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Die Dicke · Doku üBer Das Aufwachsen Mit Kilo-Stress
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00:00It's the worst, at least in my mind, is that I come from the Friseur, from the Makeup-Artist,
00:14my clothes, my clothes, I see myself in the mirror and think,
00:24oh my God, are your arms thick and what a round face do you have actually?
00:31I want to be on this day a beautiful and beautiful braut.
00:41Straffer Busen and a great Taille, flacher Bauch,
00:48schöne Beine, ohne Cellulite, schöne Waden.
00:53Ich sehe da bei den anderen halt eben immer nur die schönen Seiten, was die halt eben alles haben.
01:00Und dann sehe ich halt die schlechten Seiten bei mir.
01:04Ich habe nie mein schlankes, schönes Prinzessin-Ich aus mir raus gemeißelt.
01:11Sondern ich kann sagen, egal wie dick oder dünn ich war, ich habe immer noch mehr Fehler gefunden.
01:21Hanna, Michaela, Elisabeth.
01:27Drei Frauen sprechen über ihren Traum von einem dünneren Ich.
01:31Es ist ein Albtraum, den Millionen Frauen kennen.
01:36Immer im falschen Körper, immer auf Diät, niemals perfekt und selten in der gewünschten Kleidergröße.
01:43Ein Leben lang.
01:46Für immer zu dick.
01:55Ich bekam meine erste Diät als Kleinkind von drei Jahren.
02:00Eine Magerquark-Diät.
02:02Meine Mutter machte sich Sorgen, dass ich zu dick werden könnte.
02:06Zu dick werden, das erschien mir schon sehr früh als das Schlimmste, was einem Mädchen überhaupt im Leben passieren kann.
02:15Es waren die 70er Jahre.
02:17Das Körperideal für Frauen dünn.
02:22Es wurde oft erzählt, dass meine Mutter, gleich nachdem sie mich geboren hatte, in ihre alte Größe 36 einfach reingeschlüpft
02:30war.
02:31Und schon früh war klar, dass ich dickere Gene habe.
02:36Dass ich nicht perfekt bin, so wie ich bin.
02:44Ich war nicht fett, ich war nicht übergewichtig, aber ich war eben nicht zierlich.
02:52Sagen wir, ich war eben so ein bisschen pummelig, so ein bisschen kompakt, ein bisschen pausbäckig, einfach ein bisschen runder.
03:00Einfach kräftig.
03:02Und das ist schon immer so gewesen.
03:11Ab der dritten Klasse durften wir einmal die Woche im benachbarten Hallenbad schwimmen gehen.
03:19Und meine Mama hat mir einen, ich weiß das noch, einen pinken Barbie-betrugten Badeanzug gekauft.
03:27Und ich war so stolz, den auszuführen.
03:31Und ich habe dann da meinen süßen Badeanzug angehabt und dachte, hm, in ihren ganzen kleinen Bikinis und Badeanzügen
03:43sind meine Klassenkameradinnen so süße, zarte, schlanke Elfchen.
03:50Und ich habe in dem Moment so das erste Mal gefühlt, wie sich so mein kleines dickes Bäuchlein gegen den
03:58Badeanzug gespannt hat.
04:00Und ich so dicke, watschlige Oberschenkel in meinen Gedanken hatte, die auch gerieben haben.
04:07Und plötzlich ist mir das erste Mal so bewusst geworden, warum kann ich nicht so eine zarte kleine Elfe sein?
04:23Ich glaube, für meine Mutter ist das ziemlich schwierig gewesen, weil ich mich schlecht fühle und die anderen Kinder über
04:30mich lachen.
04:31Ich glaube, in der Situation konnte sie nicht viel mehr tun, als mir zu sagen, ach, das ist Babyspeck, das
04:38verwächst sich.
04:40Du bist süß, so wie du bist.
04:45Eigentlich hatte ich eine total normale Figur. Und eigentlich hatte ich auch ein ganz normales Verhältnis zu meinem Körper.
04:52Ich weiß es noch ganz genau. Da waren wir im Urlaub. Da sagte die Pensionswirtin zu meiner Mutter, während ich
04:59dann da Eis löffelte,
05:00sie müssen aber aufpassen. Das Mädchen hat die Neigung zum Dickwerden. Und das ist, das hat sich eingebrannt.
05:08Meine Mutter hat das überhaupt nicht wahrgenommen, aber bei mir hat sich das eingebrannt.
05:13Das ist durchaus, als ich Kind war, mal vorgekommen, dass eine Freundin bei mir übernachtet hat und wir dann eben
05:18zu viert mit meinen Eltern einen Film geguckt haben.
05:22Und meine Mutter hat dann so eine Schüssel mit Pralinen auf den Tisch gestellt. Und ich habe mir dann irgendwie
05:28die zweite genommen.
05:29Und dann hat sie so, hey, es ist die jetzt auch mal gut. Also die Leute, mit denen ich befreundet
05:32bin, die dürfen Süßigkeiten essen.
05:34Und ich darf das nicht, weil ich sonst zu dick werde. Oder weil ich sowieso schon zu dick bin.
05:42Meine Mutter, sie hat auch immer Probleme mit ihrer Körpergröße gehabt und auch beim Thema Essen.
05:49Und letzten Endes war es so, dass ich das bei ihr auch gesehen habe, wie sie dann immer gesagt hat,
05:55ich kann das nicht tragen und ich kann das nicht essen und dies geht nicht und das geht nicht.
06:00Und so ein Stück weit hat sie das auch auf mich übertragen.
06:03Und letzten Endes war es halt so, dass ich dann eher gedacht habe, mit mir stimmt was nicht, wenn ich
06:07mich okay finde.
06:12Irgendein Nachbar, der mal bei uns gewohnt hatte, sah mich irgendwo an einer Bushaltestelle und erzählte meiner Mutter,
06:21ach hier, ich habe ihre Tochter neulich gesehen, die ist ja eine richtig hübsche junge Frau geworden.
06:25Und meine Mutter hat mir das gesagt, erzählt, sehr viel später, mit dem Zusatz, wollte ich dir eigentlich gar nicht
06:34erzählen, nicht, dass du eingebildet wirst.
06:37Und das ist auch etwas, das sich eingebrannt hat.
06:41Also nach dem Motto, ich darf nichts Gutes über mich sagen, weil sonst bin ich eingebildet.
06:48Also habe ich über mich mehr das Schlechte gesagt, die guten Sachen nicht gesagt.
06:54Auch nicht zugelassen zu sagen, ich habe hübsche Augen oder irgendwie sowas.
07:06Verschiedene Studien haben gezeigt, wie groß der Einfluss von Müttern darauf ist, wie zufrieden Mädchen mit ihrem Körper sind.
07:15Sie geben das weiter, was sie selber erleben, ständig aufgrund ihres Äußeren bewertet werden.
07:22Aber damals hat niemand darüber gesprochen.
07:26Als ich 16 Jahre alt war, pendelte ich zwischen Hungern und Heißhunger.
07:31Ich wusste von allen Grundnahrungsmitteln und von allen Süßigkeiten, wie viel Kalorien sie haben.
07:38Es gab wohl Menschen, die mich hübsch fanden, aber die konnte ich nicht ernst nehmen.
07:43Dagegen allerdings jede einzelne abwertende Bemerkung über meine Figur.
07:49Ich war überzeugt, dass ich nur endlich dünner werden müsste, um glücklich zu sein.
08:00Irgendwann bin ich 14 geworden und Bauchnabelpiercings, das war so das modische Ding, was alle Mädchen in der Mädchenzeitschrift hatten.
08:14Meine Mama hat Ja gesagt und ich habe ein Bauchnabelpiercing bekommen, so ein ganz schönes.
08:21Es war ein silberner kleiner Schmetterling mit kleinen pinken Steinchen und kleinen Ketten, die runtergehangen haben.
08:30Und ich war richtig, richtig stolz. Bis dann plötzlich ein Mädchen in der Klasse auf meinen Bauch zeigte und sagte,
08:38Boah, guckt mal, Hannas Bauch ist so fett, das sieht aus, als würde der Bauchnabel das Piercing auffressen.
08:55Ich habe mal als Teenager in der Schulzeit einen Korb bekommen von jemandem.
08:59Und er hat tatsächlich zu mir gesagt, wenn du 20 Kilo abnehmen würdest, dann könnten wir nochmal drüber reden.
09:04Da war ich 16.
09:06Ja, das war so mit bei meinem ersten richtigen Freund, der dann irgendwann meinte,
09:13Boah, wenn du ein bisschen abnimmst, dann liebe ich dich noch mehr.
09:17Und dann ging es los, dass ich meinen Körper nicht mehr mochte, dass ich auch dachte, bin hässlich und so.
09:26Ich bin mit 19 nach dem Abi ausgezogen mit doch meinem ersten damals langjährigen Freund.
09:37Das ist jemand gewesen, wo ich immer dieses unbestimmte Gefühl hatte, dass er mich verändern möchte
09:46und dass ich nicht so richtig bin, wie ich bin.
09:50Ich habe mir damals sehr schöne Unterwäsche gekauft.
09:55Ich weiß noch, doch ein sportlich sexy Set bei Calvin Klein.
10:01Und ich habe die angezogen, um ihn damit zu überraschen.
10:04Und die Reaktion war so ein abschätzender Blick mit Schulterzucken.
10:09Und ja, das ist schöne Unterwäsche, aber das sieht schon besser aus, wenn du dünn wärst.
10:19In meiner letzten Beziehung war es so, dass mein damaliger Freund ein bisschen kleiner war als ich.
10:24Ich glaube so, weiß ich nicht, fünf oder sechs Zentimeter.
10:27Und das war am Anfang unserer Beziehung sehr lange ein sehr wichtiges Gesprächsthema, dass ich größer war als er.
10:33Und jedes Mal, wenn ich mich vor ihm ausgezogen habe, hat er gesagt Schinken.
10:46Ich hatte nie das Gefühl, dass der mich irgendwie gerne anfasst.
10:50Und ich hatte immer das Gefühl, mir das erarbeiten zu müssen, dass der mit mir zusammen bleibt.
10:54Und das ist irgendwann so weit gegangen, dass ich für ihn eine Abschlussarbeit geschrieben habe, weil er das nicht auf
10:59die Kette gekriegt hat.
11:00Weil ich dachte, dann bleibt er auf jeden Fall bei mir.
11:02Weil er hat ja sonst keinen Grund, bei mir zu bleiben.
11:05Dasselr ist.
12:06I wake up, I wake up, I need a chance.
12:21I wake up, I need a chance.
14:31We're right back.
14:33Was Constable M.: Weil dem Bild申弥 slippiert im Gloria Bnetland
14:33Ich hatte nur noch Kraft für Essen zu vermeiden
14:39und meine Arbeit zu schaffen.
14:44Ich habe mich zurückgehungert bis auf 47 Kilo.
14:48Ich habe dann auch arge Probleme mit dem Kreislauf gekriegt.
14:53Dann hat meine Mutter mich zur Seite genommen
14:55und gesagt,
14:56I said, I'm afraid of you, you have to eat more, and that's what I did.
15:05I took a little to and felt totally uncomfortable.
15:13I was about 55 kg or something.
15:17I thought I was too fat.
15:22Es gibt viele Untersuchungen darüber, dass weniger als die Hälfte aller Mädchen zwischen
15:2711 und 15 Jahren mit ihrem Körper zufrieden ist.
15:31Und je älter sie werden, umso unzufriedener werden sie.
15:3780 Prozent aller Jugendlichen, also eigentlich fast alle, sind davon überzeugt, dass dünne
15:43Menschen beliebter sind als dicke.
15:48Wenn ich heute Fotos von mir aus meiner Teenagerzeit sehe, dann finde ich sie manchmal sogar
15:54schön.
15:55Aber damals habe ich jedes einzelne Bild gehasst.
15:58Ich wollte mich nicht sehen, wie ich bin.
16:03Und ich wollte auch auf gar keinen Fall wissen, wie viel ich wirklich wiege.
16:08Wenn die Waage nur ein Pfund mehr anzeigte, als ich gehofft hatte, dann war der Tag gelaufen.
16:16Das waren ja noch mechanische Wagen.
16:19Da konnte man schummeln.
16:22Also da habe ich mich dann äußerst vorsichtig draufgestellt.
16:26Ich habe mich rechts und links irgendwo abgestützt.
16:30Da habe ich mich ganz langsam losgelassen.
16:34Und ich habe mich dann auch wirklich selbst belogen, um da noch einen Pfund runterzuschummeln.
16:56Ich habe ja nie mich getraut, mal zu sagen, hey Mann, ich bin toll, ich kann das und das und
17:04das alles und so.
17:05Sondern es ist echt so in mir verinnerlicht, eher immer das Schlechte rauszukehren.
17:13Ich habe meistens gar nicht in den Spiegel geguckt.
17:17Ich wollte mich selber nicht sehen.
17:19Der Busen hängt, das tat der schon sehr früh, weil ich einfach das Bindegewebe nicht habe.
17:28Also der hängt.
17:29Dann habe ich nach dem Essen immer gleich einen Bauch.
17:32Auch die kurzen Male, die ich in den Spiegel geguckt habe, das ist nichts gewesen, was ich schön oder gut
17:44an mir gefunden hätte.
17:45Dann habe ich die hässlichen Beine, dann habe ich keine schönen Fußfesseln, dann habe ich Zellulite, dann habe ich dies.
17:53Also es ist mir immer auf Anhieb mehr Schlechtes eingefallen als Gutes.
17:59Es war irgendwann so, dass ich vor allem auch einfach immer Angst hatte, irgendwo gesehen zu werden.
18:05Ich habe aufgehört, ich war früher Rettungsschwimmer, ich habe aufgehört zu schwimmen, weil ich mich da ausziehen musste.
18:12Und ich bin halt auch nicht tanzen gegangen, weil das einfach nicht schön aussieht, wenn jemand wie ich tanzt.
18:26Anfang des Jahres haben wir ein Teamshooting gemacht bei einer Fotografin, die ich auch kenne und wo ich weiß, dass
18:31die gut ist.
18:33Und dann waren die Fotos da, dann habe ich die zugeschickt bekommen.
18:36Und ich weiß noch, ich habe die Mail bekommen und ich war natürlich neugierig, ich habe die direkt aufgemacht, obwohl
18:40ich gerade in einem Gruppencall war, einem Videocall.
18:43Und ich musste dann die Kamera ausmachen, weil ich so geweint habe.
18:47Ich habe nur das Doppelkin gesehen, was ich hatte und da war eigentlich vorbei.
18:51Da habe ich auch gedacht, das kannst du nicht auf die Website packen.
18:56Ich finde die Bilder ganz schlimm.
18:59Ja.
19:06Das ist das, was ich sehe, wenn ich dieses Foto angucke.
19:09Das sind alles so Sachen, die ich schon mal an mir selber kritisiert habe und die ich an mir selber
19:13nicht mochte, weil ich Angst hatte, dass andere Leute mich dafür scheiße finden.
19:18Zum Beispiel, ich habe einen Doppelkinn und keinen Hals oder dass meine Brüste in verschiedene Richtungen zeigen.
19:24Oder ich habe ein Schwimmerkreuz und Boxerarme und nichts davon sieht gut aus und ich kann dich an meinem eigenen
19:29Ellbogen lecken.
19:30Das kann zwar niemand, aber das ist das, was von mir erwartet wird und ich kann es nicht.
19:42Wie wäre unser Leben wohl, wenn wir uns selber einfach mögen würden?
19:47Wenn wir uns nicht damit beschäftigen würden, wie vernichtend die anderen vermeintlich über uns urteilen.
19:53Zu hässlich, zu dick, zu plump, zu unförmig, zu alt.
19:57All das, was wir uns selbst ausdenken und was uns vom Leben abhält.
20:05Es gab Tage, da habe ich das Haus nicht verlassen, weil ich mich unzumutbar fand für die Welt da draußen.
20:11Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, mit jemandem darüber zu sprechen. Ich schämte mich.
20:17Dass diese Gedanken sehr krank machen können, ist in zahlreichen Studien längst nachgewiesen.
20:23Aus Essstörungen können Angststörungen und Depressionen werden.
20:29Aber zuerst ist da ein Gefühl von großer Einsamkeit.
20:39Ich bin sicher, dass es vielen genauso geht wie mir.
20:44Auch in dem Punkt, dass jeder denkt, dass er da für sich allein leidet.
20:48Dass es niemandem so geht, dass es allen um dich rum gut geht.
20:52Und das ist das Gefühl, was ich gehabt habe.
20:55Jeder, der um mich rum ist, dem geht es gut.
21:01Dem geht es gut mit sich selbst.
21:03Und niemand kann mich verstehen.
21:22Und dann war es so, dass ich psychisch zusammenbrach.
21:25Und dann bin ich stationär in die Klinik gegangen.
21:29Hab also auch selber drum gebeten.
21:32Und da wurde ich dann erst mal mit Medikamenten neu eingestellt.
21:36Also gegen die Depressionen und gegen die Angststörung.
21:40Und das hat sehr, sehr gut getan.
21:44Gleichzeitig haben diese Medikamente halt wirklich wieder den Appetit sehr angefacht.
21:49Und ich hab ja da dann auch, da waren ja immer Süßigkeiten da von den Leuten, die da auf Station
21:56waren.
21:57Und die Schwestern haben Sonntagskuchen gebracht und all das.
22:01Und dann hab ich die Kontrolle verloren.
22:04Ich hab dann eine Zeit lang Psychopharmaka genommen.
22:06Unter anderem Antidepressiva, von denen ich halt auch so ...
22:09Also da hat sich mein Essverhalten halt auch verändert,
22:13weil es eben Menschen gibt, bei denen Antidepressiva das machen.
22:16So, und da hab ich in sehr kurzer Zeit sehr viel zugenommen.
22:20Innerhalb von anderthalb Jahren hab ich 50 Kilo zugenommen.
22:2550 Kilo.
22:27Weil ich wirklich total die Kontrolle verloren habe.
22:32Komplett.
22:43Und wieder runter schon wiederholfen.
22:48Musik
22:50Musik
22:50Musik
22:51Musik
22:52Musik
22:52Musik
22:53Musik
22:53Wenn du jung saud questoер!
22:56Association
22:57Erõow hunted
23:00Ich sehe stalle
23:01Oh, you look like yourself, but you're somebody else
23:06Only it ain't on the surface
23:11Well, you talk like yourself, no
23:14I hear someone else, but now you're making me nervous
23:29I saw the part of you that only when you're older you'll see too
23:36You will see too
23:41Meine Freunde sind alle in Beziehungen
23:44Die fangen jetzt an zu heiraten und zu werfen und zusammenzuziehen
23:48Und das Ding ist, da lernt man auch nicht mehr groß neue Leute kennen
23:50Weil die haben sich ja schon, die gehen ja nicht mehr raus auf die Suche
23:53Und da diese Gruppen-Events und ich gehe ja auch nicht feiern
23:56Das heißt, was soll ich machen? Ich gehe auf eine App
24:06Da waren teilweise so diese ersten Fragen, die mir gestellt wurden
24:09So nach dem Match, die waren sehr unangenehm
24:12Also dieses, hast du ein Ganzkörperfoto von dir, weil ich Angst habe, dass du fett bist
24:20Das war sowas, dem habe ich mich dann einfach irgendwann nicht mehr aussetzen wollen
24:26Also die letzte Dating-App, die ich mir installiert habe, die habe ich nach 10 Stunden wieder gelöscht, weil ich
24:30keinen Bock mehr hatte
24:36Ich habe meinen Mann kennengelernt über eine Fotocommunity
24:41Er ist also Fotograf, semiprofessionell und ich war damals sehr unprofessionell unterwegs
24:48Und wir haben uns halt eben darüber kennengelernt
24:50Und das war unser gemeinsames Ding, die Fotografie
24:55Er fing dann an, irgendwann so Aktaufnahmen auch von mir zu machen
24:59Und zuerst war ich so, ich so, eh, ja
25:03Und später habe ich dann halt so, ich habe die Lust dann daran entdeckt
25:06So, Mensch, das sieht ja richtig gut aus
25:09Ich wusste gar nicht, dass ich auch so gut aussehen kann
25:12So, mit Accessoires und anständiger Blickwinkel und so weiter
25:18Das hat mein Ego auch ordentlich gestreichelt
25:21Er hat mir versprochen, dass er keine anderen Frauen fotografiert, sondern nur mich
25:28Und das war auch eine ganze Zeit lang ging das dann auch gut
25:32Und irgendwann kam dann der erste Fotoauftrag
25:36Da hat er halt meine Arbeitskollegin fotografiert
25:39Junges, hübsches Mädchen, schlank, feste Haut und alles
25:43Alles das, was ich nicht war sozusagen
25:45Und ich, ah, ich war so eifersüchtig
25:48Du weißt doch, wie es in mir drin aussieht
25:51Du kennst doch mein, dass ich kein, dass ich nicht mit mir zufrieden bin
25:56Und mich so schlecht und hässlich finde und so, das weißt du doch
26:00Und dann fotografierst du da so eine hübsche Frau
26:04Die hat eine tolle Figur, die hat einen tollen Körper und sieht toll aus
26:09Und ich stehe daneben und fühle mich wie ein Sack Kartoffeln
26:16Wir sind darauf abgerichtet, neidisch auf das Begehrenswerte, das scheinbar Vollkommene zu starren
26:24So wollen wir auch aussehen
26:25Dafür geben wir viel Geld aus
26:31Sich ständig zu vergleichen, macht unglücklich und unzufrieden
26:35Die Unzufriedenheit frisst sich tief in das ganze Leben hinein
26:39Bestimmt unsere Beziehungen und entscheidet sogar darüber, wen wir lieben
26:48Ich habe eigentlich ausschließlich Freundinnen, die mal phasenweise eine Essstörung hatten
26:54Oder die, die halt so wie ich auch einfach eine lange, lange, lange Geschichte mit dem Essen hatten
27:00Und bei vielen hat es dann damit aufgehört, dass sie in eine dauerhafte gute Beziehung gekommen sind
27:06Wo der Partner ihnen einfach vermittelt hat, dass das völlig okay ist, so wie sie sind
27:19Ich bin jetzt verlobt und werde in ein paar Wochen heiraten
27:25Das ist eine Situation, mit der ich unheimlich glücklich bin
27:30Auch weil ich einen Partner gefunden habe, der mich vollends liebt und akzeptiert, genauso wie ich bin
27:40Und trotzdem setzt mich diese schöne Situation unter unheimlichen Druck
27:46Ich wollte immer schön sein, ich wollte immer dünn sein und perfekt
27:51Und am schönsten Tag meines Lebens möchte ich das auch sein, noch viel mehr als sonst
28:02Ich bin da mit einer bestimmten Vorstellung in den Laden gegangen
28:06Ich wollte auf Biegen und Brechen ein glitzerndes Prinzessinnenkleid
28:15Ist das nicht schön?
28:21Alles schimmert und ist voller Perlen und Pajetten
28:25Doch, das ist ein Disney-Prinzess, ein Traum
28:30Eigentlich
28:39Ich habe das Gefühl, dass mir alles rausquillt und das ist so ein süßer, winziger Stoff
28:46Und der steht einfach hinten ab und ist nicht mal in der Nähe davon zuzugehen
28:54Also ich fühle mich dick
29:06Meine Vorstellung von der märchenhaft schönen Braut sind Disney-Filme
29:12Makelloses Aussehen, aber vor allen Dingen ein unfassbar dünner Körper mit einer winzigen Taille
29:19Und vor allem keine dicken speckigen Arme, die aus den Ärmeln rausquillen
29:26Das ist eine unrealistische, kitschige Vorstellung
29:31Aber das ist seit frühesten Kindertagen das, was ich an meinem Hochzeitstag immer sein wollte
29:38Für einen Tag eine Prinzessin sein
30:05Das ist ein paar Leute, die aus dem Krieg
30:10Kissing and I remember when you started calling me your missus
30:13All the plate fighting, all the flirtatious disses
30:16I tell you sad stories about my childhood
30:19I don't know why I trusted you but I knew that I could
30:22We'd spend the whole weekend lying in our own dirt
30:25I was just so happy in your boxes and your t-shirt
30:29Dreams, dreams of when we had just started things
30:35Dreams of you and me
30:40And it seems, it seems that I can't shake those memories
30:45I wonder if you have the same dreams too
30:51The little things that take me there
30:55I know it sounds lame but it's so true
30:57I know it's not right but it seems unfair
31:00The things are reminding me of you
31:03Sometimes I wish we could just pretend
31:06Even if only for one weekend
31:09Come on, tell me if this is leaving
31:24It was always so, that I had a bad feeling
31:28It was always a bad feeling in my head
31:42And then I was like, oh, I had to take care of
31:44I had to take care of my husband
31:45And then I was like...
31:47And that's also...
31:48I took care of my husband
31:52And that was also...
31:58I took care of my husband
32:00And then I took care of my husband
32:05junk food gegessen.
32:07Weil das auch alles war, was mir wenigstens mal
32:09kurz irgendwie ein gutes Gefühl gegeben hat.
32:12Und
32:13es war halt immer noch mal kurz, weil danach
32:15habe ich natürlich ein schlechtes Gewissen gehabt und
32:18ich war ja Studentin,
32:19ich habe in einer WG gewohnt und ich habe
32:22dann den ganzen Müll, diese ganzen
32:23Junkfood-Verpackungen immer in meinem Zimmer in eine
32:25Mülltüte getan und dann rausgebracht,
32:27wenn die anderen im Bett waren. Manchmal habe ich
32:29meinen Müll sogar auf mehrere kleine Mülltüten
32:31verteilt, damit ich die dann in die öffentlichen
32:33Mülleimer tun kann, damit es bloß keiner im Haus
32:35mitbekommt.
32:39Ja.
32:40Und da kam ich so in diese
32:42klassische
32:44Diätfalle. Also ich habe mich fett
32:46diätet sozusagen. Weil jedes
32:48Mal, wenn ich eine Diät gemacht habe
32:50und ich habe danach wieder normal gegessen,
32:52dann hatte ich es drauf plus. Also der
32:54klassische Jojo-Effekt plus
32:56X.
32:58Und da ging das dann los, dass ich
33:00dann
33:02dass ich dann bis
33:04also über Jahre verteilt
33:06fast 100 Kilo
33:08dann hatte.
33:11Es gibt eine Untersuchung aus
33:13England, in der Frauen befragt
33:15wurden, was sie für ihr Idealgewicht
33:18opfern würden.
33:20Zehn Prozent der Frauen
33:21sagten, sie wären bereit für ihre
33:23Traumfigur auf zwei bis fünf
33:26Lebensjahre zu verzichten.
33:27Also früher zu sterben.
33:30Das Gewicht einer Frau hat mehr
33:32Einfluss auf ihr Glück
33:34als ihr Liebesleben.
33:35Das fanden Wissenschaftler des
33:37Max-Planck-Instituts heraus.
33:43Frauen werden schon so lange über
33:45ihren Körper, über ihr Aussehen
33:47definiert, dass es quasi ein Teil
33:50unserer DNA geworden ist, uns selber
33:52als Baustelle zu betrachten.
33:56Auf dieser Baustelle läuft ständig
33:58etwas schief.
34:00Nichts ist zufriedenstellend und
34:02manchmal gerät alles außer Kontrolle.
34:10Ich bin da irgendwann in so einer
34:11Spirale gewesen, wo ich permanent nur
34:13Diät gemacht habe und mich nur
34:14gezügelt habe und das nicht mal
34:17irgendwie einen Effekt hat.
34:18Und im Grunde war für mich dann der
34:21Punkt, an dem ich damit aufgehört
34:22habe, der Punkt, an dem ich erkannt
34:24habe, dass es einfach keinen Sinn hat.
34:25Also es ist sehr befreiend festzustellen,
34:27dass man aufgeschmissen ist.
34:30Der Auslöser, warum ich dann mich
34:32dahinter geklemmt habe und
34:34gesagt habe, da muss jetzt was
34:36passieren, war, dass ich gestürzt bin
34:41und mir wirklich richtig dolle
34:43wehgetan habe und das war noch
34:45nicht mal das Schlimmste.
34:46Das Schlimmste war, dass ich da lag
34:47wie so ein Wal auf dem Trocknen und
34:50nicht mehr hochgekommen bin.
34:52Und das war so beschämend für mich.
34:56Dann lag ich da und musste warten,
34:58bis mir jemand zur Hilfe eilt, weil
35:01ich mich aus eigener Kraft nicht
35:03hochziehen konnte.
35:05Und dann habe ich mich
35:08dahinter geklemmt und habe mich
35:09erkundigt, wie das ist mit so einer
35:13Magenverkleinerung.
35:14Was muss ich denn da überhaupt alles
35:15mitbringen? Was muss ich machen?
35:17Ist das überhaupt was für mich?
35:19Und habe mich, ja und dann ging das
35:21so seinen Weg.
35:23Und ich habe mir viel Zeit gelassen
35:25mit diesem Programm und dann eben
35:28Ende letzten Jahres die Operation
35:29gehabt.
35:40Ich habe auch ganz bewusst viele Sachen
35:42dann zum letzten Mal gegessen.
35:45Also direkt vor der OP habe ich mir zum
35:47Beispiel nochmal einen richtig riesengroßen
35:49Eisbecher gegönnt.
35:50Das war der letzte meines Lebens.
36:01Dieses ständige Kreisen ums Essen ist weg.
36:05Und auch die Gedanken ums Gewicht, es ist
36:08nicht weg, aber es ist weniger geworden.
36:10Es ist entspannter, weil ich nehme jetzt
36:13nicht so schnell ab wie andere, aber es geht
36:15kontinuierlich runter.
36:20Ich werde nie wieder Riesenportionen
36:23essen können, aber gleichzeitig will ich
36:26ja auch gar nicht mehr.
36:27Ich habe ja so viel gefuttert in meinem
36:29ganzen Leben, das reicht ja bis ans
36:30Lebensende.
36:34Ich habe ja schon 55 Prozent meines Ziels,
36:37bin ja schon auf der Hälfte, ich habe
36:38Halbzeit.
36:39Und, aber es ist eine, es ist eine
36:45lebensverändernde Sache.
36:47Das ist fürs ganze Leben dann, da ist
36:49nichts mehr rückgängig zu machen.
37:07Ich habe manchmal so Momente, wo ich mich
37:10schon frage, ob das jemals vorbei sein wird.
37:11Ob ich jemals eine richtig gute Beziehung
37:14haben werde mit irgendwem, für denen das
37:17auch okay ist, wie ich aussehe.
37:19Ja, ja, da habe ich schon manchmal
37:21Gedanken dran.
37:22Ich bin mittlerweile fast 27 und verlobt.
37:28Mir geht es sehr viel besser als damals,
37:30aber das ist immer noch alles in mir
37:33drin.
37:35Ich bin nicht mehr das Häufchen Elend,
37:38dass ich mit Anfang 20 und am Rande einer
37:42Magersucht gewesen bin.
37:46Aber ich würde nicht sagen, dass ich heute
37:48schon an einem Punkt angekommen bin, an dem ich
37:55komplett zufrieden mit mir selbst bin.
37:57Ich habe so viel Zeit damit verbracht, mich
38:00niederzumachen und mich schlecht zu fühlen.
38:04Und irgendwie, ich meine, jeder von uns hat ja nur das
38:08eine Leben und das, ich weiß nicht, ich kann es schwer
38:15beschreiben, aber ich habe, für mich ist es tatsächlich
38:18irgendwie so ein bisschen wie so eine verlorene Zeit.
38:21Manchmal realisiere ich, dass ich so viele Jahre meines
38:26Lebens daran vergeudet habe, anders sein zu wollen, als ich bin.
38:35Es wird immer so ein bisschen das Gefühl sein, so ein bisschen
38:38schambehaftet.
38:39Und also vielleicht, dass ich irgendwann denke, okay, jetzt bin
38:44ich so alt, jetzt ist es auch egal.
38:48Ich kann inzwischen ins Schwimmbad gehen.
38:51Das geht.
38:52Da habe ich nicht mehr so die Probleme damit.
38:56Aber ganz wird es nicht weggehen.
39:10Wenn ich eine Tochter hätte, die sich zu dick findet, dann würde
39:15ich versuchen, ihr vorzuleben, wie man seinem eigenen Körper
39:20vertraut, dass der weiß, wann genug ist.
39:22Ich würde ihr auf keinen Fall was verbieten wollen.
39:25Und wenn sie dick ist, würde ich sagen,
39:29überleg dir einfach, ob du damit okay bist.
39:32Weil ich bin damit okay.
39:40Nach über 50 Jahren habe ich manchmal noch dasselbe Gefühl,
39:44das ich als Kind hatte.
39:47Ich höre eine Stimme, sie flüstert mir zu.
39:51Du wirst zu dick.
39:54Und diese Stimme bin ich selber.
40:01Als meine Tochter sich eine Barbie-Puppe wünschte,
40:04da erzählte ich ihr, dass es ja jetzt auch ganz neue Barbies gibt.
40:08Die sind nicht mehr so schrecklich dünn.
40:10Die haben eine ganz normale Figur.
40:15Curvy sind sie, kurvig.
40:17So eine könnte ich ihr doch schenken.
40:22Etwas später bekam ich einen Zettel.
40:24Sie wollte ganz sicher gehen.
40:29Sie wünscht sich eine Barbie mit Klamotten.
40:35Dünn, bitte.
40:44Also keep the party running,
40:46I want you out of place.
40:48Well, I don't play safe.
40:50Don't you know about me.
40:52I could dance.
40:54I could dance.
40:55I could dance.
40:57Dance tonight.
40:57You
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