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00:00:05In my eyes, I am a entrepreneur and also a beginner, who came to a situation to decide if he
00:00:14wins or the other wins.
00:00:15And I decided to decide if he wins or the other wins.
00:00:16And I decided to decide if he wins.
00:00:18But in fact, not wrong.
00:00:27I see myself very clearly as a winner, very clearly.
00:00:46The Millard, the goal of the Millard, I gave it to myself with 18 years.
00:00:50When you looked at Henry Kolk, you started to get very quickly on Instagram.
00:00:54Henry Kolk, he started to get to his profile.
00:00:56In his jet set, he was a man of the world.
00:00:58Always with a glass of champagne in his hand.
00:01:02Luxus was everywhere here to feel.
00:01:05So, he had the money to the fence.
00:01:09For me, he was together with power and power.
00:01:14He was the sponsor of the Münchner Sicherheitskonferenz.
00:01:17Er hatte beste Kontakte in die Politik.
00:01:21Es war interessant zu sehen, dass es offensichtlich reicht, einfach nur reich zu sein, um Kontakte zu den höchsten Entscheidungsträgern
00:01:30und des Staates zu kriegen.
00:01:32Zur Milliarde komme ich, ganz klar.
00:01:35Definitiv.
00:01:37Das ist im Grunde nicht mehr aufzuhalten.
00:01:41Fünf Milliarden sind auch gut.
00:01:43Zehn sind besser.
00:01:44Nach und nach ist dann das Karten aus Holz eingestürzt, bis klar war, da ist einfach überhaupt nichts echt.
00:01:56Wenn er kommt, schlagen wir zu.
00:02:02Ich hab Hendrik von Tag eins an immer verteidigt und für mich ist Hendrik halt einfach als Person heilig.
00:02:10ZANG EN MUZIEK
00:02:10ZANG EN MUZIEK
00:02:47Hallo, ich höre Sie fast gar nicht.
00:02:50Hallo.
00:02:52Ich höre Sie aber beide gut.
00:02:56Ganz leise, vielleicht komme ich einfach näher heran.
00:03:01Sie zwei treffen Sie mich in der JVO Heidelding bei Berlin.
00:03:11Mein Name ist André Kolt, bin heute 34 Jahre alt, wurde für einen Fall der Wirtschaftskriminalität
00:03:19zu insgesamt fast neun Jahren abverurteilt.
00:03:22Die Haftstrafe neigt sich nun den Engel zu.
00:03:26Und im Leben bin ich ein Mensch, der eine Lebensenergie hat, die vielleicht für 100 Menschen reicht.
00:03:54Ich komme jetzt gerade aus der JVA.
00:03:58Zum offenen Vollzug.
00:04:00Da kehre ich dann heute nach dem Dreh wieder hin zurück.
00:04:10Wo kommt Henrik Kolt eigentlich her?
00:04:12Wer ist das eigentlich?
00:04:13Der Name Kolt, der ist doch eigentlich bekannt.
00:04:16Der sagt uns doch eigentlich was hier bei uns in der Region.
00:04:29Ich habe im Januar 2019 ein ganz dünnes Aktenstück auf den Tisch bekommen.
00:04:36Vielleicht waren es 12, 13, 14 Blatt, aber mehr waren es nicht.
00:04:41Gegenstand dieser dünnen Akte war ein Schreiben der Gemeinde Basel an die Holt Holding Group
00:04:46mit Sitz in Haselünne.
00:04:51Darin wurde dem Anfragenden bestätigt, dass die Gemeinde Basel das Interesse hat, die auf
00:04:57der angehängten Karte hier gezeigten Flächen für Windkraft hier zu nutzen.
00:05:00Das war dann unterschrieben von der Gemeindemitarbeiterin.
00:05:05Und diese Frau ging zum Polizeiposten Basel und zeigte dort eine Urkundenfälschung an.
00:05:17Ich glaube, bis die Akte bei mir landete, vergingen ungefähr acht Wochen.
00:05:22Es war eine von vielen Anzeigen, mehr nicht.
00:05:25Und aufgrund dieser Anzeige haben wir angefangen zu mitteln.
00:05:41Die Gemeindemitarbeiterin fiel eigentlich aus allen Wolken, weil sie erkannte ihre Unterschrift wieder.
00:05:46Es war ihre Unterschrift.
00:05:47Aber der Inhalt dieses Dokuments, der war nicht von ihr verfasst worden.
00:05:58Eine Urkundenfälschung begeht man meistens zur Begehung anderer Straftaten.
00:06:03Und das hat mich hier tatsächlich neugierig gemacht, weil hier ging es um ein Windparkprojekt.
00:06:11Und irgendwie hat mir mein Bauchgefühl gesagt, das könnte was Größeres sein.
00:06:19Was ich dann gemacht habe, ist, ich habe hier gegoogelt.
00:06:23Wer die Hold Holding Group überhaupt ist, was die machen, wer da die Zügel in der Hand hält.
00:06:31Das Projekt besteht insgesamt aus sechs Windenergieanlagen.
00:06:34Bei einer Windenergieanlage handelt es sich um eine Bürgerwindanlage.
00:06:37Der Rest ist ein Investorenwindpark mit fünf weiteren Windenergieanlagen.
00:06:41Wir haben ein insgesamtes Investitionsvolumen von 38 Millionen Euro.
00:06:47Geschäftsführer der Hold Holding war Hendrik Richard Holt.
00:06:53Vom Namen Hendrik Holt hatte ich noch nichts gehört, nie.
00:06:56Hendrik, Hendrik Holt.
00:06:58Hendrik Holt.
00:07:00Bei uns wurde er in der Region als Wunderkind bezeichnet.
00:07:03Also er war irgendwie knapp über 20 damals und plauserte dort über Millionenprojekte.
00:07:10Hendrik ist aufgefallen mit Jackett und Einstecktuch.
00:07:13Ja, war immer schick angezogen, immer Haare schön gemacht.
00:07:16Mit Siegelring am Finger, mit einer teuren Uhr am Handgelenk, die er auch jetzt nicht unbedingt versteckte.
00:07:21Hendrik Holt hatte so eine Aura des Geldes um sich.
00:07:24Er hat den Eindruck vermittelt, Erfolg in die Wiege gelegt bekommen zu haben.
00:07:30Durch seine extravagante Kleidung, durch seinen Schneider in Hamburg, die drei Bentleys und, und, und.
00:07:36Durch diese ganzen Insignien des Erfolges, die er auch wirklich zur Schau stellte.
00:07:42Es gab damals noch einen Wikipedia-Eintrag über Hendrik Richard Holt.
00:07:47In dem wurde er als einer der reichsten Menschen Norddeutschlands bezeichnet.
00:07:52Mit einem geschätzten Privatvermögen von 250 Millionen Euro.
00:08:01Wir sitzen in einem Bentley Mulsang.
00:08:03Ein absolut schönes Modell.
00:08:09Ich habe ja bis heute noch einen.
00:08:24Ich war auf Jobsuche und stand einfach bei Kleineinzeigen damals, dass da ein Fahrer gesucht ist im Barkum.
00:08:35Ich bin eher davon aus, dass ich irgendwelche Pakete durch die Gegend fahren muss oder andere Sachen von A nach
00:08:40B,
00:08:40aber jetzt nicht vielleicht den Hendrik.
00:08:44Ja, also ich habe ja vorher natürlich mich ein bisschen vorbereitet, war auf der Internetseite
00:08:48und habe dann dieses Video gesehen, wie diese Windkraftanlagen da gebaut werden,
00:08:53dass ja der Hendrik mit seinem Kumpan da durch die Wälder gezogen.
00:08:58Das Team der Unternehmensgruppe Holt besteht aus 30 wirklichen Windprofis.
00:09:02Ein Team, das aufgrund seiner Erfahrung in der Lage ist, Lösungsansätze für fast jedes Problem,
00:09:07das er in den letzten 15 Jahren in der Windbranche aufgetreten ist, finden zu können.
00:09:11Und da war mir schon klar, ich wusste, dass man mit Windkraftanlagen viel Geld machen kann,
00:09:16aber ich wusste jetzt nicht, dass so viel ist.
00:09:22Ja, und dann kam ich da hin, zu der Villa von denen, Tor ging auf.
00:09:29Man hat schon gesehen, dass die wahrscheinlich ein bisschen mehr haben als andere.
00:09:33Es war eine riesige Tür, wo ich dann geklingelt habe.
00:09:36Also es war schon ein auffälliges Haus, es stach dort in der Region schon ein bisschen hervor,
00:09:41mit vielen Garagen und Jacuzzi auf dem Balkon und Fahrstuhl innen drin.
00:09:46Aber das war, ich fand es einfach nicht einladend, das sah einfach so ein bisschen aus wie eine Hotellobby.
00:09:54Also das sah jetzt nicht so aus, wenn man da mit einem Schlafanzug durch die Gegend geht,
00:09:57dann musste man immer schick was anhaben.
00:10:02Also da habe ich zum ersten Mal Henrik gesehen, wurde dann direkt ins Herrenzimmer eingeladen.
00:10:07Das war super nett, ich habe mich gut mit ihm verstanden.
00:10:12Wir hatten mehrere Fahrer.
00:10:13Ja, ein Fahrer für meinen Vater, ein Fahrer für mich und noch ein Fahrer für den Rest der Truppe.
00:10:21Und dann hieß es ja, geh mal in die Garage und dann holst du das Auto raus.
00:10:25Und die Garage ging auf und dann habe ich das zum ersten Mal richtig gesehen, was da für Autos standen.
00:10:33Der Fuhrpark war zuletzt, glaube ich, bei 18 Fahrzeugen.
00:10:37Ja, der Fuhrpark, der sah schon beindruckend aus.
00:10:39Also es war ja alles da.
00:10:40Ja, einmal der Bentley Bentayga, den Bentley Continental, die Sportwagen davon.
00:10:46Dann gab es noch den Silbernen, den Bulsan, das war so das Königsauto, sage ich mal.
00:11:05Und da war mir dann klar, dass es nicht wohlhabend, sondern mindestens zwei, drei Stufen höher.
00:11:12Das erste Bild, was ich mir hier geboten hat, war das Bild eines Menschen, der so exorbitant erfolgreich ist, dass
00:11:22man Zweifel haben musste.
00:11:23Kann man echt mit Windkraft so viel Geld verdienen?
00:11:25In meinem Kopf hat es gerattert. In meinem Kopf hat sich die Frage gestellt, warum macht so jemand das?
00:11:31Jemand, der so erfolgreich ist.
00:11:33Ich wollte den Hintergrund ermitteln, warum diese Urkunde hier gefälscht worden ist.
00:11:42Die Familie Holt ist eine Unternehmer-Dynastie aus dem Emsland, die quasi im Bereich Bauunternehmung aktiv war.
00:11:51Das Unternehmen war einer der Hauptarbeitgeber in Haselünne im Emsland.
00:11:56Das Emsland ist so eine typisch konservative Region.
00:12:06Das ist eine Regierung, die von der Erzählung auch lebt.
00:12:09Aus dem Nichts quasi, aus dem Moor hat man das da aufgebaut.
00:12:13Und den Wohlstand, den man hat, hat man sich hart erarbeitet.
00:12:17In dieser Liga spielte dann auch die Familie Holt mit.
00:12:21Und Hendrik Holt ist die dritte Generation.
00:12:34Ich habe in meinem Großvater immer Jagdkundeunterricht abgehalten, als er mit mir.
00:12:40Da muss ich sechs Jahre gewesen sein.
00:12:42Da konnte ich nämlich das Gewehr halten.
00:12:44Da hat er mich dann rauf und runter marschieren lassen.
00:12:46Mit Pickelhaube und Gewehr aufgeschultert.
00:12:51Das haben wir dann geübt.
00:12:55Also für mich war das ganz toll.
00:12:57Das hat mir richtig viel Spaß gemacht.
00:13:04Von meinem Großvater hat er auch immer sehr militärisch gesprochen.
00:13:08Angetreten beispielsweise.
00:13:09Angetreten, stillgestanden.
00:13:10Rührt euch.
00:13:11Das hat er auf der Jagd gemacht.
00:13:13Das hat er im Büro gemacht.
00:13:14Also er hat die Leute wirklich auch antreten lassen.
00:13:16Und für mich waren also die anderen immer so Figuren.
00:13:18Und er war eben der General.
00:13:19Er hat den Tonern gegeben.
00:13:20Und so wurde das dann eben auch gemacht.
00:13:23Für mich war mein Großvater ein großes Vorbild.
00:13:28Hendrik hat sich sehr viel mit Opa unterhalten.
00:13:32Und wenn er sich was in den Kopf gesetzt hat, dann wird das durchgeführt.
00:13:37Das war bei meinem Mann auch so.
00:13:42Und immer weiter, weiter, weiter.
00:13:52Er, Hendrik, war sehr lebendig.
00:13:55Wollte alles wissen.
00:13:57Und anti-autoritär erzogen.
00:14:00Hörte für Karnier zwei Pfennig.
00:14:05Und im Kindergarten war der auch so unruhig.
00:14:08Und ich sagte, ihr müsst den doch mal untersuchen lassen, was mit dem Jungen ist.
00:14:12Geht halt auch mal nicht zum Psychiater oder so, nicht?
00:14:16Ja, er ist ein ganz intelligentes Kind.
00:14:18Er muss seine Grenzen wissen, nicht?
00:14:20Ja.
00:14:20Ich sag, und?
00:14:22Wo sind die?
00:14:28Mein Großvater hat mir schon sehr früh vermittelt, dass ich privilegiert bin und privilegiert aufwachse.
00:14:35Ich war immer der Juniorchef.
00:14:38Und da eingehend auch immer gewohnt, mit großer Höflichkeit und Achtung angesprochen zu werden.
00:14:43Und man hat mich sehr, sehr gut behandelt, eben als Nachfolger des Großvaters.
00:14:47Das ist einfach, ja, für einen sehr besonderen Menschen.
00:14:55Mein erstes Stück Wild habe ich mit acht Jahren erlegt.
00:14:58Dann habe ich einen Fuchs geschossen im Garten meines Großvaters, raus aus seinem Jagdzimmerfenster.
00:15:04Er stand hinter mir, er musste mich ja ein bisschen halten, weil der Rückstoß natürlich kam, ausgelöst von dem Schuss.
00:15:12Und ansonsten einfach durchatmen und den Schuss langsam kommen lassen.
00:15:26Dann hat der Fuchs sich einmal überschlagen, daran erinnere ich mich noch.
00:15:30Und das war's.
00:15:33Sauber erlegt, Weidmannsheil.
00:15:37Mein Großvater war stolz über den Erfolg, hat seinem Jungen was beigebracht.
00:15:43Und ich war natürlich auch stolz, weil das war was, das durfte keiner.
00:15:48Das war ein Erlebnis, das hatte niemand sonst in meinem Umfeld.
00:15:54Habe ich dann natürlich auch ganz stolz erzählt in der Schule.
00:16:02Von da an war klar, der Hendrik wird Jäger.
00:16:07Er war ja sonst auch ein lieber netter Junge, war ja, alles gut.
00:16:13Aber man hätte ein bisschen strenger sein müssen.
00:16:22Ich war nur ein kleiner Prinz, ja.
00:16:25Ich wusste immer, mir kann nichts passieren.
00:16:45Der schlimmste Moment, den ich in meinem Leben hatte, ist bis heute der Tod meines Großvaters.
00:16:53Das ist mit Abstand der schlimmste Moment, den ich jemals hatte.
00:16:56Da war ich zwölf.
00:16:58Und jetzt auf jetzt ist er gestorben, ne?
00:17:00Er sollte nach Hause kommen aus dem Krankenhaus, ja.
00:17:03Und dann hat er nicht mehr geschafft, ne?
00:17:09Es war für mich so eine Person, die nie sterben würde, so als Kind.
00:17:15Von einem auf den anderen Tag war er dann ja fort.
00:17:19Kurz nachdem mein Großvater das starb, hat sich dann eben im Grunde auch das Unternehmen,
00:17:24das er aufgebaut hat, mitverflüchtigt.
00:17:27Mein Mann war ein Jahr tot und dann hieß es, es läuft nicht mehr, es geht nicht mehr.
00:17:32Und dann wurde Insolvenz angemeldet.
00:17:362003 war das.
00:17:38Dann war es aus.
00:17:41Für die Firma ist dann in den Konkurs gegangen.
00:17:44Ja.
00:17:48Und dann wurde ja nachher alles verkauft.
00:17:50Unser großes Haus mit Schwimmbad.
00:17:53Wo ich zuletzt gewohnt habe, waren noch zwei Häuser.
00:17:57Der große Garten, alles weg.
00:18:01Auch die Freundschaften, also wo man mit befreundet war, die Ehepaare, ziehen sich dann auch zurück.
00:18:07Ne?
00:18:11Wenn du in einer Klasse bist, wo natürlich zehn Väter bei dir beschäftigt sind, die dann nicht mehr beschäftigt sind
00:18:16oder um ihren Job bangen,
00:18:18dann wird das auch dir als Kind angelassen.
00:18:22Mehrere Hundert wurden dann entlassen.
00:18:30Wenn der Hauptarbeitgeber wegfällt, wird das natürlich für viele Menschen kritisch, ne?
00:18:35Wenn man gerade ein Häuschen gebaut hat und da war natürlich diese Stimmung gegenüber der Familie Holt nicht unbedingt nett.
00:18:58Was das uns ein bisschen entweder angelegt hat.
00:19:02In der Schule, so in dem Bereich, zehnte Klasse, das war so desillusionierend für mich, mit diesen ganzen Leuten zu
00:19:08sitzen.
00:19:09Die Hälfte wird Lehrer, die andere Hälfte will irgendein Postamt, die andere Hälfte will Angestellter im Unternehmen sein.
00:19:14Das war für mich so, wo ist das Fenster, wo kann ich rausspringen?
00:19:19Diese Engstähnigkeit und diese Kleingeistigkeit.
00:19:26Ich wollte immer den Weg des grandiosen Erfolgs gehen.
00:19:30Auch nicht des Moderaten, da muss man schon differenzieren.
00:19:34Es gibt Menschen, die sagen, normaler Erfolg ist für sie in Ordnung.
00:19:37Und ich habe sicherlich sehr hohe Ansprüche, die der Durchschnittsmensch niemals verstehen würde.
00:19:49Das erste, was ich gemacht habe, ist die erste Firma übernimmt.
00:19:51Das war der erste Schritt.
00:19:53Wir haben uns mit Flächenkäufen und Ankäufen und Verkäufen beschäftigt.
00:19:57Wer landwirtschaftliche Flächen hat, der geriet zu dieser Zeit fast automatisch mit erneuerbaren Energien in Berührung.
00:20:04Das habe ich mir angesehen, fand das Thema auch gerade vom finanziellen Volumen interessant
00:20:10und bin dann relativ zeitig auf den Zug aufgesprungen.
00:20:28Ich bin Engeste in einem ganz kleinen Dorf aufgewachsen.
00:20:33Da ist nichts, auf Engeste ist nichts.
00:20:36Nur Land.
00:20:43Alles, was mich umgeben hat, dieses Einfache, dieses Triste, das hat mich schon früh erdrückt.
00:20:50Ich habe immer gesagt, ich möchte mehr vom Leben, das reicht mir nicht.
00:20:55Dann habe ich angefangen, Fußball zu spielen.
00:20:59Ich war dann 17 Jahre alt, habe dann einfach den Schiedsrichterschein gemacht.
00:21:06Ich war dann beim SF Schwefingen und wurde da als Schiedsrichterin angestellt.
00:21:11Und da habe ich Hendrik kennengelernt, weil er der Sponsor von unserer Kleidung war.
00:21:19Also Hendrik hat gesagt, ich habe einen wichtigen Termin, ich mache Trikotsponsoring bei einer regionalen Fußballmannschaft
00:21:28und ich solle mit dazukommen und das Foto machen und das in die Zeitung bringen.
00:21:36Ich bin dann dort aufgeschlagen, wie ich eben so bin.
00:21:39Und dann steht da ein ganz bezauberndes, junges Mädchen in meiner Schiedsrichteruniform.
00:21:48Es war so, dass ich auf diesen Termin an sich sowieso gar keine Lust hatte.
00:21:53Mir haben auch die Klamotten nicht gefallen und dann wurde dieses Foto gemacht.
00:21:58Und ich habe noch gedacht, wieso nehmen die denn ihre Sonnenbrillen nicht ab?
00:22:04Er wurde mir nicht vorgestellt.
00:22:06Das war halt der Sponsor, der die Kleidung brachte.
00:22:11Und natürlich, als ich das Foto dann gesehen habe, habe ich mich gefragt, wer war das eigentlich?
00:22:28Ich habe Hendrik dann im Fitnessstudio wieder getroffen und da haben wir uns unterhalten, das erste Mal.
00:22:36Für mich war Hendrik, ich fand, der war schön anzusehen.
00:22:41Ich fand ihn sehr hübsch.
00:22:44Da habe ich gesagt, Mensch, das hat Potenzial.
00:22:49Dann haben wir geschrieben, dann mussten erst so anderthalb Jahre vergehen, bis ich mal überlegt
00:22:55habe, man könnte sich ja auch mal treffen.
00:23:00Als er dann bei dem ersten Treffen kam, hat er mich gefragt, ob das in Ordnung ist, wenn wir einen
00:23:04Fahrer haben.
00:23:06Ich so, ja, wieso fragst du mich das? Was für ein Fahrer denn? Wieso kannst du denn nicht fahren?
00:23:11Weil ich dachte, der hätte keinen Führerschein. Weiß ich ja nicht.
00:23:15Dann kam er da an, saß hinten wie ein kleiner Prinz im Auto und hat dann da diesen Fahrer in
00:23:21seinem, haben die dann noch an, wenn die fahren.
00:23:23So ein Kostüm, so ein Anzug. Da habe ich gedacht, wo bin ich hier eigentlich gelandet?
00:23:32Wir sind dann was essen gefahren, haben uns viel unterhalten, war ja auch unser erstes Treffen.
00:23:43Hat die Türen vom Auto aufgehalten, hat zum Essen eingeladen, es musste nicht diskutiert werden, er hat Sachen entschieden, die
00:23:50gemacht werden.
00:23:51Einfach durch und durch Gentleman.
00:23:57Es wurde mir oft gesagt, du bist zu großzügig, du bist zu nett, du machst zu viel möglich, verwöhnen die
00:24:05nicht immer gleich so.
00:24:06Aber ich bin auch jemand, mir liegt persönlich am Geld, außer dass ich es als Dimension begreife, meinen Willen umzusetzen,
00:24:13relativ wenig.
00:24:14Ich bin kein Mensch, der am Geld hängt.
00:24:16Ich hatte damals mein erstes Auto, das war so ein alter Polo, so ein weißer und ich hatte natürlich schon
00:24:22Not, dass das Auto irgendwann nicht mehr mitmacht.
00:24:25Ich habe in meiner Ausbildung gar nichts verdient und ich hatte nur Kosten.
00:24:29Und dann hat Hendrik mir auch ein Auto dahingestellt von heute auf morgen.
00:24:33Der ist zu mir, zu meiner Arbeit gekommen und hat mir da ein Mercedes hingestellt.
00:24:42Ich habe weder Zeitung gelesen, noch habe ich ihn irgendwie in der Öffentlichkeit gesehen.
00:24:47Ich wusste nicht mal, was er beruflich macht.
00:24:49Ich wusste es einfach nicht.
00:24:50Ich wusste, er ist Unternehmer, aber ich wusste nicht, in welchem Bereich.
00:24:56Der Auftrag der Bundesregierung ist klar.
00:24:59Der Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien soll in drei Jahrzehnten erfolgt sein.
00:25:05Ein Beispiel für ein erfolgreiches Projekt der Energiewende ist der Windpark Felsberg, der Hold Holding GmbH.
00:25:13Die Hold Holding Group war ein Frühphasen-Investor.
00:25:18Ich hatte an diesem Tag zum ersten Mal davon hier gehört, dass es überhaupt hier Frühphasen-Investoren gab.
00:25:24Ich hatte mich mit Windparks in meinem Leben noch nicht beschäftigt.
00:25:26Er hat keine Windräder verkauft.
00:25:29Er hat im Prinzip das Versprechen verkauft, dort kannst du was bauen.
00:25:33Die guten Geschäfte werden dann gemacht, wenn Geld keine Rolle spielt.
00:25:36Das Geschäftsmodell basierte darauf, dass er dafür gesorgt hat, dass die Grundstückseigentümer eingewilligt haben, dass sie bereit waren, dass man
00:25:44auf ihrem Grundstück eine Windmühle baut.
00:25:47Er hat Umweltgutachten erstellen lassen.
00:25:49Flora-Fauna-Abitat-Richtlinie muss beachtet werden.
00:25:53Dann brauchen wir grundsätzlich eine Trassenplanung.
00:25:55Das heißt, wir müssen schauen, wo ist eigentlich dieser Windpark angeschlossen.
00:25:58Weiterhin ist es immer gut, wenn man den Investoren schon mal präsentieren kann, dass die betroffenen Gemeinden dem Bauvorhaben wohlwollend
00:26:06gegenüberstehen.
00:26:07Das hat er alles zum Paket geschnürt und dieses Paket dann verkauft.
00:26:13An Energiekonzerne, die dafür dann Geld zahlen. Und je weiter die Planung ist, umso mehr Geld fließt.
00:26:20Da werden Milliarden mitgemacht, ja. Die Gewinnmarge muss extrem hoch sein.
00:26:26Frühphasen-Investitionen, das sind Gelder, wo du nicht weißt, ob das überhaupt stattfinden wird, das Projekt.
00:26:32Also es ist ein Risikogeschäft in der Zukunft. Aber trotzdem wurden die Sachen aus den Händen gerissen.
00:26:50Ja, der Widerstand in der Bevölkerung hat ja maßgeblich dazu beigetragen, dass die Ziele, die eigentlich mal ausgerufen wurden, dann
00:26:58zurückgefiffen wurden.
00:26:59Und die haben dann wiederum künstlich für eine gewaltige Marktverknappung gesorgt, was einfach dazu führt, dass die Preise für das,
00:27:07was am Markt realisierbar war oder schien, ins Exorbitante gingen.
00:27:13Und in dieser Zeit erzählt Henrik Holt die Geschichte, er könne Windparks realisieren in Deutschland.
00:27:20Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Kniffen. Und sowohl vorher eben im Bereich, als es
00:27:27noch legal lief, aber auch als es dann in die Illegalität überging.
00:27:39Erfunden haben wir die Verträge hier nicht, weil die Flächen gab es ja wirklich. Die Flächen gab es wirklich, die
00:27:43Landwirte gab es wirklich, die Verfügbarkeit war ja da. Nur die Unterschriften gab es nicht.
00:27:51Das Projektgeschäft in dem Bereich läuft grundsätzlich so ab, dass die Windkraftanlagen ja Standorte brauchen, auf denen sie stehen können.
00:28:01Und da der Landwirt grundsätzlich ein schüchternes Wesen hat, trifft er sich gerne im Rudel.
00:28:06Und so haben wir gerne zur sogenannten Eigentümerversammlung eingeladen, die wir dann örtlich in Dorfkneipen oder Schützenhäusern abgehalten haben.
00:28:16Und bei dieser Veranstaltung, ganz am Anfang, da ging eine Teilnehmerliste rum.
00:28:22Und die haben alle schön unterschrieben, dass sie daran teilgenommen haben an dieser Veranstaltung.
00:28:27So, und dann haben wir unsere Planung vorgestellt und dann Nutzungsverträge vorgelegt haben, die dann unterschrieben werden sollen.
00:28:35Und man aß da gut, dem Vernehmen nach, man trank noch besser, also es soll eine sehr hohe Rechnung am
00:28:39Ende gewesen sein.
00:28:42Grundsätzlich unterschreiben auf solchen Versammlungen nicht alle. Das ist richtig.
00:28:48Dann habe ich damals manchmal mit der Gnade Gottes mitgewirkt.
00:28:55Und so haben wir dann die Unterschriften der Teilnehmerliste erinnert, die wir dankbarerweise bekommen haben.
00:29:05Wo die Unterschrift leicht zu kriegen war, haben wir sie geholt.
00:29:08Wo wir wussten, es dauert zu lange, haben wir sie nicht geholt, sondern selber produziert.
00:29:14Ich habe mich auch hingesetzt und manchmal Unterschriften gemacht.
00:29:26Ach, im Grunde kann ich Windräder überhaupt nicht leiden.
00:29:28Und ich habe ja entsprechend auch dafür gesorgt, dass sie überhaupt nicht gebaut wurden.
00:29:36Eigentlich habe ich den Bürgerinitiativen einen großen Gefallen getan.
00:29:40Wenn man überlegt, wie viele Anlagen durch mich nicht gebaut wurden.
00:29:43Ich habe die Projekte blockiert und die Dinger nicht gebaut und dafür noch abkassiert.
00:29:47Ich meine, das muss das mal entkriegen.
00:29:57Die Energiegroßkonzerne waren definitiv auf der Suche nach Projekten.
00:30:02Und diese Projekte konnte Henrik Holtz natürlich liefern, indem er dann sagte, ich habe welche.
00:30:07Es wurde eben gekauft, was man bekommen konnte.
00:30:13Wenn man da als Landei hinkommt in Frankfurt, fährt in den 24. Stock, wo dann eben zwei Parteien von Anwälten
00:30:21dann einen Joint-Venture-Vertrag unterschreiben.
00:30:24Da durfte ich das Foto machen.
00:30:26Da meinst du, es geht alles mit rechten Dingen zu.
00:30:29Das läuft alles super.
00:30:32Wenn die Herren, die dort sitzen, Notare, so einen Tagesverdienst haben wie ich im ganzen Jahr, dann muss das wohl
00:30:38richtig sein.
00:30:39Und darum habe ich auch nie da gezeifelt, dass da irgendwas faul sein könnte, weil es ja geprüft worden wäre.
00:30:45Ja, auf jeden Fall war das dann eine Sache, wo ich sagte, ja, das ist eine super Geschichte.
00:30:50Da kannst du dich auch enger verknüpfen.
00:31:01Es war bezeichnend, dass der Autor der Artikel immer PM ist.
00:31:07PM heißt in diesem Zusammenhang nicht Peter Müller, sondern heißt die Pressemitteilung.
00:31:11Die kamen alle von einer Presseagentur namens Coikom.
00:31:17Die Coikom war eine hundertprozentige Tochter der Holt Holding Group.
00:31:26Bei uns im Emsland zählt noch ein Handschlag und man glaubt sich, man vertraut sich.
00:31:31Und so bin ich auch aufgewachsen und ich habe Henrik Holt immer vertraut und diese Berichte dann auch dementsprechend so
00:31:37verfasst.
00:31:41Die Zeitungen waren begierig nach erfolgreichen Meldungen aus der Wirtschaftsbranche.
00:31:46Die Pressemitteilung, muss man heute sagen, haben wir auch bei uns tatsächlich gebracht, die diese PR-Agentur rausgeschickt hat.
00:31:53Die ist aber nicht nur bei uns gelaufen, sondern auch in vielen anderen Medien.
00:31:57Irgendwie hatte ich da ein Störgefühl. Es gab keine unabhängigen Pressemitteilungen.
00:32:03Ich will nicht sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt schon dachte, dass sich jemand seine eigene Erfolgsstory schreibt, aber ein
00:32:11Störgefühl.
00:32:15Ich habe die Akte zur Polizeiinspektion nach Lingen geschickt mit der Bitte um Abklärung, wo Henrik Holt ist.
00:32:21Ich habe die Akte schnell zurückbekommen, weil Henrik Holt war in Deutschland abgemeldet.
00:32:25Er hatte zum damaligen Zeitpunkt keinen Wohnsitz mehr in Deutschland, sondern war in Andorra aufhältig.
00:32:44Andorra hatte einfach rein steuerliche Gründe.
00:32:47Andorra ist eben nicht EU, aber Kontinentaleuropa, liegt zwischen Frankreich und Spanien.
00:32:52Und ich musste es ja machen, weil zur Milliarde musst du ja auch kommen.
00:32:58Und es ist gerade wichtig, am Anfang die Steuern zu sparen. Nach hinten raus ist das nicht das Problem.
00:33:03Aber am Anfang, da tut es weh. Und da lässt dich der Staat durch diese hohe Steuerlast ja auch nicht
00:33:08wachsen.
00:33:08Du kriegst diese Wachstum ja nicht erzeugt.
00:33:11Aber ich war auch in Andorra.
00:33:17Also war das eine legitime Form der Steuerreduzigung.
00:33:31Natürlich habe ich versucht, alles rauszufinden, was ich über Dr. Hendrik Richard Holt hier rausfinden konnte.
00:33:38Der sich im Internet und in Zeitungsartikeln mit einem Doktortitel gerühmt hat.
00:33:45Der Doktortitel war eigentlich ein Witz.
00:33:48Ja, so witzig war es nicht.
00:33:52Wir haben es einfach gemacht. Wir haben gesagt, ja, mal gucken.
00:33:55Und da habe ich das erste Mal gesehen, dass er an seinem Revers mit dem Namensschild den Doktor davor hatte.
00:34:02Und da habe ich ihn auch gefragt, wusste ich gar nicht, dass du einen Doktor hast.
00:34:04Ja, den habe ich da und da und das war Ausland und was weiß ich, habe ich den gemacht.
00:34:08Ich habe nur keine Doktorarbeit gefunden und eine solche müsste man eigentlich finden, zumindest wenn man in Deutschland promoviert hätte.
00:34:24Es hat mir Freude gemacht, das einfach zu haben und zu wissen, ich mache das jetzt einfach.
00:34:33Und ich habe auch mal einen Anwalt gefragt und der hat gesagt, kriegst du eine Geldstrafe.
00:34:37Es ist eine Straftat und wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von, ich meine, bis zu einem Jahr bestraft.
00:34:49Der Anfangsverdacht, dass dieser Doktortitel falsch ist, war für mich eine Möglichkeit, an diesen Mann ranzukommen.
00:34:57Tatvorwurf, Missbrauch von Titeln.
00:35:00Der nächste Schritt war, dass ich die Polizeiinspektion damit beauftragt habe, die weiteren gemeindlichen Schreiben auf ihre Echtheit zu überprüfen,
00:35:09in denen unisono stand, dass die Gemeinden nicht große Lust darauf haben, dass die Hold Holding in ihrem Bereich Windparks
00:35:16baut.
00:35:20Das war dann für uns tatsächlich der Game Changer, weil diese Schreiben waren alle gefälscht.
00:35:35Die Kollegen, die das im Emsland ermittelt hatten, haben sehr schnell festgestellt,
00:35:39dass dieser Vorgang eigentlich die personellen und die technischen Ressourcen dort übersteigen würde.
00:35:44Und haben uns dann um Hilfe gebeten, weil wir einfach eine Dienststelle sind, die andere Ressourcen hat, die andere Möglichkeiten
00:35:50hat.
00:35:56Wir haben den Auftrag, im Bereich der organisierten Kriminalität Ermittlungen zu führen, die einen anderen Umfang haben, die andere Strukturen
00:36:03haben,
00:36:03wo es um bannmäßige Strukturen geht, wo einfach über einen längeren Zeitraum auch intensive Ermittlungen geführt werden können.
00:36:10Ich hatte vorher eine einfache Urkundenfälschung und nunmehr hatte ich eine solche Zahl an unechten Urkunden,
00:36:19dass es möglich war, eine Telefonüberwachung zu installieren.
00:36:23Wir haben zunächst erstmal bei Hendrik Holt die Telefone aufgeschaltet, die auf seinen Namen angemeldet waren.
00:36:29Haben dort schon einen Blick bekommen dahingehend, dass anscheinend mehrere Familienmitglieder involviert waren.
00:36:34Und wenn Sie eine Nummer überwachen, kriegen Sie auch die Kontaktnummer.
00:36:41Letztlich haben wir in dem Verfahren 32 Leitungen überwacht.
00:36:45Ziemlich schnell ist die Ermittlungsgruppe von Heil bis Jahr auf 25 Personen angewachsen.
00:36:49Die werktäglich nur an dem Fall Holt Holdings saßen. Ein richtig großer Fall. Bis dato der größte in meinem Leben.
00:37:01Wir machen ja wirklich, wir machen ja richtig, 100, 20, 130, 140 Millionen.
00:37:06Wir kommen ein, wir kommen ein, wir kommen ein. Und ich sagte, wir machen die Milliarden. Wir machen die Milliarden.
00:37:12Ja, Hendrik war immer ehrgeizig. Es will ich ja auch gut erst. Ich habe ja nichts Schlechtes gehört.
00:37:19Und die haben mir auch nichts gesagt. Aber ich habe auch nichts gefragt, deswegen nicht.
00:37:38Wir sind ja alle katholisch, katholisch erzogen.
00:37:42Gebetet wurde morgens, mittags, abends. Und auch vor dem Essen, nach dem Essen. Immer wurde gebetet.
00:37:49Und das haben die auch alle mitgekriegt, die Enkelkinder.
00:37:58Ich sage immer, also uns ist das beigebracht worden. Was da nicht ist, lass liegen.
00:38:06Ja. Es ist nicht so fein gesponnen. Es kommt doch ans Licht der Sonne.
00:38:12Ja. Aber ist ja nicht immer eingehalten worden, ne?
00:38:22Henrik war immer unterwegs.
00:38:24Dann wurde sie auch schon so komisch, meine Schwiegertochter.
00:38:28Die hätte sagen können, stopp.
00:38:31Wenn das mein Sohn gewesen wäre, ich hätte gesagt, wenn du da nicht mit aufhörst,
00:38:36brauchst du bei mir nicht wiederkommen.
00:38:40Aber sie hat es ja mitgemacht.
00:38:48Ich habe auch dann Barkum seine Familie kennengelernt.
00:38:51Die waren ja auch viele Personen. Die ganze Familie hat da gewohnt.
00:38:56Was mich schon beeindruckt hat, war dann dieses Tor, was dann da mit einer Fernbedienung aufging.
00:39:01Und zu Hause bei denen waren alle sehr nett, alle sehr freundlich.
00:39:06Ich war dann da und ich wurde direkt mit einbezogen.
00:39:13Familie ist für mich unbesiegbar.
00:39:16Familie ist für mich Stärke.
00:39:20Und eben auch etwas, für das sich am Ende das Leben lohnt.
00:39:25Natürlich muss die Familie auch vieles aushalten.
00:39:29Ja.
00:39:32Was der große Unterschied ist bei uns, ist, dass hier der Familienname an der Firmentür steht.
00:39:37Das ist unser bestes Aushängeschild, dass wir selber für die Projekte, die wir machen, brennen und das in Person.
00:39:43HOLD Holding. Neue Energie.
00:39:45Also eine Sache stimmt bei der Geschichte HOLD, dass es sich um ein Familienunternehmen gehandelt hat.
00:39:51Also da haben tatsächlich alle mitgewirkt nach Kräften.
00:39:56Also es war so, dass wir so Ende des Jahres 2019 die Struktur der Bande ungefähr aufgeklärt hatten und dass
00:40:02wir ungefähr wussten, welcher Part jeder in der Familie eigentlich inne hatte.
00:40:06Ganz klar ergab sich aus der Telekommunikationsüberwachung, dass Hendrik Holt hier der Kopf war. Er hatte das Sagen.
00:40:15Man merkte bei der Telekommunikationsüberwachung, dass er die Anweisung gab, dass er die Anweisung auch kontrollierte, dass er keinen Widerspruch
00:40:21groß duldete aus der Gruppe heraus.
00:40:23Wenn man da sieht, mit welcher Vehemenz auch Hendrik Holt gewisse Ergebnisse eingefordert hat.
00:40:44Dann gab es die Mutter, die eine Art Büroleiterin war, die der HOLD Holding auch über ihre Firma, das Personal
00:40:54hier zur Verfügung stellte.
00:40:56Und darüber, der HOLD Holding jeden Monat sehr hohe Rechnungen geschrieben hat.
00:41:01Dann gab es die Schwester und sein Bruder, die, wie möchte ich das nennen, Fälschungsbeauftragte waren.
00:41:11Man konnte deutlich sehen, dass der jüngere Bruder so diese IT-Administration unter sich hatte, dass er die E-Mail
00:41:16-Konten einrichtete, die Server einrichtete,
00:41:19dass er bei den Fälschungshandlungen den digitalen Part übernahm, dass er darauf achtete, dass den Investoren die Datenräume präsentiert wurden.
00:41:25Man merkt auch deutlich, dass seine Schwester und seine Mutter dem nicht so mächtig waren,
00:41:30dass sie sich mehr auf die analogen Ausführungen konzentrierten, das heißt mit Leuchtwörtern arbeiteten, zum Beispiel Unterschriften durchpauschten.
00:41:37Die Flächennutzungsverträge wurden tatsächlich im Seriendruck gefälscht und dann musste einfach noch jemand unterschreiben.
00:41:43Und wer da unterschrieb, war auch innerhalb der Theaterstruktur eigentlich egal, der, der gerade da war.
00:41:53Die haben häufig einen Begriff verwendet in unseren Artikeln, der eigentlich immer in anderen Kontexten aufkommt, nämlich den vom Clan.
00:42:00Also im engsten Kreis der Familie ist hier ein Betrug begangen worden.
00:42:04Man stützte sich auch darauf, auf diese engen verwandtschaftlichen Beziehungen.
00:42:07Man hatte auch vielleicht sogar ein eigenes Ehrverständnis, wie es so gemeinhin auch für Clans,
00:42:12die man eigentlich so in Berlin oder so verortet, gilt, nur dass man hier eben, nicht in Berlin, sondern in
00:42:18Haselünne den Clan fand.
00:42:32Ich bin sehr stolz auf meine Familie.
00:42:35Denn was diese Familie über die letzten so insgesamt 100 Jahre erlebt, durchgemacht, gestaltet, auch an Höhen und Tiefen, ohne
00:42:44auseinanderzubrechen,
00:42:45da gibt es nicht viele Familien, die das überstehen werden.
00:42:52Deswegen benutze ich immer den Begriff Dynastie.
00:42:57Ja, Mafia ist auch eine Familie. Die Frage ist, ob es immer die schlechtere Familie ist.
00:43:04Das war eine Familie.
00:43:18Hendrik hatte ich ja die letzte Zeit sowieso nicht mehr gesehen. Er kam ja aus ganz selten.
00:43:24Dann haben sie mich Weihnachten eingeladen in dieses neue Haus und er war nicht da.
00:43:30Ich sagte, verstehe das gar nicht.
00:43:32Ja, der hat was zu tun. Jetzt weiß ich nicht, wo die waren, im Ausland oder was.
00:43:45Hendrik hatte ja seinerzeit auch schon den Standort in Beirut, im Libanon.
00:43:48Hatte er ja auch schon ein Büro gemietet und eingerichtet.
00:43:53Ich hatte Bewohnung in Beirut, weil es natürlich auch Momente gab, wo man gewisse Zeitfenster hätte aussitzen müssen.
00:44:01Beirut war damals eine ganz einfache Überlegung, weil es da entsprechende Absprachen gab, dass es keine Auslieferung würde geben werden.
00:44:13Ich bin mit Hendrik nirgends hingeflogen. Es war ja dann auch relativ schnell so, dass er sich organisieren musste, sag
00:44:20ich mal so.
00:44:21Und dementsprechend war er dann ja auch im Libanon und in Andorra und hatte zu tun und war unterwegs und
00:44:27ich war zu Hause und hatte meine Schule zu machen.
00:44:37Ich hatte gerne alles übers Knie gebrochen, um Knallauffall in dieses Abenteuer da mit Hendrik reinzustürzen.
00:44:46Es ging aber zu dem Zeitpunkt nicht. Und dann haben wir uns getrennt.
00:44:55Er musste dann wieder zurück in den Libanon und ich bin zu Hause geblieben.
00:45:00Dann haben wir uns auch erstmal nicht mehr gesehen.
00:45:04Da war er weg.
00:45:07Und das war mit einer der härtesten Tage meines Lebens.
00:45:12Weil Hendrik ein sehr konsequenter Mensch ist.
00:45:16Das war unerträglich.
00:45:42Das war auch das einzige mit Pool. Das einzige Apartment. Das war so eins.
00:45:48Da hat man auch einmal, ich meine, Silvestern 2019, 2020 eine schöne Party gefeiert.
00:45:59Ich komme ja aus einer Welt, in der ich immer alles hatte und es für mich im Grunde keine Grenzen
00:46:04gab.
00:46:06Und in dieser Welt ist es so, dass Frauen dafür natürlich anfällig sind.
00:46:12Und sich an diesem Leben sehr erfreuen können.
00:46:20Nach meinen Ermittlungen war es so, dass man beabsichtigte, im April 2020 den letzten großen Deal hier zu machen.
00:46:29Und dann war klar, dass Teile der Tätergruppierung fliehen müssen.
00:46:33Und das hier war der designierte Fluchtort im Libanon.
00:46:40Ja, wir haben jetzt mittlerweile der Alkohlser für das Paket mit dem Meilenstein, was gesetzt ist für dieses Paket.
00:46:48Ja, und dann läuft die Kiste auch.
00:46:50Dann ist das eine halbe Milliarde.
00:46:55Ja, das erste Mal kam der Big Deal auf, Anfang des Jahres 2020.
00:47:00Da unterhielt man sich darüber, dass man alles das, was man schon mal verkauft hat und alles das, was man
00:47:05noch nicht verkauft hat, in ein Projekt zusammenfassen wollte.
00:47:07Das waren 31 Windparks mit einer Leistung, die eigentlich höher war, als in Deutschland neue Windkraftanlagen an einem Jahr gebaut
00:47:16werden.
00:47:17Projekt Munich war für Holt das Endgame. Das war der letzte große Deal.
00:47:23Das war der Big Deal, den er noch abschließen wollte, um so dann ins Ausland zu fliehen.
00:47:30Es ist so, dass es sowohl Hendrik Holt als auch seinem Bruder bewusst war, dass die Sache irgendwann auffliegen musste.
00:47:36Deshalb zielte man auch nochmal auf den Big Deal ab, um auf Deutsch gesagt nochmal richtig Kasse zu machen.
00:47:40Das Projekt Munich hätte der letzte große Coup werden können mit knapp 290 Windrädern.
00:47:47Und die bundesweit gebaut werden sollten.
00:47:51Krodeck Munich war ein Riesenprojekt, das es in dieser Dimension, zumindest nach meinem Wissen, eben ein Bundesgebiet noch nie gab.
00:47:59Ja, dass es um viel Geld ging, wussten wir. Aber um wie viel genau? Nein.
00:48:10Soll ich das wirklich sagen? Ist das nicht öffentlich zu viel? Du weißt ja, was der Leinbaum vielleicht draus macht,
00:48:14aber ich kann er eigentlich nicht mehr.
00:48:16Also das komplette System beendet mit allem drum und dran, alles wie es hätte sein sollen.
00:48:211,8 Milliarden. Kommt in etwa hin.
00:48:28Und wir wussten nicht, wie weit die Verhandlungen mit den potenziellen Käufern, mit denjenigen, die den Zuschlag bekommen, vorangeschritten sind.
00:48:36Es drohte die ganze Zeit, dass weitere Zahlen der Investoren auf Konten der Holzgruppe erfolgten. Das wollten wir natürlich um
00:48:42jeden Preis unterbinden.
00:48:43Wir hatten die Befürchtung, dass hier also dann eine Zahlung erfolgt, die sozusagen das Zieljahr der Holz war.
00:48:50Und dass dann der Zeitpunkt ist, in dem sie sagen, gut, jetzt haben wir alles erreicht und machen uns aus
00:48:54dem Staub.
00:49:02Das waren auf jeden Fall Summen im Gespräch, die uns natürlich zum Handeln zwangen.
00:49:11Ich bin von Berlin nach München gefahren, hab Hendrik zum Hotel gebracht.
00:49:19Da standen alles mit S-Klassen oder Audi A8, alles dicke Autos.
00:49:24Aber mein Auto war immer noch das liebste Auto, was da stand.
00:49:39Ein Akteur und Sponsor der Münch-Security-Konferenz war Holt Energy RG.
00:49:45Ich glaube, es war sehr wichtig, hier zu sein, zu sein Teil dieser Konferenz.
00:49:50Ja, ich dachte mir einfach nur so, das ist schon eine große Nummer, wenn er da mit Sponsor ist und
00:49:55da mit den großen Jungs an einem Tisch sitzt.
00:49:57Ich dachte, er wird schon seine Richtigkeit haben, also, dass man da nicht so easy ein Hauptsponsor wird.
00:50:14Das Bild zeigt eine der großen Überraschungen des Verfahrens.
00:50:19Da waren wir alle von überrascht, als Holt auf Mahl, als einer der maßgeblichen Associates der Münchner Sicherheitskonferenz 2020 auftrat.
00:50:32Das ist einfach ein Projekt meiner persönlichen Freude gewesen.
00:50:36Ich sehe mich da auch als richtig an.
00:50:39Und hier sitzt er an einem von ihm gesponserten Roundtable, zusammen mit politischen Größen.
00:50:45Ich meine, dass der Präsident von Georgien da war, die EU-Energiekommissarin, der Prinz von Saudi-Arabien.
00:50:50Und man saß zusammen an einem Tisch mit dem Präsidenten von Aserbaidschan, man traf John Kerry, den ehemaligen US-Außenminister.
00:50:58Wenn er da mit hochrangigen Politikern steht, wie mit dem ehemaligen amerikanischen Außenminister, sich ablichten lässt,
00:51:04wundert man sich schon, in was für Kreisen er da verkehrt.
00:51:06Ja, und mittendrin Hendrik Holt mit Einstecktuch. Also, wie selbstverständlich.
00:51:14Als ich da in München war, da wusste ich, jetzt sitze ich am richtigen Tisch.
00:51:19Das waren dann die 700 wichtigsten Persönlichkeiten, zu denen ich zu diesem Zeitpunkt gehört habe.
00:51:27Er hat sich da eingekauft, so möchte ich das formulieren, für einen sechsstelligen Betrag.
00:51:31Hat er diesen Status da erhalten, den hat er mit Siemens zusammen beispielsweise.
00:51:35Siemens Allianz.
00:51:36Neben dieser Reihe stand dann die Holt-Gruppe als Sponsor dieser Veranstaltung.
00:51:41Ja, das waren 250, 300, irgendwas 1000 Euro. Aber es ist wirklich geschenkt.
00:51:47Das macht natürlich was her, mit den großen Konzernnamen auf einem Plakat zu stehen.
00:51:52Auch das gibt einen gewissen Anstand von Seriosität.
00:51:56Holt Energy RK will continue to promote and implement global renewable energy projects in the future.
00:52:02Er ist hier als Sponsor aufgetreten. Und das war für uns auch überraschend.
00:52:08Nicht als Sponsor Holt Holding SA, sondern unter dem Namen eines Unternehmens, das wir bis dato noch gar nicht kannten,
00:52:15der Holt Energy AG.
00:52:22Es war schon sehr überraschend, dass die Münchner Sicherheitskonferenz Holt als Associate akzeptiert und dann noch unter dem Mantel einer
00:52:30Gesellschaft in Gründung,
00:52:32aber die stand nicht im Handelsregister drin, die gab es noch gar nicht.
00:52:41Es gibt kein Beispiel von jemandem, der es geschafft hat, Hauptsponsor der Münchner Sicherheitskonferenz zu werden, in so jungen Jahren.
00:52:47Es ist erstaunlich, das schafft gar keiner.
00:52:51Das war ein Riesenerfolg, der mir nochmal gezeigt hat, ich schaffe alles, was ich möchte.
00:52:57Und das ist ja genau der Gedanke, den ich habe.
00:52:59Diese Unaufhaltbarkeit, keiner kann mich stoppen, niemand kann mich bremsen.
00:53:03Und ich setze meinen Willen durch gegen jeden Widerstand, so wie mir das gefällt.
00:53:08Also bei Betrugsstrafverfahren ist es eigentlich immer so, dass man zwischendurch auch als professioneller Strafverfolger denkt, vielleicht stimmt es ja
00:53:15doch.
00:53:16Natürlich habe ich mich nochmal hinterfragt, ob unsere Verdachtsgründe hier ausreichend sind, ob wir etwas sehen, was hier nicht da
00:53:24ist.
00:53:25Das hört sich alles schlüssig an und es sieht so gut aus.
00:53:28Vielleicht mache ich hier gerade den Fehler und ich verfolge hier den Unschuldigen.
00:53:39Die Holt Holding saß angeblich in Haselünde. Tatsächlich gab es dort kein Büro mehr.
00:53:45Aber es gab eine Adresse an einem Bürokomplex in der Professor-Porsche-Straße in Osnabrück.
00:53:51Die Holt-Gruppe hatte dort ein Ein-Raum-Büro. Es war übrigens letztlich leer.
00:54:01Ja, so sieht also der Briefkasten eines Weltkonzerns aus. Mit zwei Tesafilmstreifen befestigt. Das stelle ich mir anders vor.
00:54:15Kendrick Holt achtete so sehr auf sein repräsentatives Auftreten. Damit ist das halt überhaupt nicht einherzubringen, der schäbige Briefkasten neben
00:54:25der Würstchenbude.
00:54:26Da erwarte ich keinen Weltkonzern.
00:54:30Im Bereich der Wirtschaftskriminalität ist es nicht ungewöhnlich, dass es also einen legalen Geschäftszweck gibt und auch einen ganz regulären
00:54:36Geschäftsbetrieb.
00:54:38Und dass es dann eben innerhalb dieses Geschäftsbetriebes vereinzelt zu Betrugstaten kommt, dass das gesamte Geschäft rechtswidrig ist. Das ist
00:54:49eher ungewöhnlich.
00:54:49Wir haben aber schlichtweg kein Unternehmen gefunden, das im Tatzeitraum überhaupt existierte. Es waren alles nur Gesellschaftshüllen zur Begehung von
00:54:58Straftaten. Es gab kein Unternehmen.
00:55:04Wir wussten, dass es nicht mehr Ewigkeiten dauern kann und auch nicht so lange gut geht, wie wir es angesetzt
00:55:10haben.
00:55:11Und Projekt Munich wäre ja das letzte gewesen. Das heißt, was kommt denn eigentlich dann?
00:55:16Darüber haben wir auf der Münchner Sicherheitskonferenz natürlich auch gesprochen. In welchen Ländern für uns ein Aufenthalt angenehm gestaltbar wäre.
00:55:25Also Flucht.
00:55:27Ja, das ist so ein unschönes Wort. Wir wollten nicht fliehen. Wir haben uns einfach aus der Sicht überhaupt nicht
00:55:32eingesehen, dass uns da jemand belangt in dem Moment.
00:55:35Und der Diplomatenpass war ja die Idee, denen zu sagen, halt Stopp, hier ist Schluss für euch. Das, das war's.
00:55:43Eine der schönsten Episoden dieser Recherche waren die Diplomatenpässe.
00:55:47Der Diplomatenpass, das ist eine Geschichte in der Geschichte.
00:55:51Man glaubt, alles gesehen zu haben.
00:55:53Kann doch nicht sein.
00:55:55Das war in der Telekommunikationsüberwachung ständig wieder Thema und dann ziehe ich irgendwann den Diplomatenpass und dann wundern sich alle.
00:56:02Dann bekommt man einen Anruf, Holger, du hast am Montagmorgen hier zu sein.
00:56:06Der Anruf kam dann am Sonntag und dann war auf einmal eine Delegation aus Zimbabwe da, die man dann begrüßen
00:56:14musste.
00:56:17So, wir hatten mitbekommen, dass man beabsichtigt, sich Diplomatenfeste zu besorgen.
00:56:22Offenbar war ja die Überlegung eben, sich der Strafbefolgung in Deutschland zu entziehen.
00:56:26Dann muss sie bildlich vor. Jemand marschiert an und sagt, der Holz ist verhaftet.
00:56:29Dann hast du den akkreditierten Diplomatenpass.
00:56:31In dem Moment sagst du, ist nicht so, sorry, könnt mich nicht verhaften.
00:56:35Wenn wir das durchkriegen, haben wir es geschafft.
00:56:38So, wir den Pässen läuft auch. Ich war da, ich war ja da beim Botschafter.
00:56:42Bye, man. Roger, copy.
00:56:44Allen die Beteiligten war klar, dass man mehrere ausländische Diplomaten wird bestechen müssen, um in den Besitz dieser Pässe hier
00:56:52zu gelangen.
00:56:53Wir haben festgestellt, dass drei Staaten dafür ausgewählt wurden, drei afrikanische Staaten.
00:56:58Und man sich nach kurzer Zeit dann auch für einen afrikanischen Staat entschloss.
00:57:02Das war das erste Mal überhaupt, dass ich in Kontakt mit dem Thema Diplomatenpass kam.
00:57:08Das löste selbstverständlich Hektik aus, ja, dass ich jetzt prüfen muss.
00:57:13Prüfen muss, was ist, wenn sie hier solche Pässe kriegen.
00:57:21Er hat auch den, was ist, der Botschafter oder den Finanzminister von Zimbabwe in Deutschland getroffen.
00:57:30Also der Kontakt wurde schon irgendwie geknüpft.
00:57:34Jedenfalls war die Überlegung ja offenbar so weit gedient, dass man sich schon das Auto ausgeguckt hatte, was das Diplomatenfahrzeug
00:57:40hätte sein sollen.
00:57:41Die Pässe waren in Arbeit.
00:57:44Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die andere Seite das anders darstellt.
00:57:47Die Diplomatenpässe haben sie nie erhalten, aber selbst wenn sie welche bekommen hätten, wären sie im Inland nicht akkreditiert worden.
00:57:55Dafür hatten wir gesorgt.
00:57:57Ja, sie waren halt eine Nummer schneller.
00:57:59Sie haben Geld bezahlt, sehr viel Geld.
00:58:01Insgesamt haben wir, glaube ich, 1,2 Millionen Euro bezahlt für die Pässe.
00:58:061,2 Millionen an einen Mittelsmann.
00:58:09Von dieser Summe weiß ich, dass 30.000 auch an einen Botschafter gezahlt wurden in Berlin, dieses afrikanischen Staates.
00:58:14Aber auch das ist dafür gesehen nicht zu teuer.
00:58:17Also, das finde ich jetzt, ja.
00:58:27Der Milliardär ist ein machtbewusster und auch ein machtbesessener Mensch.
00:58:31Man muss den Willen zur absoluten Macht haben und auch den gewissen Killerinstinkt.
00:58:36Mit gutmenschlicher Liebesträumerei ist der Milliardär nicht geworden.
00:58:43Holt traf sich hier mit drei Bundestagsabgeordneten und hat sie auf ein Abendessen eingeladen.
00:58:53Die Kosten dieses Abends bezifferte Holt auf deutlich über 20.000 Euro.
00:58:59So gehe ich nicht essen.
00:59:05Wenn ich mal insgesamt Kosten für gastronomische Aktivitäten beziffer,
00:59:11dann werden das in den letzten zehn Jahren mit Sicherheit irgendwo in der Größenordnung um 4 Millionen Euro liegen.
00:59:18Ja, das könnte wohl hinkommen.
00:59:27Grundsätzlich war ich immer der Gastgeber.
00:59:33Hendrik Holt hatte letztlich keinen festen Wohnsitz,
00:59:36sondern hat in den besten Hotels gelebt, die am jeweiligen Platz zu finden waren.
00:59:41Im Berliner Art Laun für 8.000 Euro die Nacht.
00:59:43Er hatte dort eine Suite gemietet, die Brandenburger Tor-Suite Deluxe.
00:59:52Warum das Adlon?
00:59:54Weil Holt in dem Zeitraum eine sehr große Nähe zu Politikern suchte,
01:00:01zu politischen Entscheidungsträgern.
01:00:03Und da ist natürlich eine Suite im Hotel Adlon sehr repräsentativ.
01:00:08Da trifft man sich halt auch in Berlin.
01:00:13Die Politiker, die kamen in unserem Bereich, also in unseren Aktivitäten mehr oder weniger von selbst.
01:00:19Da war nicht viel zu tun nötig.
01:00:22Die Politik war bis zur allerersten Reihe bei uns vertreten.
01:00:26Viele Entscheidungen sind dann auch nur durch Backup der Politik zu erreichen,
01:00:30sodass das auch irgendwo eine Symbiose dann bildet.
01:00:33Es war für uns auch ein Geben und ein Nehmen.
01:00:35Wir haben dann bestätigt bekommen, dass Hendrik Holt auf der Grünen Woche zum Beispiel
01:00:40mit der damaligen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Bier getrunken hat.
01:00:44Da gibt es Bilder von ihm, die das zeigen.
01:00:47Dass es ohne weiteres möglich war, dass er im Wirtschaftsministerium vorspricht
01:00:51und dort mit einem Staatssekretär über Energieprojekte sprechen kann.
01:00:56Er suchte die Nähe zur Politik, auch weil das den Investoren ein gutes Gefühl gab,
01:01:03dass Holt mit dem Bundestagsabgeordneten Per Du war,
01:01:07dass er die Investoren in die parlamentarische Gesellschaft einladen konnte.
01:01:11Das war, glaube ich, einfach Teil seiner Legende,
01:01:14was für ein wichtiger und großer Unternehmer er in Deutschland ist.
01:01:27Als wir uns mit diesen politischen Zusammenhängen befasst haben,
01:01:30da dachte ich wirklich mehrfach, das kann doch nicht wahr sein,
01:01:32dass dieser Unternehmertyp Hendrik Holt ohne weiteres
01:01:37in die höchsten politischen Kreise vorstoßen kann,
01:01:40ohne dass da viel dahinter steckt.
01:01:42Das gab schon Einblicke in Lobbyabgründe in Deutschland.
01:01:47Ohne es werten zu wollen, möchte ich sagen, dass es mich jedenfalls überrascht hat,
01:01:52dass man die politischen Entscheidungsträgern so nahe kommen kann,
01:01:56einfach nur, weil man reich ist.
01:02:06Geld kann in unserer heutigen Zeit alles erreichen.
01:02:12Die Milliardäre sind die Fürsten unserer heutigen Zeit.
01:02:19Natürlich war ich gespannt darauf, diesen Menschen kennenzulernen
01:02:22und ich war auch gespannt, wie er letztlich darauf reagieren würde,
01:02:26dass er festgenommen wird.
01:02:29Aber wir wussten aus der Telekommunationsüberwachung,
01:02:32er kommt jetzt noch einmal zurück, um den Big Deal,
01:02:35um Project Munich abzuschließen.
01:02:38Nur diesen Zeitpunkt durften wir nicht verpassen.
01:02:45Und dann fahren wir am Freitag los, durch Frankreich nach Deutschland.
01:02:50Ja, das geht.
01:02:51Und dann machen wir in Deutschland, klar Schiff,
01:02:53wir müssen noch einiges vorbereiten.
01:03:09Ich saß wie in Andorra,
01:03:11der Flieger stand in Barcelona,
01:03:12ich kam aber nicht raus
01:03:15und musste dann den Weg über Frankreich nehmen,
01:03:17weil da kurzfristig die Grenzen offen waren.
01:03:20Da bin ich mit dem Auto gefahren, ja.
01:03:2317 Stunden, 1700 Kilometer lang.
01:03:29Das war der Punkt, auf den wir hier gewartet hatten.
01:03:33Wir müssen jetzt alles hochfahren und sicherstellen,
01:03:35dass wir Hendrik bekommen, wenn er in Deutschland ist.
01:03:39Wir haben eine kurze Einsatzbesprechung gemacht,
01:03:41uns dann auf die verschiedenen Fahrzeuge begeben
01:03:43und ich bin dann mit dem Zugriffsteam hin nach Berlin gefahren.
01:04:01Ich wusste, dass sie an mir dran sind,
01:04:02das war uns ja bekannt.
01:04:03Aber wir wussten eben auch immer nicht genau, wann.
01:04:06Wann was passiert.
01:04:09Die Kommunikationsüberwachung, die wir durchgeführt haben,
01:04:11hat keine Hinweise darauf gegeben,
01:04:12dass die Familie Holt von dem Verfahren Kenntnis hatte.
01:04:15Die haben noch darüber gewitzelt,
01:04:17dass der Herr Leinbrock jetzt sicherlich mithört.
01:04:19Tatsächlich war es dann auch so.
01:04:20Wir waren ja dahingehend auch keine Profis.
01:04:23Und dann passieren Dinge, wie das am Telefon telefonieren wird.
01:04:27Es gab da ganz klar die Regel,
01:04:29nur über gewisse Kanäle zu sprechen.
01:04:31Aber wenn sich nicht dran gehalten wird,
01:04:32dann ist das auch schwierig.
01:04:37Durch technische Maßnahmen stand er komplett unter Überwachung
01:04:41und es war klar, dass ich dort sein würde, wo auch er hinfährt.
01:04:51In Berlin ging es zurück ins Adlon.
01:04:53Die Brandenburger Torsuite war ja da.
01:04:57Ich bin angekommen am frühen Morgen.
01:05:03Wir hatten da erfahren, dass Hendrik wirklich in Berlin angekommen war.
01:05:07Zwar morgens um fünf.
01:05:08Wir haben einfach gehofft, dass er müde war,
01:05:10sich schön in sein Bett ins Adlon legt
01:05:12und dass wir ihn da greifen können.
01:05:15Dann gab es eine kurze Nacht.
01:05:16Und ab 7.30 Uhr meldeten eine oder nach dem anderen
01:05:19auch die auswärtigen Kräfte und auch diejenigen,
01:05:21die in Osterburg tätig waren,
01:05:22dass wir jetzt zulässtbereit seien.
01:05:31Wir sind in den frühen Morgenstunden des 17.04.
01:05:35zum Adlon gefahren,
01:05:37unterstützt von der Polizei Berlin.
01:05:39Ich habe mich an der Rezeption angemeldet,
01:05:42selbstverständlich ausgewiesen.
01:05:43Dann bin ich mit den Beamten hochgefahren
01:05:45in die Brandenburger Torsuite.
01:05:47Wir haben vom Sicherheitschef eine Tür-Keycard bekommen,
01:05:51haben das Zimmer sehr leise betreten,
01:05:53haben das Bett umstellt,
01:05:55die Telefone hier gesichert
01:05:56und dann sind Holt und seine schlafende Lebensgefährtin
01:05:59geweckt worden.
01:06:06Also ich bin aufgewacht
01:06:07und da waren viele Leute im Zimmer.
01:06:16Dann habe ich gesagt,
01:06:17wir würden uns mal besser in den Salon verlagern.
01:06:24Und dann kamen die Haftbefehle
01:06:26und ich muss sagen,
01:06:27so ernst habe ich die Situation
01:06:28auch gar nicht genommen.
01:06:29Das hat er relativ emotionslos entgegengenommen.
01:06:32Interessiert war er sichtlich
01:06:34an dem Haftbefehl,
01:06:36in dem drin stand,
01:06:37dass er den Botschafter
01:06:38eines fremden Landes
01:06:39hier korrumpiert habe.
01:06:41Und in dem dritten Haftbefehl
01:06:43ging es um Verabredung
01:06:45zu einem Verbrechen.
01:06:48Und in dem Augenblick
01:06:49zeigte er eine deutliche Reaktion,
01:06:51in dem ihm
01:06:52tatsächlich Tränen kamen.
01:06:54Wann soll das gewesen sein im Adlung?
01:06:56Das ist totaler Quatsch.
01:06:58Totaler Quatsch.
01:07:04Es ist einfach gelogen.
01:07:06Dass ihm Tränen kamen,
01:07:07bedeutete für mich,
01:07:08dass wir richtig lagen.
01:07:10Eine Sache ist ganz klar.
01:07:12Geweint habe ich nicht.
01:07:14Ganz sicher nicht.
01:07:17Und dann wurde er
01:07:19in Handschellen
01:07:20zum Fahrzeug verbracht.
01:07:24Ich habe die Einsatzzentrale geleitet.
01:07:26Dann haben wir in der Einsatzzentrale
01:07:27natürlich sehnsüchtig gewartet darauf,
01:07:28dass endlich die Nachricht kommt,
01:07:30dass Hendrik heute festgenommen worden ist,
01:07:31damit wir das Go quasi
01:07:33für die anderen Kräfte geben konnten.
01:07:39Seinen Bruder,
01:07:40den haben wir festgenommen
01:07:41in einem kleinen Ort
01:07:42hier nördlich von Osnabrück.
01:07:43Der war zu Hause.
01:07:44Seine Wohnung ist durchsucht worden.
01:07:45Da ist sehr viel technisches Material
01:07:47sichergestellt worden.
01:07:49Dann ist die Villa in Barkum
01:07:52bei Vechta durchsucht worden.
01:07:53Dort haben wir die Mutter festgenommen.
01:07:56Ja, ich habe es ja erst gemerkt
01:07:58am letzten Tag.
01:07:59Dann kam so wie jeden Morgen
01:08:00eigentlich so ein Transporter.
01:08:02Also ich dachte,
01:08:03das war von Amazon, Post.
01:08:05Und da fuhr dann eine Frau
01:08:07auf dem Hof.
01:08:08Hat geklingelt.
01:08:08Und während die Tür aufging,
01:08:10hat man nur noch gehört,
01:08:11Polizei, Polizei.
01:08:12Und mit Maschinengewehren
01:08:14sind die dann da reingelaufen.
01:08:15Und ich war so am Zittern.
01:08:17Und da wusste ich dann eigentlich
01:08:19relativ schnell,
01:08:20dass ich, glaube ich,
01:08:21für heute Feierabend habe.
01:08:25Ich habe da angerufen.
01:08:27Ich sage, wo ist Mama denn?
01:08:29Die sind alle im Gefängnis.
01:08:31Und nächsten Morgen
01:08:32stand es groß in der Zeitung.
01:08:35Ich dachte,
01:08:36ich kriege einen Schlag.
01:09:00Ich war bei der Arbeit.
01:09:02Ich habe da im Kindergarten gearbeitet,
01:09:04neben dem Studium.
01:09:06Und er war mit dem Gesicht
01:09:07vorne auf der Titelseite.
01:09:09Und das haben mir natürlich
01:09:10gleich alle Leute zugetragen.
01:09:13Ich habe einfach an dem Tag
01:09:15schon den ersten Brief geschrieben,
01:09:17dass er sich nicht sorgen muss,
01:09:19dass er mit irgendwas alleine steht.
01:09:24Dass ich immer da bin.
01:09:35Es hat dann auch nur vier Wochen gedauert,
01:09:37bis er den Brief bekommen hat.
01:09:39Und nochmal vier Wochen,
01:09:39bis ich eine Antwort bekommen habe.
01:09:43Das waren lange acht Wochen.
01:09:47Aber ich wusste,
01:09:48dass er das braucht.
01:09:53Und jetzt sitzt du in deiner Zelle,
01:09:55nennen wir mal das hier als Beispiel.
01:09:58Und du hast ja nichts.
01:09:59Du hast kein Telefon,
01:10:01du hast am Anfang kein Fernseher,
01:10:02du hast Stift und Papier.
01:10:03Ich habe mir dann überlegt
01:10:04und habe einfach gesagt,
01:10:05jetzt schreibst du deine Kontakte,
01:10:07insbesondere Frauen,
01:10:08weil an anderen Kontakten
01:10:09wäre ich sowieso kein Interesse,
01:10:10schreibst du einfach mal alle an.
01:10:11Und da guckst du mal,
01:10:13was passiert.
01:10:14Und da muss ich sagen,
01:10:16da war doch der Schriftwechsel
01:10:18doch recht angeregt
01:10:20und auch positiv.
01:10:21Er hat keinen Kontakt zu mir aufgenommen,
01:10:23ich habe Kontakt zu ihm aufgenommen.
01:10:25Für mich gehörten wir
01:10:26die ganze Zeit zusammen.
01:10:28Die Situation hat es einfach
01:10:29nicht zugelassen.
01:10:30Ich habe das wirklich schematisch,
01:10:32schematisch und auch systematisch gemacht
01:10:34und habe zu Besuchen eingeladen.
01:10:37Ja, ich hatte viel Kontakt
01:10:39mit vielen Frauen.
01:10:41So, und jetzt hatte ich ja wirklich
01:10:42Zeit, das zu ergründen.
01:10:44Wer ist aus welchen Motiven bei mir
01:10:46und wer kommt jetzt
01:10:47und was wollen die?
01:10:48Im Oktober 2020,
01:10:49da war ich bei ihm unten
01:10:52irgendwo im tiefsten Keller
01:10:53und dann da das Wiedersehen.
01:10:56Und hinter ihm stand ein Beamter
01:10:57und hinter mir stand auch ein Beamter.
01:10:59Die Türen waren von allen Seiten abgeschlossen.
01:11:02Trotzdem war es toll,
01:11:03sich wiederzusehen.
01:11:04Er hat sich gefreut,
01:11:04ich habe mich gefreut
01:11:05und da habe ich ihm halt auch gesagt,
01:11:07dass er nicht alleine ist.
01:11:08So, und jetzt geht es aber weiter.
01:11:10Ja, wie in jedem Auswahlprozess
01:11:13wird dann die Spreu vom Weizen getrennt,
01:11:15wo am Ende,
01:11:17wie eigentlich in jedem Bieterprozess,
01:11:20am Ende eben
01:11:21der Höchstbietende gewinnt.
01:11:24Die Entscheidung hatte ich natürlich zu treffen.
01:11:27Und das war meine heutige Frau, Jana.
01:11:30Und dann bin ich regelmäßig zum Besuch gekommen.
01:11:33Monatlich hatten wir einen Langzeitbesuch,
01:11:35wo man dann sechs Stunden zusammen sein kann,
01:11:39wo wir dann auch ohne Kameras
01:11:41endlich mal Zeit hatten zu reden.
01:11:43Es ist ja natürlich auch so,
01:11:45das wird ja auch entsprechend honoriert.
01:11:47Also auch gefühlstechnisch,
01:11:49aber natürlich auch allgemein.
01:11:51Das war ein Gespräch im November.
01:11:54Wir haben gesprochen und haben gesagt,
01:11:56ja, wir können auch heiraten.
01:11:58Im Rahmen der Verhältnisse
01:11:59war der Heiratsantrag auch romantisch.
01:12:02Also ich habe dafür gesorgt,
01:12:03dass Ringe in die JVA kommen,
01:12:05aber es hat eben nicht ganz funktioniert.
01:12:08Der Ring war tatsächlich
01:12:10in ein Kleidungsstück eingenäht.
01:12:11Und dann sind die Ringe weggenommen worden.
01:12:16Den Heiratsantrag,
01:12:17den habe ich dann ganz, ganz normal gemacht.
01:12:19Ohne Ring.
01:12:20Nicht mit auf die Knie fallen
01:12:22und willst du meine Frau werden?
01:12:24So sind wir nicht.
01:12:25Selbstverständlich.
01:12:26Bin ich auf die Knie gegangen.
01:12:28Ja.
01:12:30Ich musste auch nicht lange überlegen.
01:12:32Er hat gefragt,
01:12:32ob ich seine Frau werden möchte.
01:12:34Na ja, er hat eingewilligt.
01:12:38Und dann habe ich gesagt,
01:12:39ja, möchte ich.
01:12:40Und so sind wir einfach.
01:12:41Wenn wir etwas wollen
01:12:42und uns in den Kopf gesetzt haben,
01:12:44dann wird das durchgezogen.
01:12:45Und zwar sofort.
01:12:50Das war schon ein aufregender Moment,
01:12:52auch wenn er irgendwie
01:12:53nur fünf Minuten gedauert hat.
01:12:56Für uns war der genau das,
01:12:58was wir wollten.
01:12:59Und deswegen war das einfach
01:13:01die pure Freude an dem Tag.
01:13:05Ich mache diesen Job jetzt
01:13:06seit 16 Jahren.
01:13:07Dass jemand in U-Haft ist,
01:13:10schon nicht sicher weiß,
01:13:11dass er eine substanzielle Strafe
01:13:13erhalten wird
01:13:15und dann noch eine Frau findet,
01:13:16die ihn heiratet,
01:13:17das erlebe ich zum ersten Mal.
01:13:22Ich würde sagen,
01:13:23ich habe alle Freunde verloren.
01:13:24Ja, ich kann es den Leuten
01:13:25auch nicht verübeln.
01:13:26Die sehen mich und denken,
01:13:28wie naiv kann sie sein,
01:13:29dass sie jemanden,
01:13:30den sie gar nicht kennt,
01:13:31im Gefängnis geheiratet hat.
01:13:37Hendrik wurde direkt nach
01:13:40dem Ja-Wort zurückgebracht.
01:13:43Und dann habe ich ihn
01:13:43auch ein halbes Jahr nicht gesehen.
01:13:58Der Umfang des Verfahrens
01:14:00war schon enorm.
01:14:02Wir hatten mehr als 1500 Bände,
01:14:04Ermittlungsakten,
01:14:05hunderte Akten an Asservaten,
01:14:08Beweismitteln,
01:14:09mehrere Terabyte Daten,
01:14:11die ausgewertet werden mussten.
01:14:12Das waren 15 Terabyte
01:14:14bei, ich meine,
01:14:16140 Datenträger,
01:14:17die wir hatten.
01:14:18Das waren 70 Umzugskartons
01:14:20mit mehr als 800 Aktenordnern.
01:14:26Der Fall fing banal an
01:14:28mit einer Anzeige
01:14:29einer Gemeindemit-Mitarbeiterin.
01:14:31Er wäre vielleicht ganz normal
01:14:33mit einer kleinen Geldstrafe geendet,
01:14:36aber durch das Engagement
01:14:38meines Kollegen
01:14:39und durch das Gespür meines Kollegen
01:14:41ist daraus ein ganz großer,
01:14:43umfangreicher Fall geworden,
01:14:45wie wir ihn eigentlich
01:14:46in den letzten 30 Jahren
01:14:48hier nicht hatten.
01:15:06Mein Kollege Oberstaatswahl Dr. Leimhock
01:15:09ist dafür bekannt,
01:15:09dass er, wie man so schön sagt,
01:15:11keine Arbeitszeiten kennt.
01:15:13Für ihn ist die Aufgabe
01:15:15im Grunde genommen Berufung.
01:15:16Also er sitzt hier teilweise
01:15:18auch am Wochenende,
01:15:19Samstag, Sonntag
01:15:20bis in die Nacht hinein
01:15:21und arbeitet an den Fällen,
01:15:23wenn er erkennt,
01:15:24dass etwas dahinter steckt.
01:15:28Wir waren natürlich
01:15:29auf der Suche nach dem Vermögen
01:15:31und vieles ist ins Ausland abgeflossen.
01:15:34Wir haben ermittelt,
01:15:35dass Hendrik Holt
01:15:36über Konten auf Mauritius
01:15:38in Großbritannien verfügt,
01:15:41aber auch im Libanon.
01:15:42Und dann versucht die Staatsanwaltschaft
01:15:44selbstverständlich
01:15:45dieses Vermögen auch zu sichern.
01:15:47Da war richtig Druck auf dem Kessel.
01:15:48Da mussten wir schnell agieren.
01:15:50Dann rennt man wirklich ins Zimmer
01:15:52und schreibt einen Antrag
01:15:53an das Amtsgericht,
01:15:54gerichtet auf Erlass
01:15:55eines sogenannten Vermögensarrestes,
01:15:57auf dessen Grundlage dann
01:15:58die Vermögenswerte
01:15:59tatsächlich gesichert werden können.
01:16:00Und das muss alles super schnell gehen,
01:16:01denn ansonsten ist das Geld weg.
01:16:04Wir haben dann
01:16:05eine sehr gute Zusammenarbeit
01:16:07mit dem Vereinigten Königreich erreicht,
01:16:09dass die Konten dort eingefroren werden,
01:16:11auch in Mauritius
01:16:12haben wir erfolgreich
01:16:13Rechtshilfe geleistet bekommen.
01:16:20Nach dem Ergebnis der Ermittlungen
01:16:22gehen wir davon aus,
01:16:23dass etwa 10 Millionen Euro
01:16:25für den Lebensstil
01:16:26von Hendrik Holt
01:16:28und seinem Umfeld
01:16:29innerhalb von zweieinhalb Jahren
01:16:31verbraucht worden sind.
01:16:49Am ersten Verhandlungstag
01:16:50war es hier muckelig voll drin.
01:16:55Fernsehteams, Presse,
01:16:57die hinteren Sitzreihen
01:16:59waren bis auf den letzten Platz
01:17:01hier besetzt.
01:17:04Ich habe mir den Windkraftprozess
01:17:06tatsächlich ziemlich komplett
01:17:07angeguckt in Osnabrück.
01:17:10Gesehen hat man einen
01:17:11sehr selbstbewussten Menschen,
01:17:13der aufgetreten ist,
01:17:14der auch keine Scheu hatte
01:17:15oder sich nicht versteckt hat
01:17:17im Prozess.
01:17:19Die Fotografen,
01:17:20mit denen wir gesprochen haben,
01:17:21die waren begeistert
01:17:21von seinem Auftreten.
01:17:23Ich habe mich immer
01:17:24auf die vielen Pressevertreter
01:17:25gefreut,
01:17:25hat mir sehr viel Spaß gemacht.
01:17:28Sehr viele schöne Bilder
01:17:29bekommen.
01:17:30Seine Familie war da
01:17:31ein bisschen anders,
01:17:32die mit Aktenordnern
01:17:34vorm Gesicht
01:17:34in den Gerichtssaal
01:17:35gekommen sind.
01:17:40Auch von dem
01:17:42Selbstbewusstsein,
01:17:43mit dem er hier
01:17:44aufgetreten ist,
01:17:45in diesem Saal
01:17:46war er schon
01:17:46eine Ausnahmeerscheinung.
01:17:47Das hat die massiv
01:17:48verunsichert.
01:17:49Massiv.
01:17:50Ich glaube,
01:17:51einen so selbstbewussten
01:17:52Angeklagten
01:17:52haben die noch nie erlebt.
01:17:54Noch nie.
01:17:56Aber so
01:17:57bin ich.
01:18:00Ich glaube,
01:18:01Hendrik Gold
01:18:01hätte es gerne,
01:18:02dass er der Superverbrecher ist.
01:18:03Also wenn er was macht,
01:18:04dann muss es natürlich
01:18:06groß und toll sein.
01:18:07Der Betrug
01:18:09war kühn,
01:18:10dass er den
01:18:11in dieser Größe
01:18:12angegangen hat,
01:18:12die Ausführung
01:18:13aber schlecht.
01:18:17Ich war ja Zeuge
01:18:18bei seinem Prozess
01:18:19und musste dann noch
01:18:20berichten,
01:18:20was ich so miterlebt habe.
01:18:22Und es war ein Mix
01:18:23der Emotionen,
01:18:24besonders wenn man
01:18:24dann da vorne sitzt
01:18:25und wirklich alle Beteiligte
01:18:27aus diesem Possenspiel
01:18:29da wieder sieht.
01:18:30Die ganze Familie,
01:18:32alle zusammen.
01:18:33Es ist wie ein schlechter Film,
01:18:35wenn man den Menschen
01:18:36dann auch wirklich
01:18:36vis-à-vis
01:18:37gegenüber sitzt.
01:18:40Hendrik,
01:18:40der sich von dem Aussehen
01:18:42her kaum geändert hat,
01:18:43mit Einstecktuch,
01:18:44Krawatte,
01:18:45immer gut gekleidet,
01:18:46das war eben halt,
01:18:47der das Spiel
01:18:47fortsetzte sozusagen.
01:18:49Die Straftaten
01:18:50lagen absolut
01:18:51auf dem Tisch.
01:18:53Es gab nichts mehr
01:18:54zu kämpfen.
01:18:54Ich habe auch nicht
01:18:55verstanden,
01:18:55warum er und seine
01:18:56Mitangeklagten
01:18:57so lange geschwiegen
01:18:59haben.
01:19:00Hätten sie
01:19:01früher,
01:19:02viel früher
01:19:02hier gestanden,
01:19:04wären die Strafen
01:19:04mit Sicherheit
01:19:05die deutlich geringer
01:19:06gewesen.
01:19:07Das Urteil
01:19:08stand ja vorher
01:19:08fest.
01:19:09Wir wussten genau,
01:19:10was es gibt,
01:19:11wie viel es gibt.
01:19:12Das heißt,
01:19:12der Tag des Urteils
01:19:13war eigentlich nur noch
01:19:14so ein
01:19:15Ach, wir fahren
01:19:15nochmal nicht
01:19:16zu Gericht,
01:19:16da war ja auch
01:19:18alles,
01:19:19der Verdiener ist
01:19:19sogar gelesen.
01:19:31Dann kommt die Kammer
01:19:32halt rein,
01:19:33verkündet im Namen
01:19:34des Volkes
01:19:35ihr Urteil.
01:19:40Insgesamt ist
01:19:41Hendrik Holt
01:19:41verurteilt worden
01:19:42zu einer
01:19:43Gesamtfreiheitsstrafe
01:19:44von acht Jahren
01:19:45und einer
01:19:46weiteren
01:19:47Freiheitsstrafe
01:19:48von acht Monaten.
01:19:49Die kriminelle
01:19:50Energie
01:19:50der Gruppe
01:19:52war enorm.
01:19:54Wir haben
01:19:54große Schäden
01:19:55verhindert.
01:19:56Was den
01:19:56Big Deal
01:19:57anbelangt,
01:19:58da wussten wir ja,
01:19:59dass er
01:19:59fest davon ausging,
01:20:01dass möglicherweise
01:20:02ein Energieriese
01:20:03an diesem Deal
01:20:04hier zugrunde geht.
01:20:05Und wir hatten
01:20:05großen Handlungsdruck,
01:20:07um dann auch
01:20:08die Wirtschaft
01:20:08vor diesen Schäden
01:20:09zu bewahren.
01:20:11Das war
01:20:12das eine
01:20:12Besondere.
01:20:12Das andere
01:20:13war aber auch,
01:20:14dass hier
01:20:14nicht ein
01:20:15Einzeltäter
01:20:15mit irgendwelchen
01:20:17anderen Personen
01:20:18zusammen agiert hat,
01:20:19sondern dass
01:20:20Familienmitglieder
01:20:21sich zusammengetan
01:20:22hatten und jeder
01:20:22seine Aufgabe
01:20:23erfüllt hat.
01:20:30Der Wohlstand
01:20:32hat er uns
01:20:32kaputt gemacht,
01:20:34behaupte ich.
01:20:38Ja.
01:20:46Eine der größeren
01:20:49Überraschungen
01:20:49dieses Verfahrens
01:20:51war für mich,
01:20:52dass ich in dem
01:20:52schriftlichen Urteil
01:20:53las,
01:20:54dass die Kammer
01:20:55ehrliche Reue
01:20:56hier gespürt hatte.
01:20:58Ich hatte vielmehr
01:20:59den Eindruck,
01:21:00dass Hendrik
01:21:01Holt
01:21:01in diesem
01:21:02Saal
01:21:03sehr gerne
01:21:04von seinen
01:21:04Taten
01:21:05erzählt hat,
01:21:06in gewisser
01:21:07Hinsicht
01:21:08auch stolz
01:21:08darauf war,
01:21:10was er
01:21:10alles erreicht
01:21:11hat und
01:21:12Reue
01:21:13habe ich
01:21:13überhaupt keine
01:21:15gespürt,
01:21:15gar keine.
01:21:17Die Behauptung,
01:21:18dass große
01:21:19Konzerne
01:21:19Schäden
01:21:20abschreiben können
01:21:21und bei
01:21:22Betrügereien
01:21:23im Grund
01:21:23genommen kein
01:21:23Geschädigter
01:21:24vorhanden sei,
01:21:26halte ich für
01:21:26absurd.
01:21:27Irgendwo ist
01:21:27immer ein
01:21:27Geschädigter.
01:21:28Entweder
01:21:28sind es
01:21:29die
01:21:29Aktionäre
01:21:30oder es
01:21:30ist der
01:21:30Steuerzahler,
01:21:32weil wenn
01:21:32ich
01:21:32irgendwas
01:21:33abschreibe,
01:21:34zahle ich
01:21:35weniger
01:21:35Steuern und
01:21:36dann sind
01:21:36wir alle
01:21:37die
01:21:37Geschädigten.
01:21:38Mir
01:21:38kam er
01:21:39vor,
01:21:39dass er
01:21:39sich keiner
01:21:40Schuld
01:21:40bewusst
01:21:41war.
01:21:41Er hat
01:21:42das
01:21:43wahrscheinlich
01:21:43als
01:21:44großes
01:21:44Spiel
01:21:44empfunden,
01:21:45diese
01:21:46ganze
01:21:46Geschichte
01:21:47mit den
01:21:47Windparks
01:21:48und hat
01:21:49glaube ich
01:21:50nicht
01:21:50die
01:21:51ganzen
01:21:51Nebenwirkungen
01:21:52bedacht,
01:21:52die das mit
01:21:53sich
01:21:53führt.
01:21:56Einmal
01:21:57habe ich
01:21:57in einem
01:21:58Objekt,
01:21:59heute
01:21:59gehörte,
01:22:00gewohnt.
01:22:01Keine
01:22:01Einnahmen
01:22:02mehr,
01:22:02die Konten
01:22:03wurden
01:22:03dicht
01:22:03gemacht.
01:22:04Ich
01:22:04habe
01:22:04das
01:22:05Haus
01:22:05verloren,
01:22:06die
01:22:06Familie
01:22:07quasi
01:22:07auch,
01:22:08die
01:22:08Scheidung
01:22:09folgte
01:22:09danach
01:22:09auch und
01:22:10es
01:22:11war
01:22:11wirklich
01:22:12ein
01:22:13Desaster
01:22:13in der
01:22:14Zeit.
01:22:19Ich
01:22:20bin
01:22:20im
01:22:20Dezember
01:22:202022
01:22:21schwanger
01:22:22geworden,
01:22:22während
01:22:23Hendrik
01:22:23noch
01:22:23in Haft
01:22:24saß.
01:22:25Ohne
01:22:26Nachkommen
01:22:26wird die
01:22:27Dynastie
01:22:27versiegen.
01:22:28Eingehend
01:22:30müssen
01:22:30Kinder
01:22:30her,
01:22:31weil
01:22:31die
01:22:31Zeit
01:22:31sollte
01:22:32auch
01:22:32aktiv
01:22:32genutzt
01:22:33werden.
01:22:33Den
01:22:33letzten
01:22:34Verhandlungstag
01:22:34hatte
01:22:35er,
01:22:35da war
01:22:35ich
01:22:35zwei
01:22:35Tage
01:22:36vor
01:22:36dem
01:22:36Kaiserschnitt,
01:22:37da habe
01:22:37ich ihn
01:22:37noch
01:22:37gesehen.
01:22:38Da bin
01:22:38ich
01:22:38hochschwanger
01:22:38nach
01:22:39Osnabrück
01:22:39gefahren,
01:22:40da wurde
01:22:41er
01:22:41noch
01:22:41verurteilt
01:22:42und das
01:22:43war
01:22:43zwei
01:22:43Tage
01:22:43vor
01:22:44der
01:22:44Geburt
01:22:44und
01:22:44da
01:22:44habe
01:22:45ich
01:22:45ihn
01:22:45zuletzt
01:22:53würde
01:22:53ich
01:22:54lügen,
01:22:55wenn
01:22:55ich
01:22:55sage,
01:22:55dass
01:22:55das
01:22:55geplant
01:22:56war.
01:22:59Ich
01:22:59habe
01:22:59alles
01:23:00alleine
01:23:00gemacht.
01:23:03Es
01:23:03ging
01:23:03dann
01:23:03weiter,
01:23:04Hendrik
01:23:04hat
01:23:04sein
01:23:04Kind
01:23:04die
01:23:05ersten
01:23:05vier
01:23:05Monate
01:23:05nie
01:23:06gesehen.
01:23:07Ich
01:23:07habe
01:23:07keine
01:23:07Besuche
01:23:08bekommen.
01:23:11Ich
01:23:11habe
01:23:11zwar
01:23:11die
01:23:11Geburt
01:23:12verpasst,
01:23:12aber
01:23:13danach
01:23:13war
01:23:13ich
01:23:14ja
01:23:14dann
01:23:14da.
01:23:14Und
01:23:14die
01:23:14Frage
01:23:15ist,
01:23:15wann
01:23:15geht
01:23:15die
01:23:15Wahrnehmung
01:23:16des
01:23:16Kindes
01:23:16los?
01:23:18Wir
01:23:18haben
01:23:18Hendrik
01:23:18dann
01:23:18besucht
01:23:19nach vier
01:23:19Monaten
01:23:20Berlin.
01:23:20Er
01:23:21hatte
01:23:21dann
01:23:21auch
01:23:21mal
01:23:21seine
01:23:22Tochter
01:23:22auf
01:23:22dem
01:23:22Arm.
01:23:25Seitdem
01:23:25bin
01:23:26ich
01:23:26ja
01:23:26schon
01:23:26regelmäßig
01:23:27draußen.
01:23:27Das heißt,
01:23:27meine
01:23:27Tochter
01:23:28nimmt
01:23:28die
01:23:28Situation
01:23:28gar
01:23:29nicht
01:23:30negativ
01:23:31an.
01:23:34Wenn
01:23:35ich
01:23:35nur
01:23:36zur
01:23:36Milliarde
01:23:36schaffe,
01:23:37dann
01:23:37muss
01:23:37meine
01:23:37Tochter
01:23:38spätestens
01:23:38Bundeskanzlerin
01:23:39oder
01:23:39Präsident
01:23:40werden.
01:23:41Das
01:23:41ist
01:23:41das
01:23:41Einzige,
01:23:42was
01:23:42dann
01:23:42noch
01:23:42kommt.
01:23:42Nach
01:23:43Geld
01:23:43kommt
01:23:43dann
01:23:43nur
01:23:43noch
01:23:44Macht.
01:23:48Hendrik
01:23:48hat
01:23:48eine
01:23:48Power
01:23:49und
01:23:49ein
01:23:49Potenzial
01:23:50in
01:23:50sich.
01:23:51Ich
01:23:51bin
01:23:51auch
01:23:51der
01:23:52Meinung,
01:23:52dass
01:23:52er
01:23:52in
01:23:52diesem
01:23:53Land
01:23:53noch
01:23:53ziemlich
01:23:53viel
01:23:54machen
01:23:54wird.
01:24:00Der
01:24:00Hendrik
01:24:01Holt
01:24:01hat
01:24:01schon
01:24:01im
01:24:01Knast
01:24:02so
01:24:02viel
01:24:02Welle
01:24:03gemacht.
01:24:03Noch
01:24:03aus
01:24:03dem
01:24:03Gefängnis
01:24:04heraus
01:24:04hat
01:24:05er
01:24:05Social
01:24:05Media
01:24:06betrieben,
01:24:06hat
01:24:06die
01:24:06Öffentlichkeit
01:24:07immer
01:24:07wieder
01:24:08gesucht,
01:24:08betont,
01:24:09dass er
01:24:10noch
01:24:10über
01:24:10Vermögenswerte
01:24:11verfügt.
01:24:12Im
01:24:13Wissen
01:24:13darum,
01:24:13dass wir
01:24:14natürlich
01:24:14auch
01:24:14ein
01:24:14Orgo
01:24:14auf
01:24:14ihn
01:24:15haben.
01:24:15Das
01:24:15ist
01:24:15ihm
01:24:15alles
01:24:15egal.
01:24:16Ich
01:24:16bin
01:24:16mir
01:24:16sicher,
01:24:17wir
01:24:17werden
01:24:18ihn
01:24:19noch
01:24:19mal
01:24:20wiedersehen.
01:24:23Der
01:24:23Rolltoding
01:24:24existiert
01:24:24weiterhin
01:24:25und so weiter
01:24:25in meine
01:24:26Firma,
01:24:26meine
01:24:26Gesellschaft
01:24:27und die
01:24:27kann man
01:24:27mir
01:24:27auch
01:24:28nicht
01:24:28wegnehmen.
01:24:28Damit
01:24:29das
01:24:29jetzt
01:24:29in
01:24:29Andorra.
01:24:30Aber
01:24:31da
01:24:31habe ich
01:24:32ja
01:24:32doch
01:24:32wieder
01:24:32stückweit
01:24:33gewonnen.
01:24:34Ich
01:24:35bin
01:24:35vollkommen
01:24:35schuldenfrei.
01:24:37Ich
01:24:37bin
01:24:37niemals
01:24:38zu
01:24:39keiner
01:24:39Zeit
01:24:40insolvent
01:24:41gewesen.
01:24:43Hendrik
01:24:43Holt
01:24:43ist
01:24:44nicht
01:24:44insolvent.
01:24:44Ich höre
01:24:45gerade
01:24:45was
01:24:45ganz
01:24:45Neues
01:24:46für
01:24:46mich.
01:24:47Dass
01:24:47Hendrik
01:24:48Holt
01:24:48heute
01:24:48behauptet,
01:24:49er
01:24:49verfüge
01:24:49weiterhin
01:24:50über
01:24:50Geld,
01:24:52kann
01:24:54mehr.
01:24:56Und
01:24:57sobald
01:24:58er
01:24:58mit
01:24:59Geld
01:25:00auftreten
01:25:01sollte,
01:25:01bei dem
01:25:02die
01:25:03Möglichkeit
01:25:03besteht,
01:25:03dass es
01:25:04noch
01:25:04aus
01:25:04rechtswidrigen
01:25:04Taten
01:25:05herrührt,
01:25:06ist
01:25:06jedenfalls
01:25:07ein
01:25:07Anfangsverdacht
01:25:08dafür
01:25:08gegeben,
01:25:09dass hier
01:25:10der
01:25:10Tatbestand
01:25:10der
01:25:10Geldwäsche
01:25:11möglicherweise
01:25:11verwirklicht
01:25:12ist,
01:25:13sodass
01:25:13dann
01:25:13gegebenenfalls
01:25:14neue
01:25:14Ermittlungen
01:25:15beginnen
01:25:16müssen.
01:25:25Er
01:25:25hat
01:25:26viele
01:25:26gute
01:25:26Eigenschaften.
01:25:31Hendrik
01:25:32Holt
01:25:32ist
01:25:32sehr
01:25:33eloquent,
01:25:34er
01:25:34spielt
01:25:34sagenhaft
01:25:35gut
01:25:35Klavier,
01:25:36er
01:25:36ist
01:25:37furchtlos.
01:25:39Ich
01:25:39habe
01:25:39selten
01:25:40einen
01:25:40Menschen
01:25:40kennengelernt,
01:25:41der
01:25:41eine
01:25:41solche
01:25:42Chuzpe
01:25:42hat,
01:25:43so
01:25:43ein
01:25:44Ding
01:25:44durchzuziehen.
01:25:45Ja,
01:25:46es
01:25:46gibt
01:25:46schon
01:25:47einige
01:25:47gute
01:25:47Eigenschaften.
01:25:48Es
01:25:49gibt
01:25:49auch
01:25:49andere
01:25:49schlechte.
01:25:50Hier
01:25:50ist
01:25:51glaube
01:25:51ich
01:25:51die
01:25:52allerschlechteste
01:25:53Eigenschaft.
01:25:57Ich
01:25:58glaube
01:25:58grundsätzlich
01:25:58dass
01:25:59Gier
01:25:59eine
01:25:59gute
01:25:59Eigenschaft
01:26:00ist.
01:26:01Die
01:26:01muss
01:26:01da
01:26:01sein.
01:26:02im
01:26:03Gesetz
01:26:03heißt
01:26:03es
01:26:04Gewinnerzielungsabsicht,
01:26:05aber es
01:26:05ist
01:26:05eigentlich
01:26:05ein
01:26:05anderes
01:26:06Wort
01:26:06für
01:26:07Gier.
01:26:10Gier
01:26:10ist
01:26:10gut.
01:26:13Was
01:26:13der
01:26:13eine
01:26:14gewinnt,
01:26:14muss
01:26:14der
01:26:14andere
01:26:14verlieren.
01:26:15Und
01:26:15das
01:26:15ist
01:26:15in
01:26:15der
01:26:16Wirtschaft
01:26:16ganz
01:26:16klar
01:26:16der
01:26:16Fall.
01:26:17Die
01:26:17klassische
01:26:18Win-Win-Situation
01:26:19gibt
01:26:19es
01:26:19nicht.
01:26:20Einer
01:26:20gewinnt,
01:26:21einer
01:26:21verliert.
01:26:21Geld
01:26:22wird
01:26:22umverteilt.
01:26:23Ganz
01:26:23klar.
01:26:38Bei mir
01:26:39funktioniert
01:26:39das Leben
01:26:40so Freund
01:26:41oder Feind.
01:26:42Es gibt
01:26:42bei mir
01:26:43wenig
01:26:43dazwischen.
01:26:44Der
01:26:45Gegner
01:26:45sind
01:26:45alle
01:26:45Menschen,
01:26:46die
01:26:46sich
01:26:47gegen
01:26:47meine
01:26:47Interessen
01:26:48stellen.
01:26:49Also
01:26:49es
01:26:49gibt
01:26:49nicht
01:26:49diese
01:26:51gegenseitige
01:26:51Koexistenz.
01:26:52Wer
01:26:52mich
01:26:52kreuzt,
01:26:52hat mich
01:26:53gekreuzt
01:26:53und hat
01:26:53mich
01:26:54zum
01:26:54Feind.
01:26:55Du
01:26:55brauchst
01:26:56eben
01:26:56auch
01:26:56diese
01:26:56Form
01:26:57von
01:26:57Niemann.
01:26:57Wenn man
01:26:58es
01:26:58negativ
01:26:58formulieren
01:26:58würde,
01:26:59dann ist
01:26:59die
01:26:59Abgebrütheit
01:27:00und
01:27:00auch
01:27:00die
01:27:00Kaltschnäuzigkeit
01:27:01dazu.
01:27:01Wenn
01:27:01die
01:27:01nicht
01:27:02gegeben
01:27:02ist,
01:27:02dann
01:27:03wirst
01:27:03du
01:27:03das
01:27:03nicht
01:27:04schaffen.
01:27:08Heute
01:27:09würde
01:27:09ich
01:27:09ganz
01:27:09klar
01:27:10keine
01:27:10Gesetze
01:27:11mehr
01:27:11übertreten.
01:27:12Das ist
01:27:12ganz
01:27:12klar.
01:27:15Aber
01:27:15ich muss
01:27:16es auch
01:27:16nicht mehr.
01:27:21Wenn
01:27:21mir
01:27:22in
01:27:22Diskussionen
01:27:23abgesprochen
01:27:23wird,
01:27:24du bist
01:27:24vorbestraft,
01:27:25was
01:27:26willst
01:27:26du
01:27:27jetzt
01:27:27machen,
01:27:27dann
01:27:27sage ich,
01:27:27ich kann
01:27:28alles
01:27:28werden.
01:27:28Wenn
01:27:29Donald
01:27:29Trump
01:27:29gezeigt
01:27:29hat,
01:27:30er
01:27:30amerikanischer
01:27:31Präsident
01:27:31werden
01:27:32kann,
01:27:32mit
01:27:33einer
01:27:33Vorstrafe
01:27:33und
01:27:34zum
01:27:34mächtigsten
01:27:34Mann
01:27:35der
01:27:35Welt
01:27:35wird,
01:27:37dann
01:27:38kann
01:27:38ich
01:27:38alles
01:27:39werden.
01:27:40Da ist
01:27:41alles
01:27:41möglich.
01:28:06war
01:28:07und
01:28:08hat
01:28:20viel
01:28:21und
01:28:23wundet
01:28:25das
01:28:27schmerzt
01:28:27und
01:28:28teuer
01:28:29kommt,
01:28:32Oh, oh, oh, oh
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