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00:00.
00:10Je früher wir anfangen, desto weniger stören natürlich die Besucher.
00:15Ich komme dann immer ins Schwitzen, wenn sie nach Blumen fragen,
00:17weil das immer so gar nicht mein Gebiet ist.
00:23Der Altenstein ist ein Ort der Erhabenheit.
00:26Man kommt hier in diesen Innenpark und ist wie in einer anderen Welt.
00:32Der damalige Parkverwalter vom Altenstein hat mich quasi umworben.
00:37Er wollte mich für hier haben.
00:41Der Altenstein war schon für uns ein besonderes Findererlebnis.
01:05Wo hat er denn eine Pferde?
01:14Am Morgen, wenn noch kein Besucher da ist, gehört der Altenstein allein seinen Gärtnern.
01:21Früh aufstehen gehört sozusagen zur Berufsbeschreibung.
01:28Hier oben zu arbeiten, ob im Park oder im Schloss Altenstein, das ist für alle etwas Besonderes.
01:41Und da ich ja hier aus der Gegend komme und 2020 dann die Stelle ausgeschrieben war,
01:46habe ich mich darauf beworben und hatte das Glück jetzt hier Parkverwalter sein zu dürfen seit fast drei Jahren.
01:56Der Altensteiner Park ist, was nur wenige wissen, mit 160 Hektar der größte in Thüringen.
02:03Durchzogen von einem 20 Kilometer langen Wegenetz bis zum Rennsteig.
02:17Er liegt auf einer Anhöhe im Thüringer Wald.
02:21Es geprägt von bizarren Felsformationen, die beeindruckende Blicke in die Landschaft ermöglichen.
02:34Seine Besonderheit, das nahezu perfekte Zusammenspiel von Architektur, Parkanlagen und Landschaft.
02:43Genau, das ist der größte Landschaftspark in Thüringen. Die haben das halt immer sukzessive erweitert.
02:49Es gibt ja unterschiedliche Entwicklungsstufen des Parks.
02:53Und hier war es einfach so, dass die Herzöge dann wahrscheinlich den Park einfach immer wieder erweitert haben
02:57durch die großen offenen Wiese, durch die Gestaltung mit einzelnen Baumgruppen.
03:01Und irgendwann war halt die Größe erreicht und da noch eine Parkarchitektur hin und dort noch eine hin.
03:06Und dann war es die Endgröße sozusagen irgendwann.
03:11Die Herzöge, das waren jene von Sachsen-Meiningen. 1798 entdeckte Georg I. das Potenzial des unscheinbaren Sommersitzes seiner Familie.
03:22Bernhard II. erweiterte den Park und sein Sohn Georg II. setzte mit dem Umbau des Schlosses im britischen Stil dem
03:31Ensemble eine Krone auf.
03:36Die Herzöge verband die Liebe zu diesem Ort und ein Gespür für Kunst und Ästhetik.
03:43Ich glaube, der Park spricht für sich. Der ist ja heute noch genauso in den Dimensionen erhalten wie damals.
03:49Und wenn man gerade die Berichte auch von Kurgästen, von Badegästen, auch von Gästen des Altensteins liest,
03:54wie begeistert diese über den Altenstein sprechen, dann waren sich Georg, Luise Leonore, Bernhard und Georg II bewusst, was sie
04:04hier darbieten konnten.
04:06Mussten das selber vielleicht nicht immer ständig artikulieren, aber sie haben gemerkt, die Leute, die sie umhergeführt haben,
04:12die waren sowas von begeistert, dass sie natürlich selbst auch immer hier sein wollten.
04:18Applaus für die Bilder des Herzogs am Staatstheater Meiningen.
04:25Eine Hommage an Georg II. und seine Bedeutung für die Theatergeschichte.
04:31In der Hauptrolle der Schauspieler Matthias Herold.
04:36Er schlüpft in die Rolle des berühmten Georg II. von Sachsen-Meiningen.
04:44Das kann ich sehen.
04:46Genau.
04:47Ich spiele das Gefühl, als gehört die Platze zu mir.
04:52Ja, gell?
04:55Sein Blick auf den kunstsinnigen Herzog, durchaus kritisch.
05:00Denn der ordnete seinen Leidenschaften so manches unter.
05:05Er war kein sozialer Fürst, also ganz und gar nicht.
05:08Also das, was wir ihm heute zu verdanken haben, hat er doch ziemlich auf Kosten seiner Untertanen hergestellt, sagen wir
05:14mal so.
05:15Er hat auch immer gegenüber seinem Parlament, es gab ja damals schon ein Parlament, immer darauf bestanden, dass also die
05:21Dependancen schön an das Herzogshaus gingen und nicht an das Volk.
05:30Schick.
05:33Wir haben gerade über die Anrede nachgedacht.
05:36Durchlaut.
05:36Durchlaut.
05:40Danke.
05:42Vereindruckend.
05:43Zu Zeiten der Herzöger wäre Susanne Rakowskis Titel Hofmarschall gewesen.
05:49Heute heißt das schlicht Schlossverwalterin.
05:53Das erweckt dann den Eindruck, dass ich den ganzen Tag nur abhefte und ablege.
05:59Ich komme ja vorher aus dem Bürojob, da habe ich den ganzen Tag am Schreibtisch gesessen, das ist hier schon
06:03nicht so.
06:04Also man kommt auf seine 10.000 Schritte am Tag, weil ja auch die Wege relativ groß sind und ja,
06:11aber es ist schon viel Büroanteil auch.
06:14Hallöchen.
06:15Wenn ich das gehe, hältst du wieder.
06:17Ja gut, wenn du dich kümmerst, ich vergesse es.
06:19Ja, ich kümmer mich.
06:20Gut.
06:21Ich kümmer mich.
06:23Hilfe ist immer gut, denn Susanne Rakowski hat ein volles Programm.
06:29Ab Frühling strömen die Besucher aufs Gelände und die wollen was geboten bekommen.
06:36Da braucht es immer neue Ideen.
06:40Eine drängt sich bei dieser romantischen Kulisse geradezu auf.
06:44Ja, seit diesem Jahr haben wir das Vergnügen sozusagen an das Standesamt Räumlichkeiten zu vermieden, einen Gewölbekeller.
06:56Und morgen wird dort, werden die ersten Hochzeiten dort stattfinden und deswegen müssen wir ein bisschen was vorbereiten in dem
07:02Raum.
07:07Der Hochzeitsraum auf Altenstein befindet sich erstmal im Hofmarschallamt, noch nicht im Schloss, das saniert wird.
07:17Trotzdem kann der Ort schon jetzt mit seinem Ambiente punkten.
07:23Ich denke, das ist auch ein ganz netter Raum und vor allem können ja die Brautpaare nach der Hochzeit dann
07:28gleich im Park wunderschöne Bilder machen und deswegen ist das schon auch sehr gefragt, ja.
07:34Nicht nur zum Heiraten.
07:36Dieses Ensemble ist fast jedem Besucher etliche Fotos wert.
07:40Kaum zu glauben, dass es hier vor 300 Jahren nur blanke Felsen und ein paar Gehöfte gab.
07:491733 ließ Herzog Anton Ulrich von Sachsen-Meiningen das erste Schloss bauen.
07:54Die Lage hat wohl auch ihn beeindruckt.
07:57Doch das Ergebnis fand er schlicht scheußlich.
08:01So sehr, dass er es nie besuchte und den Baumeister aus dem Land jagte.
08:08Der Altenstein blieb ungelebt, bis sein Sohn ihn wieder entdeckte.
08:13Genau genommen gab es gar keinen Park.
08:15Es gab das Schloss und gegenüber dem Schloss in Richtung des Bonifatiusfelsens standen noch alte Gehöfte, alte Wirtshäuser, Hofmarschall, Hofmarschall
08:25und solche Dinge.
08:26Die hat er alle wegreisen lassen und hat dann in den Folgejahren erstmal diesen Innenpark überhaupt geschaffen.
08:31Und parallel dazu hat er den Grundstein für diesen 160 Hektar großen Park gelegt.
08:41Durchlauchtigster Herzog!
08:43Durchlaucht haben die Güte gehabt, mich dem Gärtnervater Succedendi substituieren zu lassen.
08:50Da dieser mit dem Tod abgegangen ist, so habe ich euer Herzog Durchlaucht untertänigst bitten wollen, mich in der hiesigen
09:02Gärtnerstelle untertänigst zu bestätigen.
09:07An Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen 1794.
09:17Eine der heutigen Gärtnerinnen ist Margret Most.
09:25Lässt sich noch nicht so, nicht so schön zeichnen wie ich das da.
09:32Seit 20 Jahren arbeitet sie auf dem Altenstein bei Bad Liebenstein.
09:39Ich bin so zuständig für den, quasi den Innenpark, alles was Blumenpflanzen, Kübelpflanzen anbelangt.
09:46Das ist so mein Zuständigkeitsbereich.
09:47Und Toni ist ja Parkverwalter, also der ist quasi für alles hier der oberste Chef und für alles zuständig eigentlich.
09:59Ein Chef mit kleinem Mitarbeiterstab.
10:04Wir sind hier fünf feste Mitarbeiter und drei Saisonkräfte.
10:09Und das war es dann auch schon. Leider zu wenige.
10:13Ich glaube, es liegt an der Personalausstattung des Landes.
10:18Wobei Leute finden es natürlich auch heutzutage schwierig geworden, gerade was den Beruf des Gärtners angeht.
10:23Aber wir hoffen natürlich, dass es noch Motivierte da draußen gibt, die zu uns kommen würden.
10:27Denn er und seine Gärtner haben viel zu tun.
10:31Ein Landschaftspark erfordert weit mehr Pflege als ein normaler Wald.
10:35Auch wenn der Unterschied manchmal nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist.
10:43Die müssen wir jetzt fällen.
10:45Hier ist uns aufgefallen, dass die praktisch starke Schäden haben.
10:49Und in dem Fall entnehmen wir die zwei jetzt noch, einfach um hier die Besucher zu schützen.
10:53Also in dem Fall ist einfach die Verkehrssicherungspflicht, hat hier Vorrang vom Naturschutz.
10:58Aber da keine Bruthöhlen drin sind, haben wir hier auch kein Problem.
11:03Solche Maßnahmen werden immer häufiger notwendig.
11:15Das Felsplateau des Altenstein leidet sehr unter dem Klimawandel und dem zurückgegangenen Niederschlag.
11:27Im Park wurden bis 2018 ca. 25 bis 30 Bäume im Jahr gefällt.
11:33Wir sind seit letztem Jahr bei ca. 80 bis 100 Bäumen, die wir fällen müssen.
11:37Aufgrund von Klimaschäden, Trockenheitsschäden, gerade hier die Buche.
11:43Die Buche stirbt von oben her ab.
11:45Wenn natürlich Besucher unten drunter durchlaufen und die Kronen brechen unkontrolliert raus,
11:50haben wir hier natürlich ein riesengroßes Problem.
11:54Bei den Wäldern des Landschaftsparks vielleicht noch zu verschmerzen.
11:58Aber bei den Bäumen des Innenparks ist das gravierender.
12:02Jeder einzelne Baum hat für das Gesamtkunstwerk Altenstein eine Bedeutung.
12:07Wie diese uralte Esche.
12:12Der ist jetzt ca. 200-jährig, der Baum.
12:16Und gerade hier bei dem Exemplar, da es von besonderer Wichtigkeit ist,
12:20die Einzelstellung im Park, wird der jetzt mit besonderen Methoden geschützt,
12:23weil bei uns die Fällung immer das letzte Mittel ist.
12:26Er ist jetzt praktisch genau an dieser Stelle gepflanzt worden,
12:30weil hier damals die Gattenkünstler sich gedacht haben,
12:34wir machen hier eine Doppelesche hin,
12:36einfach um den Blick aus verschiedenen Punkten auf die Esche zu lenken.
12:39Und wenn der jetzt natürlich fehlen würde,
12:40würde sich das ganze Bild des Parks verändern.
12:42Und deswegen ist hier eine lange Erhaltung halt sehr, sehr wichtig.
13:00Nachdem wir eines Tages bei Hofe gespeist und wie gewöhnlich nach Tisch eine angenehme Spazierfahrt
13:07in den Wäldern der romantischen Umgegend gemacht,
13:10proponierte uns der Herzog, als die Dunkelheit einbrach, jene Höhle zu besichtigen, die ihr zu erleuchten befohlen habe.
13:21Der magische Eindruck dieser Nacht wird stets lebhaft in meiner Erinnerung bleiben.
13:30Fürst von Pückler-Muskau
13:32Schon Landschaftsarchitekt Fürst Pückler-Muskau schwärmte von der Altensteiner Höhle.
13:39Sie gilt als die älteste Schauhöhle Thüringens.
13:44Seit fünf Jahren wird sie saniert und technisch auf neuen Stand gebracht.
13:51Entdeckungsschacht 1799 hat Herzog Georg die Straße zum Altenstein bauen lassen.
13:58Und dabei ist eine Kluft entdeckt worden.
14:01Neugierig, wie die Bauarbeiter waren, sind sie mal in die Kluft reingekrochen und haben diese Höhle hier entdeckt.
14:07Und es war schon sehr interessant, dass es auch sofort erschlossen wurde.
14:10Also diese Neugier, die da war, gleich reinzugehen, zu gucken, was das ist und auch immer weiter vorzugehen.
14:15Und schon im selben Jahr, das war ja im Frühjahr 1799, dann im Sommer wurde schon annonciert,
14:19es wurde eine Höhle entdeckt und die wird begehbar gemacht.
14:21Das heißt, innerhalb weniger Wochen und Monate hat man die Höhle so weit erkundet, dass man eben auch Leute reinführen
14:26konnte, dass sie auch sicher war, dass man sie beleuchtet hat.
14:29Das war ein Zeitraum von wenigen Monaten eigentlich. Sieht cool aus, finde ich.
14:33Finde ich auch.
14:34Diese Beleuchtung, das ist echt schick.
14:37So, hier befinden wir uns jetzt im Musikdom. Da ist es aus dem Grund so, weil hier hat Herzog Georg
14:43seinen Gästen Musik präsentiert.
14:46Die Musiker saßen dort oben und er hat sogar Echomusiker gehabt, die saßen dann hier.
14:55Der größte Raum öffnet sich nur wenige Meter dahinter.
15:03Als die Höhle eröffnet wurde 1799, auch in den Folgejahren, wurde sie sonntags erleuchtet, also illuminiert mit Fackeln, freier Eintritt.
15:11Aber jetzt hier in diesem Saal, der wurde nicht als Konzertsaal bezeichnet, das war eigentlich eher ein großer Dom.
15:18Das sollte sich in späteren Jahren ändern.
15:22Das war doch die letzten 70 Jahre, sag ich mal, hat jetzt sehr viel Kultur stattgefunden, viele Veranstaltungen.
15:28Ja, und Märchenaufführungen, Weihnachtskonzerte, Chorkonzerte.
15:49Vielleicht wird es auch wieder Konzerte geben, aber die Höhle an sich soll mit allerlei Effekten zum Erlebnisraum werden.
15:58Hier kommen also 28 Lautsprecher rein, kleine niedliche. Und dann kann man hier drinnen Musik hören.
16:06Beziehungsweise dann werden wir auch das Rauschen des Baches, des Höhlenbaches verstärken, damit man eben so ein richtiges Erlebnis hat,
16:16wie das vor 220 Jahren auch war.
16:19So, da ist das gute Stück.
16:23Hier sieht man auch wieder schön, wie sich das alles spiegelt.
16:28Der Höhlensee gehörte früher zu den Lieblingsmotiven.
16:36Also wenn man hier steht, ist man fast ein bisschen enttäuscht, wie klein der See eigentlich ist, wenn man nur
16:39diese bildlichen Vorlagen kennt aus dem 19. Jahrhundert.
16:43Aber es wurde natürlich damals auch sehr übertrieben und sehr geschönt dargestellt.
16:48Nach 280 Metern das Ende des begehbaren Teils.
16:53Tja, und hier haben wir dann unseren Höhlenbach, der also wesentlich verantwortlich ist für die Entstehung der Höhle.
17:01Momentan haben wir relativ viel Wasser drin, was an den Niederschlägen im zurückliegenden halben Jahr liegt.
17:09Und wenn man weniger Wasser drin hat, also im Sommer, wenn es sehr lange trocken ist, dann gibt es Stellen,
17:15gerade hier drüben in dem Bereich, wo man eigentlich ganz deutlich sieht, dass diese Höhlenbildung natürlich nicht aufhört, sondern weitergeht.
17:22Und mit Sicherheit auch in den nächsten Jahrhunderten die Höhle hier natürlich sukzessive erweitern kann.
17:31Vor etwa drei Millionen Jahren war hier, wo wir jetzt stehen, nichts außer einem sehr langen, engen Spalt mitten im
17:39Gestalt.
17:39Gab es hier eigentlich auch Dinosaurier?
17:41Ich habe eine Frage. Dinosaurier gab es in der Jura und in der Kreidezeit, vor mehr als 70 Millionen Jahren.
17:47Das war wirklich blöd, irgendwie.
17:49Diese Höhle ist natürlich auch öfter Filmkulisse.
17:57Ihr braucht keine Angst zu haben, das liegt hier gleich wieder an.
18:00Obwohl, Angst bei einer Havarie hier nicht mehr rauszukommen, braucht im wirklichen Leben keiner zu haben.
18:07Natürlich gibt es einen Notausstieg, der ist ziemlich steil, aber...
18:11Unsere Männer von der Feuerwehr und auch von der Bergrettung, die haben gesagt, überhaupt kein Problem, wir kriegen dort jeden
18:17raus.
18:18Und deswegen, ja, schauen wir einfach mal an.
18:23Es muss noch einiges gecheckt werden. Aber demnächst ist die Altensteiner Höhle wieder offen für Besucher.
18:30Jo, die Ehre hat uns wieder.
18:38Die Entdeckung der Höhle war zufällig. Andere Besonderheiten des Parks dagegen sorgsam geplant.
18:46Die Felsformationen wurden zur Inspiration für sogenannte Staffagebauten.
18:56Georg hat sozusagen den Trends der Zeit aufgegriffen und hat sie in diese Parkarchitekturen umgemünzt.
19:04Beispielsweise Chinoiserien, waren ganz typisch um 1800 chinesisches Häuschen gebaut.
19:14Er war selbst Freimaurer. Eine Freimaurerkapelle hinter dem Schloss aufgebaut, die Ritterkapelle.
19:19Übrigens die einzige Parkarchitektur, die heute noch im Original aus Georgs Zeit erhalten ist.
19:23Der Rest ist alles mal irgendwann kaputt gegangen, wurde in den letzten 30 Jahren erst neu aufgebaut.
19:31Im Parkteil Luisenthal gestaltete der Herzog sogar eine kleine Landschaft.
19:36Als Geschenk für seine Frau, die sich nach den Alpen sehnte.
19:42Georg der Erste genau, hat für seine Frau Luise Eleonora, hat er das praktisch im alpinen Stil angelegt, mit der
19:48Sennhütte und mit dem Wasserfall, der ja künstlich ist.
19:52Und dazu noch damals Ziegen, weil Gämse war ja hier schwierig, man sieht es ja, sie gibt es ja auch
19:57heute noch.
19:57Und da hat er das praktisch im alpinen Stil für seine Frau angelegt damals, das gesamte Luisenthal.
20:11Diese Parkarchitekturen zu pflegen und wie in diesem Fall den Wasserzufluss freizuhalten, auch das gehört zum Gärtneralltag auf Alpenstein.
20:26Läuft alles? Sehr schön, sieht gut aus.
20:29Seht mal, wie viel mehr wird dann fertig Mitte der Woche und dann können wir den auch wieder aufmachen in
20:33den Graben.
20:40Hier läuft praktisch das Wasser von oben, von den Wegen, seitwärts ab, wird dann hier runtergeführt, dass die Wege nicht
20:47kaputt reißen.
20:49Deswegen muss das Laub raus.
20:51Also hier ist jetzt schon die Bereinigung erfolgt, ist schon sauber und hier kann jetzt das Wasser dann wieder problemlos
20:57fließen, kein Laub drin, keine Äste drin.
21:01Eine der berühmten Gartenarchitekturen des Alpenstein ist der Blumenkorbfelsen.
21:07Der ist damals wie heute ein Muss beim Besuch des Parks.
21:19Der markante Blumenkorb auf der Spitze einer Felsnadel wurde rekonstruiert und kann über eine steile Treppe erklommen werden.
21:40Noch nicht wieder sichtbar die Greifenbank, eine Sitzgruppe aus Sandstein, die sich darunter befindet und an der der Zahn der
21:48Zeit merklich genagt hat.
21:50Nun wird sie in einem Thüringer Steinmetzbetrieb wiederhergestellt.
22:02Das ist das Original, ja. Das haben wir halt jetzt gereinigt, das war, da war überzogen mit Farbe.
22:07Von ihr wird ein Abdruck gemacht, der Rest der Bank neu angefertigt.
22:16Also ich sage mal, so ein kleines Filetstück, das hat man ja doch nicht alle Tage.
22:21Und wir sind echt froh und glücklich, dass wir halt die Arbeit ausführen dürfen.
22:27Ein Teil der Bank wird nach dem Original neu in Stein gehauen.
22:32Sich wiederholende Teile, wie die unterstützen, kopiert.
22:40Doch von einigen Teilen werden nur die Abformungen im Park zu sehen sein.
22:47Teilweise wird es auch so ein bisschen festgelegt, weil man Angst hat, weil es halt im Außenbereich im Park ist,
22:52dass, wenn es zu schön ist, dass es halt auch gemaust wird.
22:55Und das ist eigentlich schade, dass man das dann nur, sage ich mal, in Kunststein herstellt, aber das ist halt
23:03leider die heutige Zeit.
23:06Also wir hätten lieber alles komplett in Stein gehauen, logischerweise.
23:10Aber selbst das Abformen, das ist auch eine ganz, ganz spannende Geschichte.
23:16Dass man da jetzt nochmal die Form hat, falls irgendwas wieder verschwindet, auch an der Ornamentik, dass man das dann
23:22wieder doch nochmal rekonstruieren kann, beziehungsweise halt nochmal vervielfälten kann.
23:28Es ist eine akribische Arbeit, denn als Vorlage gibt es nur eine Fotografie aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts.
23:37Manches ist auch einfach ein, so könnte es ausgesehen haben.
23:47Restaurator und Steinmetze sind darüber im ständigen Austausch.
23:52Und wir haben dann mal so eine 3D-Animation gefertigt.
23:59Es ging ja auch bei der ganzen Maßnahme darum, die entsprechenden Sponsoren sozusagen da schon mal zu animieren.
24:07Und ein typisches klassizistisches Denkmal.
24:11Und man hat halt einheimischen Bunzernstein verwendet zur Fertigung der Bank selbst und der ornamentiven Teile.
24:18Und die Büste ist aus dem vermutlich italienischen Marmor gefertigt worden.
24:23Mitte des 19. Jahrhunderts gewann der Park weiter an Bedeutung.
24:27Mit dem Auftritt der berühmten Gartenarchitekten.
24:33An den Anlagen vom Altenstein haben verschiedene Künstler Versuche gemacht.
24:38Auch Fürst Pückler, Muska und Linné.
24:40Aber keiner hat Wesentliches geändert.
24:45Bernhard hatte sich dem Park gewidmet und hat 1845 Fürst Pückler hier eingeladen.
24:51Der hat mehrere Wochen in Liebenstein gewohnt und hat hier oben dem Herzog und der Herzogin geholfen,
24:57den Park umzugestalten, Sichtachsen neu zu denken, die Parkformation aufzulockern gegenüber dem Wald
25:04und da viele Dinge einfach vorzunehmen.
25:08Wir sind hier auf der Katzenkopfwiese. Das ist eine große Wiese im Altenstein.
25:13Und diese Wiese ist maßgeblich von Pückler gestaltet worden.
25:17Und hier wissen wir, dass der es auch geplant hat.
25:19Das heißt, die Altbuchen, die hier noch stehen, sind tatsächlich aus seiner Zeit und zumindest nach seinen Vorstellungen gepflanzt.
25:26Das sind hier zum größten Teil Buchen, aber wir haben hier auch einzelne Lindengruppen.
25:30Hier sieht man jetzt praktisch diese Charakteristik von Pückler unter anderem.
25:34Das ist so eine dieser klassischen Gruppenpflanzungen. Von Weiden sieht es praktisch aus wie ein großer Baum.
25:40Und je näher man kommt, sieht man dann, dass es mehrere Bäume sind, sechs, sieben, acht oder zehn Stück.
25:44Und das ist eins seiner Markenzeichen gewesen.
25:49Der Park war nun vollendet. Bis heute hat sich an seinem Aussehen nicht viel verändert.
25:55Einfach prachtvoll.
26:07Viele Besucher, Adlige und Kurgäste kamen damals auf den Altenstein.
26:13Doch das alte Barockschloss passte schon lange nicht mehr zu dieser Pracht.
26:18Die Zeitenwende begann 1866, als Georg II. die Regentschaft von seinem Vater übernahm.
26:28Doch Georg musste noch über 20 Jahre warten.
26:32Erst dann konnte die Mission Schlossumbau beginnen.
26:39Auf Schloss Altenstein haben die Umbauten begonnen.
26:43Wie man hört, soll eine beträchtliche Summe verwendet werden, um den herrlich gelegenen Fürstensitz in einen stilvoll schönen, behaglichen Sommersitz
26:53umzugestalten.
26:55Plötzlich ging alles ganz schnell.
27:00Die Mutter ist am 1. Januar 1888 gestorben und bereits drei Wochen später erhält sein Oberbaumeister, Albert Neumeister, einen Brief
27:09in Italien, wo er gerade war, dass der Herzog plant, das Schloss umzubauen.
27:15Also drei Wochen nach dem Tod der Mutter.
27:16Ich glaube, er hat wirklich gewartet und hatte auch schon einige Pläne vielleicht im Kopf und auch die Pläne aus
27:22den Vorjahrzehnten schon in Gedanken dabei.
27:25Das ging dann wirklich sehr schnell.
27:27Sie wollen auch Führung Baugeschichte mitmachen?
27:30Ja, ja.
27:32Alles gut, okay.
27:34Mein Name ist Susanne Rakowski.
27:36Ich bin seit 2019 Schlossverwalterin hier auf der Anlage.
27:39Und ich muss mal ganz kurz fragen, hier weiß ich schon, dass Sie die Anlage kennen.
27:43Sie kennen den Altenstein oder ja?
27:46Okay, gut.
27:49Und wie nicht anders von einem so kunstsinnigen und weltgewandten Fürsten wie Georg zu erwarten?
27:55Dieses Schloss wurde anders als hierzulande üblich, nämlich sehr britisch.
28:01Er hat im Prinzip aus mehreren englischen Adelshäusern ein Schloss gemacht.
28:07In das Gebäude, wie wir es hier sehen, sind also mehrere englische Vorbilder eingeflossen.
28:12Wir haben zum Beispiel diese geschweiften Knickgiebel, die die gesamte Dachlandschaft umrahmen mit den Obelisken obendrauf.
28:20Und die gibt es nochmal in Noel House.
28:23Auch diese halbrunden Erker, von denen wir jetzt hier zwei sehen, an der nördlichen Seite ist dann nochmal einer.
28:30Das hat er sich im Prinzip abgeschaut in Kirby Hall in England.
28:36Georg wurde zum engagierten Bauherren.
28:41Da ich vorhabe, heute nach dem Bless zu fahren, wollen Sie bitte die Pläne noch vormittags zurückschicken.
28:50Ich hoffe, dass Sie keine großen unüberwindlichen Bedenken gegen die von mir gewählte Umgestaltung des Schlosses Altenstein haben.
29:02Mit schönstem Gruß, Georg Herzog.
29:12Georg war ja künstlerisch extrem begabt. Er konnte wirklich sehr gut zeichnen.
29:17Und wenn jemand sehr gut zeichnen kann und malen kann, dann wird er auch bei einem Architekten mit drüber schauen
29:22und wird sagen, so möchte ich es haben, so möchte ich es nicht haben.
29:25Und ich glaube, der Neumeister schreibt dann auch 1914 so retrospektiv, naja, es war nicht mein Entwurf, es war auch
29:32nicht der von Hoppe, es war auch nicht der vom Herzog, es war ein Kompromiss.
29:37Dieser Einfluss beschränkte sich nicht nur auf die Außenfassade.
29:42Auch die Inneneinrichtung wurde von Georg genau geplant.
29:48Fotos aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts sind die einzigen bekannten Innenaufnahmen.
29:53Sie lassen erahnen, mit welcher Opulenz das Schloss einst ausgestattet war, das übrigens nur von zwei Menschen bewohnt wurde, Georg
30:01und seiner dritten Frau, der Schauspielerin Helene Franz.
30:06Auch bei der Innenraumgestaltung achtete der Herzog auf die britische Note.
30:13Handwerker aus England hat er extra damit beauftragt, einige der Räume im britischen Stil zu gestalten.
30:21Bis hin zum Design.
30:25Dear Sir, you will now that his highness Duke George of Sachsen-Meiningen wish some of your rooms in a
30:35castle of Altenstein don't buy your walkment and according to your own plans.
30:42Brief nach England. Albert Neumeister, Architekt.
30:49Das Leben Georgs auf dem Altenstein war, wen wundert's, von seiner Liebe zur Kunst und den Künstlern geprägt.
30:59Einer, der oft hier zu Besuch war, Johannes Brahms, der fühlte sich inspiriert von diesem Ort.
31:07Er hat auf jeden Fall der Clara Schumann von hier geschrieben, die ja zeitlebenslang eine Freundin von ihm war, dass
31:15es eben ganz wundervoll wäre.
31:16Und er wünschte, sie könnte hier sein und aus dem Balkon schauen und die Hirsche rühren.
31:23Er hat also geschwärmt vom Altenstein.
31:26Und Clara Schumann hat ihm dann auch geantwortet.
31:29Ich danke dir nun heute für den lieben Brief aus Altenstein.
31:32Wie reizend müssen die Tage dort und in Meiningen gewesen sein.
31:35Ach, wer solche mal miterleben könnte.
31:40Wer viele Gäste hat, braucht auch die entsprechenden Räume.
31:44Der Umbau machte es möglich.
31:47Das ist original nachgemacht, genau.
31:49Der historische Speisesaal mit 5,50 Meter Höhe und 110 Quadratmetern.
31:55Und die Größe dieses Raumes hat Georg eigentlich nur durch diesen Umbau erreicht.
32:03Und original ist jetzt in dem Raum hier noch das Stück Decke in dem halbrunden Erker, hier in dem Bow
32:09Window.
32:11Nebenan ein eher profaner Raum.
32:13Und hier hinten, das ist der herzogliche WC-Anbau.
32:19Der ist also in Fachwerkoptik an das Gebäude angebaut.
32:23Und hier haben sich also die Wasserklosettes befunden.
32:26Und er hat dann eben an die Außenwand sozusagen diesen Fachwerkanbau drangesetzt, zweigeschossig.
32:34Und dann hat man hier unter der Tapete und den Putzschichten diesen historischen Putz entdeckt.
32:42Der ist natürlich extrem beschädigt, weil da sind Löcher draufgeschlagen worden, um den neuen Putz aufzubringen.
32:48Und weil wir aber hier nicht viel historische Substanz haben, wollen wir den natürlich gerne wieder sichtbar machen.
32:56Auch wenn sich Georg II. vornehmlich dem Schloss widmete, hat er doch im Innenpark wichtige Akzente gesetzt.
33:12Neben Statuen ist das vor allem jenes Prachtbeet, das noch heute neben dem Schloss liegt.
33:18Das großartige Teppichbeet von Altenstein.
33:22Im Frühjahr wird es von den Gärtnern zunächst mit Stiefmütterchen bepflanzt, bevor die eigentliche Sommergestaltung folgt.
33:30Das ist so ein bisschen auch mein Anspruch, dass ich versuche immer was anderes zu machen.
33:34Natürlich wiederholen sich die Muster jetzt mittlerweile.
33:37Ich bin ja jetzt seit 2002 da, da hat man schon so einiges gepflanzt.
33:42Aber ich versuche dann eben immer, vielleicht andere Farben zu nehmen oder so kleinere Abweichungen mit einzubringen.
33:54Ob diese Bepflanzung Georg gefallen hätte?
34:00Auch wenn vieles, was hier passiert, streng den Regeln der Denkmalpflege unterliegt,
34:05Margaret Most nimmt sich die gestalterische Freiheit.
34:11Denkmalpflegerisch ist es nicht nachgewiesen, dass es eine Frühjahrsbepflanzung gab.
34:14Da gibt es keine Dokumente dazu.
34:20Aber ich denke mal, das ist schon gerechtfertigt.
34:28Es verkürzt die Wartezeit auf Sommerteppichbeet, das seit 20 Jahren, immer ab Mitte Juni, die Besucher in Erstaunen versetzt.
34:46Jedes Jahr versucht Margaret Most, eine andere der alten Originalvorlagen umzusetzen.
35:00Jedes Mal eine Herausforderung.
35:08Das war so eine Idee damals, wie können wir das Beet pflanzen.
35:11Es wurde bis dahin, ich sag mal, normal bepflanzt.
35:14Und ich durfte dann, als ich hier angefangen habe, auch mal das Bilderarchiv durchgucken.
35:18Und da kam halt so die Idee auf, wollen wir das nicht mal probieren, das Teppichbeet wieder zu beleben.
35:23In der Form, wie es zu herzoglichen Zeiten war.
35:27Und das ist gut angekommen bei der Stiftung und ist bejaht worden.
35:31Und dann haben wir es 2003 das erste Mal umgesetzt und war halt gleich ein guter Erfolg.
35:36Und seitdem machen wir das.
35:40Ende des 19. Jahrhunderts waren diese Beete total angesagt.
35:46Eigentlich gab es überall Teppichbeete.
35:48In jeder größeren Stadt vor Bahnhöfen oder in den Stadtparks oder in dekorativen oder schönen Gebäuden gab es halt so
35:56ein Teppichbeet davor.
35:57Und das war eine richtige Mode. Es gab natürlich dementsprechend auch Gärtnereien, die diese Pflanzen gezogen haben.
36:02Aber da das sehr kostenintensiv war und auch personalintensiv, ist das natürlich irgendwann, war das nicht mehr machbar.
36:09Bis zum Tod von Georg II. 1914 wurde die Tradition des Teppichbeets auf Schloss Altenstein gepflegt.
36:18Damals gab es hier riesige Gewächshäuser, ideal zur Anzucht der Pflanzen.
36:24Heute steht an gleicher Stelle ein etwas heruntergekommener Hotelbau aus DDR-Zeiten.
36:31Nicht gerade ideal, aber zumindest gibt es hier einen Raum für die Echeverienzucht.
36:39Das ist eine der Basispflanzen des Teppichbeets.
36:43Wir pflanzen so circa so zwischen 7.000 und 8.000 Pflanzen aufs Teppichbeet.
36:47Und sie bekommen vielleicht mal 5, 6 Resinen irgendwo zu kaufen und das auch nur in Liebehaberläden, aber keine 500
36:54oder 600 oder tausende Alternantern.
36:57Und das war eigentlich das größte Problem, das beizubekommen.
37:00Und unsere ersten Alternantern und die Resinen kamen aus Israel, ja.
37:05Das Teppichbeet gibt es seit einigen Jahren weder.
37:11Das Schloss selbst ist noch nicht vollendet.
37:201942 entschlossen sich die Nachfahren der Meininger Herzöge, das gesamte Ensemble an das Land Thüringen zu verkaufen.
37:28Inklusive Interieur. Der Verkaufspreis ist nicht überliefert.
37:35Es kann ein Geldmangel gewesen sein, es kann auch andere Interessen gewesen sein, dass Ernst eben woanders hin wollte und
37:40dann sagte, was soll ich mit dem Schloss.
37:42Man muss ja bedenken, der Park mit 160 Hektar, der kostet jeden Tag Geld im Unterhalt.
37:47Das Schloss kostet Geld, im Sommer muss der Park bewirtschaftet werden, sonst wuchert hier alles zu.
37:52Und das sind natürlich Kosten, die muss man erstmal aufbringen wollen, selbst wenn man es kann.
37:59Zeitenwende auf Schloss Altenstein.
38:03Nach dem Zweiten Weltkrieg residierte hier nun die Handwerkskammer.
38:09Diesem Ziel diente auch ein treffender Handwerker aus allen Teilen Deutschlands auf Schloss Altenstein in Thüringen.
38:15Der Vorsitzende der Landeshandwerkskammer, Tischlermeister Paul Hess, begrüßte die westdeutschen Gäste.
38:23Wieder einmal wurde die Forderung verwirklicht, Deutsche an einen Tisch.
38:29Die westdeutschen Handwerker waren trotz erheblicher Schikanen über die Zonengrenze gekommen.
38:35Das deutsche Volk ist sich einig.
38:38Wenn nicht mit, dann wird es ohne Herrn Adenauer den Frieden erzwingen.
38:47Das ist eine gute Idee.
38:47Peter Watzek lebt seit seiner Kindheit auf dem Altenstein.
38:54Meine Eltern waren so Däden-Deutsche.
38:56Mein Großvater, die suchten damals einen neuen Gärtner für die Gärtnerei.
39:00Die war verbrachtenfrei.
39:02Da hat der Opa gesagt, das übernehme ich und war hier.
39:05Und nachdem die Oma gestorben war, hat er gesagt, alleine schaffst du das nicht.
39:09Jetzt schrieb mein Vater immer, dass das eine wunderschöne Anlage wäre mit Park und Schloss und und und.
39:14Und da ist mein Vater mal bei Nacht und Nebel, damals gab es hier noch keine Grenzen,
39:17da gab es nur die Ost- und die Westzone.
39:19Er ist mal rübergefahren, hat es angeguckt, kam zurück, hat gesagt, hier gehe ich her.
39:22Wir lassen alles liegen, wir gehen hierher.
39:24Und so war es dann auch.
39:26Wir sind dann praktisch hier unser neues Zuhause.
39:32In diesem Haus lebt Peter Watzek bis heute und hat alles miterlebt.
39:40In den Anfangszeiten war es ja nur Erholungsheim.
39:43Und dann später war das ein Schulungsheim.
39:46Also im Hintergrund eine politische Schulung war das.
39:49Produktionsdirektoren, die wurden hier geschult.
40:00Allerdings nur im Winter.
40:02Im Sommer gehörte das Schloss den Handwerkern und ihren Familien.
40:07Du hast den Farbenfilm vergessen, mein Michael.
40:12Nun glaubt uns kein Mensch, wie schön es hier war.
40:17Du hast den Farbenfilm vergessen, bei meiner Seele.
40:22Alles blau und weiß und krass und später nicht mehr war.
40:27Zwei Wochen dauerte so ein Ferienaufenthalt im hochherrschaftlichen Ambiente.
40:32Für das Schloss nicht die schlechteste Nutzung.
40:35Denn die Gäste waren gern bereit, mal Hand anzulegen, wenn es notwendig wurde.
40:40Alles blau und weiß und krass und später nicht mehr war.
40:48Wenn irgendwo ein Riss in der Verdeflung war,
40:51da war einer zur Stelle von den Handwerkern, die hier weilten,
40:54die sich da auskannten, die haben das gleich repariert.
40:56Die brauchten da keine Handwerker zu holen.
40:58Bis auf die elektrischen Anlagen, da durften die meistens nicht dran.
41:02Da gab es auch Hinweise von der Elektrofirma aus Schweiner,
41:05die immer gesagt haben, eure elektrischen Anlagen,
41:07die sind überholungsbedürftig.
41:09Da waren wirklich uralte Leitungen drin und so weiter.
41:13Und das hat sich dann am Ende auch bewahrheitet,
41:16dass dann auch wegen so einer defekten alten Leitung das Schloss leider abgebrannt ist.
41:24Am 4. Februar 1982 passierte dann die Katastrophe.
41:36Ganz früh am Morgen hat es angefangen zu brennen.
41:39Als ich das Schloss gesehen habe, der Dachstuhl brannte schon.
41:42Da flogen schon die ersten Ziegel weg und Flammen schlugen aus dem Dach.
41:45Da habe ich nur gedacht, da oben verbrennt alles, was ich da gesehen habe.
41:51Die Verwalterin war leider allein hier.
41:53Die hat das auch nicht so einschätzen können, dass es schon so schlimm war.
41:58Und ehe die Feuerwehr hier war, ehe die ganzen Alarme, ehe die Anrufe durchgingen
42:03und ehe alles eingeleitet war hier.
42:06Und das war halt schade.
42:13Manches konnte gerettet werden und wartet in den Magazinen darauf,
42:18wieder einen Platz im dann sanierten Schloss Eitenstein zu finden.
42:37Man hat ja schon nach dem Brand 1982 wieder angefangen,
42:41wollte das Schloss aufbauen, damals aber noch als Handwerkererholungsheim
42:44und musste aber auch aus finanziellen Gründen wieder aufgeben.
42:48Und die Stiftung ist jetzt seit 2011 hier im Schloss mit der Sanierung beschäftigt.
42:54Und jetzt ist durch das Sonderinvestitionsprogramm wirklich ein größerer Geldbetrag da,
43:00wo wir uns auch erhoffen, dass es jetzt zeitnah vorwärts geht.
43:05Für Neugierige gibt es die sogenannten Baustellenführungen.
43:08Also hier in dem Raum, da sind die Fliesen noch unter dem Aufbau.
43:13Die sind auch erhalten, das heißt, die haben den Brand gut überstanden
43:16und die kommen wirklich in den Protikus, ins Festibül und ziehen sich dann bis ins Treppenhaus.
43:24Dazu gehört auch eine Dokumentation des Brandes.
43:28Manche kriegen wirklich einen Schreck, weil sie nicht mit so einer Rohbausituation teilweise gerechnet haben,
43:34aber es ist immer, wenn man das erklärt und erläutert, dann auch immer ganz viel Freude.
43:39Es gibt schon viele Pläne für den Neuanfang.
43:41Ich hoffe, ihr versprecht euch nicht zu viel davon.
43:46Es sind natürlich auch Gerümpel hier überall.
43:49Also das wird praktisch der zukünftige Raum, wo Trauungen angeboten werden sollen.
43:55Und ich kann mir dann schon vorstellen, wenn man dann hier sitzt mit Blick draußen zum Park
43:59und die Fontäne ist an, dass das ein sehr schönes Ambiente ist.
44:03Zu Georgs 200. Geburtstag, 2026, soll die Sanierung fertig sein.
44:10Und damit ist das Schloss dann wieder die Krone der Parkanlage Altenstein mitten im Thüringer Wald.
44:17Und damit ist das Lied zum Parkanlage Jetzt nicht so nicht.
44:32Und mit einer Bühne angeboten werden soll die Schloss dann aber auf dem Park plan sein.
44:33könnt ihr das Lied getrennt sein und in der ganzenras intertwine,
44:34Und damit ist das Lied.
44:36Und damit ist das Lied.
44:37Und damit ist das Lied.
44:37Und damit ist das Lied.
44:38Und damit ist das Lied.
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