- vor 14 Stunden
Nach einem harten Tag entspannen wir am liebsten beim Weltuntergang. Im neuen GameStar Talk klären wir mit einer Psychologin, warum das eigentlich so ist.
Wer kennt es nicht? Nach einem stressigen Alltag tauchen wir zur Entspannung am liebsten in Welten ab, die komplett am Abgrund stehen. Egal ob die surreale Bedrohung im Jubiläums-Hit Clair Obscure: Expedition 33 , der ständige Überlebenskampf in The Last of Us oder die totale Verzweiflung in Papers, Please – Dystopien und Post-Apokalypsen üben eine gewaltige Faszination auf uns aus.
Doch warum flüchten wir uns freiwillig in spielbare Krisen, wenn sich die echte Welt ohnehin schon anstrengend genug anfühlt?
Genau diesem Paradoxon geht Moderatorin Lea im neuen GameStar Talk auf den Grund. Zusammen mit Micha Graf, Kollegin Natalie und der Psychologin Jolina Bering beleuchten wir den Reiz des dunklen Eskapismus. Jolina erklärt, wieso es uns psychologisch so guttut, im sicheren Rahmen unseres Wohnzimmers schwerwiegende moralische Entscheidungen zu treffen, und wie uns das virtuelle Überleben ein Gefühl von Kontrolle zurückgibt.
Wir diskutieren außerdem über unsere Liebe zur Ruinenromantik, klären, was es mit der berüchtigten „Klumpen-Wellen-These“ auf sich hat, und warum das absolute Chaos für viele paradoxerweise regelrecht "cozy" wirkt.
Das ist die Videoversion unseres GameStar Podcasts.
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Was ist GameStar Talk?
GameStar Talk ist sozusagen die Videofassung des GameStar Podcasts und ein gemeinsames Angebot von GameStar, GamePro und MeinMMO. Wir wollen euch mit jedem Gespräch, mit jedem Video unterhalten und zugleich etwas Neues bieten: Neue Perspektiven, neue Einblicke, neues Wissen über Spiele und die Menschen, die sie entwickeln und spielen, sowie neue Seiten unserer Teammitglieder. Falls ihr Themenwünsche habt, dann schreibt sie gerne in die Kommentare!
Wer kennt es nicht? Nach einem stressigen Alltag tauchen wir zur Entspannung am liebsten in Welten ab, die komplett am Abgrund stehen. Egal ob die surreale Bedrohung im Jubiläums-Hit Clair Obscure: Expedition 33 , der ständige Überlebenskampf in The Last of Us oder die totale Verzweiflung in Papers, Please – Dystopien und Post-Apokalypsen üben eine gewaltige Faszination auf uns aus.
Doch warum flüchten wir uns freiwillig in spielbare Krisen, wenn sich die echte Welt ohnehin schon anstrengend genug anfühlt?
Genau diesem Paradoxon geht Moderatorin Lea im neuen GameStar Talk auf den Grund. Zusammen mit Micha Graf, Kollegin Natalie und der Psychologin Jolina Bering beleuchten wir den Reiz des dunklen Eskapismus. Jolina erklärt, wieso es uns psychologisch so guttut, im sicheren Rahmen unseres Wohnzimmers schwerwiegende moralische Entscheidungen zu treffen, und wie uns das virtuelle Überleben ein Gefühl von Kontrolle zurückgibt.
Wir diskutieren außerdem über unsere Liebe zur Ruinenromantik, klären, was es mit der berüchtigten „Klumpen-Wellen-These“ auf sich hat, und warum das absolute Chaos für viele paradoxerweise regelrecht "cozy" wirkt.
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VideospieleTranskript
00:00:12Wer liebt es nicht? Nach Hause kommen und dann eintauchen. In eine Welt, die noch kaputter ist, als die Welt,
00:00:21in der wir sowieso schon leben.
00:00:23Eine Welt, in der alles den Bach runtergegangen ist, in der Tod ein ständiger Begleiter ist und in der man
00:00:31einfach, naja, vergisst, wie schlimm es so sonst im echten Leben ist.
00:00:40Claire Obscure hat zumindest zu Beginn der Story genau das uns gegeben.
00:00:45Eine Welt, die wunderschön ist, auf der einen Seite, auf der anderen Seite sehr tragisch, die uns mitnimmt.
00:00:54Charaktere, die uns berühren, Geschichten, die uns bis heute beschäftigen, auch ein Jahr nach Release des Games.
00:01:02Und heute möchten wir darüber reden.
00:01:04Warum stürzen wir uns in Spiele, die uns psychisch ziemlich belasten können, langfristig, die uns aber auch andererseits eben in
00:01:14Welten mitnehmen, die noch kaputter sind, als die, in der wir eh schon leben.
00:01:19Dafür habe ich mir drei wunderbare Gäste eingeladen.
00:01:23Zum einen brauchen wir natürlich für einen Talk eine psychologische Einschätzung, warum wir uns sowas antun.
00:01:31Und dafür habe ich niemand geringeren als Jolina Behring eingeladen.
00:01:35Schön, dass du da bist.
00:01:36Hallo, vielen Dank für die Einladung.
00:01:38Ich freue mich.
00:01:39Ich freue mich auch drauf.
00:01:40Ich glaube, das wird super.
00:01:42Zum anderen habe ich meinen Kollegen und Chef mal wieder dabei, den lieben Micha, der erst vor kurzem Claire Obscure
00:01:49gespielt hat.
00:01:50Und der aber auch ganz, ganz viele andere Spiele schon hinter sich hat, die mit Dystopien glänzen und uns in
00:01:57Welten ziehen, die, naja, zumindest in denen wir normalerweise nicht leben wollen würden.
00:02:02Oder, Micha?
00:02:03Ja, genau.
00:02:04Das kann man so sagen.
00:02:05Ja, ich liebe die Dystopie.
00:02:07Deshalb bin ich auch immer wieder so gerne bei GameStar.
00:02:09Nein, Quatsch.
00:02:10Ja, also ich mag solche Spiele sehr, sehr gerne.
00:02:12Ich dachte auch gerade, als du die Einleitung gesprochen hast und Jolina vorgestellt, du sagst, wie immer im Talk brauchen
00:02:16wir psychologische Betreuung.
00:02:19Ja, wie immer im Talk brauchen wir psychologische Betreuung.
00:02:23Wir bräuchten wirklich öfter psychologische Betreuung im Talks.
00:02:26Kein Problem, ich bin dabei.
00:02:29Sehr gut, sehr gut.
00:02:30Einfach für jeden Talk so Jolina dazuholen.
00:02:33Vorsichtshalber.
00:02:33Man weiß ja nie, in welche Richtung das geht.
00:02:35Ja.
00:02:36Und wir haben noch jemanden dabei, die bereits vorm Talk gesagt hat, sie ist genau in der richtigen Stimmung, denn
00:02:41sie kommt gerade frisch aus dem Urlaub und ist daher ein bisschen traurig, dass sie jetzt wieder arbeiten muss.
00:02:47Und sie hat auch sehr viele Gefühle für Claire Obscure und dystopische Welten.
00:02:52Und damit auch herzlich willkommen, Nathalie.
00:02:54Schön, dass du da bist.
00:02:55Hallo, ich freue mich, hier zu sein, aber ich werde wahrscheinlich auch zwischendurch einfach meine Tränen ausbrechen, weil ich so
00:03:00traurig bin jetzt.
00:03:01Aber es passt ja zum Thema.
00:03:03Eben.
00:03:03Jolina ist ja da, um mich aufzufangen.
00:03:05Genau.
00:03:06Eben.
00:03:06Wenn heute niemand weint, dann haben wir irgendwas falsch gemacht.
00:03:10Zu allererst einmal wollen wir vielleicht das Wort Dystopie einordnen, denn da wurde mir auch im Vorhinein von Kollegen gesagt,
00:03:22hey, ihr redet über Claire Obscure als Dystopie.
00:03:25Ich verstehe, dass da Leute sagen, okay, das stimmt ja nicht ganz, wenn man sich mit der gesamten Story auseinandergesetzt
00:03:31hat, aber zumindest die Welt, in der wir zu Beginn hineingeworfen werden, kann man als Dystopie bezeichnen, oder?
00:03:38Ich finde gerade bei Claire Obscure und bei vielen anderen Spielen tatsächlich auch, die Grenzen von Dystopie sind ja nicht
00:03:45so streng gesetzt.
00:03:46Ich meine ja, die klassische Dystopie, wie wir sie kennen von George Orwell zum Beispiel von 1984, ist halt dieses,
00:03:53also eine Dystopie wird ja kategorisiert mit, dass es irgendein politisches meistens System gibt, das dich in irgendeiner Form krass
00:04:01überwacht und du hast da einfach Zustände, die eigentlich nicht zumutbar sind.
00:04:06Und alles ist irgendwie furchtbar und meistens ist es vielleicht auch eine Utopie, die eigentlich geschaffen werden sollte, die dann
00:04:11aber schiefgegangen ist.
00:04:13Aber ich finde, dass diese Grenzen halt immer mehr aufweichen, wenn man sich zum Beispiel auch das Genre der Postapokalypse
00:04:19anschaut, die sehr, sehr, sehr stark verzahnt ist, wie ich finde, mit Dystopie.
00:04:23Und dass man dann halt vielleicht auch mehr in eine Fantasy-Richtung geht oder in eine, ich weiß gar nicht,
00:04:31ich wüsste gar nicht, wie ich Claire Obscure anders kategorisieren soll als irgendwie Fantasy, Dystopie, melancholisches Drama, herzzerschmetternd.
00:04:42Das ist das Genre. Aber ich finde, ja, es gibt so ein paar Kategorien, an denen man sich entlanghangeln kann,
00:04:49aber ich finde, man sollte es auch nicht zu streng sehen, weil ich finde es auch schön, wenn sich die
00:04:53Genres so ein bisschen vermischen, weil das ja nur die Dystopie dann auch bereichert.
00:04:58Ja, also ich finde, ganz, ganz wesentlich ist halt der Punkt, die Dystopie ist ja eine gekippte Utopie, wie du
00:05:04gerade auch gesagt hast, so wie ein Bioschock.
00:05:06Wir schaffen die perfekte menschliche Gesellschaft unter, am Meeresboden sozusagen.
00:05:11Ah, nee, aber es war keine gute Idee, allen Leuten irgendwie Superkraftdrogen einfach zu geben, wie sie sich dann spritzen
00:05:17können und mal gucken, was dann passiert in meiner perfekten menschlichen Gesellschaft.
00:05:20Also dieses, du versuchst eine Ordnung zu schaffen, in der alle glücklich sein könnten, deiner Meinung nach, als der Person,
00:05:28die das schafft.
00:05:29So Jack Ryan halt in, Jack Ryan? Nee, halt, ist Jack Ryan der Geheimagent von Tom Clancy? Ihr wisst schon,
00:05:34der Ryan in Bioschock, ne?
00:05:36Die ich so schaffe in meiner Vorstellung und dann merken aber plötzlich alle, die darin lieben müssen, so toll ist
00:05:41es gar nicht.
00:05:43Ich will, bei Cleops Guild darf man ja nicht so viel spoilern, weil es gibt ja immer noch Leute, die
00:05:46es nicht gespielt haben, aber etwas davon steckt da schon drin.
00:05:51Auch erzählerisch gesehen, dieses Schaffen einer perfekten Welt, die es dann nicht wird, ausgründen.
00:05:59Und deswegen, doch, finde ich schon, also kann man schon mit Fug und Recht sagen, es ist eine Dystopie.
00:06:02Ich finde, irgendwie auch bei Dystopien, das ging mir vorhin so ein bisschen durch den Kopf, es ist so ein
00:06:07bisschen, also für den Konsumenten oder den Rezipienten, sage ich jetzt mal, der Dystopie,
00:06:12es ist teilweise so ein bisschen wie so moderne Grimms Märchen, so, ne?
00:06:16Es ist so, was ist schiefgelaufen oder was könnte uns schieflaufen, was dann zu sehr unerwünschten Konsequenzen führt.
00:06:25Und ja, das, meistens hat es ja irgendwie auch oft, da sind wir ja Richtung Postapokalypse gehen, auch was mit
00:06:31menschlichem Versagen in einer gewissen Form zu tun.
00:06:34Und man könnte auch sagen, ja, auch bei Klaus Kür hat ein gewisses menschliches Versagen dazu geführt, letzten Endes,
00:06:42vielleicht auf einer anderen Ebene, als es sonst so bei Dystopien ist, nicht so im kapitalistischen Sinne,
00:06:46sondern vielleicht auf einer anderen, persönlicheren Ebene, ein persönliches Versagen dazu geführt, dass man sich eben in dieser Welt wiederfindet.
00:06:53Ja, und ganz runtergebrochen, es heißt Dystopie ja letztendlich nichts anderes, es kommt aus dem Griechischen,
00:07:00dys für schlecht, topos, Welt, also, äh, oder Ort, bedeutet schlechter Ort.
00:07:05Ein Ort an den Leuten, das ist ganz runtergebrochen, ein Ort, der schlecht ist.
00:07:10Und das kann man ja zumindest sagen, das wissen die Leute auch schon aus dem Trailer von Claire Obscure,
00:07:14da sterben halt regelmäßig Menschen und alle müssen damit umgehen, da laufen ganz viele Waisenkinder rum.
00:07:20Und das hört sich jetzt erstmal nicht nach einem guten Ort an, grundsätzlich.
00:07:26So, und jetzt ist aber die Frage, die wir uns ja grundsätzlich stellen wollen,
00:07:31warum suchen wir am Feierabend Erholung in der Welt, die noch schlimmer ist als unsere eigene?
00:07:40Wieso, Julina? Tun wir uns das an.
00:07:42Ja, also ich glaube, es ist definitiv so ein bisschen auch persönlichkeitsabhängig, ob man das so macht oder nicht.
00:07:47Und es gibt Leute, die natürlich lieber irgendwie, was weiß ich, irgendwie was Mindless-mäßig zocken,
00:07:54wo es irgendwie, ja, viel bunt ist und alles Spaß macht und so.
00:07:59Aber ich glaube, sehr, sehr viele tatsächlich finden sich da genau in dem Linie, was du gerade gesagt hast,
00:08:05ja, irgendwie stütten sich dann doch irgendwie in noch ernstere Welten, noch düsterere Welten, in Dystopien.
00:08:12Und das hängt halt sehr, sehr viel einfach mit dem Gefühl von Kontrolle oder Bedürfnis nach Kontrolle und Orientierung zu
00:08:19tun oder zusammen.
00:08:21Und das klingt jetzt erstmal so ein bisschen widersprüchlich.
00:08:23Warum, wenn ich Kontrolle und Orientierung will, warum stütze ich mich dann ins Chaos?
00:08:27Aber es ist so ein bisschen wie so eine Art Vorbereitungsmechanismus.
00:08:31Das heißt, wir preparen uns so ein bisschen für den Worst-Case-Dystopie.
00:08:38Wenn wir da uns irgendwie zurechtfinden, wenn wir uns da irgendwie in einem Videospiel, wo wir einen sicheren Erlebensraum haben,
00:08:45wenn wir uns da irgendwie mit auseinandersetzen können, dann kann es ja vielleicht oder können wir im Ernstfall in unserem
00:08:51echten Leben
00:08:51vielleicht auch so ein bisschen besser vorbereitet sein.
00:08:53Wir fühlen uns ein bisschen sicherer und auch natürlich im Vergleich können wir sagen, ja gut, so schlimm wie da
00:09:00ist es jetzt noch nicht bei mir.
00:09:02Das heißt, ich bin natürlich, fühle mich dadurch ein bisschen sicherer auch in dem eigenen Leben.
00:09:08Gleichzeitig natürlich aber auch sind es dann in der Dystopie und in der Postapokalypse nochmal ein bisschen einfach auch Sorgen
00:09:17oder Themen,
00:09:18die zwar oft irgendwie mit uns oder unseren aktuellen Problemen irgendwie im Einklang stehen oder resonieren,
00:09:23aber sie sind schon eine ganze Ecke weit weg von den alltäglichen Sorgen.
00:09:27Also sowas wie, ja, habe ich jetzt bei dem Chef irgendwie was Falsches gesagt oder was denken irgendwie die anderen
00:09:33Leute von mir
00:09:34und sollte ich mich eigentlich irgendwie besser ernähren und so.
00:09:37Das ist dann, wenn es ums Überleben geht, erst mal sekundär und dann geht es wirklich sehr, hat man sehr
00:09:43einen Fokus einfach auf die Thematik in dem Spiel.
00:09:47Man kann dadurch so ein bisschen von den aktuellen Sorgen, Problemen der Distanz gewinnen.
00:09:54Man beobachtet das ja auch sehr viel in der Literatur, dass Dystopien, also Literatur nenne ich jetzt, weil das natürlich
00:10:00so das erste Aufkommen von Dystopien war,
00:10:03dass das immer einen Boom hatte, wenn es der Welt wirklich nicht gut ging, ob es jetzt irgendwie ein Krieg
00:10:09war, wie der Weltkrieg, der dann bevorstand
00:10:11oder irgendwelche Wirtschaftskrisen oder Sonstiges, dass sich dann die Leute in diese Dystopien geflüchtet haben.
00:10:18Nicht nur, weil das eine Art Spiegelbild der Gesellschaft oder einer möglichen Gesellschaft, möglichen Welt darstellt, sondern weil es ja
00:10:26auch immer,
00:10:27wir reden zwar jetzt sehr viel über, ach, das ist alles so schlecht da in Dystopien, ist so ein schlechter
00:10:31Ort, aber es hat ja auch immer irgendwie mit Hoffnung zu tun.
00:10:34Es gibt ja auch sehr oft, nicht immer, weil es gibt auch sehr, sehr, sehr düstere Dystopien, aber sehr oft
00:10:40gibt es halt einen Helden, der sich gegen dieses System wehrt,
00:10:44der daraus flüchten kann oder sich trotzdem ein schönes Leben machen kann oder so.
00:10:50Und ich kann mir vorstellen, dass das für viele, ist nicht für mich der Grund, weshalb ich das spiele tatsächlich,
00:10:55aber dass es für viele trotzdem auch so einen Hoffnungsschimmer dann gibt, zu sehen, so hey, egal wie schlecht die
00:11:01Welt da draußen ist,
00:11:02dass es trotzdem irgendwie eine Möglichkeit gibt, wenn man an sich glaubt und seine Freunde irgendwie glaubt,
00:11:07dass man gemeinsam sich da zusammenschließt und gegen dieses System kämpft und vielleicht sogar gewinnt,
00:11:13das kann ich mir auch vorstellen, dass das einfach ein sehr, sehr großer Teil von diesem Eskapismus dann ist.
00:11:19Ja, und eben Andrew Ryan übrigens in Biofrock.
00:11:23Andrew, genau, ich wollte es die ganze Zeit sagen.
00:11:24Ja, Andrew Ryan. Aber dieses, was Jolina auch gesagt hat, einfach dieser sichere Abstand von dieser emotionalen Extremsituation,
00:11:31natürlich ist es eine traurige Welt. Ich bin auch, ich habe Kleops Kür angefangen und gedacht, oh Gott.
00:11:37Es ist ja, diese ganze Welt sind nur Leichen.
00:11:40Leichen um dich rum, Leichen Berge, Leichen am Himmel, Leichen, die Brücken bilden, Leichen im Baum, überall, wo du hinkommst.
00:11:48Natürlich immer wieder auch unterbrochen von leichteren Momenten,
00:11:52aber trotzdem, das Allermeiste davon hat mit Tod, Verderben und Vergänglichkeit zu tun, auf das du da stößt.
00:11:59Und trotzdem, weil es ja natürlich ein Spiel ist, bin ich immer noch, habe ich immer noch diesen Abstand davon,
00:12:04natürlich zu wissen, ist ja nicht echt.
00:12:06Also ich bin ja nicht Teil dieser Welt.
00:12:09Also wenn ich es wäre, würde ich gar nicht mehr existieren, weil ich bin über 33 Jahre alt.
00:12:12Und das heißt, es gibt dir immer so einen, ja wie so einen sicheren Hafen, so einen sicheren Abstand.
00:12:18Natürlich diese Gefühle zu durchleiden, aber trotzdem sagt dir dein Hinterstübchen immer,
00:12:23aber es hat ja mit dir in dem Moment jetzt gar nichts zu tun.
00:12:26Es ist ja nah bei dir, weil Videospiele ja auch interaktiv sind im Vergleich zum Film.
00:12:30In einem Film gucke ich es nur, in einem Spiel spiele ich es tatsächlich oder bin interaktiv, setze mich damit
00:12:35auseinander.
00:12:36Aber ich weiß ja trotzdem immer noch, nicht echt, im Normalfall.
00:12:42Jetzt, Nathalie, hattest du gesagt, für dich ist es nicht das, dass du der Held bist, weshalb du diese Spiele
00:12:47spielst.
00:12:48Warum spielst du sie denn dann?
00:12:50Ja, es ist ein bisschen das, was mich ja gerade schon angeschnitten hat, diese extremen Emotionen, die man da empfindet.
00:12:56Das ist auch für mich zum Teil der Grund, weshalb ich Horrorspiele so gerne mag,
00:13:01weil das einfach ein kontrollierter Raum ist, wo ich extremste Emotionen fühlen kann,
00:13:07die ich so im wahren Leben hoffentlich niemals erleben werde.
00:13:11Und das gibt mir sehr viel.
00:13:13Also ob es jetzt irgendwie ein Adrenalinkick ist, weil es irgendwelche gruseligen Momente sind
00:13:18oder extreme Trauer, weil gerade was wirklich Herzzerreißendes passiert.
00:13:23Aber es ist halt immer noch in meiner Kontrolle.
00:13:25Also wenn ich merke, okay, es ist mir gerade zu viel oder so, kann ich jederzeit ausschalten.
00:13:29Ich habe das auch nicht, dass ich das komplett mitnehme in meine Realität,
00:13:33dass ich dann nachts wach liege und es beschäftigt mich die ganze Zeit.
00:13:38Aber in dem Moment bin ich halt volle Kanne drin.
00:13:40Und das sind Momente, die ich sehr wertschätze, weil ich schon das Gefühl habe,
00:13:44dass mir das fürs wahre Leben dann trotzdem was mitgibt,
00:13:47weil ich meine emotionale Welt dadurch einfach erweitere auf eine Art,
00:13:51die ich halt vielleicht so gar nicht anders erlebt hätte.
00:13:54Und es sind ja nicht nur die Emotionen, es sind gerade bei Claire Obscure fand ich das sehr beeindruckend,
00:14:00wie viele einfach moralische Fragen es aufwirft oder generell Fragen über das Menschsein,
00:14:08über deine Werte, über was es heißt zu lieben.
00:14:12Und das sind halt einfach Themen und Diskussionen, die ich sehr gerne dann mit mir führe,
00:14:16wenn ein Spiel mich da vorstellt.
00:14:18Weil das sind halt auch hier Themen, mit denen ich mich wahrscheinlich niemals anders beschäftigt hätte,
00:14:23weil es einfach in der realen Welt so nicht vorkommt.
00:14:26Aber es hilft mir dann natürlich, wenn ich diese Gedanken dann habe und auch das alles mal durchdekliniere,
00:14:32andere Perspektiven einzunehmen, mehr über mich selbst auch zu erfahren,
00:14:36wenn ich dann weiß, okay, wo stehe ich auf so einem Wertekompass?
00:14:40Ja, wo, ich nehme jetzt mal ein bekannteres Beispiel, damit ich hier den Leuten nicht kläubskurs spoilere,
00:14:46aber sowas wie The Last of Us, ja, mit Ellie und Joel zum Beispiel, diese Situation.
00:14:51Wie hätte ich mich entschieden?
00:14:53Hätte ich mich für das Wohl der Menschheit entschieden?
00:14:55Oder nicht doch halt für die eine Person, die ich so sehr liebe?
00:14:58Und da gibt es halt keine einfachen Fragen, es gibt auch kein richtig oder falsch,
00:15:03aber das sind einfach Themen und Emotionen, denen ich mich, wie gerade schon erwähnt,
00:15:08in diesem gesicherten Raum sehr, sehr gerne aussetze.
00:15:10Und das ist halt der Grund.
00:15:11Es heißt, sich auch Dystopien und Horrorspiele und so sehr cozy für mich anfühlen.
00:15:16Also es ist vielleicht ganz komisch, das zu sagen, aber für mich ist das wirklich so ein Wohlfühlspiel.
00:15:21Gerade wenn es mir irgendwie tagsüber nicht gut geht,
00:15:24weil irgendwie blöder, keine Ahnung, mit der Kassiererin gestritten oder was weiß ich.
00:15:29Und ich flüchte mich dann...
00:15:30Mit weh? Was?
00:15:30Der Kassierer?
00:15:31Der Kassierer?
00:15:32Das ist immer mein Geld.
00:15:33Kommt das häufiger vor?
00:15:36Die persönliche Verdetta.
00:15:37Eigentlich so gar nicht.
00:15:38Ich weiß nicht, warum das das Beispiel war.
00:15:40Ich wollte nichts über meinen Chef sagen, weil mit Heiko streite ich mich nie.
00:15:46Aber ja, das ist halt für mich dann so eine Zuflucht,
00:15:48wo ich mich dann einfach sehr wohl fühle danach und auch das Gefühl habe,
00:15:51was Jolina, wenn er auch ein bisschen gesagt hat,
00:15:53dass ich die Kontrolle halt darüber habe, wie es mir jetzt gerade geht
00:15:56und was ich mich aussetze da in dem Moment.
00:16:00Ja, nur kurz, weil du gerade The Last of Us erwähnt hast,
00:16:04weil ich finde, das ist auch ein wundervolles Beispiel dafür,
00:16:09wie Dinge, die dich so mitnehmen und nachdenklich machen,
00:16:13einfach auch über das Spiel hinaus wirken und an dir kleben bleiben.
00:16:18Insbesondere, was das Ende angeht von The Last of Us 1,
00:16:20wenn du einfach nur da sitzt und sagst, das hat er nicht gemacht.
00:16:25Auch damit, ich will jetzt nicht zu sein, was da passiert,
00:16:28aber du wirst wirklich, und du kannst ja im Moment keine Entscheidung treffen.
00:16:31Das ist ja nicht, das ist nicht interaktiv.
00:16:34Das ist dann eher filmisch.
00:16:35Du kannst auch nachvollziehen, was passiert.
00:16:37Und trotzdem sitzt du da und machst dir genau diese Gedanken,
00:16:40die du gerade erwähnt hast, Nathalie,
00:16:41und denkst dir so, oh mein Gott, okay,
00:16:43was hätte ich in dieser Situation entschieden?
00:16:45Warum lässt mich das Spiel keine Entscheidung treffen?
00:16:47Aber dadurch ist es noch mal mächtiger,
00:16:49dich einfach nur zurückzulassen,
00:16:53so wie nach dem Red Wedding in Game of Thrones so quasi.
00:16:55Die Musik geht aus, du sitzt da, guckst den Abspann und denkst,
00:16:58nee, ne?
00:16:59Nee, nee.
00:17:01Das ist das Ende, nee.
00:17:02Aber ja, doch, das ist das Ende,
00:17:04also bis auf Last of Us 2, wo es dann halt weitergeht,
00:17:06aber das ist das Ende und es ist ein herausragendes Ende,
00:17:12gerade weil es dir in dem Moment nicht gibt,
00:17:15was du eigentlich haben möchtest vielleicht.
00:17:17Oder dieses Happy Ending, wenn am Ende alles,
00:17:21nö, die Zombie-Epidemie ist kuriert,
00:17:22allen geht's gut, die Welt ist gerettet.
00:17:25Wenn das das Ende wäre von The Last of Us,
00:17:28ja, beliebig, ist doch egal, das würde ich sofort vergessen.
00:17:31Aber diese, was ja eigentlich total paradox ist,
00:17:35um das noch mal kurz vielleicht an Julina zu spielen,
00:17:37weil du sitzt halt am Ende da mit so einem Klumpen in der Magengrube
00:17:42und dieser Klumpen ist aber das,
00:17:45was dir mehr gibt in dem Moment.
00:17:48Was passiert da mit mir?
00:17:52Das ist eine sehr gute Frage.
00:17:54Die Sache ist so ein bisschen, die, glaube ich,
00:17:56also einerseits ist es so ein bisschen so dieses,
00:17:58was wollen wir irgendwie aus Spielen bekommen,
00:17:59so ein bisschen diese Komponente,
00:18:01die Natalie auch schon erwähnt hatte.
00:18:03Was für ein Gefühl möchte ich irgendwie damit haben?
00:18:06Und ich glaube, bei Dystopien geht es halt eben auch viel um dieses Gefühl.
00:18:11Es soll halt eben auch dieser Raum sein,
00:18:13in dem es schrecklich sein darf,
00:18:15in dem schlimme Dinge passieren können.
00:18:16Und wenn der sich dann auflöst
00:18:18und dann ist dann doch alles irgendwie gut,
00:18:21dann ist es vielleicht auch so ein bisschen unsatisfying,
00:18:23weil für uns dieser Raum verloren geht,
00:18:25in dem wir quasi diese Extreme erleben können.
00:18:28Von daher könnte ich mir vorstellen,
00:18:30dass das so ein bisschen so eine Rolle spielt,
00:18:31warum wir diesen Klumpen im Bauch so ein bisschen genießen,
00:18:34weil es genau das quasi ist,
00:18:36was wir uns oder dem wir uns aussetzen wollen in diesen Welten.
00:18:40Wir wollen halt dieses erleben
00:18:42und wollen dann aber quasi das bewältigen
00:18:44und darüber hinaus das aushalten können.
00:18:47Das ist quasi so eine Art Bewältigungsversuch dieser Emotionen.
00:18:50Wenn wir die halt nicht erleben,
00:18:51dann kann er nicht stattfinden.
00:18:54Meine Klumpen-Theorie wäre auch,
00:18:56dass es ja eigentlich im Prinzip,
00:18:58ich nenne sie jetzt einfach so,
00:18:59weil das wäre ja,
00:19:01dass es eigentlich unterschiedliche Arten von,
00:19:05na ja, ich weiß nicht, ob Glück das richtige Wort ist,
00:19:07auch in so einem Moment wie dem Ende von The Last of Us
00:19:09oder allem, was in Kleops Kühl passiert.
00:19:11Aber du suchst halt,
00:19:13ich glaube, Bedeutung, Befriedigung vielleicht in irgendeiner Form,
00:19:16die man sucht in Spielen.
00:19:17Und das eine ist halt so dieses klassische,
00:19:21dieses hedonistische,
00:19:22na ja, ich will halt kurzfristigen Kick, Spaß, Adrenalin,
00:19:27wenn ich eine Call-of-Duty-Partie gewinne oder sowas.
00:19:30Das gibt mir halt einfach so ein Gefühl,
00:19:32okay, du hast es geschafft,
00:19:33du bist mal wieder der Beste der Rangliste,
00:19:36du hast die beste KD oder sowas.
00:19:37Aber es ist halt eine sehr kurzfristige Art von Glück,
00:19:41so viel von Befriedigung.
00:19:44Während das andere,
00:19:45es gibt doch dieses psychologische Konzept der Eudaimonie,
00:19:49dass man so nach persönlichem Wachstum strebt als Mensch.
00:19:52Dass du sagst, okay, ich werde,
00:19:54natürlich, ich entwickle keinen zusätzlichen Arm oder Beine,
00:19:57sondern mein,
00:20:01wie ich mich mit Themen auseinandersetze,
00:20:03meine Persönlichkeit entwickelt sich quasi weiter
00:20:05durch Hürden, die mir das Leben in den Weg stellt.
00:20:09Ich beschäftige mich mit Tod,
00:20:11mit Vergänglichkeit,
00:20:14mit Krankheit, mit schlimmen Dingen,
00:20:15die mir einfach passieren.
00:20:16Aber ich wachse daran.
00:20:18Und ich glaube,
00:20:19ich weiß nicht, ob es so ist,
00:20:21aber das wäre so ein bisschen meine Theorie,
00:20:22auch was Last of Us angeht.
00:20:23Oder wie gesagt,
00:20:2595 Prozent von Claire Obscure ist dieses,
00:20:28dadurch alleine,
00:20:29dass ich mich mit diesen Themen beschäftige,
00:20:31dass ich mir überlege,
00:20:32wie übersetzt sich das auf das echte Leben,
00:20:34was da gerade passiert ist.
00:20:35Wie würde es mir gehen,
00:20:36wenn das einer Person passiert,
00:20:38die mir tatsächlich im echten Leben nahe steht?
00:20:40Bei Life is Strange war das ganz schlimm damals,
00:20:43für mich persönlich,
00:20:44beim allerersten Life is Strange,
00:20:46was da so passiert.
00:20:47Und da aber dann rauszukommen,
00:20:49das zu verarbeiten,
00:20:51das ist halt eine andere Art von Glücks-
00:20:53oder Zufriedenheitsgefühl,
00:20:54weil du eben denkst,
00:20:55okay, ich bin vielleicht sogar persönlich als Mensch
00:20:57ein bisschen daran gewachsen,
00:20:58auch wenn es nicht echt war in dem Sinne.
00:20:59Ja, total.
00:21:01Also das sind,
00:21:02du sprichst da was Gutes an,
00:21:03das sind definitiv,
00:21:04glaube ich,
00:21:05und deine Klumpentheorien sind in dem Sinne sogar,
00:21:07glaube ich, sehr zutreffend.
00:21:08Es geht natürlich irgendwie um Wachstumsprozesse,
00:21:10um Bewältigungsprozesse,
00:21:11um Lernprozesse im Endeffekt.
00:21:13Und die finden halt hauptsächlich dann statt,
00:21:14wenn wir uns nicht in unserer Komfortzone befinden
00:21:17und eben genau einfach das kriegen,
00:21:19was wir wollen,
00:21:20sondern wenn wir mit Herausforderungen konfrontiert sind,
00:21:22mit Sachen, die neu sind,
00:21:24mit Sachen,
00:21:24die wir vielleicht so noch nicht erlebt haben
00:21:26oder die,
00:21:27wo wir erstmal nicht wissen,
00:21:29wie wir damit umgehen sollen,
00:21:29aber dann selber halt eben auch
00:21:31eine Art von Bewältigung
00:21:32oder eine Verarbeitung entwickeln.
00:21:35Und das ist genau das,
00:21:36was du beschreibst.
00:21:36Wir haben diesen Klumpen,
00:21:37wir müssen erstmal verdauen.
00:21:39Es ist so ein bisschen wie Ballaststoffe,
00:21:41die gehen nicht so einfach durch,
00:21:43die müssen erstmal so ein bisschen verdaut werden,
00:21:45aber die sind gut für uns.
00:21:47Und genau so ist es, glaube ich,
00:21:48auch beim Psychischen halt,
00:21:51wenn wir Dinge haben,
00:21:54mit denen wir erstmal,
00:21:54die wir nicht einfach so wegverdauen können
00:21:57oder weg mental verarbeiten können,
00:21:59dann arbeitet er was
00:22:00oder findet er an was zu arbeiten
00:22:02und dadurch wachsen wir langfristig.
00:22:03Ich würde die Klumpen-Theorie
00:22:05tatsächlich sogar noch
00:22:06um eine Wellen-These erweitern.
00:22:09Oh, die Klumpen-Wellen-These.
00:22:11Die Klumpen-Wellen-These.
00:22:13Wer kennt sie nicht?
00:22:14Weil für mich funktionieren tatsächlich
00:22:16auch dystopische Welten dann am besten,
00:22:19wenn es einfach in so einer Wellenbewegung ist,
00:22:21was die Emotionen angeht.
00:22:22Das sind dann immer sehr extreme Ausschläge
00:22:24in beide Richtungen.
00:22:26Aber ich finde,
00:22:26eine Dystopie funktioniert halt nicht,
00:22:29wenn sie keinerlei schöne Momente hat zum Beispiel.
00:22:32Also es ist sehr wichtig,
00:22:34dass man mit Joel und Ellie beispielsweise
00:22:36diese Museumsszene hat,
00:22:39wo sie einfach nur eine halbe Stunde lang
00:22:40durch Museum laufen
00:22:42und sich Dinoskelette anschauen.
00:22:44Es ist unglaublich wichtig,
00:22:46die Dialoge in Claire Obscure zu haben,
00:22:48im Camp,
00:22:49wo die Leute einfach nur über Quatsch reden,
00:22:54über unbedeutenden Stuff,
00:22:57wo sie zusammen musizieren
00:22:59oder sonst irgendwas.
00:23:00Weil da in diesen Momenten
00:23:04entsteht ja auch die Bindung
00:23:05nicht nur zwischen den Charakteren,
00:23:06sondern auch zwischen mir
00:23:07und diesem Spiel,
00:23:09dieser Welt,
00:23:09diesen Charakteren.
00:23:10Und alles,
00:23:11was dann danach passiert,
00:23:12hat einen noch viel größeren Impact,
00:23:15weil ich halt jetzt auch
00:23:16persönliche Erinnerungen
00:23:18und irgendwie Emotionen
00:23:19damit verbinde.
00:23:19Es ist nicht mehr so losgelöst von mir,
00:23:21sondern ich stecke halt mittendrin.
00:23:23Aber bei mir ist es zumindest so,
00:23:25sobald eine dieser Emotionen
00:23:26halt zu lange anhält,
00:23:28also wenn es zu lange glücklich ist,
00:23:29wird es so ein bisschen,
00:23:30fädelt es so ein bisschen raus
00:23:31und auch umgekehrt,
00:23:32weil es zu lange düster ist,
00:23:34hat es auch nicht mehr
00:23:35so diesen krassen Impact,
00:23:37den ich eigentlich
00:23:37von diesen Spielen erwarte.
00:23:39Deshalb finde ich,
00:23:41diese Art,
00:23:42die Claire Obscure
00:23:42das gerade sehr, sehr gut macht,
00:23:44wie ich finde,
00:23:46da gibt es halt die ganze Zeit.
00:23:47Es gibt Momente,
00:23:48die sind so albern,
00:23:49wo man sich denkt,
00:23:49was hat das denn jetzt
00:23:50in einem dystopischen Spiel verloren?
00:23:52Aber ich finde die so,
00:23:53so wichtig,
00:23:53weil das Spiel ohne sie
00:23:55nicht mehr so gut funktionieren würde.
00:23:57Allgemein.
00:23:58Also, entschuldige,
00:23:59jetzt passt es gerade so gut,
00:24:01weil ich bin hin und her gerissen tatsächlich.
00:24:03Ich würde zustimmen,
00:24:04wenn es um Beziehungen
00:24:05zu Charakteren geht,
00:24:06denen dann Dinge passieren,
00:24:08weil ich glaube,
00:24:09wenn das einfach nur alles
00:24:11Arschlöcher wären,
00:24:13mit Kassiererinnen wären,
00:24:14mit denen man die ganze Zeit streitet,
00:24:16ist natürlich der emotionale Impact
00:24:17gleich null,
00:24:18wenn jemand davon stirbt.
00:24:19Und das gibt es ja
00:24:20in genügend Spielen,
00:24:21wo es einfach keinerlei Bedeutung hat
00:24:23für uns,
00:24:23oder auch Filmen,
00:24:24wenn ein Charakter stirbt
00:24:25und du denkst dir,
00:24:26und?
00:24:27Ja, also,
00:24:28war mir ja egal,
00:24:29weil wir hatten ja keine Momente miteinander,
00:24:31du hast keine Innigkeit,
00:24:32fühlst du zu der Figur,
00:24:34weil es einfach keine Beziehung gibt
00:24:35in dem Moment.
00:24:36Also, da würde ich dir recht geben
00:24:37und die ganze Fun-Fantasy-Serie
00:24:39ist ja quasi nur das,
00:24:41zumindest die guten, alten,
00:24:42wo Leute sterben
00:24:44und dann sitzt du vor dem Bildschirm
00:24:45und denkst dir so,
00:24:46oh, wie, nee,
00:24:47das kann nicht sein.
00:24:47Auch in KleObscure
00:24:48gibt es einen Moment,
00:24:49wo ich mir dachte,
00:24:50kann nicht sein,
00:24:50ist garantiert fake,
00:24:52wird garantiert kein echter Tod sein,
00:24:54kommt,
00:24:55ist nicht ganz so.
00:24:58Also,
00:24:58da würde ich dir recht geben,
00:25:00wo ich mir,
00:25:01also,
00:25:02es gibt zwei Sachen dazu,
00:25:03in KleObscure
00:25:03war es mir manchmal fast zu viel
00:25:05mit der Heiterkeit so ein bisschen,
00:25:07weil wenn du
00:25:09diese,
00:25:09diese ruinierte Welt erforscht
00:25:11und dann triffst du
00:25:12auf so ein Gestral,
00:25:13der da ein Spielcasino baut,
00:25:16dann denke ich mir so,
00:25:17das ist doch blöd.
00:25:18Also dann,
00:25:18dann wird es halt ein,
00:25:20also diese Chestrels an sich,
00:25:21dass die halt so ein bisschen,
00:25:22ne,
00:25:22wir sind immer auf Kampf aus,
00:25:23aber wir sind auch irgendwie
00:25:24die lustigen Sidekick-Viecher,
00:25:26die auch tragisches Erleiden,
00:25:28äh,
00:25:28tatsächlich
00:25:29und in ihrer Art
00:25:30schon tragisch angelegt sind,
00:25:31weil sie irgendwann
00:25:32leblose Bäume werden,
00:25:33wenn sie alt werden
00:25:34und dann sind sie halt
00:25:35tot, ne.
00:25:36Ähm,
00:25:38aber wenn das dann
00:25:39zu stark überdreht wird,
00:25:41hatte ich dann,
00:25:42gerade in so einer
00:25:42tragischen Welt
00:25:43eher das Gefühl,
00:25:45jetzt ist es blöd
00:25:46und jetzt ist es zu viel
00:25:48und das hängt mit einem
00:25:48zweiten Punkt zusammen,
00:25:49wo ich nämlich diese
00:25:49Wellenbewegung gar nicht brauche,
00:25:51ist in so Spielen wie
00:25:52Elden Ring,
00:25:53wo du im Prinzip
00:25:55ja eine Welt erforscht,
00:25:56die nie happy ist,
00:25:58nicht,
00:25:59also da gibt's nichts,
00:26:00selbst wenn du eine Quest
00:26:01erfüllst,
00:26:01geht's entweder
00:26:02schlecht aus
00:26:03oder,
00:26:05äh,
00:26:05oder es bleibt,
00:26:06es bleibt schlimm,
00:26:08ne,
00:26:08so mehr oder weniger,
00:26:09weil diese Welt halt
00:26:09einfach, äh,
00:26:11so kaputt ist,
00:26:12was da dann eher
00:26:13das ist,
00:26:13was, also,
00:26:14auch da würde es
00:26:15aber nicht funktionieren,
00:26:16wenn die Welt
00:26:17einfach nur
00:26:18immer schlimm wäre
00:26:19oder so,
00:26:20sondern was da,
00:26:21glaube ich,
00:26:22eine große Rolle spielt,
00:26:23ist Ästhetik.
00:26:24Also,
00:26:25du bewegst dich
00:26:25in Elden Ring
00:26:26und ja auch
00:26:27in Kleobskühe
00:26:27durch eine Welt,
00:26:29die einfach
00:26:31einerseits durch,
00:26:32durch Design,
00:26:34durch Musik,
00:26:35durch irgendwie,
00:26:36Vertonung und sonst was,
00:26:37also durch,
00:26:38wie es inszeniert ist,
00:26:40halt einfach
00:26:41wahnsinnig schön ist,
00:26:43so,
00:26:43und gleichzeitig halt
00:26:45kaputt,
00:26:46ne,
00:26:46so,
00:26:46und Elden Ring auch,
00:26:48also die Elden Ring Welt
00:26:48sieht ja so gut aus,
00:26:50was die mit Lichtstimmung machen,
00:26:52was die mit Musik machen,
00:26:53obwohl da gar nicht so viel Musik drin ist,
00:26:54aber diese Sphärische in Elden Ring
00:26:55und Musik in Kleobskühe
00:26:57brauchen wir nicht diskutieren,
00:26:57das ist meisterhaft,
00:26:58ne,
00:26:59ähm,
00:27:00also,
00:27:02dadurch wird es dann
00:27:03zu einem Kunstwerk,
00:27:05in dem ich diese,
00:27:06also wenn ich mir jetzt vorstelle,
00:27:07in Kleobskühe gäbe es keine,
00:27:08also es ist jetzt völlig absurd,
00:27:09aber in Kleobskühe gäbe es
00:27:10keine anderen Charaktere,
00:27:11sondern ich würde nur
00:27:12diese Welt erforschen,
00:27:13wie in einem Elden Ring ja auch,
00:27:15so,
00:27:15ähm,
00:27:16würde es trotzdem
00:27:17für mich funktionieren,
00:27:19aufgrund dieser,
00:27:20ja,
00:27:21dieser,
00:27:21dieser tragischen Schönheit,
00:27:23die dich umgibt,
00:27:24dieses Verfalls.
00:27:25Ich kann das,
00:27:25ich kann das nachvollziehen,
00:27:26was du sagst,
00:27:27also bei den Gestrals,
00:27:29Kleobskühe hat halt teilweise
00:27:30wirklich lange Passagen,
00:27:32wo nur Albernheiten passiert,
00:27:34aber wenn man halt
00:27:35diese Story anschaut,
00:27:36und ich werde das jetzt
00:27:37nicht ausführen,
00:27:39um nicht zu spoilern,
00:27:39aber wie diese Welt
00:27:41einfach funktioniert,
00:27:42wo sie herkommt
00:27:43und wie da die Regeln
00:27:44einfach sind,
00:27:45ich finde,
00:27:46das ist,
00:27:46diese Albernheit
00:27:47ist fast schon eine Art
00:27:49Eskapismus im Eskapismus,
00:27:50also eine Art Welt
00:27:53in dieser Welt,
00:27:54die wir dann halt quasi
00:27:55wie in Inception
00:27:56irgendwie so verweisen können,
00:27:57weil das ja auch
00:27:59genau das halt für
00:28:01andere ist
00:28:02in dem Moment,
00:28:02deshalb fand ich das,
00:28:04also ja,
00:28:05aus spielerischer Sicht
00:28:05vielleicht hin und wieder
00:28:06ein bisschen zu viel,
00:28:07ein bisschen langatmig,
00:28:08aber vom Konzept her
00:28:09fand ich das sehr interessant
00:28:10und das,
00:28:11was du bei Elden Ring
00:28:13ansprichst,
00:28:13kann ich komplett nachvollziehen,
00:28:15aber ich glaube,
00:28:16diese Wellenbewegung,
00:28:17diese Wellenthese,
00:28:18das ist ja nicht nur eine These,
00:28:19die jetzt irgendwie
00:28:20so eine Linie hat,
00:28:20die hat ja Ebenen,
00:28:23was da das für mich
00:28:25so ein bisschen abfängt,
00:28:26ist nicht unbedingt,
00:28:26dass ich glückliche Momente
00:28:28mit irgendwelchen Charakteren
00:28:29habe oder so,
00:28:31sondern in Elden Ring
00:28:32mit diesen namenlosen Helden
00:28:35bin ja auch ich
00:28:36irgendwie Teil von dieser Welt
00:28:38und ich selber
00:28:39habe diese Wellenbewegung
00:28:40ja durchaus,
00:28:41also ich habe ja durchaus
00:28:43Glücksmomente
00:28:43in einem Elden Ring,
00:28:44wenn ich endlich mal
00:28:45einen Boss lege
00:28:46oder wenn ich mal,
00:28:47wie du sagst,
00:28:48auch einfach eine schöne
00:28:49Landschaft entdecke
00:28:50und da irgendwie
00:28:51von dieser Architektur
00:28:52begeistert bin
00:28:53oder von der Schönheit
00:28:54der Welt
00:28:55oder plötzlich ist da
00:28:56ein Brunnen,
00:28:56der mir eine komplett neue
00:28:59Landschaft,
00:28:59ein neues Gebiet offenbart.
00:29:00Ich finde,
00:29:01das sind dann trotzdem
00:29:03Momente,
00:29:03in denen es mir halt gut geht,
00:29:04in denen ich glücklich bin
00:29:06und das Gefühl habe,
00:29:07boah,
00:29:07jetzt passiert was richtig
00:29:08Aufregendes.
00:29:09Also es ist für mich,
00:29:10diese Wellenbewegung
00:29:10muss gar nicht immer
00:29:12abhängig von Charakteren sein
00:29:13und irgendwie Dialogen
00:29:15oder sonst irgendwas.
00:29:15Es kann ein Teil davon sein,
00:29:17aber es ist trotzdem,
00:29:18ich glaube,
00:29:19wenn ich halt die ganze Zeit
00:29:20auf die Fresse bekommen würde
00:29:21in einem Spiel,
00:29:22wo es die ganze Zeit
00:29:23sehr depressiv einfach alles ist,
00:29:25das würde mir halt auf Dauer
00:29:27keinen Spaß machen.
00:29:28Deshalb da kommt einfach
00:29:30sehr, sehr viel
00:29:31an Spielerführung rein,
00:29:33was man vielleicht gar nicht
00:29:34so aktiv wahrnimmt,
00:29:35sondern nur so unterbewusst.
00:29:37Aber das ist schon
00:29:37sehr, sehr wichtig,
00:29:39dass da irgendwas passiert,
00:29:40also dass es nicht immer
00:29:40nur auf einer Emotion
00:29:41hängen bleibt.
00:29:42Ja, fair.
00:29:43Der wichtige Punkt,
00:29:44ja.
00:29:45Du darfst gleich wieder,
00:29:46ich bin nur,
00:29:46ich möchte es nur abschließen,
00:29:48weil da darf ich dir,
00:29:49da kann ich dir zustimmen,
00:29:50Nathalie,
00:29:51weil das ist ja genau
00:29:51auch dieses,
00:29:53gerade Bosse besiegen
00:29:53ist ja wieder so eine
00:29:55Wachstumsreise.
00:29:55Ja.
00:29:56Dieses,
00:29:57ich werde auch besser im Spiel
00:29:58und also natürlich jetzt
00:29:59nicht als Person,
00:30:01so wenn ich einen großen,
00:30:02fetten Drachen habe.
00:30:02Doch, doch, ich werde auch
00:30:02besser, wenn ich...
00:30:03Ja, ein besserer Mensch,
00:30:04wenn ich einen fetten Drachen
00:30:05besiegt habe.
00:30:06Aber spielmechanisch auch allein,
00:30:07ich komme besser mit den Waffenklan,
00:30:09mit der Steuerung und so.
00:30:10Also, okay, ja, doch,
00:30:12lasse ich gelten.
00:30:12Die Wellen,
00:30:13die, wie war es,
00:30:14Klumpenwellen-These ist valide.
00:30:17Wasser dicht.
00:30:17Jetzt tut mir leid, Liga.
00:30:18Alles gut, gar kein Problem.
00:30:20Nee, ich hätte da jetzt
00:30:21auch einfach zugestimmt
00:30:23und würde sagen,
00:30:24ich glaube,
00:30:25der wichtige Punkt ist,
00:30:26dass du Zeit hast,
00:30:27den Stress,
00:30:28den du davor entweder
00:30:28emotional oder durchs Kämpfen
00:30:30hattest, mal zu verarbeiten
00:30:31in irgendeiner Form.
00:30:33Also das ist halt,
00:30:34glaube ich, das Wichtige,
00:30:35um dann eben diese
00:30:36Wellenbewegung zu haben,
00:30:37weil du, ja,
00:30:38du hast dich komplett
00:30:38reingesteigert,
00:30:39entweder emotional,
00:30:40weil gerade was Schlimmes
00:30:40passiert ist oder halt auch
00:30:42einfach durch einen Kampf,
00:30:44der sehr aufregend war
00:30:45und sehr schwierig war
00:30:45und dann danach
00:30:46in irgendeiner Form,
00:30:48ob das jetzt am Lagerfeuer ist,
00:30:49wo Menschen Geschichten erzählen
00:30:51oder ob das einfach nur dadurch ist,
00:30:53dass du danach wieder
00:30:54in dieser Welt kurz losreitest
00:30:57und dich in deiner eigenen
00:30:58Geschwindigkeit auch wieder
00:30:59dann auf den Weg machst,
00:31:00die weiter zu erkunden,
00:31:02dass du einfach nur
00:31:03diesen Zeitpunkt hast,
00:31:04um mal kurz zu sagen,
00:31:05okay,
00:31:05was ist gerade passiert?
00:31:07Einfach das kurz einzuordnen
00:31:09und dann davon auch wieder lernst,
00:31:12damit umzugehen
00:31:13und das dann langfristig mitzunehmen
00:31:17für auch das spätere Spiel,
00:31:18um dann da wieder weiterzukommen,
00:31:20dich weiterzuentwickeln.
00:31:21Ich glaube,
00:31:22das ist halt ein ganz,
00:31:22ganz wichtiger Punkt
00:31:23und da lohnen sich halt
00:31:25Dystopien vor allem,
00:31:27um das darzustellen,
00:31:28weil du halt da,
00:31:29da kann halt alles passieren.
00:31:31Die schlimmsten Dinge,
00:31:32die du dir vorstellen kannst,
00:31:34können da passieren
00:31:35und gutes Spieldesign,
00:31:37würde ich dann sagen,
00:31:39hängt dann davon ab,
00:31:40ob dir der Spieler
00:31:41oder beziehungsweise die Entwickler
00:31:43eben diese Ruhe dazwischen geben
00:31:45in irgendeiner Form.
00:31:46Das muss nicht durch,
00:31:47wie gesagt,
00:31:48Lagerfeuer und Musik sein
00:31:49oder schöne Geschichten erzählen.
00:31:50Es kann auch einfach nur dadurch sein,
00:31:53dass du kurz durchatmen darfst
00:31:54nach einem Bosskampf.
00:31:56Warum ist das denn,
00:31:57ich fand das auch witzig,
00:31:59oder ich finde das vor allem
00:32:00auch sehr beschreibend,
00:32:01dass Nathalie vorhin gesagt hat,
00:32:02das ist cozy.
00:32:04Warum ist das denn cozy?
00:32:07Warum ist das irgendwie
00:32:09ein meditativer Moment,
00:32:11den man dann da hat, Julina?
00:32:14Also es ist natürlich einerseits irgendwie,
00:32:18also wenn wir in der Welt leben,
00:32:19in der es wirklich darum geht,
00:32:22einfach zu überleben,
00:32:23also gerade zum Beispiel
00:32:23so ein Elden Ring,
00:32:25was halt sehr extrem ist,
00:32:27sage ich jetzt mal,
00:32:28in seinen Anforderungen
00:32:29auch an den Playerskill,
00:32:32da hast du nicht viel Zeit,
00:32:34über Dinge nachzudenken.
00:32:35Also die Mission ist irgendwie
00:32:36ganz klar,
00:32:37ich habe das vorhin schon
00:32:37so ein bisschen erwähnt,
00:32:38ich habe keine Zeit,
00:32:39mich über die Kassiererin zu ärgern
00:32:41oder sonst was,
00:32:42die da in der Vergangenheit war.
00:32:44Nochmal Entschuldigung
00:32:45an alle Kassierer,
00:32:47ihr macht einen großartigen Job.
00:32:48Ja, ich habe kein Bief mit euch,
00:32:51nur mit dieser einen.
00:32:52Aber nicht nur unser Geld,
00:32:53aber genau.
00:32:56Es ist halt sehr runtergebrochen,
00:33:00es verengt unseren Fokus
00:33:02so ein bisschen auf Dinge,
00:33:04auf unsere Handlungen im Endeffekt.
00:33:07Und das ist so dieser Punkt,
00:33:08der Spiele auch einen Unterschied machen
00:33:11zur Realität.
00:33:12Spiele sind dazu designt,
00:33:13dass wir es irgendwie schaffen,
00:33:15dass sie lösbar sind.
00:33:16Und dadurch kriegen wir halt
00:33:17ein gewisses Selbstwirksamkeitserleben.
00:33:19Und das ist halt in der Realität
00:33:21oft leider nicht so,
00:33:23dass wir von Situationen gestellt werden,
00:33:25die wir nicht unbedingt lösbar finden.
00:33:27Sondern ich hatte das neulich zum Beispiel,
00:33:28ich habe jetzt keine Dystopie,
00:33:30aber in Ghost of Utah bin ich
00:33:32an so einer Kletterpassage,
00:33:33sind wir so ein bisschen länger
00:33:34und ich wusste,
00:33:35es geht da irgendwo weiter.
00:33:36Irgendwo ist der nächste Punkt,
00:33:37wo ich drankomme.
00:33:38Und dann ist mir immer gewusst worden,
00:33:39ja, wenn ich in echt irgendwo
00:33:40klettern gehen würde,
00:33:41ist das nicht so.
00:33:42Da kann ich ja in eine Ecke kommen,
00:33:43wo ich gar nicht weiter klettern kann.
00:33:46Das ist ein bisschen frustrierend,
00:33:48aber das ist auch so ein bisschen
00:33:48so der Punkt.
00:33:50Und dadurch,
00:33:50also diese Coziness
00:33:52kommt vielleicht auch da
00:33:53so einfach so ein bisschen,
00:33:54dass wir wissen,
00:33:54es ist eben dieser sichere Rahmen.
00:33:56Es ist ein Rahmen,
00:33:57in dem ich mich selbst
00:33:59wirksam auch erleben kann,
00:34:00in dem ich Dinge,
00:34:01wenn ich A mache,
00:34:02passiert B
00:34:04und dadurch
00:34:05so einen gewissen Einfluss habe.
00:34:07Es gibt eine Sache,
00:34:08die ich noch kurz erwähnen wollte
00:34:09zum Thema von Nathalie
00:34:11mit der Klumpenwellenthese,
00:34:14mit der Graf Schermannschen
00:34:17Wellenthese,
00:34:18Klumpenwellenthese.
00:34:20Es ist,
00:34:21viele sagen vielleicht,
00:34:22oder es gibt vielleicht auch Leute,
00:34:23die dann sagen,
00:34:24oh ja,
00:34:24aber das macht doch gar keinen Sinn,
00:34:25die leben in so einer furchtbaren Welt.
00:34:27Warum machen die denn so einen Quatsch?
00:34:29So,
00:34:29da habe ich ja auch ganz andere Gedanken.
00:34:31Und nee,
00:34:32genau das ist tatsächlich,
00:34:36ergibt psychologisch irgendwie Sinn auch,
00:34:38weil wir sehen ja auch,
00:34:39wir hatten uns vor kurzem,
00:34:40eine Wirtschaftskrise war ultra stark,
00:34:42große Inflation,
00:34:43und was boomt?
00:34:44La Bubu.
00:34:46Was vollkommen nutzlos ist,
00:34:48was,
00:34:48sorry an alle La Bubu-Fans,
00:34:50aber das ist,
00:34:50das ist ja komplett widersprüchlich.
00:34:52Warum investiert,
00:34:53wenn man eh schon wenig Geld hat,
00:34:54warum investiert man Geld
00:34:55in nutzlose Dinge?
00:34:56Das ist genau dieser Eskapismus,
00:34:58den man selber so ein bisschen,
00:35:00dann braucht,
00:35:00der teilweise auch sehr irrational vielleicht ist.
00:35:05Aber ich finde,
00:35:06in Claire Obscure macht es
00:35:07nicht nur deswegen Sinn,
00:35:08sondern weil diese ganzen kindlichen Elemente,
00:35:11die,
00:35:11oder diese verspielten albernen Elemente,
00:35:14die sind,
00:35:14glaube ich,
00:35:15Verkörperung von einer Persönlichkeit,
00:35:17von einem gewissen,
00:35:19von einer gewissen Person,
00:35:20die halt im Verlauf der Zeit
00:35:22dann verloren gegangen sind
00:35:23oder dahinter zurückgelassen wurde.
00:35:26Und von daher,
00:35:27also es macht komplett Sinn.
00:35:29Und ich finde,
00:35:31das Witzigste ist,
00:35:32oder meine witzigste Erfahrung einfach damit ist,
00:35:36ist Eskie.
00:35:37Eskie einfach,
00:35:38einfach,
00:35:39einfach,
00:35:40da ging mir mein Herz auf.
00:35:41Manchmal fühlt man sich,
00:35:42manchmal fühlt man sich,
00:35:43manchmal fühlt man sich,
00:35:45und es ist halt,
00:35:46es ist halt eine sehr alberne Art und Weise,
00:35:49über so Mental Health zu reden.
00:35:51Aber es ist halt,
00:35:52es holt irgendwie trotzdem ab
00:35:54und es lässt einen so ein bisschen schmunzeln
00:35:55und es dadurch auch,
00:35:57baut natürlich wieder durch diesen Humor
00:35:58eine gewisse Distanz auf dazu,
00:36:00dass es eben einem oft irgendwie manchmal auch nicht gut geht.
00:36:02und offeriert damit auch so eine gewisse Umgangsweise.
00:36:07Man kann sagen,
00:36:08mir geht es auch nicht gut,
00:36:09mir geht es ein bisschen wuh
00:36:10und ein bisschen online ist wieder wuh.
00:36:13Aber es ist halt,
00:36:15ich finde,
00:36:16es macht schon einfach Sinn.
00:36:18Und weil eben diese Spiele die Möglichkeit geben,
00:36:23damit umzugehen,
00:36:24damit mit schwierigen Themen auch,
00:36:26und weil es sich alles irgendwie kontrollierbar und sicher anfühlt,
00:36:28kann es auch cozy sein.
00:36:30Also ich habe auch das,
00:36:32mir geht es zumindest so,
00:36:33auch im echten Leben,
00:36:34wenn ich emotional gerade was sehr Schlimmes durchgemacht habe,
00:36:40dann ist es danach umso wichtiger,
00:36:42einen lustigen Moment zu haben,
00:36:45einen vielleicht auch dummen Moment.
00:36:47Also wir haben das bei uns erst vor kurzem,
00:36:51ehrlicherweise auch im Freundeskreis durchlebt gehabt,
00:36:53wo wir dann gesagt haben,
00:36:54okay, wir treffen uns jetzt nach dem,
00:36:56was Schlimmes passiert ist, gemeinsam.
00:36:57Und wir dachten,
00:36:59okay, wir werden da zusammensitzen und weinen.
00:37:01Wir werden wahrscheinlich einfach zusammensitzen und weinen.
00:37:03Am Ende saßen wir zusammen
00:37:05und haben Musik gemacht
00:37:07und gelacht und Geschichten erzählt.
00:37:09Und das war in dem Moment genau das Richtige.
00:37:12Auch wenn man eigentlich so im Kopf hatte,
00:37:14okay, nein, das muss jetzt,
00:37:15wir müssen jetzt trauern.
00:37:17Aber das war auch eine Form,
00:37:19damit umzugehen.
00:37:21Und ich finde,
00:37:21das macht Claire Obscure unglaublich gut.
00:37:25Ich habe das Spiel jetzt auch erst vor kurzem gespielt
00:37:28und ich war so,
00:37:30oh mein Gott,
00:37:30das ist eins zu eins das,
00:37:31was ich gerade in der Realität erlebe.
00:37:34Das ist genau das,
00:37:35wie ich mit genau diesen Gefühlen umgehe.
00:37:38Und ich verstehe auch,
00:37:40dass es ja auch was,
00:37:42dass jeder geht mit solchen Gefühlen auch anders um.
00:37:44Deswegen verstehe ich auch,
00:37:45dass zum Beispiel für einen Micha das vielleicht zu viel war,
00:37:49weil das halt nicht seine Art ist,
00:37:51in solchen Situationen damit umzugehen.
00:37:52Während andere gesagt haben,
00:37:54okay, nein, das ist genau das Richtige jetzt,
00:37:56dass da ein Casino gebaut wird.
00:37:57Ich möchte jetzt hier ein Casino.
00:38:01Aber ich finde,
00:38:02das ist auch die Stärke von Claire Obscure,
00:38:04weil es ja,
00:38:04also es ist sehr selbstreferenziell,
00:38:06was das angeht,
00:38:07weil wenn man sich die erste halbe Stunde anschaut,
00:38:10man hat eigentlich noch keinerlei Bindung zu den Charakteren.
00:38:13Man hat überhaupt noch keine Ahnung,
00:38:15was diese Welt macht.
00:38:18Ich kann bis heute niemanden dabei zuschauen,
00:38:21wie diese Introsequenzspiel,
00:38:23weil ich einfach,
00:38:23ist plötzlich alles ganz unscharf, das Bild.
00:38:25Also es liegt bestimmt an der Technik,
00:38:27nicht an mir.
00:38:28Aber was das Spiel ja macht,
00:38:30es präsentiert dir direkt diese Gommage,
00:38:32also dieser Moment,
00:38:33wo alle über 33 in dem Fall
00:38:36sich in Luft auflösen,
00:38:38als ein Fest.
00:38:39Es ist etwas Schönes.
00:38:40Die Leute bereiten sich darauf vor,
00:38:41mit Blumenketten und mit dekorierten Straßen und so.
00:38:45Und man denkt,
00:38:45oh cool,
00:38:45bin ich jetzt auf einer Feier,
00:38:47wie cool.
00:38:47So ist es für mich,
00:38:49dass ich hier neu bin,
00:38:49cool, hallo.
00:38:50Und dann bekommst du eine Person,
00:38:52den Hauptcharakter,
00:38:54und der bekommt nochmal wiederum
00:38:55eine andere Person
00:38:57neben sich gestellt.
00:38:58Und wir wissen,
00:38:59okay,
00:39:00das ist irgendwie die Liebe seines Lebens
00:39:01und er bereut da irgendwie was in der Vergangenheit,
00:39:04dass es nicht geklappt hat.
00:39:05Und dann plötzlich passiert das Allerschlimmste
00:39:07und du bist so,
00:39:09ha?
00:39:10Und das Ding ist,
00:39:11obwohl du die Charaktere noch nicht kennst,
00:39:13dieser ganze Aufbau,
00:39:15dieser ganze,
00:39:16alles,
00:39:16was da hinführt,
00:39:17die Kinder,
00:39:18die du da siehst,
00:39:19ich glaube,
00:39:20Lea,
00:39:20du hast es ja am Anfang schon erwähnt,
00:39:22dass da irgendwie Waisen überall rumlaufen,
00:39:24oder Jolina,
00:39:24ich weiß es nicht mehr,
00:39:26dass halt,
00:39:26du merkst,
00:39:27okay,
00:39:27irgendwas ist hier ganz,
00:39:29ganz,
00:39:29ganz komisch
00:39:30und du wirst derart
00:39:31vom Spiel mitgerissen,
00:39:33weil das dir schon so
00:39:35sehr menschliche einfach Elemente präsentiert
00:39:37und Menschlichkeit,
00:39:38die klebt ja dann direkt an dir.
00:39:40Also du kennst vielleicht die Welt nicht,
00:39:42aber du kannst halt diese Emotionen nachfühlen
00:39:44und ich finde,
00:39:45Claire Obscure macht das einfach super,
00:39:47super stark.
00:39:47Ich lobe auch jedes Mal,
00:39:48wenn ich die Gelegenheit bekomme,
00:39:49die Dialoge in Claire Obscure,
00:39:51weil ich finde,
00:39:52sie fühlen sich so natürlich an.
00:39:54Also da wartet niemand,
00:39:56okay,
00:39:56bist du jetzt fertig?
00:39:57Okay,
00:39:58jetzt habe ich plötzlich einen emotionalen Ausbruch,
00:40:00sondern die fallen sich ins Wort,
00:40:01die sind wütend,
00:40:02die sind traurig,
00:40:03die lassen alles raus
00:40:04und das kommt halt total bei mir an.
00:40:07Also ich,
00:40:07ich habe wirklich das Gefühl,
00:40:09Gott,
00:40:10das sind wahre Menschen,
00:40:11ich muss die irgendwie da rausholen
00:40:12aus diesem Bildschirm.
00:40:13Es ist wirklich,
00:40:14wirklich genial,
00:40:14wie Claire Obscure es schafft.
00:40:16Ja,
00:40:16dieser Anfang ist tatsächlich brillant.
00:40:18Ja.
00:40:19Dass sie,
00:40:19dass sie aus,
00:40:20es ist ja eigentlich eine große Beerdigungsfeier.
00:40:23Das ist ja dieses,
00:40:26diese Heiterkeit nach einem Trauerfall ist ja,
00:40:28daher kommt ja der Leichenschmaus.
00:40:29Man sitzt halt danach nicht zusammen
00:40:30und ist einfach gemeinsam traurig,
00:40:32sondern man gönnt sich dann irgendwie
00:40:34fünf Hühner oder was auch immer.
00:40:36Und in dieser Welt,
00:40:38wo der Tod halt auch,
00:40:39da kann man die Uhr ja danach stellen.
00:40:41Es gibt ja einen Charakter,
00:40:42der von einem Tod erzählt,
00:40:43der nicht mit dieser Gommage zusammenhängt,
00:40:45der,
00:40:46aber dann umso intensiver war halt für diese Figur,
00:40:48weil sie dachte,
00:40:49okay,
00:40:49niemand stirbt ja in dieser Welt von Claire Obscure
00:40:50nur noch halt einmal im Jahr,
00:40:52weil die Painteress oder die,
00:40:54wir hatten jetzt einen deutschen Namen,
00:40:55eigentlich Malerin,
00:40:56Kassiererin,
00:40:57die Kassiererin der Seelen,
00:40:59Teil zwei,
00:41:01weil die halt diese Zahl da malt
00:41:02und dann sterben halt alle.
00:41:04Aber wenn dann was anderes passiert
00:41:05und es kann es ja trotzdem,
00:41:07dass man im Kampf stirbt,
00:41:08durch einen Unfall in dem Fall stirbt,
00:41:10ist es halt dann umso krasser,
00:41:12weil auf dieses einmal im Jahr sterben
00:41:13kann man sich vorbereiten.
00:41:15Deswegen machen sie ja diese Abschiedsfeier,
00:41:16die dann auch wieder genial durchsetzt ist,
00:41:18am Anfang mit heiteren Szenen,
00:41:20wie diesem Typen,
00:41:21der sich in der Mülltonne versteckt
00:41:22und den du finden kannst
00:41:23oder dass du dir von so einem Pantomime
00:41:25auch die Fresse geben lassen kannst,
00:41:26einfach mit Gustav.
00:41:27Und gleichzeitig hast du halt diese Melancholie,
00:41:29die da drunter liegt
00:41:30und die ganze Zeit weißt,
00:41:31also selbst wenn man die Story noch nicht kennt,
00:41:33in unserem Fall ja immer ein bisschen blöd,
00:41:35weil wir werden halt vorher schon gespoilert,
00:41:36weil wir uns halt mit den Spielen beschäftigen müssen,
00:41:39beruflich.
00:41:41Aber selbst wenn du das nicht weißt,
00:41:43Gustav ist ja von Anfang an
00:41:44schon so melancholisch drauf.
00:41:46Du weißt, wie du sagst,
00:41:47Nathalie, es kommt was Schlimmes
00:41:48und es ist ein Abschied
00:41:49und auch ein Anfang irgendwo,
00:41:52dann wieder dieses Hoffnungsthema.
00:41:54Also diese ganze erste Stunde
00:41:55ist halt genial.
00:41:57Und was dann passiert,
00:41:58ist auch genial,
00:41:59aber das gibt dir das,
00:42:01da wird der Klumpen dann dreimal so groß,
00:42:03was dann nach diesem Anfang kommt.
00:42:05Ja, du denkst,
00:42:05das ist schlimmer geht es nicht mehr,
00:42:06aber doch, doch.
00:42:07Ja, und Gustav,
00:42:09also es gibt ja eine Szene,
00:42:10auch die möchte ich nicht spoilern,
00:42:11aber da denkt es auch die Figur im Spiel,
00:42:13die du steuerst,
00:42:15bis kurz vor dem letzten Moment
00:42:17oder der letzten Konsequenz,
00:42:19die das dann hat,
00:42:20die Hoffnung zu verlieren
00:42:21in diesem Moment.
00:42:22Und dann wird dir gezeigt,
00:42:24im allerletzten Moment,
00:42:26es geht weiter.
00:42:27Es ist ja auch,
00:42:27also ich könnte ewig darüber reden,
00:42:29aber das ist ja auch das Motto
00:42:30dieses Spiels,
00:42:31wenn sie immer sagen,
00:42:32morgen kommt,
00:42:33tomorrow comes.
00:42:34Es wird ein Morgen geben.
00:42:35Wir machen das
00:42:36for those who come after.
00:42:37Für die, die nach uns kommen,
00:42:39für die nächsten Expeditionen,
00:42:41legen wir quasi den Weg,
00:42:43der dann auch für dich schon gelegt ist,
00:42:45durch die, die vor dich kamen,
00:42:46vor dir, vor dir kamen,
00:42:48die dann da irgendwie Kletterhaken
00:42:49in die Wände gehauen haben
00:42:50und sowas.
00:42:51Also immer dieses,
00:42:52es geht weiter,
00:42:53obwohl es irgendwie dem Ende entgegen geht,
00:42:55weil die Zahlen immer niedriger sind.
00:42:57Also da kriege ich Gänsehaut,
00:42:59wenn ich darüber nachdenke.
00:43:01Ich hatte tatsächlich mal auch
00:43:02einen ganz interessanten Talk dazu,
00:43:05inwiefern Claire Obscure auch für uns
00:43:07aktuell, sage ich jetzt mal,
00:43:09oder wo da die Referenzen sind
00:43:10zu unserer aktuellen Situation.
00:43:13Es ist dieses for those who come after
00:43:15und dieser Gedanke,
00:43:18wir machen das für unsere
00:43:19nachkommenden Generationen,
00:43:20ist ja etwas,
00:43:21was, ich sage mal jetzt,
00:43:22heutzutage tendenziell wieder
00:43:25ein bisschen weniger,
00:43:26also sehr relevant,
00:43:27aber weniger beherzigt wird vielleicht.
00:43:30Und ich fand es halt,
00:43:31ich finde es halt so interessant,
00:43:32weil im Prinzip in Claire Obscure
00:43:35oder am Anfang der Szene,
00:43:37oder am Anfang,
00:43:37den wir gelebt bekommen,
00:43:39da spielt sich so eine gewisse Akzeptanz mit,
00:43:41mit, sage ich jetzt mal,
00:43:42dieser ganzen Welt
00:43:43und diesem Schicksal wieder.
00:43:45Ja, wir gehen alle,
00:43:46wir werden alle untergehen.
00:43:47So, es ist okay.
00:43:48Wir feiern das jetzt einmal im Jahr
00:43:49und dann so und dann gehen alle unter.
00:43:51Und es gibt aber quasi Leute,
00:43:54die genau dieses Schicksal
00:43:55nicht akzeptieren.
00:43:57die, wo, wo dann eben
00:43:59noch eine gewisse Hoffnung ist,
00:44:00nein, wir wollen dieses Schicksal
00:44:01nicht akzeptieren,
00:44:01wir wollen das umwenden,
00:44:02die dann eben auf die Expedition gehen,
00:44:04um dieses, um das zu verändern.
00:44:07Und das finde ich halt ganz interessant,
00:44:08weil es, oder was,
00:44:10auch so ein bisschen zurück zum Anfang kommt,
00:44:12in der Dystopie ist es ja oft so,
00:44:13es gibt eine große Mehrheit,
00:44:15die quasi dieses dysfunktionale System
00:44:18akzeptiert,
00:44:18die das mitträgt,
00:44:19die einfach da so,
00:44:20das so fortsetzt.
00:44:21Und dann gibt es aber quasi
00:44:22unsere Protagonisten,
00:44:23die eben genau gegen dieses System
00:44:25rebellieren und sagen,
00:44:26nee, kann nicht sein,
00:44:27dass das jetzt ja der Status quo ist,
00:44:29wir gehen jetzt auf Expedition
00:44:31und versuchen das irgendwie umzureißen
00:44:35for those who come after.
00:44:36Und ich glaube,
00:44:37das ist so,
00:44:37dieser revolutionäre Spirit,
00:44:39das ist auch so ein bisschen was,
00:44:40weshalb Dystopien gerade
00:44:42in so schwierigen Zeiten
00:44:45so gut ankommen,
00:44:46weil genau das ist,
00:44:47was wir brauchen.
00:44:48Wir brauchen revolutionären Spirit.
00:44:49Wir müssen uns eigentlich gegen das System,
00:44:51was uns langsam in den Abgrund führt,
00:44:57aufbegehren.
00:44:58Wir müssen irgendwie versuchen,
00:44:59es anders zu machen
00:45:00und die Generation nach uns zu schützen,
00:45:04welche Art und Weise auch immer.
00:45:06Wobei ich das interessant finde,
00:45:08sorry, Micha,
00:45:09wie diese Revolution,
00:45:11die da in Claire Obscure stattfindet,
00:45:13das Spannende davon ist,
00:45:14an den Helden ist ja,
00:45:16dass die ja quasi mit der Gommage
00:45:19auch eine Art eigene Beerdigung feiern,
00:45:21weil die, die auf Expeditionen gehen,
00:45:23sind ja quasi die Nächsten,
00:45:25die dann dran wären,
00:45:26also in einem Jahr.
00:45:27Das heißt, sie wissen,
00:45:28okay, ich habe jetzt nur noch ein Jahr
00:45:30und jetzt probiere ich halt
00:45:32noch was zu reißen sozusagen.
00:45:34Also es ist ja auch schon irgendwie,
00:45:38Mael ist ja, glaube ich,
00:45:39eine der wenigen,
00:45:41die halt vor ihrer Zeit überhaupt
00:45:43auf so eine Expedition aufbricht,
00:45:45die ist ja, glaube ich, 17 erst
00:45:46und hätte eigentlich noch ein paar Jährchen.
00:45:49Aber dieser Gedanke finde ich auch,
00:45:51ist super spannend,
00:45:52weil es ist halt nicht nur dieses,
00:45:54ich rebelliere jetzt,
00:45:56weil ich überzeugt bin,
00:45:57dass ich was ändern muss,
00:45:58sondern es ist halt, okay,
00:46:00jetzt bin ich halt auch schon
00:46:01am Ende von meinem Leben quasi angekommen
00:46:03und das ist jetzt nur noch
00:46:04so ein letzter Stich,
00:46:05nur noch so ein letzter Versuch,
00:46:07irgendwas rumzureißen
00:46:08und vielleicht doch noch
00:46:09die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
00:46:11Aber dass sie halt nicht davor gehen,
00:46:13das ist schon so,
00:46:14finde ich,
00:46:15ein sehr interessantes,
00:46:15sehr einzigartiges System.
00:46:17Ja, außer Mael.
00:46:19Außer Mael, genau.
00:46:20Die ist quasi die Verkörperung
00:46:21der Rebellion in dem Moment.
00:46:23Und es ist ja irrational.
00:46:25Also auch das nur in alle,
00:46:27und das finde ich super spannend,
00:46:28habe ich nie so gesehen,
00:46:29aber ihr habt völlig recht,
00:46:30diese gerade dystopische,
00:46:32postapokalyptische Welten
00:46:33sind ja,
00:46:34es ist immer irrational,
00:46:36dass du da reingehst und sagst,
00:46:38und ich dreh's jetzt.
00:46:40Du kommst in Elden Ring,
00:46:41in eine Welt,
00:46:42die einfach völlig im Arsch ist,
00:46:46wo halt seit,
00:46:47also ich kenne jetzt die Lore nicht so genau,
00:46:48korrigiert mich da in den Kommentaren,
00:46:49aber wo seit Dekaden
00:46:50diese Welt verfällt,
00:46:52alle,
00:46:53die jemals Glanz und Glorie hatten,
00:46:55sind tot
00:46:56oder irgendwie verzerrt
00:46:58oder dem Wahnsinn anheimgefallen.
00:47:00Es ist,
00:47:00die ganze Landstriche werden irgendwie
00:47:02von so Wucherungen und Pilzen zerlegt.
00:47:05Also du triffst überall auf Tod
00:47:06und du kannst doch dann nicht reingehen,
00:47:08tut man in Elden Ring in der Form jetzt auch nicht,
00:47:10aber dann reingehen und sagen,
00:47:12und jetzt wird alles anders.
00:47:14In Elden Ring ist es jetzt nicht ganz der Spirit,
00:47:16mit dem man reingeht,
00:47:16sondern eher so dieses,
00:47:17okay, mal gucken,
00:47:18wie weit ich komme,
00:47:18bevor ich halt mal wieder sterbe oder so.
00:47:20Das ist zum Baumwächter.
00:47:21Ja, genau.
00:47:23Zehn Meter.
00:47:24Hey, da drüben reitet so ein goldener Ritter.
00:47:26Wie schwer kann der schon sein?
00:47:28You died.
00:47:29Genau.
00:47:31Aber ja,
00:47:31tatsächlich aufzubrechen,
00:47:32um zu gucken,
00:47:33okay, kann ich irgendwie den,
00:47:34auch da den Elden Ring wieder zusammenfügen
00:47:36oder diesen Baum wieder seine alte,
00:47:38seinen alten Glanz verleihen oder sowas.
00:47:40Und in Klebskür ist es ja das hoch 10,
00:47:43weil 67 Expeditionen vor dir sind gescheitert.
00:47:48Was kann dir denn rational das Gefühl geben
00:47:51oder nicht das Gefühl,
00:47:52Gefühl ist ja gerade das,
00:47:53was irrational ist.
00:47:54Was kann dir denn rational einen Grund dafür geben,
00:47:56zu sagen,
00:47:57und ich schaffe es jetzt in der 33.
00:48:00Alleine die Erhabenheit des Problems,
00:48:02vor dem du ja stehst.
00:48:03Du hast am Horizont diesen Monolithen,
00:48:05auf dem eine Zahl gemalt wird,
00:48:06von einer Paintress.
00:48:07Und man kann ja mal drüber nachdenken,
00:48:09die ist ja super weit weg
00:48:10und trotzdem mit dem Auge zu sehen.
00:48:12Wie groß ist die denn?
00:48:14Also welche Chance haben denn dann
00:48:15irgendwie zehn Menschkes,
00:48:16die dann mit dem Schiffchen losfahren
00:48:17gegen so ein riesenhaftes Wesen,
00:48:20was da diese Zahl auf den Monolithen kritzelt?
00:48:25Und dieses Prinzip Hoffnung,
00:48:26was dann halt aber damit schwingt,
00:48:28ist eben genau dieses Irrationale,
00:48:30aber wir schaffen es doch.
00:48:33Wir glauben,
00:48:34sowas Religiöses fast schon,
00:48:35wir glauben daran,
00:48:37eine Chance zu haben,
00:48:40auch wenn vor uns,
00:48:42weiß ich nicht,
00:48:43nach der Anzahl von Leichen in der Welt,
00:48:44Millionen,
00:48:45also halt Millionen gescheitert sind,
00:48:49aber wir glauben daran,
00:48:50dass wir es schaffen können.
00:48:52Das ist super stark,
00:48:54aber wenn man zu lange drüber nachdenkt,
00:48:55ist es auch wahnsinnig deprimierend eigentlich.
00:48:57Ja, da gibt es.
00:48:58Ja, sorry.
00:48:58Nee, Nathalie, mach gerne.
00:49:00Ich wollte nur sagen,
00:49:01es gibt ja auch Spiele,
00:49:03die da in einem starken Kontrast dazu stehen,
00:49:05weil du halt keinen Helden spielst,
00:49:06sowas wie Papers, Please oder The Beholder,
00:49:10wo du Teil von diesem korrupten,
00:49:12von diesem furchtbaren System bist
00:49:14und dann bist du bei Papers, Please zum Beispiel
00:49:16einfach so ein Angestellter an der Grenze
00:49:18und du hast halt den Job,
00:49:20dir die Dokumente von den Leuten anzugucken,
00:49:22die da jetzt reinkommen ins Land
00:49:23und du entscheidest,
00:49:24ob die reinkommen oder halt nicht.
00:49:26Und das Spannende an diesen Spielen,
00:49:28finde ich, ist,
00:49:28das ist so unglaublich realistisch,
00:49:31weil wenn ich in der Dystopie landen würde,
00:49:33ich wäre nicht der Held.
00:49:35Ich wäre garantiert nicht derjenige,
00:49:36der sagen würde,
00:49:36ich richte das jetzt wieder,
00:49:38sondern ich wäre halt der,
00:49:39der zur Arbeit gehen würde,
00:49:41der sich da um 9 Uhr einchecken würde
00:49:43und dann halt den Job macht.
00:49:45Und das Spannende ist ja,
00:49:46du kannst entscheiden,
00:49:47du kannst trotzdem entscheiden,
00:49:48okay, du bekommst Sachen mit,
00:49:50okay, da ist irgendwie eine Rebellion,
00:49:51die gerade vor sich geht.
00:49:53Will ich die unterstützen
00:49:54oder will ich die quasi anzeigen,
00:49:57dass da Konsequenzen folgen,
00:49:59dass das eben die Rebellion irgendwie
00:50:01untermauert wird
00:50:02und dass das halt nicht mehr passiert.
00:50:04Und dann hast du halt einfach
00:50:05diese moralischen Konsequenzen auch,
00:50:09die du dann kriegst,
00:50:10weil wenn du weißt,
00:50:10okay, du hast da jetzt irgendwie
00:50:12einer Familie geholfen,
00:50:14reinzukommen,
00:50:15obwohl die illegal sind
00:50:16und dann kriegst du mit,
00:50:17okay, jetzt wurden die aber
00:50:18trotzdem gefunden
00:50:19und irgendwie alle Kinder erschossen
00:50:21oder so.
00:50:21Das macht halt auch was mit dir.
00:50:23Du bist dann Teil von dieser Welt.
00:50:25Du weißt, okay,
00:50:26es wird sich wahrscheinlich
00:50:27absolut nichts ändern,
00:50:28egal, was ich hier entscheide.
00:50:29Aber trotzdem,
00:50:30diese kleinen Erfolge,
00:50:31wenn du sie denn mal hast,
00:50:32die tun was mit dir.
00:50:34Also die machen,
00:50:34die machen da so, so viel aus
00:50:36und im Umkehrschluss
00:50:37auch das schlechte Gewissen,
00:50:38das du dann hast,
00:50:39wenn du einfach dem Regime folgst
00:50:41und dich halt den Regeln beugst.
00:50:43Ich finde,
00:50:43diese Spiele sind auch super spannend.
00:50:46Meistens eher im Indie-Bereich angesiedelt,
00:50:48aber ich finde,
00:50:49die werfen auch sehr,
00:50:49sehr interessante einfach
00:50:51Szenarien auf,
00:50:52die für mich tatsächlich
00:50:53auch viel realistischer erscheinen
00:50:55als jetzt irgendwie
00:50:56eine Dystopie,
00:50:57wo man halt einen Helden hat,
00:50:59der vielleicht wirklich
00:50:59irgendwas verändern könnte,
00:51:01weil es einfach viel,
00:51:02viel näher an der
00:51:04potenziellen Realität
00:51:06stattfindet.
00:51:07Ja, oder nimm sowas wie
00:51:08Through the Darkest of Times.
00:51:09Ja, zum Beispiel.
00:51:10Wo man den Widerstand
00:51:11gegen das Nazi-Regime spielt.
00:51:12Das ist ja wirklich passiert.
00:51:14Und auch da ist die Hoffnung
00:51:17eigentlich der Kern des Gedankens,
00:51:19wenn du gegen so ein riesiges
00:51:20repressives Regime kämpfst,
00:51:22wo du weißt,
00:51:22okay, das ist ja quasi
00:51:24als Einzelperson
00:51:25oder als kleine Gruppe
00:51:25unmöglich
00:51:26und trotzdem machst du es
00:51:28und schaust,
00:51:29wie viel du immerhin Gutes
00:51:30tun kannst.
00:51:31Weil komplett
00:51:32wirst du es wahrscheinlich
00:51:33nicht beenden können,
00:51:34aber zumindest...
00:51:36Aber diese kleinen Schritte
00:51:37machen es auch schon.
00:51:37Genau, kleine Schritte
00:51:38in deinen Fähigkeiten,
00:51:39das tun, was du kannst.
00:51:40Ja, es ist wahnsinnig mächtig.
00:51:42Also ich finde das mega
00:51:43interessant, da auch einfach
00:51:44zu schauen, eben wo man
00:51:45selber steht, welche
00:51:46Entscheidungen würde man
00:51:47treffen, welche Konsequenzen
00:51:49haben diese Entscheidungen.
00:51:50Ich finde, eine Mael ist
00:51:52halt in Cleopscure
00:51:54das, was man eigentlich
00:51:55in vielen, auch in
00:51:57einer Tribute von Panem,
00:51:58in vielen Büchern findet.
00:51:59Du hast diesen
00:52:00jugendlichen Charakter,
00:52:01der von vielen eher
00:52:02belächelt wird, so von
00:52:04wegen, ja okay, sie ist
00:52:05halt, sie weiß es halt nicht
00:52:06besser so ungefähr, dass sie
00:52:07da jetzt hier noch so
00:52:09positiv versucht,
00:52:11da ranzugehen und die
00:52:11Welt zu verbessern.
00:52:12Ja, ist klar, Kind.
00:52:14Hier, verbesser mal die
00:52:15Welt.
00:52:16Komm erst mal in unser
00:52:17Alter.
00:52:20Aber genau diese Charaktere
00:52:22sind es ja dann auch immer
00:52:23und immer wieder in
00:52:24Geschichten, auch in der
00:52:26echten Geschichte,
00:52:27ehrlicherweise, die dann
00:52:28eben den Unterschied
00:52:29machen können, weil sie
00:52:31eben aufzeigen, hey, es
00:52:32lohnt sich, die Hoffnung
00:52:34zu behalten.
00:52:35Es lohnt sich, auch wenn es
00:52:38aussichtslos scheint, auch
00:52:39wenn eben 67 Expeditionen
00:52:41davor gescheitert sind, die
00:52:43in die nächste Expedition
00:52:45zu starten.
00:52:46Das ist, und ich liebe diese
00:52:48Charaktere, Mael ist auch
00:52:49mit Abstand mein Lieblings
00:52:51Charakter in dieser
00:52:53Geschichte, weil diese
00:52:54Charaktere halt diesen
00:52:55Hoffnungsschimmer hoch
00:52:56halten und ja, so abstrakt
00:52:58und so absurd er auch
00:52:59scheinen mag, am Ende
00:53:02oftmals, zumindest in diesen
00:53:03Welten, ja,
00:53:05es schaffen, das ein
00:53:07bisschen zu verbessern und
00:53:08ich finde, ich finde das
00:53:09sehr sympathisch, aber es
00:53:12ist bei Mael natürlich auch
00:53:13nochmal, oder bei Claire
00:53:14Obscure auch nochmal ein
00:53:15bisschen was anderes
00:53:16allgemein, wie man mit
00:53:18solchen Themen umgeht.
00:53:19Jetzt gehen wir mal wieder
00:53:21zurück zum Look, das
00:53:22hatte Micha vorhin schon
00:53:24gesagt, wie wichtig es ist,
00:53:26welche Rolle Ästhetik
00:53:27spielt in solchen Welten, in
00:53:30Dystopien.
00:53:30Warum fasziniert uns denn so
00:53:35Ruinenromantik?
00:53:36Warum fasziniert es uns, kaputte
00:53:38Welten zu erforschen und dann,
00:53:40weil zumindest meine Theorie
00:53:42dahinter wäre, es ist halt
00:53:44spannend, Ruinen zu erforschen
00:53:47und zu verstehen, was davor
00:53:48passiert ist, wenn dann da
00:53:50Skelette rumliegen, dass es
00:53:51Fallout ist.
00:53:52Da ist eines meiner liebsten
00:53:53Beispiele, wenn du in so ein
00:53:55Wort gehst und in diesem Wort, da
00:53:57muss nicht mal mehr was
00:53:58Lebendiges sein, aber allein die
00:54:00Geschichten zu erleben,
00:54:01irgendwelche Briefe zu finden,
00:54:03sich in den Computer einzuloggen
00:54:05und dann dadurch, dass sich
00:54:07dadurch dann so Stück für
00:54:09Stück eine Geschichte
00:54:10zusammenbaut, die du nicht mal
00:54:11mehr, also die muss nicht vor
00:54:12dir abgespielt werden, aber du
00:54:13bist trotzdem Teil davon und du
00:54:14kannst trotzdem dafür Gefühle
00:54:16entwickeln.
00:54:17Warum ist das so, Jolina?
00:54:20Ja, also ich denke, deine
00:54:23Vermutung geht da so ganz in die
00:54:25richtige Richtung.
00:54:26Also es geht, für uns ist es eine
00:54:28Möglichkeit, mit der Welt zu
00:54:29interagieren und vor allem
00:54:30Orientierung zu bekommen.
00:54:31Also wenn wir auf der
00:54:32psychologischen Ebene sprechen,
00:54:34wäre das quasi das
00:54:36Orientierungsbedürfnis, was da
00:54:37angesprochen wird.
00:54:37Das heißt, wir können verstehen
00:54:39die Welt mehr, wir können
00:54:40nachvollziehen, warum ist was
00:54:41passiert, wir können uns
00:54:43freier bewegen, weil wir
00:54:45verstehen, was zu erwarten ist,
00:54:47dadurch, dass wir halt
00:54:47Informationen irgendwie
00:54:48bekommen.
00:54:50Von daher ist diese Ruinen
00:54:52nachforschen oder wie zum Beispiel
00:54:53bei den Walls, das ergibt uns
00:54:56einfach oder gibt uns mehr
00:54:58Überblick, mehr Inhalt über die
00:55:00Welt, wir verstehen besser,
00:55:02können Dinge besser herleiten
00:55:03und ja, vielleicht auch so ein
00:55:05bisschen zu verstehen, so
00:55:07okay, warum, ja warum, warum ist
00:55:08es schief gelaufen oder was ist
00:55:09da irgendwie die Gefahr, was kann
00:55:11ich noch erwarten?
00:55:13Ich finde es aber bei Claire Obscure
00:55:16auch noch so ein bisschen
00:55:17interessant, weil dieses, also oder
00:55:19der Reiz, wenn wir von Ästhetik
00:55:21zum Beispiel sprechen, von Claire
00:55:23Obscure war ja eben, dass es eben
00:55:25nicht Postapokalypse ist, sondern
00:55:27es, also in gewissem Maße, sondern
00:55:28es ist irgendwie diese Belle Epoque
00:55:30und es ist was, was glaube ich für
00:55:32das Genre sehr innovativ ist, wo
00:55:34wir sagen, okay, da habe ich mich
00:55:36vorher noch nie mit beschäftigt,
00:55:37sieht aber irgendwie cool aus, ist
00:55:38interessant, ich mag plötzlich
00:55:41Baguettes und diese Baskenmütze
00:55:44und so weiter, aber es ist halt,
00:55:50was ich darüber hinaus noch
00:55:51interessant finde bei Claire Obscure
00:55:54abgesehen von der Ästhetik, aber im
00:55:56Vergleich auch zu anderen
00:55:57dystopischen Sachen, ist tatsächlich
00:55:59der Punkt, auf was quasi der Fokus
00:56:02liegt, der Dystopie und wir haben bei
00:56:05sowas wie Fallout, haben wir halt
00:56:07sehr viel Dystopie, ich sag mal
00:56:09kapitalistischen, gesellschaftlichen
00:56:10Sinne oder Natur auch, alles
00:56:13verwüstet und bei Claire Obscure habe
00:56:16ich das Gefühl, der Fokus liegt mehr
00:56:18auf dem Thema Beziehung und
00:56:19menschlicher Interaktion und das
00:56:22quasi dystopisch so ein bisschen
00:56:24aufzuarbeiten, wie interagieren
00:56:25Menschen miteinander in sehr
00:56:28extremen Settings, bei Fallout ist
00:56:32es halt immer so ein bisschen
00:56:33drüber, so sage ich jetzt mal, das ist
00:56:34alles ein bisschen, ja, ein bisschen
00:56:37ballerballer, muss man schon sagen,
00:56:39so natürlich gibt es auch
00:56:39menschliche Interaktionen, aber ich
00:56:41habe das Gefühl, das ist wirklich so,
00:56:43bei Claire Obscure geht es weniger
00:56:44um so wirtschaftlich-kapitalistische
00:56:46Dinge, es geht wirklich komplett tief
00:56:48in menschliche Psyche, Interaktion,
00:56:51soziale Themen und das ist, glaube
00:56:53ich, auch was, was sehr, sehr
00:56:54innovativ war bei Claire Obscure und
00:56:57wo vielleicht dann auch über
00:56:59Interaktion mit den Ruinen man noch
00:57:01mehr quasi wissen wollte oder
00:57:03erfahren wollte über die Menschen, die
00:57:05da gelebt haben.
00:57:06Das zieht sich ja wirklich komplett
00:57:07durch das gesamte Spiel, also das
00:57:09Spiel heißt Claire Obscure und ich bin
00:57:10jetzt kein Kunstprofi oder so, aber
00:57:12das bezeichnet ja das Zusammenspiel
00:57:15von Licht und Schatten und es ist
00:57:17wirklich egal, was du dir anschaust,
00:57:19die Welt, die Charaktere, die Story,
00:57:21die Bösewichte, alles, nichts davon ist
00:57:24einfach nur schwarz oder weiß.
00:57:26Es ist immer eine Mischung davon,
00:57:28immer ein Zusammenspiel davon.
00:57:29Kommt auch oft auf die Perspektive an,
00:57:32also auch der Spiele, wie er das
00:57:34einordnet und auch einfach diese
00:57:37bildliche Sprache, die du da hast,
00:57:39diese wunderschönen Landschaften,
00:57:41die teilweise auch wie so
00:57:44Kinderzeichnungen oder sowas aussehen.
00:57:46Jetzt gab es ja noch nicht allzu
00:57:48lange her ein neues Update, wo es auch
00:57:49nochmal eine komplett Süßigkeitenwelt
00:57:52quasi gibt, wo du dir denkst, wie
00:57:54passt das denn jetzt in eine Dystopie?
00:57:55Aber es passt halt rein, weil auch das,
00:57:58es ist halt eine wunderschöne
00:57:59Szenerie und die präsentiert sich
00:58:03quasi als Bühne auf der grausamste
00:58:05Dinge passieren.
00:58:06Also es ist so ein Kontrast, der uns
00:58:07dann halt auch schockiert dadurch,
00:58:09weil du dir denkst, okay, eigentlich müsste
00:58:10das hier doch alles wunderschön sein.
00:58:12Und das finde ich sehr, sehr spannend.
00:58:14In dem Zusammenhang musste ich auch
00:58:15tatsächlich an das Spiel We Happy Few
00:58:17denken, weil das ist ja auch eine
00:58:20eine Dystopie, wo du ein politisches
00:58:22Regime hast, was eigentlich ganz,
00:58:24ganz schlecht ist.
00:58:25Und die Welt geht eigentlich auch voll
00:58:26vor die Hunde.
00:58:27Also die Menschen essen Ratten und
00:58:30verkloppen sich auf den Straßen.
00:58:31Aber viele davon kriegen das gar nicht
00:58:33mit, weil die immer so eine Droge
00:58:35verabreicht bekommen.
00:58:36Die heißt, glaube ich, sogar Joy,
00:58:37also Freude und dann sieht die Welt
00:58:39plötzlich wunderschön aus.
00:58:40Und das finde ich ist auch immer sehr
00:58:42interessant an diesen Dystopien, weil
00:58:43selbst wenn wir nur die Ruinen zu sehen
00:58:45bekommen, in Rapture zum Beispiel, in
00:58:47Bioshock, sehen wir auch nur die
00:58:50Hinterlassenschaften.
00:58:50Aber wir können uns trotzdem so ein
00:58:53bisschen dieses Bild zusammenstöpseln,
00:58:55wie diese Utopie vielleicht ausgesehen
00:58:57hätte, wie diese perfekte Vision
00:58:59vielleicht gewesen wäre, wenn das
00:59:01geklappt hätte, was die sich da
00:59:02vorgenommen haben.
00:59:03Und dann läufst du da durch diese
00:59:05Gänge, wo dein Wal drüber
00:59:07schwimmt, über diese
00:59:09Glaswand, die du da hast.
00:59:10Und du denkst dir, boah, hier würde
00:59:11ich eigentlich echt gerne
00:59:13wohnen.
00:59:13Und dann siehst du so den nächsten
00:59:14Splice und denkst dir, nee,
00:59:16vielleicht doch lieber nicht.
00:59:17Aber dieser kommt fast, also wirklich,
00:59:19also bei mir löst das immer sehr
00:59:20viel von diesem,
00:59:22boah, eigentlich cool, aber nee,
00:59:23doch nicht.
00:59:24Ich mache mir auch immer so Gedanken,
00:59:25so würde ich hier überleben, würde
00:59:27ich hier wohnen können oder wie lange
00:59:28würde ich überleben können?
00:59:29Und ich finde, das ist immer ein sehr
00:59:31interessantes Gedankenspiel, weil es mir
00:59:33halt zeigt, auch hier wieder, es gibt
00:59:34halt Ecken in Ruinen, die ich total
00:59:36cozy finde.
00:59:37Vor allem, wenn ich irgendwie merke,
00:59:39okay, die Natur holt sich gerade
00:59:41wieder irgendwie Bauten zurück oder
00:59:43sowas, wo ich dann das Gefühl habe,
00:59:44okay, hier kommt vielleicht wieder
00:59:45etwas ins Gleichgewicht, was vorher
00:59:47komplett aus der Balance gefallen ist.
00:59:49Und auf der anderen Seite sehe ich
00:59:51dann halt, wie schrecklich das ist,
00:59:52was die Menschen hier hinterlassen
00:59:54haben.
00:59:54Und ich finde, das ist auch einfach
00:59:55vielleicht unterbewusst, weil es
00:59:57nicht wirklich direkt eine Story
00:59:58erzählt, aber ich finde, das ist ein
01:00:00sehr, sehr starkes Mittel einfach, um
01:00:01so eine Dystopie auch lebendiger
01:00:03zu machen.
01:00:05Absolut, ja.
01:00:05Also ich glaube, Ruinen sind generell
01:00:07immer ein gutes erzählerisches
01:00:08Mittel, um einem Universum auch
01:00:10Tiefe zu geben, um zu sehen, es
01:00:12kam etwas vor mir, also vor
01:00:14Those Who Came Before, so quasi
01:00:16bei Cleopscure, nicht nur auf jetzt
01:00:19erzählerische Spiele bezogen, das
01:00:21geht ja bis hin zu, hey, das habe ich
01:00:23schon lange nicht mal im Podcast
01:00:24erwähnt, aber es hatte mal
01:00:24Tradition, zu einem Stellaris, was ja
01:00:27nur ein Weltraumstrategiespiel ist, wo
01:00:28du aber die Hinterlassenschaften
01:00:29uralter Kulturen findest, die vor
01:00:31dir dieses Universum bewohnt haben
01:00:33und das gibt dir gleich ein viel
01:00:35größeres Gefühl für Tiefe, für
01:00:38Gravitas.
01:00:39Es ist nicht, alles fängt mit dir
01:00:40an, so jetzt, so wie früher, man
01:00:42dachte, die Erde dreht sich um die,
01:00:43nee, andersrum, die Sonne dreht sich
01:00:44um die Erde und du bist das Zentrum
01:00:46des Alls und alles, was passiert, ist
01:00:47nur für dich, kleiner Mensch,
01:00:48sondern du bist nur ein Staubkorn in
01:00:50einer Milliarden Jahre langen
01:00:52Geschichte, mach das Beste draus.
01:00:54Was ja dann auch wieder für so
01:00:56Welten gilt wie ein Eldenwing oder
01:00:57auch für ein Claire Obscure, diese
01:00:59Auseinandersetzung mit
01:01:00Vergänglichkeit, ne, ich werde
01:01:02nicht ewig leben, nichts wird
01:01:03ewig leben, nichts wird ewig
01:01:05halten, alles wird irgendwann
01:01:06untergehen, von einer Blüte an einem
01:01:08Baum bis hin zu einem mächtigen
01:01:10Imperium und allein das schon, sich
01:01:12damit halt auseinanderzusetzen,
01:01:14Gott sei Dank in dem Fall halt in
01:01:15einem spielerischen Kontext, ne, im
01:01:17echten Leben auch, aber in dem
01:01:18Fall, ne, also auch dieses Dinge
01:01:20werden enden und Dinge, die weg sind,
01:01:22kommen auch nicht mehr zurück, ne, es
01:01:23gibt auch, das ist ja ein ganz
01:01:25großes Motiv, auch bei so Coming-of-Age-Geschichten,
01:01:27ne, auch bei dem Life is Strange, deine
01:01:29Jugend ist vorbei, die kommt auch nicht
01:01:31wieder, ich bin jetzt 43, ich weiß, was
01:01:33das heißt, ja, aber so, und sich dann
01:01:34halt damit zu beschäftigen, ähm, und
01:01:37dieses bisschen, dieses Memento Mori, ne,
01:01:39bedenke, dass du sterblich bist und
01:01:40bedenke, dass alles um dich rum
01:01:42aufsterblich ist und die Ruine
01:01:43symbolisiert das halt so perfekt, also
01:01:45auch weg von dieser Ruinen, äh, sagen
01:01:47wir mal Ruinenromantik, dass sich irgendwie
01:01:49Monarchen in vergangenen Zeiten haben Ruinen in
01:01:51ihre Schlossparks bauen lassen, weil sie es
01:01:53einfach hübsch fanden und so, sondern
01:01:55wirklich zu, zu wissen, okay, das Leben
01:01:59endet irgendwie und Dinge enden, aber es
01:02:03endet halt nicht komplett für immer,
01:02:04sondern es geht weiter, ne, auch da in
01:02:06einem Fallout, also, ich glaube, bei einem
01:02:08Elden Ring wäre es vielleicht ein bisschen
01:02:09eher die Grautöne, ob es da wirklich
01:02:11weitergeht oder nicht, aber in einem
01:02:12Fallout siehst du ja, die Welt hat sich
01:02:14selber atomisiert, aber es geht irgendwie
01:02:16weiter, es entstehen neue Gesellschaften
01:02:19oder in Mad Max, ja, ich meine, will man in
01:02:21diesen Gesellschaften leben?
01:02:23Vielleicht nicht, nicht in jeder
01:02:24davon oder so und trotzdem gibt es auch
01:02:26da neue Hoffnungen, neue Systeme, ne, die
01:02:29New California Republic, die wir jetzt
01:02:30kennen aus der Fallout-Serie für alle, die
01:02:32es vorher halt nicht gespielt haben, also
01:02:35das, ich finde, das ist halt so ein, das ist
01:02:37so viel mächtiger, als einfach nur irgendein
01:02:39Setting zu haben, in dem du einfach bist, so
01:02:41an, an, an Punkt X und dann gesagt wird,
01:02:44okay, du hast jetzt dies und jenes Problem, äh,
01:02:47die Vergangenheit ist egal, löse es, ne, so
01:02:49ein bisschen Kott, ne, nenne ich es ja, also
01:02:51das gilt nicht nur für Call of Duty, aber
01:02:52das ist halt so klassisches Hollywood
01:02:55Storytelling irgendwie, die Story startet, da
01:02:58ist der Bösewicht, überkomme alle
01:03:00Hindernisse, um ihn zu besiegen, ein Spiel
01:03:03gibt dir halt einfach mehr Möglichkeit, Tiefe
01:03:05zu erleben und das, und Ruinen sind, glaube
01:03:08ich, ein bisschen eine der, eines der
01:03:10Sachen, die diesem Universum am meisten Tiefe
01:03:12geben können.
01:03:13Ich glaube, nochmal ganz kurz, so quasi so
01:03:16die, vielleicht so Perspektive, du hast
01:03:17das gerade so ein bisschen gesagt, so, ja, es ist, ne, Ruinen
01:03:20sind so ein bisschen, das, was du machst, ist
01:03:22irgendwie vergänglich und gleichzeitig, es
01:03:24bleibt was von dir übrig, was andere
01:03:26Leute danach dir finden können und du
01:03:27kannst dadurch, sei es jetzt zum Beispiel
01:03:29durch diese Aufzeichnung in den Walls oder
01:03:31durch irgendwelche Sachen, die du gemacht
01:03:33hast, du kannst dadurch die Zukunft noch
01:03:34beeinflussen, nachdem du schon quasi
01:03:37abgelebt hast, in gewissen Weise, weil du
01:03:39halt, ja, die Grundsteine für gewisse
01:03:41Sachen legst oder Erinnerungen legst,
01:03:44Botschaften legst.
01:03:45Ich glaube, das ist, das ist ja quasi auch
01:03:46wie die Menschheit an sich gewachsen
01:03:48ist, dass wir von denen, die vor uns
01:03:50kommen, gelernt haben, dass wir auf den
01:03:52aufgebaut haben, auf den Wissensständen,
01:03:54auf den Erfindungen aus, auf allen
01:03:56möglichen und, ja, klingt jetzt ein
01:03:59bisschen episch und ein bisschen dramatisch
01:04:01so, aber ich glaube, deswegen können, können
01:04:03Ruinen nicht nur quasi für uns in der
01:04:05Gegenwart sein, etwas, worauf wir
01:04:07zurückblicken und worauf wir lernen
01:04:08können, sondern das, was wir jetzt machen
01:04:10werden, in Zukunft Ruinen sein und das ist
01:04:12okay, weil andere Leute wieder davon
01:04:13lernen werden.
01:04:14Ja, oh, das ist, das ist poetisch, aber
01:04:16stimmt, wir hinterlassen YouTube-Videos.
01:04:18Ja, wir hinterlassen.
01:04:20Hallo, hi Nachwelt.
01:04:20Mal schauen, ob man die noch irgendwann
01:04:21findet, aber ja, hi Nachwelt.
01:04:24Ja.
01:04:24Mal sehen, ob ihr in einer Disto oder in
01:04:26einer Utopie lebt.
01:04:28Was ich auch sehr interessant finde, es
01:04:30gibt ja auch durchaus Dystopien, die sich
01:04:32auf sehr, sehr kleinem Raum abspielen.
01:04:35Also wir hatten gerade schon Rapture, aber
01:04:36auch sowas wie Metro 2033, wo es halt in die
01:04:40U-Bahn geht, literally.
01:04:42Und das ist sehr interessant, weil manche
01:04:44Dystopien, davon sind ja für sehr
01:04:46exklusive Leute, also nur für die
01:04:48Reichsten der Reichen zum Beispiel, weil
01:04:50damit kriegt man ja eine fantastische
01:04:52Gesellschaft hin oder halt für die
01:04:54Glücklichen, die es gerade noch in den
01:04:56Bunker geschafft haben sozusagen.
01:04:57Und ich finde es da auch immer sehr
01:04:58interessant, weil Dystopien sind ja nicht
01:05:00immer, aber sehr, sehr oft auch einfach
01:05:03politisch aufgebaut.
01:05:06Und es ist halt interessant zu sehen, okay,
01:05:08was würde denn passieren, wenn die
01:05:09Menschheit oder die Gesellschaft, wie wir
01:05:11sie kennen, heute endet?
01:05:13Und sehr oft ist es ja dann in diesen
01:05:14Spielen schon so, dass wieder politische
01:05:18Organisationen entstehen, die die
01:05:19Geschichte halt wiederholen.
01:05:21Und selbst Dinge, also in Metro zum Beispiel
01:05:23die quasi Nazis, die Faschisten, wo man
01:05:26sich denkt, okay, wir haben doch alle aus
01:05:27der Geschichte gelernt.
01:05:28Warum ist das jetzt wieder ein Ding?
01:05:30Also warum setzen wir uns schon wieder
01:05:32damit auseinander?
01:05:33Aber auch das, dieses Gedankenexperiment
01:05:36einfach zu schauen, wie tickt einfach
01:05:38der Mensch, wenn man mit knappen
01:05:41Ressourcen, wenig Lebensraum irgendwie
01:05:44so aufeinander hockt und irgendwie was
01:05:46reißen muss und irgendwie sich
01:05:48organisieren muss, dass das halt immer
01:05:50wieder das ist, wo man hin zurückfällt.
01:05:52Weil was diese Spiele oder halt diese
01:05:54Welten dann natürlich auch aufwerfen,
01:05:56ist halt diese Frage nach, wo wir gerade
01:05:58schon so philosophisch waren, ist einfach
01:05:59nach der Natur des Menschen.
01:06:01Also ist der Mensch von Geburt an böse
01:06:05veranlagt und es braucht nur irgendwie
01:06:07einen Funken, der das wieder entzündet?
01:06:09Oder was passiert da mit dem Menschen?
01:06:11Ich finde, das ist einfach sehr, sehr
01:06:12interessant, sich das anzuschauen.
01:06:15Und ja, es ist halt egal, auf welche Art
01:06:18und Weise man so eine Welt darstellt.
01:06:20Ich finde, im Kern geht es halt dann doch
01:06:22immer um den Menschen.
01:06:23Und das ist, glaube ich, das, was es für
01:06:25mich einfach am spannendsten macht, weil
01:06:27es sehr, sehr viel auch über dich als
01:06:28Spieler dann verrät oder dich als
01:06:30Menschen, weil du mit diesen Dingen
01:06:33konfrontiert bist und darüber nachdenkst.
01:06:34Ja, zum Abschluss würde ich jetzt da gerne
01:06:36einfach nochmal Julina fragen,
01:06:38was können wir denn dann wirklich
01:06:40mitnehmen, wenn wir unsere Zeit in
01:06:42solchen Spielen verbringen?
01:06:44Bringt es uns irgendwas im echten
01:06:45Leben oder haben wir jetzt einfach nur
01:06:46gesagt, ey, also ich habe das Gefühl,
01:06:48es könnte mich weiterbringen?
01:06:49Oder kann es uns wirklich auch nachhaltig
01:06:52beeinflussen und sollten wir alle mehr
01:06:55dystopische Spiele spielen?
01:06:57Ja und ja.
01:07:00Also erstens, ich würde es gar nicht so oder
01:07:02ich fühle mich nur in gewisser Weise
01:07:05irgendwie davon beeinflusst, würde ich gar
01:07:07nicht so abwerten oder gar nicht so
01:07:10geringschätzen, weil das ist,
01:07:13Gefühlszustände herzustellen, ist auch
01:07:15ein Erleben und das ist nicht unbedingt
01:07:17weniger wert als irgendwelche Gedanken oder
01:07:18sonst was, sondern ist durchaus wertvoll
01:07:21und deswegen können Videospiele auch
01:07:24zum Beispiel bei psychischen Erkrankungen
01:07:25sehr hilfreich sein, weil man eben genau
01:07:28positives Erleben herstellen kann, wo es
01:07:30vielleicht sonst irgendwie schwierig ist.
01:07:32Vor allem, also das ist schon mal eine
01:07:34Möglichkeit.
01:07:34Das Zweite ist natürlich, ja, ich finde,
01:07:38also Dystopien sind wirklich sehr, sehr
01:07:41interessant, einfach um so ein bisschen sich
01:07:43manchmal so ein bisschen mit
01:07:44gesellschaftlichen Themen natürlich
01:07:45irgendwie auseinanderzusetzen und daran
01:07:47irgendwie zu wachsen und zu gucken, okay,
01:07:49wie gehe ich denn eigentlich damit um?
01:07:50Möchte ich das so, was bedeutet oder was
01:07:52würde das bedeuten bei einer aktuellen
01:07:53Situation oder aber eben wie bei so einem
01:07:56Kerbskör, wie ist das inzwischen
01:07:57menschlichen Dingen?
01:07:59Was ist mir da eigentlich wichtig?
01:08:00Wie würde ich meine, vielleicht mein
01:08:02letztes Jahr verbringen,
01:08:05bevor meine Gommage kommen?
01:08:06Würde ich auch auf Expedition gehen,
01:08:07würde ich sagen, naja, nee, irgendwie
01:08:09nicht oder welchem Thema hätte meine
01:08:14Expedition?
01:08:15Wäre ich auch in der Muskelgruppe und
01:08:17würde sagen, naja, wir prügeln jetzt
01:08:20einfach alles kaputt oder bin ich eher
01:08:23der Erfinder Mensch?
01:08:24Ich denke, wie Natalie schon gesagt hat,
01:08:28Dystopien sagen viel über uns irgendwie so
01:08:30als Menschen, außer es gibt viel
01:08:32Projektionsfläche für reflektive Gedanken.
01:08:34Wir können darüber nachdenken, wie wir uns
01:08:38da fühlen würden, wie wir da handeln
01:08:39würden, wie es uns damit geht und von
01:08:42daher, ja, es ist definitiv, also klar, es
01:08:45stellt emotionale Zustände her, aber es
01:08:47bietet auch die Möglichkeit für viel
01:08:50Wachstum auf Persönlichkeits-Ebene.
01:08:52Ich hätte vielleicht eine Frage noch, weil
01:08:54es gibt einen Aspekt, den wir jetzt ein
01:08:55bisschen angerissen haben und der oft auch
01:08:59an so dystopischen Settings mit dranhängt,
01:09:01gerade in Spielen, nämlich Einsamkeit.
01:09:04Also, dass man, ne, im Klär-Obskür bist du
01:09:06nicht ganz alleine, aber eine sehr kleine
01:09:08Gruppe in einer sehr, äh, menschenentklärten
01:09:11Welt, in einem Elden Ring bist du komplett
01:09:13alleine unterwegs und triffst sehr wenige,
01:09:15also wirklich fast niemanden, der, äh, mal
01:09:18den Mund aufmacht und mit dir redet und
01:09:20ich finde das wahnsinnig attraktiv,
01:09:23einfach, ne, einfach mal, äh, klar, auch
01:09:25wenn man in einer Großstadt wohnt, dreimal
01:09:27attraktiv, dass man einfach mal irgendwo ist,
01:09:29wo halt mal die, so viel zur U-Bahn, ne, ähm, wo man
01:09:32ist, wo man mal Abstand hat und, äh, Ruhe
01:09:35hat, aber ist, das, das wäre vielleicht noch
01:09:37meine, meine letzte psychologische Frage,
01:09:39ist Einsamkeit ein, auch so ein, ein, ein
01:09:44Faktor, der irgendwie das Erleben
01:09:46intensiver macht oder wie, warum, warum
01:09:48finde ich das attraktiv?
01:09:51Ähm, das ist eine gute Frage, das würde
01:09:53wahrscheinlich mehr über dich als Person
01:09:54sagen, ja.
01:09:55Ah, ja, okay.
01:09:56Ich will meine Ruhe haben, endlich mal.
01:09:57Du willst einfach deine Ruhe haben, jetzt
01:09:59mal, endlich.
01:10:00Ähm, genau, also ich glaube, Einsamkeit im
01:10:03Videospielen ist auch ein sehr, sehr, sehr,
01:10:04sehr großes Thema, beziehungsweise, ne, oder
01:10:06auch in Dystopien, ähm, ich glaube, für
01:10:09viele ist es, oder würde es wahrscheinlich
01:10:11eher so den Punkt aufgreifen, oh, Einsamkeit
01:10:13ist was, was, mit dem ich mich
01:10:16auseinandersetzen muss in dieser Welt, ähm, was
01:10:18ich vielleicht gar nicht will, wo ich, wo
01:10:20ich irgendwie das Gefühl habe, nee, irgendwie
01:10:22fehlt mir so ein bisschen was, ne, in
01:10:25Kläropskü haben wir zum Beispiel nicht
01:10:27so viel Einsamkeit, weil wir vielleicht, äh,
01:10:29weil wir Verbindungen herstellen können, die
01:10:31für uns irgendwie bedeutsam sind. Ähm, in
01:10:34anderen Spielen, wie zum Beispiel so ein
01:10:35Eldenring, ähm, oder, ähm, ja, vielleicht
01:10:39auch teilweise im Fallout, wir machen uns zwar
01:10:40auch menschliche Begegnung, aber, ähm, da
01:10:42sind wir eh die meiste Zeit alleine. Und, ähm, ich
01:10:46glaube, wir können das ganz gut aushalten, oder
01:10:48manchmal ist es auch sehr genießbar, wenn
01:10:51man mal alleine ist, weil man sich sehr auf
01:10:52sich fokussieren kann, so, was möchte ich
01:10:54jetzt machen? Und, ähm, von daher eignet sich
01:10:56das vielleicht sehr für so Medien, die, ich
01:10:59sag mal, so reflexiv sind und nicht, äh,
01:11:01menschliche Beziehungen als Thema haben, wie so
01:11:03Kläropskü, dass man, ähm, wirklich,
01:11:05möglichst wenig soziale Interaktion hat, damit
01:11:07man sich sehr viel mit dem Medium und sich
01:11:09selbst irgendwie so beschäftigen kann. Und da
01:11:11kann, da kann Einsamkeit oder eigentlich
01:11:13eher allein sein, manchmal hilfreich sein. Einsamkeit
01:11:16ist ja eher dieses, ich leide auch so ein bisschen an
01:11:19meinem Alleinsam. Ich fühle mich irgendwie
01:11:21unwohl damit, dass ich, äh, dass ich
01:11:23allein bin. Ähm, und das ist dann eher
01:11:26natürlich auch ein, auch ein Zustand, also,
01:11:29wenn man einsam ist wirklich, wo man, ja,
01:11:33drüber nachdenken kann in Spielen vielleicht,
01:11:34okay, was, was sagt mir das? Möchte ich da,
01:11:37möchte ich das in echt auch so, was kann man
01:11:39vielleicht dagegen machen, um es, äh, zu verändern?
01:11:41Also, in echt war es nicht so cool, das sage ich dazu.
01:11:45Aber ich glaube, das ist, äh, das ist ein guter
01:11:47Punkt, weil alleine sein in Spielen
01:11:49oder auch, ne, das ist ein bisschen wie der stille
01:11:51Abspann, äh, nach einer Folge Game of Thrones,
01:11:54das gibt dir halt
01:11:55einfach Fläche zum
01:11:58Nachdenken
01:11:59und zum Erleben. Während, also, wenn ich
01:12:01ganz konkret, wenn Elden Ring ein Multiplayer-Spiel
01:12:03wäre, was es ja auch ist in Night Rain,
01:12:05wäre, also, das wäre ja fürchterlich, äh, was
01:12:07das Erleben der Welt angeht. Nichts gegen
01:12:10Koop-Drachen umkloppen,
01:12:11aber wenn ich irgendwo stehe, ein Panorama
01:12:13mir anschaue von verfallenen Ruinen
01:12:15verfallener Welt und dann kommt jemand anders und sagt,
01:12:17hey, komm, lass uns drüben den Drachen kloppen gehen, hey, guck mal, da hast du gesehen,
01:12:19da in dem Wald dahinten sind Bären, die Bären
01:12:21sind richtig hart, komm, lass sie mal, lass sie mal richtig auf die Fresse
01:12:23geben. Fairnarv, Bären
01:12:25auf die Fresse geben, wer kann da was dagegen haben?
01:12:27Aber es macht halt die Atmosphäre kaputt
01:12:29in dem Moment. Ähm, oder
01:12:31anderes Beispiel in, äh,
01:12:33Final Fantasy 7, was darf man eigentlich
01:12:35spoilern hier, Final, das müsste doch jetzt,
01:12:37Egal, da stirbt jemand und
01:12:39nach diesem Tod
01:12:41kommst du ja, äh, also du bist
01:12:43nicht alleine mit Cloud, sondern hast eine Gruppe
01:12:45um dich, aber nach diesem Tod kommst du
01:12:47in einen Eislevel,
01:12:49in so eine Eiswüste, in die du geworfen
01:12:51wirst, die sehr, also bis auf
01:12:53die Zufallskämpfe überall, aber die sehr monoton
01:12:55ist und die sehr
01:12:57äh, grau und kalt, ne,
01:12:59emotional kalt auch
01:13:01einfach ist und die, also so habe ich es
01:13:03zumindest empfunden, als ich es damals gespielt habe,
01:13:05die halt auch so ein Moment ist, einfach
01:13:07zum Verarbeiten, weil da wirkt
01:13:09nicht viel Gerede, du kommst dann irgendwann auch wieder an
01:13:11einen Ort, an dem Wärme ist und andere Leute
01:13:13und wo du dich dann wieder ein bisschen aufgefangen
01:13:15fühlst, aber dieses,
01:13:17okay, es ist gerade was wirklich, da ist der Klumpen wieder,
01:13:19ne, und da ist die Wellenthese auch wieder,
01:13:21es ist gerade was wirklich Schlimmes passiert,
01:13:22ich gebe dir jetzt
01:13:25Zeit, in spielmechanischer
01:13:27Hinsicht, ne, indem du da alleine jetzt
01:13:29unterwegs bist, ohne andere NPCs
01:13:31oder Dörfer um dich rum, um das
01:13:33erst mal sacken zu lassen
01:13:34und zu verarbeiten und dann geht die Welle wieder
01:13:37hoch und du bist wieder in einem Dorf und da sind wieder
01:13:39nette Leute und du merkst, okay, ist doch nicht alles
01:13:41scheiße, äh, in der Welt, ähm,
01:13:43ich überspitze es jetzt ein bisschen, aber
01:13:45ich glaube, dass, äh, dieses
01:13:47Alleinsein gibt dem Ganzen halt einfach mehr
01:13:49Gravitas, mehr
01:13:50so ein, diesen, und es ist halt
01:13:53nicht sofort, okay, lass weiter rennen, dann
01:13:55in dem Moment. Ich kann noch ein,
01:13:56äh, ich könnte, nur ganz kurz, ich hab
01:13:59noch, äh, ich hab nur ein Beispiel auf der Uhr, weil ich
01:14:02aus Star Trek ganz komplett andere
01:14:04Welt, aber es ist ja auch, Star Trek ist ja
01:14:06auch eher ein utopisch-hoffnungsvolles Setting,
01:14:08ne, die Menschen können mit Außerirdischen
01:14:10eine Föderation bilden, zusammenleben,
01:14:12das All erkunden und es geht nicht immer nur
01:14:14drauf, äh, drum, wer hat den größeren
01:14:16Blaster und
01:14:17ich guck gerade Star Trek Enterprise nach, dieses
01:14:20Prequel mit Captain Archer und
01:14:22in der, die dritte Staffel
01:14:24ist die allerbeste, weil
01:14:26die auch dystopisch ist, also
01:14:28es gibt, äh, eine, so ein quasi
01:14:30Mini-Todesstern, der die Erde angreift,
01:14:32Millionen Menschen tötet und die Enterprise
01:14:34ist das einzige Schiff, was quasi rausfinden
01:14:36kann, wer hat das Ding geschickt und wie können wir verhindern,
01:14:38dass das nochmal passiert, ähm, und
01:14:40es ist so eine Art Himmelfahrtsmission, wie in
01:14:42Cleopscure auch, also sie fliegen dann in so einen
01:14:44Bereich des Alls, der unbekannt ist, wo
01:14:46alles passieren kann und wo sie auch
01:14:48Dinge tun müssen, notgedrungen,
01:14:50die eigentlich völlig weit weg gehen von dem, wie man
01:14:52eigentlich diese Star Trek-Crews kennt, also
01:14:54immer edel, gut und moralisch
01:14:55sind sie da nicht, ne, ohne jetzt da auch
01:14:58wieder viel, ähm,
01:15:00viel spoilern zu wollen und
01:15:02diese dritte Staffel ist brillant
01:15:05bis ganz
01:15:06zum Schluss, wenn sie
01:15:08das Problem mit letzter
01:15:10Kraft lösen
01:15:11und dann kommt direkt das nächste, also
01:15:14es gibt keinen Moment am Ende,
01:15:16wo mal ihnen, ihnen
01:15:18Ruhe gegeben, oder auch dir Ruhe
01:15:20gegeben wird, zu sagen, okay, komm, jetzt schalt
01:15:22mal einen Gang zurück, ist egal, ob es da eine Siegesfeier
01:15:24ist oder ein nachdenklicher Blick
01:15:25aus dem, äh, durch das Fenster
01:15:28auf den Weltraum oder sowas,
01:15:30äh, so wie in, äh, als PK
01:15:32Borg war und dann einfach nur
01:15:34rausguckt und du, ne, und du kannst dir
01:15:36denken, was gerade in seinem Kopf vorgeht, nachdem
01:15:37er da befreit wurde und vorher
01:15:40tausende Menschen umgebracht hat, als Cyborg
01:15:42sozusagen, so, und nix dergleichen
01:15:44passiert in dieser dritten Staffel, sondern es kommt einfach
01:15:46okay, gut, ihr habt das geschafft, nächstes Problem
01:15:48und das fand ich blöd
01:15:50also, das nur kurz nochmal zu diesem
01:15:52Moment der Ruhe, jetzt hab ich auch Star Trek erwähnt, jetzt bin
01:15:54ich happy.
01:15:55Ja,
01:15:57ja, ich wollte nur noch
01:15:58ergänzen, dass ich finde, dass
01:16:00diese Einsamkeit oder Nicht-Einsamkeit
01:16:02auch sehr stark die Wahrnehmung
01:16:04der Macht
01:16:05bei mir verändert, weil wenn ich alleine bin
01:16:08in einem Elden Ring zum Beispiel, dann
01:16:10fühle ich mich super mächtig, ich weiß so,
01:16:12oh, das habe ich jetzt selber alleine geschafft, ohne
01:16:14Geisterasche, ohne irgendwie,
01:16:15äh, dass ich jemanden herbeigesufen habe, der mir
01:16:18hilft und in einem Partyspiel
01:16:20zum Beispiel fühle ich mich
01:16:21viel, viel, viel verletzlicher, weil ich einfach so viel
01:16:24mehr Fläche biete, weil
01:16:26ich einfach viel mehr Leute dabei habe, die
01:16:27vielleicht links und rechts auch sterben können, wie
01:16:29einem, keine Ahnung, Fire Emblem oder sowas,
01:16:31ähm, dass ich da halt nicht das Gefühl habe, dass das
01:16:33alles in meiner Hand liegt, sondern dass da halt immer
01:16:36sobald ein Fehler passiert, dass das
01:16:38halt auch wirklich schlimme Konsequenzen
01:16:40haben könnte. Oder, es
01:16:42kann halt auch sowas, um nochmal auf Papers, Please
01:16:44zurückzukommen, dass man dann einfach
01:16:45isoliert so ein kleines Zahnrädchen ist,
01:16:47du hast ja auch niemanden, mit dem du dich beraten kannst
01:16:50oder so, und es macht halt was mit
01:16:51dir, diese Isolation, einfach zu wissen,
01:16:54okay, alles, was du jetzt tust,
01:16:56das ist deine Schuld, also egal,
01:16:57was da noch danach passiert, was die Konsequenzen sind,
01:16:59das kommt auf dich zurück. Und das finde
01:17:01ich einfach sehr, auch interessant, weil
01:17:03ich habe mir noch nie Gedanken gemacht darüber
01:17:05bis jetzt, aber ich finde auch, Isolation
01:17:08kann halt sehr viel, auch
01:17:09diese Dynamik mit, äh, mit Joel und
01:17:11Elli, du bist ja quasi alleine,
01:17:14aber du hast halt noch jemanden,
01:17:15um den du dich kümmern musst, also du
01:17:18hast da, du bist alleine plus
01:17:19quasi, und das ist, das hat dann auch nochmal,
01:17:22der Einsatz ist einfach viel, viel höher
01:17:24in dem Moment, und ich finde das sehr, sehr spannend.
01:17:26Ich glaube, da brauchen wir eine eigene
01:17:27Podcast-Folge. Ich glaube auch, diese
01:17:30Verantwortlichkeit, dass man selbst,
01:17:32ähm, für alles, was kommt,
01:17:34eben, dass man die trägt
01:17:35und welche Auswirkungen das
01:17:38hat, da können wir gerne nochmal eine Folge zu machen.
01:17:40Schreibt doch gerne mal in die Kommentare, ob ihr Bock
01:17:41auf so eine Folge habt, ähm, zum Thema
01:17:45Selbstwirksamkeit und...
01:17:45Quick-Save, ausprobieren, wenn es nicht
01:17:48taugt, Quick-Load.
01:17:50Wie im echten Leben.
01:17:51Wie im echten Leben, ja.
01:17:53Micha, der Safe-Scummer, haben wir
01:17:56heute auch wieder untergebracht, sehr gut.
01:17:58Star Trek, Safe-Scumming,
01:18:00alles dabei.
01:18:02An der Stelle, ich glaube, wir
01:18:04könnten noch ewig über das Thema reden, weil
01:18:05es ein unglaublich persönliches Thema
01:18:07auch ist, also weil ganz viele Leute damit
01:18:10auch eigene Erfahrungen gemacht haben,
01:18:12es einfach viele Spiele gibt, die sich damit
01:18:13auseinandersetzen, weil die Dystopie
01:18:15ein unglaublich gutes Setting ist,
01:18:18um Geschichten zu erzählen, weil du halt
01:18:19jede Geschichte in der Dystopie erzählen kannst.
01:18:23Und ich
01:18:24persönlich bedanke
01:18:26mich jetzt erstmal dafür, dass ihr da
01:18:28wart. Vielen Dank für eure Zeit, für
01:18:30diesen unglaublich guten Talk.
01:18:32Danke, Jolina, für deine psychologische
01:18:34Einordnung. Schön, dass du da
01:18:36warst.
01:18:36Vielen, vielen Dank. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.
01:18:39Sehr gerne wieder.
01:18:40Unbedingt. Danke, Micha, für deine
01:18:42Star Trek-Anekdoten vor allem.
01:18:43Ja, ja, natürlich. Dafür bin ich da.
01:18:46Und danke, Nathalie, für das
01:18:47Kassierer-Bashing.
01:18:49Ja, ich hatte nie die... Eine Story will ich
01:18:51erzählen, weil das war der schlimmste
01:18:52Moment, den ich mit einer Kassiererin hatte, aber
01:18:54es lag überhaupt nicht an der Kassiererin,
01:18:56sondern ich bin manchmal so ein bisschen
01:18:57socially awkward. Und dann stand ich so die
01:18:59ganze Zeit an der Kasse und habe mich
01:19:01vorbereitet, dass sie sagt, brauchen Sie
01:19:03einen Zettel? Und ich war so, nein, ich sage
01:19:04einfach, nein, danke, nein, danke, nein, danke, nein, danke.
01:19:06Ist gar nicht so schwer, Nathalie. Und dann hat sie mir
01:19:10einen schönen Tag gewünscht und ich habe
01:19:12nein, danke geantwortet. Und ich bin einfach
01:19:16einfach rausgesandt aus diesem Laden, weil mir das so
01:19:18peinlich war. Und ja, vielleicht kam das
01:19:20gerade hoch. Ich weiß auch nicht.
01:19:22Das ist ja fantastisch.
01:19:23Das ist groß. Oh mein Gott.
01:19:25Das ist ein großartiges Ende.
01:19:26Klebskür, 33 Euro.
01:19:27Ja.
01:19:29Das ist ja großartig.
01:19:30Ja, aber dann verstehe ich auch, du verbindest
01:19:31halt dieses negative Gefühl.
01:19:33Das du da hattest mit der Kassiererin.
01:19:34Also das Problem war immer ich, nicht die
01:19:36Kassiererin.
01:19:39Schön. Ja, schreibt gerne eure Gefühle zu
01:19:41Kassierern und Dystopien in die Kommentare.
01:19:44Danke euch, dass ihr dabei wart und bis zum
01:19:47nächsten Mal. Ciao, ciao.
01:19:49Tschüss.
01:19:50Tschüss.
01:19:51Tschüss.
01:19:52Tschüss.
01:19:54Tschüss.
01:20:02Tschüss.
01:20:04Tschüss.
01:20:05Tschüss.
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