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00:01The weather forecast shows the weather change.
00:04For Sarah, it means that she is waiting for the pain.
00:10I can't influence the weather.
00:12I can't influence the weather.
00:20Every time when the weather changes,
00:22when the sun goes to the sun, I get Migräne.
00:26When the sun goes to the sun, I get Migräne.
00:29There is the whole day in the Migräne.
00:33Sarah belongs to the many people,
00:35who believe that they react to the weather.
00:40I feel quite wetter.
00:44Where is it from?
00:46How strong we are on us?
00:49My search for answers is brought to deutsche Krankenhäuser.
00:52They want to tell the weather,
00:54when the Not-of-Nahmen burst.
00:58And I can do it with a study,
01:00which will explain,
01:01which influence the weather has on us.
01:04The weather changes,
01:09heat, heat, heat,
01:10heat,
01:12What happens in the body?
01:15How does the weather look at us?
01:20How does the weather look at us?
01:20This question leads me and the patient Sarah
01:23nearly to Japan.
01:25Hello.
01:26Good, good.
01:27Good, good.
01:27Cheers to the day.
01:28Good, good, good.
01:28We hope we can help you.
01:32How much influence can you really?
01:34Yeah, really.
01:437.00 am morning.
01:44The Rettungshubschrauber is already in place.
01:52In the Klinikum Stuttgart
01:54they are all on a stressful day.
01:59Tobias Schilling, the leader of the Klinikum,
02:01takes me with the consultation.
02:04In the past few days
02:06were almost 40 Grad in the city.
02:08Even today is going to be hot.
02:11For Schilling and his team
02:12could it mean,
02:13very much to do.
02:15I'm going to guide you today.
02:18Will it affect the weather in the night?
02:22Oh, okay.
02:25We are tired.
02:26We are tired.
02:27They are tired?
02:33Er hat Entwässerungstabletten bekommen? Ah, okay.
02:38Haben Sie auch Schwindel bekommen? Ein bisschen, ja.
02:41Auch Schwindel, okay. Sie haben durch diese warmen Tage mehr geschwitzt und dann noch das handtreibende Medikament.
02:50Und das hat Ihren zu viel Wasser und vor allen Dingen zu viel Salzverlust geführt.
02:56Die Station füllt sich schnell. Viele ältere Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen.
03:03Fälle, die auch mit den warmen Temperaturen zusammenhängen können.
03:12Tobias Schilling wird zu einem Notfall gerufen. Eine Frau mit Verdacht auf Schlaganfall.
03:17Eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn, bei der Bereiche nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.
03:23Sehr gefährlich, da dadurch Nervenzellen innerhalb weniger Minuten absterben können.
03:31Was genau aus dieser Patientin passiert?
03:33Die Patientin hatte einen Schlaganfall. Sie hatte plötzlich Gefühlsstörungen und konnte nicht mehr richtig sprechen.
03:40Und das ist eine Erkrankung, da zählt wirklich jede Minute.
03:44Die etwa 80-jährige Patientin wird jetzt ins MRT gebracht. So wollen die Ärzte herausfinden, ob eine Blutbahn im Gehirn
03:52blockiert ist.
03:53In 30 Minuten wissen wir mehr.
03:56Haben auch Schlaganfälle etwas mit dem Wetter zu tun? Genau solchen Fragen gehen sie hier in Stuttgart nach.
04:02Dafür erfasst das Team nicht nur die Krankheiten der Patienten, sondern auch Wetterdaten. Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit.
04:09Wenn Sie lange im Notfallgeschäft tätig sind, stellen Sie fest, dass es bestimmte Konstellationen gibt, wo Krankheiten gehäuft kommen.
04:17Irgendwie muss es einen Zusammenhang geben und da herauszufinden, was triggert das Auftreten dieser Erkrankung.
04:26Schillings Ziel ist es, mit Hilfe von Wettervorhersagen quasi eine Patientenvorhersage für die Notaufnahme zu entwickeln.
04:35Alles, was hier blau dargestellt ist, ist signifikant.
04:39Deutschlandweit haben sich 50 Krankenhäuser vernetzt, um besser zu verstehen, wie das Wetter Notaufnahmen beeinflusst.
04:47Inwiefern kann das denn auch dabei helfen, Ihre Arbeit zu verbessern?
04:51Also das ist ganz wichtig, dass man auch weiß, welche Erkrankungen kommen.
04:54Und dann kann ich das berücksichtigen. Aber ich kann dann nach folgenden Abteilungen auch sagen, übermorgen werden vermehrt Herzinfarkte kommen.
05:02Bereitet euch darauf vor.
05:05Andere Studien zeigen bereits, extreme Temperaturen erhöhen unter anderem die Gefahr, an einem Herzinfarkt zu versterben.
05:12Deshalb achten heute in der Notaufnahme alle besonders gut auf entsprechende Warnsignale.
05:16Wir haben ja auch Verdacht, dass es doch vom Herz kommt. Deshalb nehmen wir Sie auch auf und untersuchen das
05:22Herz.
05:24Viel trinken, vor allen Dingen auch, wenn es warm ist. Sie haben definitiv zu wenig Flüssigkeit.
05:28Bitte schön, klappt das mit einem Bier?
05:35Wenn Sie noch mehr möchten, ist kein Problem. Es steht noch ganz viel draußen.
05:38Wir merken das sehr deutlich an der Patientenanzahl. Bis zu 10 Prozent kommen an heißen Tagen mehr.
05:44Die also Hitze-assoziiert sind, die nicht gekommen wären als Notfall, wenn es nicht so heiß gewesen wäre.
05:55Die Schlaganfallpatientin ist zurück. Ob auch bei ihr die Hitze ein Faktor ist?
06:03Die MRT-Bilder sollen Aufschluss geben.
06:08Tobias Schilling prüft, ob eine Durchblutungsstörung im Gehirn vorliegt.
06:17Das kann auch in Verbindung mit Wetter auftreten, weil das Blut durch das Schwitzen verdickt wird.
06:24Die Flüssigkeit geht raus, das Blut wird dickflüssiger.
06:28Unser Körper versucht, seine Temperatur immer stabil bei rund 37 Grad zu halten.
06:34Bei Hitze weiten sich die Blutgefäße, um Wärme nach außen abzugeben.
06:38Und unsere eigene Klimaanlage schaltet sich ein. Der Schweiß. Ein feiner Film auf der Haut verdunstet.
06:46Dadurch verlieren wir aber Flüssigkeit. An Hitzetagen bis zu zwei Liter pro Stunde.
06:51Wenn wir dann nicht genug trinken, wird das Blut dicker und fließt langsamer.
06:55Das kann die Durchblutung lebenswichtiger Organe beeinträchtigen.
07:00Wenn die Blutzufuhr zum Gehirn plötzlich unterbrochen wird, entsteht ein Schlaganfall.
07:05Meist verstopft ein Gerinnsel ein Gefäß. Die Nervenzellen bekommen keinen Sauerstoff mehr und beginnen abzusterben.
07:11Auf den MRT-Bildern der Patientin kann Schilling jetzt aber keine Durchblutungsstörung mehr erkennen.
07:17Der Organismus hat diese Störung selbst behoben und hat dieses Blutgerinnsel wieder aufgelöst.
07:22Die Patientin hat nur einen Mini-Schlaganfall. So werden vorübergehende Durchblutungsstörungen im Gehirn im Klinikalltag genannt.
07:31Sie wird trotzdem zur Beobachtung dableiben. Hitze begünstigt Schlaganfälle.
07:36Tobias Schilling vermutet aber, dass es noch weitere Wetterfaktoren gibt.
07:40Es gibt Phasen, zwei, drei Tage, da kommt ein Schlaganfall nach dem anderen.
07:44Da muss es nicht unbedingt heiß sein. Aber auch da ist es Ziel herauszufinden, woran liegt es. Können wir das
07:49vorher sagen.
07:51Ziel ist es, schwierige Wetterlagen vorab zu erkennen. Denn Extremsituationen sind in den Notaufnahmen für alle eine große Belastung.
08:00Das kommt immer wieder Patienten nach und ich komme mit dem Personal, was ich habe, nicht hinterher.
08:06Und es staut sich die Arbeit an. Und das ist das Ziel, dass man das besser abbilden kann und das
08:12besser planen kann und besser vorbereitet ist.
08:15Das ist immer das Ziel, ich komme vor die Welle und werde nicht von der Welle überrollt.
08:21Erkenntnisse darüber, wann es für welche Menschen gefährlich werden könnte, werden immer wichtiger. Denn unser Wetter wird extremer.
08:32Komplett vertrocknet.
08:35Bisher gibt es wenige gesicherte Erkenntnisse darüber, wie sich das Wetter auf uns auswirkt.
08:41Denn Wetter hat viele Faktoren. Temperatur, Feuchtigkeit, Luftdruck und alles wirkt zusammen.
08:48Das macht es so schwer, es zu erforschen.
08:51Und vielleicht auch gerade, weil die Studienlage lückenhaft ist, bleibt viel Raum für Mythen.
08:57Im Internet finde ich Bio-Wetterprognosen für alle möglichen Beschwerden.
09:01Angeblich sagen sie voraus, wie wir uns bei welchem Wetter fühlen werden.
09:05Das erinnert teilweise mehr an Horoskope als an Wissenschaft.
09:11Ich fahre nach Augsburg.
09:14Hier wollen sie Daten erheben, die bislang fehlen.
09:17Und untersuchen, welche Wetterfaktoren unsere Gesundheit beeinflussen.
09:23Der Lehrstuhl für regionalen Klimawandel und Gesundheit hat dafür im Garten des Uniklinikums eine eigene Messstation.
09:32Hier bin ich mit der Leiterin Elke Hertig verabredet.
09:36Hi, jeder kann schon.
09:38Hallo.
09:39Und laut ist es?
09:40Ja, das ist die Messstation jetzt.
09:41Okay.
09:42Da messen wir eben Feinstaub, Temperatur und Feuchte und Luftdruck.
09:46Wir messen sozusagen den städtischen Hintergrund, das heißt die Belastung, die jeden betrifft in der Stadt.
09:53Und sie überwachen Studienteilnehmende in ihrem Alltag, bei jedem Schritt.
09:57Möglich machen das mobile Messgeräte, die auch unterwegs alle wichtigen Daten erfassen.
10:02Was wollen Sie denn mit Ihrer Forschung im besten Fall erreichen?
10:06Dass die Menschen gesund sind.
10:08Also dass die Menschen einfach bewusst sind für Umwelteinflüsse und entsprechend auch schädigende Expositionen meiden.
10:17Was genau sind diese schädigenden Umwelteinflüsse?
10:21Um das herauszufinden, statten sie in der ganzen Stadt Menschen mit kleinen Sendern aus.
10:25Ich bekomme auch einen.
10:26So kann ich sehen, welchen Belastungen ich ausgesetzt bin und wie ich darauf reagiere.
10:34Dafür zunächst ein Gesundheitscheck.
10:37Wie lange halten Sie sich an einem typischen arbeitsfreien Tag im Sommer?
10:42Zwischen 11 und 15 Uhr gewöhnlich in der Sonne auf.
10:47Wie reagiert mein Körper auf Hitze?
10:50Wie auf Kälte?
10:58Diese Geräte werden alles messen und ans Institut melden.
11:03Und die nehme ich ab jetzt überall mit hin?
11:05Genau.
11:06Also einmal am Tag mache ich das EKG und einmal am Tag messe ich meine Sauerstoffsättigung?
11:12Genau.
11:13Und ich nehme noch ihn hier überall mit hin, wo es mich so hintreibt.
11:18Genau.
11:1975 Menschen in Augsburg tragen diese kleinen Messgeräte derzeit.
11:23Ziel ist es, ein ganz genaues Bild davon zu bekommen, welchen Umwelteinflüssen sie ausgesetzt sind und wie sie darauf reagieren.
11:31Ich bin jetzt eine davon.
11:33Die Ergebnisse werden wir dann zusammen auswerten.
11:36Ich bin gespannt, was bei diesen ganzen Messungen herauskommt.
11:43Fängt schon an zu regnen.
11:46Die nächsten Monate werde ich die Messgeräte überall mit hinnehmen.
11:50Wir wollen wissen, wie reagiert mein Körper auf Feinstaub, auf krasse Temperaturen und plötzliche Wetterwechsel.
11:58Und heute steht gleich ein Härtetest an.
12:01Für die Messgeräte und vor allem für mich.
12:04Es geht in die Berge, nach Andermatt in der Schweiz.
12:08Dahin, wo es richtig kalt ist und womöglich wehtut.
12:12Ich will herausfinden, wie mein Körper extreme Kälte aushält.
12:17Dafür soll es heute rauf auf den Gletscher gehen.
12:20Herrlich.
12:21Thomas Steinbrugger wird mich da hinführen.
12:23Er war Weltmeister im Speed-Eisklettern und fühlt sich wohl auf 2000 Metern Höhe in eisiger Kälte.
12:29Ich bin gespannt, wie ich damit klarkomme.
12:31Ganz wichtig ist Aktivität.
12:32Schön laufen.
12:33Du musst einfach deinen Körper bewegen und dann funktioniert das schon.
12:37Im Gegensatz zu mir ist Thomas Experte im Umgang mit Kälte.
12:42Werde ich anders auf das extreme Wetter hier oben reagieren als er?
12:47Mein Wetter, das wechselt immer.
12:48Einen Tag ist es 20 Grad, der nächste kann wieder minus 20 Grad sein.
12:51Aber ich bin mir das Ganze gewöhnt irgendwie.
12:55Ich merke schnell, dass mir die Anpassung an die kalten Temperaturen schwerer fällt als Thomas.
13:01Schön laufen.
13:02Schon jetzt spüre ich, dass mir die Bewegung schwer fällt und meine Muskulatur in Armen und Beinen anfängt sich zu
13:08verspannen.
13:11Knapp über 0 Grad sind es hier am Rhonegletscher.
13:14Das zeichnet die kleine Sensorbox an meinem Rucksack auf.
13:17Außerdem misst sie Luftfeuchtigkeit und Luftqualität.
13:22An unserem Ziel werde ich meinen Puls und Blutsauerstoff messen, um zu dokumentieren, was in meinem Körper vorgeht.
13:29Du hast auch die Sonne rausgekommen. Richtig gut.
13:33Merkst du den Einfluss von Kälte auf deinen Körper?
13:35Na klar. Das ist ein extremer Einfluss.
13:40Weil wenn man lange in der Kälte, lange in der Nässe, in der Fäustigkeit ist und so weiter, man spürt
13:44das schon in den Knochen, Gelenke.
13:46Es zehrt extrem aus.
13:48Kalte Winde, es gibt trockene Hände, Gesicht, du kriegst mehr Falten. Es ist einfach rau.
13:54Wo geht es für uns jetzt hin?
13:56Ja, wir schauen, dass wir jetzt auch über den Gletscher kommen, wenn es irgendwie funktioniert.
14:00Wir werden jetzt schauen, ob das irgendwie möglich ist im Schnee.
14:04Gestern hat es hier oben stark geschneit.
14:08Ist der Aufstieg auf den Gletscher überhaupt möglich?
14:24Ja, ich glaube, das lassen wir es sehen.
14:32Und da geht es runter, ewig weiter runter.
14:34Da komme ich gerne den Boden runter.
14:37Wow.
14:38Entsieht es nicht von oben, ne?
14:42Weiter hoch auf den Gletscher schaffen wir es heute nicht.
14:45Risse und Spalten im Eis sind unter den Schneemassen kaum mehr zu erkennen.
14:50Mir reicht die Kälte aber eigentlich auch jetzt schon.
14:53Was sagt das Messgerät?
14:58Ja, also es ist einfach zu kalt.
15:02Ja, mit mir.
15:05Jetzt beim Sitzen wird dir auch langsam kalt, oder?
15:06Ja, ich bin jetzt wohl kalt.
15:07Ja.
15:07Hier wenig Sand.
15:08So wie du auch gesagt hast, wenn man sich nicht bewegt, dann wird einem schnell kalt.
15:12Ja.
15:12So, warte mal, wir machen das jetzt nochmal, komm.
15:17Juhu!
15:19Sie lebt!
15:22Das ist schon krass.
15:23Das Gerät wollte einfach nicht, es war ihm zu kalt.
15:26Nein.
15:28Ein paar Daten haben wir immerhin bekommen.
15:32Frierend geht es wieder runter.
15:35Durch die Bewegung entsteht Wärme in den Muskeln.
15:37Das hilft.
15:38Etwas.
15:40Warum genau ist es Thomas leichter gefallen als mir, mit der Kälte hier oben zurechtzukommen?
15:49Ich mache mich auf den Weg nach Landquart im Schweizer Kanton Graubünden.
15:58Hier an der Physiotherapie-Fachhochschule werde ich heute meine Anpassungsfähigkeit an Kälte testen.
16:12Wo kommt was hin?
16:14Einmal hier das warme Wecken.
16:18Perfekt.
16:21Erich Hohenauer erforscht, welchen Einfluss Kälte auf unseren Körper hat.
16:31Meine Finger sind jetzt schon so kalt, ich kriege die Dinger da kaum noch vor.
16:34Da gewöhnt man sich dran.
16:35Ist es so?
16:36Echt?
16:37Ja, klar.
16:38Ich mache das ja schon einige Jahre und je mehr ich über die Kälte forsche und mich in der Kälte
16:43befinde,
16:44desto besser habe ich mich auch an die Temperaturen angepasst.
16:49Unsere Anpassungsfähigkeit an extreme Temperaturen ist von Person zu Person unterschiedlich.
16:54Aber man kann sie trainieren.
16:57Gleich soll meine Hand da rein.
17:00Ins Eiswasser.
17:04Ja, herrlich.
17:05Erstmal der Gegenversuch.
17:07Okay, bist du bereit?
17:08Für die Wärme immer.
17:10Sehr gut, und wenn du bereit bist, darfst du wirklich die ganze Hand eintauchen, zuerst in das warme Becken.
17:16Super.
17:18Okay.
17:19Jawohl.
17:20Und Zeit läuft.
17:22Das ist natürlich jetzt der Moment, wo die Gefäße aufmachen.
17:26Ja.
17:27Also das ist jetzt sehr angenehm.
17:29So ein bisschen wie Badewanne.
17:31Toll.
17:32Es liegt jetzt etwas über Körperkerntemperatur.
17:35Herrlich.
17:38Okay, und die Zeit ist um, dann ganz kurz und bitte die Hand platzieren.
17:45Unser Körper braucht ziemlich genau 37 Grad, um optimal zu funktionieren.
17:49Das Wasser war wärmer.
17:51Und jetzt sehen wir schon, wie die Hand leuchtet.
17:54Okay.
17:55Und danach, Lena, dürftest du mir die Hand unter den Laser bitte halten.
17:59Hier, unter den Laser.
18:02Der Laser macht sichtbar, die Gefäße haben sich geweitet.
18:07Mein Körper transportiert mehr Blut zur Hautoberfläche, damit die überschüssige Wärme nach außen abgegeben werden kann.
18:15So soll eine Überhitzung verhindert werden.
18:21Jetzt Kälte.
18:23Okay, schön runter mit der Hand.
18:26Die Zeit läuft.
18:28Zwei Minuten muss ich aushalten.
18:30Ja, das ist eine andere Nummer als das da drüben.
18:34Jetzt messen wir nochmal den Blutdruck.
18:38Genau, die Finger darfst du ruhig bewegen etwas.
18:41Ja.
18:45Oder jetzt ziehen sich natürlich die Gefäße maximal zusammen.
18:50Das ist jetzt eine Schutzreaktion des Körpers, dass nicht noch mehr Wärme verloren geht über diesen Körperteil.
18:55Vor allem in den Fingerspitzen merke ich das total.
18:59Also jetzt ist der Punkt, wo ich sagen würde, unter Normalbedingungen würde ich es für mich rausziehen.
19:03Ja, ja.
19:04Oh ja, guck mal hier, der Puls.
19:06Krass.
19:06Oh, sehr gut.
19:07Jawohl.
19:08Da sehen wir jetzt einen deutlichen Anstieg vom Puls.
19:12165 zu 111.
19:1494, Puls.
19:16Geht's noch?
19:17Ja.
19:19Das ist auch 10 Grad, ist auch so die Grenze, wo der Kälteschmerz einsetzt.
19:23Ja.
19:24Also, ich glaube, meine liegt weiter oben.
19:29Kälte setzt unseren Körper unter Stress.
19:32Denn nur bei stabiler Kerntemperatur von rund 37 Grad laufen unsere inneren Prozesse optimal.
19:38Damit weniger Wärme verloren geht, ziehen sich die Blutgefäße zusammen.
19:43Dadurch steigt der Widerstand in den Gefäßen.
19:45Das Herz muss stärker arbeiten.
19:47Blutdruck und Puls gehen nach oben.
19:50Für Menschen mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems kann das gefährlich werden.
19:56Für mich ist es zum Glück nur unangenehm.
20:01Nach 20 Sekunden noch ein bisschen bewegen die Finger.
20:06Sofern möglich.
20:08Genau.
20:10Fünf, vier, drei, zwei, eins.
20:14Und die Hand mal rausnehmen.
20:15Genau.
20:16Einmal kurz ablegen.
20:18Und einmal unter die Kamera halten, bitte.
20:21Oh.
20:22Sehr gut.
20:23Die zittern voll.
20:24Guck dir das an.
20:25Ja, genau.
20:26Das ist eine von den effizientesten Mitteln, um Wärme zu produzieren.
20:30Das Muskelzittern.
20:33Oh, wow, ja.
20:35Jetzt sieht man doch einen deutlichen Unterschied.
20:38Da haben sich jetzt die Gefäße maximal zusammengezogen.
20:41Und das Ziel von dieser Vasokonstriktion ist es eben, dass der Körper versucht, einem weiteren Wärmeverlust entgegenzuwirken.
20:49Die Verengung der Gefäße ist der Grund, warum kaltes Wetter für Menschen mit Vorerkrankungen zum Gesundheitsrisiko werden kann.
20:56Beispielsweise bei einem Herzpatienten, der von einer koronaren Herzkrankheit leidet.
21:00Die haben schon arteriosklerotische Ablagerungen in ihren Gefäßen.
21:06Das bedeutet, die Gefäße sind schon eng.
21:08Und wenn sie jetzt sich der Kälte exponieren, dann gehen diese Gefäße noch weiter zu.
21:13Und das kann dann zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen oder im schlimmsten Fall sogar zum Herzinfarkt.
21:19Wie stark Kälte uns zusetzt, hängt also von unserer Thermoregulation ab.
21:24Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die oft gestört, was gefährlich werden kann.
21:28Wer gesund ist, kann seine Anpassungsfähigkeit aber verbessern.
21:32Einfach in der Übergangszeit eine etwas dünnere Jacke anziehen, sich nicht komplett einmurmeln in so eine dicke Winterjacke,
21:39sondern gezielt sich der Kälte exponieren, rausgehen aus der thermalen Komfortzone.
21:43Nur dann kann ich mich an die tiefere Temperaturen anpassen.
21:48Wer sich nie Kälte aussetzt, dessen Anpassungsfähigkeit kann tatsächlich sogar nachlassen.
21:55Also ich mag Kälte immer noch nicht, aber ich kann ganz offensichtlich trainieren, besser mit ihr klarzukommen.
22:02Und deswegen werde ich die dicke Jacke jetzt öfter mal weglassen.
22:06Extreme Temperaturen fordern unseren Körper heraus. Doch die meisten kommen damit gut zurecht.
22:11Gefährlich wird es vor allem für Menschen, deren Anpassungsfähigkeit eingeschränkt ist.
22:16Sie sollten extreme Wetterlagen besonders im Blick behalten und ihre Anpassungsfähigkeit nur unter ärztlicher Aufsicht trainieren.
22:28Wiesbaden. Hier treffen wir Sarah.
22:31Auch sie hat mit dem Wetter zu kämpfen.
22:33Als Migräne-Betroffene checkt sie täglich, welches Wetter bevorsteht.
22:38Sie fürchtet Wetterwechsel.
22:41Dann hat sie oft das Gefühl, ihrer Migräne nicht entkommen zu können.
22:52Es fühlt sich an, als würde dein Gehirn brennen und als würde ein Holzfäller mit einer grob zinkigen Säge durch
22:59dein Gehirn sägen.
23:01Und gleichzeitig hast du noch einen Schraubstock, der deinen Kopf zusammendrückt.
23:05Und du hast Schmerzen, du kannst nicht stehen, nicht laufen, nicht richtig reden.
23:10Die Motorik fällt aus, Wortfindungsstörungen.
23:13An so einem Tag kann ich wirklich nur noch den Tag abbrechen, mich ins Bett legen.
23:18In ihrer Wohnung versucht Sarah, das Wetter möglichst auszusperren.
23:23Klimaanlage an, Vorhänge zu.
23:26Alles so konstant wie möglich halten. Das ist ihr Ziel.
23:30Sie ist eine von vielen Migräne-Patientinnen, die überzeugt sind, dass sie aufs Wetter reagieren.
23:38Doch Studien liefern hierzu widersprüchliche Ergebnisse.
23:41Ein Zusammenhang ist nicht eindeutig belegt.
23:46Um das besser zu verstehen, fahre ich nach Hamburg.
23:53Hier in der Schmerzambulanz des Uniklinikums behandeln die Spezialistinnen nicht nur Migräne,
23:58sie gehen auch ihren Ursachen auf den Grund.
24:01Mit modernsten Bildgebungsverfahren.
24:07Was passiert bei Migräne im Gehirn?
24:10Das will das Team um Hauke-Basedau herausfinden.
24:15Die Forschenden schauen Menschen immer wieder vor, während und nach einer Migräneattacke in den Kopf.
24:24Wir können tatsächlich aufgrund unserer Daten und Studienergebnisse zuverlässig sagen,
24:32dass die Migräne schon vor dem eigentlichen Kopfschmerz schon längst entschieden ist.
24:37Die Patientinnen und Patienten wissen noch nicht, dass sie eine Migräneattacke bekommen,
24:42fühlen sich vielleicht schon ein wenig schlapp,
24:43haben Appetit auf ungewöhnliche Lebensmittel.
24:47Aber der Hypothalamus weiß schon, dass eine Migräneattacke in nächster Zeit auftreten wird.
24:55Schon Stunden bevor die Kopfschmerzen eintreten, ist der Hypothalamus bei Migräne-Patienten aktiv.
25:01Offenbar kann seine Aktivität durch eine Kombination aus inneren und äußeren Einflüssen verstärkt werden.
25:09In dieser Phase können bereits erste Symptome auftreten.
25:13Sicht, Sprache oder Gleichgewicht können gestört sein.
25:16Schließlich wird auch der Trigeminus-Nerv aktiviert,
25:19der unter anderem für die Schmerzverarbeitung im Gehirn zuständig ist.
25:22Er schüttet große Mengen an Botenstoffen aus,
25:26die im Gehirn zu einer Weitung der Gefäße und einer gesteigerten Schmerzempfindlichkeit führen.
25:32Die Folge, Kopfschmerzen, Übelkeit, die typische Migräneattacke.
25:36Aber das heißt letztlich, dass man gar nicht sagen kann, was am Ende die Ursache ist?
25:41Gerade was auslösende Faktoren angeht,
25:44gibt es Patienten, die ganz unterschiedliche Erfahrungen richten.
25:48Viele Migräne-Betroffene werden durch Stress, Hormonschwankungen
25:51oder auch unregelmäßigen Schlaf beeinflusst.
25:54Die Forschenden betonen aber, diese Stressoren alleine machen nicht krank.
25:59Die Veranlagung tragen Betroffene meist genetisch in sich.
26:02Einen besonders reizbaren Hypothalamus.
26:05Und welche Rolle spielt Wetter?
26:07Viele Patienten berichten zweifelsfrei davon,
26:11dass gerade Wetterumschwung, Tiefdruckgebiete oder auch Wetterphänomene
26:19wie im Süden Deutschlands der Alpenföhne
26:22doch deutlich dazu beiträgt, eine Migräneattacke zu haben.
26:28Und verstanden, wieso, haben wir es noch nicht.
26:32Und wir sehen es auch eher nur als einen zusätzlich auslösenden Faktor.
26:40Viele seiner Patientinnen führen Kopfschmerztagebücher,
26:43um diese Faktoren, ihre persönlichen Trigger, zu erkennen.
26:47Sarah hat für sich 28 identifiziert.
26:51Auf manche, wie Schokolade, kann sie verzichten.
26:53Bei anderen ist das schwerer.
26:57Auch wenn ich nur spazieren gehe, ich habe immer die Sonnenbrille auf.
27:00Manchmal habe ich sogar noch eine Überbrille
27:03oder so eine Schirmmütze, so ein Käppi.
27:07Weil ich sehe ja von hier oben noch das Licht und die Wolken,
27:10was mich blendet.
27:11Sarah empfindet das Wetter als echte Herausforderung.
27:15Doch sie will sich nicht einschränken lassen.
27:17In ein paar Tagen wird sie in den Urlaub fahren.
27:20Nach Japan.
27:23Und ich werde sie dort treffen.
27:26Denn in Japan forschen einige WissenschaftlerInnen
27:28ganz explizit zum Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen
27:31und bestimmten Wetterlagen.
27:37Ich bin in der Hauptstadt Tokio.
27:40Es ist laut und hektisch.
27:43Und das Wetter ist krass.
27:47Wahnsinn, was für eine Hitze.
27:4936 Grad sind es im Moment.
27:52Und 61 Prozent Luftfeuchtigkeit.
27:55Also ehrlich gesagt kaum auszuhalten.
27:59Für mich die perfekte Gelegenheit,
28:02Wetterdaten für meinen Selbstversuch zu sammeln.
28:05Die Messgeräte des Augsburger Forschungsteams
28:08habe ich immer dabei.
28:13Im Herbst ist Japan eigentlich
28:16für eine andere Wetterlage bekannt.
28:20Dann ziehen immer wieder heftige Taifune über Japan hinweg.
28:25Starke Wirbelstürme, die massive Zerstörung bringen.
28:28Und für viele Japaner angeblich auch Kopfschmerzen.
28:32Ähnlich wie bei uns der Föhn.
28:35Ist da was dran?
28:39Ich bin unterwegs zu Weather News Inc.,
28:42dem größten privaten Wetterdienst Japans.
28:46Sie betreiben einen eigenen Wetterkanal und eine App.
28:5150 Millionen Mal wurde diese laut Weather News Inc. heruntergeladen.
28:55Das Interesse an Wetter und seiner Wirkung auf die Gesundheit
28:58scheint hier in Japan groß zu sein.
29:03Vor wetterbedingten Schmerzen
29:04warnt die App auf Wunsch mit Push-Nachrichten.
29:07Und auch der Wetterkanal macht Meldung.
29:16Heute ist im ganzen Land wegen wetterbedingter Schmerzen
29:19Vorsicht geboten.
29:21Diese Beschwerden oder Schmerzen
29:22können durch Schwankungen von Luftdruck,
29:24Luftfeuchtigkeit oder Temperatur ausgelöst werden.
29:30Yasuko Otsuka ist Meteorologin.
29:33Sie hat diese Schmerzvorhersagen mitentwickelt.
29:38Das ist das, was Sie heute erwarten?
29:42Heute zieht eine Wetterfront quer über ganz Japan hinweg.
29:47Entlang dieser Front ist das Risiko
29:49für wetterbedingte Schmerzen leicht erhöht.
29:54Über die App melden die User zurück,
29:56wie das aktuelle Wetter auf sie wirkt.
29:58In den Daten von hunderttausenden Nutzern
30:01sucht Otsuka nach Mustern.
30:06Auffällig, Kopfschmerzmeldungen.
30:08Sie häufen sich in den Tagen,
30:11bevor ein Taifun auf Land trifft.
30:14Taifune bringen nicht nur Wind und Regen,
30:17sie senden auch unsichtbare Booten voraus.
30:25Taifune entstehen, wenn warmes Ozeanwasser
30:28in großen Mengen verdunstet
30:30und riesige Wolkenmassen bildet.
30:35Diese werden durch die Erdrotation
30:38in Bewegung versetzt.
30:40Es entsteht ein Wirbelsturm.
30:44Oben strömt Luft vom Zentrum des Wirbels nach außen.
30:47Unterschiede in Dicht und Temperatur
30:49bringen die Luft zum Schwingen.
30:51Diese Luftdruckschwankungen
30:53breiten sich über viele Kilometer aus.
30:57Noch bevor der Taifun Japan erreicht,
31:00rollen diese Mikrodruckschwankungen
31:02bereits wie eine Welle auf die Inseln zu.
31:06Otsuka vermutet,
31:07dass es genau diese Luftdruckschwankungen sind,
31:10die die Schmerzen verursachen.
31:13Gemeinsam mit einem Arzt aus Nagoya
31:15forscht sie dazu.
31:16Wir werden ihn besuchen.
31:18Was ist dran an der Theorie?
31:24Kausale Zusammenhänge
31:26zwischen Taifunen und Kopfschmerzen
31:28sind bisher nicht belegt.
31:33Aber erst mal fahre ich Sarah abholen.
31:43Schön, dich zu sehen.
31:46Wie geht's dir?
31:47Dem Wetter entsprechend, ne?
31:49Ja.
31:49Würde ich mal gern sagen.
31:51Ja, das heißt?
31:53Ich habe jeden Abend und jeden Morgen
31:54Kopfschmerzen, weil es so schwule ist.
31:56Oh nein.
31:57Ich vertrage diese Hitze und das schwule nicht.
32:01Ich bin da wirklich sehr wetterempfindlich.
32:03Ja.
32:06Gemeinsam machen wir uns auf den Weg
32:08zur Chubu-Universität.
32:12Bislang hat Sarah noch keinen Weg gefunden,
32:14ihre wetterbedingten Schmerzen
32:16in den Griff zu bekommen.
32:18Die Aussicht, dass die Forschung in Japan
32:20hier neue Antworten liefern könnte,
32:22macht sie so neugierig,
32:23dass sie dafür gern einen Urlaubstag opfert.
32:30Hier am Aichi Medical Center
32:32arbeitet ein Wissenschaftler,
32:33der die Erforschung wetterbedingter Schmerzen
32:36zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat.
32:44Hallo.
32:46Ich bringe ihn Sarah.
32:47Konnichiwa.
32:49Yun Sato ist Schmerztherapeut.
32:51Fast 90 Prozent seiner Patientinnen
32:53leiden an Migräne.
32:56Zuerst braucht der japanische Forscher
32:58eines, Informationen.
33:01Wie oft treten bei Sarah Migräne-Attacken auf?
33:04Welche Wetterlagen empfindet sie
33:05als besonders kritisch?
33:07Und wie kündigen sich die Attacken an?
33:10Bevor die Kopfschmerzen einsetzen,
33:13fühlen sie sich da schon abgeschlagen,
33:15depressiv, müde?
33:17Ja.
33:18Ja, das sind Vorboten.
33:19Der Erste, der mich versteht.
33:24Sato ist überzeugt,
33:25dass viele Migräne-Betroffene
33:27auf Luftdruckschwankungen reagieren.
33:30Hier soll ich jetzt rein.
33:33Yun Sato warnt mich vor.
33:35Es könnte wehtun.
33:37Du kannst da sitzen.
33:38Ganz gemütlich.
33:45Ich bringe die Elektroden an.
33:49Noch herrscht in der Kammer
33:51mittlerer Luftdruck.
33:52So wie auf Meereshöhe.
33:541013 Hektopascal.
33:56Doch jetzt senken die Forscher
33:58den Luftdruck.
33:59Um rund 40 Hektopascal.
34:01Solche starken Druckabfälle
34:03treten auch bei rasch aufziehenden
34:05Wirbelstürmen wie Taifunen
34:07oder Hurrikanen auf.
34:09Und jetzt 10 Hektopascal.
34:1310 Hektopascal?
34:14Also ein Viertel haben wir jetzt?
34:15Ja.
34:17Wie geht's dir?
34:20Alles okay.
34:21Ich muss nur den Druck ausgleichen.
34:23Ja, jetzt ist es besser.
34:24Denn ich fühle eine Veränderung.
34:26Ich habe mehr Druck auf den Ohren.
34:31Und es fühlt sich an,
34:33als würde ich mit dem Flugzeug abheben.
34:38Aber alles okay.
34:39Mir geht's gut.
34:41Okay.
34:42Das ist ja schon krass,
34:43weil man sieht ja nicht,
34:44dass sich irgendwie was verändert,
34:45sondern ich spüre es nur.
34:46Und ich merke einfach so einen gewissen Druck,
34:49der auf meinem Brustkorb lastet.
34:53Natürlich achte ich gerade auch ganz genau
34:55auf jede noch so kleine Veränderung.
34:57Den Luftdruck,
34:58also den Druck der Atmosphäre um uns,
35:01nehmen wir ja sonst nicht bewusst wahr.
35:09Jetzt geht der Druck wieder hoch.
35:11Okay.
35:13It's interesting.
35:15Es fehlt sehr, sehr, sehr hart.
35:15Interessant.
35:16Es fühlt sich an,
35:17als würde mein Herz schneller schlagen.
35:22So, wir nähern uns jetzt langsam wieder Normal-Level.
35:27Und bisher zumindest, muss ich sagen,
35:29es war ein Erlebnis,
35:31aber zum Glück kein Schmerz.
35:37Offenbar gehöre ich nicht zu den Menschen,
35:39die besonders sensibel
35:40auf Luftdruckveränderungen reagieren.
35:43Bei anderen Studienteilnehmenden
35:45hat Yonsato dagegen beobachtet,
35:47dass schon kleine Druckveränderungen in der Kammer
35:50Schmerzen auslösen können.
35:53Woran kann das liegen?
35:57Um das Rätsel zu lösen,
35:58führt Yonsato das Experiment auch mit Mäusen durch.
36:02Sinkt der Luftdruck rapide,
36:03wie bei einem heraufziehenden Sturm,
36:05sieht er in ihren Gehirnen,
36:07dass ihr Gleichgewichtsnerv aktiviert wird.
36:09Dieser Nerv schlägt eigentlich Alarm,
36:13wenn das Gleichgewichtsorgan im Innenohr
36:14Bewegungen wahrnimmt.
36:16Reagiert das Innenohr der Mäuse
36:18also auch auf Luftdruckveränderungen?
36:21Sato erklärt seine Beobachtung so.
36:24Luftdruckschwankungen aktivieren
36:26den Gleichgewichtsnerv im Hirn.
36:28Dieser ist wiederum eng
36:29mit dem Trigeminusnerv verbunden,
36:31der eine zentrale Rolle
36:33bei Migräneattacken spielt.
36:37Wie ging es Ihnen,
36:39als Sie das beobachtet haben?
36:41Ja, also das war sehr aufregend.
36:44Ich dachte, ich hab's.
36:54Was bedeutet das
36:55für Migräne-Patientinnen wie Sarah?
36:58Sato versucht,
37:00den Einfluss des Luftdrucks zu mindern.
37:04In Ihrem Fall regt der Luftdruck
37:07auch den Trigeminusnerv an.
37:10Wir können das blockieren.
37:12Sie müssen ein Medikament nehmen,
37:14bevor Sie eine Migräneattacke bekommen.
37:19Er empfiehlt Sarah ein Medikament,
37:21das eigentlich gegen Schwindel eingesetzt wird.
37:24Es soll die Durchblutung im Innenohr fördern
37:26und helfen, eine Überreizung
37:27des Gleichgewichtsnervs zu verhindern.
37:29Für Schwindel ist das Medikament gut untersucht.
37:33Bei wetterbedingten Schmerzen
37:34steht die Forschung jedoch ganz am Anfang.
37:36Ich bin gespannt,
37:37wie es Sarah damit ergeht.
37:41Für mich war die Reise nach Japan
37:43auch der Abschluss meiner Zeit
37:45als Versuchsperson.
37:46Und ich messe ein letztes Mal
37:48meinen Puls.
37:51Also so hoch war er noch nie.
37:55Insgesamt 13 Wochen
37:56habe ich regelmäßig
37:57meine Vitaldaten gecheckt
37:59und nach bestem Wissen und Gewissen
38:00festgehalten,
38:01welchen Umwelteinflüssen
38:03ich ausgesetzt war.
38:05Mal sehen,
38:07was dabei rausgekommen ist.
38:11Zurück in Augsburg
38:12bei Elke Hertig.
38:16Ich bin erst mal gespannt,
38:17was die alle gemessen haben.
38:19Das sind einmal hier
38:20die Temperaturdaten
38:21von verschiedenen Tagen.
38:22Da sehen wir
38:23sehr hohe Temperaturen,
38:24über 35 Grad,
38:26also wirklich heiße Bedingungen.
38:28Da müssen sie irgendwo gewesen sein.
38:29Das hier war in Japan.
38:31Es war sehr, sehr schwül
38:32und mein Puls
38:33ist vor allen Dingen
38:34extrem in die Höhe gegangen.
38:36Ja, aber es ist plausibel.
38:37Da ist eben dieser Hitzestress
38:39dann sehr ausgeprägt.
38:40Und wenn wir jetzt
38:41nochmal reinschauen,
38:42da hatten wir auch dann
38:45hohe Feinstaubbelastungen.
38:46Dann haben wir also einmal
38:47die hohe Luftverschmutzungsbelastung
38:50und dann auch noch
38:52die hohen Temperaturen
38:53in Kombination
38:54mit einer hohen Luftfeuchtigkeit.
38:56Also da wundert es mich nicht,
38:59dass ihr Puls
38:59mal dann auch nach oben gegangen ist.
39:02Sie sind gesund,
39:03Sie können das ausgleichen,
39:04aber wenn man jetzt
39:05an Personen denkt,
39:06die eben schon
39:06Herzhoherkrankungen haben,
39:09da sind halt dann
39:09solche Situationen
39:10extrem belastend.
39:12Gerade zu Beginn des Winters
39:14gibt es auch in Deutschland
39:15ein Wetterphänomen,
39:17bei dem Luftschadstoffe
39:18eine Rolle spielen.
39:20Inversionswetterlagen.
39:21Nach klaren, kalten
39:23Winternächten beispielsweise
39:24kann sich die normale
39:25Temperaturschichtung umkehren.
39:28Dann sind die oberen Luftschichten
39:30wärmer als die unteren.
39:31Es gibt kaum Luftaustausch
39:33und Schadstoffe sammeln sich am Boden.
39:36Die Luftqualität wird schlechter.
39:41Hochkonzentrierte Feinstaubpartikel
39:42können Entzündungen auslösen,
39:44die unsere Atemwege
39:45und das Herz-Kreislauf-System belasten.
39:47Ein Einfluss des Wetters
39:48auf unsere Gesundheit,
39:49der gut erforscht und messbar ist.
39:53Und auch für diese Wetterzusammenhänge
39:55gibt es eine gute Evidenz.
39:58Pollenausbrüche setzen
39:59Allergikerinnen und Allergikern zu.
40:02UV-Strahlung erhöht das Risiko
40:04für Hautkrebs.
40:06Extreme Temperaturen belasten das Herz,
40:08weil es hart arbeiten muss,
40:10um den Körper abzukühlen
40:11beziehungsweise zu erwärmen.
40:15Und auch schnelle Temperaturwechsel
40:17können Gefahr bedeuten,
40:18da bei Menschen mit Herz- und Gefäßerkrankungen
40:21die Anpassungsfähigkeit
40:22oft eingeschränkt ist.
40:29Inwiefern wird denn diese Belastung
40:31in der Zukunft noch zunehmen?
40:33Wir sehen eine starke Zunahme
40:34von den Extremereignissen.
40:36Und das ist das,
40:37was uns besonders interessiert,
40:38weil das besonders gesundheitsrelevant ist.
40:42Durch den Klimawandel
40:43wird das Thema in Zukunft
40:45also noch relevanter werden.
40:50Vier Wochen sind vergangen,
40:52seit ich Sarah in Japan getroffen habe.
40:56Sie hat das Schwindelmedikament
40:58immer dann genommen,
40:59wenn ihr Barometer
40:59Wetterwechsel angezeigt hat.
41:02Und hat die Therapie auch
41:04mit ihrer Schmerzärztin
41:05in Deutschland abgestimmt.
41:10Liebe Grüße nach Wiesbaden.
41:12Ja, hallo.
41:13Hi.
41:14Erzähl mal, hat es geholfen?
41:15Also wenn das Wetter
41:16sich am nächsten Tag ändert,
41:17ich nehme tags vorher
41:18die Medikamente.
41:20Dann in vier von fünf Fällen
41:22habe ich keine Kopfschmerzen,
41:23keine Migräne.
41:24Und das ist echt eine super Sache.
41:25Oh, wie toll.
41:26Das freut mich total für dich.
41:27Ich habe mich so ertappt
41:28bei dem Gedanken,
41:30boah, eigentlich,
41:30wenn ich so aus dem Fenster gucke,
41:31bei dem Wetter
41:32hätte ich jetzt eigentlich Schmerzen.
41:34Und jetzt habe ich keine.
41:36Und da bin ich echt dankbar für.
41:40Dann hoffe ich,
41:41dass es so bleibt.
41:42Also Daumen sind gedrückt.
41:44Ja, danke.
41:47Das ist alles noch sehr experimentell.
41:50Aber es ist gut zu wissen,
41:52dass jetzt so viel geforscht wird.
41:57Früher wurde Forschung dazu,
41:59wie Wetter auf uns wirkt,
42:00manchmal belächelt.
42:02Doch seit extreme Wetterereignisse zunehmen,
42:06steigt das Bewusstsein dafür,
42:08dass wir besser verstehen müssen,
42:09wie genau das Wetter uns beeinflusst.
42:13Denn Wetter ist nicht nur die Kulisse,
42:16vor der sich unser Leben abspielt
42:17und die uns mal mehr oder weniger zusagt.
42:21Wetter wirkt tief in unsere Körper hinein.
42:24Oft kaum spürbar,
42:26manchmal jedoch auch mit voller Wucht.
42:30Ich bin in meinem Alltag ganz unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt.
42:34Stand jetzt kommt mein Körper zum Glück ganz gut damit zurecht.
42:37Aber das ist längst nicht bei allen so.
42:39Pauschal zu sagen,
42:41wem welche Wetterlagen zu schaffen machen,
42:43ist daher schwer.
42:45Denn jeder Körper reagiert individuell.
42:47Sicher ist allerdings,
42:49zu extrem wird irgendwann für alle zum Risiko.
42:55Forschende werden deshalb weiter daran arbeiten,
42:58die komplexen Zusammenhänge zwischen dem Wetter
43:00und unserer Gesundheit zu entschlüsseln.
43:06Schon jetzt ist klar,
43:09das Wetter spielt eine Rolle dabei,
43:11ob wir gesund durchs Leben gehen.
43:40Untertitelung des ZDF, 2020
43:42Untertitelung des ZDF, 2020
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