.
15:34Wie sich die Beziehung zwischen Deutschen und Briten unterm Hakenkreuz entwickelt hätte, dafür gibt es zumindest Indizien.
15:42Denn ein winziger Teil des Empires steht zeitweise unter Nazi-Herrschaft.
15:501940 besetzen die Deutschen nach dem Sieg über Frankreich die britischen Kanalinseln Guernsey und Jersey.
16:00Die Kanalinseln waren in einer schwierigen Situation. Sie sind sehr klein. Es gab keinen Ort zum Verstecken für die Einwohner.
16:07Und militärisch waren sie extrem verwundbar.
16:11Hitler will hier propagieren, die deutsche Herrschaft sei moderat. Hinter der scheinbaren Idylle bringt der Nationalsozialismus auch über die Kanalinseln
16:19eine Zeit des Schreckens.
16:21Jüdische Briten werden verfolgt, Nachbarn denunziere Nachbarn. Alle anderen verlieren Freiheiten und Rechte.
16:30Wäre es wie auf Guernsey und Jersey auch der Mutterinsel ergangen?
16:37Auch in Großbritannien gibt es damals rassistische Demagogen und Anhänger des Faschismus.
16:43Oswald Mosley steht an der Spitze der anti-jüdischen, anti-kommunistischen British Union of Fascists.
16:51Hätten deutsche Besatzer im Falle eines Sieges Faschisten wie ihn zum Stadthalter in Großbritannien ernannt?
16:59Hätten sie Britannien besetzt, dann hätten die Nazis wohl versucht, eine Regierung mit Kollaboratoren zu installieren.
17:05Ähnlich wie in Vichy Frankreich oder in Norwegen. Ohne Zweifel hätten sie dafür Leute gefunden. Aber wie viele, bleibt offen.
17:17Churchill hätte auch nach einer Invasion Englands den Kampf fortgesetzt.
17:23Die Flotte wäre intakt geblieben. Sie hätte die Regierung und Goldreserven nach Kanada evakuiert. Und das Königshaus.
17:33Als sich Frankreich ergab, ergab sich das ganze französische Kolonialreich gleich mit.
17:38Ich glaube, in Britannien wäre es anders gewesen. Es hätte eine große Widerstandsbewegung gegeben.
17:43Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die deutsche Besatzungsherrschaft auch andernorts Widerstand geradezu provozierte.
17:52Aus den fernen Dominions hätte Britannien den Kampf mit gewaltigen Ressourcen und einer starken Kolonialarmee fortgesetzt.
18:00Dieser Krieg wäre nicht im Sinne Hitlers gewesen.
18:05Die Nationalsozialisten waren am Westen überhaupt nicht interessiert. Es ging einzig und allein um Lebensraum im Osten, wie es hieß.
18:15Schon in den 20er Jahren hatte Hitler von diesem Ziel gesprochen.
18:21Er wollte die russische Kultur auslöschen, um Platz für die Germanisierung des Ostens zu machen.
18:32Wenn wir annehmen, dass der Russland-Verhältnis bis zu einem von Moskau und Leningrad geführt hätte und an dem Ural
18:39wird jetzt eine deutsche Militärgrenze aufgerichtet,
18:43die Frage ist, ob dann der Krieg tatsächlich zu Ende gewesen wäre.
18:47Die Organisation des Ostens hätte natürlich wiederum einen riesigen Blutzoll gekostet, mit Verschiebungen von riesigen Bevölkerungsgruppen hin und her
18:56und eben der Aussicht einer ständigen, wie es hieß, blutenden Grenze im Osten, also einem Krieg, der sich hinzieht bis
19:05zum Sankt-Nimmerleins-Tag.
19:07In den weiten Russlands wollte Hitler sein deutsches Kolonialreich gründen.
19:14Der Lebensraum im Osten würde ein riesiges Gebiet umfassen, von Achangelsk bis zum Kaukasus.
19:22Hinter einer Militärgrenze sollten bis zu 10 Millionen deutsche Bauernkrieger in Wehrdörfern angesiedelt werden,
19:28zur Aufzucht einer germanischen Rasse und zur rücksichtslosen Ausbeutung der Bodenschätze.
19:39Als Generalplan Ost werden diese Ziele heute zusammengefasst.
19:44Neben der Produktion von Lebensmitteln sollte der Osten dabei eine nie versiegende Rohstoffquelle werden,
19:51etwa für die Versorgung mit Kohle oder für die Bereitstellung von dringend benötigten Erdölreserven und Eisenerzen.
20:00Sie sollten die globale Machtstellung Deutschlands sichern.
20:06Die slawische Bevölkerung wird dabei als reine Verfügungsmasse betrachtet.
20:11Etwa 14 Millionen Einwohner sind als Arbeitssklaven für die Ausbeutung der Nazi-Kolonie vorgesehen.
20:18Alle anderen erwartet ein noch schlimmeres Schicksal.
20:22Wir wissen ja weitgehend, wie die deutsche Besatzungspolitik in der Sowjetunion ausgesehen hat,
20:29die maximal rassistisch geprägt gewesen ist.
20:33Und wir kennen auch den größten Teil dieser Pläne, die darauf hinaus liefen,
20:37dass man mindestens 30 Millionen Bewohner Osteuropas über den Ural abschieben, deportieren wollte.
20:43Von denen wären die meisten dann an Entkräftung, an Hunger, an Kälte sehr wahrscheinlich gestorben.
20:50Das heißt, eine Ausführung des Generalplans Ost hätte letzten Endes eine Potenzierung der NS-Opfer noch einmal bedeutet.
20:57Der Genozid hätte nicht nur die Juden betroffen, sondern alle, die einer Germanisierung im Weg gewesen wären.
21:08Hitlers Eroberungspläne gehören zu den dunkelsten Szenarien, die es in der kontrafaktischen Geschichte gibt.
21:18Es wäre natürlich töricht anzunehmen, dass Geschichte nur in den Werken von Geschichtswissenschaftlern existiert.
21:24Geschichte ist Teil der Populärkultur, Geschichte hat ein ganz eigenständiges Leben entwickelt,
21:29oder sagen wir eher der Umgang mit Geschichte, die Verfremdung von Geschichte.
21:35Die Weltherrschaft der Nazis ist ein beliebtes Thema der Popkultur.
21:43Warum übt dieses fiktive Szenario bis heute eine so große Faszination aus? Etwa in Computerspielen?
21:52Viele Leute wollen sich damit beschäftigen, weil sie es einfach nicht verstehen können, wie konnte sowas passieren?
21:56Und befassen sich damit sehr genau und dazu gehört natürlich auch das Gedankenspiel, was wäre denn, wenn es noch weitergegangen
22:02wäre?
22:05Ich weiß, das klingt absurd, aber was wäre eigentlich, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte?
22:11Wie würde die Welt heute aussehen? Diese Frage, die wird mir sehr, sehr häufig von euch gestellt.
22:17Als Mr. Wissen2go beschäftigt sich auch Mirko Drotschmann mit diesem Thema. Mit Erfolg.
22:24Die Resonanz war riesig. Ich war da gerade im Urlaub und hatte nicht damit gerechnet, dass sich viele Leute das
22:28Video anschauen.
22:29Und plötzlich hatte ich nach einem Tag, glaube ich, eine Million Klicks.
22:34Sogenannte Reen-Actors spielen die Geschichte gleich selbst nach.
22:38Vor allen Dingen in den USA ist der Zweite Weltkrieg ein großes Thema.
22:42Bei ihren Treffen inszenieren die Wochenendkrieger historische Schlachten vor einem riesigen Publikum.
22:49Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass man den Leuten Geschichte schmackhaft macht und ihnen zeigt, Geschichte ist
22:56zwar passiert und das ist vergangen,
22:58aber man kann sich damit trotzdem gedanklich auseinandersetzen. Und es ist wichtig, die Geschichte zu verstehen, damit wir die Gegenwart
23:04verstehen.
23:06In Großbritannien beschäftigen sich seit den 60er Jahren Filme und Bücher mit der Frage, wie das Leben unter deutscher Herrschaft
23:14ausgesehen hätte.
23:16Der Roman Fatherland wurde in 30 Sprachen übersetzt und mehr als sechs Millionen Mal verkauft.
23:23Es reizt viele Leute, dieses Alternativ-Szenario durchzuspielen.
23:28Natürlich prägt der Zweite Weltkrieg ganz entscheidend unsere Epoche bis heute.
23:32Deshalb wollen sie sich mit dieser Zeit beschäftigen.
23:37Doch Filmen über eine Nazi-Weltherrschaft wie The Man in the High Castle wird auch vorgeworfen, deren Schrecken zu verharmlosen.
23:46Ein berechtigter Einwand?
23:50Ich glaube, wenn man Sendungen, Videos, Bücher, Filme macht, die davon ausgehen, dass Hitler den Krieg gewonnen hätte, dann führt
23:58das nicht zur Verharmlosung.
23:59Zumindest dann, wenn die Filme so gestaltet sind, dass sie realistisch sind.
24:02Wenn die Filme aufzeigen, was denn wirklich passiert wäre, dass der Schrecken sich fortgesetzt hätte, dann, finde ich, sorgt das
24:09eher für ein Bewusstsein.
24:10Nämlich für ein Bewusstsein dafür, dass auch so eine Zeit jederzeit wieder beginnen könnte.
24:16Andere Filme wie Iron Sky übertreiben die NS-Mythen maßlos und geben sie damit der Lächerlichkeit preis.
24:24Ein Weg, dem die Geschichtswissenschaft nicht folgen will.
24:27Die Alternative darf nie in Respektlosigkeit vor den Opfern ausarten.
24:33Die Alternative muss immer aufbauen auf dem, was tatsächlich geschehen ist.
24:38Wenn die Alternative reine Unterhaltung geworden ist, ist sie für die Geschichtswissenschaft eigentlich uninteressant und muss sich fragen lassen, was
24:47für Ziele sie tatsächlich verfolgt.
24:51Normandie, 6. Juni 1944.
24:55Die westlichen Alliierten stürmen den von den Nazis propagierten Atlantikwall.
25:00Gleichzeitig starten die Sowjets eine Großoffensive und treiben die Wehrmacht vor sich her.
25:06Die Deutschen befanden sich seit Stalingrad langsam, aber sicher auf dem Rückzug. Die Niederlage im Osten war im Grunde absehbar.
25:18Eine Gruppe von Widerstandskämpfern um Oberst Klaus Schenk Graf von Stauffenberg ist jetzt zum Handeln entschlossen.
25:25Sie wollen Hitler mit einer Bombe töten. Am 20. Juli 1944 setzen die Attentäter ihren Plan in die Tat um.
25:36Es war extrem knapp, also es war wirklich absoluter Zufall.
25:40Stauffenberg hatte seine Bombe in einer Aktentasche mitgebracht und er hatte sie auf die Seite des Tisches gestellt, auf der
25:45auch Hitler stand, in dieser Baracke, wo die Lagebesprechung stattfand.
25:51Und dann ist er rausgegangen und dann hat ein anderer Teilnehmer der Besprechung diese Aktentasche verschoben, auf die andere Seite
25:57dieses schweren eichernden Tischfußes.
26:02Um 12.42 Uhr zerfetzt die Bombe den Besprechungsraum.
26:09Doch Hitler überlebt den Anschlag.
26:13Der Führer besucht im Lazarett die bei dem Attentat verletzten Mitarbeiter und Angehörigen des Wehrmachtführungsstabes.
26:21Die NS-Propaganda feiert das Überleben Hitlers als Wunder.
26:27Die Attentäter dagegen werden gnadenlos verfolgt.
26:32Stauffenberg wird noch in der Nacht des 20. Juli hingerichtet.
26:37Hitlers Rache kostet in den nächsten Monaten vielen weiteren Männern das Leben.
26:45Für alle ist das ein ganz wichtiger Punkt gewesen, nicht mehr mitzumachen.
26:51Und es war ihnen klar, dass sie am Rande des Todes schwebten.
26:56Hitlers Krieg geht weiter. Millionen von Soldaten und Zivilisten werden noch sterben.
27:03Zahllose Städte in Schutt und Asche versinken.
27:09Auch in den Vernichtungslagern läuft das Mordprogramm der Nazis weiter.
27:17Bis zur Eroberung Berlins durch die Russen vergehen noch neun lange Monate.
27:28Doch was wäre gewesen, wenn Stauffenbergs Bombe am 20. Juli Hitler getötet hätte?
27:41Wie wäre es dann ab dem 21. Juli 1944 in Deutschland und an den Fronten weitergegangen?
27:49Ein Bürgerkrieg wäre wohl die Folge gewesen.
27:54Die Nazis würden brutal zurückschlagen.
27:59Gehandelt haben Göring und Himmler.
28:01Und sie haben die Niederschlagung des Widerstandes organisiert mit Hilfe von Goebbels,
28:08der in Berlin saß und die Propaganda sofort entsprechend laufen ließ.
28:16Dies Szenario kann man auch genauso ansetzen, wenn Hitler nicht mehr gelebt hätte.
28:25Göring ist schon lange Hitlers Stellvertreter.
28:27Himmler kommandiert die Polizei und fast 600.000 Mann Waffen-SS.
28:34Und Goebbels kontrolliert die Medien und den ganzen Propaganda-Apparat.
28:40Eine mächtige Allianz.
28:45Wahrscheinlich hätten diese Nazis auch ohne Hitler bis zum Ende weitergekämpft.
28:50Mit einem ähnlich zerstörerischen Resultat.
28:56Doch was wäre gewesen, wenn die Nazi-Gegner die Oberhand behalten hätten?
29:04Die Verschwörer hofften darauf, ein Ende des Krieges mit Britannien und den Vereinigten Staaten zu verhandeln,
29:10nicht aber mit der Sowjetunion.
29:12Das hätte natürlich die Karten komplett neu gemischt.
29:18Auch die neue Regierung hätte den Krieg wohl fortgesetzt.
29:22Vielleicht hätte sie aber alle Kräfte nach Osten verlegt, um den Vormarsch der Sowjets aufzuhalten.
29:31Das hätte den Amerikanern den Weg ins Reich geöffnet.
29:37Vielleicht wären es dann sie gewesen, die als erste Berlin erreicht hätten.
29:43Doch wären die Westalliierten auch bereit gewesen, mit den Deutschen gemeinsame Sache gegen die Russen zu machen?
29:50Wie es die Verschwörer sich erhofften?
29:53Wenn es die Putschisten tatsächlich geschafft hätten, die Regierungsgewalt zu übernehmen,
29:59dann hätte das sicherlich dazu geführt, dass der Krieg schneller beendet werden kann.
30:04Ich denke, dass die Alliierten auf der bedingungslosen Kapitulation weiterhin beharrt hätten,
30:09aber vielleicht bereit gewesen wären, irgendwelche Zugeständnisse für die Zeit nach dem Krieg zu machen.
30:15Churchill hat ja einfach auch kein Interesse daran, Stalin weiter nach Westen vorstoßen zu lassen.
30:21Das ist sicherlich richtig und das hätten die Verschwörer zunächst aber versucht auszunutzen,
30:24indem sie ja solche Angebote machen wollten, an die Alliierten, an die Westalliierten, die Briten und die Amerikaner,
30:31sich mit denen zu verbünden, gemeinsam gegen die Russen zu kämpfen.
30:33Das war aber ja auf Seiten der Westalliierten überhaupt nicht denkbar.
30:38Die Alliierten hätten auch von den Nazi-Gegnern die bedingungslose Kapitulation gefordert.
30:43Wenn sie wirklich Frieden haben wollten, mussten sie dieser Forderung zustimmen.
30:51Sie hätten sich auch damit abfinden müssen, dass die Allianz zwischen der Sowjetunion und den Westbächten nicht aufzuberechnen war.
31:03Ein früheres Kriegsende hätte dennoch zahllose Menschenleben gerettet.
31:09Viele Städte wären nicht zerstört worden. Und der Holocaust wäre früher beendet worden.
31:18Stauffenberg ist ja zu dem Attentat ganz massiv motiviert worden durch die Vernichtungsaktionen,
31:23die er im Osten miterlebt hat, diesen Massenmord, der da stattgefunden hat.
31:29Um das große Menschheitsverbrechen zu beenden, riskieren die Widerstandskämpfer alles.
31:37Die Opposition gegen Hitler, dann auch diejenigen, die das Attentat letztlich vorbereitet haben, waren unglaublich mutig.
31:48Denn ihnen war natürlich klar, dass sie ihr Leben verlieren würden, dass ihre Familien auch in Gefahr waren.
31:57Denn unter den Nationalsozialisten galt ja Sippenhaft.
32:00Also von daher ist das gar nicht hoch genug zu veranschlagen, was diese Menschen damals in dieser ruchlosen Diktatur gemacht
32:11haben.
32:12In Deutschlands dunkelster Zeit bewiesen Stauffenberg und seine Mitstreiter, dass Widerstand möglich war.
32:2429. August 1944. US-Truppen feiern mit einer Parade die Befreiung von Paris.
32:31Der Jubel kennt keine Grenzen. Die endgültige Niederlage Nazi-Deutschlands scheint nur noch eine Frage der Zeit.
32:42Hitler hofft auf seinen letzten Trumpf. Wunderwaffen. Zum Teil noch im Bau, wie die Englandkanone.
32:54Zum Teil in der Erprobung wie ein neuer U-Boot-Typ, zum Teil bereits im Einsatz wie ein Düsenjäger.
33:07Hitler hat sich sehr für Wunderwaffen interessiert. In jeder Form. Zu Land, zu Wasser und in der Luft.
33:18Aber der große Aufwand hat sich kaum gelohnt. Es wäre sinnvoller gewesen, sich auf vorhandene Waffensysteme zu konzentrieren und deren
33:28Produktion zu forcieren.
33:30Anstatt mit großem Aufwand Waffen zu entwickeln, die nicht hielten, was sie versprachen.
33:38Besonders eine Waffe nährt die Hoffnung der NS-Führung.
33:42Die erste funktionsfähige Großrakete überhaupt. Von Goebbels Vergeltungswaffe 2, kurz V2, getauft.
33:57Technologisch beeindruckend, doch militärisch sinnlos.
34:01Bei ihrer Produktion und ihrem Einsatz kommen tausende von KZ-Häftlingen und Zivilisten ums Leben.
34:07Doch den Kriegsverlauf kann die Rakete nicht mehr ändern.
34:12Das wäre bei einer anderen neuen Waffentechnologie viel eher der Fall gewesen. Der Atombombe.
34:20Nach den erfolgreichen Uranversuchen von Otto Hahn wird man sich sehr schnell darüber klar,
34:25dass man die Atomenergie zu friedlichen und zu kriegerischen Zwecken nutzen könnte.
34:31Ab Anfang 1939 wird geforscht dazu. Zunächst mal im Erziehungsministerium, dann aber auch im Heereswaffenamt.
34:40Also man denkt sehr schnell an die Bombe. Das Problem ist ein doppeltes.
34:47Zunächst mal gibt es Kompetenzengerangel zwischen den Wissenschaftlern und den beteiligten Institutionen.
34:53Zum anderen hat man die Rohstoffe, die man für die Bombe braucht, nicht in ausreichender Menge.
34:58Kein angereichertes Uran und kein schweres Wasser.
35:04Was aber hätte die Voraussetzung dafür sein müssen, dass Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg doch zu einer Atommacht geworden wäre?
35:15Die Nationalsozialisten hätten jüdische und sozialdemokratische Physiker nicht verfolgen und vertreiben dürfen.
35:22Die Nationalsozialisten hätten gegenüber den verbleibenden Wissenschaftlern sich ganz anders verhalten müssen.
35:29Der Nationalsozialismus war eine populistische, eine anti-intellektuelle Ideologie.
35:33Die Nationalsozialisten hätten eigentlich keine rabiaten Antisemiten sein dürfen, sie hätten nicht rabiat anti-intellektuell sein müssen, sie hätten eigentlich
35:42nicht die Nazis sein dürfen.
35:44Dann wäre es ihnen vielleicht gelungen, eine Atombombe bauen zu lassen.
35:48Anders in den USA. Seit 1942 wird im Manhattan-Projekt der Bau der Bombe forciert.
35:57Am 16. Juli 1945 explodiert die erste Atombombe.
36:09Es ist viel komplizierter, eine Atombombe zu bauen, als viele denken.
36:14Ansonsten würden die meisten Terrorgruppen weltweit bereits eine haben.
36:18Es geht nicht darum, die Theorie zu verstehen.
36:20Es geht vielmehr darum, eine funktionierende Waffe und ein passendes Trägersystem zu entwickeln.
36:28Keine drei Wochen nach erfolgreichem Test hebt ein US-Bomber von der Pazifikinsel Tinian ab.
36:34Sein Ziel? Hiroshima.
36:39Am 6. August 1945 explodiert die Atombombe 600 Meter über der Stadt.
36:46Sie tötet 70.000 Menschen sofort.
36:49Bis zu 150.000 sterben an den Folgen.
36:54Drei Tage später folgt eine weitere Bombe auf Nagasaki.
36:58Japan kapituliert.
37:00Das größte Blutvergießen der Geschichte ist vorbei.
37:10Doch ist auch ein anderes Ende des Zweiten Weltkriegs denkbar?
37:15Was wäre, wenn entgegen aller Wahrscheinlichkeit nicht die USA,
37:22sondern Nazi-Deutschland die Atombombe gebaut hätte?
37:32Seit Hitler Ende 1941 den USA den Krieg erklärt hat, träumt er von einem Angriff auf die amerikanische Ostküste.
37:42Was wäre gewesen, wenn die Deutschen 1945 eine Atombombe über New York abgeworfen hätten?
37:51Hätte Hitler dann noch im letzten Augenblick den Krieg gewonnen?
37:55Oder wäre alles ganz anders gekommen?
38:02Was passiert wäre, wenn die Deutschen eine Atombombe eingesetzt hätten?
38:06Nun, die Alliierten hätten Deutschland den Grund und Boden gebombt.
38:09Es hätte nicht den Ausgang des Krieges verändert, aber zu einer weiteren Eskalation der Gewalt geführt.
38:16Das Schreckensszenario einer deutsch-japanischen Weltherrschaft dagegen war nie eine ernsthafte Option.
38:26Tatsächlich gab es Nazis in den USA, deutschstämmige Amerikaner, die mit dem NS-Regime sympathisierten.
38:34Doch eine Eroberung Amerikas und eine Weltherrschaft der Nazis bleibt reine Fantasie.
38:42Ebenso wie die Welthauptstadt Germania, die Hitler nach dem Endsieg in Berlin errichten wollte.
38:55Heute ist Berlin eine weltoffene und pulsierende Metropole.
38:59Doch setzen wir einmal das Gedankenspiel fort.
39:03Wie hätte unsere Gegenwart unter den Nationalsozialisten ausgesehen?
39:12Angenommen, die Nationalsozialisten hätten entgegen einer Wahrscheinlichkeit diesen Krieg gewonnen,
39:18dann kann ich mir gut vorstellen, dass ihre Herrschaft eine sehr langfristige gewesen wäre.
39:24Sie wäre furchtbar dunkel, grauenhaft gewesen.
39:29Und ich fürchte ehrlich gesagt, dass sie auch nicht nach wenigen Jahrzehnten beendet worden wäre, diese Schreckensherrschaft.
39:37Zunächst mal teile ich ihre Schreckensversion einer NS-Herrschaft, die jetzt wild und enttämmt um sich schlägt.
39:45Ich denke aber, dass die Energie nach wenigen Jahren verpufft wäre.
39:49Die ganz großen Gewaltwellen wären wahrscheinlich ausgeblieben.
39:53Das System an sich wäre intakt geblieben, ähnlich wie das sowjetische System, ja auch nach dem Ende von Stalins Herrschaft,
40:01intakt geblieben ist.
40:02Unter Stalin siegt die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg.
40:07Nach dem Tod des Diktators besteht das System zwar noch für Jahrzehnte fort,
40:11doch Unterdrückung und Ineffizienz lähmen die Großmacht, bis sie auseinanderbricht.
40:19Wäre ein ähnliches Schicksal auch einem totalitären Dritten Reich nach dem Tod Hitlers beschieden gewesen?
40:31Zumindest bleibt zu hoffen, dass auch eine nationalsozialistische Weltmacht über kurz oder lang an ihren inneren Widersprüchen und ihrer eigenen
40:39Zerstörungswut zerbrochen wäre.
40:46Die Frage, was wäre, wenn, wirft ein neues Licht auf Hitler und seinen Krieg.
40:52Mancher Mythos über das Dritte Reich bleibt dabei auf der Strecke.
40:58Auch aus kontrafaktischer Perspektive sehe ich nicht, wie die Deutschen den Krieg hätten gewinnen können.
41:05Sie besaßen ein ineffizientes politisches System mit einer verwirrenden Ämtervielfalt.
41:10Es war geballte Inkompetenz, die sich hinter schicken Uniformen verbarg.
41:18Weder ein Sieg in Europa noch gar die Weltherrschaft sind unter Hitler realistisch.
41:24Denn dafür ist die Nazi-Herrschaft zu irrational und zu menschenverachtend.
41:29Das Gedankenexperiment eines deutschen Sieges führt aber zu einem anderen wichtigen Resultat.
41:35Wenn wir uns die Diktatur denken, merken wir, wie wichtig der Dialog ist.
41:41Wenn wir uns die Diktatur denken, merken wir, wie wichtig die Grundrechte sind, die Freiheiten, an die wir uns so
41:47gewöhnt haben, dass wir nicht mehr genug darüber nachdenken.
41:51Selbst die Tötung Hitlers hätte den Geschichtsverlauf kaum komplett verändert.
41:57Aber auch dieser Fall eröffnet neue Perspektiven.
42:00Die Vorstellung des Nationalsozialismus ist mittlerweile eine, dass das das absolut Böse ist.
42:07Und mit dem absolut Bösen will man natürlich nichts zu tun haben.
42:10Man kann sich gar nicht vorstellen, dass man selbst, dass die eigene Familie Teil davon gewesen ist.
42:14Aber das war die eigene Familie natürlich.
42:16Und wenn man selbst in dieser Zeit leben würde, wenn man in einer ähnlichen Zeit wieder leben würde,
42:20dann hätte man ganz genau solche Entscheidungen zu treffen, wie die Menschen sie damals getroffen haben.
42:25Die kontrafaktischen Fragen zum Nazireich und einem alternativen Verlauf der Geschichte machen deutlich, dass die Vergangenheit noch längst nicht vergangen
42:35ist.
42:35Die Geschichte wird im Grunde immer wieder auch umgeschrieben.
42:41Geschichtsbetrachtung ist ja nichts Statisches. Es gibt kein Ausgeforscht. Jede Generation schreibt die Geschichte neu.
42:48Das gilt vor allen Dingen immer wieder auch für die Frage, was wäre, wenn?
42:55Das gilt vor allen Dingen.
43:26Bis zum nächsten Mal.
43:27Bis zum nächsten Mal.
43:27healede frostbühen seit aqui.
43:28charac Muncie Rurufe.
43:30Bis zum nächsten Mal.
43:30Bitte gunst mich.
43:30Untertiteln.
43:30Ich komisch. Zu
43:31hier überste рукショungsvoll.
43:31Ich bellt mich. wirklich. Ich bin
43:32gut. Aber ich hab
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