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Brabant · Vom Nachtklub Zur Millionensammlung
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00:01When you have to collect blood, then it always goes so on.
00:08His collection is because of that in Germany, because there are big names.
00:13This is a little Kirchner, this is Kandinsky.
00:18There are almost 700 pictures in between, they are all gestapelt.
00:21He has to be in the kitchen, in the bathroom, in the bathroom.
00:25Millionenschwere Kunst. Gesammelt von Frank Brabant.
00:29In the schillernden Kunstwelt beginnt seine Geschichte jedoch nicht,
00:32sondern mit Krieg, Verlust und Ausgrenzung.
00:39I stood in Mainz on the Teal der Hausbrücke and wanted to go.
00:44Früher Außenseiter, heute Kunst-Mäzen.
00:48Die Hochphase war die Zeit, in denen ich das Puzzikett hatte.
00:51Es war die erste schwule Disco im Rhein-Main-Gebiet.
00:57Immer wenn ich Schlägerei war oder wenn ich Probleme hatte mit der Polizei,
01:01habe ich mir ein Bild gekauft.
01:04Damals haben sie gemeckert und heute bin ich Kult.
01:27Wer kennt der Tageblast, die du getragen hast?
01:34Wer kennt des Tsipos Not und Leid?
01:42Wer kennt der Schattenmacht in blauer, drobe Nacht?
01:50Wer kennt der Sterne Gunst und Neid?
01:56Ich spiel noch rein.
01:58Fast jede Woche gehen hier Gemälde ein und aus.
02:01Heute kommen 90 Werke zurück von einer Ausstellung.
02:04Frank Brabants Sammlung der klassischen Moderne ist sehr gefragt.
02:08Ich bin in Wien, ich bin in Kopenhagen.
02:12Dreimal bin ich im Soundtrick Pompidou mit Bildern gewesen.
02:14Ich bin in London und Leicester und in New York und in Montreal vertreten gewesen mit meinen Bildern.
02:24Und das hat auch finanzielle Gründe, zumindest anfangs.
02:28Es gab in meiner Zeit noch die Vermögensteuer.
02:32Und wenn man die Bilder der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt,
02:36wenn man Ausstellungen macht, dann braucht man keine Vermögensteuer zu bezahlen.
02:41Und so fingen die ersten Ausstellungen bei mir an.
02:44Zuerst war es alles anonym.
02:46Ich habe nicht meinen Namen preisgegeben.
02:48Aber es hat sich sehr schnell herumgesprochen, wer die Bilder ausgestellt hat.
02:55Das kommt in die Bibliothek.
03:00Könntest du gerade reintun.
03:02Weißt du, wo die Bibliothek ist?
03:04Am Balkon ist sie nicht.
03:06Stimmt.
03:07Da.
03:09Wir müssen aber eine Leiter haben, glaube ich, gell?
03:13Besser ist schon eine Leiter.
03:14Hm, jetzt kommt der Weg zu.
03:14einmal auf die Seite.
03:21Weil, annually
03:22ist es viel zu MemБ critical gemacht.
03:27Aber jetzt kommt vor chromosowy Virus.
03:27okay, das brauche ich mal.
03:32Zeige ich mal.
03:33Gucken wir, ob es gerade ist, Freunde.
03:35Jetzt ist's besser.
03:37So?
03:38Henkarja.
03:41Er liebt seine Bilder, so wie man
03:44where there are maybe children that you can send out to the world.
03:47But they are so happy when they are there.
03:53Yeah, so my children have said to me that they have taken me.
04:00It can be said that it's also in the house.
04:04See you the Keilrahm above?
04:06Every child has his story.
04:09Every child has his place on the wall.
04:10Of course I am happy when the pictures are on the wall.
04:14Especially when the Lickens are filled.
04:31It's the Petersburg Hanging, but in extreme.
04:35Man has the feeling, Horror Vacui.
04:38Jede Stelle, die frei ist, wird sofort besetzt von einem Gemälde.
04:43Das ist wirklich von oben bis unten.
04:45Das ist ein unglaubliches, reiches Potpourri.
04:47Und man sieht eigentlich diese Bandarinen gestrichene Wandfarbe.
04:50Das ist eine extreme Wandfarbe.
04:51Das nimmt man eigentlich nur so als Fond wahr, so nebenbei.
04:54Ich glaube, er kann es nicht ertragen, wenn da irgendwo die Wand durchschaut.
04:59Es kommt ins Bad und das kommt da unten hin.
05:05Das wird eine Fummelarbeit.
05:08Manches, kannst du hin?
05:12Er liebt seine Bilder und geht aber mit den Bildern so um, als gehören sie einfach mit dazu.
05:20Sie sind kein Heiligtum.
05:21Er ist entspannt.
05:27Und dann hängt es.
05:41Frank Brabant ist 87 Jahre alt und in der Kunstszene gefeiert.
05:46Ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich bin gerne unter Leuten.
05:49Und ich hätte alle nicht kennengelernt, wenn ich nicht so gewesen wäre, wie ich bin.
05:59Ich freue mich darauf, dass ich auf der Straße erkannt werde.
06:03Ich freue mich darauf, wenn es regnet, wie ich es erlebt habe,
06:07dass ein jüngerer Mann zu mir kommt und sagt, ich habe einen Schirm dabei.
06:12Hier haben sie meinen Schirm.
06:14Und er ist im Regen weitergelaufen.
06:16Und er hat gesagt, wieso?
06:18Ja, sie haben das so viel für Wiesbaden getan.
06:20Das freut mich dann schon.
06:27Ich hoffe, dass da nicht so wahnsinnig lange mit den ganzen Gesprächen ...
06:35... dass wir irgendwann dann noch rüberkommen ins Museum.
06:38... eine Klanschkeit essen gehen können.
06:41Und ein Getränk haben wenigstens.
06:43Ein Gläschen Sekt.
06:45Trinkst du ab und zu ein Gläschen Sekt?
06:47Zuhause nicht, nee.
06:48Nur in Gesellschaft.
06:50Zuhause allein macht es doch keinen Spaß.
06:552025 feiert das Museum Wiesbaden sein 200-jähriges Bestehen.
07:00Der Kunstsammler ist Ehrengast.
07:03Ah, Frank.
07:05Ich habe mich schon gefreut.
07:07Die werden gerade gefilmt.
07:09Ach.
07:13Hallo, habt ihr nur Sekt?
07:15Ist das Sekt, oder?
07:16Ja, aber vor euch habt ihr Wasser?
07:17Nee.
07:22Ja, guck an.
07:26Ja, guck an.
07:38Schön, dich zu sehen.
07:40Wie schön.
07:41Ja.
07:41Danke.
07:42Du gehst in 1. Reihe.
07:441. Reihe.
07:47Das Museum feiert seine Unterstützer.
07:50Mit Sekt und Promis.
07:51Ich kann nur sagen, vielen, vielen Dank Wiesbaden.
07:56Großartiger Ort.
08:00200 Jahre Museum Wiesbaden.
08:03Ich begrüße unter uns Frank Brabant,
08:05der uns seine Sammlung der klassischen Moderne stiftet.
08:10Ein großzügiges Geschenk.
08:12Wenn er nicht mehr da ist, wird die Hälfte seiner Bilder
08:15an das Museum Wiesbaden gehen.
08:17Wie wertvoll seine Sammlung ist, kann nur geschätzt werden.
08:20Mindestens 40 Millionen Euro.
08:22Bisher.
08:23Wenn man einmal Blut geleckt hat beim Sammeln,
08:28dann geht das immer so weiter.
08:29Und ich habe nie aufgehört zu sammeln, bis heute.
08:33Finanziert hat er seine Leidenschaft mit Einnahmen aus dem Pussycat.
08:37Denn bevor er in Wiesbadens High Society einzieht,
08:40ist er im Nachtleben unterwegs.
08:431968 eröffnet Frank Brabant seinen Nachtclub,
08:46der schnell zum Szene-Treff wird.
08:47Und so habe ich dann viele kennengelernt,
08:51die ich nur vorher aus dem Fernsehen gekannt habe.
08:54Oder aus dem Film von Sonja Ziemann angefangen bis Udo Jürgens.
08:58Sogar für das Film Beka war für eine Stunde bei mir drin.
09:02Sein Club?
09:03Absolut legendär.
09:06Ebenso bedeutend ist seine Schenkung ans Museum Wiesbaden.
09:13Hier hängt schon eines der wertvollsten Werke.
09:15Ein Gemälde des russisch-deutschen Künstlers Alexej von Javlenski.
09:19Helene im spanischen Kostüm.
09:22Es ist das größte Gemälde, von dem wir wissen bislang, dass Javlenski gemalt hat, lebensgroß.
09:30Es führt unglaublich nah biografisch in den Haushalt von Javlenski und Varevkin hinein.
09:36Es ist ja die Haushälterin dargestellt, die ja seine Geliebte gewesen ist.
09:39Also da haben wir natürlich auch gleich eine pikante Geschichte mit zu erzählen.
09:45Es ist kunsthistorisch unglaublich wichtig, weil man in dem Bild sieht,
09:50dass er sich Javlenski mit den Größen seiner Zeit misst.
09:54Und das sind natürlich zwei Pole, große Kunstgeschichte, unglaubliche Nähe, Autobiografie,
09:58was natürlich das Bild sehr, sehr, sehr wertvoll macht.
10:05Frank Brabant kauft das Bild relativ günstig Ende der 80er in London.
10:09Über 20 Jahre lang hängt es in seiner Wohnung, bis ein interessantes Angebot aus Russland kommt.
10:16Und da habe ich gesagt, nee, das geht nicht nach Russland.
10:19Und die haben mir damals acht Millionen dafür geboten.
10:22Er verkauft das Bild nicht, sondern schenkt es dem Museum Wiesbaden. Warum?
10:27Da fiel mir eigentlich mein Teddybär wieder ein.
10:31Ich habe immer ein Teddybär bei gehabt, bei Bombenangriffen.
10:35Und auch auf der Flucht nachher später.
10:38Wir durften nichts mitnehmen.
10:40Möbel, alles musste drin bleiben.
10:42Und dann bin ich runtergegangen mit dem Teddybär.
10:45Und da riss mir eine Russin den Teddybär weg.
10:48Wie er mir dann weggenommen worden ist, das habe ich eigentlich nie vergessen.
11:01Ich bin in Spurin geboren, 1938 vor dem Zweiten Weltkrieg.
11:12Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, bleibt er mit seiner Mutter zurück.
11:17Der Vater ist in der Armee.
11:19Frank Brabants Mutter geht mit ihm zu den Großeltern nach Stettin.
11:23Und da habe ich dann auch die Bombenangriffe mitbekommen.
11:27Wir waren ja alle im Keller und die Angst der Erwachsenen hat sich übertragen auf uns Kinder.
11:47Ich habe das auch natürlich sehr in Erinnerung behalten, dass die Bomben, die pfiffen so runter und dann war es
11:54Ruhe und dann explodierte das.
12:01Die haben dann Phosphorbomben geworfen.
12:05Und ich habe gedacht, warum brennen jetzt die Wände, die Steinwände, das ist so runtergekleckert.
12:12Das habe ich gesehen und vor allen Dingen das, wenn es gebrannt hat.
12:20Gegenüber habe ich am Fenster gesessen und habe mir das angeguckt und ich fand das irgendwo faszinierend.
12:25Ich weiß nicht warum.
12:28Und später habe ich dann immer mal gekurkelt zu Hause und habe das so ein bisschen nachgespielt.
12:39Wie die Bombenangriffe zu stark geworden sind und da bin ich zu den Großeltern väterlicherseits gekommen.
12:50Er erlebt, wie die Alliierten einmarschieren, wie Deutschland befreit wird.
12:58Gegen Kriegsende kehrt er mit seiner Mutter nach Schwerin zurück und kommt dort schon als kleiner Junge mit Kunst in
13:04Berührung.
13:08Wenn es keine Karten gab morgens für die Kindervorstellung im Kino und Kapitol und dann musste ich die Zeit überbrücken
13:17bis zum Mittagessen und bin ins Museum gegangen.
13:20Das kostete damals kein Geld und da habe ich mir so ein paar Bilder ausgesucht, die mir besonders gefallen haben.
13:27Es war vor allen Dingen ein Bild dabei von Lovis Korinth.
13:32Das war seine Frau von vorne und ich habe ein Bild von seiner Frau von hinten in meiner Sammlung.
13:53Der Kirchner und das Aquarell, das war mein VW.
13:58VW hatte ich mir zusammengespart, habe den VW aber nicht gekauft, sondern habe für das Geld den Kirchner gekauft.
14:04Den Kirchner gibt es immer noch, der VW wäre schon längst trott.
14:15Das sind fünf Jawlensky-Radierungen, die hier in der Schräge.
14:28Das ist jetzt der Beckmann, ja.
14:32Die Stille mit grüner Kerze 1941 in Amsterdam im Exil gemalt.
14:41Das hat mal 30.000 Mark gekostet und inzwischen über eine Million wahrscheinlich, aber das muss man hier nicht laut
14:47sagen.
14:53Und das ist ein Pechstein.
14:58Ich habe hier zuerst Explosionismus gesammelt, dann kam die neue Sachlichkeit dazu und dann kamen die abstrakten Sachen dazu.
15:08So, gehen wir weiter.
15:10Hier ist ein bisschen Kirchner.
15:13Das ist Kandinsky.
15:18Für andere wären diese Werke reines Kapital, aber für ihn sind sie Teil seines Alltags, bewohnen jeden Winkel seiner Wohnung,
15:26auch das Bad.
15:28Ich meine, ich lebe ja mit meinen Bildern. Es tut mir leid, wenn die ein bisschen gelitten haben irgendwann mal.
15:33Das würde ich ja nicht mehr feststellen, sondern das wird das Museum dann fluchend feststellen.
15:41Aber ich habe ja nicht für die Mapper gesammelt, sondern ich möchte damit leben.
15:45War das wirklich so, ich sag mal, aus der Not geboren, dass hier die Sachen im Bade zu machen?
15:50Ich glaube, man muss sich ja mit den Bildern bleiben. Fast 700 Bilder inzwischen, die stehen alle gestapelt hintereinander, untereinander.
16:00Und da musste ich ausweichen in die Küche, ins Bad, ins kleine Bad.
16:21Dass er einmal eine der größten Privatsammlungen der klassischen Moderne besitzt, das hätte sich der Junge aus Schwerin wohl selbst
16:28nicht träumen lassen.
16:30Frank Brabant macht in den 50ern einen Abschluss an der Handelsschule, wächst bei seiner Mutter auf, die Eltern haben sich
16:36getrennt.
16:40Die junge DDR, geprägt von Aufatmen und Aufbau nach dem Krieg. Der sozialistische Aufbruch wird propagiert.
16:48Doch Frank Brabant rebelliert dagegen. Ein Moment, der sein Leben verändert.
16:54Dann gab es die FDJ-Versammlungen. FDJ war die Freie Deutsche Jugend im Osten. Da war ich auch Mitglied.
17:02Mir hat es so gereicht, es war alles so verlogen.
17:06Und ich bin aufgestanden und habe gesagt, wie stellt ihr euch das eigentlich vor?
17:10Ihr hetzt pausenlos gegen den Westen. Wie wollt ihr euch denn das dann wieder vereinigen? Das geht doch überhaupt nicht.
17:19Ich wollte mal eine Diskussion anstoßen, aber kein Mensch hat was gesagt.
17:25Und ein Vierteljahr später war die Staatssicherheit da.
17:31Ich hatte keine Verbindung am Westen, aber die haben mich drei Tage lang verhört mit so einem Scheinwerfer da oben.
17:38Da hatte seine Mutter ihn gesucht und wusste nicht, wo er ist.
17:42Dann hat er es aber hinbekommen, den Zug nach Westdeutschland zu besteigen, ohne dass man ihn festgehalten hätte.
17:51Wie er sagte, mit ganz wenig Gepäck, weil sonst hätte das nicht geklappt.
17:56Ich bin ja vom Osten 1958 mit 20 Jahren in den Westen gegangen.
18:02Erst nach Mainz.
18:05Weil mein Vater, ja, da lebte er. Mein Vater war wieder verheiratet, hatte Kinder und hat sich natürlich nicht richtig
18:13um mich gekümmert.
18:25Und erst habe ich mit 18 Leuten in einem Zimmer gelebt, gehaust, besser gesagt.
18:31Und dann habe ich mir ein Zimmer gesucht und die Dame, die Wirtin, hat einen Brief von mir aufgemacht.
18:40Ich habe einen Brief bekommen von jemandem, der hat mir einen Liebesbrief, ein Mann, einen Liebesbrief geschickt.
18:47Und den hat sie aufgemacht und ist damit in die Personalabteilung gegangen.
18:53Und da haben die gesagt, so, das geht nicht mehr. Du musst raus, sie müssen raus.
19:00Haben meinen Vater geholt, weil ich erst 20 Jahre alt war.
19:04Mit 21 ist man ja erst volljährig geworden.
19:09Mein Vater hatte sich das angehört und von dem habe ich dann nie wieder was gehört.
19:14Es war furchtbar.
19:22Aber habe ich in Mainz auf der Brücke, auf der Theodor der Heussbrücke gestanden und wollte ins Wasser gehen.
19:28Habe ich Gott sei Dank nicht gemacht.
19:37Ich habe meinen Bündel geparkt und bin ich nach Wiesbaden gegangen.
19:41Und ich habe heute noch ein ambivalentes Verhältnis zu Mainz durch diese Erlebnisse.
19:50Er machte auch keinen Hehl draus, dass es da Probleme gab, dass man ihn als Homosexuellen doch denunziert hat und
19:58dass er seinen Job verloren hat.
20:00Und er kam nach Wiesbaden.
20:03Sag ich mal, wie schön, dass er in Wiesbaden gelandet ist.
20:06Und hat hier lange bei Versicherungen gearbeitet, nachher auch mal in der Schweiz, wie ich weiß.
20:12Und dass er jemand durch Zufall dann seine Liebe zur bildenden Kunst entdeckt, indem er bei Hanna Becker vom Rath
20:23in Frankfurt in die Galerie zufällig reingerät.
20:29Ich habe einen jungen Mann kennengelernt, mit dem ich dann auch zusammen gelebt habe.
20:34Und ich war mit ihm verabredet und ich war zu früh da und bin bei der Hanna Becker vom Rath.
20:39Das war damals die führende Galeristin in Frankfurt.
20:43Da bin ich in eine Ausstellung reingekommen.
20:47Ja, die Hanna Becker rauchte.
20:50Die ist auf den Tisch gestiegen und hat die Ausstellung geöffnet, das weiß ich noch.
20:57Das waren elitäre Leute natürlich.
21:00Ich habe keinen Zugang eigentlich zu denen gehabt.
21:03Das waren ziemlich reiche Leute auch, die da gekauft haben.
21:07Die haben ja Geld gehabt, was ich endlich hatte.
21:10Und da gab es was zu trinken und ein Häppchen zu essen.
21:13Und ich habe gedacht, der kann doch nicht wieder rausgehen.
21:15Habe dann noch ein zweites Glas Wein getrunken und war ein bisschen leichtsinnig dadurch geworden.
21:21Und habe dann einen Peckstein Holzschnitt ausgesucht.
21:25Das war das Preiswert, was da war.
21:28Ich habe gesagt, den musst du kaufen und dann habe ich sie gefragt, ob ich das abzahlen kann.
21:37Und das ist mein erstes Bild.
21:39Das ist der Redner von Peckstein.
21:42Ein Holzschnitt, den habe ich bei der Hanna Becker vom Rat gekauft.
21:46Für 300 Mark.
21:53Wir haben ja damals 450 Mark im Monat verdient in der Versicherung.
21:58Beispielsweise aber auch in anderen Berufen.
22:00Und das war damals ein normales Gehalt.
22:03Und dann habe ich das Bild abgezahlt und dann habe ich mir Literatur gekauft.
22:08Und ich bin dahinter gekommen, dass es die Brücke maler gab in einer Vereinigung.
22:13Und da gehörte Peckstein dazu.
22:16Und ich konnte dann nicht mehr aufhören zu sammeln.
22:20Das ist eine meiner ersten Bilder gewesen.
22:24Das ist ein Aquarell von Nolde.
22:27Das sollte mal 3.000 Mark kosten in Hamburg im Auktionshaus.
22:33Und da bin ich hingefahren, um dieses Bildchen zu steigern.
22:37Und mit 24.000 bin ich wieder rausgegangen.
22:41Ich wusste nicht, wie ich es bezahlen sollte.
22:43Da war nämlich eine Amerikanerin, die wollte das Bild auch haben.
22:47Ich fand das so toll und die Farben fand ich so schön mit dem Blau und dem Lila.
22:53Und dann habe ich da gestanden und wusste nicht, was ich machen sollte.
22:56Also wäre ich am liebsten auch in die Aster gegangen.
23:01Das zweite Mal nach dem Rhein.
23:04Aber das war ja ein bisschen tragischer.
23:06Aber ich habe dann also das Geld mit Ach und Krach zusammengekriegt.
23:12Das ist ein kleiner Picasso.
23:16Siehst du, er hat dann nochmal übermalt und zweimal unterschrieben.
23:20Eine Lithographie, also ein Holzschnitt.
23:22Und das hat er nochmal alles gemacht und hat das übermalt.
23:27Und wann hast du das bekommen?
23:29Das habe ich in St. Moos gekauft.
23:31Da gab es eine Auxilu und da habe ich das gekauft.
23:39Das waren die Felste, die man früher hatte zum Skilaufen in St. Moos.
23:45Zum abends ausgehen.
23:47Das war die leichtsinnige Zeit, wo man nach St. Moos zum Skilaufen gefahren ist.
23:51Das Skilaufen habe ich dann durch meinen Freund gelernt und war dann leidenschaftlicher Skiläufer.
23:56Bin allen weggefahren und bin zuerst unten gewesen.
24:00Und da hat man ja auch Soraya gesehen auf der Straße, Greta Garbo auf der Straße gesehen.
24:14Da oben ist das Lieblingsbild von Greta Garbo gewesen.
24:18Das hing neben mir am Schreibtisch. Die hat ja keine Kinder gehabt. Die hat allein gelebt.
24:24Als Greta Garbos Nachlass unter den Hammer kommt, ersteigert Frank Verband das Bild bei einer Auktion in New York.
24:31Die Hochphase war die Zeit, wo ich Geld zur Verfügung hatte.
24:36Ich habe dann nochmal Geld geerbt später und habe dann noch dies und jenes gekauft.
24:41Aber die wirkliche Hochphase war bei mir die 70er Jahre.
25:00Das war die Zeit, als er die Diskothek, das Pussycat hatte im Bergtirschenviertel.
25:06Und das war ja was ganz Besonderes.
25:08Das war die erste schwule Disco im Rhein-Main-Gebiet, die er dort geführt hat.
25:16Und ich hatte damals einen Freund, der hat mir ein bisschen Geld gegeben und ich konnte das Lokal kaufen.
25:35Und mich hat immer in den Lokalen in Wiesbaden und in Frankfurt, da gab es ja auch schwule Lokale, da
25:43hat mich immer gestört.
25:44Das waren überall Musikboxen. Und siebenmal am Abend konnte ich nicht Peter Alexander ertragen. Das war zu viel für mich.
25:53Und ich habe mir zwei, wie ich das lokal übernommen habe, habe ich mir zwei Blattenspieler gekauft und habe dann
26:00vor allen Dingen amerikanische Disco-Musik gemacht.
26:03Und das ging durch die Decke.
26:07Das Pussycat wird zum Treffpunkt für alle und für viele zu einem besonderen Safe Space.
26:12Ja, erstmal in erster Linie schwule Männer natürlich. Ich habe auch viele Amerikaner bei mir gehabt, die in Erbenheim dann
26:21bei der Luftwaffe waren.
26:23Und habe aber auf Limits gehabt. Also ich wollte nicht die anderen Amerikaner auch drin haben.
26:31Das ist das Pussycat. Da hinten, hier, bis davor. Das ist auch Pussycat gewesen. Das sind jetzt Wohnungen.
26:45Früher alles Pussycat bis hinten da. Da hinten war die rote Bar hinten und vorne hinten.
26:50Genau, war nur am Wochenende, ja.
26:57Er ist ja wirklich ein lebenswürdiger Mensch, aber auch durchsetzungsstark.
27:01Und das muss man ganz bestimmt auch sein, wenn man eine solche Diskothek hat.
27:09Ich bin zweimal zusammengeschlagen worden, habe Morddrohungen nach Hause gekriegt.
27:13Einen Puff da oben hätte ich aufmachen können in der Adlerstraße.
27:17Also das wäre einfacher gewesen und es wäre akzeptiert worden.
27:22Aber so war das etwas gewöhnungsbedürftig.
27:27Als er das Pussycat 68 aufmacht, ist Homosexualität noch strafbar.
27:32So sichtbar wie er sind damals nur wenige.
27:35Ich finde es bewundernswert, dass er das gemacht hat, dass er das durchgezogen hat.
27:38Und dass er da auch eine gewisse Hartnäckigkeit wohl an den Tag gelegt hat.
27:43Weil er ja dann auch eine der Örtlichkeiten war, die besonders lang geöffnet haben durften.
27:48Bis tief in die Nacht hinein, wo andere schon um ein Uhr die Konzession hatten, hat er noch länger auf
27:52gehabt.
27:53Das war auch so ein Alleinstellungsmerkmal von ihm.
27:59Mit dem ZDF, das damals ja noch hier in der Stadt war, ich glaube bis 1974 oder so an der
28:03Stadt,
28:04das war schon ein Szenetreff bei ihm.
28:06Also da ist man hingegangen.
28:13Ich hatte eine gute Beziehung zur Polizei gehabt und bei mir wurde natürlich auch gedealt,
28:18aber auf der Toilette und das habe ich nicht mitgekriegt.
28:21Das haben wir ja selbst auch genommen.
28:23Und dann haben wir psychedelische Musik gemacht, wenn wir eine Tüte geraucht haben.
28:29Und dann sind uns die Leute weggeblieben.
28:31Und wenn jemand reinkam und hat gesagt, ich möchte ein Bier haben, dann haben wir ihn ausgelacht.
28:36Und da haben wir sehr schnell gemerkt, dass der Umsatz runterging und dann haben wir es bleiben gelassen.
28:43Das war es auch.
28:44Ich habe bis 40 Zigaretten am Abend geraucht und bin manchmal auf allen vier nach Hause gekrochen,
28:48weil ich so besoffen gewesen bin.
28:50Das ist auch passiert.
28:52Aber damals war man jung und hat sich darüber keine Gedanken gemacht,
28:56ob man 87 Jahre alt wird.
28:59Ich wundere mich heute noch darüber, dass ich es so lange durchgehalten habe.
29:07Ich habe dann mit 50 Jahren aufgehört, weil ich kein Disco-Opa werden wollte.
29:13Ich bin froh gewesen, dass ich es nicht mehr mache.
29:16Es hat sich alles so geändert.
29:21Frank Brabant war kein Aktivist, aber er hat viel bewegt.
29:25Seinen Kampf um Anerkennung als schwuler Mann hat er vor allem im Privaten ausgefochten.
29:32Ich war hier 25 Jahre mit meinem Freund zusammen.
29:35Der kam aus der Großindustrie.
29:38Und die Eltern wollten ja Enkelkinder haben.
29:41Und wie er durch ein Autounfall ins Leben gekommen ist,
29:44ich bin dann nicht mehr zur Trauerfeier eingeladen worden.
29:47So war das.
29:48Wir haben theoretisch silberne Hochzeit gefeiert, aber das galt ja alles nicht.
29:54Und das war die Zeit natürlich.
29:56Aber ich muss dir ganz ehrlich sagen, heute ist es auch hauchdünner Führnis manchmal.
30:02Es geht heute noch nach dem Prinzip, ich habe nichts gegen Schwule.
30:06Aber bitte nicht in meiner Familie.
30:12Er klagt nie über Einsamkeit, weil er auch so viele Einladungen hat und so vieles zu tun hat und sich
30:19für so vieles interessiert.
30:20Er kann auch sich sehr gut alleine amüsieren und er liest ja auch viel und er ist immer noch ein
30:30Sonnenanbeter.
30:35Ein typischer Tag sieht bei mir so aus, dass ich aufstehe und mein Frühstück esse und dann mache ich meine
30:42Übungen.
30:44Anderthalb Stunden mit Fahrrad fahren, mit Springseil, mit Bodenton, mit Liegestütz und das mache ich schon fast 40 Jahre jeden
30:55Tag.
31:00Und da möchte er eigentlich nicht gestört werden, es sei denn, er sitzt schon auf seinem Pferd, wie er sein
31:06Fahrrad nennt, was er hat.
31:07Da kann es sein, dass er mal bei mir anruft und sagt, ich bin jetzt gerade auf dem Pferd, wir
31:12können aber reden.
31:20Bescheiden lebe ich ja, nach wie vor. Ich brauche das ja alles nicht mehr und ich brauche die große Welt
31:27nicht mehr.
31:27Habe ich ja nie in dem Maße gehabt, aber mir ging es gut.
31:32Dem Frank war die Kunst immer näher als jeder Urlaub. Er hat wirklich sich das auch teilweise abgespart.
31:39Irgendwie ist diese Leidenschaft des Sammelns so stark, dass er da einfach seine Erholung, seine Kraft draus zieht.
31:48So in dem Sinne, er muss nicht in den Urlaub fahren, er braucht kein Auto und all diese Dinge.
31:51Ich bewundere das. Da sieht man mal, wie eng er mit seiner Sammlung lebt und wie er das auch ist.
31:58Das ist auch so ein bisschen, vielleicht auch ein bisschen so sein Refugium, sein Schutzraum.
32:06Frank Paul Brandt, hat man so das Gefühl, ist klassisch in dem Sinne, dass er mit den großen Namen des
32:13deutschen Expressionismus begonnen hat zu sammeln.
32:15In den 60er Jahren war das aber untypisch, das zu machen. Das muss man auch sagen, er hat gegen den
32:19Trend gesammelt.
32:20Aber er hat eben das Gefühl gehabt, dass es für ihn das Richtige ist. Es war seine Einstiegsdroge, wenn man
32:24das so möchte.
32:26Und dann hat er auch relativ günstig, glaube ich, in dieser frühen Zeit, weil es eben nicht am Markt gefragt
32:32war, gute, große Namen in seiner Sammlung vereinen können.
32:35Also dass er Bax Beckmann bei sich hat, dass er schon Jawlensky erworben hat früh, Emil Nolde, Kirchner.
32:41Das sind so Dinge, die später dann einfach auch unerschwinglich sind irgendwann, als es dann wieder modern gewesen ist.
32:47Und Frank Paul Brandt kommt dann ab einem gewissen Moment auch ein Stück weit dazu, dass er neusachliche Tendenzen für
32:56sich entdeckt hat.
32:57Was ja genau auch das Gegenteil ist, wieder gegen den Trend ein Stück weit.
33:01Die Neusachlichkeit war damals nicht auf dem Schirm, wollte noch keiner haben. Und da konnte ich noch preiswert Bilder kaufen.
33:07Und heute ist es ja so, dass die Neusachlichkeit überall gezeigt wird.
33:12Weil sie nüchtern und ungeschönt die Realität der 1920er und 30er Jahre spiegelt.
33:19So wie dieses Frauenporträt des Wiesbadener Malers Otto Ritschel.
33:23Der hat neusachlich gemalt und hat dann alle seine Bilder vernichtet, weil er den nur noch abstrakt gemalt hat.
33:30Und das ist eine der ganz seltenen Arbeiten aus den 20er Jahren von ihm.
33:39Selten sind auch Bilder von Künstlerinnen.
33:42Frauen wurden erst nach dem Ersten Weltkrieg an Kunsthochschulen zugelassen.
33:49Das war eine Malerin.
33:54Die war die erste Professorin 1925 in Deutschland.
33:59Die Damen durften ja bis 1919 nicht in der Akademie lernen.
34:07Maria Kersper-Filser heißt die.
34:15Das ist Hanna Nagel.
34:17Die hat auch kritisch in der Zeit der Neusachlichkeit gemalt.
34:23Guck mal, das sind Karikaturen eigentlich.
34:25Das sind Frauen, die Qualität gehabt haben.
34:31Das habe ich also vorher schon gesagt, bevor sie überhaupt in die Museen gekommen sind.
34:36Etwas, was ihn natürlich schon auszeichnet, ist so der Blick und das Interesse für Personengruppen, die am Rand der Gesellschaft
34:44stehen.
34:45Das ist etwas, was ich, als ich bei ihm die ersten Male zu Hause gewesen bin, mir sofort klar geworden
34:52ist,
34:52dass da ein Interesse da ist, was nicht ganz üblich ist, was aber unglaublich vielschichtig war und wo ich mir
34:59dachte, da kann man viel entdecken.
35:07In den Museen sind ja immer nur 25 verschiedene Male ausgestellt.
35:12Da gibt es Nolde dabei und Kirchner dabei und Picasso dabei.
35:16Aber ich habe ja viele Sachen darunter, viele Arbeiten darunter von der sogenannten verschollenen Generation als das heute.
35:23Die verschollene Generation. Fast vergessene Künstler, deren Karrieren durch die Nazis beendet wurden.
35:30Menschen, die keine Lobby hatten. Geächtete, mit denen sich Frank Verband irgendwie verbunden fühlt.
35:36Das betrifft also alle Künstlerinnen und Künstler, die vor 1933 noch nicht so bekannt waren,
35:43dass sie schon ein großes Werk hatten und schon sich eingeschrieben haben in die Kunstgeschichte
35:48und die quasi irgendwie auf dem Frung waren, bekannt zu werden im nächsten Moment.
35:52Das aber nicht konnten, weil sie dann unterdrückt wurden.
35:55Und das, was sie gemalt haben, war interartete Kunst.
35:59Nach dem Krieg waren sie entweder gefallen oder sie haben den Anschluss verpasst.
36:11Das ist der Lustmord. Das ist ein Bild, was sich keiner über das Buffet hängt.
36:19Deswegen habe ich es auch preisfest gekriegt. Das ist schon viel ausgestellt gewesen.
36:32In der Sammlung Frank Verband gibt es tatsächlich extreme Werke, die eine unglaubliche Brutalität unverblümend und konfrontativ einzeigen.
36:41Also die schaut man sich eigentlich nicht gerne an. Die sind aber unglaublich wichtig.
36:44George Cross, der ein Kinderbuch illustriert mit Soldaten, die trotenkopfgleich sind. Das ist natürlich schon eine brutale Geschichte.
36:55Grausame Gestalten, verzerrte Gesichter, geschundene Körper.
36:59Der Würger von Rudolf Schlichter, gemalt 1938. Eine Kreatur greift nach der Sonne.
37:06Die Sammlung zeigt die hellen und dunklen Seiten des 20. Jahrhunderts.
37:11Es ist so ein gleichberechtigtes Nebeneinander. Es gibt das Schöne, es gibt das Schlimme Nebeneinander.
37:16Das ist etwas, was dort auch seine Sammlung auch wirklich ausmacht.
37:33Nach und nach ist Frank Verband ein veritabler Kunstkenner, mit dem ich mich unglaublich gerne treffe und begegne und mit
37:42ihm über Kunst spreche.
37:45Man sagt mir nach, dass ich im Laufe der Jahre auch Qualität sehen konnte, also dass ich das Gefühl hatte,
37:54was Qualität war.
37:55Ich habe das immer für mich gesammelt.
38:04Ich habe nachher meistens auf Auktionen gekauft, weil die Galerien ja immer noch einiges da draufgeschlagen haben.
38:13Und meistens hat er ein gutes Gespür.
38:21Manche Werke ersteigert Frank Verband vom Bett aus. Mit Herzrasen.
38:27Ich habe dann kurz vor dem Herzinfarkt am Telefon gehangen im Schlafanzug und habe dann mitgesteigert.
38:36Und da habe ich nachher gedacht, du liebe Gott, was hast du denn jetzt gemacht?
38:41In diesem Chor bin ich oft eingegangen, ja.
38:44Ich habe immer über meine Verhältnisse gelebt, bei der Kunstsammeln.
38:54Ich habe mich darüber gefreut, wenn ein Bild teuer geworden ist.
38:57Aber das hat mich in erster Linie nicht interessiert. Ich habe keine Aktien an der Wand gekauft.
39:04Und deswegen würde ich jedem abraten, Aktien an der Wand zu kaufen, wenn man keine Ahnung davon hat.
39:15Diesmal ersteigert er kein neues Boot.
39:22Er ist immer wieder mal etwas verwundert, wenn Menschen zu ihm kommen, die sich ein Kunstwerk kaufen wollen,
39:32aber dann auch immer wissen wollen, was kann das dann wert sein in so und so vielen Jahren
39:39und wie wird sich der Künstler entwickeln. Das kann er nicht verstehen. Das ist nicht seine Welt.
39:46Also es ist ja auch so, dass er keine Bilder verkauft.
39:51Irgendwann gehören all diese Bilder der Öffentlichkeit.
39:54Eine Hälfte seiner Sammlung geht ans Staatliche Museum Schwerin, die andere ans Museum Wiesbaden.
40:05Hier kommt heute ein weiteres Bild dazu. Vom Künstler Kevin Clark.
40:13Der US-amerikanische Fotograf und Bildhauer ist bekannt für seine sogenannten DNA-Porträts.
40:20Solche hat er auch schon von Größen wie Jeff Koons und John Cage gemacht.
40:27Jetzt bekommt auch Frank Brabant so ein Bild.
40:40Ich bin sehr froh, dass wir heute dieses Werk hier im Museum Wiesbaden im Saal der Helene im spanischen Kostüm
40:49enthüllen dürfen.
40:50Hier verschmelzen Buchstaben aus einer DNA-Sequenz mit persönlichen Geschichten.
41:04Ein Drittel von meinem Leben hast du eingefangen.
41:10Zu diesem Brabant-Porträt kam es ganz zufällig.
41:15Wir waren auf dem Land irgendwo in der Nähe von Frankfurt in der Ausstellung von Kevin.
41:19Und da haben die alle gesagt, wir müssen mal versuchen, dass der Kevin ein Bild von mir macht, ein DNA
41:26-Bild.
41:28Wir haben so eine kleine Zeremonie daraus gemacht.
41:33Das Bild des Künstlers Kevin Clark erzählt, was den Sammler Frank Brabant ausmacht.
41:38Seine Liebe zur bildenden Kunst und seine Widerstandskraft.
41:44Das ist ein kurzer Ausschnitt von einer superlangen Sequenz.
41:50Aber es ist bedeutsam und es ist ihm eigen.
41:55Jeder liebt Teddybären.
41:58Aber für ihn war der Verlust von seinem Teddybären so eine ganz, ganz tiefe Geschichte.
42:06Er war immer neben mir.
42:07In Bombennächten und so, in den Stettinen und auch auf der Flucht dann.
42:12Das war damals mein Anker.
42:21Frank Brabant ist ja jemand, der wirklich, wie sagt man so schon, Hinz und Kunz kennt.
42:25Den Frank Brabant sieht man immer wieder, auf vielen, vielen Veranstaltungen trifft man.
42:30Wenn ich dieses Alte habe, möchte ich auch gern so lebendig und lebhaft sein und so noch gefragt sein eigentlich
42:36in der Gesellschaft.
42:38Mit seiner Sammlung Prahlen legt ihn fern. Aber er genießt die vielen Anfragen.
42:45Das sind Sachen, die mich beschäftigen, die mich stolz machen vielleicht auch.
42:51Dass ich richtig gesammelt habe. Dass die Leute jetzt die Bilder haben wollen.
42:56Dass ich doch ein bisschen was aus meinem Leben gemacht habe.
43:05Ich muss jetzt über die Bilder steigen, um ins Bett zu kommen. Und jetzt ist Feierabend bei mir.
43:13Das ist Feierabend bei mir.
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