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KurzfilmeTranskript
00:00:00Musik
00:00:53Groß ist der Bedarf an Träumen,
00:00:56wenn die Zeiten dunkel
00:00:58und die Menschen ohne Hoffnung sind.
00:01:02Groß war der Bedarf an Träumen
00:01:04im Deutschland des Jahres 1932.
00:01:07Groß war er und leicht und billig
00:01:10waren die Träume zu haben.
00:01:12Viel leichter als Arbeit,
00:01:15viel leichter als Brot.
00:01:17Für drei Groschen
00:01:18konntest du einen Nachmittag
00:01:20mit Greta Garbo beisammen sein.
00:01:23Gratis zaugerte man dir,
00:01:24wenn du erwerbslos warst,
00:01:26die Palmen Valencias
00:01:28und die schönen Beine der Elisabeth
00:01:30in deine kalte, kahle Stube.
00:01:46In drei Pfennige
00:01:47kauftest du dir eine Zigarette,
00:01:50deren schillernder Name
00:01:51ein Stückchen antiker Götterweltpark
00:01:53oder einen Hauch von Tausend und einer Nacht
00:01:56oder eine Erinnerung
00:01:58an die königliche Geliebte Salomos.
00:02:09Juno, das bedeutete vielleicht
00:02:11fünf Minuten Fantasie
00:02:13vor einem endlos langen Büronachmittag.
00:02:15Abdullah fünf Minuten vergessen
00:02:19nach einer vergeblichen Stellensuche.
00:02:21Saba fünf Minuten schlemmen
00:02:24nach einem Mittagessen,
00:02:26dessen einziger Gang
00:02:27Bockwurst mit Mostrich war.
00:02:30Sie hat mich wieder zu spät abgelöst
00:02:33und gleich um 13 Minuten.
00:02:34Nachdem das Abend
00:02:39wird er noch ein paar Mal
00:02:47Bis zum nächsten Mal.
00:02:52Das war schön.
00:02:53Juno.
00:02:54Ja.
00:02:57Спасибо.
00:02:58Dankeschön.
00:03:00Dankeschön, bis später.
00:03:02Ciao.
00:03:0320 Abdullah, bitte.
00:03:0520 Abdullah, bitte.
00:03:08Haben Sie jemand das Feuer?
00:03:10Feuer, das Streichhölzer.
00:03:11Danke.
00:03:14Tag, Frau Lissi.
00:03:15Eine Zigarre zu 50, bitte.
00:03:17Eine Zigarre zu 50.
00:03:20Keine Zeit.
00:03:22Wiedersehen.
00:03:22Zwei Stunden, bitte.
00:03:23Zwei Stunden, bitte.
00:03:25Tag, Frau Lissi.
00:03:26Na, Sie sterben meiner schlaflosen Nächte.
00:03:28Zwei Zehner, ihr Blick.
00:03:29Zwei Zehner, ihr Blick.
00:03:30Na nun, was ist denn heute los mit Ihnen?
00:03:32Liebeskummer?
00:03:34Dabei erstaute ja ich und Liebeskummer.
00:03:36Na, na.
00:03:37Nichts beschwören.
00:03:38Tag, Frau Lissi.
00:03:39Tag.
00:03:39Eine Packung Laurens Gelb, bitte.
00:03:41Eine Packung Laurens Gelb, danke.
00:03:43Roland Schröder, Sie kommen nachher zu mir ins Kontor.
00:03:46Ist gut erwarten.
00:03:48Eine Schachtel, Juno.
00:03:50So, um Zirpel vor eins.
00:03:55Tag.
00:03:56Tag, Toni.
00:03:57Vier für den Groschen, wie geht's?
00:03:59Na ja.
00:03:59Was ich noch bemerken wollte, Fräulein Schröder,
00:04:03Viertel vor eins bedeutet natürlich nicht nach Viertel,
00:04:05sondern Punkt Viertel.
00:04:07Verstanden.
00:04:13Hörge gehabt, Lissi.
00:04:14Ach der, weil ich ihn hab abblitzen lassen.
00:04:16Also dann bis heute Abend.
00:04:17Du, du, ich kann heute Abend nicht.
00:04:19Schachtel Abdullah, bitte.
00:04:20Eine Schachtel Abdullah, gerne.
00:04:21Warum denn nicht?
00:04:22Danke.
00:04:24Du, das wird bestimmt interessant werden.
00:04:26Eine Genosse mit sprechen.
00:04:27Eine Packung Nil, bitte.
00:04:28Eine Schachtel Nil, bitte.
00:04:30Bitte, gerne.
00:04:32Danke.
00:04:32Danke sehr.
00:04:34Ist wohl zu vornehm geworden für uns, was?
00:04:36Ach du Quatschkopf Mensch.
00:04:3725 Murati, bitte.
00:04:3825 Murati, gerne.
00:04:39Danke.
00:04:40Danke.
00:04:42Du, ich kann heute wirklich nicht. Ehrenbar.
00:04:44Tschüss.
00:04:44Tschüss.
00:04:45Tschüss.
00:04:56Ach Quatsch.
00:05:00Ach, Fräulein Schröder.
00:05:03Sagen Sie mal, sind Sie eigentlich krank?
00:05:09Na, wie ist das? Sind Sie krank?
00:05:13Nein.
00:05:14So.
00:05:15Seltsam.
00:05:18Was haben Sie denn dann gestern bei Dr. Seidemann gemacht?
00:05:26Tja.
00:05:29Ich kann mir vorstellen, wie peinlich Ihnen das sein muss,
00:05:33jetzt so vor mir zu stehen.
00:05:36Naja, die Sache ist ja auch sehr prekär.
00:05:41Aber ich könnte Sie durchaus noch in das richtige Gleis bringen. Sie müssten nur etwas vernünftiger werden, Lissi.
00:05:50Finger weg!
00:05:51Alter Bock!
00:05:53Was ist los hier?
00:05:55Ja, er ist frech geworden.
00:05:56Der Schweinekerl.
00:05:58Raus!
00:05:59Alles raus hier.
00:06:01Und Sie fliegen, verstanden?
00:06:03Unverschämte Person.
00:06:04Redet von Schweinerei und hat sich ein Kind machen lassen von wer weiß wem.
00:06:07Jawohl, das hab ich.
00:06:08Aber nicht so, wie Sie sich's vorstellen in Ihrer dreckigen Fantasie.
00:06:12Ich bin verheiratet. Verstehen Sie?
00:06:15Verheiratet.
00:06:16So, jetzt können Sie zur Direktion gehen und mich anzeigen.
00:06:19Sie.
00:06:19Sie.
00:06:20Popel Sie.
00:06:21Solche Flitschen duldig hier nicht!
00:06:24Fliegt!
00:06:25Und damit passt er!
00:06:32So, und nun los zu Quick.
00:06:34Ah, ich hab einen Hunger, dass mir die Eingeweihte zwitschern.
00:06:37Ja, da geht's nicht.
00:06:38Na nun?
00:06:39Was soll Fräulein Lissi dazu sagen?
00:06:41Ich hab einen wichtigen Gang zu machen.
00:06:43Hi, hi.
00:07:04Ach, bitte. Können Sie mir sagen, wo hier Herr Ebermann wohnt?
00:07:08Herrn Ebermann?
00:07:11Den suchen Sie?
00:07:13Da müssen Sie schon nach Moabit gehen.
00:07:16Der sitzt schon über acht Wochen, mein Herr.
00:07:20Sie können sich doch wohl denken, warum.
00:07:23Sagen Sie mal, es fällt Ihnen ein.
00:07:25Das ist ja unerhört.
00:07:27Sie scheinen nicht zu wissen, wen Sie vor sich haben.
00:07:29Ich hab nur gemeint, wenn der Herr nach Herrn Ebermann fragt, dann kennt der Herr ihn doch.
00:07:34Na, und überhaupt hat ja alles in der Zeitung gestanden.
00:07:41Ja.
00:07:41Können Sie sich das vorstellen?
00:07:42Alles verheiratete Frauen.
00:07:44Sogar die Ehemänner haben sie verhaftet.
00:07:47Ja, ja.
00:07:47Ja, die müssen doch vorher wissen, was zu tun.
00:07:49Ja, ja.
00:07:49Ja, ja.
00:07:50Ja, ja.
00:07:55Ja, ja.
00:07:57Ja.
00:08:01Ja, ja.
00:08:11Na?
00:08:12Na?
00:08:12Wenn du?
00:08:13Hat's geklappt?
00:08:14Wo kommst du denn her?
00:08:16Wo?
00:08:16Haben Sie dich früher gehen lassen?
00:08:18Weißt du, Fred?
00:08:21Und dann, dann hat er mich rausgeschmissen.
00:08:23Was?
00:08:25Entlassen?
00:08:27Ja.
00:08:29Ja.
00:08:30Dein Unglück kommt eben selten allein.
00:08:43Was ist denn?
00:08:45Mir ist so schlecht.
00:08:47Ich hätte es dir nicht sagen sollen.
00:08:49Ach, du spinnst ja, Freddy.
00:08:51Deswegen ist mir doch nicht schwindlig geworden.
00:08:53Bitte sehr.
00:08:54Die Herrschaften wünschen.
00:08:55Ein Kaffee schwarz und eine Weisung mit Schuss.
00:08:57Bitte sehr.
00:09:00Das gehört doch dazu, wenn man ein Kind kriegt.
00:09:03Pass auf, Freddy.
00:09:05Wir beißen uns bestimmt durch.
00:09:07Wird schon irgendwie gehen.
00:09:09Ich behalte das Kind eben.
00:09:11Ist doch auch schön, hm?
00:09:12Aber, Lissi...
00:09:13Freddy, wir heiraten gleich.
00:09:15Dann kann ich meinen Eltern alles in einem Aufwaschen beibringen.
00:09:18Die Heirat, dass ich nicht mehr arbeite und dass wir ein Kind kriegen.
00:09:22Aber, Lissi, sei doch nicht kindisch.
00:09:24Ohne Geld und ohne Wohnung.
00:09:26Gar nichts ist kindisch.
00:09:30Aber...
00:09:30Alles wohl.
00:09:31Danke.
00:09:34Du gibst einfach dein Zimmer auf und wir kriechen da meinen Eltern um.
00:09:37Im Wedding.
00:09:40Und wenn schon.
00:09:44Weißt du was?
00:09:45Wir fahren jetzt gleich hin und sprechen mit ihm.
00:09:47Ja?
00:09:48Komm.
00:10:01Max, noch mal raus.
00:10:04Ach, wenn ich das schon sehe.
00:10:05Raus musst du aus dem Poleten-Mief nicht rein.
00:10:07Mensch, Freddy, lass uns doch erstmal ein Dach überm Kopf haben.
00:10:10Dann werden wir schon weiter sehen.
00:10:12Lissi, wenn wir hier erstmal drin sind, kommen wir aus dem Dreck gar nicht mehr raus.
00:10:15Glaub mir doch.
00:10:16Freddy, weißt du was?
00:10:18Ich werde morgen mit Max und Tony sprechen.
00:10:20Ich will dir mal was sagen.
00:10:21Als meine Frau hört mir die Freundschaft mit diesen Roten überhaupt auf.
00:10:24Es passt mir einfach nicht.
00:10:28Was ist bloß heute mit dir los, Freddy?
00:10:34Na komm schon.
00:10:36Ach, geh allein.
00:10:42Lissi!
00:10:47War doch nicht so gemeint.
00:10:48Schon gut.
00:10:50Wir haben halt heute ne Pechsträhne.
00:10:52Gute Nacht, Freddy.
00:10:54Gute Nacht.
00:11:01Warum bekomme ich die Blindspiel Warm-Burke?
00:11:08Ich fange etwas zu spät.
00:11:16Ferse, ich fang.
00:11:18Vater hat einen Koller.
00:11:20Ist was passiert?
00:11:21Ja, ja, von Paul.
00:11:26Lieber Vater, liebe Mutter, da mit Arbeit nicht zu rechnen ist
00:11:29und weiter warten keinen Sinn hat,
00:11:31will ich euch nicht länger auf der Tasche liegen.
00:11:32Ich ziehe aus.
00:11:35Das konnte ja nicht gut ausgehen, ist ja ewiger Rummlung.
00:11:38Man hat keine Aussicht auf Arbeit und dazu die langen Reden
00:11:41von Vater für jeder Schube.
00:11:43So ein Junge will sich doch auch mal was anschaffen.
00:11:46Mutter, ich habe doch auch manchmal Taschen.
00:11:49Ja, war ja gut gemeint.
00:11:50Aber guck mal, du, ein Mädchen, das arbeitet, ihr muss rumsitzen.
00:11:57Ach, du liebe Zeit.
00:12:24Mutter, ich muss dir auch was sagen.
00:12:31Na, da weißt du es ja also jetzt.
00:12:34Einen feinen Bruder hast du.
00:12:36Aber Vater, Paul ist doch nicht allein dran schuld.
00:12:39Nein, nein, am Ende bin ich noch der Schuldige, ja.
00:12:42Und an Frohmeier bin ich auch schuld, wie?
00:12:44Dieser feine Pinkel, für den wir nicht gut genug sind,
00:12:48den bringst du mir nicht ins Haus, das sage ich dir.
00:12:51Da schuttet man nun sein Leben lang, dass aus den Kindern was wird
00:12:54und das hat man davon.
00:12:55Paul, ich habe keinen Sohn mehr.
00:13:00Soll nur aus Paul werden.
00:13:04Etwas eigenartig waren die Umstände,
00:13:07unter denen Lissi wenige Monate später ihren Bruder wieder traf.
00:13:29Leichte Arbeit bei solchen Weibern, so schusselig wie die sind.
00:13:34Kikwa, da steht sie.
00:13:44Duft der Puppe, was?
00:13:47Komm gleich wieder.
00:13:48Ordnung.
00:13:52Verzeihung, bitte, ist hier ein braunes Portemonnaie?
00:13:54BZ, leuchte Nachrichten.
00:13:57BZ, leuchte Nachrichten.
00:14:00Mein Gott, das ganze Wirtschaftsgeld.
00:14:02Ich habe es doch eben noch.
00:14:03Hier, Lissi.
00:14:05Du, Paul?
00:14:08Wie kommst du denn, wie kommst du denn zu meinem Geld?
00:14:12Ich habe gesehen, wie du das Täschchen verloren hast.
00:14:14Wo, hier im Kaufhaus?
00:14:16Wo denn sonst?
00:14:17Na Mensch, warum hast du mir es dir nicht gleich gegeben?
00:14:21Und überhaupt, wie siehst du dir nur aus, Junge?
00:14:29Wo hast du denn das alles her?
00:14:31Gekauft natürlich.
00:14:33Aber ich muss jetzt gehen.
00:14:35Eine wichtige Verabredung.
00:14:36Paul, so lange habe ich dich nicht gesehen.
00:14:38Ich habe doch zu tun, Lissi.
00:14:39Ach Mensch, keine faulen Ausreden.
00:14:40Du kommst jetzt einfach mit nach Hause.
00:14:42In unsere neue Wohnung.
00:14:43Zu euch?
00:14:44Nee, danke.
00:14:44Freddy ist doch nicht zu Hause.
00:14:47Weißt du denn überhaupt, dass wir ein Kind haben?
00:14:50Ein Junge, ne?
00:14:51Siehst du, und den hast du noch gar nicht gesehen.
00:14:53Du bist ein schöner Onkel, Paul.
00:14:56Hä?
00:14:57Na gut, ich fahre uns hin.
00:14:59Fahren?
00:15:00Na ja, ich habe eine Karre.
00:15:02Eine was?
00:15:06Siehst du doch, Motorrad.
00:15:09Meine Dame?
00:15:12Kann sich sehen lassen, das Ding, was?
00:15:15Alt gekauft, aber tadellos in Schuss.
00:15:45Gemütlich habt ihr das hier.
00:15:47Da.
00:15:48Das sieht nur so aus.
00:15:55Wieso denn?
00:15:57Das Kind kam zu früh.
00:15:59Die Entbindung hat beinahe noch mal so viel gewissert.
00:16:02Und dann noch die Raten für die Möbelfabrik.
00:16:04So, ich kann dir sagen, die sind gesalzen.
00:16:07Was da von Frenys Gehalt am ehesten übrig bleibt,
00:16:09das kannst du dir ausrechnen.
00:16:12Aber jetzt erzähl mir lieber was von dir.
00:16:16Von mir gibt es nicht viel zu erzählen.
00:16:18Tu doch nicht so.
00:16:19Mir kannst du es doch sagen, wo du das Geld für die Sachen hernimmst.
00:16:24Ich druck mir es eben.
00:16:33Paul.
00:16:39Sag mir die Wahrheit, Paul.
00:16:41Lass das, Lisbeth.
00:16:43Ich hab's eben.
00:16:45Mensch, Paul, das kann doch keine ehrliche Arbeit sein.
00:16:48Jetzt mach aber einen Punkt.
00:16:50Keine ehrliche Arbeit.
00:16:52Verschaffst du mir doch welche.
00:16:55Bei sechs Millionen Arbeitslosen.
00:16:58Nur du hast leicht große Bogen spucken, von wegen Ehrlichkeit.
00:17:01Dir legt dein Mann ja jeden ersten das Geld auf den Tisch.
00:17:07Ich will auch was vom Leben haben, verstehst du?
00:17:11Was man mir nicht gibt, das nehm ich mir eben.
00:17:15Ach, ich hab's satt, ewig herumzukrebzen.
00:17:26Ach, Lisbeth.
00:17:31Ist doch alles verpuscht.
00:17:34Das ganze Leben, das uns eins führt, eine einzige Scheiße.
00:17:41Helfen könnte einem ja doch nicht.
00:17:43Also lass deinen wenigstens in Ruhe.
00:17:46Ich will von niemandem was.
00:17:48Aber ich lass mich auch nicht in die Suppe spucken.
00:17:50Von niemandem, verstehst du?
00:17:52So kannst du nicht weitergehen.
00:17:54Soll lass dir werden.
00:17:56Dass ich nicht lache.
00:17:58Denk lieber an euch, euch kann's auch mal dreckig gehen.
00:18:04Ich meine,
00:18:07erwischen kann's jeden.
00:18:12Ich wollte natürlich nicht einen Teufel an die Wand malen.
00:18:17Nix für ungut, Lissi.
00:18:19Und jetzt muss ich wirklich gehen.
00:18:46Soll.
00:18:47Und jetzt?
00:18:52Jetzt machen wir dem Papi das Essen warm.
00:18:55Aber setzen Sie sich doch, Frau Meier.
00:19:02Danke, Herr Direktor.
00:19:06Zigarre.
00:19:09Vielen Dank, Herr Direktor.
00:19:12Na bitte, bitte.
00:19:17Na, Frau Meier, immer Nerven behalten. Das ist die Hauptsache.
00:19:25Danke schön.
00:19:27Und überhaupt Sie.
00:19:29Eine solche erstklassige Kraft hat doch immer Chancen, Arbeit zu bekommen.
00:19:33Und selbst bei der größten Krise.
00:19:35Ich weiß ja nicht.
00:19:37Ich hoffe nur, die Firma wird mit Rücksicht auf meine besondere Lage...
00:19:43Weil ich mich doch gerade verheiratet habe.
00:19:45Aber lieber Frohmeier, schließlich und endlich wussten Sie ja, dass Sie der Jüngste im Büro sind.
00:19:50Und da hätten Sie sich doch sagen müssen, wenn es mal zu Einschränkungen kommen sollte,
00:19:54dann bin ich der Erste, der dran glauben muss.
00:19:56Da warte ich noch mit dem Heiraten.
00:19:59Es ist nur, Herr Direktor, wir haben was Kleines.
00:20:03Aha, na ja.
00:20:06Wenn Sie inzwischen dann nichts Besseres gefunden haben, dann könnten wir vielleicht...
00:20:12Ich meine, es wäre möglich...
00:20:14Nicht wahr, Herr Gold?
00:20:17Auf Ehre, Frau Meier.
00:20:18Wie der Herr Direktor eben gesagt hat, eine spätere Einstellung.
00:20:21Nicht wahr, Herr Direktor?
00:20:22Tja, also dann leben Sie wohl, Frau Meier.
00:20:29Und meine Empfehlungen an Ihre Frau.
00:20:34Ein Gefühl war in Lisse erwacht.
00:20:37Ein Gefühl, das jetzt häufig befiel und durch Pauls Besuch noch verstärkt worden war.
00:20:42Ein Gefühl der Angst.
00:21:03Seid aufstehen.
00:21:06Wer wird denn weinig?
00:21:07Eigentlich seltsam, dass Lissi Mutter war.
00:21:10Kinder haben?
00:21:12Das wäre ja noch vor zwei, drei Jahren unvorstellbar.
00:21:15Für die Liebe, ja.
00:21:17Für die war sie immer zu haben gewesen.
00:21:19Sie hatte nun einmal Männer gern.
00:21:21Hatte großes Vergnügen an ihren Zärtlichkeiten.
00:21:24Und sie gab sich diesem Vergnügen mit einer heiteren Selbstverständlichkeit hin.
00:21:28Kurz, sie liebte die Liebe.
00:21:31Und nun war für Lissi das Kind so etwas wie die erste Liebe geworden.
00:21:36Eine verspielte, herrische, hilflose, kaum erst über die Grenzen von Wunsch und Traum gekommene,
00:21:43mit jedem Tag neu verwandelte, vom Lachen ins Weinen und vom Weinen ins Lachen springende,
00:21:50erste Liebe.
00:21:51Davon war sie jetzt ganz ausgefüllt.
00:21:54Das machte sie glücklich.
00:22:20Die verdammte Bande.
00:22:24Wisst ihr überhaupt, was das ist, was sie davor haben?
00:22:28Mord ist das.
00:22:30Mord auf kaltem Wege.
00:22:35An mir.
00:22:36Meiner Frau und unserem Jungen.
00:22:40Könnt ihr das überhaupt begreifen?
00:22:47Heutzutage ein Kind.
00:22:49Aber das ist doch strieflicher Leichtsinn, Frau Meyer.
00:22:52Und ich werde ihnen alles zurecht machen.
00:22:54Papiere und Gehalt.
00:22:55Den ganzen Oktober.
00:22:57Voll.
00:22:58Ohne Abzug.
00:22:59Und dann brauchen sie ab morgen nicht mehr zur Arbeit zu kommen.
00:23:02Sie sehen, lieber Frau Meyer, wir kommen ihnen entgegen.
00:23:06Entgegenkommen.
00:23:10Das ist doch die Höhe.
00:23:13Jetzt stellt ihr es noch als besondere Gnade hin, wenn ich ab morgen nicht mehr zur Arbeit kommen muss.
00:23:18Über Leichen geht ihr.
00:23:22Schäbigen Ausbeuter.
00:23:27Jawohl.
00:23:29Sie sind unser Unglück.
00:23:32Aber ich lass mit mir nicht Schlitten fahren.
00:23:35Ihr Halunken.
00:23:38Ihr Schäbigen.
00:23:46Sagen Sie, Frau Fohrmeyer, was ist denn mit Ihrem Mann los?
00:23:48Wieso?
00:23:48Er steht unten an der Ecke.
00:24:21Das ist so wichtig.
00:24:21Vielleicht geht es mir auf unseren Gnade, der in der Höhe der Gnade.
00:24:24Ich erinnere mich auf Ihren, liebe Leute.
00:24:24Die Gnade hat mich schon wieder, weil ich sie nicht zu Hause ιen.
00:24:25Ich erinnere mich, wenn ich mich noch an.
00:24:30Ich würde mir etwas länger schrauben.
00:24:31Ich würde sagen.
00:24:33Wir haben hier und allein der Gnade hat erinnere mich.
00:24:40Pass auf, Freddy. Wir finden bestimmt was für dich.
00:24:44Wie du dir das vorstellst. Als Hausierer vielleicht.
00:24:50Ist doch nur alles halb so schlimm.
00:24:53Bei meinen Beziehungen...
00:24:56Lissi hatte nicht geflunkert.
00:24:58Sie hatte wirklich Beziehungen von der Arbeit bei Quick her.
00:25:02Es gab da unter ihren Stammkunden ein paar Käufer von 8 und 10 Pfennigzigaretten.
00:25:08Freundliche, wohlsituierte Herren.
00:25:14Und wenn ich sage, ich will sehen, was sich machen lässt,
00:25:17dann sage ich das nicht bloß so, dann geht es in Ordnung.
00:25:20Darauf können Sie sich verlassen.
00:25:39Also, Fräulein Lissi... Oh, pardon, natürlich, Frau...
00:25:42Mach nichts.
00:25:43Frau... Frau... Wie war doch vorhin der Name?
00:25:46Frohmeier? Den Namen werde ich mir im Leben nicht merken.
00:25:48Ist aber wohl auch nicht nötig, was?
00:25:50Ich darf doch weiterhin Fräulein Lissi zu Ihnen sagen.
00:25:53Oder einfach Lissi? Sie gestatten doch.
00:25:56Sie wissen doch, für Sie könnte ich durchs Feuer gehen, wenn es sein muss.
00:25:59Wirklich? Aber warum denn gleich durchs Feuer?
00:26:02Vorläufig wird es mir genügen, wenn Sie für meinen Mann was tun.
00:26:06Der ist schon so gut wie untergebracht.
00:26:08Punkt.
00:26:39Selbstverständlich ändert sich an unserer Abmachung nichts.
00:26:41Der Herr Gemahl wird seine Stelle beim Berliner Großhandelskontor bekommen.
00:27:37Untertitelung des ZDF, 2020
00:28:06Untertitelung des ZDF, 2020
00:28:23Untertitelung des ZDF, 2020
00:28:24Und er ist schuld an allem?
00:28:27Na, Hopper und Gold, dieser Jude.
00:28:29Aber, Freddy, dein Gold ist doch auch nur ein kleiner Angestellter.
00:28:34Ich verstehe das nicht. Was sollen denn die Juden mit deiner Arbeitslosigkeit zu tun haben?
00:28:37Was sollen da nicht zu verstehen sein? Das ganze System...
00:28:40Aber, Freddy...
00:28:41Bitte unterbrich mich nicht. Aber was sollen daran nicht zu verstehen sein?
00:28:44Deutschland muss endlich erwachen!
00:28:46Was ist denn das schon wieder für ein Kohl?
00:28:49Ich habe dich doch gebeten, mich nicht zu unterbrechen. Ich möchte mir das verbeten haben.
00:28:54So.
00:28:55Jawohl, und zwar gründlich, sonst...
00:28:56Jetzt hört der Spaß, aber langsam auf.
00:28:57Schaut schon längst auf, geh jetzt schon längst!
00:29:09Ach, der Herr Schwager.
00:29:11Du hast mir gerade noch gefehlt.
00:29:13Ich bin zu meiner Schwester gekommen, nicht zu dir.
00:29:15Deine Schwester ist meine Frau und zu meiner Frau kommt nur, wer mir passt.
00:29:18Stolche wie du haben sich wegzuschälen, verstanden?
00:29:19Freddy!
00:29:21Mensch, Freddy, piepst wohl.
00:29:23Ich will ja gar nicht zu dir.
00:29:26Ich gehe schon nissen.
00:29:27Du bleibst, Paul!
00:29:31So ein Stolch.
00:29:33So ein Herumtreiber.
00:29:36Bist du verrückt geworden, Freddy?
00:29:40Freddy!
00:30:21Ersteht mir gleich, Lizzie.
00:30:25Ich bin wirklich verrückt gewesen
00:30:29Aber weißt du, das dauernde Rumrennen und die ewige Sorge, was werden soll
00:30:35Da kann man noch den Verstand verlieren
00:30:40Bist du mir noch böse?
00:30:43Lissi
00:30:48Bist du mir noch böse?
00:31:05Bist du mir noch böse?
00:31:07Siehens, Mann, die Eigerung.
00:31:09Meißig.
00:31:10Meißig.
00:31:11Arter.
00:31:12Sechst.
00:31:13Viermaßen, ne?
00:31:14Ja.
00:31:15Ja.
00:31:17Passo.
00:31:19Namaste, Christian.
00:31:20No, ne, wer?
00:31:21Wo ist noch runter?
00:31:23Wo war die Erwärter?
00:31:40Ja.
00:31:41Sehr gerne.
00:31:4418.
00:31:4620.
00:31:49Hast du noch mal zwei.
00:31:52Drei.
00:31:54Ja, dann musst du spielen.
00:32:16Ja.
00:32:21Zwierm.
00:32:22Tö condensary.
00:32:22Ja.
00:32:37Imiduum.
00:32:50Das war's für heute.
00:33:25Was ist denn hier passiert?
00:33:28Expletiert haben wir sie. Das zweite Mal schon.
00:33:32Kaum haben wir sie glücklich rausgesetzt, kommen die Arbeitslosen und schaffen den ganzen Kram wieder rein in die Wohnung.
00:33:37Na ja, jetzt ist aber endgültig Schluss damit.
00:33:41Die verdienen ja nichts anderes.
00:33:43Auseinandergehen bitte, nicht stehen bleiben.
00:33:46Zeig's ihnen mal richtig.
00:33:48Na ja, ich hab wahr.
00:33:51Die werden viel zu üppig. Denen muss man's endlich mal besorgen.
00:33:54Hier wird er zu üppig.
00:33:56Euch muss man's besorgen, aber gründlich.
00:34:00Die Arbeitslosen haben ganz recht, wenn sie Ordnung machen.
00:34:03Findest du nicht auch?
00:34:07Sie und Ordnung machen.
00:34:09Die sind alle von der Kommune.
00:34:12Die machen keine Ordnung, die machen Unordnung.
00:34:18Von der Möbelfabrik.
00:34:19Einschreiben.
00:34:21Am Ende wollen wir jetzt noch das Schlafzimmer abholen.
00:34:24So eine dumme Ahnung.
00:34:33Süß.
00:34:34Die letzte Mahnung.
00:34:37Na, ich geh nach dem Essen mal vorbei.
00:34:39Die werden schon mit sich reden lassen.
00:34:43Freddy.
00:34:44Wir müssen uns jetzt ganz ernst überlegen, wie's weitergehen soll.
00:34:48Der Hauswirt wird auch nicht ewig warten.
00:34:51Ach was, es gibt lieber das Essen hier.
00:34:54Sie hören schon auf der Straße sitzen.
00:34:56Ohne Möbel und ohne Wohnung.
00:34:58Nun lass mich doch endlich einmal in Ruhe.
00:35:01Ist ja nicht mehr auszuhalten.
00:35:12Mahlzeit.
00:35:30Zweimal hat schon die Polizei nach dir gefragt.
00:35:32Paul.
00:35:32Du kommst mir nicht über die Schwelle.
00:35:35Wie kannst du das machen?
00:35:37Also ich weiß schon, was ich zu tun habe.
00:35:38Das musst du ganz wilder lassen.
00:35:41Das ist doch auch dein Kind.
00:35:42Lass mich in Ruhe.
00:35:49Das ist unser Glück.
00:35:52Die Möbel fassen ich gar nicht mehr.
00:35:54Komm, wir raus.
00:35:56Das ist super.
00:35:57Ich hab's schon alles versucht.
00:36:01Hoppo und Gold.
00:36:02Das ist den.
00:36:05Und die Jungen.
00:36:07Sie erregen unliebsames Aufsehen, mein Herr.
00:36:09Verlassen Sie bitte das Lokal.
00:36:11Willst du die Wahrheit nicht hören, hä?
00:36:14Willst du raus, der Blutsauer, da?
00:36:17Das ist doch die Höhe.
00:36:19Ich lass mich nicht rausschmeißen.
00:36:21Von niemandem.
00:36:27Mensch, Frohmeier.
00:36:30Der Klassenerste.
00:36:32Das ist ein Wiedersehen, was?
00:36:34Fliegst du halt mir geradezu in die Arme?
00:36:40Wo kommst du denn her?
00:36:42Stunzst du, was?
00:36:43Los, trink Wein drauf.
00:36:44Siehst du meine Molle, wie?
00:36:46Da, mein Wagen.
00:36:47Komm, stang rein.
00:36:49Na, komm.
00:36:51Was ist denn der Aufmachung?
00:36:52Ach, was ist der Aufmachung?
00:36:54Komm, setz dich.
00:36:55Geht natürlich auf meine Rechnung, hä?
00:36:57Scheinst du hier nicht nix zu haben, hä?
00:36:59Na, mach nichts.
00:37:00Kein Stalt.
00:37:01Hab dafür.
00:37:15Na ja, mein Lieber.
00:37:17Heutzutage kann eben der tüchtigste und fleißigste vor die Hunde gehen.
00:37:20Ja, genau so ist es.
00:37:21Das liegt am System, dass nichts taugt.
00:37:24Als Einzelner bist du eine hilflose Beute des Großkapitans.
00:37:27Das sage ich ja immer.
00:37:27Hey, noch zwei Kümmel und ein Bier, ja?
00:37:30Bisschen Dalle, wenn's geht.
00:37:31Das ist ganz richtig.
00:37:32Alljuda ist unser Penand.
00:37:34Herr Ufer.
00:37:38Du, der ist heute wieder ganz schön in Fahrt.
00:37:41Eine neue Zeit muss ran.
00:37:43Na ja, mein Lieber, du kannst dir ja überlegen, wenn du schon mal hins.
00:37:49Aber nicht so lange.
00:37:51Wenn wir erst mal oben sind, ist es zu spät.
00:37:53Und unser Adolf kommt ran.
00:37:55Verlass dich drauf.
00:37:56Ja, ich verstehe.
00:37:58Auf Zack sein ist alles.
00:38:01Na ja, wir sprechen noch mal drüber.
00:38:11Kannst mich einmal in der Gauleitung einrufen.
00:38:15Standartenführer, ganz spürzig.
00:38:19Dienstlich natürlich.
00:38:21Herr Wenderstedank.
00:38:23Herr Lytler, Standartenführer!
00:38:24Hey!
00:38:48Herr Hitler.
00:39:02Ah, gut, dass ich Sie endlich einmal zu Gesicht kriege, Frohmeier.
00:39:05Ich muss die sofortige Räumung Ihrer Wohnung verlangen.
00:39:08Und die rückständige Miete.
00:39:43Ja, das ist eine Überraschung, was?
00:39:48Da wundert man sich.
00:39:49Okay, aber ich wollte mal sehen, ob der Herr den Storch nicht doch ins Haus lässt.
00:40:00Weil er nämlich sowas hat.
00:40:09Ganz hübsch, was?
00:40:11Stinkt nicht mal.
00:40:19Auch wenn's vom Storch ist.
00:40:20Paul!
00:40:21Vom Schwagerstorch.
00:40:23Nicht wahr, Herr Frohmeier?
00:40:26Ist doch wahr, Lissi.
00:40:33So was muss man sich nun gefallen lassen.
00:40:37Von so einem Schnösel.
00:40:38Ja, die Gauner, die haben die Taschen voll.
00:40:41Nun so einer, da wie Tour.
00:40:44Mit ehrlicher Arbeit kann man verrecken.
00:40:49Na?
00:40:53Wenn erst mal der Führer dran ist.
00:40:59Dann wird Ordnung gemacht.
00:41:03Mit eiserner Hand.
00:41:05Dann wird ausgemerzt, was giftig und schädlich für unser Volk ist.
00:41:10Im Neuen Reich
00:41:13hat jeder Volksgenosse seine Ehre gesichert wissen.
00:41:18Was gibt's denn da zu kichern?
00:41:19Du hast ja einen Sitzen.
00:41:22Das bist du doch gar nicht.
00:41:24Du sprichst wie ein Nazi.
00:41:25Na und?
00:41:28Wenn schon.
00:41:30Und überhaupt ist das kein Einwand.
00:41:33Für mich schon gar nicht.
00:41:35Damit du es genau weißt.
00:41:38Ich gehe zu Ihnen.
00:42:05Was ist denn bei dem da?
00:42:06Was?
00:42:06Ist der auch bei der SA?
00:42:07Ach, das sollte ich bloß nicht so kiebig machen.
00:42:09Vor zwei Wochen, da hat er noch nicht mal gewusst, was er will.
00:42:13Mach doch bei diesem Affentheater wenigstens Fenster zu.
00:42:21Seit Freddy bei der SA war,
00:42:23begann es Lissi und ihrer kleinen Familie ein wenig besser zu gehen.
00:42:27Und doch schien es ihr als Schwanke noch mehr als vorher der Boden unter ihren Füßen.
00:42:32Am liebsten wäre Lissi vor ihrer Angst und Unruhe, vor ihren Zweifeln davon gelaufen.
00:42:38Doch das ging nicht.
00:42:39Ja, Lissi, was ist denn los?
00:42:43Was ist mit dem Jungen irgendwas nicht in Ordnung?
00:42:45Ach, wo?
00:42:47Ich war drüben in Reinigendorf.
00:42:49Hab da was zu besorgen gehabt.
00:42:51Also mir kannst du doch gar nicht vormachen, Kind.
00:42:53Ich sehe dir das doch an der Nase an, dass dir irgendwas gegen den Strich geht.
00:42:57Nee, Mutter, ich bin vielleicht noch ein bisschen müde.
00:43:00Na, wie geht's euch denn?
00:43:02Was macht ein Vater?
00:43:03Ich weiß nicht.
00:43:04Den gefällt mir gar nicht in der letzten Zeit.
00:43:06Irgendwas stimmt da nicht.
00:43:07Vorhin hat er sich mit Onkel Gustav gezankt.
00:43:09Ganz wilde sind sie beide geworden.
00:43:11Vater hat immer zugeschrien, die Gewerkschaft soll endlich aufhören.
00:43:14Mit dem stillhalten und nachgeben.
00:43:16Bonzen hat der Onkel Gustav geschimpft.
00:43:18Und Gustav hat Vater eben den Bolschewisten zurückgegeben.
00:43:23Ach du lieber Gott, was sind das bloß für Zeiten.
00:43:26Nicht mal in den eigenen vier Wänden hat man Ruhe.
00:43:32Lisschen, ich glaube es ist besser, du gehst jetzt.
00:43:36Warum denn? Vater muss doch gleich kommen.
00:43:39Na ja, eben deshalb.
00:43:40Vater hat Freddy auf der Straße gesehen in SA-Uniform.
00:43:43Und wenn er dich jetzt hier trifft, dann kriegt er doch wieder einen Koller.
00:43:46Weißt doch, wie er ist.
00:43:48Naja.
00:43:51Dann geh mal halt wieder nach Hause.
00:43:58Ist er nicht süß, Mutter?
00:43:59Ach, putzig.
00:44:01Fast so wie Paul, wie er so alt war, nicht?
00:44:03Na, Lisschen, weißt doch, wie alles gemeint ist.
00:44:06Na klar, Mutter.
00:44:07Tschüss.
00:44:10Wickel den Jungen gut ein, es windig draußen.
00:44:18Lissi hatte einen Schalengeschmack im Mund.
00:44:20Es war ihr zumute, wie früh einmal, wenn sie in der Leere etwas ausgefressen hatte.
00:44:25Es ging eben alles schief.
00:44:26Und dann noch die Aussicht auf einen trostlosen, langen Abend.
00:44:30Nein, sie konnte heute nicht allein bleiben.
00:44:44Was ist mit Paul los?
00:44:46Wir haben schon lange nichts von ihm gehört.
00:44:47Ich auch nicht.
00:44:48Er wohnt ja nicht mehr zu Hause.
00:44:50Wieso?
00:44:50Wo ist er denn hingezogen?
00:44:51Hat er endlich Arbeit bekommen?
00:44:53Oh Gott.
00:44:54Er verdient sich sein Geld schon irgendwie.
00:44:57Ach so.
00:45:00Na und?
00:45:01Warum rechst du denn gerade du dich drüber auf?
00:45:03Du hast doch immer gesagt, dass die Arbeitslosigkeit daran schuld ist,
00:45:05wenn jemand auf die schiefe Bahn kommt.
00:45:12Der hat einen neuen Zaun gesteckt.
00:45:13Wir haben auch den Wisch bekommen.
00:45:19Was ist?
00:45:20Geh mal ja.
00:45:27Da hast du mich nicht richtig verstanden.
00:45:30Zum Schluss kommt es noch raus, als ob der Paul ein Kämpfer gegen den Kapitalismus wäre.
00:45:35Nee, nee, es wäre ja noch schöner.
00:45:37Gegen den Kapitalismus kämpft man nicht auf eigene Faust.
00:45:40Und schon gar nicht auf eigene Rechnung.
00:45:43Das müssen wir anders machen.
00:45:45Den Max Franke.
00:45:47Den nimmst du, der Ausgorn.
00:45:48Klar?
00:45:49Klar.
00:45:49Der Hund muss unschädlich gemacht werden.
00:45:51Wird erledigt.
00:45:53Also los.
00:45:53Koppel ab!
00:45:55Ausschwärmen!
00:45:59Hat er deinem Frohmeier wenigstens einen Posten besorgt?
00:46:01Vorläufig nur versprochen.
00:46:03Was für den Posten gehen?
00:46:04Er meint, vielleicht bei der Stabswache.
00:46:08Stabswache?
00:46:10Das sind die SA-Münsche.
00:46:12Das sagst du so einfach, als ob nichts dabei wäre.
00:46:15Also warte.
00:46:15Die SA ist doch kein Sparverein.
00:46:18Weißt du, was das heißt, wenn dein Mann zu SA geht?
00:46:20Kannst du mir vielleicht sagen, wie wir sonst aus dem Dreck rauskommen sollen?
00:46:23Es geht doch nicht nur um Freddy und mich.
00:46:26Wir müssen doch für unser Kind sorgen.
00:46:28Wir können doch nicht einfach vor die Hunde gehen.
00:46:32Der SA würde dir noch ganz anders vor die Hunde gehen.
00:46:35Das kannst du mir glauben.
00:46:36Ach was! Glauben, glauben!
00:46:38Ich glaube an meinen Mann und nicht an euer dauerndes Politisieren.
00:46:42Ihr wollt immer alles besser wissen!
00:46:45Dabei kennst du Freddy doch gar nicht.
00:46:47Der muss doch nicht gleich zum Mörder werden bei der SA.
00:46:59Los! Tempo! Tempo!
00:47:13Scheinwerfer aus!
00:47:20Aber treibst nicht zu toll, sonst komme ich zum Schluss noch in den Spolitäten.
00:47:23Keine Bange!
00:47:25Sie hat doch damit gar nichts zu tun!
00:47:50So schlimm wird es nicht gleich werden.
00:47:53Max, hau ab, die Nachte, komm, komm.
00:47:54Was? Na, Hanschen, lauf mal schnell zu Lenkes.
00:47:57Die soll sofort den Kampfbund zusammenrufen.
00:48:00Ich geh mal eben zum Walter, Toni.
00:48:03Willst du ihn warnen?
00:48:09Mensch, ich muss weg mit dem Kind.
00:48:11Das geht doch jetzt nicht.
00:48:13Aber...
00:48:13Komm, bleib hier.
00:48:14Mach dir das Licht auch aus.
00:48:18Mensch, das ist ja kein Arzt, was?
00:48:21Nicht doch mal den Scheinwerfer hier!
00:48:29Max!
00:48:29Was ist da, der Lumpf?
00:48:30Max!
00:48:31Mein Gott, sie bringen ihn um.
00:48:43Was ist da, der Lumpf ist da, der Lumpf ist da, der Lumpf ist da.
00:49:01Los, zur Brücke!
00:49:09Mensch, das ist doch Max Franke!
00:49:16Max!
00:49:18Ach, Max!
00:49:20Der Lumpf ist da, der Lumpf ist da.
00:49:43hier passiert? Das sehen Sie doch. Halbtot geschlagen haben Sie. Wer? Wer schon? Die Nazis natürlich.
00:49:50Hm, so natürlich ist das gar nicht. Das muss ich erst herausstellen. Sie kommen mit. Sie auch?
00:49:57Na, alle Haarzeuge, Bande. Da dürfte man doch mal groß platz sein.
00:50:09Gehen Sie doch nach Hause. Na, wie war das noch? So schlimm wird es ja nicht gleich werden, wie?
00:50:24Guten Abend.
00:50:31Wo warst du denn?
00:50:34Ach, Nachtdienst. Haben ich gehabt.
00:50:42Nachtdienst?
00:50:48Wo?
00:50:49Wo schon? Vom Ratskeller. Wieder mal Saalschutz bei der Saukette.
00:50:59Freddy.
00:51:01Wir müssen eine anständige Arbeit für dich finden.
00:51:04Was soll das heißen?
00:51:06Das, das ist doch nichts für dich.
00:51:09Ich kenne dich doch.
00:51:12Ich weiß doch, wie unzufrieden du bist.
00:51:13Ist ja gut, du hast ja recht.
00:51:16Dieses ewige Panschieren, dieses ewige mit der Büchseklappe an dieser ewige Saalschutz.
00:51:23Ich habe den Kanal so voll.
00:51:29Das ist ja recht.
00:51:37Abend.
00:51:38Frau Meier.
00:51:39Leider Stunde Sonderappell.
00:51:41In Marschausrüstung.
00:51:42Soll mal wieder was los sein.
00:51:43Lasst mich doch in Ruhe mit eurem Sonderappell.
00:51:46Ich bin krank.
00:51:47Das gibt's heute nicht mal lieber.
00:51:49Der Sturmfjör hat extra gesagt, kein Bein darf fehlen.
00:51:51Rutsch meinen Puckel runter.
00:51:52Ich bin krank und basta.
00:51:54Komm, verschwinde.
00:51:55Schon wieder einer weniger.
00:51:57Kein Wunder bei der Glädage in den Papiten.
00:52:00Na, mir kann's egal sein.
00:52:03Aber dir wird's an Kragen gehen.
00:52:05Esser!
00:52:06Stüchern!
00:52:09Schaff, ihr Alfred Rohmeier?
00:52:11Vortreten!
00:52:17Ihr Mut, der in dem demonstrativen Fernbleiben von dem rebellischen Sonderappell der Parteiopposition
00:52:22zum Ausdruck kommt, ist vom Führer nicht vergessen worden.
00:52:27Diese männliche Tat verdient Belohnung.
00:52:30Im Namen des Führers werden Sie für erwiesene Treue zum Sturmfjörer befördert.
00:52:36Gratuliere, Sturmfjörer Frohmeier.
00:52:40Führung!
00:52:43Danke sehr.
00:52:45Und bei uns, ein paar von unseren alten Gönnern, die in der letzten Zeit die Tasche ein bisschen zugeknöpft hatten,
00:52:50haben die Parteikassen wieder beliefert.
00:52:53Die Bursche mit der Morgenluft.
00:52:54Auf mein Wort, Alfred.
00:52:56Jetzt geht's aufwärts.
00:53:12Frau Frohmeier!
00:53:16Was ist?
00:53:17Schon wieder neue Möbel, Frau Frohmeier.
00:53:20Ach, das ist...
00:53:39Hey, nicht so breit machen, Moses!
00:53:50Kümmern Sie sich doch bitte ums Klavier, Frau Karlobald.
00:53:52Kommen Sie.
00:53:53Die Männer sollen Sie ins Wohnzimmer stellen.
00:54:07Aber wohin denn mit dem Klavier?
00:54:09Ist doch schon alles so voll, Frau Frohmeier.
00:54:12Was soll man denn vorhin stellen?
00:54:18Danke.
00:54:19Herr Nitzler, Frau Sturmführer.
00:54:22Und fröhliche Weihnachten.
00:54:32Da waren Sie also in der neuen Wohnung.
00:54:36Kaschmirchik hatte sein Wort gehalten.
00:54:39Ja, dein neues Kleid steht dir gut, Lissi.
00:54:41Du siehst hübscher aus als in der alten Wohnung.
00:54:45Dein Leben ist bequemer, ruhiger geworden.
00:54:51Aber bist du wirklich ruhig?
00:54:58Schön ist es, mein Mädchen.
00:55:01So, jetzt wird gefeiert.
00:55:03Kaschmirchik ist auch mitgekommen.
00:55:06Na?
00:55:07Wie gefällt dir der neue Spiegel?
00:55:10So, dann hast du dir doch auch mal gewünscht, ne?
00:55:17Komm, komm, komm, komm, komm.
00:55:19Ja, ja, ja.
00:55:20So.
00:55:22Hier ist unser kleiner Weihnachtsengel.
00:55:25Recht fröhliche Weihnachten.
00:55:27Schöne Frau.
00:55:28Fröhliche Weihnachten.
00:55:31Ah.
00:55:33Danke.
00:55:38Noch ein Besten, Frau Karlewein.
00:55:41Noch zwei Besten, Frau Karlewein.
00:55:43Warum denn zwei?
00:55:44Ganz große Überraschung, schöne Frau.
00:55:46Du wirst staunen, mein Mädchen.
00:55:49Da bin ich aber gespannt.
00:56:02Na?
00:56:03Habe ich dir nicht gesagt, du wirst staunen, Mädchen?
00:56:06Na, und Lissi.
00:56:10Und Lissi, du stehst doch nicht so stumm da.
00:56:12Los, leg ab.
00:56:13Mach dir's bequem.
00:56:14Frau Karlewein!
00:56:15Das muss gefeiert werden.
00:56:18So.
00:56:24Bitteschön.
00:56:25Bitte.
00:56:27Also.
00:56:29Auf Weihnachten.
00:56:31Auf die neue Wohnung.
00:56:34Und auf deinen Bruder,
00:56:36der den Weg zu unserem Führer Adolf Hitler gefunden hat.
00:56:39Sieg heil.
00:56:41Sieg heil.
00:56:43Prost.
00:56:45Prost, Lissi.
00:56:47Na ja, dann schick doch mal deine...
00:56:48Kannst ruhig mitteilen.
00:56:50Bei dir wundert mich gar nichts mehr.
00:56:53Wenn unser Vater das wüsste.
00:56:56Früher an der Roten Jungfront.
00:56:58Und jetzt.
00:57:00Bist du wahnsinnig geworden, Lissbett?
00:57:03Genau.
00:57:05Vertragt euch.
00:57:06Politik schadet das Schöne, Frau Lissi.
00:57:10Lass mal, das mach ich selber mit dir aus.
00:57:14Für einen Kerl mit Mumm in den Knochen wie ich
00:57:16ist die rote Jungfront nix.
00:57:19Mit diesem ewigen Gequatsche von Disziplin
00:57:23und täglicher Kleinarbeit.
00:57:25Das einzig richtige ist Zuschlagen gegen die Geldsäcke.
00:57:30Und das macht die SA.
00:57:33Warum soll ich denn nicht zu Ihnen gehen, Lissi?
00:57:36Revolution machen die doch auch
00:57:37und nicht bloß mit Worten.
00:57:39Ich kann Ihnen nur sagen, die sind taco.
00:57:40Oh, wir wollen auch mal rennen, Speck.
00:57:42Was anfällt?
00:57:43Das ist doch klar, Schwager.
00:57:45Ring.
00:57:46Was schon in die Rune bringen.
00:57:49Denn alle noch ganz große Tiere.
00:57:52Regierungsrat oder sowas.
00:57:57Oh, Tannenbaum.
00:58:01Oh, Tannenbaum.
00:58:03Wie grün sind deine Blätter.
00:58:09Du grün nicht nur schrumpf, schrumpf,
00:58:12zur Sommerzeit, schrumpf, schrumpf, nein,
00:58:15auch im Wind, schrumpf, schrumpf,
00:58:17wenn es schneit.
00:58:19Oh, Tannenbaum.
00:58:22Oh, Tannenbaum.
00:58:24Wie grün sind deine Blätter.
00:58:29Wohlsein.
00:58:30Prost.
00:58:47Oh, du fröhliche,
00:58:52Oh, du singen Gnadenbringende Weihnachten.
00:59:04Wir sind eben verpfuscht, Lisbeth.
00:59:08Total verpfuscht.
00:59:11Da hilft nichts mehr.
00:59:15Oh, du singen Gnadenbringende Weihnachten.
00:59:47Latterat ist nicht zu Hause.
00:59:48Wieso Latterat?
00:59:49Hier wohnt doch Frankes.
00:59:51Frau Franke wohnt nicht mehr hier,
00:59:53seit Max verhaftet ist.
00:59:55Ja, wo, wo wohnen Sie denn jetzt?
00:59:57Freunde sollen Sie aufgenommen haben.
00:59:59Papierstraße 7.
01:00:01Danke.
01:00:02Ich glaube, Sie heißen Raschke.
01:00:04Ja.
01:00:07Ja.
01:00:11Guten Tag.
01:00:12Wo ist Ihr Frankes?
01:00:14Es ist niemals zu Hause.
01:00:16Wann kommen Sie denn zurück?
01:00:18Ich weiß nicht.
01:00:20Tony.
01:00:20Tag.
01:00:22Max ist nicht zu Hause.
01:00:24Ich weiß, wo er ist.
01:00:26Ich war heute in der Laubenkolonie.
01:00:27Ich habe euch gesucht.
01:00:28Da hättest du uns lange suchen können.
01:00:31Wenn Raschke es nicht gewesen wäre,
01:00:32wären wir vor die Hunde gegangen,
01:00:33der Junge und ich.
01:00:36Aber da habe ich gesehen,
01:00:37dass es doch noch Freunde gibt.
01:00:42Leb wohl.
01:00:47Wie geht es hin?
01:01:00Du, bringst du das mal zu Raschkes?
01:01:02Ja.
01:01:04Für Frau Franke, ja?
01:01:06Ja.
01:01:07Gut.
01:01:08Die rote Front,
01:01:101, 7, 2,
01:01:12Hörerinnen und Hörer.
01:01:13Es ist amortiert.
01:01:15Ich habe das Mikrofon im dritten Stockwerk
01:01:16und habe einen wunderbaren Überblick.
01:01:19Endlose Kolonnen der SA.
01:01:21Ich berichte Ihnen von dem grandiosen SA-Aufmarsch
01:01:25vor dem Hartnippenhaus.
01:01:27Noch niemals hat es so etwas gegeben.
01:01:30Sie können sich selbst von der grenzenlosen Begeisterung
01:01:33der Volksgenossen überzeugen.
01:01:41Irrenwort hat fast meine eigene Stimme rausgehört.
01:01:44Toller Aufarsch, was?
01:01:45Hinten die Kommunisten schlottern jetzt die Knie.
01:01:48Na, Pilz!
01:01:50Was ist los mit dir?
01:01:51Schlechte Laune bei unserer Siegesfeier?
01:01:53Schöner Sieg.
01:01:55Wäre ein Begriff des 1. Klasse.
01:01:58Frontpolizei, hintenpolizei, rechtspolizei, linkspolizei.
01:02:01Lass aber mal einen Punkt schlagen.
01:02:04Und so, was nennt ihr Siegesmarsch?
01:02:06Na, ich danke.
01:02:08Lieber gar nicht marschieren, als am Schürzenzipfel der Polizei.
01:02:11Und überhaupt, warum provozieren wir die Arbeiter?
01:02:15Vor der Deutschen Bank haben wir aufzumarschieren.
01:02:18Und vor Wertheim.
01:02:19Und vor den Willen in Dahlem.
01:02:25Und nicht nur das.
01:02:26Und was denn noch?
01:02:27Wegnehmen müssen wir ihnen, was sie zusammengeklaut haben.
01:02:29Mensch, du Quatsch, du dämlich wie einer von der Kommune.
01:02:31So, seit wann denn, Freddy?
01:02:33Das hast du doch selbst verlangt.
01:02:34Das stimmt nicht mehr ganz.
01:02:36Jetzt wird verhandelt.
01:02:39Aber davon verstehen Sie wirklich nichts, schöne Frau.
01:02:42Ist doch nicht nötig.
01:02:43Dafür haben Sie andere Stärken.
01:02:45Mit wem wird verhandelt?
01:02:46Mit wem, mit wem?
01:02:48Der Führer mit Papen.
01:02:52Na ja, mein Lieber.
01:02:54Du weißt eben wirklich nicht, wie man Politik machen muss.
01:02:59Kein Aufsehen, Mensch.
01:03:00Du bist ja besoffen.
01:03:01Ihr könnt mich mal
01:03:03gegen die Ausbeuter mit der Waffe in der Hand wollen, wenn ihr die macht.
01:03:07Nicht durch Kriechen und verhandeln.
01:03:15Das ist ja großartig.
01:03:19Dieses Köken.
01:03:21Mit uns alten Kämpfern beinbringen.
01:03:23Wie man für Deutschland's Zukunft kämpft.
01:03:27Und wir wollen es wissen?
01:03:28Und ob, Frau Lissi,
01:03:30wir werden uns zeigen, wozu wir imstande sind.
01:03:32Nächste Zeit, dass Herr Sarof Hitler an die Macht kommt.
01:03:42An diesen Abend nur zu denken an Deutschland.
01:03:47Unser deutsches Volk siegt.
01:03:49Unser deutsches Volk siegt.
01:03:52Unser deutsches Volk siegt.
01:04:09Unser deutsches Volk siegt.
01:04:15Unser deutsches Volk siegt.
01:04:18Ja, guten Morgen.
01:04:21Du Gutes Schläferchen gemacht.
01:04:30Frau Kalloweit!
01:04:32Pass auf.
01:04:33Frau Kalloweit!
01:04:41Morgen.
01:04:42Morgen.
01:04:44Der Sturmführer ist schon weg.
01:04:46Er lässt sagen, er hat heute Sonderdienst.
01:04:48Oh, Frau Kalloweit, füttern Sie doch bitte den Kleinen.
01:04:51Na, ich bin auch gar nicht ganz da.
01:04:54Ja, ja, ja, bleiben Sie ruhig liegen.
01:04:57Schrei doch nicht so, wer wird denn so böse sein?
01:04:59Gib doch gleich was zu essen.
01:05:02Ich habe nämlich vorhin schon Milch aufs Feuer gesetzt,
01:05:04weil ich mir gedacht habe, Sie machen heute blau.
01:05:06Ist auch ganz richtig.
01:05:07Ja, ja, ja, ja, wir gehen ja schon, wir gehen ja schon.
01:05:11Aber ich habe immer gesagt, der Herr Führer Hitler,
01:05:14na ja, ja, ja, es gibt doch gleich einen feinen Happenpappen.
01:05:18Etwa!
01:05:28Und deine...
01:05:30...schöne Neue-Tag, nee, toll gemacht.
01:05:33Da-di-da-da-da-da-da-da-da-da-da-da-da-da-da-da-da-da-da-da
01:05:37-da-da-da-da-da-da-da-da.
01:05:50Das war's für heute.
01:06:16Paul?
01:06:22Der ganze Abend fing schon so verrückt an.
01:06:25Die Standartenführung hatte sich plötzlich entschlossen,
01:06:27einen Marsch durch das Kommunistenviertel zu veranstalten,
01:06:29um den Leuten mal zu zeigen, was eine Arke ist.
01:06:30Da wollte Paul einfach nicht mitmachen.
01:06:33Warum wollte er nicht mitmachen?
01:06:35Du weißt doch, Lisbeth.
01:06:36Er hatte in letzter Zeit immer was zu meckern gehabt.
01:06:39Er sagte Kaschmierche glatt ins Gesicht,
01:06:41man müsste mit den Kommunisten erst mal diskutieren.
01:06:42Na, Herrgott noch mal.
01:06:44So was steht auf einem ganz anderen Blatt.
01:06:50Tja.
01:06:52So war es an dem Abend.
01:06:56Vielleicht hat er schon so eine Art Vorahnung gehabt.
01:07:02Ach, eure Freunde von der Kommune.
01:07:05Zum Dank dafür haben sie ihn jetzt abgeknallt.
01:07:10Nein.
01:07:11Also, wenn du mir nicht glaubst.
01:07:13Bitte, es ist doch amtlich gemeldet.
01:07:15Hier, hier steht's doch.
01:07:16Rot, Mord, wütet, weiter, Scharf,
01:07:17hüger, Schröder, hinterrückserschlossen.
01:07:22Lissi, es tut mir sehr leid.
01:07:26Ich hab dich immer vor denen gewarnt.
01:07:35Jetzt haben sie sogar deinen eigenen Bruder ermordet.
01:07:40Ende Februar,
01:07:42einige Tage vor Pauls Beisetzung,
01:07:45bekam Lissi einen unerwarteten Besuch.
01:08:00Herrgott schmürt sich.
01:08:02Ja.
01:08:03Frau Karowait.
01:08:07Von welcher Bedeutung dieser Besuch für sie werden sollte,
01:08:12konnte sie noch nicht ahnen.
01:08:23Freddy kann von morgen früh nicht kommen.
01:08:28Da leiste ich Ihnen Gesellschaft.
01:08:31Den ganzen Abend.
01:08:38Wenn Sie wollen.
01:08:44Ja.
01:08:46Jetzt bereiten sich wieder einmal große Dinge vor.
01:08:51Auf mein Wort.
01:08:53Frau Lissi.
01:08:56Jetzt kommt unsere Zeit.
01:09:01Wissen Sie.
01:09:03Ja.
01:09:09Na ja, Ihnen kann ich das sagen.
01:09:12Als unser Führer Reichskanzler wurde,
01:09:16da hatte ich ein internes Gespräch mit dem Doktor.
01:09:18Und wissen Sie, was der gesagt hat?
01:09:22Herr Katsch hat er gesagt.
01:09:25Der ist doch immer Katsch zu mir.
01:09:27Katsch.
01:09:29Katsch, sagte,
01:09:31Das ist der letzte Wahleinsatz, den wir vom Gau-Büro ausmachen.
01:09:36Nachher ziehen wir um.
01:09:38In eigenes Ministerium für Propaganda.
01:09:42Und Sie, Katsch.
01:09:44Sie mache ich zum Ministerialdirektor.
01:09:47Ist abgemacht.
01:10:02Das ist der nächste Wahleinsatz.
01:10:04Ja?
01:10:06Was sagen Sie, Frau Lissi?
01:10:08Ja?
01:10:09Ja?
01:10:09Ja?
01:10:10Ja?
01:10:11Ja?
01:10:11Ja?
01:10:11Ja?
01:10:11Ja?
01:10:12Ja?
01:10:13Ja?
01:10:14Ja?
01:10:14Ja?
01:10:15Ja?
01:10:16Ja?
01:10:17Ja?
01:10:17Ja?
01:10:19Das können Sie eben nicht verstehen, Frau Lissi.
01:10:23Meine Gefühle.
01:10:26War aber schon immer so.
01:10:37Unter dem Weihnachtsbaum haben wir uns verlobt.
01:10:41Das war eine richtige Braut.
01:10:44Die hatte fast den selben blonden Wuschelkopf wie sie
01:10:47und den gleichen waren.
01:10:50Später, aber als das Geld knapp wurde.
01:10:55Wenn nicht mal mehr für Kino und Konditorei gelangt hat.
01:11:02Der ist einfach abgehauen.
01:11:05Einfach abgehauen.
01:11:15Und wissen Sie, was dann aus ihr geworben ist?
01:11:21Einige.
01:11:24Kann man nicht sagen, was.
01:11:27Bei einer großen Matrosenschlägerei in St. Pauli
01:11:32hat sie dann ein schreckliches Ende genommen.
01:11:39Ja, ja, Lissi.
01:11:42So ist das Leben.
01:11:46Wild.
01:11:49Und grausam.
01:11:58Ich wäre noch bald in die Gespräche gegangen.
01:12:04Aber dann habe ich nachgedacht.
01:12:06Dann bin ich in die Politik gegangen.
01:12:08Ist ja auch nur Schreiben, Kreister.
01:12:10Ich bin bis jetzt ja gar nicht schlecht gefahren.
01:12:16Man kann nicht wissen,
01:12:19jeder hat sein Schicksal.
01:12:23Wenn es mich auch mal erwischt,
01:12:27wäre man bedingt,
01:12:28dass einen die eigenen Leute
01:12:31von hinten einfach umliegen.
01:12:35Denn nur,
01:12:37denn nur alles
01:12:39ist fatal.
01:12:44Ja, Herr Paul.
01:12:47Armer Junge.
01:12:49Was?
01:12:51Was haben Sie da gesagt?
01:12:56Frau Lissi,
01:12:57ich bin ja so blau.
01:12:59Wie meinten Sie das mit Paul
01:13:00und seinen eigenen Leuten?
01:13:07Ich sehe junge Spenster.
01:13:10Trinken wir ein.
01:13:13Ich habe Sie gefragt,
01:13:14wie war das mit Paul?
01:13:18Ein Gericht.
01:13:21Bestimmend.
01:13:23Ich habe mich
01:13:24nicht richtig ausgedrückt.
01:13:26Ich habe Sie genau verstanden.
01:13:29Nun?
01:13:39Ja?
01:13:42Ja?
01:13:44Was?
01:13:47Freddy!
01:14:04Der Reichstag brennt.
01:14:10Was?
01:14:13Der Reichstag brennt.
01:14:19Frau Kalloweit, haben Sie gehört?
01:14:22Dann Reichstag haben Sie einen gesteckt.
01:14:24Wer?
01:14:25Na wer schon. Die Kommunisten natürlich. Die Roten.
01:14:30Die Roten.
01:14:32Jetzt ist das Maß voll, jetzt schlagen wir zu.
01:14:34Jetzt wird Schluss gemacht mit jedem, der uns im Weg steht.
01:14:37Verstehen Sie, Frau Lissi?
01:14:39Jetzt wird er hohe, dass die Späne fliegen!
01:15:10Wo ist es?
01:15:14Wer ist denn die Späne?
01:15:16Nein!
01:15:33Du willst also nichts für ihn tun.
01:15:35Ich rühre auch keinen Finger für jemanden, der wegen schwarzweinlicher Umtriebe verhaftet ist.
01:15:39Bei all diesen Anschlägen haben die Juden die Hände im Spiel.
01:15:41Sie haben ihn geschlagen. Gleich bei der Verhaftung.
01:15:44Wahrscheinlich ist er frech geworden. Oder hat Widerstand geleistet?
01:15:48Nein. Sie haben einfach zugeschlagen.
01:15:52Und wenn schon, ist doch gar nicht wichtig.
01:15:54Jetzt geht es um viel größere Dinge, Lisbeth. Um unsere helle Zukunft.
01:15:57Um Deutschland. Verstehst du? Um Deutschland.
01:16:00Mhm. Um Deutschland.
01:16:15Ja.
01:16:30Ja.
01:16:31Ja.
01:16:43Ja.
01:16:45Ja.
01:16:46Ja.
01:17:03Ja.
01:17:05Ja.
01:17:05Ja.
01:17:06Ja.
01:17:07Ja.
01:17:14Ja.
01:17:17Ja.
01:17:24Ja.
01:17:29Ja.
01:17:30Ja.
01:17:35Ja.
01:18:03War es möglich?
01:18:05Unglaublich hatte sie ihn geliebt.
01:18:08Wirklich war er ihr nahe gewesen.
01:18:11Unglaublich, dass sie einmal in seiner Umarmung glauben konnte,
01:18:15alles vergessen und alles finden zu können.
01:18:19Einmal.
01:18:20Und jetzt?
01:18:22Und wenn schon, ist doch gar nicht wichtig.
01:18:24Jetzt geht es doch um viel größere Dinge, Lisbeth.
01:18:26Um unsere helle Zukunft.
01:18:27Um Deutschland.
01:18:28Verstehst du?
01:18:29Um Deutschland.
01:18:34Wie schrecklich fremd war er ihr.
01:18:37Wie ekelte es sie vor seinen Händen, an denen Blut zu kleben schien.
01:18:46Wie hoffnungslos war die Leere um sie her.
01:18:50Wo konnte sie den Halt finden, den sie zum Leben brauchte?
01:19:02Verzeihung.
01:19:03Hier können Sie jetzt nicht rein.
01:19:04Aber ich möchte nur zu Raschkes.
01:19:06Meine Freundin wohnt bei Ihnen.
01:19:08Die können Sie wohl nicht mehr sehen.
01:19:10Sie kommen zu spät.
01:19:31Wie schrecklich fremd war.
01:19:42Das war Frau Franke.
01:19:46Vorgestern waren die Nazis mit dem Überfallwagen hier.
01:19:49Ihr Mann konnte noch türmen.
01:19:52Sie hat den Schlag getroffen.
01:19:54Und das Kind?
01:19:56Das ist nicht Ihre Sache, gnädige Frau.
01:20:22Ich dachte schon, es wäre wieder die S.A.
01:20:28Was ist denn?
01:20:30Ich kann nicht mehr.
01:20:32Ich kann nicht mehr.
01:20:34Was denn, was denn, Mutter?
01:20:36Lass sie doch rein.
01:20:37Es trifft sich ja großartig.
01:20:38Kann sich die Bescherung ruhig ansehen.
01:20:40Die Frau General.
01:20:51Die Frau General.
01:20:57Bis an die Zähne bewaffnet.
01:21:01Und immerzu das Gebrille.
01:21:02Dein geringsten Widerstand wird geschossen.
01:21:04Jetzt ist Krieg.
01:21:06Wo waren denn die, die ich mir meine Verwundung geholt habe?
01:21:09Am Hartmann-Freller-Kopf.
01:21:10In Rumänien.
01:21:12In Nargonen.
01:21:12Wir haben gewonnen.
01:21:14Tja.
01:21:17Naja, damit ist jetzt auch Schluss.
01:21:21Heute die Kassette mit den Gewerkschaftsmarken und morgen der ganze Verband.
01:21:25Unsere Schuld.
01:21:26Jawohl.
01:21:27Immer nur Zurückmarschmarsch.
01:21:29Von einem kleinen Übel zum anderen.
01:21:31Immer hübsche demokratischen Spielregeln eingehalten.
01:21:34Auch wenn die anderen darauf spucken.
01:21:37So.
01:21:38Jetzt sind die braunen Banditen oben.
01:21:40Und werden uns die Haut vom Leibe reißen.
01:21:48Ach, du bist ja auch noch da.
01:21:50Und passt auf, was?
01:21:52Na, was wartest du noch?
01:21:53Geh doch zu deiner SA und pack aus, was du hier gehört hast.
01:21:57Und sag ihnen auch, dass wir das nächste Mal klüger sein werden.
01:22:03Den Paul.
01:22:06Den habt ihr auch.
01:22:07Auf dem Gewissen dein.
01:22:09Frohmeier und du.
01:22:11Und ihr alle.
01:22:14Ja, geh doch und sag's ihnen.
01:22:15Oh, wie war's.
01:22:17Oh, wie war's.
01:22:19Um, wie war's.
01:22:21Ich war's.
01:22:27Und die, wie war's.
01:22:39Ich war's.
01:23:05Ich bin Herr Schroeder.
01:23:11Und Ihre Antwort, Herr Katschmischek?
01:23:15Aber Frau Lissi, doch nicht hier. Nicht jetzt.
01:23:20Sie haben einfach Angst.
01:23:25Wir verstehen alle den tiefen Schmerz der Angehörigen und fühlen mit ihnen.
01:23:30Ich bitte dich, Lisbeth, nimm dich doch zusammen.
01:23:33Aber vergessen Sie nicht, dass es bei diesen schweren Opfern um Deutschland geht.
01:23:39Natürlich. Bei uns geht es immer um Deutschland.
01:23:43Lissi!
01:23:44Es geht auch um die Ehre und Sauberkeit der Nation.
01:23:50Ihr Mörder!
01:23:51Ein jeder muss sich entscheiden.
01:23:55Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns.
01:24:22Ja, ein jeder muss sich entscheiden.
01:24:26Und Lissi wusste jetzt, man kann einsam sein und doch nicht verlassen.
01:24:31Sie wusste, es gibt einen Weg.
01:24:35Einen schweren und mühsamen, aber einen ehrlichen Weg.
01:24:40Jeder geht ihn für sich.
01:24:42Und doch geht keiner allein.
01:24:59Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:25:19Der Jurgen des ZDF für funk, 2017
01:25:24Untertitelung des ZDF, 2020
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