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00:06Bloß keine Klischeebilder, sagt meine Redakteurin.
00:09Und auf keinen Fall ein Depri-Film.
00:12Aber mal ehrlich, genau so fühlt sich Einsamkeit eben an.
00:18Das bin ich.
00:19Ich bin einsam.
00:20Und kaum jemand hätte das gedacht.
00:23Und das ist meine beste Freundin.
00:26Auch sie ist einsam, ohne dass ich es weiß.
00:28Ich habe mich, glaube ich, vorher noch nie so doll alleine gefühlt.
00:31Was hättest du da von mir als Freundin gebracht?
00:34Ja, das ist eine total gute Frage.
00:36Das hier ist nicht nur ein Film über Einsamkeit.
00:38Es ist auch einer über Freundschaft und über das Davonlaufen.
00:41Ich bin aus Leipzig weggezogen, weil ich gemerkt habe,
00:45die Stadt ist für mich so konnotiert mit Einsamkeitsgefühlen,
00:48dass ich da nicht sein kann.
00:49Ein Film über Neuanfänge.
00:51Und die Frage, ob man damit seine Einsamkeit loswerden kann.
00:56Was mich am meisten einsam fühlen lässt, ist einfach diese emotionale Distanz in der Gesellschaft.
01:02Das ist so eine ganz starke Schwere, die auf einem lastet.
01:06Das ist auch manchmal dieses Nicht-bei-sich-selber-Ankommen.
01:08Aber was heißt das, bei sich selbst ankommen?
01:13Egal ob Single oder vergeben.
01:15Mama, Papa, unter Freunden, in der Familie oder mitten in der Menschenmenge.
01:21Dieses Gefühl von Einsamkeit, kennen wir das nicht alle?
01:25Und tun wir dann nicht so, als wäre nichts und schauen weg?
01:28Warum eigentlich?
01:35Diesmal schaue ich nicht weg.
01:37Bin schonungslos ehrlich mit mir.
01:39Und natürlich habe ich Gedanken wie, was denken Leute, die mich kennen?
01:43Die, mit denen ich gearbeitet habe, wenn ich von meiner Zeit in Bremen erzähle.
01:48Damals will ich es nicht ganz wahrhaben.
01:50Viereinhalb Jahre habe ich in dieser wunderschönen Straße hier gewohnt.
01:54Ich hatte eine tolle Wohnung, einen super Job.
01:56Ich war finanziell sicher.
01:58Aber was mir gefehlt hat, war Anschluss.
02:00Und ich fühle mich verdammt einsam.
02:08Zur selben Zeit, knapp 400 Kilometer entfernt, geht es meiner besten Freundin Anne in Berlin ganz ähnlich.
02:14Hallo.
02:15Guten Morgen.
02:21Während ich in meinem neuen Job durchstarte, erlebt Anne einen der härtesten Einschnitte ihres Lebens.
02:26Ihre Mutter stirbt.
02:27Und das ausgerechnet, während Anne mit ihrem ersten Kind schwanger ist.
02:31Ich habe mich, glaube ich, vorher noch nie so doll allein gefühlt.
02:33Ich war auch traurig in der Zeit natürlich, weil meine Mama gestorben war.
02:37Und das war irgendwie, ja, da kam viel mit, viel zusammen.
02:41Aber du sitzt, also am meisten einsam habe ich mich echt immer entweder bei Spaziergängen
02:47mit diesem Kinderwagen, wo du irgendwie stundenlang, eigentlich würdest du gerne schlafen,
02:51aber das Kind schläft halt nicht, wenn du schläfst.
02:54Und Elliot hat halt super gut in diesem Kinderwagen geschlafen.
02:57Und da habe ich stundenlang bei egal welchem Wetter halt mit diesem Kinderwagen rumgelaufen,
03:01wie so ein Zombie durch irgendwelche Parks.
03:04Und du schiebst halt die ganze Zeit dieses Kind durch die Gegend und siehst so andere Mütter,
03:08die auch an dir vorbeilaufen und ihr guckt halt beide so latent verzweifelt die andere an.
03:13Aber lauft halt auch beide weiter, weil du weder Kraft hast, die anzusprechen,
03:16noch Lust hast, jetzt irgendwie mit einem völlig neuen Menschen in Kontakt zu treten.
03:21Also irgendwie saß ich dann da schon oft und habe gedacht, so hat mir das nicht vorgestellt.
03:28Verrückt. Da erleben wir beide diese Einsamkeit und wissen es nicht voneinander.
03:33Anne und ich kennen uns aus dem Studium. Fast 20 Jahre Freundschaft verbindet uns.
03:38Wir haben so viel zusammen erlebt. Die letzten Jahre hatten wir weniger Kontakt.
03:43Hallo Maus. Guten Morgen. Hallo.
03:48Hä?
03:51Hallo.
03:53Hast du die Tante Lea gesehen?
03:55Hallo. Ja. Ja? Ist das eine Überraschung zu Gast heute Morgen?
03:59Guten Morgen.
04:01Annes Mann Adria ist gerade in Elternzeit und übernimmt morgens die Kids.
04:08Anne erlebt ihre Elternzeit viel schwerer als gedacht. Vor allem fehlt ihr ihre Mutter.
04:13Bei der Beerdigung ihrer Mutter bin ich nicht dabei und werde später noch erfahren, ob sie mir das Übel nimmt.
04:19Glaubst du es wäre anders, wenn sie nicht gestorben wäre?
04:22Ja, ich glaube schon, dass so ein bisschen dieser Telefonhörer, den du in die Hand nehmen kannst,
04:30Mama kannst du halt irgendwie immer anrufen, ne?
04:34Ich glaube schon, dass das nochmal was macht.
04:36Und gerade in diesem Moment, wo du selber Mama wirst, hast du auch gefühlt, brauchst du deine Mutter mehr?
04:44Mehr als vorher, finde ich.
04:47Adria ist Spanier und lebt seit über zehn Jahren in Berlin.
04:50Seine Familie in Barcelona.
04:53Auch er fühlt sich in seiner Elternzeit einsam.
04:55Eine super strange Mischung zwischen Stress und Langeweile.
05:02Allein zu fühlen und plötzlich, also extrem Freude.
05:14Du bist mit deinen Lieblingsleuten, aber fühlst du dich irgendwie allein.
05:21Er erzählt vom Schlafmangel und davon, dass er kaum Zeit hat, sich um sich selbst zu kümmern.
05:26Du bist frustriert auf dich und du vermisst dich.
05:32Ich glaube, das ist die tiefste Schicht von Einsamkeit, wenn du allein bist und auch dich vermisst.
05:43Es ist für mich total krass, weil genau, also von außen betrachtet habt ihr alles.
05:50Haben wir auch. Alles. Voll.
05:52Und dann ist so dieser Clash von, oh ihr fühlt euch einsam.
05:58Verrückt.
05:59Obwohl ihr eine Familie habt, obwohl ihr zwei Kinder habt. Total verrückt.
06:02Und obwohl wir auch also materiell alles haben. Eine Beziehung, die sogar ganz gut funktioniert.
06:09Ein Umfeld, das eigentlich liebevoll ist. Freunde, mehr als das wir sehen könnten.
06:15Und trotzdem kann man sich einsam fühlen.
06:18Was die beiden nicht haben, Familie vor Ort.
06:23Heute arbeitet Anne im Homeoffice. Sie leitet die Kampagnenabteilung einer großen Umweltorganisation.
06:41Am Nachmittag gehen wir spazieren und sprechen über ihre Einsamkeit in der Elternzeit.
06:46Was hättest du da von mir als Freundin gebraucht?
06:51Ja, total gute Frage.
06:58Ich weiß gar nicht, ob man da als Außenstehender so viel machen kann in dem Moment.
07:03Ich glaube, Fragen ist halt immer total gut.
07:09Ob es gegen diese Einsamkeit hilft, ich weiß es ehrlich gesagt nicht.
07:12Ich glaube, da muss halt auch jeder so ehrlich sein und das zulassen dann auch.
07:17Und auch eben zugeben, dass es dir in dem Moment gar nicht so gut geht.
07:21Hätte ich, glaube ich, gar nicht gekonnt.
07:24War ich gar nicht so weit, das überhaupt selber zu verstehen.
07:28Hast du das heute noch? So Momente von Einsamkeit?
07:36Ja. Es kommt immer wieder mit Kindern, finde ich.
07:39Und so dieser Spruch, es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen, da ist ja voll was dran.
07:46Da ist so krass was dran, finde ich.
07:48Ich würde mir heute echt, also ich meine, Adria und ich überlegen das ja auch immer wieder,
07:52gerade wieder ganz aktiv nach dieser zweiten Elternzeit.
07:56Wie wollen wir weitermachen? Können wir so in der Stadt weitermachen?
08:00Ich glaube ehrlich gesagt nicht.
08:02Wie weitermachen? Diese Frage treibt auch mich in Bremen um.
08:06Als ich erkenne, wie einsam ich bin, fällt es mir irre schwer, es auszusprechen.
08:11Wem soll ich es denn sagen? Und vor allem wie?
08:14Hey, ich bin übrigens einsam.
08:19In Bremen arbeite ich viel und verlasse Hals über Kopf die Stadt.
08:23Ich ziehe nach Bayern, ans andere Ende von Deutschland.
08:34Gute Morgen.
08:35Durch meine Recherchen treffe ich auf Jaro. Auch Jaro spricht offen über Einsamkeit.
08:40Also es gibt Momente, in denen ich mich so voll einsam fühle, so generell.
08:45Aber oft habe ich das Gefühl, es ist eher die Angst in mir davor, mich einsam fühlen zu können.
08:52Jaro ist 27, arbeitet in einer Gärtnerei und wohnt neu in Freiburg in einer WG.
08:59Den Morgen beginnt Jaro mit Zeit für sich.
09:13Es sieht gar nicht so aus, Jaro, als wärst du hier erst vor kurzem eingezogen.
09:17Ja, das stimmt. Wollt ihr auch was frühstücken?
09:22Ich esse voll gerne und hab's mit, ja.
09:24Du auch?
09:25Einen Löffel, aber ich bin eigentlich nicht fein.
09:28Okay, dann nehme ich einen größeren Topf.
09:32Die anderen Menschen aus der WG schlafen noch. Jaro kocht für alle. Es gibt Griesbrei.
09:38Einsamkeit kennt Jaro aus Pandemiezeiten. Damals studiert Jaro in Leipzig Kulturwissenschaften.
09:44Ich bin aus Leipzig weggezogen, weil ich gemerkt habe, die Stadt ist für mich so konnotiert mit Einsamkeitsgefühlen, dass ich
09:50da nicht sein kann.
09:52Vor allem während der Pandemie wird vielen bewusst, dass Einsamkeit Menschen jeden Alters treffen kann.
09:57Ich will wissen, wie genau sich Einsamkeit für Jaro anfühlt.
10:00Es ist wie so, als ob dann da so eine Hand reinfährt und das so kurz so hoch so anlupft.
10:10Da ist dann diese Nervosität und auch diese Angst für mich zu spüren, wenn ich denke, ich fahre jetzt nach
10:17Hause und dann ist da niemand und ich mir eigentlich Kontakt wünsche.
10:24Und es ist wie so dann an dieser Stelle recht dunkel in mir.
10:30Jaro sagt, das Zusammenleben in der WG hilft.
10:34Das ist übrigens Remu.
10:36Aber wir sind uns noch nicht sicher, ob wir ihn behalten.
10:39Ein WG-Wurm?
10:40Ja, eine WG-Schlange.
10:44Ich finde, er hat was von einem Wurm.
10:47Wir dachten, er ist gut, wenn man sich einsam fühlt.
10:53Dann kann man sich auf das Sofa legen und er passt ganz gut hier so hin.
10:58Jaro nimmt gerade an einem Tanzworkshop teil.
11:01Weil wir dort aber nicht drehen dürfen, bin ich im Schwarzwald unterwegs.
11:08Verschiedene Menschen aus der Y-Kollektiv-Community schicken mir nach einem Aufruf Sprachnachrichten.
11:17Ich sitze jetzt den siebten Tag nach Silvester alleine hier auf dem Land meiner neuen Heimat.
11:24Ich habe eine Katze auf dem Schoß, die mir gerade ein bisschen Wärme und Nähe gibt, aber bin sonst ganz
11:30schön allein hier gerade.
11:32Einsamkeit wird ja oft so dargestellt, als ob man alleine ist.
11:35Und ich habe aber das Gefühl, es muss es gar nicht sein, sondern es ist auch manchmal dieses Nicht-bei
11:40-sich-selber-Ankommen.
11:42Was mich am meisten einsam fühlen lässt, ist einfach diese emotionale Distanz, die ich oft so verspüre in der Gesellschaft.
11:51Das ist so eine ganz starke Schwere, die auf einem lastet.
11:54Allein sein tut gut, Einsamkeit tut weh. Und ich bin super gerne allein, ich komme auch allein sehr, sehr gut
12:00klar.
12:01Weil ich finde, das ist auch was Freiwilliges, was man auch haben sollte, was für mich auch viel mit Selbstliebe
12:05und Selbstfürsorge zu tun hat.
12:07Aber Einsamkeit ist genau das Gegenteil.
12:10In Europa fühlt sich mehr als die Hälfte der Menschen zwischen 18 und 30 Jahren einsam,
12:15ergibt eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2024.
12:21Nach dem Tanzen treffe ich Yaro wieder.
12:23Wie war es, Tanzen?
12:27Ich habe ein bisschen gebraucht, um heute reinzufinden, weil ich gestern noch ein auffüllendes Telefonat hatte.
12:36Und es ist dann durch so Musik und Tanz wieder so ein bisschen hochgekommen.
12:45Magst du mal erzählen, was auffüllend war?
12:48Nein.
12:49Okay.
12:51Erzählen will Yaro nicht, was los ist.
12:53Vielleicht ist aber Tanzen, denn das Tanzen hilft Yaro generell gegen Einsamkeit.
13:21Ja, wo geht es besser? Nur ein bisschen Traurigkeit ist noch da.
13:25Was macht dich traurig?
13:28Ich glaube, dass ich meine Beziehungsperson, die in Berlin wohnt, gerade früh vermisse.
13:37Ja.
13:53Aber irgendwie gehört das Vermissen, dachte ich gerade, doch auch zum Thema Einsamkeit.
14:01Ja, voll.
14:03Ich merke, dass da irgendwas auch schambehaftet ist.
14:07Jemanden zu vermissen ist irgendwie wie so schwach sein.
14:30Und nicht stark und selbstständig.
14:37So, ja.
14:39Für mich ist jemanden vermissen eine Stärke.
14:42Weil dann stehe ich total zu dieser Verbindung.
14:46Hm.
14:49Ja, so habe ich das noch nicht gesehen, aber...
14:55Macht Sinn für mich.
14:57Und wenn ich mir vorstelle, jemand sagt zu mir, ich vermisse dich.
15:01Oh, das ist doch richtig schön, oder?
15:03Ja, voll.
15:04Ja, das zu hören finde ich natürlich auch schön.
15:06Das zu sagen ist schwieriger.
15:08Was haben wir da nur für einen seltsamen Anspruch an uns selbst?
15:12Immer stark sein, es alleine schaffen, bloß keine Schwäche zeigen.
15:16Hi.
15:18Ich bin zum Abendessen eingeladen.
15:20Auf Mallorca.
15:23Hallo.
15:25Meine Lieblingsfamilie ist für eine Woche dort.
15:30Aber das Haus ist gut.
15:31Wow.
15:33Hola.
15:36Hola.
15:37Hola.
15:37Sie wollen herausfinden, ob Mallorca eine Alternative zu Berlin ist.
15:41Hi.
15:43Der große Vorteil auf Mallorca, hier wäre Adrias Familie um die Ecke.
15:48Oh, ein Papagei.
15:49Wow.
15:57Deine Tasche.
15:58Ja, das geht.
16:04Komm, mein Glas ist gut.
16:06Tu.
16:21Erzähl mal, wie waren die ersten Tage hier?
16:26Schön.
16:27Es ist ein Gefühl, als ob man noch mal Teenager wäre oder sowas.
16:32Weil es sowas Abenteuerliches irgendwie hat, irgendwo anzukommen, wo du die ganze Zeit denkst, könnte das mal mein Zuhause sein?
16:41Ist das irgendwie, ne? Also irgendwie so mehr als ein Urlaub, es hat sowas Kribbeliges irgendwie.
16:45Wie merkst du das?
16:47Ja, dass wir die Orte halt irgendwie anders angucken, ne?
16:49Ob man sich vorstellen kann, hier zu leben.
16:51Mhm.
16:52Ist was anders als in Deutschland?
16:56Ja.
16:56Die sind schon entspannt.
16:57Die sind sehr, sehr nett.
17:00Also alle Begegnungen, die wir hatten bisher, waren sehr, sehr nett.
17:04Die sind sehr aufgeschlossen für mich.
17:05Und es ist halt generell so ein bisschen entspannter.
17:09Die quatschen ein bisschen mehr.
17:11Ja.
17:13Und das Wetter.
17:14Und das Wetter, ja.
17:15Ist schon geil.
17:15Ja, klar.
17:18Adri, sag mal, wie ist das hier für dich?
17:22Hier in Mallorca?
17:23Ja.
17:25Ganz schon gut.
17:27Fühlst du dich hier anders zu Hause als in Berlin?
17:30Ja.
17:31Ja?
17:32Ja.
17:33Und was ist das?
17:35Es ist viel einfacher für mich zu überlegen, wie kann ich wohin kommen und viel mit der Sprache.
17:45Ich habe viel mehr verschiedene Versionen von meinem Selbst auf Spanisch und Katalanisch.
17:51Und dann ist es die Landschaft und die Häuser.
17:57Die du mehr als zu Hause definierst, oder?
18:00Ja.
18:01Ja, auf jeden Fall.
18:02Am nächsten Tag kommt Adrias Schwester Gala mit Kind und Mann zu Besuch.
18:06Sie wohnen in der Nähe von Barcelona.
18:08Der Flug nach Mallorca dauert nur etwa eine halbe Stunde.
18:11Wie fühltest du, dass dein Bruder sich näher zu dir fühlt?
18:16Oh, es fühlt sich besser.
18:22Es fühlt sich besser zu Hause.
18:25Es fühlt sich jetzt schon seit sechs Monaten oder sieben.
18:48Ein halbes Jahr haben sie sich nicht gesehen.
18:51you can walk yeah i saw i saw in instagram i do my family in instagram yeah
19:00gala did you miss him yeah a lot of course and now we're in february you move a february to
19:09berlin today today actually yeah today in 2011 no so yeah i miss i miss him a lot
19:19and now more because it would be like um yeah it would be like now now with kids right it
19:30would be
19:31like it's a whole new layer in our relationship right exactly
19:55while the others already go to the restaurant i look at the house with anne immobilien
20:03this is really cool i mean something here i wouldn't say no if i could pay
20:10okay warte was hat das denn 190 quadratmeter hat eine geile terrasse guck mal die 30
20:17quadratmeter sind die terrasse ja ja okay also schon sehr cool sehr schön was ist euer budget
20:36ich hab schon bock ich hab echt schiss vor diesem mein job halt zurücklassen okay das
20:45schon voller faktor für mich ich mache das schon richtig gern was ich mache und das kann sie
20:50nicht machen ist ja schon auch so ein richtiges leben was du zurücklassen würdest das ist ein
20:54richtiges leben was ich zurücklassen wird in berlin weißt du schon das kind geht mal da in schule mein
20:59job kann ich mir auch schon ungefähr ausrechnen wo es irgendwann mal hingeht also ich habe so eine idee
21:03wie mein leben zehn jahren aussieht und hier ist halt null ich weiß überhaupt nicht wie mein leben in
21:08drei jahren aussehen würden man kann ja mal träumen realistisch wäre erst mal was zur miete bevor an
21:14kaufen überhaupt zu denken ist
21:23glaubst du denn dass die einsamkeit hier weg gehen würde
21:28glaube ich ehrlich gesagt nicht nehmen also ich glaube deshalb anders du kriegst vielleicht
21:33was kriegst vielleicht ein stück näher familie bisschen mehr diesen mediterranen lifestyle wo die
21:39leute sehr aufgeschlossen sind aber du würdest auch einiges also ich würde auch einiges zu hause
21:43zurücklassen und meine freunde ich weiß nicht ob die einsamkeit weg geht ich glaube es ist eher so
21:48ein tauschhandel ist was anderes aber ich glaube weg weg geht es nur wenn man wahrscheinlich ist
21:55was was aus einem selber rauskommt auch ganz viel würde ich denken seit ich von bremen nach bayern
22:00gezogen bin setze ich mich viel mit meiner einsamkeit auseinander und finde ganz unerwartet ein neues zu
22:06hause elisabeth ist meine vermieterin und ich mag es zeit mit ihr zu verbringen und sag mal du wohnst
22:14ja hier schon ganz schön im wald fühlst du dich ja manchmal einsam und warum nicht erstens bewohne
22:23dann habe ich das haus nicht alleine da ist der hund dabei dann habe ich untermieter das sind die siebenschläfer
22:31die sind unter dem fürsch die siebenschläfer familie der ist auch mit mir eingezogen okay
22:37spinnen habe ich um das ganze jahr ja und dann hat man ja nachbarn die man ja schon jahrzehnte kennt
22:47wie lange wohnst du hier 25 jahr wir kochen riebler ein bisschen wie kaiserschmarrn nur mit kartoffeln und
22:56nicht süß warum glaubst du denn dass die menschen auf dem dorf weniger einsam sind ja weil sie sie
23:07alle kennen in der stadt bist du anonym nimm jetzt mal an also ich habe fünf in münchen studiert da
23:15bin
23:15ja mit einem warm geworden da will ja keiner kontakt aufnehmen weil er ja so reizüberflüttung hat er kann
23:21nicht dazu mit sehr leid auf einmal oder 50 was anfangen aber es hat ja auch eine gewisse enge im
23:28dorf nein alles so zehn vor und nachteile also wenn es halt den anderen dann nicht rein kommst dann
23:32soll da damit zurecht kommen das stimmt schon wenn ich an drehen zurückdenken dann war es genau das also
23:39dann ist es genau dass das ich habe mich alleine gefühlt ich war anonym und gerade mit so dingen wie
23:45eigentlich freut ich hilfe ich weiß gar nicht wenn ich fragen kann ja jetzt darfst du anderen da aber zuerst
23:51stimmt nicht da waren menschen die ich hätte fragen können und ich habe es einfach nicht gemacht
24:00zum abendessen kommen meli und daniel fünf monate lang sind sie meine nachbarn und richtig gute
24:06freunde geworden ich habe mir einen richtig ausgelassenen abend gewünscht aber ganz so locker wird es dann
24:26doch nicht es ist nämlich mein letzter hier ich ziehe weiter weil ich mich auch hier immer wieder
24:43einsam fühle ich in den alten film größen wer nie fort kommt kommt nie heim ja man muss aber echt
24:51um wieder heim kommen zu können muss man fahrt gehen sonst hat man von nichts ahnung ob ich wieder
24:56komme wer weiß aber die zeit hier die bleibt
25:08in karlsruhe treffe ich anne noch einmal gemeinsam besuchen wir den friedhof auf dem ihre mutter beerdigt
25:21ist annes mutter ist an einem baum beigesetzt anne war das letzte mal zur beerdigung vor fünf jahren
25:27hier das ich damals bei der beerdigung nicht dabei bin kann ich nicht ändern aber ich kann jetzt mit
25:41anne da sein ihre mutter kommt damals ins hospiz und stirbt überraschend in der ersten
25:58nacht du kannst dich vorbereiten wie du willst auf sowas aber in dem moment wenn die anrufen
26:03wenn dieses telefon klingelt kann ich beschreiben für ein total schockstarre also dieses gefühl von
26:11ich habe gedacht ich habe jetzt noch irgendwie zeit mich zu verabschieden noch mal fragen zu
26:15stellen das ist glaube ich etwas typisches dass du immer denkst du noch so viele sachen fragen
26:20was hättest du sie noch fragen wollen der totaler blödsinn so zwischen sachen die
26:26der mama noch fragen muss irgendwie das eine rezept was du immer gekocht hast wie geht das kleine
26:31sachen kleine sachen irgendwie ich habe auch ganz oft danach gedacht ich hab sie gar nicht gefragt wie
26:37das ist für sie zu sterben ob sie angst hat so also irgendwie verdrängst du das ja so lange du
26:43kannst
26:43du willst ja über diesen tod nicht sprechen ja kleine sachen jetzt werde ich voll drauf gemacht
26:57das war für mich also für mich irgendwie auch krass dass ich damals nicht da sein konnte mir hat es
27:27einfach richtig leid getan dass ich nicht dabei ja das wäre auch schön gewesen schatz aber ich
27:33weiß ja du bist gekommen wenn du konntest du mir tut es gut mit anne endlich so offen über diese
27:39zeit
27:39zu sprechen ich habe mich halt so krass verschlossen und nicht so eingeigelt aber auch adria mal gar
27:45nicht in mich reingelassen aber man nachts geheult alleine und irgendwie konnte ich das nicht und dann
27:53hatte ich dieses krasse gefühl mit dem kind mehr also dieses irgendwie hat mir so gewünscht dass
27:58er seine oma kennen lernt dass sie ihn kennen lernt und ist das auch wo die einsamkeit so entstanden ist
28:09ja in der zeit habe ich krass einsam gefühlt hat aber ich glaube auch weil ich schon immer ja jemand
28:14bin
28:14der alles so krass mit sich selber ausmacht ja und heute denke ich mir oft sie hat mir auch eine
28:18krasse
28:18gegeben dadurch ich habe eine therapie gemacht hätte ich vorher nie gemacht ich habe mich viel
28:23krasser mit mir auseinandergesetzt ich habe mir viel mehr getraut mich zu öffnen und nicht mehr
28:27so stark zu sein ich bin froh dass wir darüber sprechen wie einsam sie war wie einsam ich war und
28:33auch wie hilflos
28:46einsamkeit kann krank machen kann aber auch eine chance sein sich selbst zu reflektieren und daran
28:51zu wachsen von anne will ich vor allem noch wissen wie es aussieht mit mallorca was machen denn die pläne
29:00wir haben gerade den sommer gebucht okay der winter steht waren wir auch sechs bis acht wochen
29:08jemand ist echt ernst also irgendwas passiert weiß man genau ob jetzt ob in fünf jahren so haben wir
29:16auch gesagt wer weiß wann aber schritte machen kleine schrittchen in die richtige richtung etwas
29:23was wird passieren ja glaube ich schon eigentlich könnte dieser film hier enden aber ich will euch
29:33noch erzählen wie es bei mir weitergeht mein sommer griechenland sonne leben arbeit und vor allem genießen
29:51ich weiß dass die einsamkeit nicht weg geht wenn ich davor weg laufe jetzt wo ich mich erstelle
29:57erkenne ich ich habe mich selbst einsam gemacht und ich will was ändern in meinem leben mich einlassen
30:04auf alte freunde und neue menschen und vor allem auf mich selbst
30:29einsamkeit betrifft viele aber kaum jemand spricht darüber das wollen wir ändern das
30:34y kollektiv startet gemeinsam mit swr doku das projekt exit einsamkeit gemeinsam mit euch erforschen wir
30:41die einsamkeit und wollen herausfinden wann fühlst du dich einsam was hilft dir und was fehlt und
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