- 19 hours ago
Category
📺
TVTranscript
00:06Der Bergpark mit Herkules und Wasserspielen, eine Attraktion, die ganz unterschiedliches Publikum begeistert und Kassel weltbekannt gemacht hat.
00:22Es ist total schön, wenn man dann mittwochs hier im Büro sitzt, die Menschen auch hört und wahrnimmt, wenn alle
00:27Aaaaaa rufen, weil die große Fontäne gezogen wird und sich freuen. Das macht auch Spaß.
00:38Ja, ihr könnt loslegen.
00:48Von der Art und Weise, wie die Wasserspiele laufen, hat sich nicht ganz so viel geändert zu dem, wie es
00:54vor 300 Jahren war.
01:00Wir erzählen hier die Klatsch-und-Tratsch-Geschichten von vor 300 Jahren, aber das sind so die Geschichten, die dann
01:04auch hinterher hängen bleiben.
01:06Der Herkules ist aber auch vor allem eins, ewige Baustelle.
01:10Wir müssen uns damit abfinden, dass wir, wenn wir vorne anfangen und hinten fertig sind, dass wir dann gleich wieder
01:15vorne anfangen müssen.
01:17Trotz Baustelle. Die Wasserspiele gehören zu den touristischen Highlights auf der internationalen Top-Liste.
01:30Was macht diesen 300 Jahre alten Ort zum Besuchermagneten?
01:38Anfang April im Bergpark Wilhelmshöhe. Noch vier Wochen bis zum Beginn der Wasserspiele.
01:44Vor dem Saisonstart muss der Wassermeister sämtliche Rohre kontrollieren, nachschauen, ob die alten Leitungen und Ventile die Wintermonate ohne Schäden
01:52überstanden haben.
02:03Das ist deutlich komplexer, als einen Hahn aufzumachen oder vielleicht einen Knopf zu drücken, was es ja hier sowieso nicht
02:09gibt.
02:09Das Ganze funktioniert ja seit 300 Jahren auf dieselbe Art und Weise, die Wasserkünste.
02:13Und das ist natürlich schon stark, wenn es dann Jahr für Jahr wieder funktioniert.
02:17Doch ohne ihn und seine Kollegen läuft hier oben im wahren Sinne gar nichts.
02:28Seit 2018 arbeitet Philipp Heusner hier im Kasseler Bergpark.
02:33Über eine Strecke von zwei Kilometern und fünf Stationen wird das Wasser mit der alten Technik inszeniert.
02:39Im Mai startet die Spielsaison am Oktogon, dem Bauwerk, auf dem der Herkules thront.
02:50Philipp Heusner und sein Geselle Martin Schwabe sind jetzt eine Station tiefer unterwegs.
03:00Heute soll das Horn des Zentauren wieder angebracht werden. Über den Winter war es vorsorglich abmontiert.
03:12Wenn alles gut geht, wird das Fabelwesen aus Pferd und Mensch hier zu Beginn der Wasserspiele einen Ton erklingen lassen.
03:18Erzeugt nur durch den natürlichen Wasserdruck.
03:23Allein von der Technik der Wasserspiele keine Steckdose, keine Pumpe, gar nichts. Es ist alles handbetrieben, alles durch die Schwerkraft
03:31und auch die Arbeiten, die wir hier ausführen.
03:34Das ist alles Handarbeit. Also es wird alles mit dem Besen gekehrt und das Unkraut wird mit der Hand gezupft
03:39quasi.
03:39Ein Hochdruckreiniger würde die empfindlichen Steine beschädigen. Eine Kehrmaschine funktioniert bei so vielen Stufen nicht.
03:47Die meisten Stationen, die sie reinigen müssen, sind ausschließlich zu Fuß zu erreichen.
03:55Auch Lena Pralle hat heute schon einige Kilometer hinter sich.
04:00Die Schaukästen im Bergpark müssen neu bestückt werden. Seit den frühen Morgenstunden ist sie unterwegs.
04:08Auch wenn wir alle wissen, dass der 1. Mai kommt und uns lange darauf vorbereiten können, ist dann am Ende
04:13trotzdem immer nochmal so ein bisschen Stress auch angesagt.
04:16Die letzten Vorbereitungen müssen abgeschlossen werden. Die Wasserspielflyer müssen gedruckt und an die jeweiligen Standorte gebracht werden.
04:25Plakate müssen ausgetauscht werden, Programme müssen aufgehängt werden.
04:30All diese Arbeiten gehören auch zu ihrem Job.
04:42Seit 2013 ist der Bergpark ihr Arbeitsplatz. Der Saisonstart bedeutet, viel zu tun.
04:49Die Arbeit ist natürlich jetzt auch ganz präsent, aber trotzdem ist es einfach jetzt auch besonders schön im Park, wenn
04:56der Park so aus dem Winterschlaf erwacht.
04:58Also es kommt alles so ein bisschen aus dem Dörnröschenschlaf und wenn dann die Arbeiten hier auch praktisch auf Hochtouren
05:05sind, so im April, kurz vor Beginn der Sommersaison, dann merkt man einfach, es geht wieder los.
05:11Nach dem Winter müssen die Wege ausgebessert die Beete neu bepflanzt werden.
05:16Bei ihren Touren verschafft sich Lena Pralle einen Überblick.
05:19Dazwischen offizielle Termine, so wie heute am Tag des Baumes.
05:30Rund 700 Bäume aus ganz Europa, Nordamerika und Asien sind im Bergpark nummeriert und beschrieben.
05:36Der Verein Bürger für das Welterbe pflanzt heute mit dem Oberbürgermeister von Kassel ein neues Bäumchen, begleitet von Presse-
05:44und Kamerateam.
05:46Ich finde das manchmal ganz, ganz wunderbar.
05:50Das steht Ihnen besser, dies gerade.
05:53Ich weiß schon, welche Bilder ins Fernsehen kommen.
05:56Für einen symbolischen Preis von 70 Euro können Baumpatenschaften erworben werden.
06:01Für 250 Euro wird ein neuer Baum gepflanzt.
06:05So soll der Baumbestand erhalten bleiben.
06:08Dass sich auch Vereine, Bürger und Bürgerinnen für ihren Bergpark engagieren, oft ehrenamtlich, findet Lena Pralle gut.
06:16In den vergangenen Jahren hat sich durch die Ernennung zum Weltkulturerbe viel getan.
06:20Kassel ist auch jenseits der Documenta als Ausflugsziel bekannter geworden.
06:25Der Bergpark für viele ein neuer Punkt auf ihrer Bucketlist.
06:29Ich kann auch nach zehn Jahren immer noch morgens hierher kommen und mich umgucken und denke, das ist der schönste
06:35Arbeitsplatz, den man haben kann.
06:37Und egal zu welcher Jahreszeit oder auch zu welcher Tageszeit, auch wenn das jetzt gerade hier eine ganz besonders schöne
06:43Jahreszeit ist,
06:44darf man oder habe ich auch bis jetzt nicht vergessen, das hier wertzuschätzen.
06:49Und kann mich hier in meiner Mittagspause auf eine Bank setzen und einfach nur nach links und rechts gucken und
06:56den Park und das Welterbe genießen.
07:00Noch zwei Wochen bis zur Eröffnung der Wasserspiele.
07:03Heute gibt es einen ersten Testlauf mit Wasser.
07:06Wenn alles funktioniert und der Wasserdruck stimmt, müsste gleich das Horn des Zentauren ertönen.
07:23Genau so. Normal gibt es ja die andere Seite auch noch. Die ist jetzt in Baustelle. Aber ja, genau so
07:30soll ich das anhören.
07:34Die erste Station funktioniert schon mal. Auch wenn der Wassermeister und seine Kollegen mittlerweile Routine haben, ein bisschen Anspannung ist
07:42immer da.
07:47750.000 Liter fließen bei jedem Wasserspiel die Kaskaden hinunter. Die nächste Attraktion ist der Steinhofer Wasserfall.
07:57Die Kollegen drehen gleich das Wasser an hier oben und dann sollte im besten Fall das Wasser von links nach
08:02ganz rechts rüberlaufen.
08:04Da geht es einfach ein bisschen darum, die Mengen abzustimmen, wie viel Wasser läuft wo. Es sollte schon überall gleichmäßig
08:09Wasser laufen.
08:10Und hoffen, dass das jetzt schon funktioniert. Und ansonsten stellen wir das einfach die nächsten Tage nach.
08:20Das erste Mal, als ich hier mitgewirkt habe, war es schon sehr spannend.
08:23Gerade hier steht man ja mitten zwischen den Besuchern und dem Publikum dazwischen.
08:28Da ist man auch ein bisschen aufgeregt, dass ja nichts falsch läuft.
08:34Ich denke, das macht die Sache einfacher, wenn man das ein bisschen behandelt, als wenn einem es so ein Stück
08:40weit selber gehört.
08:41Das ist auch für die Sache an sich gut.
08:44Mit dem Testlauf ist er auch hier zufrieden.
08:50Ja, ihr könnt loslegen.
08:52Gut, danke.
08:53Gut, danke.
08:54Gut, danke.
09:28Die Testfontäne vor dem Saisonstart, für die Besucher und Besucherinnen des Bergparks ein unverhoffter Glücksfall.
09:36Und für Philipp Heusner erstmal das letzte Mal, dass er die Wasserspiele als Wassermeister verantwortet.
09:42Die nächsten Wochen wird er in Elternzeit gehen, bei der Eröffnung nicht dabei sein.
09:47Naja, man wird zu Hause schon den einen oder anderen Gedanken noch hierher haben, auf jeden Fall auch die vier
09:52Wochen.
09:52Aber ich habe sehr gute Kollegen und Kollegen, die schon 35 Jahre hier sind, die das also schon 35 Jahre
09:58machen.
09:58Und da wird das auf jeden Fall funktionieren, da habe ich überhaupt keine Bedenken.
10:02Für ihn ist also erst einmal Pause vom Bergpark angesagt.
10:10Für diese Menschen aber beginnt die Arbeit mit den Bauwerken der Landgrafen, mit Bergpark, Herkules und der Geschichte Kassels gerade
10:17erst.
10:20Sie alle haben die Prüfung zur Gästeführerin und zum Gästeführer bestanden.
10:26Heute wird ihnen im Museum Fredericianum feierlich das Zeugnis überreicht.
10:33So, die nächste ist die Christina.
10:37Kommst du mal hier rüber, damit ich dir dein Zeugnis und deinen super bestandenen Test übergeben kann?
10:46Herzlichen Glückwunsch, lass dich drücken.
10:48Danke schön.
10:49Alles Gute.
10:52Und dein Test und dein spezielles Zeugnis.
10:57Danke, viel Spaß.
11:02Monatelang hat Christina Giese dafür gebüffelt, Jahreszahlen und alles zur Geschichte ihrer Heimat gelernt.
11:08Von nun an darf sie Gäste durch Kassel und den Bergpark führen, ganz offiziell.
11:12Ihnen das näher bringen, was sie selbst begeistert.
11:15Und Erleichterung immer nach einer bestandenen Prüfung eigentlich.
11:21Also ich bin froh, dass ich es geschafft habe, auch ein bisschen stolz.
11:24Ja, und freue mich jetzt dann drauf, wenn es bald mit den Führungen losgeht.
11:30Die Besucherzahlen haben sich im Kasseler Bergpark verdoppelt, seit die Wasserspiele UNESCO Welterbe sind.
11:36Für den Saisonstart räumt das Gärtnereiteam heute das Gewächshaus aus.
11:51Das internationale Publikum wächst und damit auch die Gartenarbeit.
11:56Es ist mehr Segen wie Fluch.
11:58Weil es ist natürlich auch schön, in einer Welterbestätte zu arbeiten.
12:03Er füllt einen auch, sag ich mal, mit einem gewissen Stolz, hier zu arbeiten dürfen auch.
12:09Und ich denke mal, sicherlich gibt es auch immer wieder ein bisschen Fluch in Form,
12:15dass halt vielleicht auch mehr Vandalismus, auch aufgrund des mehr Publikums, des größeren Publikums da ist.
12:24Das ist vielleicht sicherlich auch ein größer Fluch.
12:27Aber prinzipiell ist dieser Park ja auch da, damit sich die Leute ihn auch anschauen können und ihn auch sich
12:35anschauen sollen.
12:38Das historische Gewächshaus steht schon 200 Jahre im Kasseler Bergpark.
12:43Der ist der größte in Europa.
12:45Auf 2,4 Quadratkilometern alles in Stand zu halten, war schon immer herausfordernd.
12:50Doch die Ernennung zur Welterbestätte 2013 schraubte die Ansprüche noch nach oben.
13:03Lena Pralle arbeitet heute in ihrem Büro im Seitenflügel vom Schloss Wilhelmshöhe am Fuße des Herkules.
13:09Die Flyer zur Eröffnung der Wasserspiele müssen fertig werden.
13:14Als sie 2013 hier anfing, war es gerade richtig spannend.
13:18Alle zitterten, ob der Bergpark und die Wasserspiele die offizielle Anerkennung als Weltkulturerbe bekommen würden.
13:26Ja, ich bin tatsächlich in diese finale Phase kurz vor der Sitzung des Welterbekomitees in Kambodscha reingerutscht.
13:35Das war so mein erster Akt.
13:38Lena Pralle in der Hessenschau vom 23. Juni 2013.
14:02Und im Sommer war der Bergpark dann plötzlich Welterbe.
14:09Wir hatten tatsächlich einen sehr starken Besucheranwuchs, wenn nicht sogar Ansturm in den ersten Monaten, im ersten Jahr.
14:19Damit haben wir nicht gerechnet.
14:21Das macht man sich vorher, glaube ich, auch gar nicht so bewusst, dass ganz viele Menschen ganz konkret und gezielt
14:27Welterbestätten anreisen.
14:28Und zwar international. In Japan gibt es einen ganz stark verwurzelten Welterbe-Tourismus.
14:37Da kommen die Menschen mit Reisegruppen und reisen durch ganz Europa, durch ein ganzes Land, durch die ganze Welt und
14:44steuern nur Welterbestätten an.
14:47Die Besucherzahlen hatten sich mit dem neuen Titel zunächst verdreifacht. Eine riesige Herausforderung.
14:54Es ist nicht so, dass man mit der Anerkennung einer Welterbestätte auch plötzlich mehr Geld im Haushalt hat.
15:00Das passiert nicht. Oder mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das ist nicht der Fall.
15:05Also wir müssen, mussten und müssen auch nach wie vor mit dem haushalten, was wir haben.
15:10Das hat sich nicht verändert.
15:16Der Herkules gehört zu den 52 Orten in Deutschland, die als Welterbe anerkannt sind.
15:22Sieben davon liegen in Hessen.
15:28Für die UNESCO, die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, ist der Bergpark Wilhelmshöhe eine einzigartige Kulturlandschaft
15:36und ein Beispiel der monumentalen Baukunst des europäischen Absolutismus.
15:41An keinem anderen Ort der Welt sei jemals ein am Hang gelegener Park mit einer technisch so vollkommenen Wasserarchitektur ausgestattet
15:49worden.
16:06Zum Auftakt der Wasserspiele am 1. Mai sind in diesem Jahr wieder mehr als 3000 Besucher gekommen.
16:17Die fünf Stationen der Wasserspiele sind nur zu Fuß zu erreichen.
16:21Mehr als zwei Kilometer müssen die Gäste dafür zurücklegen.
16:24Am Ende erwartet sie dann der Höhepunkt.
16:37Die große Fontäne vor dem Schloss Wilhelmshöhe.
17:03Rund anderthalb Stunden dauert das Spektakel vom 1. Mai bis zum 3. Oktober, jeden Mittwoch, jeden Sonntag und ein Feiertag.
17:14Danach kehrt wieder etwas Ruhe ein im Bergpark und auch unterhalb des Schlosses am sogenannten Lack.
17:21Hier sammelt sich das Wasser in einem künstlich angelegten Teich.
17:25Manche Besucher und Besucherinnen lassen hier die Wasserspiele auf eine nicht ganz legale Art ausklingen.
17:37In den vergangenen Jahren hat sich das Publikum verändert.
17:41Es kommen nicht nur Menschen, die interessiert sind an Geschichte und Architektur oder die Ruhe suchen im Bergpark.
17:52Mitte Mai wird das Areal unterhalb des Riesen zur Bühne der DJs und Raver.
17:57Erstmals ist das Kasseler UNESCO-Welterbe 2024 Veranstaltungsort eines Techno-Festivals.
18:06Das ist nicht das erste UNESCO-Weltkulturerbe, wo wir sind und wir suchen aktiv nach allen möglichen Stationen, die den
18:12Titel UNESCO-Weltkulturerbe explizit tragen.
18:14Also wir machen ja bereits in der Karlsauer unser Event, bereits dieses Jahr das dritte Mal.
18:20Und immer, wenn wir hier in Kassel sind, sind wir auch hier oben, auch mit privater Natur, einfach um die
18:23Aussicht zu genießen und das Ganze hier zu bewundern.
18:27Und dann war der Gedanke relativ nah, hier mal was zu machen.
18:39Rund 2500 Techno-Fans bringen den Herkules an diesem Tag zum Beben.
18:57Also allein von der Location ist es schon ziemlich geil hier.
19:00Es ist zwar noch hell, aber mit dem Licht später und so, es macht halt die Mischung.
19:05Ich meine, alleine wie viele Leute hier schon hergekommen sind heute, das spricht schon für sich alleine.
19:08Ich finde das eigentlich vielleicht ganz in Ordnung, dass mal so ein Bruch, so ein Stilbruch mit drin ist.
19:13Deswegen ist es in Ordnung, kann man machen.
19:16Der Herkules liegt in einem Naturschutzgebiet. Die Lautstärke der Beats musste etwas runtergeschraubt werden.
19:22Das war eine Auflage der Naturschutzbehörde.
19:25Für die normalen Besucher war ein großer Teil des Bergparks an diesem Tag geschlossen.
19:31Ich mag das. Das ist kein Problem.
19:32Ja, das ist kein Problem.
19:34Also wir sind ja eher eine jüngere Generation, deswegen finden wir es eigentlich mal ganz cool,
19:38so ein bisschen Kultur quasi zusammenzubringen mit der Musik, die man heutzutage hört.
19:41Also von daher, wir hören auch sehr gerne Techno, deswegen passt das von unserer Seite aus schon.
19:47Also so altes mit neuem kombinieren, finde ich gut. Finde ich super.
19:51Und jetzt gehen wir da zum Abtanzen.
19:54Und der Taxifahrer hat uns leider unten rausgelassen.
19:57Und nicht oben.
19:59Jetzt muss man ein bisschen spazieren gehen.
20:00Und ich habe Asthma, ich sage es nur mal.
20:03Kann man mehr.
20:05Jetzt wird abgehottet.
20:07Sauerstoffzelt.
20:08Bisschen was akklimatisiert, was getrunken und dann geht die Party los.
20:21Auch er macht heute nur Party hier.
20:24Gärtnergeselle Martin Schwabe hat frei und kann das auch hier oben richtig genießen.
20:31Einfach mal hier sein, entspannen und am Arbeitsplatz was Tolles erleben, das ist großartig.
20:36Nicht nur gute Musik, sondern auch Welterbe, das kann man auch zusammenbringen.
20:40Und ich glaube, das funktioniert auch wirklich gut.
20:42In den vergangenen 300 Jahren hat sich viel geändert.
20:47Und warum sollte in dieser Kulisse auch nur Barock oder Klassik gespielt werden?
20:52Die Zeit hat Spuren hinterlassen, auch am Herkules selbst.
20:56Seit 2006 ist hier Großbaustelle.
21:05Norbert Arnold von der Bauabteilung weiß es am besten.
21:09Die Arbeit an so einem Monument wie dem Herkules wird vermutlich nie enden.
21:27Eigentlich sollten die aktuellen Arbeiten bis 2022 abgeschlossen sein.
21:3241 Millionen Euro hat das Land Hessen dafür bereitgestellt.
21:37Die Sanierungsarbeiten werden immer noch fortgeführt.
21:41Geplantes Ende 2026.
21:45Also der Stein ist ein sehr weicher Tuffstein mit einer geringen Festigkeit.
21:51Und dadurch ist seine Erwitterung sehr stark ausgesetzt.
21:55Man sieht es hier sehr gut, dass er sehr leicht bröselt.
22:00Und das ist das Problem, was wir hier haben.
22:05Direkt nach der Fertigstellung des Herkules begannen schon die ersten Restaurierungsarbeiten.
22:10Und es mussten Steine ausgetauscht werden.
22:14Es gab Einstürze und auch schon diese Witterungsbeschädigungen.
22:20Die gab es auch schon.
22:21Und der Herkules bleibt eine ewige Baustelle.
22:25Wir müssen uns damit abfinden, dass wir, wenn wir vorne anfangen,
22:27dass wir, dass wir und hinten fertig sind, dass wir dann gleich wieder vorne anfangen müssen.
22:41Seit 2012 arbeitet er als wissenschaftlicher Berater bei Hessen-Kassel Heritage.
22:51Als er hier im Bergpark begonnen hat, war der Herkules schon seit Jahren Baustelle.
22:55Daran hat sich nichts geändert.
22:57Es ist eine Kunst, die zerbröselnden Steine auszutauschen und jeden neuen Stein, jede Fuge zu bearbeiten.
23:04Wir müssen jetzt diesen Bogen hinkriegen.
23:09Hier muss eine Erhebung sein und wir müssen auch hier nochmal das rausarbeiten.
23:16Das ist wichtig.
23:17Und das Gesamtbild der Brüstung, wieder so wie es vorher mal war, wie es zu Genieros Zeiten war, wieder erscheinen
23:25zu lassen.
23:27Geniero ist der Name des Baumeisters, der die Wasserkunst von Wilhelmshöhe vor 300 Jahren entworfen hat.
23:38Ja, das ist, also gerade die Steinbearbeitung, man sieht ja auch, wie viele das sind, wie viele ausgetauscht werden müssen
23:45und wie viele bearbeitet werden müssen.
23:47Und wie lange das dann dauert, an einem Stein zu arbeiten, da merkt man schon, das ist nicht von heute
23:53auf morgen.
23:53Das dauert auch Jahre.
23:58Die Pyramide, auf der der Herkules steht, ist fertig geworden.
24:03Seit der Sanierung können Besucher und Besucherinnen innen hinaufsteigen und der Herkulesfigur immerhin bis unterhalb der Zehen nahe kommen.
24:11Doch auch hier beginnt es, nach so kurzer Zeit schon wieder zu bröckeln.
24:22Die Pyramide, die haben wir 2006 begonnen und die ist 2009 fertiggestellt worden.
24:29Aber man sieht schon an dem, was runtergefallen ist, dass da auch wieder die Witterung zuschlägt und wir wieder instand
24:38setzen müssten.
24:39Der Herkules ist der Kölner Dom von Kassel, sagt Norbert Arnold. Immer gibt es etwas zu tun.
24:46Dabei nicht den Mut und den Spaß bei der Arbeit zu verlieren, ist eine ständige Herausforderung.
24:51Wir konfrontieren ein historisches Gebäude wie den Herkules von rund 1700 mit heutigen Normen, mit heutigen DIN-Normen.
25:00Und das geht nicht immer überein, da muss man Kompromisse machen.
25:04Ich finde einfach, dass alle, die wir hier beteiligt sind, angefangen vom Kleingärtner bis hoch ins Ministerium,
25:12wir alle mehr Enthusiasmus, mehr den Willen zeigen, hier was zu machen.
25:19Der Herkules ist eine Baustelle innerhalb des 240 Hektar großen Landschaftsgartens.
25:25Im Bergwag gibt es noch einige Projekte, die angegangen werden müssen.
25:29Diese Brücke ist baufällig, muss aber für Fahrzeuge genutzt werden.
25:35Das ist die historische Brücke von ca. 1830 und die Brücke wurde dem Wasserfall ausgerichtet und oben drüber läuft ein
25:44Verbindungsweg, den Weg ausgerichtet.
25:47Und man sieht das ganz gut hier, dass die statisch nicht ganz so gut funktioniert hat, eigentlich noch nie.
25:55Norbert Arnolds Idee, das Alte mit neuer Technik zu verbinden.
25:59Die Brücke soll wieder schön aussehen, aber auch funktionieren.
26:04Wir gucken quasi auf den Rücken der Brücke, das kann man sehr gut sehen.
26:09Und direkt da drüber sieht man die Betonkonstruktion.
26:12Und wenn man im Scheitelpunkt, also in der Mitte quasi reinschaut, dann sieht man, dass sie sich nicht berühren.
26:17Das ist Absicht, die sollen sich nicht berühren, weil die Betonbrücke die Lasten aufnehmen soll.
26:23Und die historische Brücke soll sichtbar sein, also soll die Betonbrücke einrahmen, sodass sie nicht mehr sichtbar ist.
26:36Bei den meisten Sanierungsarbeiten kommt es immer wieder zu Verzögerungen.
26:41Ein Flügel von Schloss Wilhelmshöhe im Zentrum des Bergparks ist seit mehr als fünf Jahren eingerüstet.
26:47Je länger gearbeitet wird, umso mehr Mängel kommen unter dem freigelegten Boden zum Vorschein.
27:05Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier schon einmal saniert, anscheinend nur sehr provisorisch.
27:11Das war ein Instandsetzungsfehler, was sie einfach nicht beachtet haben, wie das statische System hier funktioniert.
27:19Und damit müssen wir jetzt umgehen, beziehungsweise müssen wir es wieder reparieren.
27:23Von dem Zustand jetzt waren wir ein bisschen überrascht, das ist richtig, deshalb dauert es auch etwas länger.
27:28Und ja, nichts ist so, wie man es von Anfang an plant.
27:34Die denkmalgerechte Sanierung verschlingt jährlich Millionen, nicht nur wegen der Verzögerungen.
27:39Hier geht es im Moment nicht weiter, weil die Aufträge neu ausgeschrieben werden müssen.
27:42Unser denkmalfederischer Ansatz ist, dass nicht alles total neu erscheint, sondern man soll schon erkennen, dass das Gebäude eine Historie
27:52hat.
27:53Ich sage mal, die Patina, die muss sichtbar bleiben.
27:55Also wenn man die komplett runternehmen würde und jede Stelle flicken würde, hätten wir ein neues Gebäude, was wir nicht
28:02wollen.
28:03Mit den Baugerüsten und Planen im Bergpark müssen sich die Besucherinnen und Besucher abfinden.
28:09Egal, ob es sie stört oder ob sie glauben, der Einsatz für den Erhalt des Welterbes lohnt sich.
28:21Ich erlebe das tagtäglich, den Bergpark, auch die Schönheiten oder vorrangig die Schönheiten des Bergparks.
28:27Und ich finde es sehr schön, dass ab und zu mal jemand kommt und sagt, das ist einfach toll hier.
28:33Und dass ich den besten Arbeitsplatz von der Welt habe.
28:36Und das vergisst man manchmal im Alltag oder in der Routine.
28:40Und das empfinde ich auch so und deswegen mache ich meinen Job auch sehr gerne.
28:54Für sie ist die Arbeit im Bergpark Wilhelmshöhe noch keine Routine.
28:59Christina Giese hat mittlerweile schon bei ein paar Führungen zugeschaut, ihre Hospitation zur Gästeführerin abgeschlossen.
29:09Hauptberuflich arbeitet sie als Übersetzerin. Das ist ihr nicht genug.
29:14Man hat zwar unglaublich viel Kontakt mit unglaublich vielen Leuten und Kunden, aber fast alles nur über E-Mail oder
29:20über verschiedene andere Programme.
29:23Und dann hatte ich mir überlegt, mit dem Gäste führen, das wäre doch vielleicht ein guter Gegenpol quasi.
29:29Dann habe ich einen Beruf, wo ich nur sitze und einen Beruf, wo ich rumlaufe und unter Leuten bin.
29:34Und genau, dachte, das ergänzt sich ganz gut und das tut es auch tatsächlich.
29:42Christina Giese studierte Übersetzungswissenschaften und Japanologie in Hamburg, Wien und in Japan.
29:48Nach Jahren im Ausland ist sie wieder in die alte Heimat zurückgekehrt.
29:52Mit ihren guten Sprachkenntnissen konnte sie bei ihrer Bewerbung als Gästeführerin punkten.
29:58Das war schon nochmal auch einiges an Arbeit und ein ziemlicher Lärmaufwand, aber es war total interessant.
30:04Weil, also ich komme zwar hier aus Baunatal aus der Gegend, aber man setzt sich ja so intensiv dann doch
30:08nicht mit der Geschichte auseinander.
30:10Also das war auch total spannend, das dann nochmal so zu lernen.
30:12Im Endeffekt, dadurch, dass ich das jetzt ja gelernt habe und ich finde das interessant und ich bin davon begeistert
30:16und ich hoffe dann einfach, dass ich diese Begeisterung im Rahmen der Führung dann mit anderen Leuten teilen kann
30:21und dann vielleicht zeigen kann, so Kassel ist eigentlich auch eine total schöne Stadt.
30:26So Kassel ist eine zweite Blickstadt und das ist so quasi dann Teil unserer Aufgabe, dass wir den Leuten helfen,
30:31sich dann auf den zweiten Blick doch noch in die Stadt zu verliehen.
30:34Ob sie die Gäste bei ihren Führungen wirklich überzeugen kann?
30:39Im Juni ist es soweit. Christina Giese führt ihre erste Gruppe durch den Bergpark.
30:4517 Leute folgen ihr ab dem Besucherzentrum am Herkules runter zum Schloss während der Wasserspiele.
30:53Also mein persönliches Boys-Case-Szenario ist, dass ich mich irgendwo verlaufe, aber eigentlich laufen so viele Leute rum.
31:00Selbst wenn ich irgendwo falsch abbiege, werde ich einfach souverän mit allen anderen weiterlaufen und dann merkt das hoffentlich keiner.
31:04Kannst du mich hinterher nochmal fragen, ob das funktioniert hat.
31:08Noch ist alles entspannt. Die Wasserspiele haben noch nicht begonnen und oben am Herkules verläuft man sich nicht so schnell.
31:17Sie haben ja die Führung gebucht, das heißt, Sie wissen vielleicht schon, wir nennen dieses Denkmal Herkules.
31:21Nun ist der Herkules ganz streng genommen nur die Statue, die oben drauf steht, aber der Name hat sich quasi
31:26für das gesamte Denkmal bei uns so eingebürgert.
31:29Wir haben hier ganz unten das Oktogon und da sehen Sie, die Steine sind teilweise so ein bisschen ungleichmäßig gestaltet.
31:35Das soll quasi die Wolken darstellen, auf denen dann der Tempel des Olymp steht.
31:41Darauf steht dann wiederum eine Pyramide und auf der steht dann unsere eigentliche Herkules-Statue.
31:47Knapp zehn Minuten hat Christina Giese jeweils Zeit, der Gruppe an jeder Station das Wichtigste zu erzählen.
31:53Mittlerweile ist es voll geworden.
32:00Mehr als fünf oder dreißig Stufen geht es entlang der Kaskadenanlage steil hinunter.
32:10Hier stehen wir jetzt vor der Neptun-Grotte. Das ist der Abschluss des barocken Teils der Wasserspiele.
32:17Und ich habe ja vorhin gesagt, es ist wie in einem Theaterstück. Hier fällt jetzt quasi mit dem Wasser der
32:23Vorhang.
32:24Und das war damals zu Karls Zeit das Ende der Wasserspiele, also quasi der letzte Vorhang, der fällt.
32:32Unterhalb der Kaskaden ohne enge Stufen wird es einfacher, die Gruppe im Blick zu behalten.
32:37Hier beginnt der neuere, romantische Teil der Wasserspiele.
32:50Nach rund einer Stunde Zwischenstopp an der Teufelsbrücke. Alle noch vollziehlich.
32:57Und die Brücke ist am unteren Ende so leicht geschwungen.
33:00Da kann man dann, wenn man die Spiegelung der Brücke auf dem Wasser sieht, sieht es ein bisschen so aus
33:04wie ein geöffnetes Maul.
33:05Und das ist dann, zählt man sich so ein bisschen, der Schlund des Teufels.
33:10Geschichten jenseits von Jahreszahlen. Den meisten Besuchern gefällt das.
33:18Team Grün, wir gehen weiter.
33:26Diese Station hier finde ich aus ganz verschiedenen Gründen fantastisch.
33:30Zum einen, finde ich, hat es schon so eine gewisse Ironie, sich eine künstliche Ruine anlegen zu lassen.
33:36Dann haben wir hier auch noch ein Aquädukt, also römische Architektur in einem Gebiet, das niemals von Römern beherrscht wurde.
33:43Und die Geschichte dazu ist, dass es von einem Erdbeben zerstört wurde, in einem Gebiet, wo es keine Erdbeben gibt.
33:50Die letzte Station geht Richtung Schloss. Jetzt muss sich Christina Giese mit ihrer Gruppe beeilen, um nichts zu verpassen.
33:57Also in der Regel geht man davon aus, jede Station wird etwa eine Viertelstunde lang gespielt und das geht auch
34:02für unsere Fontäne.
34:07Das ist auch einer der Gründe, warum wir ein kleines Stückchen weiter hier hinten stehen, weil je nach Windrichtung wird
34:11das auch schnell mal zu einer Duschfontäne.
34:20Und dieses Geheimnis dieser hohen Fontäne war damals so wichtig, dass Friedrich II. sogar extra Wachen abgestellt hat,
34:29die also diesen Fontänenkopf bewachen mussten, damit keiner der anderen Adligen oder sonst irgendjemand da draufgehen kann
34:35und sich angucken kann, wie er nun seine Fontäne gestaltet.
34:37Ganz vielen herzlichen Dank. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen und ich wünsche Ihnen weiterhin einen wunderschönen Aufenthalt hier in
34:43Kassel oder auch noch hier im Bergpark.
34:45Vielen Dank.
34:49Also das für das erste Mal, also absolut perfekt. Bin ich begeistert, kann ich nur weiterempfehlen.
34:55Applaus, echt. Auf alle Fragen, Antwort gewusst.
35:01Was ich wirklich immer vergesse zu sagen ist, wir sind seit 2013 Weltkulturerbe.
35:05Ich sage immer brav, Landgraf Karl, Thronjubiläum, Denkmalsätzen, das erzähle ich alles schön und dann hört die Geschichte aber einfach
35:111717 auf.
35:13Zum Glück hat ja dann jemand nochmal nachgefragt und ich habe sie am Ende noch. Also das ist dann auch
35:17wieder drin.
35:21Bin gerade superglücklich, super erleichtert. Es lief, glaube ich, echt gut.
35:25Ich hoffe, ich habe irgendwo Zahlendreher drin oder nicht irgendwo was Falsches erzählt.
35:29Aber ich bin mit den gleichen 17 Leuten, mit denen ich oben losgegangen bin, auch wieder angekommen. Yes!
35:38Etwa 800.000 Menschen kommen jedes Jahr in den Bergpark, auch wenn die Wasserspiele nicht laufen, wenn es keine Führungen
35:45gibt.
35:59Ende Juni, die Tage unter dem Herkules werden länger, die Nächte immer kürzer.
36:04Vor dem Schloss soll das Midsommerfest gefeiert werden, eine White Night im Bergpark.
36:12Lena Pralle und die Kollegen von Hessen-Kassel-Heritage sind seit Stunden beim Aufbau.
36:17Ausgerechnet heute ist aber auch das Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft. Und Deutschland spielt gegen Dänemark.
36:27Mein Arbeitsplatz ist der, hier ist die Leinwand. Ich habe einen sehr guten Arbeitsplatz heute.
36:32Das ist uns tatsächlich relativ spät aufgefallen, dass heute auf jeden Fall das Achtelfinalspiel der deutschen Mannschaft auffällt.
36:39Und die Kollegin, die hier für die Großveranstaltung hauptsächlich zuständig ist, die hat noch kurzfristig einen Trailer organisiert bekommen.
36:48Das Ganze mit dem Ordnungsamt noch abgestimmt, dass wir das auch machen dürfen.
36:51Und das ist ein großes Glück, weil ich glaube, sonst hätten wir einen großen Teil des Publikums ausgeschlossen oder die
36:56wären einfach nicht gekommen.
36:57So hoffen wir, dass auch die Fußballbegeisterten heute in den Park kommen, sich nicht entscheiden müssen zwischen Weißer Nacht und
37:03EM-Spiel und dann einfach beides genießen können.
37:09Kurze Zwischenbesprechung der Mitarbeitenden. Noch drei Stunden bis zum Einlass. Etwa 2000 Menschen werden erwartet.
37:16Wenn man sieht, dass irgendwo eine Schlange ist, die Leute auf die anderen zwei Kassen hinweilen.
37:20Wir haben drei Kassen, das muss nirgendwo jemand Schlange stehen lange. Gut, soweit, wenn die Leute kommen.
37:26Ansonsten ist es so, dass wir mit dem Livestream wirklich erst zum Spiel der Deutschen starten.
37:31Ich hoffe nicht, dass sie in die Verlängerung gehen, weil dann verschiebt sich unser Schlussprogramm nach hinten.
37:36Der vierte DJ ist hier in der Halle des Sokrates, der ist aber laut. Also das heißt laut.
37:41Der soll so sein, dass er uns nicht stört. Wenn es zu laut ist, Bescheid sagen, dann kriegt er einen
37:47Anpfiff.
37:48Also das soll eigentlich unterstützend sein. Grundsätzlich ist es so, dass aktuell vom Wetter her eine Front auf uns zuzieht.
37:54Die Feuerwehr war gerade da, um uns zu warnen, dass es sein könnte, dass wir einen Anruf kriegen und das
37:59Gelände räumen müssen, wenn das kommt.
38:02Dass Lena Pralle genau wie alle anderen auch am Wochenende ran muss, ist nichts Neues. Sie weiß, es wird ein
38:08langer Arbeitstag.
38:09Es ist alles Teamwork und sowohl die Planung als auch die Durchführung, der Aufbau, der Abbau hinterher.
38:16Also wir werden nachher um null Uhr auch wieder alles abbauen. Sind dann hoffentlich um halb zwei irgendwann im Bett.
38:21Genau.
38:22Das Gute, die angekündigte Schlechtwetterfront wird jetzt erst später erwartet.
38:27In den nächsten Stunden wird also niemand nass.
38:30Auch Gästeführerin Christina Giese nutzt den schönen Sommerabend heute für eine Tour im Bergpark. Diesmal ohne Lernzettel und Besuchergruppe. Einfach
38:39so.
38:44Das ist ja eigentlich auch eine der Besonderheiten, dass man hier eben diese Welterbestätte hat und aber trotzdem mehr oder
38:49weniger einfach hinspazieren kann, wann immer das möchte.
38:52Das ist ja eigentlich auch eine der Besonderheiten und ich finde auch eine der positiven Aspekte, weil natürlich die Geschichte
38:57ist da und die Geschichte ist faszinierend.
38:59Und ich freue mich auch, wenn Leute sich dafür interessieren, aber es ist eben trotzdem auch ein Park und wenn
39:03Leute in den Park gehen, um sich da zu entspannen, ist das auch völlig legitim.
39:09Heute sind Jahreszahlen, die Geschichte der Stadt und die Pläne der Landgrafen kein Thema.
39:21Es geht um Spaß, um Zerstreuung. Jedenfalls für die Besucher und Besucherinnen des Bergparks.
39:29Der Bergpark, der verdient auch einmal im Jahr eine solche Veranstaltung.
39:32Und es macht auch total Spaß, die Leute dann wirklich auch hierher zu holen.
39:36Und dabei ist die Weiße Nacht entstanden und man merkt schon, dass das jetzt auch nochmal was anderes ist und
39:42dass die Menschen auch wieder Spaß haben, hierher zu kommen.
39:45Und es ist vor allem auch nochmal ein anderes Format.
39:48Wir sind in die Abendstunden gegangen, weil wir gesagt haben, wir brauchen auch mal was einfach für ein anderes Publikum,
39:53was abends vielleicht auch mal was unternehmen möchte.
39:55Und das bietet sich hier im Park einfach total an.
39:58Und vielleicht geht es auch darum zu zeigen, dass sich die Arbeit und der Einsatz für so ein Welterbe lohnt.
40:05An diesem Abend treffen sich viele der Mitarbeitenden auch jenseits der üblichen Arbeitszeiten im Bergpark.
40:11So wie Denkmalpfleger Norbert Arnold und auch Philipp Häusner.
40:14Der ist mittlerweile wieder als Wassermeister im Einsatz.
40:28Also nach vier Wochen war ich dann doch auch froh, nicht weil ich zu Hause weg wollte, sondern weil ich
40:32einfach hier gerne hier oben bin, wieder hier hochzukommen.
40:35Das hat einem dann schon ein bisschen gefehlt in den vier Wochen.
40:39An den meisten Tagen liebt er seinen Beruf hier oben im Bergpark.
40:44Manche Dinge aber machen es ihm, den Kollegen und Kolleginnen schwer.
40:48Also von den meisten Leuten erfährt man wirklich schon viel Wertschätzung.
40:52Man ist ja dann der Wassermeister und wenn man mit dem Schlüssel da rumrennt, das freut die Leute schon.
40:56Die Leute könnten ein bisschen sensibler mit dem Thema Müll und ihrer Umwelt sein.
41:01Also ganz viel wird hier geklettert, wo nicht geklettert werden soll, was dann auch wirklich gefährlich werden kann.
41:05Oder halt wie gesagt die Müllsituation. Jeder kann sein Zeug mit dir herbringen, aber die wenigsten nehmen es wieder mit
41:10nach Hause.
41:12Die Menschen zu sensibilisieren, etwas mehr Acht zu geben, den Park mit seinen Bauwerken nicht als selbstverständlich anzusehen.
41:19Auch darum geht es bei solchen Veranstaltungen. Aus diesem Grund ist auch Norbert Arnold heute hier.
41:25Wir nutzen solche Feiern immer ganz gerne, um den Leuten das zu erklären.
41:31Zum Beispiel machen wir jetzt Führungen im Weißensteinflügel, um dann zu sagen, oder zu begründen, warum das so lange dauert.
41:39Natürlich genieße ich das. Ich finde das toll, dass so viele Menschen hier sind und das genießen können.
41:44Und das zeigt mir immer wieder, dass ich das Richtige tue.
41:49Es vielen zu öffnen, vielen zu erläutern, vielen zu erklären.
41:53Und das ist der Sinn dahinter, das Ganze zu erhalten.
41:57Damit alle genießen können, läuft dann auch pünktlich zum Anpfiff die Fußballübertragung.
42:04Für die anderen Gäste gibt es Lichtkunst und jede Menge Musik.
42:14Mittendrin Lena Pralle. Irgendwas scheint dann doch nicht so richtig zu funktionieren.
42:21Der Bildschirm ist ausgefallen und das in den letzten Spielminuten.
42:26Hat jemand Herrn Rashido gesehen?
42:30Nein.
42:32Nein.
42:35Herr Rashido sitzt am Strand.
42:43Kurz vor Spielende der Bildschirm läuft wieder. Erleichterung bei allen.
42:53Das war gerade ein ganz schöner Schock. Wir hatten vor allem an unterschiedlichen Stellen Stromausfälle.
42:58Hier muss sich allerdings irgendjemand auf den Laptop gesetzt haben, sodass der zugeklappt und ausgeschaltet hat.
43:04Und jetzt? Kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder?
43:08Lena Pralle hat lieber weiter alles im Blick, während die Gäste ganz unbeschwert feiern.
43:19Alle zusammen, zur lauten Musik, etwas weiter oben im Bergpark.
43:25Oder jeder für sich, unterhalb des Schlosses, mit seinem ganz eigenen Song, bei der Silent Disco.
43:38Was der Landgraf wohl zu all dem hier sagen würde?
43:42Wahrscheinlich würde er einfach mittanzen.
43:45Schließlich gehört sein Bergpark jetzt zu Hessens Weltwundern.
43:48Vielen Dank.
Comments