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  • 2 hours ago
Transcript
01:22Hey, willst du es jetzt trinken oder was?
01:24Klar, Münchner trinken nur Bier zum Frühstück.
01:26Das ist bescheuert.
01:27Hey, das ist gut für die Stimme.
01:28Ja, das ist gut.
02:05Was ist das jetzt eigentlich mit Paris?
02:08Wann fährst du denn?
02:11Sie wollen mich da an der Jazzklasse, aber ich muss mich noch ein paar Sachen kümmern.
02:33Ja, wir müssen zur Studiobühne.
02:37Oh, Studiobühne, ja, wir haben Akademiestudio, Opernstudio, wir haben drei Akademiebühnen.
02:45Wo müssen Sie dann hin?
02:46Da, wo das Vorsprechen ist.
02:48Ah, Moment, Vorsprechen, das ist in Ackermitte.
02:51Bitte durch die rechte Tür, eine Treppe hoch durch die Glastür und dann gehen Sie bitte
02:55durchs Foyer und durchqueren den Gartensaal von da aus über den Hof zum Akademietheater.
03:02Vielen Dank.
04:00Willst du dich nicht umziehen?
04:01Das ist schon sieben vor.
04:03Ich habe die CD vergessen.
04:06Der ist nicht dein Ernst.
04:09Geht doch auch so.
04:14Sag mal, bist du völlig bescheuert?
04:17Was machen wir denn jetzt?
04:27Dann lass uns wenigstens mal Text machen.
04:32Cecily Cardio, welch ungemein hübscher Name.
04:34Meine innere Stimme sagt mir, dass wir sehr gute Freundinnen sein werden.
04:36Sie gefallen mir jetzt bereits mehr, als ich sagen kann.
04:39Ich darf nur Cecily zu Ihnen sagen.
04:40Wenn Sie wollen.
04:41Cecily?
04:42Gerne.
04:43Sie dürfen immer Gwendolyn zu mir sagen, ja?
04:45Wenn Sie wollen, Gwendolyn.
04:47Cecily?
04:48Gwendolyn.
04:48Dann ist das in bester Ordnung.
04:50Meinetwegen, ja.
04:51Sie sind zu einem kurzen Besuch.
04:52Ja, am 25. ist Premiere, ja.
04:57Ja, doch.
04:57Vorher nicht.
05:02Und zwar, wir haben die Musik vergessen für die Szene.
05:04Und wir würden gerne...
05:05Egal, dann noch so eine Musik.
05:07Ja, danach ist alles möglich.
05:09Ja, alles klar.
05:10Ciao.
05:18Was haben wir da jetzt?
05:21Absolut ein Dennis Hamburg.
05:25Janina Heidmann.
05:26Jana.
05:27Jana Heidmann.
05:28Wer ist das?
05:29Hallo.
05:31Und, ähm...
05:32Was hast du mitgebracht?
05:35Wir würden Oscar Wilde, Bunbury, Szene spielen.
05:38Christine ist mitgekommen.
05:39Hallo?
05:42Bitte.
05:43Es gibt ein kleines Problem.
05:45Wir haben die Musik vergessen.
05:46Fang einfach an, wo ihr anfangen wollt.
05:48Genau, wir fangen dann danach an.
05:50Also, ich stehe schon im Garten...
05:51Ich kenne das Stück.
05:57Sie sind zu einem kurzen Besuch hier?
06:00Ich lebe hier.
06:01Tatsächlich.
06:03Ihre Mutter oder eine andere...
06:06Das, äh...
06:07hat eine Bedeutung.
06:09Was soll das aussagen?
06:10Was soll das uns erzählen?
06:13Also, das soll die Konkurrenz ausdrücken zwischen uns beiden, ähm, das...
06:17weil ich ja so gelenkig bin und sie dann...
06:19Ach, so.
06:20Ja, okay.
06:21Macht weiter.
06:22Ihre Mutter oder eine andere weibliche Verwandte vorgerückten Alters lebt ohne Zweifel auch hier?
06:29Ich habe weder Mutter noch sonstige Verwandte.
06:31Tatsächlich!
06:32Mein lieber Vormund hat die schwere Aufgabe, auf mich Acht zu geben.
06:35Ihr Vormund?
06:37Ich bin Mr. Worthings Schutzbefohlene.
06:39Ach, Sie sind Mr. Worthings Schutzbefohlene.
06:44Das ist ja interessant.
06:45Ich habe ja nie gesagt, dass er eine Schubbefohlene hat.
06:48Also, ich meine...
06:48Aber das erzählt Konkurrenz.
06:50Das ist gut.
06:52Das verstehe ich.
06:53Das andere ist...
06:55Weiß ich nicht.
06:57Okay, weiter.
06:58Also, ich meine, ich mag Sie wirklich sehr, Cecily.
07:02Aber jetzt, ich weiß, dass...
07:03Nee, nicht so nah, nicht so nah.
07:05Die Spannung auf der Bühne entsteht dadurch, dass die Figuren auseinander sind.
07:09Dass die ganze Bühne gefüllt wird.
07:12Und dann kann...
07:13Hier entsteht keine Entspannung.
07:15Äh, keine Spannung.
07:16So, ja, das reicht.
07:21Aber jetzt, da ich weiß, dass Sie Mr. Worthings Schutzbefohlene sind, kann ich nicht umhin, den Wunsch zu äußern.
07:27Sie wären mindestens 42 und...
07:30Hasslich!
07:31Darf ich offen sprechen, Cecily?
07:32Ja, ich finde, wenn man etwas Unfreundliches zu sagen hat, sollte man stets ganz offen sein.
07:37Ja, offen.
07:38Offen.
07:39Offen.
07:39Offen.
07:40Nein, nein, nein, nein, nein, nein.
07:43Geh ganz ruhig auf Sie oder gerade oder mit Energie auf Sie zu.
07:48Die weiß halt nicht, wohin mit Ihrem Körper und versucht möglichst viel zu machen, weil...
07:52Das verstehe ich nicht.
07:54Also, ich verstehe nicht, was das soll.
07:56Also, nochmal.
07:58Einfach zielgericht auf Sie zu.
08:00Ich finde, wenn man etwas Unfreundliches zu sagen hat, sollte man stets ganz offen sein.
08:05Ja, offen, offen, offen, offen, offen.
08:35Und ist ja nicht Mr. Ernstwörterlich, sondern sein älterer Bruder.
08:40Ach, so?
08:44Cecily, das erklärt die Sache auch.
08:46Sie haben ja eine große Leiste.
08:48Gehen Sie doch nochmal ran.
08:49Gehen Sie doch nochmal an die Brust.
08:51Nicht einfach so runterrutschen.
08:53Einfach genießen.
08:54Genießen Sie den Körper.
08:55Genießen Sie die Brust.
08:56Haben Sie schon mal eine Brustliebkost?
08:58Also, nicht gut.
09:01Dann machen Sie es jetzt zum ersten Mal und genießen Sie es und zeigen Sie uns, was es mit Ihnen
09:08macht.
09:09Ach so.
09:12Cecily, das erklärt die Sache.
09:15Sie haben eine große...
09:16Langsam, viel langsamer das richtig aufnehmen, die Brust genießen.
09:21Sie haben eine große Last von der Seele genommen.
09:29Liebste Gwendelin, Mr. Ernstwörterlich und ich sind verlobt und wollen heiraten.
09:37Seid gelobt, seid gelobt, seid gelobt, seid gelobt, seid gelobt, seid gelobt, seid gelobt, seid gelobt, seid gelobt.
09:43Mein Tagebuch.
09:45Ich fürchte, hier liegt ein kleiner Irrtum vor.
09:48Mr. Ernstwörterlich ist mit mir verlobt.
09:50Wenn Ihnen daran liegt, den Vorfall nach...
09:52Was ist das? Was ist das für eine Reaktion?
09:54Was erfahren Sie gerade? Sie erfahren gerade, dass Ihre Zukunft zerstört wird.
09:59Ich habe nichts gesehen in der Reaktion.
10:02Theater ist Reaktion.
10:04Spielen Sie das. Spielen Sie den Schock.
10:06Spielen Sie die Ausweglosigkeit.
10:09Was Sie auch wollen, aber ich muss hier was sehen.
10:16Ich fürchte, hier liegt ein kleiner Irrtum vor.
10:19Mr. Ernstwörterlich ist mit mir verlobt.
10:20Spielen Sie das. Spielen Sie den Schock. Spielen Sie das Schicksal.
10:24Spielen Sie die Szene. Spielen Sie die Situation.
10:28Spielen Sie, seien Sie wach.
10:30Spielen Sie, spielen Sie.
10:32Nehmen Sie sich schärf in Ihre Schule.
10:34Verschillen Ihre Scheißschuhe.
10:36Und spielen Sie.
10:37Das ist ja nicht zu fassen.
10:44Es hilft immer und ist gut für die Stimme.
10:59Das ist echt kacke.
11:02Ich habe ja noch so viel andere vorspielen.
11:05Kann doch noch kommen.
11:09Ich wollte unbedingt hierher.
11:11Das ist das geilste Theater.
11:17Der fand dich wahrscheinlich superbegabt
11:19und wollte dich einfach ein bisschen rausfordern.
11:21Jetzt verteidigst du den Arsch auch noch.
11:24Ein totaler Wichser ist das.
11:26Ein totaler Wichser, wenn ich sie ihn.
11:30Ich fand es doch total doof hier.
11:32Guck dir diesen Fraß an.
11:33Wirst du sowas jeden Tag essen müssen?
11:37Und Paris ist alles noch viel härter.
11:40Die müssen sich richtig durchkämpfen.
11:42Ich meine, dafür ist auch alles viel ehrlicher.
11:44Aber die können auch nicht einfach so aufgeben.
11:52Noch ein bisschen Zeit, bis unser Zug fährt.
11:55Jetzt mal rausgehen.
11:56Die Stadt interessiert mich so fast völlig.
11:58Komm mit.
12:36Wenn du die CD mitgebracht hättest, dann wär ich viel besser reingekommen in die Szene.
12:41Die Musik ist doch eh scheiße.
12:44Hey, du hast sie doch ausgesucht.
13:07Ich finde, auf der Bühne stehen ist geiler als Sex.
13:10Denkst du?
13:11Ja, weil man wirklich im Moment ist und nur das zählt.
13:14Du kannst alles machen, was du willst.
13:15Das ist so ein bisschen wie Urlaub von einem selbst.
13:18Loslassen, Figuren annehmen, abkotzen, rauslassen, die ganze Scheiße rausbrüllen und ficken und einfach eine fette, fette Party.
13:33Ich will aber trotzdem nach Paris.
13:36Vielleicht Tel Aviv.
13:38Die sind auch noch teurer als hier.
13:40Ja, aber es ist nicht so piefig.
13:49Und?
13:51Sag mal, du, wir müssen längst zum Zug, fuck.
13:54Wie, jetzt?
13:55Ja, sofort, komm.
13:56Scheiße.
13:56Aber ich hab doch noch gar nicht...
14:15Das war der letzte.
14:16Night.
18:16Heidmann?
18:24Ja.
18:26Ja, hab ich mir schon gedacht.
18:32Ich kann ihn dir auch gleich geben, die steht neben mir.
18:36Moment.
18:38Ja?
18:43Christine Rainer?
18:48Ja.
18:49Ich könnte jetzt gleich, ich bin noch in der Nähe.
18:53Okay, bis gleich.
18:58Ich sag nicht, die haben dir ein Angebot gemacht.
19:00Zwei-Jahres-Vertrag.
19:06Das ist ja pernvoll, die Säule, du willst ja nicht.
19:09Naja, wer sagt denn sowas?
19:12Hä?
19:13Das ist doch ein scheiß Stadttheater.
19:17Da habe ich keine Kohle für Paris.
19:20Ach so.
19:24Es tut mir leid.
19:35Ich gehe da jetzt schnell rein und unterschreibe und du gehst in die Kantine und wartest auf mich und dann
19:39fahren wir zum Zug.
19:43Bis gleich.
19:43Ich gehe da jetzt.
20:12Ich gehe da jetzt.
20:13Ich gehe da, ein circumstances.
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